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15.
August '15

Erst Krebserkrankung, dann der finanzielle Ruin? Wie sie JETZT dafür vorsorgen!


Die Erkrankung gehört immer noch zu einer der meist gefürchteten Erkrankungen und ist so vielfältig, dass genereller Prognosen über die Heilung unmöglich sind. So gibt es durchaus eine Reihe von Krebspatienten welche schon nach relativ kurzer Zeit wieder arbeiten gehen, andere haben über Jahre damit zu tun und erholen sich nur sehr schwer wieder oder werden gar nicht mehr geheilt.

Krebsarten in Prozent, (c) krebsdaten.de

Krebsarten in Prozent, (c) krebsdaten.de

Im letzten Jahr schon gab es in der Fernsehsendung „Report Mainz“ unter anderem einen Bericht darüber, wie spezielle solche Krebserkrankungen den finanziellen Ruin für viele bedeuten, und da ist leider kein Einzelfall ist und zudem ein sehr komplexes Thema, hier einige Erklärungen zur nötigen Absicherung um-zumindest- die finanziellen Folgen in einem erträglichen Rahmen zu halten. Hier das vollständige Video:Video_Report_Mainz_Krebs
Doch was bedeutet es eigentlich, welche Absicherungen und Versicherungen sind nötig um die finanziellen Folgen zu begrenzen?

Krankenversicherung/Krankentagegeld Absicherung

Beginnen wir zunächst mit der Arbeitsunfähigkeit (–> was ist das?). Grundsätzlich gilt für alle Angestellten zunächst einmal die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers. Das bedeutet nichts anderes, als dass die ersten sechs Wochen der Krankschreibung und bestehenden Arbeitsunfähigkeit der Lohn durch den Arbeitgeber weiter gezahlt wird. Doch unmittelbar danach beginnt schon das erste Problem.

Jetzt, wo die Behandlungen in die nächste Phase gehen, folgt der erste finanzieller Engpass. Das Krankengeld der gesetzlichen Krankenkasse ist nicht nur zeitlich (auf 78 Wochen maximale Leistung) sondern auch der Höhe nach begrenzt. Wie groß die finanzielle Lücke in ihrem speziellen Fall ist, können Sie mit meinem Krankentagegeldrechner berechnen.

Auch wenn auf den ersten Blick 100, 200 oder 300 € nicht wahnsinnig viel klingen, so führt es doch in der Praxis zu ersten, manchmal sogar größere Einschränkungen. Die laufende Behandlung eines Krebspatienten zerrt nicht nur an den Nerven, sondern beeinflusst auch die Familie und deren finanzielle Situation. Es müssen Kinder abgeholt werden, der Haushalt muss weiterlaufen, plötzlich kommen Zukunftsängste und die Frage wer die Familie ernähren kann und soll dazu. Mediziner sind sich- gerade bei Krebsbehanlungen- einig, die Psyche spielt eine wichtige Rolle im Heilungsprozess und finanzielle Sorgen stehen dem entgegen. Ein Beispiel:

Angestellter, 30J, Steuerklasse 1, ledig, 4.000€ brutto, 2.335€ netto

Krankengeld aus GKV nach 6. Woche 1.840€, monatliche Lücke ca. 480€

Kosten für die Absicherung; knapp 10 €

Noch größer ist das Problem bei Selbstständigen, denn hier ist in der Regel keine Lohnfortzahlung vorhanden, hier fehlt das Einkommen ab dem ersten Tag.

Die Lösung: eine Krankentagegeldversicherung in ausreichender Höhe.

Durch die Absicherung gegen das Risiko der Arbeitsunfähigkeit, wird nicht nur bei Krebserkrankungen der Einkommensausfall ersetzt. Hier geht es insbesondere darum, dass nach der entsprechenden Karenzzeit (die Zeit zwischen Krankschreibung und Beginn der Lohnfortzahlung) eine tägliche beziehungsweise monatliche Zahlung erfolgt und damit die laufenden Kosten abgesichert sind.

Für wen wichtig?

