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04.
August '16

Pokémon Trainer Unfallversicherung von Knip – warum Du die lieber nicht abschließen solltest und was dennoch sinnvoll ist


Nicht zum ersten Mal erkläre ich hier, dass ich einige Schritte im Marketing von Knip, Clark & anderen Fintechs (richtiger Insurtechs) sehr mag. Die Gründer der Apps „mischen den Markt etwas auf“ und zeigen auch den Versicherern, aber auch Versicherungsvertretern und -maklern das hier Veränderungen stattfinden können und werden. Ob das positiv oder negativ zu bewerten ist, das will ich mal vollkommen dahingestellt lassen, ich habe in meinem Artikel

Sind die Fintechs „Clark, Knip, Getsafe, mobilversichert.de
 & Co“ wirklich kostenlos? Nicht ganz, SIE bezahlen mit IHREN Daten und Ihrem bisherigen Betreuer

ausführlich erklärt wie das Modell aussieht und wo die Vor- und Nachteile liegen. In den letzten Tagen und Wochen machten zwei andere Punkte „Schlagzeilen“. Zuerst einmal Pokémon Go, das Spiel das mittlerweile schon von über 16 Millionen Menschen in Deutschland gespielt wurde oder wird. Menschen treffen sich in Parks, in der Stadt, laufen über Wiesen und sammeln kleine, elektronische Figuren auf Ihrem Smartphone. Einen Haken hat die Sache jedoch, wer ständig auf sein Smartphone schaut, der hat manchmal einfach keinen Blick für seine Umwelt.

Wenn Spieler nur gegeneinander laufen, dann ist das nicht tragisch, gibt eine Beule, tut etwas weh und gut. Schlimmer wird es dann, wenn beim Pokémon Go Spielen die Umwelt total vergessen wird und da kann es schnell einmal zu einem Unfall kommen. OK, ganz so schlimm und tragisch wie die Anbieter dieser Police sehe ich das nicht, wenn man auch nur einigermaßen aufpasst, aber das Risiko besteht natürlich.

Pokemon Go

Pokémon Go „Trainer (Unfall-)Versicherung?

Eines muss man Dennis Just, dem Gründer des „App-Maklers“ Knip lassen, kreative Idee haben er und sein Team durchaus und so springen diese auf den Pokémon Go Hype auf und versuchen dabei ein Geschäft zu machen. Das ist legitim, ob das so aufgeht und es für den Kunden am Ende sinnvoll ist, das schauen wir uns hier einmal an.

Die Unfallversicherung, welche mit dem Zusatz „Pokémon-Versicherung“ durch Knip vertrieben wird, ist nichts besondres, es ist eine „stinknormale“ Unfallversicherung, Risikoträger ist hier die Barmenia Versicherung aus Wuppertal. Dazu schreibt Knip auf der Homepage folgendes:

Knip Pokemon Versicherung 2-8-16

Quelle: Homepage Knip, 3. August 2016

Es handelt sich also um einen normalen Unfallschutz der Barmenia, welcher auch so abzuschließen ist. Aber: Der Schutz endet automatisch nach einem Jahr, sicher ist dann der Hype um das Spiel wieder vorbei, oder warum ist der Schutz dann nicht mehr nötig?

Zudem bekommt Ihr/Sie den Unfallschutz geschenkt, wenn Ihr Euch bis zum 15. 08. 2016 entscheidet. Doch Moment…

Welche Voraussetzungen müssen denn erfüllt werden?

Auch hier finden wir die nötigen Informationen auf der Website von Knip. Dort heisst es, es sind drei Schritte nötig.

1.) Ihr müsst Euch die App laden (und Knip Kunde werden)

2.) Ihr müsst ein Maklermandat bei Knip unterschreiben (Anm. und werft damit Euren bisherigen Berater oder Vertreter raus und die Verträge werden durch Knip betreut!)

