Artikel mit ‘Kosten’ getagged

13.
Mai '14

Sag mal… Was kostet eigentlich… ? Notfalltransport und Erstbehandlung


Gerade für Menschen die noch in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind und solche die nie krank sind/ waren und hoffentlich auch bleiben, für die ist es sehr schwer eine Vorstellung von Behandlungskosten zu bekommen. Immer wieder tauchen daher in der Beratung Fragen wie „was kostet eigentlich…?“ auf, diese werde ich in loser Abfolge hier aufgreifen und einmal aufzeigen, welche Kosten in der PKV entstehen können.

Beginnen wir mit einem recht simplen Fall aus der eigenen Familie. Vor knapp 2 Wochen war mein kleiner Sohn bei Freunden zum spielen. Soweit nichts ungewöhnliches, passiert durchaus öfter gegenseitig und diesmal wurde- wie so oft, Fahrrad gefahren.

photo

Anders als sonst, aber nicht ganz unfallfrei und so rutschte einer dem anderen in Fahrrad, der Kleine (6) stützte und hatte eine Platzwunde am Kopf. Nun ist oftmals ja wenig schlimmes dabei, dennoch blutete es stark und die Erwachsenen daher musste ein Krankenwagen und ein Arzt her. Nach Anruf bei der 112 entschied die Leitstelle, der Rettungswagen reicht zunächst einmal aus, da ein Notarzt auch später nach“bestellt“ werden kann. Im Krankenhaus wurde dann noch kontrolliert, geprüft und behandelt, die Wunde dann geklebt und verbunden und der Kleine konnte am Abend noch mit nach Hause.

Schauen wir uns dann einmal die Kosten an, welche bei so einem- doch recht harmlosen- Sturz entstehen können. Dabei sind diese identisch, ob es einem Erwachsenen mit einem verstauchten Fuß, oder einem Kind nach Fahrradunfall passiert. Zunächst einmal der Rettungswagen (wäre ein Notarzt erforderlich gewesen, so entstehen nochmals Kosten in etwa gleicher Höhe)

Rettungswagen_I

Gut zu erkennen, es handelt sich um eine Pauschale. Diese ist also nicht davon abhängig, ob es 1 oder 20km waren und auch nicht davon, ob eine Abholung am Wochenende erfolgte. Die Höhe richtet sich nach den Kostensatzungen der jeweiligen Anbieter oder der Landkreise.

Neben dem Transport (welcher im Sinne der Versicherungsbedingungen der PKV Transportkosten zu einer ambulanten Behandlung darstellt), fallen noch weitere Kosten an. Wäre der Patient hier stationär aufgenommen worden, so sind es Transportkosten zu einer stationären Behandlung. Je nach Versicherer und Tarif kann es sich hierbei um unterschiedliche Erstattungen handeln, oder aber eine Selbstbeteiligung greifen. Hat ein Tarif zum Beispiel eine ambulante Selbstbeteiligung (hier Deutscher Ring Esprit von 225 EUR p.a.) so fällt diese hier an. Bei einem stationären Aufenthalt wäre dem nicht so.

Was auf der Rechnung auch gut zu erkennen ist, es gilt ein ZAHLUNGSZIEL von 30 Tagen. Wer also die Rechnung erst zur Erstattung bei seinem Versicherer einreicht und dann überweist, der ist hier völlig im zeitlichen Rahmen.

Behandlungskosten im Krankenhaus

Nun wurde der kleine Patient nicht nur dahin gefahren (was nach seiner Auffassung ja „cool war, mit Blaulicht“ 🙂 ) sondern auch behandelt. Diese Behandlung beginnt, wie fast jede Arzt- oder Krankenhausrechnung  mit der Position 1 der Gebührenordnung. „Behandlung, auch telefonisch“. Dazu kommen weitere Positionen, welche hier alle mit dem so genannten Regelhöchstsatz, also dem 2,3fachen Satz abgerechnet worden sind.

Waskosteteigentlich_

Die Kosten halten sich hier, mit knappen 80 EUR durchaus in Grenzen. Damit sind alle Kosten der Behandlung abgegolten. Wäre man also selbst ins Krankenhaus gefahren, so wären nur diese angefallen.

Das Zahlungsziel hier liegt bei 14 Tagen, also selbst dabei bleibt genug Zeit diese zu begleichen, bevor eine Überweisung an das Krankenhaus notwenig wäre.

