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14.
April '16

Anruf der DGFP – Deutsche Gesellschaft für Privatpatienten und warum es kein Register für privat Versicherte in Deutschland gibt


Grundsätzlich ist es mir vollkommen egal wie „Kollegen“ und Mitbewerber ihr Tagesgeschäft gestalten, wie diese Ihre Kunden überreden gewinnen oder sonst das eigene Geschäftsmodell aufbauen. Solange alles rechtlich sauber und korrekt ist und sich alle an bestehende Regeln und Gesetze halten, bitte sehr. In den letzten Tagen häufen sich jedoch Anfragen meiner Kunden, die seit Jahren privat Krankenversichert sind und zudem keinen Änderungsbedarf haben.

Anrufe der DGFP – Deutsche Gesellschaft für Privatpatienten – erlaubt?

Ich bin kein Jurist und kann und werde hier keine rechtliche Bewertung abgeben, dennoch ist allgemein bekannt, so genannte „Cold Calls“ sind verboten. Wer Sie also anruft um Ihnen eine Dienstleistung, ein Produkt oder was auch immer zu verkaufen, oder auch nur eine Umfrage, Marktforschung oder was auch immer zu betreiben, der macht sich gegebenenfalls sogar strafbar. Marktforschung selbst oder zum Beispiel Umfragen bei Radiohörern zur Ermittlung der Reichweite sind erlaubt. Eine Marktforschung vorzutäuschen um dann ein Produkt oder einen Termin zu verkaufen ist jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit unzulässig. Grundlagen und rechtliche Würdigung können Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur als zuständige Behörde nachlesen, dort heisst es:

Unerlaubte Telefon­werbung (Cold Calls)
Dass Verbraucherinnen und Verbraucher in den Erhalt von Werbeanrufen zuvor ausdrücklich eingewilligt haben müssen, hat der Gesetzgeber in § 20 in Verbindung mit § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) klargestellt. Sonst handelt es sich um einen unerlaubten Werbeanruf, einen sogenannten Cold Call, den die Bundesnetzagentur nach dem UWG und dem Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) verfolgen kann.

Mit Inkrafttreten des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken am 9. Oktober 2013 wurden die gesetzlichen Regelungen verschärft. Die mögliche Bußgeldhöhe wurde von 50.000 Euro auf 300.000 Euro angehoben. Auch sind seit der Gesetzesänderung Werbeanrufe, die mittels einer automatischen Anrufmaschine durchgeführt werden, bußgeldbewehrt. Vor Inkrafttreten des Gesetzes konnte der unerlaubte Werbeanruf nur dann geahndet werden, wenn er von einer natürlichen Person gegenüber dem Verbraucher durchgeführt wurde.

Werbeanrufe, die vor Inkrafttreten des Gesetzes erfolgten, sind allerdings nach der bis dahin geltenden Gesetzeslage zu behandeln.

Die Einwilligung in Telefonwerbung muss schon vor dem Anruf vorliegen. Die Einholung der Einwilligung zu Beginn des Telefonats ist unzulässig.

Fühlen Sie sich also durch Anrufe belästigt, so können Sie hier auf der Seite der Bundesnetzagentur online eine Beschwerde einreichen, das macht wenig Aufwand, hilft aber unseriösen Marktteilnehmern das Handwerk zu legen.

Ob Sie der DGFP eine solche Einwilligung vorher erteilt haben, das kann ich natürlich nicht beurteilen. Haben Sie eine solche Erlaubnis ausdrücklich erteilt, so sind solche Anrufe natürlich zulässig, ebenfalls kann ein Anruf zulässig sein, wenn Sie bereits Kunde dort sind.

Woher hat die DGFP – Deutsche Gesellschaft für Privatpatienten meine Daten?

