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28.
Februar '17

GKV will eine Nachzahlung – muss mein Kind nun in die private Versicherung?


Manchmal sind so Tage und weil heute so einer ist, greife ich doch ein Thema mal wieder auf. Zu diesem gibt es eine Infografik, welche gerade in abgewandelter Form die Runde im Netz macht, ich sage nur, Urheberrecht. Darum soll es aber hier gar nicht gehen, sondern eher um die Frage wo denn das Kind zu versichern ist und warum eine Familienversicherung auch rückwirkend und sehr schnell enden kann, was meist teuer wird.

Bereits in meinem Beitrag zum Thema

GKV fordert Nachzahlung für die Versicherung meiner Kinder

habe ich einen Fall geschildert, der schnell mal 10.000€ und mehr kosten kann. Zu recht oft aber auch in vielen Fällen nicht ganz so einfach zu bewerten. Gerade wenn ein Elternteil selbstständig und privat Krankenversichert ist, stellt sich die Frage nach der Einstufung der Kinder und der Beitragsfreien Familienversicherung.

Schwankendes Einkommen bei Selbstständigen ist ein Problem

Auch gestern hatte ich gerade so einen Anruf. Schwankendes Einkommen des Vaters, dieser war selbstständig und hatte „mal“ ein gutes Jahr, überschritt also die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) und schon, schwups wäre es vorbei mit der beitragsfreien Versicherung der Kinder. Die gesetzliche Krankenkasse hatte jedes Jahr einen Steuerbescheid angefordert und auch bekommen, bis auf ein Jahr. Dieses Jahr war aber nun gerade das, in dem die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) überschritten wurde. Das kann ein Versehen gewesen sein, hinterlässt aber am Ende einen faden Beigeschmack.

Entwicklung der JAEG und BBG (KV), 2000-2017, Diagramm

 

Nun lag bei dem entsprechenden Selbstständigen das Einkommen also immer unter der JAEG, der Grenze die auch über die Versicherungspflicht bei Angestellten und beeinflusst auch die Frage, wo das Kind zu versichern ist. Jetzt, Jahre später fiel der gesetzlichen Krankenkasse dieses auf und (im Rahmen der Verjährungsfristen) forderte diese einen neuen Steuerbescheid für das Jahr an.

Der Kunde reichte den auch gleich ein, hatte jedoch etwas „Panik“ am Wochenende, ob denn die Kinder rückwirkend aus der GKV „rausfliegen“, damit gar keinen Versicherungsschutz mehr haben und hatten und was wohl mit den Arztrechnungen sein wird, schließlich war eines der Kinder auch im Krankenhaus in dem Jahr und vieles mehr. Also Sorgen, Ängste und Verunsicherung. Daher noch einmal im Detail die Erklärungen zu den einzelnen Fragen, anhand des aktuellen Falls kann dieses dann auch durchaus anderen helfen und ein sorgenvolles Wochenende verhindern.

Die GKV fordert den Steuerbescheid, darf diese das?

Ja, denn irgendwoher muss ja die Grundlage der Einstufung kommen. Die Verpflichtung, Auskunft über seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu bekommen gibt es im Sozialgesetzbuch V, welches die Grundlage bildet. Zudem haben Gericht erst kürzlich entschieden, sogar eine Auskunftsanfrage an das Finanzamt sei zulässig, damit die Kasse der Beitragsveranlagung nachkommen kann.

Also sollten Sie, so eine solche Anfrage kommt, prüfen ob Sie in der Vergangenheit die Auskunftsverpflichtungen erfüllt haben und diese Auskünfte auch dann erteilen. Erst danach kann auch die Frage gestellt werden,

verliert mein Kind die kostenlose Familienversicherung?

Das kommt auf die Gesamtumstände an. Zunächst sollte damit geklärt werden, welcher der Eltern wo versichert ist und wie hoch die Einkünfte in dem jeweiligen Jahr liegen. Das finden Sie am einfachsten mit dem entsprechenden Steuerbescheid für das jeweilige Jahr heraus. Bitte beachten Sie hier die unterschiedlichen Positionen wie Bruttoeinkommen, zu versteuerndes Einkommen und dieses auch immer für die jeweiligen Personen separat. Verheiratetet werden in der Regel zwar steuerlich zusammen veranlagt, dennoch haben aber diese jeder ein eigenes Einkommen, welches für die GKV relevant ist.

Eine Übersicht und ein einfaches Schema, wo die Kinder dann versichert sind oder ob diese den Anspruch auf die kostenlose Familienversicherung verlieren, habe ich Ihnen bereits seit einigen Jahren zur Verfügung gestellt.

PKV oder GKV- wo muss mein Kind versichert werden, Übersicht

Dabei müssen Sie, wenn es rückwirkend betrachtet werden soll, nur die entsprechende Zahl der JAEG in dem jeweiligen Jahr ersetzen. Die nötigen Zahlen (mehr …)

07.
Dezember '16

Familienversicherung beendet – kann ich mein Kind rückwirkend versichern?


Es ist wieder einmal Jahresende und die gesetzlichen Krankenkassen brauchen Geld. Nein, nicht ganz, der Gesundheitsfond braucht Geld um die Ausgaben zu schultern. Nicht nur deshalb wird momentan (glaube ich den Anfragen im LiveChat oder per Mail) verstärkt angefragt und die Familienversicherung beendet, rückwirkend.

Daraus resultieren zum Teil Nachzahlungen > 10.000 € und die gesetzlichen Kassen beabsichtigen nicht diese zu reduzieren, warum auch, denn das Geld steht Ihnen zu. Da sich aber einige Fragen häufen, hier mal eine kleine Liste mit Fragen und Antworten zum Ende des kostenfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse, der Weiterversicherung oder aber der Mitversicherung in der privaten Krankenversicherung.

Aber ich wusste doch nicht, dass….

Nun, „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, hat schon meine Oma damals gesagt. Nur weil ich als Versicherter einer gesetzlichen Kasse oder als Eltern eines familienversicherten Kindes nicht wusste wann die Familienversicherung endet, nur dann bedeutet das auch nicht nichts zahlen zu müssen. Die gesetzliche Krankenkasse prüft daher normalerweise regelmäßig das Einkommen. Umfangreiche Auskunftspflichten des Versicherten ergeben sich aus dem Sozialgesetzbuch V, dort heisst es unter anderem

§ 206 SGB V Auskunfts- und Mitteilungspflichten der Versicherten
(1) Wer versichert ist oder als Versicherter in Betracht kommt, hat der Krankenkasse, soweit er nicht nach § 28o des Vierten Buches auskunftspflichtig ist,

  1. auf Verlangen über alle für die Feststellung der Versicherungs- und Beitragspflicht und für die Durchführung der der Krankenkasse übertragenen Aufgaben erforderlichen Tatsachen unverzüglich Auskunft zu erteilen,
  2. Änderungen in den Verhältnissen, die für die Feststellung der Versicherungs- und Beitragspflicht erheblich sind und nicht durch Dritte gemeldet werden, unverzüglich mitzuteilen.
    Er hat auf Verlangen die Unterlagen, aus denen die Tatsachen oder die Änderung der Verhältnisse hervorgehen, der Krankenkasse in deren Geschäftsräumen unverzüglich vorzulegen.
    (2) Entstehen der Krankenkasse durch eine Verletzung der Pflichten nach Absatz 1 zusätzliche Aufwendungen, kann sie von dem Verpflichteten die Erstattung verlangen.

