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09.
April '15

Mutterschaftsgeld für privat krankenversicherte Kundinnen- Antragstellung und Informationen


Ein neues Leben ist unterwegs und so stellt sich auch die Frage nach dem Mutterschutz und den finanziellen Leistungen in dieser Zeit. Dabei ergeben sich für privat versicherte Mütter gänzlich andere Voraussetzungen als für die, die in einer gesetzlichen Krankenkasse (egal ob pflichtig oder freiwillig) versichert sind. Für diese ist die gesetzliche Krankenkasse der Ansprechpartner, wenn es um Fragen und die Beantragung des Mutterschaftsgeldes geht.

In der folgenden Übersicht können Sie schnell und einfach sehen, ob das Bundesversicherungsamt für Ihren Antrag auf Mutterschaftsgeld zuständig ist.

Bundesversicherungsamt Mutterschaftsgeld zuständigkeitWas Sie vor der Entbindung erledigen sollten:

Der Antrag auf Mutterschaftsgeld kann und sollte bereits vorab gestellt werden. Diesen finden Sie als Online-Version oder als pdf Datei auf den Seiten des Bundesversicherungsamtes. Zusammen mit dem Antrag besorgen Sie sich bitte folgende Bescheinigungen und Unterlagen, damit dieser reibungslos bearbeitet werden kann.

die Bescheinigung über den mutmaßlichen Entbindungstermin, die möglichst zeitnah zu diesem Termin und keinesfalls nach dem Entbindungstermin ausgestellt sein darf – ebenfalls möglichst vor der Entbindung, (anderenfalls müssen wir bei der Prüfung des Anspruchs vom tatsächlichen Entbindungstermin ausgehen. Das kann unter bestimmten Umständen sogar dazu führen, dass wir den Antrag ablehnen müssen)

Weiterhin muss ihr Arbeitgeber diese „Arbeitgeberbescheinigung zum Mutterschaftsgeld“ vollständig ausfüllen, abstempeln und unterschrieben.

Was nach Geburt erledigt werden muss:

Endlich ist es soweit und die Freude über die Geburt ist unbeschreiblich. Dennoch ist nun noch etwas zu tun, um den Antrag auf Mutterschaftsgeld final zu bearbeiten. Dazu benötigen Sie nur in bestimmten Fällen (wenn Sie privatversichert sind, oder wenn Sie geringfügig beschäftigt sind, dem Bundesversicherungsamt aber keine fristgerechte Bescheinigung über den mutmaßlichen Entbindungstermin zugesandt haben)

die vom Standesamt ausgestellte Geburtsbescheinigung für Mutterschaftshilfe Ihres Kindes

Dieses sollten Sie bedenken, wenn Sie die Geburtsurkunde beim Standesamt abholen um sich einen weiteren Weg zu ersparen.

Sollte das Geburtsgewicht Ihres Babys unter 2.500 Gramm liegen, oder es wegen nicht voll ausgebildeter Reifezeichen bzw. verfrühter Beendigung der Schwangerschaft wesentlich erweiterter Pflege bedürfen
(= Frühgeburt), lassen Sie sich das bitte bescheinigen. Nur dann können wir diesen Umstand ggf. zu Ihren Gunsten berücksichtigen.

Wie hoch ist das gezahlte Mutterschaftsgeld?

Die Schutzfrist beginnt 6 Wochen vor und endet 8 Wochen nach der Geburt. Nur VOR der Geburt kann die Mutter auf diese Schutzfrist verzichten und dennoch arbeiten. Nach der Geburt darf der Arbeitgeber Sie für die acht Wochen nicht beschäftigen. Grundlage für das Mutterschaftsgeld ist das kalendertägliche Entgelt. Dabei ist jedoch zu beachten, das der gesamte Anspruch während der Schutzfrist auf 210€ begrenzt ist, mehr Mutterschaftsgeld gibt es daher in keinem Fall.

