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03.
Februar '14

Die Krankenversicherung im Voraus bezahlen und damit eine Menge Steuern sparen? Das sollten Sie dabei beachten.


Die Ausgaben für die freiwillige gesetzliche (GKV) oder die private Krankenversicherung (PKV) stellen mit mehreren hundert Euro jeden Monat einen der größten Posten in der Liste der festen Kosten dar. Dennoch kann es Sinn machen diese nicht nur monatlich, sondern weit im Voraus zu zahlen und damit mehrere Tausend Euro vorab an seinen Versicherer oder die Krankenkasse zu überweisen.

Warum und was es bring?

Ein ganz legaler Steuertick bring eine massive Ersparnis und daher um ein Vielfaches mehr als die derzeit mageren Zinsen bei Geldanlagen. Zudem ist es eine völlig risikolose Variante aus dem eigenen Geld etwas mehr zu machen. Der Grund in dieser Möglichkeit liegt im Einkommensteuergesetz. Seit 2010 lassen sich die Beiträge für die Krankenversicherung teilweise von der Steuer absetzen bzw. werden als Sonderausgaben angesetzt. Dabei werden nicht 100% der Beiträge berücksichtigt, sondern je nach Vertrag etwas um die 70-80%, denn der Gesetzgeber lässt nur die Ausgaben steuermindernd zu, welche der so genannten Basisabsicherung entsprechen. Wer also Wahlleistungen für privatärztliche Behandlung versichert hat, der kann diese genau so wenig absetzen, wie Leistungen für Naturheilverfahren oder weitere Extras. Der Versicherer weisst aber den Anteil des Beitrages extra aus, welcher der Basisabsicherung entspricht.
Normalerweise wird der Beitrag monatlich an den Versicherer überwiesen oder dieser bucht den Betrag im Lastschriftverfahren ab. Wer aber etwas Geld „auf der Hohen Kante hat“, der sollte überlegen ob der nicht Beiträge für die Krankenversicherung im Voraus an den Versicherer überweist.

Für wen kommt es in Frage?

In den Genuss dieser Möglichkeit kommen nicht nur privat verischerte Arbeitnehmer, Selbstständige und Beamte, auch freiwillig in der GKV versicherte können diese legale Steueroptimierung nutzen.
Wer in der GKV als Arbeitnehmer pflichtversichert ist, der kommt leider nicht in den Genuss, denn hier führt der Arbeitgeber monatlich die Beiträge ab und der Versicherte kann sich nicht für eine Vorauszahlung entscheiden.

Wie es geht?

Grundvoraussetzung ist natürlich, das ein Jahresbeitrag oder mehr (bis zu 1,5 Jahren im Voraus ist eine solche Vorauszahlung möglich) erst einmal vorhanden ist. Sind die Mittel für eine sofortige Zahlung verfügbar, so sollten Sie zunächst Ihren Berater oder den Versicherer ansprechen und diesen bitten, eine solche Vorauszahlung zu prüfen. Nicht bei allen Unternehmen ist es machbar die kompletten 2,5 Jahre voraus zu zahlen.

Selbst dann ist eine Ersparnis möglich, denn auch ein Jahresbeitrag im Voraus bedeutet schon eine deutliche Ersparnis. Zudem gewähren die Unternehmen einen Rabatt von 3 bis zu 5% auf den Beitrag, wenn dieser ein Jahr im Voraus gezahlt wird.

Doch der eigentliche Effekt resultiert aus dem Steuerspareffekt. Wer seine Beiträge bis zu 2,5 Jahre im Voraus entrichtet, der kann diese Beiträge schon in der Steuererklärung für 2014 komplett ansetzen. Dadurch sinkt nicht nur die Steuer im aktuellen Jahr, in den kommenden Jahren lassen sich zudem auch noch andere Versicherungen ansetzen, welche sonst unberücksichtigt geblieben werden das die Höchstbeiträge bereits ausgeschöpft worden sind.
Generell lasen sich Versicherungen bis zu 2.800 EUR ansetzen, jedoch ist dieser Betrag meist schon durch die Krankenversicherung ausgeschöpft und so bleiben andere Absicherungen unberücksichtigt.
Schauen wir uns das an einem Beispiel einmal genauer an:

PKV_Vorauszahlung

Was passiert bei Beitragsanpassung?