Die Krankentagegeldversicherung ist für alle wichtig und richtig, die ihren Lebensunterhalt aus einer Arbeitstätigkeit bestreiten und damit das Einkommen für sich und die Familie generieren. Wer arbeitsunfähig werden kann, der benötigt eine entsprechenden Absicherung. Und bitte verlassen Sie sich in keinem Fall auf die eingeschränkte gesetzliche Krankenkasse,  diese beschert Ihnen größere finanzielle Lücken. (siehe Berechnung oben)

Krankenzusatzversicherung, alternative Medizin, stationäre Versorgung

Gerade bei Krebspatienten ist es oftmals der Strohhalm nach dem gegriffen wird. Da geht es um eine wichtige Versorgung, die natürlich die gesetzliche oder private Krankenversicherung grundsätzlich abbildet. Aber da geht es auf der anderen Seite auch um alternative Behandlungsmethoden, vielleicht noch eine weitere Meinung einzuholen oder sich andere Optionen offen zu halten. Hierfür kann eine private Zusatzversicherung eine Möglichkeit sein. Diese passt ganz gewiss nicht auf jeden und deckt keinesfalls alle Behandlungsmethoden ab, sondern sichert eine weitere Möglichkeit und unter Umständen eine weitere Behandlungsoption.

Für wen wichtig?

Die Krankenzusatzversicherung eignet sich daher für eine diejenigen, die in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind und ihre Leistungen durch eine entsprechende Ergänzung aufstocken möchten. Das kann die Absicherung bei Naturheilverfahren sein um so eine weitere Option zu haben, das kann im Gegenzug aber auch die Versorgung für die stationäre Versorgung sein, das Einbettzimmer, das Zweibettzimmer, die privatärztliche Versorgung, und eben auch der Chefarzt, besser die freie Arztwahl um vielleicht eine andere Klinik und einen spezialisierten Arzt frei wählen zu können.

Hierbei handelt es sich um kein Muss, sondern eher um eine Lösung, im Gegensatz zur Krankentagegeldversicherung die elementar wichtig ist.

Berufsunfähig? Ich bin doch „nur“ krank!

Bei der Behandlung von Krebspatienten sprechen wir nicht selten über eine sehr lange Behandlungsdauer. Das bedeutet auch dass dieser Patienten ihren Beruf zumindest eine Zeit lang nicht ausüben können, das kann sich dabei um Wochen, Monate oder Jahre handeln und genau aus diesem Grund ist die Absicherung gegen das Risiko von Berufsunfähigkeit unumgänglich.

Der unterschied zur Krankentagegeldversicherung ist nicht ganz einfach zu erklären, jedoch bedeutet die Zahlung aus der Krankentagegeldversicherung eine Leistung bei Arbeitsunfähigkeit. Stellt sich aber heraus das der Patient berufsunfähig ist und über einen längeren Zeitraum nicht mehr in seinem Beruf zurückkehren wird, oder dies vielleicht nie mehr tun, so endet die Leistungspflicht der Krankentagegeldversicherung.

Mehr Hinweise zum Übergang Krankentaggeld zur BU finden Sie hier.

Privat Krankenversicherte sollten sehr genau auf den Übergang der Krankentagegeldversicherung auf die Berufsunfähigkeit achten. Hier geht es im Wesentlichen darum zu vermeiden, dass die Krankentagegeldversicherung ihre Leistung einstellt, weil keine Arbeitsunfähigkeit sondern Berufsunfähigkeit besteht. Die Berufsunfähigkeitsversicherung aber unter Umständen noch nicht leistet, weil aus deren Sicht eben noch Arbeitsunfähigkeit und keine Berufsunfähigkeit besteht. Sie sehen, klingt kompliziert, ist es in dem Falle auch, denn der eine will nicht mehr zahlen, der andere noch nicht. Eine Lösung kann eine Arbeitsunfähigkeitsklausel in der BU sein. Solche wird zwischenzeitlich von elf Unternehmen in den BU Verträgen angeboten, ist aber in Altverträgen nicht enthalten. Ob dieses integriert werden kann, ist von vielen Faktoren abhängig. Wir überprüfen das gern gemeinsam mit Ihnen, senden Sie mir bitte eine —> BU Anfrage mit Ihren Daten.

Für wen wichtig?

Die Absicherung bei Berufsunfähigkeit ist für alle diejenigen unerlässlich, die mit einer Arbeitstätigkeit das Einkommen bestreiten. Wer also nicht gerade aus Kapitalvermögen oder regelmäßig wiederkehrenden Mieteinnahmen seinen Lebensunterhalt vollständig bestreiten kann, der Bedarf einer entsprechenden Absicherung. Die gesetzliche Versicherung bei Berufsunfähigkeit besteht für die meisten (nach 1961 geboren) nicht mehr. –> mehr Infos im Leitfaden zur BU. Hier ist nur ein rudimentärer Schutz bei Erwerbsminderung enthalten, welcher die finanziellen Glück nicht ausgleichen kann und nur in Extremenfällen leistet. Das bedeutet im schlimmsten Fall den finanziellen Ruin und/ oder den Ganz zum Sozialamt.

