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06.
Juli '15

Option auf späteren Versicherungsschutz, doch welches ist der richtige Tarif, welche die richtige Gesellschaft?


Optionen oder auch Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenkasse mit dem späteren Anrecht auf eine Umwandlung in eine private Krankenvollversicherung (PKV) können gerade in jungen Jahren interessant sein, da der Gesundheitszustand konserviert werden kann. So können sich junge und meist gesunde Kunden den Weg in einer PKV sichern, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in der Lage dazu sind und als Pflichtmitglieder der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) angehören.

Um einen Gesundheitszustand zu konservieren gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, eines gemeinsam haben jedoch alle: die Auswahl des richtigen, passenden Tarifs ist fast so aufwändig, wie die Auswahl der privaten Krankenversicherung, denn schon jetzt entscheiden Sie sich in den meisten Tarifen für den späteren Umfang des Versicherungsschutzes, zumindest aber in jedem Falle für einen Versicherer. Stellt sich die Auswahl später als falsch heraus, so können Sie natürlich auch dann noch einen anderen Versicherer wählen, dann war jedoch die Vorarbeit durch eine Option oder andere Möglichkeiten schlichtweg „für die Katz“. Daher gilt gerade jetzt, sich ausführlich Gedanken zu machen welchen Versicherungsschutz sind vielleicht später einmal benötigen, welche der Auswahlkriterien zur privaten Krankenversicherung erfüllt sein müssen und natürlich auch, wie flexibel ein solcher Tarif später sein soll.

Die Möglichkeit einer Konservierung des heutigen Gesundheitszustandes, gibt es in unterschiedlichen Modellen. Um etwas einfacher einen Überblick dazu zu bekommen, betrachten wir doch diese Varianten einmal etwas genauer.Option Anwartschaft ZusatzV

Die Anwartschaft

Anwartschaft bedeutet letztendlich nichts anderes, als schon heute einen speziellen Tarif bei einem Versicherer auszuwählen, um diesen später zu aktivieren. Eine solche Anwartschaft sichert also das Anrecht auf den heutigen Gesundheitszustand (dann ist es eine kleine Anwartschaft) oder zusätzlich zu dem Gesundheitszustand auch das Anrecht auf eine  spätere Versicherung mit dem heutigen Eintrittsalter (dann sprechen wir von einer großen Anwartschaft).

Die Anwartschaft ist interessant für all diejenigen, welche heute schon in der privaten Krankenversicherung versichert sind, jetzt aber vorübergehend versicherungspflichtig werden und nahezu sicher sind, eine Rückkehr in die private Krankenversicherung wird später erfolgen. Die kleine Anwartschaft ist natürlich preiswerter, da hier keinerlei Alterungsrückstellungen gebildet werden müssen, dadurch wird jedoch eine der Aktivierung der Beitrag der späteren Versicherung höher. Die große Anwartschaft hingegen sichert auch Alterungsrückstellungen und ermöglicht daher später einen geringeren Beitrag.

Für Kinder von Lehrern oder anderen Beamten, welche schon seit ihrer Geburt in der privaten Krankenversicherung versichert waren, kann eine Anwartschaft auch die richtige Wahl sein. Hiermit sichern Sie sich zum einen das Anrecht auf Rückkehr in die PKV (für den Fall, dass die Versicherungspflicht später einmal endet) zum anderen erhalten Sie auch das Recht auf Rückkehr ohne eine neue Gesundheitsprüfung, denn oftmals sind die Kinder schon seit Geburt dort versichert.

Der Optionstarif

Im Gegensatz zur Anwartschaft, welche auf einen bestimmten Tarif bezogen ist, ermöglicht ein Optionstarif den Wechsel in einen (meist) beliebigen Tarif der jeweiligen Versicherungsgesellschaft. Sie müssen sich also bei Abschluss der Option noch nicht darauf festlegen in welchem Tarif sich später versichert werden wollen, sondern nur auf den jeweiligen Versicherer. Damit ist die spätere Gestaltung des Versicherungsschutzes etwas flexibler, es gibt hier aber keine Möglichkeit das Eintrittsalter zu sichern und die Alterungsrückstellungen aufzubauen. Auf der anderen Seite sind die Kosten für solche Optionstarife in der Regel geringer und selbst wenn es später nicht zu einer Aktivierung kommt, so ist nicht allzu viel Geld verloren. Eines gemeinsam haben diese beiden Varianten jedoch, auch hier gilt eine sorgfältige Auswahl und die detaillierte Betrachtung der –> Auswahlkriterien,  um einen späteren Versicherungsschutz so optimal als möglich sicherzustellen.