Nun ist eine Hochzeit durchaus ein solches Ereignis und ändert die Lebensumstände deutlich. Daher ist eine solche auch der Krankenkasse anzuzeigen, was meist einen Fragebogen zur Versicherung des neuen Ehepartners und eine Prüfung der Familienversicherung nach sich zieht.

Nur weil die Kasse nicht fragt, heisst es also nicht, dass es diese nicht interessiert- SIE müssen dennoch UNVERZÜGLICH informieren. Ob das Kind dann weiter Familienversicherungsanspruch hat und damit kostenfrei versichert ist und bleibt, das können Sie hier einfach nachschauen:

kind-wo-versichert-2016

Ach, wird schon gut gehen…

Einige von Ihnen, die diesen Artikel jetzt lesen, haben es wirklich nicht gewusst. Diese waren vom Schreiben der Krankenkasse ernstlich überrascht und geschockt über die Beitragsnachforderung von einigen tausend Euro und zudem der neuen Berechnung des monatlichen Beitrags. Andere wiederum werden sich nun ertappt fühlen, ertappt bei dem „ach ja, wusste ich, dachte es geht schon gut“ Gedanken und nein, Sie müssen weder Ihrer Kasse noch mir sagen zu welcher Gruppe Sie gehören.

Es gibt aber durchaus viele Versicherte die nach Ihrer Heirat erst einmal abwarten und nichts tun. Einige wissen jetzt schon um den Wegfall der beitragsfreien Familienversicherung und die Beitragspflicht der Kinder. Aber… dann liegt es erstmal, es fragt ja keiner und Versicherungsschutz besteht auch erstmal- also bleibt es da liegen wo es ist. Wer zahlt schon gern (zusätzliche) 170 € oder mehr für die gesetzliche Krankenkasse des Kindes, wenn es doch auch ganz bequem kostenfrei geht.

Diese Gruppe, vielleicht gehören Sie ja dazu, sollte sich gut überlegen ob dieser Zustand so bleiben soll und falls Sie sich dafür entscheiden sollten, dann machen Sie sich Gedanken über die Konsequenzen und legen den Betrag Monat für Monat schon mal zur Seite. Die Kassen sind- anders als früher- weit mehr „hinterher“ und treiben Ihre Beiträge auch ein, zu recht übrigens.

Fliegen die Kinder rückwirkend aus der GKV raus?

Es ist zunächst ein Unterschied ob die Familienversicherung endet, oder ob der Versicherungsschutz gänzlich beendet wird. Daher ist es hier sinnvoll grundsätzlich die Begriffe zu klären. Die Kinder, so Sie denn keinen Anspruch mehr auf die Familienversicherung haben, fallen damit rückwirkend aus dieser heraus. Das heisst eben aber NICHT, dass hier keine Leistungs-/ Beitragspflicht in der GKV besteht. beendigung-fam-vers

Gerade weil hier niemand wusste (oder wissen wollte) das diese kostenfreie Mitgliedschaft nicht mehr existiert, wurden meist für die Kinder auch Leistungen genutzt. Also die Karte der GKV beim Arzt vorgelegt und eingesetzt und damit auch Kosten produziert. Somit steht der GKV natürlich auch ein Beitrag zu und diesen versucht diese über einen Bescheid zum (rückwirkenden) Ende der Familienversicherung geltend zu machen.

Was ist mit erbrachten Leistungen, Arztrechnungen, Medikamenten?

Wie oben in der Grafik zu erkennen, bestand zu jeder Zeit Versicherungsschutz in der GKV und das hier fälschlicherweise. Denn eigentlich wäre (bei rechtzeitiger Meldung) die Frage der Familienversicherung am Tag oder nach der Hochzeit entscheiden worden. DANN HÄTTEN Sie damals entscheiden können, ob Ihr Kind in der GKV freiwillig versichert werden soll, oder ob Sie dieses in der PKV versichern wollen. (Achtung: Beamte haben Ausnahmen, die siehe unten)

Da diese Entscheidung nicht getroffen wurde/ werden konnte, muss dieses nun rückwirkend betrachtet werden. Die gesetzliche Kasse wäre und ist auch für alle Leistungen aufgekommen, die Ihr Kind im Rahmen einer ärztlichen Versorgung hätte nutzen wollen und sollen. Diese Leistungen sind natürlich mit Kosten verbunden und würden Sie die GKV rückwirkend verlassen, so wären diese Kosten zu erstatten.

Laufende Kieferorthopädie in der GKV

Problematisch wird es jetzt. Hat Ihr Kind eine laufende kieferorthopädische Behandlung in der GKV Zeit begonnen, so wurde hierfür ein Heil- und Kostenplan eingereicht und die GKV hat diesen genehmigt. Einige Kassen bieten zudem ergänzende Leistungen an, welche nicht übertragbar auf andere Kassen und schon gar nicht auf die PKV sind. Selbst wenn die PKV den Antrag auf Krankenversicherung für das Kind annehmen würde, so müssten Sie mit einem Ausschluss der laufenden (oder generell der) Kieferorthopädie rechnen. Eine laufende Behandlung lässt sich nicht versichern, das wäre wie ein brennendes Haus gegen Feuer versichern zu wollen. Zudem gelten ggf. Wartezeiten, so wird ein solcher Wechsel hier mehr als unmöglich/ unattraktiv.

Rückwirkende Versicherung in der PKV

Hier stehen wir vor einem weiteren Problem. Die rückwirkende Versicherung in der privaten Krankenversicherung ist meist nicht möglich. Nun denken leider viele, es müsste doch toll sein für die PKV, keine Leistungen erbringen weil der Zeitraum schon rum ist und dennoch Beiträge kassieren. Klingt gut, ist es aber dennoch nicht. Die private Krankenversicherung wird den Antrag auf PKV für das Kind maximal einige Monate rückdatieren können und wollen. Eine rückwirkende Versicherung für Jahre ist nicht machbar.

Daher stellt sich die Frage wo das Kind wie am besten versichert bleiben oder werden kann. Einige Möglichkeiten und Optionen stehen Ihnen dann zur Verfügung, je nachdem welche am besten passt. Hierzu bedarf es in der Regel Beratung und Aufklärung, denn diese Entscheidung ist so einfach nicht wieder zu revidieren. Daher schauen wir und gern einmal die Optionen weiter an.

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Option 1:

Dauerhafte Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Dieses ist eine Möglichkeit und von der Abwicklung zudem recht einfach. Sollten Sie sich also dafür entscheiden das Kind weiterhin und dauerhaft in der GKV zu lassen, so erklären Sie dieses gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse. Dort wird in der Regel ein Antrag auf freiwillige Mitgliedschaft gefordert und dieser ist einzureichen. Damit wird aus der kostenfreien Familienversicherung gem. § 10 SGB V eine freiwillige Versicherung gegen eigenen Beitrag.

Der Beitrag hierfür liegt in etwa bei 170-180 € monatlich inklusive der Pflegepflichtversicherung. Bitte beachten Sie hierbei noch, es gibt dann für diese Beiträge KEINEN Arbeitgeberzuschuss zur Kranken-/ Pflegeversicherung. Sollten Sie sich später doch für einen Wechsel in die PKV entscheiden, gilt KEINE Bindungsfrist von 18 Monaten, auch wenn die gesetzlichen Kassen das gern mal behaupten.

Artikel: Keine Bindungsfrist bei Wechsel in PKV

Option 2:

Sollten Sie sich entscheiden Ihr Kind in der privaten Krankenversicherung versichern zu wollen, so muss hier zunächst einmal der passende Tarif und der Versicherer gefunden werden. Dieses muss NICHT der Versicherer sein, bei dem Sie selbst oder ein anderes Elternteil versichert ist, sondern kann frei gewählt werden.

