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24.
April '17

Zahnimplantate, Narkose – Erfahrungen und die Leistungen der Krankenversicherung


In den letzten Tagen war ich leicht außer Gefecht gesetzt, wer es vielleicht bei twitter oder Facebook mitbekommen hat, der wusste auch warum.

Das war am letzten Donnerstag und weil ich gerade in den letzten Tagen so viele (An-)Fragen bekam, wie es denn war und ob es auszuhalten ist, hier einmal ein etwas anderer Blogbeitrag, weniger vor dem Hintergrund der Versicherung, eher vor dem der Erfahrung.

Nachdem mir nach einer Wurzelbehandlung im letzten Jahr ein Zahn gezogen wurde, war auch die Brücke darauf dann „hin“ und so musste eine neue Lösung her. Klar kann man nun eine neue Brücke anfertigen, geht eben über zwei statt einen Zahn. Das Problem hierbei, wie bei allen Kronen und Brücken, es muss ein Zahn kaputt gemacht werden, denn irgendwie muss ja die neue Brücke halten. Dazu wird- laienhaft erklärt- der Zahn angeschliffen und dann die Brücke darauf befestigt. Wer selbst schon eine Brücke hat oder hatte, der kennt das. Irgendwie ist es nie optimal und entweder zu fest, zu lose, Lücke am Zahnfleisch oder was auch immer.

Eine andere Lösung – das Implantat

Entgegen der Brücke oder Krone ist hier kein anderer Zahn zu beschädigen. So wird durch die Verankerung des Implantates eine Art Schraube im Kiefer eingesetzt, dieses geschieht in einer „kleinen Operation“ und danach die Wunde wieder vernäht. Das Implantat ist daher- handwerklich- der Dübel der im Kiefer liegt und in welchen nach einigen Wochen der Aufsatz eingeschraubt wird. Durch das einwachsen im Knochen, auch einheilen genannt, ist dieser Teil des Implantates fest im Kiefer verwachsen und sichert den Halt. Dann kann „oben drauf“ der Zahn(ersatz) auch als Einzelzahn kommen, so muss hier kein Nachbarzahn beschädigt werden.

Klingt alles ganz plausibel und logisch und so machte ich mich mal auf den Weg zu einem Kieferchirurgen. Direkt nach dem Ziehen eines Zahnes geht das leider nicht, denn die Wunde muss in den meisten Fällen erst verheilen und sich komplett schließen. Zu lange warten sollten Sie aber auch nicht. Wird die Zahnlücke länger „nicht benutzt“, so bildet sich der Knochen zurück, ähnlich einem Muskel der nicht beansprucht wird. Das hatte ich zudem auch noch, allerdings auf der anderen Seite mit einem anderen Zahn, der bisher auch absolut kein Problem darstellte, denn die kleine Lücke fast ganz hinten war eben so. Nun dachte ich aber, wenn ich schon mal dabei bin, lassen wir doch das auch noch einmal ansehen.

Behandlungsplan und los gehts

Also wurde ein Heil- und Kostenplan erstellt. Hierzu ist ein Befund nötig, den der Kieferchirurg in Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt erstellt. Hierbei wird dann besprochen und geplant, welche Maßnahmen konkret erforderlich sind und wie die Behandlung ablaufen soll. Genau das passierte bei mir im Januar und sah dann so aus.

Arbeitsteilung – ein Heil- und Kostenplan reicht nicht

Dabei ist zu beachten, nicht alles was mit den Implantaten zusammen passiert, macht auch der Kieferchirurg. Dieser ist für den Knochenaufbau (falls erforderlich), das Einsetzen der Implantate, das spätere Freilegen und den Aufsatz verantwortlich. Der eigentliche „Zahn“ der dann auch zu sehen ist, hierfür ist dann der Zahnarzt zuständig, ähnliche einer Brücke oder Krone, welcher dann auch im Labor gefertigt und angepasst wird.

