Artikel mit ‘Debeka’ getagged

14.
November '13

Die Debeka und Vorwürfe zur Bestechung, unsauberen Praktiken und Tipp Provisionen an Beamte


Gestern sprach mich einer meiner Kunden an, welcher als Beamter bei der Debeka versichert ist. Er wäre doch seit Jahren da, alle liefe soweit gut, auch wenn das mit seinen wenigen Rechnungen kaum zu beurteilen ist, meinte er weiter. Doch nun, nun liest er überall „nur negatives von meinem Versicherer“, so Hr. M. am Telefon. Was genau da dran sei und ob das seine Auswahl beeinflusst oder er diese nun überdenken sollte, fragte er nochmals.

debeka_dpa

Was ist los- die aktuelle Berichterstattung

Stein des Anstoßes sind mehrere Presseartikel, welche sich mit dem Vorwurf der Bestechung von Personen in Behörden beschäftigen und wozu das Handelsblatt mehrfach ausführlich geschrieben hat. Hier soll es Zahlungen an Personen in Behörden gegeben haben, die dann zu einem Abschluss von Verträgen bei der Debeka geführt haben sollen. Heikel wird das Ganze nur, wenn in einem geschilderten Fall die Person selbst noch nichts von der Verbeamtung wusste, der Versicherer aber schon, bzw. ein Außendienst mit Blumen gratulierte ohne das die Verbeamtung selbst klar war.

Das Handelsblatt berichtet am 1. November: Der Zeitung „liegen interne Unterlagen vor, die belegen, dass Debeka-Mitarbeiter über Jahre hinweg Adressen von Personen kauften, die kurz vor ihrer Verbeamtung standen. Debeka-Mitarbeiter verschafften sich damit einen starken Wettbewerbsvorteil, weil sie die Beamten auf eine Versicherung ansprechen konnten, kaum dass diese selbst von ihrer Verbeamtung erfahren hatten.“

Hier einige Links auf die entsprechenden Artikel:

Handelsblatt: Mehr als 10.000 Beamte halfen der Debeka

alle Debeka Artikel im Handelsblatt

Video: ZDF heute.de Debeka und die Vorwürfe

ProContra Online: Debeka wehrt sich

Wer zuerst kommt…

Klar, wird ein junger Anwärter oder eine junge Referendarin in die Beamtenlaufbahn übernommen oder sieht es zumindest danach aus, so ist es für viele Versicherer bzw. deren Vertrieb ein „guter Kandidat“. Die Menschen sind jung, oftmals haben diese wenige Vorerkrankungen und zudem wechseln diese meist nicht unbedingt wieder. Das sollte man in der Krankenversicherung eh nicht tun, gerade wenn zudem noch eine Empfehlung aus dem Kollegenkreis dazu kommt sind die Kunden nahezu „sicher“.

Daher ist es also für den Vertreter wichtig, so früh als möglich beim Kunden zu sein um das „Geschäft“ zu machen. Für solche Empfehlungen zahlte die Debeka an Beamte Geld, was grundsätzlich ja noch nicht so verkehrt ist, wenn die Daten auf „korrektem Wege“ an die Versicherung gekommen sind. Ob das so ist, das wird die Staatsanwaltschaft nun prüfen müssen.

Spannend finde ich in dem Zusammenhang die Frage, wie diese „mehr als 100 Millionen Tipp Provision“ in den letzten Jahren verbucht worden sind. Abschlusskosten? Werbeaufwendungen?

Was bedeutet das alles für Versicherte?

Erstmal rein gar nichts. Wer heute dort versichert ist, der bleibt dort und es ändert sich weder am Vertrag noch am Berater etwas. Warum auch, die Auswahl der passenden privaten Krankenversicherung sollte nicht von der Empfehlung eines Bekannten abhängen, sondern von der sorgfältigen Auswahl der benötigten Leistungen und Tarife. Es ist völlig egal wo der Kollege oder auch die weiteren 10 Kollegen versichert sind, nur weil der Schutz bei Tarif X-Y-Z bei denen passt, muss es für einen selbst noch lange nicht passen.

Also gilt: Ruhig bleiben, nicht übereilt reagieren und alles bleibt wie es ist. Erst nach dem Abschluss der Ermittlungen werden wir weiteres wissen.

14.
Dezember '12

Private Krankenversicherung ohne Risikoprüfung? Debeka will jeden aufnehmen- wirklich?


