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16.
Juli '10

Diesmal hat die Wirtschaftswoche den „besten PKV Tarif“ gefunden


Die heutige Pressemitteilung hier zum direkten nachlesen.

und der Unsinn geht weiter.

So oder so ähnlich könnte man den Wahn einiger Zeitschriften und Tester zur Privaten Krankenversicherung (PKV) umschreiben, meint Sven Hennig, Spezialmakler für die Private Krankenversicherung.

Bereits im letzten Jahr hatte der Mitbewerber der Wirtschaftswoche, die Zeitschrift Focus Money, einen mehrteiligen Test veröffentlicht und dabei die billigsten, besten und leistungsfähigsten Tarife in der Privaten Krankenversicherung gefunden. Nun springt auch die Wirtschaftswoche auf diesen Zug auf und versucht sich (mit entsprechenden „Experten“) an einer Tabelle mit den Tarifen, welche „AM MEISTEN FÜR IHR GELD BIETEN“.

In mehrseitigen Kommentaren zu solchen Testergebnissen (Download unter http://www.online-pkv.de/44-0-Presseartikel-PKV–BU.html) erklärte Hr. Hennig bereits die Unsinnigkeit solcher Tests. Dabei geht es nicht um den einzelnen Tarif der gut oder schlecht ist, sondern eher um die Aussagen die pauschal, undeutlich und irreführend sind.

Nach dem Lesen des Tests kommt der Kommentar zu folgender Zusammenfassung:

„Der Test und die Tarifempfehlungen sind daher nicht nur ungeeignet, sondern leiten den Interessenten in eine falsche Richtung, da dieser sich auf Aussagen wie „bester Tarif“ „Testsieger“ oder dergleichen verlässt und dem Suchenden ein Leistungsbild suggeriert wird, was so in den Tarifen teilweise nicht vorhanden ist.

Noch schlimmer wird es dann, wenn die Gesellschaften mit bunten Prospekten, Bildern und tollen Siegeln und Test- Medaillen in die Werbung gehen und sich besser darstellen als die Tarife sind.

Einen besten oder „den besten“ Tarif gab es nie, gibt es nie und wird es nie geben. Jeder Tarif und jeder Versicherungsschutz muss auf den Bedarf passen. Hat ein Kunde ein hohes finanzielles Polster, so sind auch Leistungslücken und nicht versicherte Bausteine und Teilbereiche sicher eher zu verkraften als bei Kunden die weniger gut aufgest…“

Weiterlesen können Sie den Kommentar, nachdem Sie diesen unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen haben. http://www.online-pkv.de/files/presse_finanznews_01-2010_wiwo_pkv.pdf

14.
September '09

Ratings und Rankings – wirklich hilfreich bei der Auswahl der Privaten Krankenversicherung (PKV)?


Liebe Leser,

fast täglich gibt es neue Schlagzeilen die einem versprechen mit einem Test, einem Rating oder sonst irgendwelcher Tabellen die richtige Private Krankenversicherung (PKV) „auf einen Blick“ zu finden. Das passiert sowohl in Publikumszeitschriften wie finanztest, Capital oder Euro, als auch in Zeitschriften die für den Vermittlermarkt geschrieben werden (Cash etc.).

Dazu kommen noch Ratings von Fitch oder Assekurata die glauben machen wollen, nur wer hier gut geratet ist ist auch gut. Eines ist aber noch anzumerken. Eine Finanzstärke, die Beitragsentwicklung etc. sind zweifelsohne wichtig, aber temporär und eine Momentaufnahme. Die Vertragsbedingungen sind hingegen fest und dauerhaft einklagbar vorhanden.

Begeben wir uns zunächst etwas abseits in andere Gefilde. Stellen Sie sich vor Sie möchten sich ein neues Auto kaufen und kommen zu einem markenunabhängigen Händler. Nach betreten des schönen und riesigen Verkaufsraumes passiert folgender Dialog:

Verkäufer: Guten Tag, schauen Sie sich nur um, hier finden Sie alles wie das Herz begehrt. Besser und billiger als all unsere Mitbewerber. Was kann ich für Sie tun?

Sie: Nun, ich suche ein Auto. Es soll Räder haben, ein Lenkrad, ein Radio und zudem noch Platz für mind. 4 Leute bieten.

Verkäufer: Schauen Sie hier (zeigt nach rechts auf einen Smart) oder den hier, der passt auch zu Ihnen. (zeigt nach links auf einen T5 Transporter mit Platz für 8 Leute.