Der Optionstarif eignet sich daher für all diejenigen, die heute noch nicht wissen ob ein späterer Weg in die private Krankenversicherung möglich sein wird. Hiermit lässt sich die Gesellschaft vorher festlegen, es bleibt aber viel Flexibilität und Wahlmöglichkeit für den Umfang der späteren Versicherungsschutzes. Diese Optionstarife gibt es in unterschiedlicher Ausgestaltung, meist müssen diese jedoch in einer bestimmten Frist nach Wegfall der Versicherungspflicht aktiviert werden. Wer also zunächst einmal angestellt tätig ist und die Grenze zur privaten Krankenversicherung nicht erreicht, sich dann selbstständig macht, der muss die Option dann auch nutzen. Er kann nicht unbegrenzt warten und erst in der GKV bleiben und irgendwann später die Option nutzen. Hierbei sind immer die individuellen Regelungen in den Versicherungsbedingungen maßgebend.

Auch wenn Sie heute angestellt sind, später aber vielleicht einer Laufbahn als Beamtin oder Beamter anstreben, dann wählen Sie den Versicherer bitte so aus, dass sie später auch als Beamter ein entsprechendes Tarifangebot dort vorfinden. Eine Option die später nicht aktiviert werden kann weil der Versicherer kein passendes Produkt anbietet, ist nichts wert.

Die Zusatzversicherung mit integrierter Option

Die letzte Möglichkeit sich den späteren Weg in die PKV zu erleichtern, heute aber schon von einem verbesserten Versicherungsschutz zu profitieren, schauen wir uns nun genauer an. Hierbei handelt es sich um eine Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenkasse, welche unterschiedliche Leistungsbereiche abdecken kann. Dazu gehören neben den Kosten für ambulante Behandlungen oder Alternativmedizin auch Leistungen im Bereich der stationären Versorgung, Leistungen für Zahnbehandlungen oder Kieferorthopädie. Eine dieser Zusatztarifbausteine enthält dann eine entsprechende Option. Diese sichert die Möglichkeit später diese Zusatzversicherung in einen Vollversicherungsschutz umzuwandeln und die private Krankenversicherung zu „aktivieren“.

Auch hierbei legen Sie sich natürlich auf die jeweilige Gesellschaft fest, zudem überlegen Sie genau welchen Versicherungsschutz Sie heute bereits im Rahmen der Zusatzversicherung benötigen und wählen beide Bausteine getrennt aus. Zuerst schauen Sie nach dem passenden Zusatzversicherungsschutz, dann nach dem passenden Versicherer für die spätere Vollversicherung (und die notwendige Option) und nur dann wenn beide zusammenpassen, dann stellen Sie den Antrag für beide Vertragsteile einer Gesellschaft. In allen anderen Fällen spricht nichts dagegen die Zusatzversicherung heute bei dem einen und die Optionstarife bei dem anderen Unternehmen zu beantragen.

Die Option auf Krankentagegeld

Leider wird oftmals einer der wichtigsten Bausteine vergessen, dass Krankentagegeld. Dieses sichert einem privat Krankenversicherten Kunden den Verdienstausfall für den Fall, dass der Arbeitgeber nach sechs Wochen keine Leistungen mehr zu erbringen hat. Das sichert auch die Möglichkeit für den Selbstständigen oder Freiberufler, ein solches Krankentagegeld überhaupt zu haben und damit seinen Verdienstausfall auszugleichen. Diese Option auf Abschluss einer Krankentagegeldversicherung ist keinesfalls selbstverständlich. Schließen Sie zum Beispiel nur eine Anwartschaft ab und dabei wird keine Anwartschaft für ein Krankentagegeld abgeschlossen (auch weil einige Versicherer jetzt in jungen Jahren gar nicht anbieten), so besteht später keinerlei Möglichkeit ohne Gesundheitsprüfung an eine Absicherung zu kommen. Gab es in der Zwischenzeit Erkrankungen, so ist ein Abschluss für das Krankentagegeld unter Umständen unmöglich.