Nicht alle Unternehmen versichern Kinder auch allein, eine

Übersicht der Unternehmen mit Kinderalleinversicherung

finden Sie bei mir hier im Downloadbereich. Sollten Sie hierüber nachdenken, handeln Sie bitte nicht übereilt und überlegen sich genau welche Leistungen Ihr Tarif enthalten soll und welche Leistungserweiterungen (zBsp. Naturheilkunde, Osteopathie, Kieferorthopädie etc) für Ihr Kind wichtig sind. Weitere HINWEISE was hier zu beachten ist und welche Fragen beantwortet werden sollten, habe ich unter dem Punkt „Auswahlkriterien“ zusammengestellt. Nachdem Sie dieses für sich beantwortet haben, füllen Sie gern den Fragebogen zur Krankenversicherung einmal aus. Erst danach lassen sich Unterschiede zwischen den vielen Tarifen herausfiltern und der passende Schutz finden.

Der Versicherungsschutz in dieser Option beginnt in der Zukunft, frühestens jedoch zum nächsten Monatsersten. Dabei stellen Sie einen entsprechenden Antrag und übersenden der GKV später den Nachweis der Weiterversicherung, die so genannte Folgeversicherungsbestätigung.

Option 3:

Diese ist vergleichbar mit der Option 2, jedoch geht der Schutz in der PKV noch einige Zeit zurück. Das sind bei den Unternehmen unterschiedliche Zeiten. Einige versichern gar nicht, andere einen, drei oder auch sechs Monate rückwirkend, in Ausnahmefällen auch länger. Auch hier wird das Kind privat versichert, auch hier gilt der Versicherungsschutz praktisch erst ab heute, die Gesellschaft bekommt aber für den rückwirkenden Zeitraum schon Prämien und die GKV kann ggf. in Absprache früher enden. Das ist nur dann sinnvoll, wenn in den Monaten KEINE Rechnungen oder andere Kosten angefallen sind, da die GKV diese sonst nachfordern würde.

Findet sich nun ein Versicherer welcher zurück datierten Versicherungsschutz bietet, gilt es noch mit der GKV zu klären welchen Austrittstermin Sie wählen können. Haben Sie aber einen Antrag auf freiwillige Versicherung in der GKV schon gestellt, so denken Sie bitte daran, dieser kann nur mit Frist zum Ende des ÜBERNÄCHSTEN Monats wieder gekündigt werden.

Option BEAMTE:

Bei den Beamten sieht es noch etwas anders aus. Hier besteht ggf. auch rückwirkend Anspruch auf Beihilfe, also eine Kostenerstattung welche bei Kindern meist bei 80% liegt. Ergänzend dazu sind dann noch die 20% Restkosten zu versichern. ACHTUNG: Einige Beihilfestellen gewähren den Zuschuss/ die Beihilfe erst dann, wenn Sie eine Absicherung der Restkosten nachweisen. Auch sind hier ebenfalls Vorgaben zur Versicherungspflicht zu erfüllen. Es reicht daher nicht aus, eine Beihilfe von X Prozent zu haben und den Rest selbst zu zahlen.

Was nun zu tun ist!

Überlegen Sie sich sehr genau, welches der beiden Systeme für die Weiterversicherung Ihres Kindes das richtige ist. Beachten (und lassen Sie sich beraten) Sie dabei auch die Sonderregelungen zum Krankengeld des Kindes, zur Kur und sonstigen Leistungen der GKV. Nachdem Sie entschieden haben wo das Kind versichert werden soll, bemühen Sie sich bitte um den passenden Schutz und ERST DANACH stellt sich die Frage welcher passende Beginn die richtige Variante ist.

Für Angebote und Vorschläge zur PKV von Kindern ist ZWINGEND eine Beratung notwendig. Anfragen a la „Schicken Sie mir doch mal den besten Tarif“ oder „machen Sie mir ein Angbeot für die PKV des Kindes“ und dazu „möglichst billig“ eignen sich nicht für eine Anfrage. Sollten Sie hierzu Fragen haben und Beratung benötigen, besorgen Sie bitte schon mal folgende Unterlagen

Sobald Ihnen all diese Unterlagen vorliegen, senden Sie mir gern eine Mail an pkv@online-pkv.de oder stellen Ihre Anfrage über den LiveChat (links unten) oder das Anfrageformular.

In den meisten Fällen lässt sich recht unkompliziert eine Lösung finden, die je nach Bedarf gesetzliche oder private Versicherung oder auch ein Mix aus beiden Systemen als Grundlage hat. Übereilt sollte solche Entscheidung nie getroffen werden. Auf Anfragen nach dem Einkommen oder geänderten persönlichen Verhältnissen nicht zu antworten und die GKV „betteln“ zu lassen ist hingegen keine wirkliche Option. Diese „Vogel Strauß“ Politik bringt Sie hier leider nicht weiter und macht es eher deutlich teurer.

Und natürlich sind Nachzahlungen in vierstelliger Höhe ärgerlich, andererseits bestand eben auch Versicherungsschutz und Leistungen wurden (oder wären) erbracht (worden). Daher gilt es jetzt das „Problem“ anzugehen und zu lösen. 

10.
August '16

18 Monate Bindungsfrist und die falschen Aussagen der Krankenkasse


Die Bindungsfrist in der gesetzlichen Krankenkasse scheint einigen Mitarbeitern der GKV anscheinend nicht geläufig zu sein, oder vielleicht ist es sogar „Masche“ um den Kunden zu verunsichern? Ich kann mir kaum erklären, dass Mitarbeiter der mhPlus es nicht besser wissen sollten, dennoch liegen mir mittlerweile mehrere solcher Aussagen vor. Darum halte ich es für wichtig und sinnvoll diese Aussagen einmal klarzustellen, die damit verbundene Verwirrung etwas aufzuklären.

Die 18-monatige Bindungsfrist – was ist das?

Bei dieser Frist von 18 Monaten handelt es sich um eine gesetzliche Regelung, welche sich im Paragrafen 175 des Sozialgesetzbuches V nachlesen lässt. Die grundsätzliche Idee dahinter ist einen regelmäßigen, vielleicht sogar monatlichen, Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse zu verhindern. Dieses würde für alle Beteiligten einen immensen Verwaltungsaufwand bedeuten, daher hat der Gesetzgeber hier eine sprechende Frist eingeführt. Die genaue Formulierung finden Sie im Abs. 4 des Paragrafen 175, diese lautet:

(4) Versicherungspflichtige und Versicherungsberechtigte sind an die Wahl der Krankenkasse mindestens 18 Monate gebunden. Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt. Die Krankenkasse hat dem Mitglied unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die Kündigung wird wirksam, wenn das Mitglied innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse durch eine Mitgliedsbescheinigung oder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Wer also seine Krankenkasse wechseln möchte, der kann das natürlich tun. Dabei ist eine Kündigung risikolos und zum Ende des übernächsten Monats auszusprechen. Wer also im Monat August 2016 eine Kündigung an seine Krankenkasse versendet (Kündigungsvordrucke finden Sie hier), der kann die Krankenkasse zum 1. November 2016 verlassen, denn die Kündigung wird zum „Ende des übernächsten Monats“ und damit zum 31. Oktober wirksam.