In besonderen Fällen, bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses innerhalb der Schwangerschaft oder Schutzfrist oder bei Insolvenz des Arbeitgebers kann ein Antrag auf Zuschuss zum Mutterschaftsgeld gestellt werden. Dieser berechnet sich aus „dem Unterschiedsbetrag zwischen 13 Euro und dem um die gesetzlichen Abzüge verminderten durchschnittlichen kalendertäglichen Arbeitsentgelt. Das durchschnittliche kalendertägliche Arbeitsentgelt ist aus den letzten drei abgerechneten Kalendermonaten, bei wöchentlicher Abrechnung aus den letzten 13 abgerechneten Wochen vor Beginn der Schutzfrist nach § 3 Abs. 2 zu berechnen.“.

Dieser besondere Antrag steht nicht online zur Verfügung und muss beim Bundesversicherungsamt angefordert werden.

Zahlt die private Krankenversicherung auch?

Die Leistungen der Privaten Krankenversicherung sind je nach Tarif unterschiedlich. So zahlen einige Unternehmen so genannte Entbindungspauschalen oder stocken die Leistungen durch ein x-faches des versicherten Tagegeldes auf. Einige Beispiele:

Mannheimer Krankenversicherung, Tarif KT U

5. Bei Entbindung leistet der Versicherer nach Vorlage der Geburtsurkunde einmalig einen Betrag in Höhe des Zwölffachen des
vereinbarten Krankentagegeldes (Entbindungspauschale).

Deutscher Ring Krankenversicherung, Tarife pro v

Bei jeder Entbindung zahlt der Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a. G. unabhängig von der tariflichen Karenzzeit nach Vorlage der amtlichen Geburtsurkunde eine einmalige
Pauschale in Höhe des zehnfachen Krankentagegeldes.

Oder das Unternehmen zahlt während des Beschäftigungsverbotes (auch wenn dieses natürlich keine Krankheit ist) das versicherte Krankentagegeld.

16.
September '10

Mutterschutz und Mutterschaftsgeld für privat Krankenversicherte (PKV)


Gerade bei der (bevorstehenden) Geburt eines Kindes sind viele Fragen zu klären. Neben der grundsätzlichen Frage der Krankenversicherung und wo das Kind zu versichern ist, gibt es eine Reihe von weiteren Punkten die zu klären sind.

Einer solcher Punkte ist die Vergütung in Zeiten des Mutterschutzes. Dieser ist im §3 Abs. 2 des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) geregelt und beginnt 6 Wochen vor- und endet 8 Wochen nach der Geburt. Ausnahmen gelten bei Früh- oder Mehrlingsgeburten, dort beträgt die Frist statt 8 nun 12 Wochen.

Sollte das Geburtsgewicht Ihres Babys unter 2.500 Gramm liegen, oder es wegen nicht voll ausgebildeter Reifezeichen bzw. verfrühter Beendigung der Schwangerschaft wesentlich erweiterter Pflege bedürfen (=Frühgeburt), lassen Sie sich das bescheinigen. Nur wenn wir diese Bescheinigung haben, können wir diesen Umstand bei der Berechnung des Anspruchszeitraums zu Ihren Gunsten berücksichtigen.

Für privat Krankenversicherte ist das Mutterschaftsgeld bei dem Bundesversicherungsamt zu beantragen. Dieses kann online und ohne Unterschrift auf den Seiten des Bundesversicherungsamtes geschehen.

Dabei ergibt sich eine Lücke dadurch, dass der Arbeitgeber nach den (für GKV Versicherte geltenden) 13 EUR aufstockt. Da aber der privat Krankenversicherte nur max. 210 EUR bekommen kann, der AG aber mit 13 EUR tgl. rechnet, ergibt sich hier folgende Lücke.

6 Wochen vorher (42 Tage, wenn nicht gearbeitet) + 1 Tag der Entbindung + 8 Wochen nachher (= 56 Tage)

42+1+56 = 99 Tage * 13 € – 210 € max. Mutterschaftsgeld = LÜCKE VON 1.077 €. Arbeitet die Mutter noch bis zur Geburt, so sind es jedoch ebenfalls mindestens 474 €.

