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08.
Oktober '12

Neue Sterbetafel und die Bedeutung für die Versicherungswirtschaft


Vor einigen Tagen teilte das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung mit, dass die Lebenserwartung in Deutschland erneut gestiegen sei. Doch welche Auswirkungen ergeben sich aufgrund der längeren Lebenserwartung für die Versicherer, insbesondere in den Sparten der privaten Krankenversicherung und der Lebensversicherung? Um diese Frage zu beantworten, ist zunächst einmal zu klären, welche Rolle die Lebenserwartung generell in der Personenversicherung spielt.

Wenn ein Versicherer (bzw. sein Aktuar) ein Produkt wie zum Beispiel die Rentenversicherung, oder aber die private Krankenversicherung kalkuliert, spielt die Lebenserwartung eine entscheidende Rolle. In der Krankenversicherung bestimmt die Lebenserwartung die Zeit, bis zu der der Versicherer Krankheitskosten im Rahmen seiner vertraglichen Verpflichtung bringen muss. Lebt ein Mensch nun länger, so muss der Versicherer mehr Geld kalkulieren (und mehr Rücklagen bilden) um bis ans Lebensende seine Leistungspflicht erfüllen zu können. In der privaten Rentenversicherung hingegen leistet der Versicherer eine lebenslange Rente um das Einkommen des Kunden abzusichern. Auch hier gilt: je länger ein Mensch lebt, desto länger ist die monatliche Rente vom Versicherer an den Versicherten.

Doch warum steigt die Lebenserwartung?

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben sich die medizinische Versorgung, die Lebensumstände, aber auch die Ernährungsgewohnheiten beträchtlich verändert. Durch veränderte Ernährung oder eine bessere Heilung von Krankheiten, leben wir heute einfach deutlich länger. Gab es früher Krankheiten, welche schnell zum Tod geführt haben, so sind diese heute mit Medikamenten „in den Griff zu bekommen“, einige andere Erkrankungen sind mittlerweile sogar heilbar oder es lassen sich zumindest die Symptome eindämmen. Das bedeutet aber auch, Menschen leben länger und verursachen damit länger Gesundheitskosten.

Der Umstand, dass wir länger leben ist natürlich sehr erfreulich. Dennoch müssen sich die Versicherer Gedanken machen, woher sie das Geld für die länger anfallenden Kosten nehmen können. Um diese steigende Lebenserwartung zu berücksichtigen, kalkulieren Versicherer in ihren Tarifen die so genannten Sterbetafeln mit ein. Verändern sich diese nun, weil wir irgendwann erleben, müssen auch diese Veränderungen in der Kalkulation berücksichtigt werden. Das führt zum Beispiel in der privaten Krankenversicherung, aber auch in der Rentenversicherung zu steigenden Beiträgen.

Wie hat sich die Lebenserwartung verändert?

In der Sterbetafel 2008/2011 wurde ein neugeborener Junge statistisch 77 Jahre und 6 Monate alt. Ein neugeborenes Mädchen hatte demnach eine Lebenserwartung von 82 Jahren und 7 Monaten. Die aktuelle Sterbetafel, (mehr …)