Die 18-monatige Bindungsfrist – Ausnahmen

Beitragserhöhungen, richtigerweise eine Erhöhung des individuellen Zusatzbeitrages der Krankenkasse, verhelfen dem Versicherten ebenfalls zu einer entsprechenden Kündigungsmöglichkeit. In der Fortsetzung des oben zitierten Paragrafen 175 SGB V heißt es deshalb weiter:

Erhebt die Krankenkasse nach § 242 Absatz 1 erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht sie ihren Zusatzbeitragssatz, kann die Kündigung der Mitgliedschaft abweichend von Satz 1 bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den der Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird oder für den der Zusatzbeitragssatz erhöht wird.

Wer also heute einen Beitritt in einer gesetzlichen Krankenkasse erklärt und diese führt zum 1. Januar nächsten Jahres einen Zusatzbeitrag ein bzw. erhöht den bestehenden Zusatzbeitrag, der kann die Kasse auch zu diesem Zeitpunkt wieder verlassen. Dabei ist es unerheblich, ob die 18 Monate zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen sind.

Wechsel in die private Krankenversicherung

Auch das scheint bei einigen Mitarbeitern nicht angekommen zu sein, oder man will es vielleicht auch bewusst nicht hören. Es gibt durchaus eine Reihe von Krankenkassenmitarbeitern, welche dem kündigenden Versicherten sogar schriftlich mitteilen, ein Wechsel wäre nicht möglich. Hier wird auf die Bindungsfrist Bezug genommen und dem Versicherten mitgeteilt dass er erst nach 18 Monaten die gesetzliche Krankenkasse in Richtung der privaten Krankenversicherung verlassen kann.

Diese Aussage ist jedoch unsinnig und widerspricht dem Paragrafen 175 des Sozialgesetzbuches. Denn der Versicherte ist natürlich 18 Monate an die Wahl seiner Krankenkasse gebunden, er entscheidet sich aber für eine (private) Versicherung und hierbei gibt es keine Bindungsfrist. Wenn Sie also aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln möchten, so besteht das normale Kündigungsrecht zum Ende des übernächsten Monats und dieses losgelöst von einer festgelegten Bindungsfrist.

Artikelhinweis: „Sie können erst nach 18 Monaten kündigen“ – Bindungsfrist in der gesetzlichen Krankenkasse bei Übertritt in die PKV?!

Sollte Ihnen Ihre Krankenkasse etwas anderes mitteilen, so antworten sie auf dieses Schreiben und lassen das nicht so im Raum stehen. Eine mögliche Antwort könnte lauten:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben mir mitgeteilt, dass eine Kündigung meiner Mitgliedschaft in ihrer Krankenkasse erst nach Ablauf der 18 Monate möglich sein soll. Diese Aussage ist jedoch falsch. Unter Verweis auf Paragraf 175 des Sozialgesetzbuches fünf bin ich an die Wahl meiner Krankenkasse 18 Monate gebunden, ich werde jedoch keine neue Krankenkasse, sondern eine private Krankenversicherung wählen.

Aus diesem Grund übersenden Sie mir bitte binnen 14 Tagen die Kündigungsbestätigung. Sollten Sie weiterhin an ihrer Auffassung festhalten, so übersenden Sie mir bitte einen widerspruchsfähigen Bescheid mit entsprechender Rechtsbehelfsbelehrung.“

In neun 99 % der Fälle folgt auf ein solches Schreiben an entsprechende Kündigungsbestätigung. Andernfalls können Sie jetzt im Rahmen des schriftlichen Widerspruchs gegen die Entscheidung vorgehen, dieses ist zwingend notwendig um rechtliche Handhabe dagegen zu haben.

Die 18-monatige Bindungsfrist – rückwirkende, freiwillige Kinderversicherung

Ein besonderer Fall ergibt sich dann, wenn die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend die beitragsfreie Familienversicherung für die Kinder streicht. Die genauen Details und alle Einzelheiten zu der wegfallenden Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse habe ich bereits in dem folgenden Artikel zusammengetragen:

Artikelhinweis: Wenn die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend Geld für die Kinder will – was Sie tun können und sollten!

In solch einer Situation findet sich ein Sonderfall. Stellt die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend fest, dass eine beitragsfreie Familienversicherung für die Kinder nicht mehr besteht, so muss diese tätig werden. Im praktischen Ablauf funktioniert das so, dass rückwirkend die beitragsfreie Familienversicherung endet. Sie bekommen dann von der gesetzlichen Krankenkasse einen „Antrag auf freiwillige Versicherung“ und beantragen damit eine Weiterversicherung Ihres Kindes in der gesetzlichen Krankenkasse.

Aufgrund der bestehenden Versicherungspflicht schließt eine solche freiwillige Versicherung direkt an die weggefallene Familienversicherung an. Dabei kann es durchaus passieren, dass die gesetzliche Krankenkasse Nachzahlungen von einigen tausend Euro verlangt, da die Familienversicherung zum Beispiel für ein oder auch mehrere Jahre rückwirkend zu zahlen ist. Bei einem Beitrag von ca. 175 € (freiwillige Krankenversicherung für Kinder inklusive der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung) ergeben sich schon bei einem Jahr rückwirkenden Schutz Beiträge von 2.100 €. Nun entscheiden sich durchaus einige Eltern dafür, die Kinder dann privat zu versichern. Da eine private Krankenversicherung unmöglich einen rückwirkenden Versicherungsschutz über mehrere Jahre sicherstellen kann, ist zunächst einmal die Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse und die anschließende Kündigung nötig.

Auch hier berufen sich die gesetzlichen Krankenkassen dann gern einmal auf die 18-monatige Bindungsfrist. Wechselt das Kind jedoch in die private Krankenversicherung, dann gilt diese Frist auch hier nicht. Zum besseren Verständnis auch hier ein Beispiel.

Nehmen wir an die beitragsfreie Familienversicherung nach Paragraf 10 Sozialgesetzbuch V entfällt rückwirkend zum 1. Januar 2016. Nehmen wir weiterhin an die Kinder sollen zukünftig privat krankenversichert werden. Dann muss zunächst eine Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse mittels Antrag erklärt werden, diese könnte dann in gleichem Atemzug in dem Monat August wieder gekündigt werden.

Damit wären die Kinder bis zum 1. Januar 2016 gesetzlich beitragsfrei in der Familienversicherung, vom 1. Januar bis 31. Oktober 2016 freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse und ab dem 1. November 2016 in der privaten Krankenversicherung. Die gekündigte Mitgliedschaft der Kinder wird dann zum Ende des übernächsten Monats, also hierzu Ende Oktober beendet. Eine 18-monatige Bindungsfrist besteht hier nicht.

Die 18-monatige Bindungsfrist – Zusammenfassung

Ob es sich bei den Aussagen der gesetzlichen Krankenkasse um einen Einzelfall und damit um die Unwissenheit eines einzelnen Mitarbeiters handelt, das vermag ich nicht zu beurteilen. Ich hoffe sehr dass keine Methode dahintersteckt und so wissentlich falsche Informationen an den Kunden gegeben werden. Spätestens wenn man um einen widerspruchsfähigen Bescheid bittet, wurden die Aussagen bisher nahezu immer zeitnah korrigiert.

Wichtig ist die Information, die Bindungsfrist von 18 Monaten gilt nur dann, wenn sie sich für eine andere gesetzliche Krankenkasse entscheiden. Daniel jedoch glaubt erteilt der gesetzlichen Krankenkasse einfach mit, dass er sich privat krankenversichert möchte und wechselt dann doch in eine andere gesetzliche Krankenkasse umso der Frist zu entgehen, den muss ich leider enttäuschen. Durch die notwendige Folgeversicherungsbescheinigung erhält die alte Krankenkasse Kenntnis von dem neuen Versicherer und wird eine falsch ausgestellte Kündigungsbestätigung dann natürlich korrigieren.