Risikolebensversicherung- Schutz von Kindern und Familie

Auch wenn an solch einen Fall niemand gern denken mag, gerade bei Krebspatienten ist in einigen Krebsarten die Todesfallrate leider immer noch sehr hoch. Daher gilt es auch für den Fall vorzusorgen und sich gerade hier Gedanken zu machen.

Für wen wichtig? 

Sie haben Kinder? Familie? Ein Haus gebaut/ gekauft und Darlehen aufgenommen? Dann ist ein ausreichender Todesfallschutz sehr wichtig. Die Ausbildung der Kinder muss bezahlt werden, der Partner/ die Partnerin soll natürlich nicht aus der Wohnung ausziehen müssen oder das Haus verkaufen. Einer steht nun allein da, allein mit Kind, Haus, Einkommen. Neben dem nicht zu ersetzenden Verlust des Partners, Papas/ Mamas und des Einkommens, fehlen hier gigantische Summen. Rechnen Sie daher mindestens mit dem abzusichernden Darlehen plus den Ausfall des Einkommens für mindestens zwei Jahre.

In dieser Höhe sollte ein entsprechender Risikoschutz durch eine Risikolebensversicherung vorhanden sein, nur so kann die Familie (zumindest finanziell) unbesorgt weiter leben. Eine erste Berechnung können Sie hier über den –> kostenfreien Onlinerechner anstellen und sich eine Vorstellung von der Prämie verschaffen.

Schwere Krankheiten Vorsorge

Im Ausland deutlich weiter verbreitet gibt es noch eine andere Form der Absicherung, die dread disease Absicherung, also eine Vorsorge für bestimmte Krankheiten. Anders als die Absicherung bei Berufsunfähigkeit zahlt diese nicht, wenn Sie nicht arbeiten können, sondern vielmehr wenn eine bestimmte Diagnose gestellt wird. Ob Sie von dieser einmaligen Auszahlung nun einen Spezialisten im In- oder Ausland bezahlen, das Haus umbauen, sich einen Traum erfüllen oder das Geld anlegen, das bleibt Ihnen völlig selbst überlassen.

Die Schwere-Krankheiten-Vorsorge bietet somit die Möglichkeit bei Erstellung bestimmter Diagnosen ein einmaliges Kapital zur freien Verwendung zu erhalten. Hierfür müssen die genauen Definitionen der Gesellschaft erfüllt sein. Daher ist auch hier die Auswahl des passenden Versicherers und die Betrachtung der notwenigen Leistungsvoraussetungen unumgänglich. Auch hier senden Sie mir gern eine Anfrage über das Formular zur BU Beratung.

Für wen wichtig?

Die Absicherung einer hohen Einmalleistung bei schweren Krankheiten kann für all diejenigen wichtig sein, die sich damit eine bessere medizinische Versorgung im In- oder Ausland erkaufen wollen und nicht von der Diskussion über die medizinische Notwenigkeit abhängig sein wollen, oder aber Behandlungsmethoden nutzen möchten, die so nicht versicherbar sind. Ebenso eignet sich der Schutz für all die, die damit Familie, Kinder oder vor allem sich selbst vor finanziellen Folgen einer schweren Erkrankung schützen möchten.

Die folgende Checkliste zeigt (Klick für die PDF mit Verlinkungen) worauf Sie achten müssen, um im Falle einer Krebserkrankung (aber auch im Falle anderer Erkrankungen) die richtige Vorsorge parat zu haben.

CheckListe Krebs

22.
April '10

Dread Disease oder Berufsunfähigkeitsversicherung ?


In verschiedenen Foren wird derzeit die Frage diskutiert, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, oder ob es nicht besser sei eine so genannte „Dread Disease“ Versicherung abzuschließen. Um das jedoch beurteilen zu können, klären wir zunächst einmal die Begriffe.