In Summe hat der kleine Fahrradunfall nun knapp 600 EUR Kosten verursacht.

Mehr Leistungsbeispiele folgen in den nächsten Tagen und Wochen hier im Blog. Einfach immer den Hashtag #WasKostetEigentlich anklicken.

22.
April '14

Der erste nutzt den Unsinn schon: Concordia Krankenversicherung zum Finanztest PKV Test und was der „Spaß“ kostet


Das hat nicht lange gedauert…

Am 15. 04. 2014 hat die FINANZTEST ihren dilettantischen Test vorgestellt, wo sowohl die Kriterien als auch viele andere Punkte im Test nicht nachvollziehbar und unlogisch waren und zu einem absolut dilettantischen Ergebnis führen. Die detaillierte Kritik können Sie in meinem 11seitigen Kommentar zum Finanztest nachlesen.

Nun dauert es meist nicht lang, bis ein Versicherer auf den „ach wir sind so toll“ Zug aufspringt und seiner Vertriebsmanschaft das Zeug in die Hand gibt um damit Werbung zu machen.  Dieses Mal ging es sehr, sehr schnell, achten Sie mal auf das Datum der folgenden Mail, die mir freundlicherweise ein Kollege zur Verfügung gestellt hat.

Noch am Erscheinungstag können die Vertreiber damit los laufen und nun erzählen „wie toll die Concordia nun ist“ und selbst die „neutrale“ Stiftung Warentest bestätigt das.

Sie sind Beamter? Schreiben Sie mir doch mal ob und wann diese Information von Seiten des Versicherers bei Ihnen ankam. 

Interessant ist auch ein anderer Satz in der Mail, der Beginn mit „Damit Sie das Testsiegel… beantragen wie die Nutzungsrechte.“

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, was so eine Nutzung kostet? Sie können das Logo von Finanztest natürlich nicht umsonst nutzen, denn irgendwo von muss die (teilweise steuerfinanzierte) Institution ja leben ihre Kosten bestreiten.

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Was kostet die Nutzung eines Finanztest Logos?

Um das Herauszufinden, begeben wir uns mal etwas auf die Suche. Auf der Seite „http://www.test.de/unternehmen/werbung/“ beschreibt die Stiftung Warentest erst einmal, was genau erlaubt und was verboten ist und welche Nutzungsmöglichkeiten bestehen. Zum einen können Sie als Unternehmen einen Sonderdruck nutzen, das ist Ihnen von Versicherern sicher auch schon einmal begegnet. Das sieht dann etwa so aus, wie auf diesem Link. (Finanztest Sonderdruck, da ich die Lizenzrechte nicht besitze, nur als externer Link)

Für Sonderdrucke gibt es keine Information zu den Kosten, nur ein Anfrageformular auf der Homepage von Finanztest. Ich habe am Freitag einmal angefragt (15.000 Exemplare für Druck, Online auf der Homepage nutzen etc.) und stelle die Preise (wenn ich sie denn überhaupt erhalte) gern hier ein. Solange hier keine Preise zu finden sind, wollte man mir (noch) keine sagen. 🙂 Hier nun die Preise:

Print-Sonderdrucke werden nur von der Stiftung erstellt. So kostet ein 16-seitiger Sonderdruck bei einer Mindestauflage von 5 000 Exemplaren 11.900 €; 15.000 Exemplare kosten 17.000 € zzglch. gesetzl. MwtSt und Fracht.
Ein 10-seitiger Sonderdruck“ Der beste Vertrag“ ( Seite 67 bis 75 in Ftest 05/14) liegt bei 5 000 Exemplaren bei 9.800 € bei 15.000 Ex bei 15.300 € zzglch. gesetzl. MwtSt. und Fracht.

Das ist aber nicht das eigentliche Nutzungsziel. Meistens wird das Logo in Zusammenhang mit dem Testergebnis genutzt und dafür ist eine Lizenz zu erwerben. Dazu hat Finanztest im letzten Jahr die Preise erhöht und vermarktet die Logolizenzen nicht selbst.  Dazu bedient man sich einer gemeinnützigen GmbH, welche auch andere Logos lizensiert. Die RAL gGmbh übernimmt für die Stiftung Warentest die Vermarktung. Also schauen wir uns mal etwas weiter auf deren Seite um, dort finden sich detailliertere Informationen zur Nutzung und den Preisen.