14.
Juli '16

Wenn die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend Geld für die Kinder will – was Sie tun können und sollten!


Die gesetzlichen Krankenkassen haben bekanntlich irgendwie chronisch kein Geld. Das führt auch dazu, dass immer genauer geprüft wird, wo noch welches herzubekommen ist. Einer der Krankenkassen die im Moment sehr viel prüfen (auch gemessen an den Anfragen die mich hier zu erreichen) ist die BKK mhPlus, eine Krankenkasse welche in den vergangenen Jahren durchaus durch günstige Beiträge aufgefallen ist. Im Augenblick geht es hier jedoch um Nachforderungen, Nachforderungen nicht von einigen hundert, sondern von durchaus fünfstelligen Eurobeträgen.

Änderung des Familienstandes und Einkommensänderung nicht angezeigt

Einmal im Jahr bekommen viele gesetzlich Versicherte Familien Post, dort fragen die gesetzlichen Krankenkassen Veränderungen in der Familiensituation und den Einkommensverhältnissen ab. Einige Krankenkassen haben das in den letzten Jahren durchaus etwas schleifen lassen, was aber nicht bedeutet das Sie Änderungen in ihrem Familienstand, ein verändertes Einkommen oder sonstige Veränderungen im versicherten Status nicht anzeigen müssten. Dabei betrifft es in der Regel die Prüfung der Familienversicherung nach Paragraf 10 des Sozialgesetzbuches V. Hier findet sich die Regelung dafür, wann und unter welchen Umständen die Kinder in der gesetzlichen, kostenlosen Familienversicherung sein können.

Anzeige der Hochzeit vergessen

Ich kann das ja verstehen. Da haben sie gerade die Hochzeit hinter sich gelassen, Steuern in ein glückliches Leben als kleine, neue Familie und da hat man bekanntlich anderes zu tun, als die gesetzliche Krankenkasse zu informieren. Auch in den Flitterwochen gibt es sicherlich interessantere Themen als die gesetzliche Krankenkasse. Wenn diese dann noch nicht mal zur Hochzeit gratuliert, gerät es gänzlich in Vergessenheit. Doch damit haben wir schon das erste Problem. Ist ein Ehepartner privat krankenversichert und der andere in der gesetzlichen Kasse, so waren die Kinder bisher beitragsfrei familienversichert in der GKV. Nach der Hochzeit findet jedoch eine Prüfung statt, die es vorher so nicht gegeben hat. Mithilfe eines Familienfragebogens prüft die gesetzliche Krankenkasse das Einkommen der Ehepartner und entscheidet danach ob eine weitere, kostenfreie Familienversicherung überhaupt möglich ist.

Wo sind die Kinder zu versichern

Auf der hier abgebildeten Übersicht können Sie selbst schon einmal nachprüfen, ob nach ihrer Hochzeit eine solche Familienversicherung kostenfrei bestehen bleiben kann. Liegt jedoch das Einkommen des privat versicherten (Angestellten) oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, also höher als 56.250 €, so besteht für die bisher gesetzlich Krankenversicherten Kinder eine Beitragspflicht. Diese tritt mit Änderung des Umstandes ein, so mit der Hochzeit. Von diesem Zeitpunkt an müssen die Kinder einen Beitrag von ca. 165 €+ ca. 20 € Pflegepflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse bezahlen.

Die Alternative dazu ist, dass Sie die Kinder in der privaten Krankenversicherung versichern können. Dabei ist es nicht erforderlich, dass dieses die gleiche Krankenversicherung ist, in der Sie selbst versichert sind. Wichtig ist aber zu beachten, dass bei einer gesetzlichen, beitragspflichtigen Versicherung keinen Anspruch auf den Zuschuss durch den Arbeitgeber besteht.

Sondersituation Selbstständige

Ist der privat Krankenversicherter Elternteil jedoch selbstständig tätig, so gestaltet sich die Situation hier noch etwas komplizierter. Das Einkommen bei selbstständigen ist in der Regel nicht konstant, sondern verändert sich je nach Auftrags- und Kundensituation pro Jahr. Das weitere Problem besteht nun darin, dass ein Einkommen eines selbstständigen in der Regel erst im Folgejahr oder manchmal sogar noch später durch einen Steuerbescheid festgestellt werden kann. Das bedeutet, dass erst zu diesem Zeitpunkt eine Klarheit darüber besteht, ob das Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze gelegen hat. Dabei ist die jeweilige JAEG des entsprechenden Jahres maßgebend. Kommt nun der Steuerbescheid für das Jahr 2014 erst im Jahr 2016, so ist die Krankenversicherung (die gesetzliche) natürlich darüber zu informieren, und das möglichst umgehend. Die Pflicht für diese Information resultiert aus den Vorgaben im Sozialgesetzbuch V. Durch das Überschreiten der Grenze entfällt (rückwirkend) die Familienversicherung für das Kind. Damit ist klar, dass auch rückwirkend für die gesetzliche Krankenkasse des Kindes ein Beitrag fällig wird. Selbst für nur ein Jahr sprechen wir über Beiträge größer 2.000 €. Stellt die gesetzliche Krankenkasse fest, dass noch weiter zurückliegende Beiträge nicht erbracht sind, so wird diese nach fordern. Oftmals sind die Nachforderungen gerade bei mehreren Kindern dann schnell fünfstellig.

Kind geboren und „vergessen“

Das ist in vielen Fällen ein anderes und manchmal sogar komplizierteres Problem. Das Kind wird geboren und die Mutter meldet es einfach bei sich in der gesetzlichen Kasse an, so „macht man das eben“ und niemand sieht darin ein Problem, auch die gesetzliche Krankenkasse nicht, denn meist weiss diese nicht einmal von der privaten Krankenversicherung des Ehepartners. Das wird aber recht schnell zu einem Problem, denn irgendwann bekommt auch die gesetzliche Krankenkasse es heraus und dann stehen wir wieder vor dem gleichen Problem (wie oben bei der Hochzeit beschrieben). Die gesetzliche Krankenkasse berechnet die Beiträge, rückwirkend!

Doch anders als bei der Frage des späteren Wechsels eines Elternteils in die gesetzliche Krankenkasse haben wir hier noch einen anderen Anspruch. Besteht eine private Krankenversicherung bereits zur Geburt des Kindes bei einem Elternteil, so hat das Kind Anspruch auf die sogenannte neugeborene Nachversicherungsgarantie. In der Praxis bedeutet das, ist der Vater oder die Mutter bereits drei (bei manchen Gesellschaften einen) Monats privat krankenversichert, so muss die PKV das Kind versichern. Dabei spielt es keine Rolle ob das Kind zu diesem Zeitpunkt gesund ist, oder ob Vorerkrankungen und/oder Behinderungen vorliegen.

In mehreren Beiträgen zur Versicherung von Neugeborenen versuche ich immer und immer wieder zu erklären, wie wichtig der Versicherungsschutz für das Neugeborene ist. Nur bei entsprechender Vorversicherung der Eltern können die Kinder unabhängig vom Gesundheitszustand versichert werden. Eine Sammlung von Artikeln zum Thema Neugeborene und Kinder nach Versicherung finden Sie hier im Blog:

Die Situation: bei Geburt ein Elternteil privat, der andere gesetzlich

Eine solche Situation ist bei der Geburt von Kindern nicht wirklich selten. Ein Elternteil ist bereits privat krankenversichert, das zweite jedoch in der gesetzlichen Krankenkasse. Völlig unabhängig von der Frage wo das Kind tatsächlich zukünftig versichert sein sollte und auch völlig unabhängig davon wie sich vielleicht die Versicherungssituation in der Familie noch verändert, das Kind hat einen vertraglichen Anspruch auf Nachversicherung. Das bedeutet dass der private Krankenversicherung dem Kind einen Versicherungsschutz anbieten muss, der maximal dem Versicherungsniveau des dort versicherten Elternteils entspricht.