Und eine private Krankenversicherung (egal ob als Angestellter, Selbstständiger oder Freiberufler) ohne ein Krankentagegeld ist existenzgefährdend und sollte niemals abgeschlossen werden. Heute existieren leider viele Anwartschaften ohne diesen wichtigen Baustein und verhindern damit den Weg in die PKV. Denn wer auf Grund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen kein Krankentagegeld mehr versichern kann, oder dieses nur mit erheblichen ausschließen oder Risikozuschlägen, der kann dann auch nicht die Anwartschaft nutzen, weil eine Absicherung des Verdienstausfalls nicht möglich wird.

Welche MöglichkeitIst die richtige für mich?

Eine generelle Empfehlung was „richtig“ oder „falsch“ ist, die gibt es auch hierbei nicht. Das kennen wir schon von anderen Bereichen meiner Homepage, es gibt immer nur das auf die eigene Situation am besten passende Produkt.

02.
April '15

Hallesche Krankenversicherung mit Verbesserungen und Optimierungen


Die Hallesche Krankenversicherung, einer der ältesten privaten Krankenversicherer, optimiert ihre Annahmepolitik und einige Modalitäten in der Privaten Krankenversicherung (PKV). Welche das genau sind und was diese für die Kunden bedeuten, das lesen Sie hier.

1. Kinder nun auch allein versicherbar 

Die alleinige Versicherung von Kindern und Neugeborenen ist nicht unbedingt die beliebteste Kundengruppe der Versicherer. Allein durch Impfungen und U-Untersuchungen werden die Prämien in den ersten Jahren oftmals aufgefressen. Daher versicherten und versichern viele Gesellschaften Kinder nur unter bestimmten Umständen, meist wenn ein Elternteil dort versichert ist. Hierbei geht es nicht um die so genannte Neugeborenennachversicherung (–> Was ist das?), sondern um die Versicherung mit einem Antrag und entsprechenden Gesundheitsfragen. Kleine Kinder werden hier oft zudem nur unter Vorlage der U Untersuchungsberichte versichert.

Die Hallesche Krankenversicherung versichert ab sofort (technisch erst ab 20.4. dokumentierbar) auch Kinder allein, also ohne das Vorhandensein einer PKV oder sonstigen Absicherung für die Eltern. Welche Gesellschaften das noch tun, das lesen Sie gern in meiner aktualisierten Übersicht nach.

Kinder-allein-ausschnitt2. Krankentagegeld ohne Gesundheitsprüfung nachversicherbar- besonders wichtig auch für Beamte

Das Krankentagegeld (–> Was ist das?) gehört zu einem der elementaren Bausteine der Privaten Krankenversicherung. Hiermit schützen Sie sich gegen die finanziellen Folgen der Krankheit. Sind nun jedoch Berufsgruppen versichert, welche derzeit keinen Bedarf haben (Schüler, Studenten), so kann dieses zum großen Problem werden. Entsteht nämlich später der Wunsch nach einer Absicherung gegen Krankentagegeld, so konnte diese bisher nur mit einer neuen Gesundheitsprüfung nachversichert werden. Wer nach seinem Studium einen Job bekam und in der PKV bleiben wollte, der musste ggf. aufgrund von Vorerkrankungen mit (hohen) Zuschlägen rechnen, oder zwangsweise zurück in die GKV, denn nur hier war eine solche Absicherung möglich.

Ab sofort ist eine Nachversicherung eines Krankentagegeldes ohne Gesundheitsprüfung bis zum Alter 35 möglich und sichert so die so wichtige Absicherung bei Krankheit. Ist in der Krankenvollversicherung ein Risikozuschlag vereinbart, gilt der Risikograd auch in der Tagegeldabsicherung. Auch wenn (bisher ohne KT) vollversicherte Kunden in die GKV zurück müssen (zum Beispiel bei Ende des Studiums), dann Versicherungspflicht eintritt, gilt bei „zurückwechseln“ in die PKV diese Möglichkeit der Nachversicherung.