Die Nutzung ist maximal für 2 Jahre möglich, um nicht mit alten Tests zu werben, wie es in der Vergangenheit immer wieder vorkam. Das ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. So heißt es also dort:

Wenn Sie mit dem Testurteil für Ihre Produkte oder Dienstleistungen werben möchten, können Sie
– zwischen einer Regelaufzeit von zwei Jahren oder
– einer Kurzlaufzeit von einem Jahr wählen. Die Kurzlaufzeit kann einmalig um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Die Lizenz kann in zwei unterschiedlichen Modellen erworben werden und schließt die TV- und Kinowerbung ein- oder aus. Auf der Seite der RAL gGmbh heisst es dazu:

Hinsichtlich des Umfanges der Lizenz kann zudem zwischen dem
Silbermodell und dem
Goldmodell gewählt werden.
Das Silbermodell umfasst die Werbung mit dem Testurteil-Logo auf dem Produkt in allen Medien, ausgenommen TV- und Kinowerbung. Beim Goldmodell ist die TV- und Kinowerbung eingeschlossen.
Während der Lizenzlaufzeit ist ein Upgrade vom Silber- zum Goldmodell jederzeit möglich.
Die Logonutzung ist – unabhängig vom Zeitpunkt des Lizenzerwerbs und der Lizenzlaufzeit – nur in einem Zeitraum von
2 ½ Jahren nach Erstveröffentlichung des Testergebnisses zulässig.

Welche Kosten kommen auf das Unternehmen zu?

Das unterscheidet sich dann, abhängig welches Modell Sie gekauft haben. Hier einmal die Übersicht dazu. ( (c) RAL gGmbH )

Finanztest Logolizenzen

(c) RAL gGmbH

Unterstellen wir bei der Concordia Krankenversicherung nun eine Nutzung von 2 Jahren (schließlich kam man bisher mit den Produkten eher selten in den Genuss „Testsieger“ zu sein) so entstehen dem Versicherer Kosten in Höhe von 11.190 EUR brutto, oder 29.750 EUR zzg. Druck, Verteilung etc.. Sollten Sie also TV Werbung der Concordia sehen, oder das Logo auf einem Prospekt, Briefkopf etc. finden, dann wissen Sie jetzt auch was es kostet.

Ob das Geld in Anbetracht des desolaten Test wohl gut angelegt ist?  Hier der komplette Kommentar: „Wir machen das mit den Würfeln“- wie Finanztest leider gar nichts aus dem letzten Test und der Kritik gelernt hat und den Verbraucher mit wieder neuem Unsinn verunsichert

31.
August '11

Was kostet denn die Beratung zur Privaten Krankenversicherung oder Berufsunfähigkeitsabsicherung?


Eine durchaus häufig gestellte Frage. Das freut mich aus mehreren Gründen. Zum einen ist der Wert einer umfangreichen Beratung mittlerweile anerkannt, zum anderen machen sich- zumindest die die bei mir (an-)fragen Gedanken wer diese Beratung bezahlt und ob diese neutral ist.

Bei der Beratung zur Privaten Krankenversicherung muss zunächst unterschieden werden, ob es sich um eine Beratung handelt, die einen Vertragsabschluss zur Folge haben soll/ zur Folge hat, oder eine Umstellung. Diese Tarifumstellungen nach §204 VVG sind dabei anders zu betrachten. Leider honorieren die Versicherer eine solche Beratung nicht, so dass hier ein Honorar zu vereinbaren ist.

Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV)

Hierbei wird die Beratungsleistung von dem Versicherer honoriert. Dieser zahlt Versicherungsmaklern eine Courtage, die sich in zwei Teile gliedert. Einmal die Abschlußcourtage und zum Anderen eine Betreuungscourtage. Dabei ist es (leider) immer noch so, dass der Abschlußaufwand höher bezahlt wird, als die Betreuung.