Eine Meldung flatterte gestern durch die Medien. Anders als bisher, also mit Risikoprüfung und der Beantwortung von Gesundheitsfragen, will die Debeka Krankenversicherung jeden versichern der einen Antrag stellt. Aber wirklich jeden? Schauen wir uns zunächst einmal die Meldung genauer an. In der FAZ hieß es zum Beispiel dazu:

„Jeder soll aufgenommen werden Marktführer Debeka will auch dem Vorwurf der Rosinenpickerei den Wind aus den Segeln nehmen. Künftig will das Koblenzer Unternehmen jeden Arbeitnehmer ungeachtet seines Gesundheitszustands aufnehmen, sofern er den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellt, nachdem er die Versicherungspflichtgrenze überschritten hat. Auch alle seine Familienmitglieder sollen aufgenommen werden. „Wir wollen uns dadurch keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen, sondern den Angriff der Rosinenpickerei abwehren“, sagte der Vorstandsvorsitzende Uwe Laue am Mittwoch in Koblenz.“ (Quelle: FAZ)

Wie funktioniert die Aufnahme in die Private Krankenversicherung (PKV) heute?

Wer eine Aufnahme in eine privaten Krankenversicherung begehrt, der muss Gesundheitsfragen ausfüllen und seinen Gesundheitszustand damit offenlegen. Der Versicherer prüft dann welches Risiko besteht und wie sich dieses von einem gesunden Antragsteller unterscheidet. Die dann zu erwartenden Mehrkosten (durch Untersuchungen, Medikamente etc.) werden dann mit einem Risikozuschlag ausgeglichen. Ist der zu hoch oder nicht mehr zu kalkulieren, so muss sich der Kunde mit einer Ablehnung seines Antrages zufrieden geben und kann sich nicht bei der Gesellschaft versichern.

Was will die Debeka ändern?

Natürlich ohne eigenes Interesse und schon gar nicht aus Geschäftssinn will die Debeka allen eine Versicherung ermöglichen. Vorstandsvorsitzender Laue sagte dazu am Mittwoch, das eine Versicherung für jeden möglich sein soll und der Zuschlag bei maximal 30% liegen soll. So etwas ähnliches kennen wir doch schon. Es handelt sich dabei um die so genannte Öffnungsaktion für Beamte. Diese dürfen sich nach Verbeamtung versichern und müssen nicht befürchten, abgelehnt zu werden. Der Zuschlag beträgt auch hier 30% maximal.

Welche Einschränkungen gelten?

Ganz so rosig wie man aber zunächst denken mag, ist es dann doch nicht. Glaubt man den bisher bekannten Aussagen (genaues wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen), so geht es nur um Arbeitnehmer. Selbstständige und freiberuflich tätige Personen profitieren dann nicht von dieser „Sonderregelung“. Weiterhin spricht der Vorstandsvorsitzende von

„sofern er den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellt, nachdem er die Versicherungspflichtgrenze überschritten hat“

Es ist also sehr wohl eine „Rosinenpickerei“, die es doch eigentlich gar nicht sein soll- oder? Nur wer gleich nach Eintritt der Versicherungsfreiheit einen solchen Antrag bei der Debeka stellt, der soll versichert werden und mit maximal 30% Zuschlag auskommen. Alle die heute schon versicherungsfrei sind oder bereits privat versichert, für die gilt das nicht.

So versucht man bewusst (mehr …)

01.
Februar '10

Freiwillige Leistungen – versprechen aber nicht halten müssen Teil III


Wie Sie bereits in den letzten beiden Blogbeiträgen zum Thema „Freiwillige Leistungen“ nachlesen konnten, sind die Aussagen mancher Unternehmen doch recht abenteuerlich.

Nach den Fragen zu Heilmitteln (Teil I) und gemischten Anstalten (Teil II) gab es weitere Fragen an die Versicherung. Die dritte Frage meines Kunden an den Versicherer XXX lautete:

Stimmt, es dass Hilfsmittel wie z.B. ein Rollstuhl nur bis 620 EUR bezahlt werden? Was ist mit elektrischen Rollstühlen, die schnell über 10.000 EUR kosten?

Werden orthopädische Hilfsmittel bezahlt?

Der Versicherer schreibt dazu als Antwort:

„Krankenfahrstühle sind bis 620 EUR erstattungsfähig. Hier sind wir jedoch gern bereit, bei medizinischer Notwenigkeit und Vorlage aussagekräftiger Unterlagen eine zusätzliche freiwillige Leistung für höherwertige Rollstühle zu prüfen.

Orthopädische Hilfsmittel wie Orthesen, Bandagen oder Prothesen sind in tariflichem Umfang erstattungsfähig“

Der Tarif sagt dazu:

erstattungsfähig sind… Geh und Stützaperate einschließlich Liegeschalen, Nachtschienen, Körperersatzstücke (…) orthopädische Leibbandagen, Bruchbänder, Kompressionsstrümpfe (…)

Weiterhin fragt der Kunde:

Werden alle lebenserhaltenen Hilfsmittel gezahlt?