Besonders wichtig ist dieses auch für Beamte. Diese benötigen während der Zeit als Beamte kein Krankentagegeld, da die Bezüge auch dann weitergezahlt werden. Wer nun aber als Beamter zum Beispiel in die freie Wirtschaft zurück wechseln möchte und ein entsprechenden Job-Angebot annehmen, der musste früher auf das KT verzichten oder teils hohe Zuschläge in Kauf nehmen. Damit ist nun Schluss. Die Hallesche Krankenversicherung gestattet den Beamten ohne Altersbegrenzung die Nachversicherung eines Krankengeldes in der PKV, sobald der Vertrag von Beihilfe auf Normaltarife umgestellt wird.

3. Kunden in Ausbildungstarifen mit Nachversicherung der Wahlleistungen stationär und mit mit JOKERflex kombinierbar

Wer bisher in den Ausbildungstarifen versichert war, hat sich aufgrund der finanziellen Belastung oft für Tarife mit Regelleistungen entschieden. Auf die Mitversicherung von Wahlleistungen wie Ein- oder Zweibettzimmer und der privatärztlichen (Chef-)Behandlung wurde verzichtet. Nach der Ausbildung und mit mehr Einkommen möchten viele Kunden diese jedoch haben- bisher nur mit Gesundheitsprüfung und dem Risiko von Zuschlägen oder Ablehnung. Ab sofort ist die Nachversicherung der Wahlleistungen stationär für Kunden in Ausbildungstarifen möglich mit einer Risikoprüfung möglich. Zum Ausbildungsbeginn kann diese Mehrleistung aber auch ohne Prüfung mitversichert werden, wenn zu dem Vertrag die Option JOKERflex versichert wurde, welche nun auch mit Ausbildungstarifen kombinierbar ist. Wie die genau funktioniert und was der Tarif bedeutet gibst –> hier nachzulesen.

4. Änderungen bei Eintritt der Versicherungspflicht 

Wer kurzzeitig arbeitslos wird oder in einer neuen Tätigkeit unter der Grenze verdient um in der PKV bleiben zu können, der kann seine PKV zum Eintritt der Versicherungspflicht kündigen. Das ist bei allen Unternehmen so und eine gesetzliche Garantie. Doch die Hallesche erweitert die Möglichkeiten der Umstellung oder des Erhaltes des höhenwertigen, privaten Schutzes bei Einritt der Versicherungspflicht in der GKV.

a) Eine Zusatzversicherung kann ohne Risikoprüfung fortgesetzt werden, sofern zur Vollversicherung keine Leistungserhöhung erfolgt.
b) Teile der Alterungsrückstellung aus der Vollversicherung werden in der Zusatzversicherung sofort beitragsmindernd angerechnet, sofern gleiche Leistungsbereiche weiter versichert werden (z.B. Zahn, Wahlleistungen).
c) Bislang mussten die Kunden die Fortführung einer Zusatzversicherung gemeinsam mit der Kündigung erklären. Nun haben sie bis 3 Monate nach Eintritt der Versicherungspflicht Zeit, sich für eine Zusatzversicherung zu entscheiden und von diesen Vorteilen zu profitieren.

5. Änderung bei GmbH Geschäftsführern und dem Krankengeld

Diese, letzte Änderung, betrifft einen kleinen Teil der Versicherten, ist aber für diese elementar. Die Rückversicherung der GmbH für das Krankengeld eines GmbH Geschäftsführers im Tarif KTAR wurde auf bis zu 500EUR/Tag erhöht. So lassen sich auch für GmbH’s und deren leitende GF die Ausgaben im Krankheitsfall rückversichern und die Kosten begrenzen.

Die Änderungen im Punkt 4, bei Eintritt der Versicherungspflicht sind ab sofort bereits gültig und werden schon angewendet. Alle anderen Änderungen sind ab dem 20. April 2015 technisch abzuwickeln und werden dann policiert.