Oftmals kommt dann durchaus der Vorschlag von den Interessenten: „Die Beratung zahle ich Ihnen gern selbst, dann wird es bestimmt neutraler.“

Ich persönlich kann für meine Beratung behaupten, dem ist nicht so. Die Erklärung liegt nahe und kann einfach erklärt werden. Die Beratung zur Privaten Krankenversicherung sollte eine nachvollziehbare Beratung sein, diese kann an objektiven und belegbaren Kriterien festgemacht werden. Daher kann der Interessent genau sehen, warum ein Tarif empfohlen wurde oder ein anderer eben eher nicht. Warum bestimmte Tarife nicht empfohlen werden oder nicht zu dem Interessenten passen sieht dieser auch an den Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung und weiter an den Versicherungsbedingungen und deren Aussagen.

In der Analyse sind auch die Tarife enthalten, welche ja angeblich nicht von Maklern angeboten werden, da diese keine Courtage zahlen. Versicherer wie Debeka oder HUK Coburg behaupten dieses ja oftmals und glauben daher von den Maklern nicht berücksichtigt zu werden. Meine Kunden wissen das besser, aber gern fragen Sie einen dieser.

Auch kann es durchaus passieren, das jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht wechseln kann oder das ein Wechsel aus anderen Gründen nicht sinnvoll ist. Das können berufliche, private oder sonstige Gründe sein. Nicht jeder passt in die Private Krankenversicherung, einige sind in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) besser aufgehoben, obwohl Sie wechseln könnten.

Und noch eins: Wenn ich mit einem Interessenten oder auch bereits PKV Versicherten spreche und einige Zeit telefoniere und diesen berate, so ruiniert mich das auch dann nicht, wenn es keinen Abschluss gibt. Viele meiner Blogbeiträge entstanden aus solchen Anfragen und die „Gegenleistung“ für einen Tipp oder Hilfe bei dem Umgang mit der eigenen Versicherung war oftmals „schicken Sie mir ihre doch Unterlagen, ich schreib mal was dazu“

Dazu kommt noch ein anderer Punkt: Würde ich eine solche Beratung gegen Honorar anbieten, so hielte ich diese für unfair. Unfair deshalb, da es in der Privaten Krankenversicherung keine Honorartarife gibt. In den Tarifen sind daher immer Kosten für die Beratung, den Vertrieb und die Abwicklung enthalten. Ich halte es für nicht fair, den Kunden diese Kosten zweimal zahlen zu lassen.

Bei einer Beratung zum Tarifwechsel ist das etwas anders. Gerade Kunden die sehr lange bei einem Versicherer sind und aus gesundheitlichen, persönlichen oder sonstigen Gründen den Versicherer nicht mehr verlassen können oder sollten suchen oft Beratung für einen Tarifwechsel. Gesellschaften sträuben sich oft und geben die gewünschten Informationen nur sehr zögerlich heraus. Hier muss die Vergütung über ein Honorar erfolgen. Dieses wird immer vorher vereinbart und ist damit kalkulierbar. Auch hier ist der Versicherte vor Überraschungen sicher.

Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Altersvorsorge

Hier bieten sich bei einigen Unternehmen auch andere Möglichkeiten an. Neben der Beratung wie in der Privaten Krankenversicherung gibt es hier so genannte Nettotarife. Dabei handelt es sich um Tarife, welche ohne Abschluss- und Vertriebskosten kalkuliert sind. Diese muss der Kunde dann selbst an den Berater zahlen.

Dennoch kann sich das langfristig rechnen. Gerade bei Verträgen mit hohen Investitionssummen (wie in der Altersvorsorge üblich) macht es unter Umständen Sinn, die Abschluss- und Beratungskosten selbst zu zahlen und mehr von dem monatlichen Betrag zu investieren. Das kann (!) sich langfristig rechnen. Hier spielen Sie am besten mit Ihrem Berater verschiedene Modelle durch und entscheiden danach gemeinsam, welche die beste ist.

Für die Abrechnung der Beratungskosten gibt es grundsätzlich keine feste Regel. Je nachdem wie lang diese Beratung dauert, welcher Aufwand für Recherche und Beratung betrieben werden muss, unterscheiden sich die Kosten.

GENERELL GILT:

Weder die Beratung mit Courtagezahlung an den Makler, noch die gegen Honorar sind besser oder schlechter. Entscheiden ist das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Spezialisten und Berater. Berät dieser Sie transparent und nachvollziehbar, so wird es keinen Unterschied machen, ob er von Ihnen oder der Gesellschaft bezahlt wird. Haben Sie aber das Gefühl, bestimmte Produkte oder Gesellschaften werden von Beginn an bevorzugt oder kommen Aussagen wie „nur die XXX oder Tarife XYZ ist gut“, dann sollten Sie vorsichtig sein.