3.) mindestens eine Police muss in der App enthalten sein und von Knip verwaltet werden (Anm. also in den Bestand von Knip übergehen)

4.) Ihr müsst die Pokémon Versicherung mobil bestellen (nur bis 15.8. ist diese kostenlos)

OK, das relativiert das „tolle Angebot“ schon wieder

Warum? Nun, schauen wir uns an was andere Anbieter gemacht haben. Für eine Kundenempfehlung bei Clark, einem Mitbewerber von Knip, gab es einige Zeit lang bis zu 150€ Prämie für den Werber. Anders gesagt, es gab 4 solcher Unfallversicherungen a‘ 35€ Jahresbeitrag.

Für einen kostenlosen Unfallschutz von 30.000 Euro bei Invalidität setzt Ihr Euren gewohnten Berater vor die Tür. Was da genau passiert und wie es abläuft, das habe ich in dem oben verlinkten Beitrag erklärt.

Ist der Unfallschutz für Pokémon’s (bzw. -trainer) denn gut?

Klare Antwort. Nein. Es ist nichts halbes und nicht ganzes. Natürlich klingen 30.000€ Grundsumme nicht schlecht, so kommt bei einem Unfall wenigstens ein bisschen Geld, richtig? Nicht ganz. Dazu schauen wir uns einmal ein Beispiel an. Für die Berechnung einer Zahlung gilt in der Unfallversicherung die so genannte Gliedertaxe. Das ist nichts anderes als eine Tabelle, die den Umfang der Leistung regelt. Zu finden unter dem Punkt 2.1.2.2.1. der Bedingungen.

Wichtig ist auch, es muss ein DAUERHAFTER Schaden bleiben, eine so genante Invalidität.

 

Invalidität: Die versicherte Person hat eine Invalidität erlitten. Eine Invalidität liegt vor, wenn unfallbedingt – die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit -dauerhaft beeinträchtigt ist. Dauerhaft ist eine Beeinträchtigung, wenn – sie voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen wird und – eine Änderung dieses Zustands nicht zu erwarten ist.

Nur ein gebrochener Arm „reicht nicht aus“ um eine Leistung zu bekommen, das ist zwar in einigen anderen Versicherungstarifen durchaus versicherbar, hier aber nicht enthalten. Ist der Arm nun komplett gebrauchsunfähig und das dauerhaft, so können MAXIMAL 70% Invalidität entstehen.

Arm max. 70% von 30.000 Euro = maximal 21.000 Euro

Hand max. 60% von 30.000 Euro = maximal 18.000 Euro

Auge max. 80% von 30.000 Euro = 24.000 Euro

Gehör auf einem Ohr 50%, auf zwei Ohren 80% (nicht 100!)

Wer also seinen Arm nicht mehr richtig bewegen kann, weil die Schulter nach einem Autounfall, Pokémon Unfall oder was auch immer sonst für einem UNFALL geschädigt ist und auch hier dauerhaft, der erhält dann etwas Geld.

Natürlich sind solche Zahlungen „nett“, es ist immer hilfreich Geld zu bekommen, jedoch muss es ausreichend und passend sein.

Niemand weiss wann der Unfall passiert

Daher kann das Geld aus der Unfallversicherung normalerweise nicht ausgegeben werden, sondern sollte dazu dienen davon zu zehren. Doch was passiert bei einer vollständigen Erblindung oder dem Verlust des Hörens auf beiden Ohren durch einen Unfall? Gigantische 24.000 Euro werden ausgezahlt.

OK, was bekommen wir heute bei einer sicheren und langfristigen Geldanlage, sagen wir, 3%? Das entspricht bei einer Auszahlung von 24.000 Euro somit immerhin 720 Euro Zinsen im Jahr oder anders, 60 Euro im Monat. Was fangt Ihr damit an?

Klar bleiben die 24.000 Euro dann theoretisch liegen, aber weil eben nicht planbar ist ob und wann der Unfall eintritt, deshalb müssen sie das auch. Diese Summen sind leider viel zu gering und nahezu lächerlich.

Machen wir es doch mal richtig!

Schauen wir uns einen passenden Unfall-Schutz an, einen der in der Lage ist den Bedarf auch ordentlich zu decken. Nehmen wir einen Schutz mit einer Invaliditätssumme von 100.000 Euro und einer Progression 500%, also einer Steigerung von maximal 500%. Die Entschädigung bei einer verbesserten Gliedertaxe liegt dann bei Verlust beider Ohren bei 100% Invalidität, also 500.000 Euro.