Diese vertragliche Garantie gilt natürlich nur bei dem Versicherer, bei dem auch das Elternteil versichert ist. Das Kind wird nach Vollendung der Geburt entsprechend angemeldet. Diese Anmeldung ist etwas anderes als eine Antragstellung, denn es gibt hier keine Gesundheitsprüfung. Die Geburt eines Kindes können Sie mir über das Kontaktformular einfach mitteilen. Nachdem dies passiert ist, erhalten Sie einen Versicherungsschein für das Kind.

Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt nicht verheiratet sein, oder trotzdem noch ein Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung bestehen, so kann diese genutzt werden. Die neugeborene Nachversicherungsgarantie ist allerdings nur einmalig nach Geburt nutzbar entsprechende Anmeldefristen sind zu beachten. Wer sich also dann entscheidet das Kind doch zunächst in der gesetzlichen Krankenkasse zu lassen, der sollte die private Krankenversicherung in eine sogenannte Anwartschaft umwandeln. Nun mit diesem Weg sichern Sie sich die Möglichkeit das Kind später (in sie es vielleicht müssen, aber aus gesundheitlichen Gründen sonst nicht mehr können) in die private Krankenversicherung zurückzuholen. Auch eine Umwandlung in eine Zusatzversicherung ist jetzt möglich und sinnvoll. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch noch, für ein gesetzlich versichertes Kind besteht kein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss, für ein privatversichertes Kind jedoch schon.

Post von der GKV, wir wollen Beiträge, rückwirkend!

Stellt die gesetzliche Krankenkasse nun fest, eine beitragsfreie Familienversicherung war fälschlicherweise vorhanden und somit unberechtigt, so schreibt diese die Versicherten an. Ein solches Anschreiben bedeutet meist, es kostet Geld, viel Geld. In einem der mir vorliegenden Fälle sieht das dann so aus.

mh Plus 1 Kindernachversicherung

Damit ist klar, die kostenlose Familienversicherung endet nun zum 30.11.2013. Ab diesem Zeitpunkt sind Beiträge als freiwilliges Mitglied zu zahlen, oder alternativ ein anderer Versicherungsschutz nachzuweisen. Das ist rückwirkend aber nicht so einfach, denn auch eine Versicherung geht nur in die Zukunft, schließlich lassen sich Schäden in der Vergangenheit nicht versichern. Teilweise gibt es aber eine Lösung.

Kann ich mit den Kindern auch rückwirkend in die PKV?

Eine rückwirkende Aufnahme der Kinder ist meist nicht möglich. In der PKV ist zudem keine Neugeborenennachversicherungsgarantie oder sonstige Option mehr vorhanden, die Kinder ohne eine Gesundheitsprüfung zu versichern. Das bedeutet, Antragstellung geht nur mit kompletter Risikoprüfung. Dazu haben die Versicherer unterschiedliche Vorgaben, denn nicht jeder nimmt auch die Kinder allein. Ob der gewünschte Versicherer Ihr Kind auch versichert, das können Sie meiner

Übersicht, wo die Kinder zu versichern sind

entnehmen. Dennoch sollte nicht vorschnell gehandelt werden. Es ist auch hier elementar wichtig, zunächst einmal den passenden Versicherungsschutz zu bekommen, das heißt aber zunächst zu ermitteln was Sie / Ihr Kind wirklich brauchen. Da steht schon die GKV mit vielleicht einigen tausend Euro Nachzahlung vor der Tür, dann soll es auch noch eine „teure PKV“ sein? Nun, Sie entscheiden sich auch hier für eine längere Beziehung. Meist bis zur Ausbildung und/ oder bis nach dem Studium bleiben die Kinder in der PKV der Eltern versichert. Es wird zwar im Rahmen der studentischen Tarife etwas billiger, generell muss der Schutz aber passen. Achten Sie in jedem Fall aber darauf, dass ein solcher PKV Schutz Umwandlungsrechte enthält. Dieser muss Ihnen die Möglichkeit bieten, im Falle einer Versicherungspflicht in der GKV (nach der Ausbildung) oder auch einem neuen Entstehen der Familienversicherung, aus der Voll KV einen Zusatzschutz zu machen. Nichts ist teurer als eine begonnene Kieferorthopädiebehandlung, welche dann mittendrin durch einen Wechsel von PKV zu GKV unterbrochen wird. Der eine zahlt nicht mehr, der andere kann nicht zahlen weil nicht vor Behandlungsbeginn genehmigt und so weiter.

Bekomme ich einen Nachlass wenn alle in einer Versicherung sind?

Auch diese Frage wird oft gestellt und ist einfach zu beantworten. NEIN. Eine rabattieren der Beiträge aufgrund vieler Personen in einem PKV Vertrag gibt es nicht. Genau wie es auch in der gesetzlichen Krankenkasse keinen Rabatt gibt. In der privaten Versicherung ist dieses einfach mit der Risikokalkulation zu erklären. Beiträge für die Kinder werden individuell und nach Alter, gewünschten Leistungen und Gesundheitszustand berechnet, da ist ein Rabatt schlecht möglich. Dennoch kann es manchmal von Vorteil sein, die eigene PKV zu wählen. Ob dem so ist, das hängt auch vom Vertrag ab, in dem Sie selbst derzeit versichert sind.

Wie lange habe ich Zeit?

Gar nicht. 🙂 Es ist ja nun schon einiges an Zeit vergangen, also die GKV hat schon Unterlagen angefordert, spätestens hier sollten Sie dann auch in Richtung der PKV nötig werden. Machen Sie sich dringend Gedanken über die

Auswahlkriterien in den Tarifen des Kindes

und den gewünschten Versicherungsschutz. Erst wenn dieses passiert ist, erst dann lassen sich die gewünschten Tarife ermitteln und gemeinsam mit Ihrem Berater schon die Voranfragen vorbereiten. Hierzu können Sie, nahezu unabhängig vom Alter des Kindes, schon einmal die Unterlagen vorbereiten. Diese habe ich Ihnen unten in einer „ToDo Liste“ zusammengestellt.

Was ist mit abgerechneten Behandlungen?

Auch wenn das Kind rückwirkend in die private Krankenversicherung soll, das ist meist nicht so einfach. Die meisten Unternehmen versichern die Kinder hier nur bis zu einem Zeitraum von 3 Monaten rückwirkend. Über einen Sondervertrag sind hier bei einigen meiner Kunden bis zu 9 Monate, manchmal sogar ein Jahr möglich. Ob dieses Modell für Sie in Frage kommt, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu senden Sie mir gern eine E-Mail oder nutzen das Anfrageformular hier auf der Seite.

Bereits in der GKV abgerechnete Behandlungen werden von dieser auch zurückgefordert. Dabei ist es nicht ganz unwichtig vor einer eventuellen Rückdatierung zu wissen, welche Behandlungen auftraten, welche Ärzte besucht wurden. Dieses ist nicht nur für die Antragstellung in der PKV, auch für die Rückforderung der gesetzlichen Kasse relevant. Einige Krankenkassen nennen Ihnen diese kosten ganz freimütig, andere wiederum tun sich hier sehr schwer. ACHTUNG: Diese Kosten welche von der GKV zurückgefordert werden, können NICHT bei der neuen, rückdatierten privaten Krankenversicherung eingereicht werden. Der Versicherungsbeginn kann zwar weiter zurückliegen, jedoch liegt der Leistungsbeginn nicht vor dem Ausstellen der neuen Police, und das ist meist jetzt, also nach den Behandlungen.