Falls der Versicherer für die Zeit der im Voraus gezahlten Beiträge eine Anpassung vornehmen muss, so endet die Vorauszahlung hieran nichts. Die bereits gezahlten Beiträge werden in diesem Falle verrechnet und reichen dann vielleicht keine 18, sondern nur noch 17 Monate. (mehr …)

07.
Januar '14

Zum Jahresbeginn die Grenze zur freiwilligen Versicherung überschritten- und nun?


Die erste Lohnabrechnung im neuen Jahr oder erstmal nur ein Brief der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und es ändert sich für einige Arbeitnehmer so einiges.

Wer ist genau betroffen?

Es betrifft all die, welche im letzten Jahr 2013 erstmalig über der Versicherungspflichtgrenze versichert waren und daher in der GKV pflichtversichert. Lag das Bruttojahreseinkommen (Was zählt alles zum Einkommen für die Krankenkasse?) über einem Betrag von 52.200 EUR und überschreitet der Arbeitnehmer auch die Grenze von 2014 voraussichtlich, so besteht ab dem 1. Januar 2014 keine Versicherungspflicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung.

freiwillig_vers_2014

Muss ich meine Gesetzliche Krankenkasse informieren?

Nein. Eine solche Meldung der Einkünfte erfolgt bei durch den Arbeitgeber. Dieser teilt der GKV das Einkommen zum Jahresende (wie jeden Monat) mit und meldet somit diesen “Umstand”. Damit weiss die gesetzliche Kasse dann, das Sie nun nicht mehr zu den versicherungspflichtigen Mitgliedern gehören und ab sofort freiwillig versichert sind.

Was ändert sich?

Grundsätzlich sind Sie erst einmal weiter versichert wie bisher. Leistungen beim Arzt bleiben identisch, auch die Versicherungskarte ändert sich nicht. Dennoch verändern/ verschlechtern sich teilweise Leistungen bei Mutterschutz/ Erziehungszeit und der Beitragsbefreiung in der GKV, dieses ist daher zu berücksichtigen.

Ändert sich mein Beitrag?

Ja, aber das hat nicht primär etwas mit der freiwilligen Versicherung, sondern mit dem Anstieg der Grenze des Einkommens zu tun. Schon bisher haben Sie, wegen des Überschreiten der Grenze, den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Kasse gezahlt, das bleibt auch 2014 so, nur das dieser erhöht wird- wenn auch nicht gravierend. Die neuen Beitragszahlungen erfolgen wie bisher durch den Arbeitgeber direkt an die Krankenkasse.

Krankenversicherung: 4.050 EUR * 15,5% = 627,75 EUR (bisher 610,31EUR, + 17,44 EUR)

Pflegepflichtversicherung: 4.050 EUR * (2,05% + 0,25% (Kinderlose)) = 93,15 EUR (bisher 90,56 EUR, +2,59 EUR)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 720,90 EUR pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten und damit 20,03 EUR mehr als in 2013.

Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein:

KV: 4.050 EUR * (7,3%+0,9%) = 332,10 EUR (bisher 322,88 EUR, +9,22 EUR)

Pflege: 4.050 EUR * (1,025% + 0,25%)= 51,63 EUR (bisher 50,20 EUR, +1,43 EUR

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2014: 383,73 EUR (bisher 373,08 EUR, +10,65 EUR)

Ändert sich meine Lohnabrechnung?

Ja, dort findet sich eine neue Position. Stand dort bisher “Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenversicherung” oder eine ähnliche Formulierung, so finden Sie dort nun eine Position welche mit “Zuschuss zur freiwilligen Krankenversicherung” (bzw. Pflegepflichtversicherung) umschrieben ist. Diese Position gibt den Betrag wieder, welchen der Arbeitgeber für Ihre Krankenversicherung zahlt.

Anders als bei einer Versicherung in der Privaten Krankenversicherung (hier beträgt dieser 50% des Beitrages, max. den Höchstzuschuss zur PKV in 2014) ist der Zuschuss hier fest und für alle Arbeitnehmer gleich. Er beträgt nicht 50%, da der Arbeitnehmer einige Anteile nicht bezuschusst und der AN somit 0,9% allein trägt (siehe Berechnung oben).

Müssen Sie was tun?