Bei den Änderungen, insbesondere der Nachversicherung des KT ohne Gesundheitsprüfung (Nr. 2), aber auch den anderen Punkten sind es noch keine rechtsverbindlichen Versicherungsbedingungen. Für eine Verbindlichkeit und Einklagbarkeit bedarf es daher einer rechtsverbindlichen Erklärung oder Erwähnung in der Police.

01.
September '14

Optionstarif oder Anwartschaft- wie sichern sich Medizinstudenten die Krankenversicherung für später?


Da hat das Studium noch nicht einmal ganz angefangen und schon sind einige wichtige Fragen zu klären, Fragen wo sich erst in Jahren zeigen wird, ob die Entscheidung richtig war. Dazu kommt, das ganz viele „Spezialisten“ und „Ärzteberater“ plötzlich „auf der Matte stehen“ und kostenlose Seminare und Benefits für Studenten anbieten, ganz ohne Eigennutz natürlich… nicht!

Warum das Ganze?

Nun, Studenten der (Zahn-)Medizin sind ein typisches Klientel für die spätere private Krankenversicherung. Nicht nur weil diese sehr genau wissen, wie Budgetierung funktioniert und was der Kassenpatient oftmals alles nicht (mehr) bekommt, sondern auch weil diese aufgrund Ihres Einkommens in der Lage sein werden, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Gute Voraussetzungen also, um sich schon zu Beginn des Studiums oder gar schon davor hierzu Gedanken zu machen.

Wie sind Studenten krankenversichert?

Zunächst gilt hier ein wichtiger Grundsatz: Jeder, egal ob er vorher privat oder gesetzlich versichert war, hat mit Beginn des Studiums eine Wahlmöglichkeit. Sie oder er kann selbst entscheiden ob für die Dauer des Studiums eine private Krankenversicherung abgeschlossen werden soll, oder als Student die gesetzliche Krankenkasse die Absicherung übernehmen soll. Wer schon über die Eltern privat versichert war oder ist, der bleibt in der Regel auch da. Eine Gesundheitsprüfung fällt hier nicht mehr an und so wird der bestehende Schutz einfach umgestellt.

Wer hingegen bisher in der GKV versichert war, der muss eine Entscheidung treffen. Diese gilt- bei allen- verbindlich für das komplette Studium. Ein Wechsel der Versicherung oder der Krankenkasse ist natürlich möglich, nicht aber der Wechsel des Systems. GKV bleibt also während des ganzen Studiums GKV, privat bleibt privat.

Wer sollte in die Private Krankenversicherung?

Pauschal ist so eine Aussage natürlich nicht zu treffen und es kommt in jedem Fall auf die persönliche Situation an. Fakt ist in jedem Fall, ein Wechsel in die PKV weil „es billiger ist“ sollten Sie gleich bleiben lassen, denn wie hier beschrieben, eine PKV muss man sich leisten können und wollen.

Gerade bei Ärzten, die nach dem Studium oft über der JAEG verdienen und sich daher dann privat versichern dürfen, stellt sich die Frage, ob sich der Gesundheitszustand und vielleicht sogar das Eintrittsalter nicht irgendwie mitnehmen lassen, so wäre der spätere Versicherungsschutz auf jeden Fall sicher.

Wie sichert man Gesundheitszustand und/ oder Eintrittsalter?

Auch hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die „Konservierung“ des heutigen Zustandes der Gesundheit kann der Student mit einer Anwartschaft oder einem Optionstarif erreichen. Dabei wird die Gesundheitsprüfung heute durchgeführt und spätere Veränderungen werden nicht berücksichtigt. Oftmals nutzen Studenten während der stressigen Prüfungszeit psychologische Sitzungen um damit klar zu kommen und Stress abzubauen. Eine solche Therapie führt meist später zu einer Ablehnung des Antrags und kann hier mit Options- oder Anwartschaftstarifen verhindert werden.

