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11.
März '15

Aber da zahlt doch meine Krankenkasse- warum die trügerische Sicherheit beim Krankenheld finanziell böse ausgehen kann


Gestern klingelte mein Telefon, eine aufgeregte ältere Dame am Telefon, ob sie mich einmal etwas fragen dürfte, sie wisse nicht mehr weiter und glaubt, „die gesetzliche Krankenkasse betrügt“ sie.

Das ist ein schwere Vorwurf und auch wenn nicht immer alles glatt läuft, das eine GKV bewusst betrügt, kann ich mir nicht so recht vorstellen, also fragte ich nach. Dabei ergab sich folgender Fall.

Der Ehemann meiner Anruferin war technischer Leiter eines Herstellers für Autozubehör, ist derzeit 53 Jahre alt und in der DAK versichert. Als er Mitte Januar einen Herzinfarkt erlitt, wurde er krank geschrieben und befand sich in stationärer Behandlung. Im Laufe dieser wurde auch festgestellt, dass der Kunde wohl- so die erste Aussage des Arztes- kaum wieder in seine berufliche Tätigkeit zurückkehren kann, dazu aber später mehr.

Mit einem Bruttoeinkommen von knapp 6.000 € habe Ihr Mann immer gut verdient, erzählt sie weiter. Gebaut haben sie vorletztes Jahr und die Kreditraten waren ziemlich hoch, weil es ja immer noch den Bonus von fast 20.000 € im Jahr gibt und damit der Kredit schnell zurück gezahlt werden kann. Von dem Bruttoeinkommen bleiben durch die Steuerklasse III nach Sozialabgaben noch 3.837 € netto übrig, Geld was auch gebraucht wird, da nur ein Verdiener vorhanden ist und allein die Darlehen mit 1.250 € getilgt werden.

Doch nun, nun kam dieser „böse Brief mit dem uns die Kasse betrügt“. Folgende Berechnung hat die DAK dem Kunden geschickt:

Bruttoeinkommen: 6.000 €
maximales KT sind davon 70% sind 4.200 €
es werden max. 90% des Nettoeinkommens gezahlt, also 3.453 €

Aber jetzt kommt der Haken. Da der Mann deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze von 4.125 € verdient, werden auch maximal 70% hiervon angerechnet, also 2.887 €

Damit ist schon mal eine Lücke von mindestens 950 € monatlich entstanden, was aber durchaus noch schlimmer wird, denn weiter schreibt die GKV:

„Hiervon sind abzuziehen, die hälftigen Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung 9,3%, die Arbeitslosenversicherung 1,5% und die Pflegepflichtversicherung 1,425% (inkl. Kinderlosen-Zuschlag).“

Also ergibt sich folgende Rechnung:

max. 2.887 € (also 96,23 € täglich)
– 12,225% SV Abgaben = 352,94 (also 11,76 €)

Daraus ergibt sich damit ein Krankentagegeld von maximal 2.534,06 € (täglich dann 84,46 €)

Gegenüber dem bisherigen Nettoeinkommen fehlen somit jeden Monat 1.303 €.

Das tut nicht nur „ein bisschen weh“, sondern reisst ein riesiges Loch in die Haushaltskasse (mehr …)