Nein, Sie müssen nicht, dürfen aber schon. Wogegen Sie vorher in der GKV “gefangen waren” und keine Wahl hatten, können Sie sich nun zwischen gesetzlichem und privatem System wählen. Jedes System hat Vor- und Nachteile, daher ist es nicht pauschal zu sagen ob die PKV überhaupt etwas ist, was für Sie geeignet ist.

Leitfaden_Deckblatt

 

In meinem Leitfaden zur Entscheidungsfindung habe ich Ihnen die Unterschiede einmal im Detail erläutert. Schauen Sie sich zuerst einmal die grundlegenden Unterschiede an, dann macht es Sinn sich weiter Gedanken über Systeme, Planungen und erst viel, viel Später über Versicherungen und Tarife zu machen.

Weitere Infos finden Sie auch hier im Blog unter der Rubrik Krankenversicherung, oder aber bei Fragen einfach die neue Live-Chat Funktion nutzen, diese gibts links als roten Button.

22.
Juli '11

Arbeitgeberzuschuss für Kinder und freiwillig GKV Versicherte


Für den privat krankenversicherten Arbeitnehmer zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zur Privaten Krankenversicherung (PKV). Die individuelle Höhe Arbeitgeberzuschuss ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Dabei spielen der (einheitliche) Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkasse, die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze und der eigene Beitrag zur Privaten Krankenversicherung eine Rolle.

Im Jahr 2011 beträgt der Zuschuss maximal 271,01 EUR in der Privaten Krankenversicherung. Dabei ist aber zu beachten, dass es nie mehr als 50% des eigenen Beitrages sein können.

Wer bekommt den Zuschuss?

Die “Lösung” findet sich im § 257 SGB V, also dem Sozialgesetzbuch. Dort heißt es:

(2) Beschäftigte, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze oder auf Grund von § 6 Abs. 3a versicherungsfrei oder die von der Versicherungspflicht befreit und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind und für sich und ihre Angehörigen, die bei Versicherungspflicht des Beschäftigten nach § 10 versichert wären, Vertragsleistungen beanspruchen können, die der Art nach den Leistungen dieses Buches entsprechen, erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Beitragszuschuß.

Somit besteht auch für versicherte Kinder, die sonst familienversichert wären, ein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss. Weiterhin kann eine (nicht mitarbeitende) Ehefrau oder ein Hausmann ebenfalls Anspruch auf die Zahlung des Arbeitgeberzuschusses haben. Voraussetzung auch hier ist, es bestünde bei Versicherungspflicht ein Anspruch auf Familienversicherung gem. §10 SGB V.

Wird der Zuschuss dann einmal- oder für jede Person gezahlt?

Die Begrenzung des Zuschusses hat(te) den Sinn, den Arbeitgeber maximal mit dem Betrag zu belasten, den er hätte bei Verbleib des Arbeitnehmers in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zahlen müssen. Demnach ist es nur logisch, dass der Zuschuss für alle Personen nur einmal gesamt gezahlt wird. Übersteigt also der Gesamtbeitrag für ALLE versicherten Personen den Betrag von 542 EUR, so wird kein weiterer Zuschuss gezahlt. (dazu kommt der Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung).

Müssen alle in einem Vertrag und bei einem Versicherer versichert sein?

Nein. Es ist unerheblich, ob es ein Vertrag ist, oder bei anderen Unternehmen unterschiedliche Verträge bestehen. So können die Kinder durchaus bei einem anderen Versicherer sein, als der Vater oder die Mutter. Selbst jedes Kind kann bei einem anderen Unternehmen versichert sein, solange dieses die Voraussetzungen gem. §257 SGB V erfüllt.

Was ist mit freiwillig in der GKV versicherten Familienangehörigen?

Es gibt ja durchaus Konstellationen, in denen bewusst nicht alle Familienmitglieder in die PKV gewechselt sind. Manchmal bleiben die Kinder aus verschiedenen Gründen in der gesetzlichen Krankenkasse und zahlen dort (wenn keine Familienversicherung möglich ist) einen eigenen Beitrag.

Daher liegt die Idee nahe, für diese Beitragszahlung einen (Rest-)Zuschuss zu nutzen. Auch für den Fall, dass die Ehepartnerin oder der Ehepartner in der GKV freiwillig versichert sind, wäre dieses durchaus sinnvoll.