Die Unterschiede liegen im Detail. Wer heute in der GKV ist und sich auch während des Studiums für die gesetzliche Krankenkasse entscheidet, der kann einen Optionstarif abschließen. Dieser ist einzeln zu bekommen (bei einigen Unternehmen) oder an eine Zusatzversicherung gekoppelt. Das bedeutet dann, es besteht Versicherungsschutz neben der GKV, zum Beispiel für das Zweibettzimmer und eine privatärztliche Behandlung und gleichzeitig ist ein Optionsrecht zur Umwandlung in die Vollversicherung enthalten.

Option und Anwartschaft
Wer heute schon in der PKV ist oder das während des Studiums möchte, der sollte genau schauen ob hierbei Optionen noch machbar sind, oftmals verbieten die Versicherer den Abschluss neben einer anderen PKV.

Was ist noch zu beachten? 

Wie oben gut zu sehen entscheidet bei der Option die heutige Auswahl über den Versicherer, nur bei dem lässt sich zukünftig der Vorteil mit dem Gesundheitszustand nutzen. Wer also heute einen Optionstarif abschließen möchte, der sollte sich genau überlegen welcher Versicherer es werden soll und die Auswahlkriterien beachten.

Gerade Medizinstudenten beachten bitte auch den Beitrag zu der Auswahl von Ärztetarifen und Normaltaifen, denn nicht immer ist nur weil „Arzt“ drauf steht auch das beste für Ärzte drin.

 

18.
Juli '11

Ich fange erstmal günstig an! Wechselmöglichkeiten in der Privaten Krankenversicherung


Der erste Teil der Artikelüberschrift ist ein sehr oft gehörter Satz in Beratungen. Dieser resultiert aus verschiedenen Gründen und ist durchaus zu verstehen. Gerade die jungen und gesunden Kunden/ Interessenten der Privaten Krankenversicherung wollen oftmal Geld sparen, sind (der Meinung) eh nie krank und denken daher über einen „billigen“ Schutz in der PKV nach.

Erfahrungswerte in der Leistungsabwicklung haben diese meistens selbst nie gesammelt, waren sie doch gesund. Auch gerade aus diesem Grund sind viele Leistungsbausteine wie Hilfsmittel, Heilmittel, Auslandsaufenthalte oder Anschlussheilbehandlung noch sehr weit weg. Unter Vorsorge und einer Brille kann man sich noch was vorstellen, aber eine Prothese?

Ist ein späterer Wechsel denn möglich?

Grundsätzlich müssen hier verschiedene Fragen unterschieden werden. Generell gilt erst einmal: Jede Leistungsverbesserung in der Privaten Krankenversicherung bedarf einer neuen Risiko-/ Gesundheitsprüfung. Dabei ist es egal, ob nur die Selbstbeteiligung verringert werden soll oder einzelne Leistungen angepasst und verbessert werden sollen. Eine Änderung des Tarifs (in einen mit besseren Leistungen) führt somit immer zu einer neuen Prüfung. Es werden Gesundheitsfragen gestellt, dann eine Risikoprüfung durchgeführt und ein Zuschlag bei Vorerkrankungen übernommen oder auch ein Wechsel abgelehnt.

Gibt es Möglichkeiten den Wechsel dennoch zu vollziehen?

Ist ein Wechsel aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder wird vom Versicherer ein (hoher) Zuschlag genommen, so kann es durchaus sinnvoll sein, einen Tarifwechsel nach § 204 VVG  zu nutzen. Dieser bietet zumindest unter bestimmten Voraussetzungen eine Möglichkeit den Tarif zu wechseln. Allerdings sind Leistungsverbesserungen hiermit auch nahezu ausgeschlossen.

Für Verbesserungen bei schlechtem Gesundheitszustand gibt es aber so genannte (Wechsel-)Optionen in den Vertragswerken oder diese können als Optionsbaustein (zum Beispiel der futura beim Dt. Ring, der JokerFlex bei der Halleschen) abgeschlossen werden. Dazu schauen wir uns hier zwei Beispiele an:

In Erweiterung von § 18 AVB/VV 2009 kann der Versicherungsnehmer für jede im Vertrag nach Tarif vario versicherte Person verlangen, dass die Versicherung ohne erneute Risikoprüfung und Wartezeiten in eine andere Tarifstufe des Tarifs vario umgestellt wird, wenn