Und noch ein Punkt ist wichtig. Allein aus der rechtlichen Verpflichtung heraus steht der Makler auf Ihrer Seite. Anders als ein Vertreter, Mehrfachagent oder gar der Angestellte des Versicherers ist der Makler allein Ihnen gegenüber verpflichtet.

Mehr Informationen zu den Unterschieden habe ich Ihnen im folgenden Beitrag bereits ausführlich beschrieben:

Wie finde ich den passenden Makler, Berater, Vertreter und woran erkenne ich diesen?

08.
März '11

Aus Kostengründen habe ich mich gegen eine Berufsunfähigkeitsversicherung entschieden


Es passiert nicht oft, aber ab und an erreicht mich auch so eine E-Mail. Nachdem das Thema Krankenversicherung abgeschlossen ist und der nächste Punkt: „Absicherung der eigenen Arbeitskraft bei Berufsunfähigkeit“ auf dem Plan stand, kamen zwei Mails mit folgenden Aussagen:

„Die BU ist gut und richtig, aber muss auch bezahlt werden.“

Zunächst einmal ist diese Aussage natürlich berechtigt und richtig. Jeder Versicherungsschutz muss bezahlt werden und macht nur dann Sinn, wenn nicht nur das Bedingungswerk, sondern auch gerade die Höhe der Absicherung passt. Ich habe in meinem Blogbeitrag „Richtige Rentenhöhe oder besser gar keinen Berufsunfähigkeitsschutz“ bereits ausführlicher beschrieben, warum dem so ist.

Daher bleiben am Markt nicht mehr so viele Gesellschaften übrig. Vermeintliche Gütesiegel oder Ratings (am besten haben alle 5 ***** oder FFF Bewertungen) oder Testsiege jedoch, sagen nichts über die Qualität von Bedingungswerken aus. Daher ist eine individuelle Analyse von Versicherungsschutz, Bedarf und Absicherungshöhe nötig.

Führt der Interessent dieses nun mit Hilfe eines Beraters sorgfältig durch, so kommt es zu einem passenden Berufsunfähigkeitstarif. Dumm nur, das dieser eben auch Geld kostet und das meist gar nicht so wenig.

Geschehen auch in einer Beratung bei einem meiner PKV Kunden. Abgesichert werden sollten hier einige tausend Euro. Nach Beratung, Berechnung und Analyse erreichte mich folgende Aussage:

„Ich habe mich dazu entschlossen, dass ich aus Kostengründen auf eine BU verzichten werde.“

Diese kann ich so nicht nachvollziehen und daher gingen wir nochmals ins Gespräch. Grund für die Aussage ist der Beitrag, welcher natürlich monatlich oder jährlich erst einmal gezahlt werden muss und -wenn nichts passiert- auch noch weg ist. Bis auf einige Euro an Überschüssen während der Vertragslaufzeit ist das Geld schlichtweg weg da es sich eben um einen Risikoschutz handelt.

Logisch und nachvollziehbar ist die Aussage mit dem „Verzicht aus Kostengründen“ jedoch nicht. Denn hier geht es um eine elementare Absicherung, welche alles andere in Frage stellt. Ist die Arbeitskraft nicht mehr da, dann fehlt es an jedweder Art von Einkommen. Nicht nur die Private Krankenversicherung (PKV), die man gerade dann braucht, ist vielleicht nicht mehr bezahlbar, auch alle weiteren Kosten laufen dann ins Leere. Was nützt da noch eine gut gemeinte Altersvorsorge, eine gute Gesundheitsvorsorge und alle Planung, wenn das Wichtigste fehlt– Die Arbeitskraft um das alles zu bezahlen?

Was ist sinnvoll zu tun, um den Beitrag zu senken?

Zunächst ist es möglich, über die Höhe der Rente nachzudenken. Diese kann anfänglich reduziert werden, um dann mit der Dynamik auf ein passendes Maß gebracht zu werden. Dieses macht aber nur dann Sinn, wenn auch mit der Anfangssumme ein „finanzielles Überleben“ machbar ist.

Welche Berufsunfähigkeitsrente soll ich versichern?