Leider funktioniert das nicht. Der Gesetzgeber hat ausdrücklich nur die private Krankenversicherung genannt. Dabei heißt es:

(…) und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind (…)

und weiter

(2a) Der Zuschuss nach Absatz 2 wird ab 1. Januar 2009 für eine private Krankenversicherung nur gezahlt, (…)

Einen Zuschuss für freiwillig versicherte Kinder und Ehepartner in der gesetzlichen Krankenkasse ist nicht möglich.

Auch dieser Punkt sollte bei der Überlegung, wo die Kinder zu versichern sind, mit bedacht werden. Ein alleiniger Entscheidungsgrund ist es sicher nicht, jedoch spielt auch dieser Grund eine Rolle.

Weitere Informationen:

Kinder in der Privaten Krankenversicherung (PKV), Tarifauswahl und warum einige Gesellschaften die Kinder nicht haben wollen

Private Krankenversicherung für 2012 schon jetzt? Was Wechsler beachten sollten

Kindernachversicherung – nichts überstürzen und ausreichend informieren

Wo sind die Kinder zu versichern? GKV oder PKV?

30.
April '10

GKV freiwillig versichert erst ab 01. 01. 2011 – wann, was tun?


UPDATE: Bundestag billigt das GKV-Finanzierungsgesetz-GKV-FinG, 3-Jahresgrenze in der PKV ist Geschichte

Einige Anfragen die mich heute schon erreichen beschäftigen sich mit dem Thema “Private Krankenversicherung 2011″. Warum jetzt schon?

Nun, aufgrund der DreiJahresregel in der gesetzlichen Krankenversicherung sind viele Arbeitnehmer noch nicht in der Lage in die private Krankenversicherung zu wechseln. Gem. §6 in V sind Angestellte unter bestimmten Voraussetzungen versicherungsfrei. Genau heißt es dort:

(4) Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des dritten Kalenderjahres, in dem sie überschritten wird. Dies gilt nicht, wenn das Entgelt die vom Beginn des nächsten Kalenderjahres an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt.

Der Angestellte der in 2008, 2009 und 2010 die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG)

2008 – 48.150 EUR

2009 – 48.600 EUR

2010 – 49.950 EUR

überschreitet und vorr. auch die für 2011, ist somit versicherungsfrei und kann sich entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) bleiben, oder in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln.

Wann sollte nun was unternommen werden?

Grundsätzlich kann der Antrag “irgendwann” in 2010 gestellt werden, da der Beginn erst der 1. 1. 2011 sein kann. Dieses birgt jedoch heute das Risiko eines schlechteren Gesundheitszustandes durch auftretende Erkrankungen, Veränderungen im Gesundheitszustand die bei einer andren Untersuchung “zufällig” festgestellt werden und/ oder einem Unfall. All diese Gründe können den Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) endgültig und abschließend verbauen.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten:

Variante 1: Abschluss einen so genannten Optionstarifes. Dieser sichert bei Erfüllung der Voraussetzungen den Wechsel in die Private Krankenversicherung ohne neue Risikoprüfung. Dabei handelt es sich also um eine Konservierung der Gesundheitsangaben, so das eine Verschlechterung- wenn diese eintritt- den Wechsel nicht verhindert. Dieser wird beantragt und es werden heute die “normalen” Risikofragen gestellt. Danach erfolg eine Einschätzung und es ist ein Beitrag zu entrichten.

Variante 2: Bei den meisten Gesellschaften ist ein “vordatieren” des Antrages maximal 6 Monate lang möglich. Somit bedeutet das bei einem Wechsel zum 01. 01. 2011 die Antragstellung ist ab dem 1. 7. möglich. Dann wird ebenfalls die übliche Risikoprüfung durchgeführt, der Antrag wird angenommen und policiert und auch hier sind somit keine weiteren Erkrankungen mehr nach zu melden.

und nun kommen wir zur elegantesten Variante, da diese auch noch Beitrag sparen kann:

Variante 3: Durch die Berechnung des Eintrittsalters (Beginnjahr minus Geburtsjahr) gilt bei den Varianten 1 und 2 das Eintrittsalter 2010. Da ein Eintritt mit einem jüngeren Eintrittsalter zu dauerhaft geringeren Prämien führt, rate ich zu folgender Variante.