Merken Sie etwas? Die von Ihnen genannten Kriterien werden von fast allen dort stehenden Fahrzeugen erfüllt. Hilft Ihnen das weiter? Genauso aber ist es meist mit Tests in Publikumszeitschriften. Werfen wir mal einen Blick in die Kriterien für einen Test zur PKV in einer solchen Zeitschrift. Unten, meist am Ende der Tabelle und mit „***“ versehen finden wir die Kriterien:

Arzt- und Zahnarzthonorare über den Höchstsatz der Gebührenordnungen hinaus, Heilpraktikerleistungen, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, Vorsorgeuntersuchungen über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus, Sehhilfen nicht nur bei einer Sehstärkenänderung, weitere Hilfsmittel: über 75 % Erstattung und/ oder über die vorgegebenen Hilfsmittel (große orthopädische Hilfsmittel einschließlich Prothesen und Stützapparate, Hörgeräte und Krankenfahr- stühle) hinaus, Heilmittel (z. B. Massagen) über 75 Prozent der Kosten hinaus, ambulante Psychotherapie über 20 Sitzungen im Jahr hinaus und/oder Therapie auch durch psycho- logische Psychotherapeuten, stationäre Psychotherapie über 20 Behandlungs- tage im Jahr hinaus, Krankentransportkosten zum Krankenhaus über 100 km Entfernung und Fahrtkosten zum Arzt, Anschlussheilbehandlung nach einem Kranken- hausaufenthalt auch ohne Genehmigung, Zahnbehandlung über 90 Prozent hinaus, Zahnersatz und Inlays über 65 Prozent hinaus, Verzicht auf eine Summenbegrenzung für Zahnleistungen in den ersten Vertragsjahren generell oder zumindest für unfallbedingte Kosten, Versicherungsschutz außerhalb Europas.

Das sind Kriterien die m.E. so gewählt werden müssen, denn Ziel ist nicht eine detaillierte individuelle Bewertung sondern viele gut bewertete Tarife, denn nur so lassen sich Zeitungen an den Kunden und Sonderdrucke an möglichst viele Versicherte verkaufen.

Da ist es auch nicht verwunderlich das ein Tarif der „Sieger“ ist, welcher nicht einmal Leistungen für Lebenserhaltende Hilfsmittel erbringt, keine vernünftigen Auslandsregelungen enthält (oder wie ist es zu erklären das der Schutz nach 2 Monaten im Ausland endet, obwohl ich aus medizinischen Gründen nicht zurückkehren kann?) Auch Aufenthalte in gemischten Anstalten sind nicht geregelt, was passiert wenn ich da hin will/ muss und mein Versicherer die Reha/ Anschlussheilbehandlung nicht bezahlen will? In einer Musterauswertung können Sie erkennen wie viele unterschiedliche Kriterien es gibt die hier berücksichtig werden müssen/ sollten. Achten Sie aber darauf, dass hier das bewertet wird, was in den Bedingungen steht, nicht das was Prospekte oder sonstige Schreiben des Versicherers behaupten. Bewusst sind keine Tarife namentlich benannt. Das nützt auch wenig, da die Auswahl und die Wichtigkeit der einzelnen Kriterien individuell und sehr speziell ist.

Ein Tarif der für einen gut ist, kann genauso wie ein Smart oder eine Van für den anderen völlig ungeeignet sein.

Auch Ratings welche Unternehmen bewerten verfolgen den gleichen Zweck. Die positive Bewertung wird veröffentlichst, oder haben Sie schon mal Unternehmen mit schlechten Ratings werben sehen? Logisch, das wäre auch nicht wirklich hilfreich. Daher wird man diese nicht veröffentlichen, schließlich hat man diese ja bezahlt und kann die Verwendung und Veröffentlichung beeinflussen.

Bevor Sie sich also auf Ratings und Auswertungen verlassen die für eine breite Masse gemacht sind, suchen Sie sich einen geeigneten Berater, erläutern Sie diesem Ihre Auswahlkriterien und das was für Sie persönlich wichtig ist.

Das kann ein Smart oder der beschriebene Van mit 8 Sitzen sein- je nachdem.

Und da Sie sich bei der PKV anders als beim Auto sehr langfristig entscheiden, nehmen Sie sich ausreichend Zeit, vergleichen und analysieren Sie mit einem Berater der sich hier spezialisiert hat und finden Sie somit den für Sie passenden Tarif. Denken Sie lieber einen Tag mehr darüber nach und überlegen sich was Prospekte und vermeintliche Aussagen wert sind.

Weiterführende Informationen: Auswahlkriterien zur PKV