Bekommt Ihr dann 500.000 Euro und müsst diese auch mit „nur 3% Rendite“ anlegen, so sind das im Jahr 15.000 € Ertrag oder anders, 1.250 Euro im Monat. Auch die werden nicht reichen um lebenslang davon leben zu können, auch hier ist eine ordentliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit Pflicht.

Aber das ist doch dann teuer?

Ist es? Der Schutz mit max. 500.000 Euro bei Vollinvalidität ist problemlos bei guten Bedingungen für 85 Euro Jahresprämie, also 7 Euro im Monat zu bekommen, verbesserte Bedingungen, mehr Leistung und weniger Ärger.

Schüler sind bereits zur Hälfte der genannten Prämie versicherbar. Dennoch ist der Preis hier nicht alles. Es geht vielmehr um Mehrleistungen, saubere Bedingungen, Zahlungen auch bei Knochenbrüchen und vieles mehr.

Zahlt meine bestehende Unfallversicherung nicht?

Doch, natürlich zahlt auch ein bestehender Unfallschutz für Eure Unfälle wähnend des Pokémon Go spielens, es sei denn es greifen Ausschlüsse oder Einschränkungen. Im Auto und als dessen Fahrer greift auch hier die Vollkaskoversicherung des Autos. Mindestens ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger ist ein entsprechender Haftpflichtschutz, dazu aber mehr in einem anderen Beitrag.

Egal welchen Schutz es betrifft und egal ob schon vorhanden oder neu, wichtig ist, er muss passen! Leider ist das bei vielen Unfallversicherungen am Markt leider auch nicht der Fall. Da wurden irgendwelche Verträge unterschrieben, manche mit Beitragsrückgewähr (cool, gibt Geld zurück, oder?) und andere völlig am Bedarf vorbei. Sind ja „nur 10, 15, 20 Euro im Monat, die fallen oftmals einfach nicht auf und liegen so rum.

Ich zahle Euch die 35 Euro der Pokémon Versicherung

Ja, richtig gelesen. Ich halte den Abschluss einer so geringen Police für völligen Unsinn. Es erzeugt eine falsche Erwartung und führt zu Stress, Ärger und Unterversicherung. Bevor Ihr also so einen Unsinn kauft und damit Eurem bestehenden Berater noch die Betreuung wegnehmen müsst um diesen oder andere Verträge in eine App zu übertragen, ich zahle die 35 Euro.

Warum ich das tue? Weil ich glaube das eine Versicherung mit den oben genannten Summen nicht ausreicht, eine trügerische Sicherheit bietet die keine ist und am Ende zu mehr Stress und Problemen führt. Für jeden Kunden ist ein ordentlicher Unfallschutz wichtig. Dieser sollte aber angemessen sein, egal ob geschenkt oder selbst bezahlt. Weiterhin macht es nur Sinn, wenn dieser auch auf bestehenden Versicherungsschutz abgestimmt ist, geprüft wird ob und welcher Schutz bei Berufsunfähigkeit besteht und die Versicherungen in einem ordentlichen „Gesamtpaket“ mit den bestehenden Policen stehen.

Bedingung für die 35€: Ihr entscheidet Euch für einen ordentlichen, bedarfsgerechten Unfallschutz bis zum 31.12.2016 und wir finden einen passenden Vertrag dazu. Ist dem so, so erhaltet Ihr nach Erhalt der Police den Betrag von 35 Euro ausgezahlt. Als Guthaben auf Eurem Vertrag, als Amazon Gutschein oder was auch immer. Dazu ist es auch nicht nötig andere Verträge in meine Betreuung zu geben (Wie Ihr HIER lesen könnt, ich bin nur in den Bereichen Krankenschutz, Berufsunfähigkeit und biometrische Risiken inkl. Unfallschutz beratend tätig) und Pokémon spielen müsst Ihr auch nicht.

Alle weiteren Infos erhaltet Ihr nach einer Kontaktaufnahme. Entweder über das Kontaktformular, oder per E-Mail, oder den LiveChat links oder sonst wie.

Und jetzt: GO POKÉMON! und viel Spaß Euch!