– die versicherte Person mit dem Tarif vario erstmals bei der Central nach einer Krankheitskostenvollversicherung versichert ist (die Mitversicherung als Kind bzw. Jugendlicher oder eine Versicherung nach einem Ausbildungstarif bleiben hierbei unberücksichtigt) und

– die Umstellung zum Ersten des 37., 73. oder 109. Monats nach Versicherungsbeginn (d.h. nach 3,6 oder 9 Jahren) im Tarif vario erfolgt und

– innerhalb der letzten zwölf Monate vor der Umstellung kein Beitragsverzug bestand und

– der Versicherungsnehmer die Umstellung spätestens zwei Monate nach Erreichen des Optionstermins schriftlich beantragt.

Dabei ist ein Wechsel nach genau definierten Kriterien möglich. Warum die Central Krankenversicherung hier Bestandskunden benachteiligt, ist mir nicht klar. Der Versicherte, welcher vor Abschuss des (2009 eingeführten) Vario Tarifs bereits Kunde war, der hat diese Optionen leider nicht. Alle Neukunden können nach 3, 6 oder 9 Jahren noch einmal den Schutz verbessern. Aber Vorsicht: Nur ein kleiner Beitragsrückstand wegen Kontowechsel, nicht durchgeführter Lastschrift und dergleichen verhindert das wichtige Optionsrecht.

Ein weiteres Beispiel finden wir in den Tarifwerken der RuV. Dort heißt es für Kunden des R+V Agil comfort. Dabei müssen zwei Arten von Wechselmöglichkeiten unterschieden werden. Eine davon ist ein Wechsel in eine andere Selbstbeteiligungsstufe:

4.1 Zeitlich festgelegte Wechseloptionen

4.1.2 Wechsel von einem Tarif MP in einen Tarif MP mit niedrigerer Selbstbehaltsstufe

Der Wechsel kann jeweils zum 01.01. des Kalenderjahres verlangt werden, das auf das fünfte, zehnte, fünfzehnte und jedes weitere durch fünf teilbare Versicherungsjahr (s. § 2 Nr. 2 Teil II AVB/KK 2009) einer ununterbrochenen Versicherungsdauer in dem Tarif MP, aus dem gewechselt werden soll, folgt, wenn der Antrag spätestens am 15.12. des Vorjahres beim Versicherer eingeht.

Dabei kann dann die Selbstbeteiligung verringert werden, die Leistung somit verbessert. Dennoch kann es auch sein, dass ein Wechsel in einen höherwertigeren Tarif  gewünscht ist. Dazu ist ein Tarifwechsel in den Tarif TN nötig und dieser (Agil Premium = TN) kann wie folgt vollzogen werden:

4.1.3 Wechsel von einem Tarif MP in Tarif TN derselben Selbstbehaltsstufe

Der Wechsel kann jeweils zum 01.01. des Kalenderjahres verlangt werden, das auf das fünfte, zehnte bzw. fünfzehnte Versicherungsjahr (vgl. § 2 Nr. 2 Teil II AVB/KK 2009) einer ununterbrochenen Versicherungsdauer in den Tarifen EP, MP oder TN folgt, wenn der Antrag auf einen Wechsel von einem Tarif MP in den Tarif TN derselben Selbstbehaltstufe spätestens am 15.12. des Vorjahres beim Versicherer eingeht.

Weiterhin kann ein Versicherer unterschiedliche und ergänzende Wechseloptionen anbieten. Diese sind meist an Kriterien, wie die Entsendung ins Ausland oder dergleichen gebunden.

Kann ich auch wechseln wenn es nicht im Tarif steht?