Berufsunfähigkeitsversicherung:

Hier wird eine Leistung für den Fall der Berufsunfähigkeit erbracht. Dabei ist in der Regel Voraussetzung, dass der Versicherte zu mind. 50% seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. (Weiterhin können Staffelregelungen mit anteiligen Renten von 25- 75% vereinbart werden)

Abgestellt wird hier aber immer und ausschließlich auf die Frage der Berufsunfähigkeit und die konkrete Tätigkeit. Hierbei ist es (bis auf Ausschlüsse) unerheblich, warum diese Berufsunfähigkeit eingetreten ist und wodurch diese ausgelöst wurde.

Ist der Zustand der BU eingetreten, so wird die vereinbarte (monatliche) Rente solange gezahlt, wie der Zustand der Berufsunfähigkeit fortbesteht, längstens natürlich bis zum vertraglich vereinbarten (Leistungs-)Endalter.

Dread Disease od. Schwere Krankheiten Versicherung:

Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine Absicherung gegen (bestimmte) schwere Krankheiten. Bei Auftreten einer, im Vertrag klar definierten, Erkrankung wird eine festgelegte Summe zur einmaligen Auszahlung gebracht.

Hierbei ist der berufliche Hintergrund oder sonstige Einflüsse unerheblich. Es wird eine Krankheit und deren Kriterien die zu erfüllen sind, vorher festgelegt. Daher ist auch die Eintrittswahrscheinlichkeit für den Versicherer einfach(er) zu kalkulieren und die Prämien für die DD Versicherung sind somit kleiner als die der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Ob die Versicherung nach Eintritt einer definierten Krankheit beendet ist, oder weiter laufen kann (und für eventuelle andere def. Krankheiten zahlt) ist vertraglich zu vereinbaren.

Vor- und Nachteile der Varianten:

Eine „Schwere Krankheiten Versicherung“ ist immer nur eine Ausschnittsdeckung. Es gibt einen (kleinen) Teil von Erkrankungen die mit dieser Form der Absicherung gut versichert werden können. Die dann zu erbringende Einmalzahlung kann frei verwandt werden. Ist der Patient später wieder geheilt, so erfolgt keine Rückforderung oder dergleichen, denn der Versicherungsfall war ja eingetreten. Der entscheidende Vorteil ist somit das schnell verfügbare Kapital. Davon könnten zum Beispiel eine teure Behandlungen im Ausland, Umbaumaßnahmen oder sonstige Anschaffungen finanziert werden. Der entscheidende Nachteil liegt aber in dem gleichen Punkt. Einmal Kapital, dann keine weiteren Zahlungen.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um eine Volldeckung. Hierbei ist der Grund des Eintritts egal und es wird ein voller Schutz für den Tatbestand der Berufsunfähigkeit geboten. Es erfolgt jedoch (bis auf wenige Tarife und Optionen) keine Einmalzahlung, sondern eine Rentenzahlung bis zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit. Der Vorteil hierbei liegt in einer langfristigen Absicherung und der Sicherstellung des Einkommens über den kompletten Vertragszeitraum. Die BU Rente ersetzt das laufende Arbeitseinkommen.

Das ideale Produkt?:

… wäre ein Mix aus Beidem. Wenn es die finanziellen Möglichkeiten zulassen, so kann eine Kombination gewählt werden. Zum Beispiel kann eine Einmalzahlung von 100.000 EUR zur Kostendeckung aller plötzlichen Aufwendungen und zur Überbrückung bis zur BU Rente eingesetzt werden (wenn es sich denn um eine der definierten Krankheiten handelt).

Im Anschluss sollte aber dennoch eine entsprechende Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden sein, damit die laufenden Kosten gedeckt werden.

Auch bei Versicherten wo der Beruf nicht definiert werden kann (Selbstständige die mehrere Unternehmen haben und/ oder so vielschichtige Tätigkeiten ausüben, die sich nicht klar umreißen lassen), oder solche die eine Absicherung gegen die Berufsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht bekommen, ist eine Prüfung der Versicherbarkeit in der Dread Disease Versicherung angeraten. Hier ist jedoch unbedingt auf eine angemessene Höhe der Versicherungssumme zu achten.

Bei einer Einmalzahlung von 500.000 EUR und einer angenommenen Verzinsung der Anlage von 3%, ergäbe sich bei Kapitalerhalt immerhin eine Rente (lebenslang) von monatlich 1.250 EUR. Dieses lässt sich, je nach Alter des Versicherten, auch als Kapitalverzehr kalkulieren.