Antwort:

Die von Ihnen beschriebenen „Lebenserhaltenden Hilfsmittel“ wie Beatmungsgeräte, Ernährungspumpen, künstliche Nieren oder Herzschrittmacher fallen bei uns unter die, in Absatz (…) genannten Sachaufwendungen medizinisch technischer Art und sind ebenfalls von der Leistungspflicht umfasst.“

Woher der Versicherer diese Interpretation nimmt ist mir jedoch nicht ganz klar. Die Aussage das diese in den Bereich der „Sachaufwendungen“ fallen ist m.E. Auslegungssache und wer weiss was in einigen Jahren/ Jahrzehnten ist. Wer ganatiert mir eine solche Auslegung der Formulierungen auch dann?

Was ist mit einem Heimdialysegerät, was ist mit Geräten zur künstlichen Ernährung und den Nährmitteln dazu? Wer zahlt diese? Die Kosten für solche Geräte und Mittel bewegen sich problemlos im fünfstelligen Bereich.

Generell muss man sich bei freiwilligen Leistungen auch immer fragen ob man das will. Klar- mehr zu bekommen als der Versicherer leisten muss ist ja schön, für den der es braucht. Aber wollen Sie mehr Beiträge zahlen weil ein Unternehmen mehr zahlt als es muss? Wollen Sie instabile Beiträge weil andere mehr bekommen als ihnen zusteht? Haben Sie sich bewusst für ein Bedingungswerk entschieden und akzeptieren dessen Einschränkungen und Ausschlüsse das wohl eher nicht, denn es geht zu Lasten Ihrer Beitragsstabilität.

27.
Januar '10

Freiwillige Leistungen – oder versprechen aber nicht halten müssen – Teil II


Gestern hatte ich den ersten Teil der kleinen Serie „Freiwillige Leistungen – oder versprechen aber nicht halten müssen“ veröffentlicht, heute nun der zweite Teil.

Hierbei hatte mein Kunde dem Versicherer folgende Frage gestellt:

Werden Anschlußheilbehandlungen und Reha von der XXXX bezahlt? Wird hierbei auch ein stationärer Aufenthalten in gemischten Anstalten bezahlt?

Darauf antwortet der Versicherer (sinngemäß):

Wir leisten gem. §4 Abs. 5 MB/KK (Musterbedingungen Krankheitskostenvollversicherung) wenn wir die Behandlung gegenüber unserem Versicherten vor Behandlungsbeginn schriftlich zugesagt haben.

Schauen wir uns den Paragraphen einmal etwas genauer in den Musterbedingungen an:

(5) Für medizinisch notwendige stationäre Heilbehandlung in Krankenanstalten, die auch Kuren bzw. Sanatoriumsbehandlung durchführen oder Rekonvaleszenten aufnehmen (ANM: gemischte Anstalten), im übrigen aber die Voraussetzungen von Abs. 4 erfüllen, werden die tariflichen Leistungen nur dann gewährt, wenn der Versicherer diese vor Beginn der Behandlung schriftlich zugesagt hat. Bei Tbc-Erkran- kungen wird in vertraglichem Umfange auch für die stationäre Behandlung in Tbc-Heilstätten und -Sanatorien geleistet.

Das bedeutet also: Hatte der Kunde keine Möglichkeit den Aufenthalt zu melden oder hat er einfach nicht gewusst das es sich um eine gemischte Anstalt handelt, so besteht für die Leistungen dort kein Versicherungsschutz.

Der Versicherer ergänzt in seinem Schreiben noch:

Wenn es sich um eine Einweisung bei einem Notfall handelt erstatten wir in tariflicher Höhe.

Auch hier stellen sich wieder zwei Fragen. 1.) Wenn es so ist, warum schreibt man es nicht so auf? Es gibt genug Unternehmen die solche Formulierungen als vertragliche Garantie in Ihre Bedingungen schreiben/ geschrieben haben. und 2.) was ist ein Notfall?

Nach einigen Anschreiben an Versicherer im letzten Jahr sieht ein Unternehmen zum Beispiel den Herzinfarkt als Notfall, ein anderes sagt es ist nur dann einer, wenn es eine Einlieferung mit dem Rettungswagen war und der nächste Versicherer meint, auch ein gebrochener Fuß ist ein solcher Notfall.