Eine allgemeine Aussage gibt es auch hier nicht. Zur Verdeutlichung daher ein Beispiel:

Ein 31jähriger Kunde von mir, verdient heute 2.400 EUR netto (Brutto 4.200 EUR) und lebt mit seiner Freundin in einer Wohnung in Frankfurt. Die Miete wird geteilt, so das seine Belastung bei 450 EUR liegt. Privat krankenversichert ist er auch, die Beträge sind im Nettoeinkommen bereits berücksichtigt. Für die eigenen Altersvorsorge wendet der Kunde 250 EUR monatlich auf, wovon ein Teil in einen Riester Vertrag und der Rest in eine Fondsparplan fliest. In die gesetzlichte Rentenversicherung werden durch den Arbeitgeber nochmals knapp 840 EUR abgeführt, wovon jeder die Hälfte trägt.

Was braucht dieser Kunde nun an Rentenhöhe?

Zunächst sollten die Kosten der Privaten Krankenversicherung berücksichtigt werden. Heute ist hierfür ein Aufwand von 450 EUR + 34 EUR für das Krankentaggeld und 19 EUR für die Pflegeversicherung nötig. Da die Beiträge in den nächsten Jahren steigen werden, das Krankentagegeld im Leistungsfall Berufsunfähigkeit aber wegfällt, berücksichtigen wir pauschal einen Betrag von 600 EUR. Der Arbeitgeberanteil ist dann ja auch mit zu zahlen, denn einen Arbeitgeber gibt es dann ja nicht mehr. Für Lebenshaltung und dergleichen werden heute ca. 700 EUR benötigt, dazu benötigt er 250 EUR für Benzin im Monat um zur Arbeit zu kommen, so mein Kunde weiter.

Daraus ergibt sich folgende Berechnung der möglichen BU Rente:

700 EUR Lebenshaltungskosten und 600 EUR Miete (ggf. kleinere Wohnung, die aber auch allein bezahlbar sein muss). Weiterhin natürlich die private Krankenversicherung, gerade dann benötigt der Versicherte eine hochwertige medizinische Versorgung, also plus 600 EUR. Dazu kommen 600 EUR für eine Altersvorsorge, wie auch immer diese dann aussehen mag.

Stopp, werden Sie vielleicht jetzt denken. Warum 600 EUR und nicht mehr? Im Falle der Berufsunfähigkeit muss Vorsorge betrieben werden, um nicht mit Eintritt in die Rente in ein „großes schwarzes Loch“ zu fallen. Jedoch ist es nicht zwingend nötig, gerade aus Kostengesichtspunkten, genau die Beiträge weiter zu zahlen, welche in der gesetzlichen Rentenversicherung anfallen. Durch entsprechende Auswahl der Möglichkeiten und Verteilung auf passende Produkte, sind höhere Erträge zu erzielen, als dieses in der GRV möglich ist.

Zusammenfassend kommen wir also auf: 700 + 600 + 600 + 600 EUR = 2.500 EUR

Das ist in diesem Fall sogar mehr, als das heutige Nettoeinkommen. Jedoch ist es hiermit möglich, genau die Kosten abzusichern, die im „Fall der Fälle“ tatsächlich nötig sind. Das der Betrag auch später noch ausreicht, wird durch die garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall sichergestellt.

Für einen solchen Schutz müssen heute (Berufsgruppe 1+, Kaufmännische Tätigkeit) ca 130 EUR monatlich aufgewandt werden. Klar, viel Geld- keine Frage, aber dem gegenüber ist der Versicherer ab sofort mit einem Betrag von 1.080.000 EUR im Risiko. Tritt jetzt berufsunfähigkeit ein, so leistet der Versicherer diesen Betrag bis zum Renteneintritt (67) des Kunden. Dabei sind die Steigerungen durch die Anpassung im Leistungsfall noch nicht berücksichtigt.

Ist der Betrag nun jedoch absolut nicht aufzuwenden, so wäre ein reduzierter Schutz von vielleicht 2.000 EUR minimal möglich. Hierdurch verbleibt dann weniger Geld für die Lebenshaltung und die Altersvorsorge, jedoch muss jeder für sich entscheiden ob er damit dann „über die Runden kommt“.

Die Reduzierung brächte hier einen Minderbeitrag von ca. 25 EUR. Dafür bekommt der Versicherte im gleichen Modell (Rentenzahlung bis 67) auch 216.000 EUR weniger Leistung ausgezahlt.