Eine allgemeingültige Empfehlung kann somit nicht gegeben werden. Sollten Sie sich mit der Absicherung der Arbeitskraft oder der schweren Krankheiten beschäftigen, ziehen Sie am besten einen spezialisierten Berater zu Rate.

Weiterführende Informationen:

Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsabsicherung

Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Blogbeiträge rund um die Berufsunfähigkeit

16.
März '10

Berufsunfähigkeitsversicherung: Untersuchung statt Gesundheitsfragen und Frage zur Ausschnittsdeckung


Neulich las ich in einem Forum folgende Frage(n) die ich hier gern aufgreifen möchte, da diese doch den einen oder anderen interessieren und auch bei meinen Beratungen schon einmal gefragt wurden. Dabei geht es um Untersuchungen statt die Antragsfragen zu beantworten.

gibt es bei den Versicherungen auch die Möglichkeit, anstelle der Offenlegung der eigenen Krankenakte, eine Rundum-Untersuchung machen zu lassen ? Da ich nämlich in der Vergangenheit auch wegen Kleinigkeiten zum Arzt gegangen bin,wird es nämlich sehr aufwendig werden, eine lückenlose Krankenakte vorzulegen. Da ich jetzt fit und beschwerdefrei bin, wäre so eine Untersuchung wahrscheinlich die bessere Wahl – falls es sowas geben sollte.

Ja und Nein. Zunächst ist festzuhalten, dass eine Untersuchung keine Antragsfragen ersetzen kann. Dieses liegt insbesondere an Folgendem: Eine Untersuchung ist immer eine Momentaufnahme. Erkrankungen die vorher bestanden haben und nun vielleicht schon ausgeheilt sind spielen für die Risikobeurteilung dennoch zum Teil eine Rolle. Bei einer Untersuchung, selbst einer mit umfangreichen Laborwerden, sind diese Erkrankungen nicht festzustellen.

Weiterhin wird in vielen Anträgen auch nach Anomalien, Beschwerden oder weiteren Beeinträchtigungen gefragt.

Nehmen wir als Beispiel die Rückenschmerzen/ Verspannungen. Unterstellt der Kunde hatte diese vor 3, 4, 5 Jahren und das mehrfach, seither nicht mehr. Bei einer heutigen Untersuchung kommt dieses nicht „zum Vorschein“, den Versicherer interessiert es dennoch. Vergleichbares passiert bei Allergien. Bei Heuschnupfen, der längere Zeit nicht auftrat, besteht (abhängig vom Beruf) durchaus ein Risiko berufsunfähig zu werden.

Ab bestimmten Rentenhöhen werden bei fast allen Unternehmen dennoch Untersuchungen fällig. Hierbei handelt es sich um eine zusätzliche Prüfungsmöglichkeit, welche aber auch hier die Gesundheitsfragen nicht ersetzen soll, diese nur ergänzen kann und soll. Dabei werden entweder in der Untersuchung oder durch den Antrag ebenfalls Fragen gestellt, welche der Versicherte zu beantworten hat. Auch hierbei gelten die Grundsätze der Anzeigepflicht und es drohen die gleichen Folgen wie bei falschen Antragsangaben.

Dann würde mich noch interessieren, ob es auch eine BU gibt, die nur bei psychischen Erkrankungen(z.B. BurnOut) in Anspruch genommen werden kann?

In der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es keine Ausschnittsdeckung. Bei bestehenden Vorerkrankungen und/ oder Beschwerden kann und wird der Versicherer Ausschlüsse anbieten, so das der Schutz nicht mehr für alles gilt. Aber gezielt auswählen welche Erkrankungen versichert werden sollen geht- zumindest bei der BU- nicht.

Wenn jemand nur bestimmte Erkrankungen versichern will, kann eine Dread Disease (Schwere Krankheiten Versicherung) vielleicht sinnvoll sein. Diese bietet Versicherungsschutz bei Eintreten bestimmter, vorher vertraglich definierter Diagnosen und Erkrankungen und leistet dann eine Einmalzahlung. Das Risiko gegenüber der BU besteht darin, das der Betrag irgendwann aufgebraucht ist. Somit sollte diese so hoch bemessen sein, das er bis zum gewünschten Lebenjahr reicht.

Mehr Informationen?

Informationen zur Schweren Krankheiten Vorsorge

Weitere Blogbeiträge zum Thema Anzeigepflicht