Machen Sie sich im Monat Mai in Ruhe Gedanken welche Auswahlkriterien “ihr” Tarif erfüllen muss. Schauen Sie sich mit dem Berater gemeinsam mehrere Modelle an und überlegen Sie ganz in Ruhe. Wenn Sie ein Entscheidung getroffen haben, so stellen Sie entsprechende Voranfragen (KEINE Anträge) über den Berater. Dann, bei der Antragstellung beantragen Sie (ab 1.6.) eine Anwartschaft ab 01. 12. 2010. Diese sichert das Eintrittsalter 2010 und ist preislich sehr überschaubar. Für einen Versicherten um die 30 bedeutet dieses einen Mehraufwand an Beitrag für den Monat Dezember von ca. 100 EUR, eine Beitragsersparnis von ca. 8-9 EUR monatlich. So hat sich dieses bereits in 2011 “gerechnet”.

Auch bei dieser Variante ist der Gesundheitszustand nach Policierung gesichert. Einige Gesellschaften bieten den Antrag für 2011 bereits vorher an. Diese Vorgehensweise (Antragstellung mehr als 6 Monate im Voraus) hat in der Vergangenheit jedoch zu einiger Aufregung bei den Aufsichtsbehörden geführt und daher halte ich nichts von dieser Variante.

Weiterführende Informationen:

3 Jahresgrenze erfüllt, und wie nun weiter?

Auswahlkriterien zur PKV als pdf Fragebogen

Leitfaden zur PKV

26.
März '10

GKV Beiträge auch auf Lebensversicherung die der Finanzierung dient – Urteil des BSG B 12 KR 4/09 R


Bereits im letzten Jahr gab es eine interessante Aussage des Bundessozialgerichtes. Wie in meinem Blogbeitrag “Kassenbeiträge auf Privatrenten” bereits berichtet, hatte das Bundessozialgericht mit Aktenzeichen 12 KR 28/08 R bereits hierzu eine Entscheidung gefällt.

Auch in dem nun veröffentlichten Urteil vom 17. März 2010 geht es um anderweitige Einkünfte. Hierbei ist es jedoch keine Rentenversicherung, sondern eine Lebensversicherung die auch noch zur Finanzierung einer Immobilie verwendet wurde. Mit Aktenzeichen B 12 KR 4/09 R kommt es auch hier zu einer klaren Aussage der Beitragspflicht.

Geklagt hatte hier ein selbstständiger und somit freiwillig gesetzlich krankenversicherter Kunde, welcher eine Lebensversicherung zur Tilgung eines Immobiliendarlehens abgeschlossen hatte. Zur Sicherung war diese Lebensversicherung an die finanzierende Bank abgetreten und wurde nun, in der Zeit als der Kläger Mitglied der Krankenkasse war, ausgezahlt. Die 24.000 EUR Auszahlung wollte der Kläger nicht als “Einkommen” für seinen Lebensunterhalt anrechnen lassen und somit vermeiden, das Krankenkassenbeiträge darauf anfallen würden.

Sowohl in der I. Instanz am Sächsischen Landessozialgericht (Az. L1 KR 38/ 08), als auch bei der Revision vor dem Bundessozialgericht musste der Kläger eine Niederlage einstecken.

Das Bundessozialgericht vertrat die Auffassung, eine Abtretung hindere nicht an der Anrechnung der Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse.

Schauen wir uns einmal an was dieses in Zahlen bedeutet:

24.000 EUR Einkommen / 12 entspricht 2.000 EUR pro Monat

Beitragssatz 14,9% (oder etwas weniger wenn kein Krankengeldanspruch versichert ist)

1,7% Beitragssatz für die Pflegepflichtversicherung

ergibt: 2.000 EUR * (14,9+1,7%) = 332 EUR monatlich oder 3.984 EUR Krankenkassen(mehr)beitrag zu dem sonstigen, aus dem Einkommen berechneten Einkommen.

Sollten Sie also ebenfalls freiwillig gesetzlich krankenversichert sein, so bedenken Sie dieses bitte unbedingt bei der Planung. Die Auszahlungssumme der Lebensversicherung ist hiernach bis max. zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze (45.000 EUR in 2010, zusammen mit anderen Einkünften) beitragspflichtig.

Da die Lebensversicherung oft im Alter, bei kleinerem Einkommen ausgezahlt werden, ist diese zu großen Teilen beitragspflichtig und kann manche Finanzplanung für die Immobilie oder die Altersvorsorge einschneidend verändern.


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