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22.
Februar '13

Die MEG AG, „komische Vertriebe“ und die Folgen für Versicherungsnehmer und Versicherer


Da lief er wieder, der Film „Versicherungsvertreter – Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker“. Der WDR zeigte den Film gestern Abend und berichtetet daher eindrucksvoll wie Vertrieb in der privaten Krankenversicherung ausgesehen hat. Herr Göker hat nicht nur den Zuschauern, sondern gerade den Versicherern gezeigt wie man sich erfolgreich von Vertrieben abhängig macht und natürlich will heute von den meisten Gesellschaften niemand mehr etwas davon wissen. Leider gibt es auch heute noch teilweise sinnlose und unsinnige Umdeckungen in der privaten Krankenversicherung, aber eben auch in anderen Versicherungssparten.

Was der Zerfall des Göker Vertiebes MEG für die Kunden bedeutet hat, das habe ich bereits in einem älteren Blogbeitrag ausführlich beschrieben und empfehle daher diesen noch einmal aufzurufen. –> MEG AG meldet Insolvenz an – was bedeutet das für Kunden?

Auch wenn durch gesetzliche Regelungen wie die Verlängerung der Stornohaftung und die Deckelung der Courtagen die Anreize für solche Methoden verringert worden sind, so schaffen es auch heute noch Unternehmen (vermutlich im größeren Stil) umzudecken, wie man an diesem Beispiel der Impuls AG sehen konnte. Doch welche Folgen hat das für die Vertriebe, Versicherer und natürlich zuerst für den Kunden? Dazu schauen wir uns zunächst einmal die Unterschiede der Vertriebsmethoden an.

Welche unterschiedlichen Vermittler kennt der Markt?

Zuerst einmal der bekannteste und am weitesten verbreitetste Vertriebsweg, der Versicherungsvertreter. In Zeiten wo Hr. Kaiser als Werbefigur der Hamburg Mannheimer die deutschen Fernsehbildschirme betrat, da war schien die Welt noch in Ordnung. Der Versicherungsvertreter ist auch vom Kunden leicht zu erkennen, denn er arbeitet für eine Gesellschaft und tritt als deren Vertreter auf. Daher kann er auch nur diese eine Gesellschaft anbieten, was der Kunde in den meisten Fällen einfach erkennen kann.

Dann gibt es die so genannten Mehrfachagenten. Sie stehen wie der Vertreter rechtlich auf der Seite des Versicherers und vertreten auch dessen Interessen. Unterschied zum erstgenannten besteht aber darin, dass dieser Mehrfachagent aber durchaus für mehrere Gesellschaften tätig sein kann. Das heisst nicht, das die Beratung unabhängig ist, denn die rechtliche Stellung im Lager des Versicherers bleibt bestehen.

Der dritte und nach aktuellen Studien ansteigende Weg ist der, des Versicherungsmaklers. Als solcher bin ich auch tätig und wir sind als Makler gesetzlich dem Lager des Kunden zugeordnet. Der Makler ist als so genannter Sachwalter des Kunden nur diesem verpflichtet und muss seine Tätigkeit unabhängig von Interessen des Versicherers ausüben.

Mehr Infos und Details zu den Vertriebswegen gibt es im Beitrag: Wie finde ich den passenden Makler, Berater, Vertreter und woran erkenne ich diesen? Nur weil ein Vermögensberater oder Finanzberater als solcher auftritt, heisst es nicht das dieser unabhängig ist. Am Beispiel der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) ist das gut zu erkennen, denn diese sind als „Gebundener Versicherungsvermittler“ eben an die Partnergesellschaften gebunden und nicht unabhängig (als Makler) tätig.

Wer ist denn gut und an wen soll ich mich wenden?

Eine pauschale Aussage welcher Vertriebsweg für Sie der richtige ist, die gibt es nicht. Auch die weiterhin am Markt agierenden Versicherungsberater sind nicht für jeden geeignet. Diese sind nicht als Vermittler tätig, sondern beraten gegen ein Honorar über ein bestimmtes Produkt oder eine Absicherung. Auch Vertreter einer Gesellschaft können eine gute Beratung abliefern und tun das durchaus nach meiner Erfahrung. (mehr …)