Hier sind die Kosten dann unter anderem davon abhängig, welches Material verwendet wird und was (mehr …)

21.
Februar '11

Versprechen, Wahrheit und Wirklichkeit bei der HUK Coburg Krankenversicherung


Oder nennen wir es besser: Prospektaussage, Versicherungsbedingungen und Leistungspraxis. Beide Überschriften wären sicher gut zu nutzen, für diesen „Fall“. Einer unter tausenden, hunderttausenden sicher, die sich so Jahr für Jahr bei Krankenversicherern und Kunden abspielen. Doch nun zu der „Geschichte“.

Ein langjähriger Versicherter bei der HUK Coburg Krankenversicherung und guter Kollege machte mich auf eine „eigenartige“ Praxis bei der HUK Coburg aufmerksam. In der Vergangenheit gab es einmal eine ähnliche Diskussion, damals aber zum Thema „Angemessenheit bei Heilmitteln„, zu der ich bis heute keine abschließende Aussage habe. Heute soll es aber um ein Hilfsmittel, die Brille, oder besser die Sehilfe gehen.

Auf der Homepage des Versicherers findet man im Prospekt zur HUK Krankenversicherung (welches im Übrigen allein wegen den Antworten zur Versicherungspflicht und 3-Jahresregel mal dringend überarbeitet werden sollte) auf der Seite 4, die folgende Aussage zu den Sehhilfen:

Prospektaussage HUK Coburg KV (c) HUK C. 2011

Was verstehen Sie als Laie darunter? Welche Erstattung erwarten Sie zum Beispiel bei einer Brille, welche Kunststoffgläser besitzt und aufgrund von einem Beruf der Bildschirmarbeit und Autofahren voraussetzt, entspiegelt und gehärtet ist?

Was glauben Sie, welche Leistungen erstattet werden?  Die Gläser zu 100%, das Gestell nur bis zum Höchstsatz von 125 EUR?

Aber es ist ja nur ein Prospekt und das dieses nichts bedeutet, haben wir bereist im letzten Jahr zur Hilfsmittelgarantie der Gothaer lernen müssen. Sie erinnern sich?  Daher schauen wir sicherheitshalber einmal in die Versicherungsbedingungen, wo es folgende Aussage dazu gibt:

HUK Coburg KV, Bedingungsaussage, AP000201, Stand 02/2011

Gut, eine medizinische Notwendigkeit muss da sein, diese am besten vom Arzt nachgewiesen, dann wird auch die Entspiegelung gezahlt. Perfekt. Damit steht einer Erstattung ja nichts mehr im Wege.

Das dachte sich unser Kunde dort auch. Also ging er zu Optiker (wie die letzten Jahre übrigens auch schon) und bestellte seine Brille. Also Gläser mit Härtung und Entspiegelung, dazu das Gesell. Alles zusammen ergab somit einen Gesamtbetrag, den er nun bei der HUK Coburg zur Erstattung einreichte.

Nicht schlecht staunte dieser, als er dann folgende Aussage bekam, die auch auf 2. Nachfrage nicht abgeändert wurde:

Auszug aus Kundenanschreiben, HUK Coburg KV, 2010

Im Einzelfall hat man ihm als „freiwillige Leistung, aus der kein Rechtsanspruch für die Zukunft entsteht“ die Entspiegelung dann „ausnahmsweise noch einmal“ erstattet. Aber hier ist die Richtung für die Zukunft klar. Soweit ist das Ganze auch durchaus in Ordnung.

Was mich hier aber wieder massiv stört, ist der Unterschied zwischen einem schönen, bunten Prospekt in dem alles toll, super und ohne Fehler ist, dann den Versicherungsbedingungen, die auch hier eine solche Leistung noch nennen und zuletzt eine ganz andere Leistungspraxis.

Bevor Sie sich also auf Prospektaussagen und blumige Versprechungen verlassen, lesen Sie vor allem die Vertragsbedingungen mehr als deutlich durch und versuchen diese mit Hilfe Ihres Beraters zu verstehen und erklärt zu bekommen. Alles was man Ihnen sonst erzählt und verspricht, lassen Sie es sich bitte schriftlich und rechtsverbindlich in die Police schreiben. Bitte nicht auf einen einfachen Brief vertrauen, sondern als Anlage zum Versicherungsschein dokumentieren lassen.