Einige private Krankenversicherungen zahlen eine Entbindungspauschale. Dieses geht von festen Eurobeträgen bis zum 10fachen des versicherten Krankentagegeld. So kann eine über JAEG verdienende und privat versicherte Mutter mit einem angemessenen Krankentagegeld von 130 € noch 1.300 € weiteren Zuschuss bekommen.

Was brauche ich alles an Unterlagen? (Quelle: Bundesversicherungsamt)

– das vollständig ausgefüllte Antragsformular – möglichst vor der Entbindung,

– die Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin, die fristgerecht (d.h. nicht früher als sieben Wochen vor diesem Termin und keinesfalls nach dem Entbindungstermin) ausgestellt sein muss – möglichst vor der Entbindung. Anderenfalls müssen wir bei der Prüfung des Anspruchs vom tatsächlichen Entbindungstermin ausgehen. Das kann unter bestimmten Umständen sogar dazu führen, dass wir den Antrag ablehnen müssen,

– die von Ihrem Arbeitgeber ausgefüllte, unterschriebene und mit dem Firmenstempel versehene Bescheinigung – bei geringfügiger Beschäftigung unbedingt die An- und Ab- oder Unterbrechensmeldung zur/von der Sozialversicherung beifügen,

– die vom Standesamt ausgestellte Geburtsbescheinigung für Mutterschaftshilfe, wenn Sie privatversichert sind, oder wenn Sie geringfügig beschäftigt sind, uns aber keine fristgerechte Vorausbescheinigung zugesandt haben. In allen anderen Fällen benötigen wir dagegen im Regelfall keine Geburtsbescheinigung, es sei denn, wir würden Sie ausdrücklich auffordern, uns die Geburtsbescheinigung zu schicken.

Dabei ist noch zu beachten, dass eine Anrechnung auf das Elterngeld NICHT stattfindet. Dieser Antrag ist unabhängig davon zu stellen und wird separat behandelt. Informationen zum Elterngeld finden Sie auf der Seite des BMFSFJ

27.
Mai '09

Schwangerschaft und Elternzeit in der PKV


Häufig werden Fragen gestellt was denn mit der Privaten Krankenversicherung während der Schwangerschaft passiert, wer die zahlt, was verändert werden sollte/ muss und was sonst zu beachten ist.

Aus diesem Grund möchte ich hier kurz auf einige Punkte eingehen, abschließend kann das nur individuell beantwortet werden, da die Situation doch von Fall zu Fall unterschiedlich ist. Unterschieden werden muss zunächst zwischen Selbstständigen und Angestellten.

Angestellte bekommen zu Ihrer Privaten Krankenversicherung einen Arbeitgeberzuschuss gem. Sozialgesetzbuch. Dieser wird jedoch nicht während der Elternzeit gezahlt. Somit ist der Beitrag zur PKV auch von dem Versicherten allein zu zahlen. Einige Versicherer bieten in Ihren Tarifen eine Beitragsbefreiung oder Reduzierung des Beitrages über einen bestimmten Zeitraum (6, 12 Monate) an, bei Erhalt des Versicherungsschutzes. Dieses Kriterium sollte aber keinesfalls ein einzelnes Entscheidungskriterium für oder gegen einen Tarif sein.

Weiterhin bietet sich an, den Baustein für das Krankentagegeld in der Schwangerschaft zu überprüfen und während der Elternzeit ggf. auf Anwartschaft zu stellen und so eine (wenn auch geringe) Reduzierung der Prämie zu erreichen.

Bei Selbstständigen, welche auch vorher keinen Zuschuss zur Krankenversicherung bekamen ändert sich wenig. Diese zahlen den Beitrag entsprechend weiter, die Regelungen für Krankentagegeldbausteine gelten hier entsprechend.

Allgemeine Hinweise zum Mutterschaftsgeld und die Antragsunterlagen, wenn Sie selbst nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind finden Sie beim zuständigen Bundesversicherungsamt (LINK)

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.