Bei einigen Gesellschaften ist der Wechsel bzw. die Optionen nicht im Tarifwerk verankert. Hier bietet der Versicherer zusätzliche Bausteine an, so dass ein solcher Tarifwechsel bei Vertragsabschluss bedacht werden muss. Meist können diese Optionstarife nicht nachträglich abgeschlossen werden. Ein solcher Baustein ist der Tarif Joker der Halleschen. Wie genau dieser funktioniert, können Sie in meinem Beitrag „Hallesche mit Verbesserungen der Optionstarife OK und Joker“ nachlesen. Auch der Tarif futura des Deutschen Rings ist ein solcher Baustein. Dieser bietet einen Tarifwechsel zu den folgenden Konditionen an:

Soweit bei einem Wechsel in einen Tarif der Produktlinien Classic, Esprit oder Comfort die Leistungen höher oder umfassender sind als in dem bisherigen Tarif, verzichtet der Deutsche Ring zu den nachfolgend festgelegten Zeitpunkten auf

a) eine Gesundheitsprüfung und insoweit auch auf

b) einen Leistungsausschluss für die Mehrleistungen sowie

c) eine zusätzliche Wartezeit.

d) Hinsichtlich bereits eingetretener Versicherungsfälle werden für Behandlungszeiten nach Durchführung des Tarifwechsels die vollen tariflichen Leistungen zur Verfügung gestellt.

Im bisherigen Tarif eventuell vereinbarte Leistungsausschlüsse, Risikozuschläge oder Wartezeiten werden bei einem Wechsel auf den neuen Tarif übertragen. Dabei bleibt das prozentuale Verhältnis zwischen Risikozuschlag und Tarifbeitrag unverändert.

Der vereinfachte Tarifwechsel ist jeweils zum 1. Januar unmittelbar nach dem ersten, zweiten, dritten, vierten und fünften Versicherungsjahr möglich. Zur Ausübung der Tarifwechseloption genügt es, wenn der Antrag drei Monate vor dem gewünschten Umstellungstermin gestellt wird.

Fazit:

Egal aus welchen Gründen Sie sich für einen Tarif entscheiden, beachten Sie in jedem Fall die wichtigen Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung und beschäftigen sich genau mit dem Tarifwerk. Ein Versicherungsschutz in der Privaten Krankenersicherung (PKV) besteht in der Regel über mehrere Jahrzehnte und sollte somit über die Laufzeit auch veränderbar und anzupassen sein. Daher sind Wechseloptionen unerlässlich.

Weitere Artikel zum Thema:

Umwandlung in die Vario Tarife (Central KV)

Hallesche mit Verbesserungen der Optionstarife OK und Joker

Optionstarife, Anwartschaften und wie man sich sonst die Möglichkeit der PKV sichern kann

24.
August '09

Option auf Zusatz- oder Vollkostenversicherung – Teil II


Guten Tag,

hier hatte ich bereits über den Tarif JOKER flex der Halleschen Krankenversicherung geschrieben, mit dem war zusammen mit dem Abschluss einer Vollkostenversicherung auch eine Option zur späteren Verbesserung des Versicherungsschutzes möglich.

Nun hat die Hallesche den Schutz erweitert. Lesen Sie selbst:

Für Studenten und Auszubildende bietet der Tarif JOKER ab sofort zusätzlich die Möglichkeit, nach Ende des Studiums oder der Ausbildung eine Zusatzversicherung bei der HALLESCHE ohne erneute Gesundheitsprüfung abzuschließen. Ein optimaler Zeitpunkt, da in der Regel dann auch die finanzielle Möglichkeit für eine Zusatzversicherung gegeben ist.

Für nur 5,- € im Monat hat Ihr Kunde nach dem Ende des Studiums oder der Ausbildung die Wahl

– eine Zusatzversicherung der HALLESCHE zu ergänzen (die Option zum späteren Wechsel in die Vollversicherung bleibt erhalten) oder
– in Tarif OK umzustellen. Auch bei dieser Umstellung können weitere Zusatzversicherungen ergänzt werden.
Künftig können Sie Tarif JOKER auch solo abschließen, ohne Kombination mit einem anderen Zusatzversicherungstarif der HALLESCHE.

Bei dem angesprochenen Tarif OK handelt es sich um eine stationäre Zusatzversicherung mit der Option auf Vollkostenschutz zu definierten Terminen. (stationär: Zweibettzimmer und Privatarztversorgung)

Auch bei anderen Gesellschaften gibt es entsprechende Optionen. Daher ist dieses keine Tarifempfehlung, diese kann nur nach Analyse per persönlichen Situation gegeben werden.

AKTUALISIERT:

Hallesche mit Verbesserungen der Optionstarife OK und Joker