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06.
Juni '12

PKV Beratung in 20 Minuten und warum die MEG Kunden nicht wissen, was sie gekauft haben


Wer vorgestern Abend die ARD geschaut hat, der konnte live und in Farbe erleben, wie Exzesse in der Vermittlung von Privaten Krankenversicherungsverträgen aussehen können. In „Versicherungsvertreter – Der Film“ berichtet Regisseur Klaus Stern über die Entwicklungen der MEG, einem Vertrieb für die private Krankenversicherung.

Interessant waren die Aussagen der ehemaligen Mitarbeiter, der zwischenzeitlich in die Insolvenz gegangenen Vertriebes in Kassel. Da wurde dem Kunden suggeriert, er bekäme einen neutralen Vergleich „ich kann ihnen alle Krankenversicherungen in Deutschland berechnen und Sie suchen sich einfach eine aus.“

Ein (erfolgreicher) Mitarbeiter erzählt ab Minute 14 im Film wie er vorging. So ist es in 20 Minuten erledigt und der Kunde hat eine neue Krankenversicherung.

Beratung in 20 Minuten- geht das denn nicht?

Nein. Eine Beratung zur Privaten Krankenversicherung, einem Produkt was den Kunden ein Leben lang begleitet, ist in 20, aber auch 60 Minuten nicht zu „beraten“. Allein wenn Sie sich meinen Kriterienfragebogen zur PKV anschauen, dann dauert das ausfüllen des Fragebogens schon mehr als die 20 Minuten. Da wurde dann aber noch nicht ein einziges Wort über Tarife, Gesellschaften und Aussagen gesprochen, der Kunde kann so ein Produkt nicht verstehen.

Selbst der, der für sich sagt „ich will nur einen günstigen Schutz wie die GKV“, der kann den niemals bekommen haben. Vorwiegend wurden durch die MEG AG bekanntlich Einsteiger-/ Billigtarife vermittelt. Dabei standen Gesellschaften wie die AXA mit dem EL und EL Bonus, die Hallesche mit dem Primo oder KS, die Central mit Tarifen wie EKS, KEH, CV3H, CVP oder auch die Hanse Merkur mit KVG und KVG an der Tagesordnung. Dem Kunden ist leider gar nicht bewusst, welche „schwarze und undurchsichtige Box“ er da eigentlich gekauft hat und einige waren froh, das es so schnell ging.

Da brauchte man sich nicht lange mit dem (ungeliebten) Thema PKV auseinandersetzen, Versicherungsbedingungen lesen oder sich Gedanken machen. Da kam jemand nach Hause und hat es „schnell erledigt“. Klingt doch super, oder?

Was ist mit den Kunden, die nun in Tarifen versichert sind, die sie gar nicht verstehen?

Viele der MEG Kunden haben von der Insolvenz gar nicht so recht etwas mitbekommen. (mehr …)

04.
Mai '11

Meine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist insolvent – Was kann ich als Versicherter der City BKK tun?


Ursprünglich galten gerade die kleinen gesetzlichen Krankenkassen (GKV) als die Feinen. Bei der City BKK in Stuttgart, beworben bisher mit dem Slogan „Die Krankenkasse mit dem SMILE Effekt“, ist das Lächeln nun augenscheinlich zu Ende. Viele Versicherte sind nun verunsichert. (Foto (c) City BKK)

Laut der heutigen Pressemitteilung der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Bundesversicherungsamt, wird die City BKK zum 01. 07. 2011 geschlossen. Grund sind neben den starken Abgängen der Mitglieder auch die fehlenden Neuzugänge. Damit kann ein langfristiges und stabiles Dasein nicht ermöglicht werden, so das Bundesversicherungsamt.

Pressemitteilung nachzulesen durch Klick auf das Bild

Viele Versicherte der City BKK, aber auch einige anderer Kassen sind nun verunsichert und fragen sich besorgt:

Was kann ich tun, wenn meine Krankenkasse insolvent und somit geschlossen wird?

Zunächst einmal die gute Nachricht. Es ist niemand ohne Versicherungsschutz, nicht jetzt und auch nicht nach der Insolvenz. Durch die bestehende Versicherungspflicht ist es unmöglich, keinen Versicherungsschutz zu haben. Versicherte müssen aber dennoch handeln und sich um einen neuen Versicherungsschutz bemühen.

Wo kann ich mich denn nun versichern?

Die bisherigen Pflichtversicherten, welche also nur die Wahl einer anderen gesetzlichen Krankenkasse (GKV) haben, können sich bei einer beliebigen Kasse versichern. Die Grundleistungen sind identisch, jedoch kann eine gesetzliche Kasse in sehr engen Grenzen Mehrleistungen anbieten.

Weiterhin ist es möglich einen Bonus oder auch einen Malusbeitrag zu eheben. Entweder Sie zahlen somit einen Zuschlag auf den einheitlichen gesetzlichen Beitragssatz (15,5% in 2011) oder bekommen einen Bonus zurück. Beides ist von der finanziellen Situation der gesetzlichen Kasse ab. Eine Leistungsübersicht und einen Leistungsvergleich finden Sie bei den Kollegen des Internetportals für die gesetzlichen Krankenkassen.

Alle freiwillig Versicherten Mitglieder der City BKK (also Selbstständige, Freiberufler und Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze) müssen nicht unbedingt in eine gesetzliche Krankenkassen. Diese haben auch die Möglichkeit einen privaten Krankenversicherer zu wählen und das System der gesetzlichen Krankenkassen generell zu verlassen.

Ob das sinnvoll und passend ist muss jeder für sich in einem sorgfältigen Auswahlprozess überlegen, besprechen und anhand vieler Faktoren eine Auswahl und Entscheidung treffen.

Wer über den Wechsel zu einer Privaten Krankenversicherung nachdenkt, das aber nicht überstürzen möchte und vielleicht nicht vor dem 01. 07. 2011 schafft, der kann zunächst auch eine gesetzliche Krankenkasse wechseln und später den PKV Wechsel vollziehen.

ABER: Sollten Sie diesen Weg wählen, so schließen Sie in keinem Fall einen Wahltarif der gesetzlichen Kassen ab. Dieser bindet Sie, je nach Art des Tarifs auf 1 oder gar 3 Jahre an die (neue) gesetzliche Krankenkasse.

Weitere Informationen:

Leitfaden zu den Unterschieden der gesetzlichen und Privaten Krankenversicherung

Auswahlkriterien für den richtigen PKV Schutz