Welche Unterlagen brauche ich

Um überhaupt erst einmal zu überlegen welches System und welcher Versicherungsschutz für Ihr Kind passt, benötigt es etwas Arbeit. Schauen Sie sich daher schon einmal unter dem Punkt Auswahlkriterien hier auf der Seite um. Dann beschäftigen Sie sich mit Ihren Wünschen zum Schutz des Kindes. Und nein, „Hauptsache es ist billig“ ist kein passendes Auswahlkriterium. Diese Wünsche tragen Sie dann bitte in den

Kriterienfragebogen ein

auch der Fragebogen zur Antragsvorprüfung hilft schon weiter, ebenso ein Scan oder eine Kopie der Untersuchungsberichte aus dem U Heft.

Hier bitte daran denken, auch die linke Seite (selbst wenn die leer ist) ist mit zu kopieren.

Nachdem dieses alles zusammen gesammelt ist, schauen wir gern weiter nach dem passenden, für Sie relevanten Schutz und optimieren den gemeinsam.

24.
Mai '16

Kinder: Welche Krankenversicherung ist die passende für mein Kind?


Vor nunmehr einigen Jahren habe ich schon einmal dazu geschrieben, damals ging es um die Aussage „Mein Kind muss ja dann auch in die PKV„. Aufgrund vieler Nachfragen greife ich das Thema gern noch einmal auf und versuche einmal mehr etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Die Nachversicherung des Neugeborenen oder auch die Versicherung von Kindern nach der Hochzeit ist immer wieder ein „spannendes Thema“ und sorgt leider immer wieder für Verwirrung.

Krankenversicherung für das Kind – Die Möglichkeiten

Generell gibt es immer und für jedes Kind eine Wahlmöglichkeit, wie der Versicherungsschutz aussehen soll. Dabei spielt es auch keine Rolle, wenn kein Elternteil in der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist, selbst dann könnte das Kind dort versichert werden. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, das steht auf einem anderen Blatt, es geht aber.

Beide Eltern sind in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

Für den Fall das beide Eltern in der gesetzlichen Krankenkasse sind, hat das Kind zu 99% der Fälle einen Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung. Diese Regelungen finden sich im §10 des Sozialgesetzbuches V. Voraussetzungen wie „nicht selbstständig tätig“ und keine eigenen Einkünfte über der Geringfügigkeitsgrenze dürften bei den Kindern erfüllt sein. Dann besteht hier die kostenfreie Versicherung in der Familienversicherung eines Elternteils. Das kann der Vater, ebenso aber die Mutter sein. Da es bei einigen gesetzlichem Kassen besondere Leistungen gibt, ist auch hier genau zu überlegen wo das Kind angemeldet wird. Einen Vergleich der GKV Leistungen finden Sie in meinem Onlinevergleich der Krankenkassen.

GKV Kassensuche

Natürlich kann das Kind auch in der privaten Krankenversicherung versichert werden. Was es hier nicht gibt ist die Nachversicherung für Neugeborene ohne Gesundheitsprüfung, denn dazu bedarf es einer Vordersicherung eines Elternteils. Aber Dennoch kann ein „normaler Antrag“ mit Gesundheitsfragen und Risikoprüfung gestellt werden. Hierzu wird bei den meisten Gesellschaften die U1 und U2 Untersuchung benötigt. Ist das Kind dann privat versichert, so dürfen natürlich keinesfalls Leistungen doppelt abgerechnet werden. Es muss daher VOR Behandlungsbeginn entschieden werden, ob diese Behandlung nun „GKV oder PKV“ sein soll, denn auch der Arzt oder das Krankenhaus muss das vorher wissen. Dennoch gibt es Leistungen in der GKV, welche die private Versicherung so nicht kennt.

Ein Elternteil in der Privaten Krankenversicherung (PKV)

Hier wird es dann schon etwas schwieriger, da es nicht mehr ganz so einfach zu prüfen ist. Ist ein Elternteil in der gesetzlichen Krankenkasse und der/ die andere in der privaten Krankenversicherung versichert, so bestehen für das Kind mehrere Möglichkeiten. Für die vereinfachte Prüfung können Sie zunächst einmal dieses Schema verwenden. Hier „hangeln“ Sie sich von oben nach unten durch, damit Sie am Ende sehen ob ein Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung besteht.

Wo sind die Kinder zu versichern Im Anschluss an diese Prüfung ergibt sich dann die Möglichkeit der kostenlosen Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse (auch hier wieder mit der Option sich dennoch für die Private Versicherung zu entscheiden), aber auch die Möglichkeit das keine beitragsfreie Familienversicherung besteht. Ist dem so, so ist auch in der gesetzlichen Krankenkasse ein Beitrag hierfür zu zahlen. Hier einige Beispiele (Stand Mai 2016)

Kinderbeiträge als freiwilliges Mitglied in der GKV

  • – DAK  – 150,09 € zzgl. 25,08 € Pflegepflicht = 175,17 € mtl.
  • – AOK – 145,25 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 168,01 € mtl.
  • – Barmer GEK – 146,22 € zzgl. 25,18 € Pflegepflicht = 174,40 € mtl.
  • – BKK 24 – 146,22 € zzgl. 25,18 € Pflegepflicht = 174,40 € mtl.
  • – IKK – 149,13 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 171,89 € mtl.
  • – HKK – 141,28 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 164,04 € mtl.

Besonderheit: Ein Partner selbstständig mit schwankendem Einkommen

Immer wieder ergibt sich hier das Problem des spät feststellbarem oder schwankendem Einkommen. Gerade bei Selbstständigen werden das Einkommen und die Steuerbescheide erst weit in der Zukunft festgestellt. Zudem kann die Krankenkasse in den Satzungen entsprechende Regelungen treffen, welche eine Anrechnung bestimmter Einkommen-/ Einkunftsarten berücksichtigt.

Da Problem: Wird nun ein Einkommen erst im Folgejahr festgestellt, so ist dieses umgehend der Krankenkasse zu melden. Diese prüft dann erneut die Frage, ob eine Familienversicherung möglich ist und das auch rückwirkend. War bisher von einer beitragsfreien Versicherung ausgegangen und ändert sich das durch den Steuerbescheid oder die nachgewiesenen Einkünfte, so fordert die Krankenkasse eine Nachzahlung. Im meinem Artikel: „Die Krankenkasse fordert eine Nachzahlung und beendet die Familienversicherung rückwirkend“ habe ich genau dieses Problem beschrieben. Für viele Versicherte wird dieses dann oftmals eine große finanzielle Belastung, denn die Nachzahlung ist oftmals mehrere tausend Euro hoch.

Ein Beispiel:

Die Familienversicherung wird im August 2016 neu geprüft, da der Steuerbescheid für das Jahr 2015 erst erging. Die Krankenkasse stellt daher fest, für beide Kinder besteht seit dem 1.1.2015 kein Anspruch auf Familienversicherung mehr. Daher fordert diese:

Kind 1: Beitrag Januar bis Dezember 2015 = 170 Euro mtl. =  2.040 Euro

Beitrag Januar 2016 bis August 2016 = 175 Euro mtl. = 1.400 Euro

Kind 2: Beitrag Januar bis Dezember 2015 = 170 Euro mtl. =  2.040 Euro

Beitrag Januar 2016 bis August 2016 = 175 Euro mtl. = 1.400 Euro

Gesamtforderung: 6.880 Euro zzgl. laufender 350 Euro mtl.