Weitere Ergänzung in der Antwort des Versicherers:

Wenn eine Kur oder Reha nicht gegeben ist, sondern der Patient „eben so“ in einer gemischten Anstalt liegt, wird auch dann geleistet, wenn diese gem. Anstalt am Wohnort oder in unmittelbarer Nähe ist oder wenn es sich um besondere medizinische Umstände handelt. (angeführt werden hier Anschlußheilbehandlungen nach Herzinfarkt, Schlaganfall etc. oder Verdachtsdiagnosen die in spezialisierten Kliniken abgeklärt werden sollen.)

Auch das ist spannend, denn hier stellt sich die gleiche Frage. Diese Aussage in dem Brief an den Kunden ist nicht rechtsverbindlich, da diese so nicht in den Bedingungen steht. Ebenso ist es eine Mehrleistung, die dem einzelnen sicher zu Gute kommt, aber eben die anderen Versicherten (die solche nicht bekommen/ brauchen) benachteiligt.

Auch der zweite Teil der Kundenfrage (siehe oben) zur Rehabilitation wird beantwortet.

Es besteht gem. §5 Abs. 1d MB/KK keine Leistungspflicht. Im Einzelfall ist aber zu prüfen, ob es sich um eine Krankenhausbehandlung oder eher um eine Sanatoriumsbehandlung handelt. Je nach Ergebnis der Prüfung stellen wir die einen oder anderen Leistungen zur Verfügung. Weiter folgt der Hinweis das der gesetzliche Rentenversicherungsträger noch in Anspruch zu nehmen ist und „dann verbleibende Aufwendungen für diese Reha prüfen wir unter Berücksichtigung der medizinischen Sachlage“.

Was heißt das nun? Der Versicherer prüft. Soweit so gut. Was ich als Versicherter dann bekomme, oder eben nicht, steht hier nicht. Warum kann und will man das nicht in die Bedingungen schreiben? Klar warum: Dann müsste man leisten, ob man will oder nicht. Heute kann man aber sagen- wir haben geprüft, leisten aber dennoch nicht.

Es gibt zum Glück mehrere Unternehmen die das besser gelöst haben. Un die Vorleistung des Rentenversicherungsträgers ist bei selbstständig tätigen Personen in der Regel nicht gegeben, da diese keine Beiträge in die gesetzlichen Rentenversicherungstöpfe zahlen.

Im Dritten Teil der Serie geht es um den Bereich (lebenserhaltende) Hilfsmittel

Weiterführende Informationen:

Leitfaden Private Krankenversicherung

Auswahlkriterien zur PKV

Kriterienfragebogen als ausfüllbare pdf Datei

25.
September '09

Beitragsanpassung Debeka 2010


Wenn auch eher inoffiziell über einen Kollegen erhalten, hier die Beitragsanpassungen der Debeka. Die bisher von anderen Gesellschaften veröfentlichten Daten finden Sie hier. (LINK) Für das Bestandsgeschäft gelten besondere Regelungen. So werden hier Limitierungsmittel eingesetzt, welche die Zuschläge auf max. 10% begrenzen, ab Bestandskunden 65 Jahre und älter auf 5%.

Beitragsanpassungen gibt es unter anderem für folgende Tarife (Neugeschäft), zum Teil auch für den Bestand.

Tarif PN und PNW für Männer

PNM65/ 67 für Männer

PNSI, PNSII für Männer und Frauen, PNSI nicht für Männer

PNSM65/67 für Männer und Frauen

PNE für Kinder

PNZ für Jugendliche männlich

BSS für Männer und Frauen (außer Männer Alter 24-29 und ab 67)

BSSM65/67 für Männer und Frauen

BSZ für Männer (außer 20-25 und ab 72) und Frauen (außer 20-28 und ab 78)

P, PW, P-K, PW-K für Männer und Frauen (nur P, PW), Kinder teilweise

BSB für Männer und Frauen

BSB A für Jugendliche und Kinder, sowie Männer und Frauen

WK für Kinder

GA für Frauen und Kinder/ Jugendliche

Diese Anpassungen sind, wie alle bisherigen auch, Neugeschäftsanpassungen. Somit sind diese als Tendenz schon, aber sonst nicht direkt übertragbar auf den Bestand. Hier werden wie oben angekündigt verschiedene Limitierungen eingesetzt.

Dazu kommen folgende Erhöhungen der Selbstbeteiligung:

PNSI von 700 EUR auf 760 EUR (+60 EUR oder 8,57%)

PSNII von 1.140 EUR auf 1.230 EUR (+90 EUR oder 7,9%)

Diese Anpassungen gelten für Männer und Frauen

Entscheiden Sie sich nicht übereilt für einen Tarifwechsel. Bevor Sie über einen solchen nachdenken prüfen Sie bitte ob die für Sie relevanten Kriterien (Link zum Fragebogen) erfüllt sind. Und das sowohl im alten als auch im neuen Tarif.