Bevor Sie sich also für oder gegen eine solche Absicherung entscheiden, machen Sie sich sorgfältig Gedanken über die persönliche Kostensituation. Fallen Sie nicht auf Versprechungen wie „Geld kriegen Sie wieder wenn nichts passiert“ oder schlechte Bedingungen herein. Bei den tollen „Geld-zurück-Modellen“ handelt es sich schlichtweg um Kopplungsverträge, also Lebensversicherung oder Rentenversicherung und einer BUZ, Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Schnell sind durch schlechte Bedingungen die Leistungsansprüche verspielt, da es Lücken in den Vertragsbedingungen gibt. Was nützen dann 10, 15, 20 Jahre lang gezahlte und teilweise gesparte Beiträge, wenn keine Leistung erfolgt?

Nichts, aber merken tun Sie es erst dann, wenn es schon zu spät ist!

Weiterführende Informationen:

Kriterienfragebogen zur Überprüfung einer bestehenden BU oder eines Neuabschlusses

Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeit

Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

31.
August '09

Kosten der Beratung und wie neutral sind Sie wirklich?


Guten Tag liebe Leser,

bei einigen Anfragen taucht durchaus immer mal wieder die (berechtigte) Frage nach den entstehenden Kosten der Beratung und der Neutralität auf, wenn der Versicherer eine Courtage zahlt.

Gern gebe ich hier in Beantwortung einer solchen Mail entsprechende Hinweise und Erläuterungen.

Hier Auszüge aus der EMail:

Ich habe in letzter Zeit schon viel recherchiert, würde aber eine zusätzliche Beratung durch einen unabhängigen
Fachmann sehr schätzen.

Aus meiner Sicht auch nötig. Wobei Vertreter einer Gesellschaft (das gilt auch für so genannte Mehrfachagenten) schon allein aus der rechtlichen Situation nicht unabhängig sein können. Das heißt nicht, dass diese schlecht beraten, diese sind vertraglich Ihrem Auftraggeber verpflichtet, dieses ergibt sich aus dem Handelsgesetzbuch. Der Makler ist spätestens seit dem so genannten Sachwalterurteil dem Kunden verpflichtet.

Meine Frage ist: Ab welchem Schritt Ihres Services ist es für mich kostenpflichtig, und was für Kosten kommen da auf mich zu?

Generell entstehen für die Beratung keinerlei Kosten. Das gar nicht, da es Maklern (leider) gesetzlich verboten ist gegen Honorar für die Vermittlung zu beraten. Dieses ist nach derzeitiger Rechtslage nur in sehr wenigen, definierten Fällen möglich. Zumal macht dieses auch solange keinen Sinn, wie es im Bereich der PKV und BU keine flächendeckenden „Honorartarife“ gibt, denn sonst zahlen Sie die Beratung zweimal (einmal in dem bereits kalkulierten Beitrag und ein zweites mal durch das Honorar.

(Falls ich mich zu einer Beratung bei Ihnen entschließe, möchte ich dies unverbindlich ohne „Zwang“ zu einem Abschluss eines Versicherungsvertrages tun, und mich parallel mit Vertretern einiger PKVs zu einem persönlichen Beratungsgespräch treffen.) Und: Wenn Sie im Fall eines Vertragabschlusses eine Courtage von der entsprechenden Versicherung erhalten, wie kann ich sicher sein, dass Ihre Beratung objektiv und nicht im Sinne der meistzahlenden Gesellschaft ist?

Zum einen sehen Sie live wie wir gemeinsam Schritt für Schritt zu dem Tarif kommen, das heißt es gibt keine pauschale Empfehlung sondern einen Weg dahin. Den gestalten Sie aktiv mit, daher kommt die Frage nach dem Unternehmen und der Courtage viel später. Die Empfehlung für einen bestimmten Tarif sollte (egal bei welchem Berater) begründbar und nachvollziehbar sein. Dann werden Sie auch sehen, das es keine „courtagegesteuerte“ Entscheidung ist)

ich hoffe Sie nehmen mir mein (hoffentlich gesundes) Misstrauen nicht übel….

Natürlich nicht. Ich „liebe“ Kunden die solche Fragen im Vorfeld stellen und sich so mit dem Thema Beratung und Produktauswahl beschäftigen.

Danke daher für Ihre Anfrage.

Weiterführende Informationen zu den Kosten finden Sie hier.