Haben die Eltern das Geld dann nicht zurückgelegt, weil diese es nicht wussten oder davon ausgegangen waren eine rückwirkende Änderung ist nicht möglich, so tuen die über 6.000 Euro „mal eben schnell“ ganz schön weh. Daher sollten Sie, schon bei Anfertigung des Jahresabschlusses und der Fertigstellung der Steuererklärung mit der Krankenkasse sprechen. Einige Krankenkassen fragen zudem am Jahresende mit einem entsprechenden Fragebogen zur Familienversicherung die Einkommensverhältnisse ab.

Dann gehe ich rückwirkend in die PKV

Spätestens wenn die Nachforderung der gesetzlichen Krankenkasse kommt, überlegen viele die Kinder noch „schnell“ in der Privaten Versicherung versichern zu lassen. Einige Berater finden da angeblich sehr kreative Lösungen und meinen das das alles ganz einfach sei. Fakt ist aber:

  • eine rückwirkende Versicherung in der PKV über mehrere Jahre ist nicht möglich
  • laufende Behandlungen verhindern oft einen Wechsel, gerade wenn zum Beispiel Kieferorthopädie als Behandlungsform ansteht oder der Arzt dieses schon einmal angeraten hat
  • bereits erbrachte Leistungen (Arztabrechnungen, Medikamente etc.) wären zurück zu zahlen
  • ein nachträgliches Einreichen bei der PKV geht aber auch nicht, da die Leistungen vor der Annahme des Antrags liegen

Damit ist ein solcher Weg meist keine sinnvolle Option, schließlich bleiben Sie auf einer Menge Kosten sitzen, wenn die Kinder auch nur zu „Kleinigkeiten“ beim Arzt waren. Dieser hat über das GKV Budget abgerechnet. Würde sich das ändern, müsste dieser ggf. rückwirkend eine Privatrechnung stellen, die GKV fordert zurück und vieles mehr. Das rechtfertigt den Aufwand meist nicht.

Die Lösung

Machen Sie sich am Besten vor der Geburt, oder noch besser schon vor der Familienplanung Gedanken wie die Versicherung der Kinder aussehen soll. Beachten Sie dabei bitte auch die nicht immer beitragsfreie Versicherung der Mutter, während der Elternzeit.

Lesetip: In der Elternzeit ist gerade NICHT jeder beitragsfrei in der GKV versichert

Weiterhin denken Sie bitte auch daran rechtzeitig zu überlegen welchen Versicherungsschutz das Kind benötigt, denn hier ist bei vielen Unternehmen eine Vorversicherungszeit von drei Monaten nötig. In der Praxis bedeutet dies, der Schutz für die Eltern sollte so abgeschlossen werden das auch bei einer eventuellen Frühgeburt (oder besser gerade dann) schon die Vorversicherungszeiten erfüllt sind. Nur dann lassen sich die Kinder im Rahmen der Neugeborenennachversicherung ohne Gesundheitsprüfung mitversichern und genießen von Geburt an Versicherungsschutz.

PKV oder GKV für das Kind?

Diese Frage lässt sich generell nicht beantworten. Abhängig von persönlichen Vorgaben zu Leistungen und Prämien über eine eventuelle familiäre Vorbelastung mit Krankheiten können beide Systeme sinnvoll sein. Zu beachten ist aber hier noch eines. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es für das Kind nur dann, wenn dieses in einer privaten Krankenversicherung versichert ist. Ist das Kind hingegen gegen Beitrag in der GKV, so besteht hier kein Arbeitgeberzuschuss und das obwohl der Beitrag mit knapp 170 Euro monatlich nicht so klein ist.

Auch gibt es Leistungsbausteine die zwar in der gesetzlichen Kasse, nicht aber zwingend in jedem PKV Schutz enthalten sind. Nur ein Beispiel ist das Krankentagegeld bei Erkrankung eines Kindes.

Lesetip: Krankentagegeld in der PKV bei Erkrankung eines Kindes

Auch Leistungen wie Mutter-Kind-Kuren oder auch Vater-Kind-Kuren sind in der PKV anders gelöst. Hierzu gibt es entsprechende Kurtagegelder und Kurtarife, meist ist dieses aber nicht pauschal im „Haupttarif“ enthalten.

Besonderheit Beamte

Ist ein Elternteil, ganz egal ob Mutter oder Vater, verbeamtet und erhält daher Beihilfe, so besteht auch für das Kind in den meisten Fällen ein Beihilfeanspruch. Dieser beträgt i.d.R. 80% der beihilfefähigen Aufwendungen. Das bedeutet das jede Arztrechnung zuerst an die Beihilfestelle geht, diese davon 80% (im Rahmen der erstattungsfähigen Kosten) übernimmt und danach der private Krankenversicherer den Rest trägt. Natürlich gelten hier die Beschränkungen des gewünschten Versicherungsschutzes.

Beihilfeanspruch günstiger als Arbeitgeberzuschuss: Bekommen Sie für das Kind 80% der Arztkosten erstattet, so ist das die bessere Wahl. Der Arbeitgeberzuschuss beträgt maximal 50% des Beitrags, im Rahmen der Höchstzuschüsse. Auch hier besteht die Nachversicherung nur dann, wenn die Vorversicherungszeiten erfüllt sind.

Was Sie tun müssen

Ja müssen, nicht sollten. Handelt es sich um ein Kind welches noch nicht geboren ist, so können Sie die folgenden Schritte einfach „abarbeiten“

  1. Klären Sie, wo die Mutter versichert ist und wie (freiwillig, pflichtig, privat krankenversichert?)
  2. Klären Sie gleiches für den Vater
  3. Bestehen Zusatzversicherungen, wenn ja wo, seit wann, mit welchem Versicherungsumfang
  4. Besteht eine Optionsversicherung um in die PKV wechseln zu können?
  5. Ist ausreichender Pflegeergänzungsschutz vorhanden? –> Lesetip: Tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes
  6. Lesen Sie den Was Sie zu Beginn der Schwangerschaft bedenken sollten – jetzt oder nie
  7. Überlegen Sie sich, welchen Leistungsumfang das Kind später in seinem Versicherungsschutz haben soll

Ist das Kind schon auf der Welt und Sie haben vielleicht vor zu heiraten oder schon geheiratet dann sollten Sie sich einmal folgende Punkte anschauen:

  1. Wie ist die Mutter derzeit versichert?
  2. Welcher Schutz besteht für den Vater?
  3. Haben Sie als Eltern eine Zusatzversicherung?
  4. Bestehen schon Zusatzversicherungen für das Kind?
  5. Weiss die GKV von der Hochzeit, falls das Kind noch familienversichert ist?

In beiden Fällen suchen Sie sich bitte einen ausreichend qualifizierten Berater, denn gerade hier gibt es viel was durch eine verlorene Frist, eine vergessene Anmeldung oder einfach durch Unwissenheit fatale Folgen haben kann.

Lieber fragen Sie einmal mehr nach, einmal zu viel ist besser! Fehler die bei der Anmeldung gemacht werden und sich nicht mehr korrigieren lassen, ziehen sich sonst wie ein roter Faden durch das Leben des Kindes, denn nicht nur zu Beginn, auch während der kompletten Versicherungszeit lassen sich einige Punkte nicht mehr korrigieren.

Weitere Informationen finden Sie:

Fragen stellen Sie gern über die Live Chat Funktion oder einfach per E-Mail, oder rufen Sie einfach an.