Gerade bei der Privaten Krankenversicherung geht es um sehr, sehr persönliche Daten. Dabei handelt es sich nicht nur um Name und Anschrift, sondern auch um Bankdaten, Daten zu Ihrem Versicherungsschutz, den versicherten Leistungen und dem Tarif oder die Gesellschaft in der Sie versichert sind. Die Kunden, welche sich bei mir erkundigt haben, hatten alle eine sehr berechtigte Frage:

Wie kommt die Deutsche Gesellschaft für Privatversicherte mbH an meine Daten?

Nun, diese Frage kann ich Ihnen so nicht beantworten. Klar ist, weder ich als Makler, noch die Gesellschaft bei der Sie versichert sind, geben solche Daten an Dritte weiter. Schon aus eigenem Interesse ist der Datenschutz und die sorgfältige Speicherung der Daten ein hohes Gut und Kundendaten haben nur hier etwas zu suchen. Daher: NEIN, von uns haben die keine Daten.

Aber irgendwie müssen die doch an meine Daten gekommen sein?

Ja, denn solche Datensätze können Sie von teilweise dubiosen Anbietern und Datensatzhändlern, aber auch ganz legal und sauber erwerben. Dabei handelt es sich aber nicht um Vertragsdaten oder die Information wie Sie versichert sind. Vielmehr können Sie Daten von Selbstständigen, Freiberuflern etc. kaufen, aber auch gutverdienende Angestellte. Die Datensätze werden über verschiedene Wege, wie auch öffentlich zugängliche Register gewonnen. Kaufen Sie also 100 Adressen von Selbstständigen und rufen davon 100 an, so ist die Wahrscheinlichkeit einen bereits privat versicherten Kunden zu erwischen relativ groß. Damit wissen aber die Anrufenden noch nichts über Ihren Versicherungsschutz und hier sind wir bei dem eigentlichen Problem, was sich gut an der Mail meines Kunden zeigt.

Mail OB _

Erst einmal muss der Anrufende oder die Anruferin an Informationen kommen und diese erhält sie, richtig, von den Angerufenen selbst. Es wird zunächst behauptet, es gibt ein Register aller privat versicherten in Deutschland. Dieses ist eine glatte Lüge und zudem totaler Unsinn. Niemand steht in einem Register oder eine Datei für Privatversicherte. Das ist eine Masche der Anrufer, um weitere Informationen zu bekommen.

Es gibt auch keine Gesetzesänderung, die Ihnen 40% Prämienersparnis bei gleichen Leistungen bietet, auch das ist eine glatte Lüge und totaler Unsinn und dient auch nur dazu, Interesse zu wecken, denn wer spart nicht gern Geld und hat dabei noch gleiche Leistungen? Was es gibt ist die so genannte Tarifwechselleitlinie, welcher sich einige Unternehmen in der Privaten Krankenversicherung angeschlossen haben. Diese regelt aber kein neues Gesetz, sondern vereinfacht den Tarifwechsel nach §204 VVG, da sich die Gesellschaften an bestimmte Regeln halten (wollen/ müssen).

Wer ist die DGFP – Deutsche Gesellschaft für Privatpatienten?

Es ist ein Versicherungsmakler. Keine Gesellschaft mit besonderen Interessen, keine Organisation oder ähnliches, wie der (zugegeben clever gewählte Name) suggerieren mag, nein, die Damen und Herren sich registriert als Versicherungsvermittler, Versicherungsmakler. Dieses lässt sich- im öffentlich zugänglichen Register, einfach nachlesen. Geben Sie dort einfach die Registernummer „D-0MWY-THMEA-31“ an, diese finden Sie auf der Seite des DGfP im Impressum. Das Ganze sieht dann so aus:DGfP Registerauszug

Und warum rufen die mich nun an, ich bin doch schon versichert?

Da ich weder hellsehen kann noch raten möchte, kann ich nur eine Vermutung anstellen. Schauen Sie sich auf der Seite doch einmal um. Die Firma bietet die Beratung und den Neuabschluss zur Privaten Krankenversicherung an, aber auch einen Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft. Hier wird eine hohe Ersparnis von 40% versprochen, das lockt erstmal und der Kunde (mehr …)