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24.
April '14

Von „halb richtig“ bis zu Lügen, der Finanztest PKV Chat setzt den dilettantischen Test fort


Schon wieder Finanztest, schon wieder „ein bisschen richtige“, halb richtige und vollkommen falsche Aussagen und Lügen, welche die Stiftung Warentest, besser Finanztest in dem PKV Chat schrieb und damit leider die Katastrophen aus dem eigentlichen Test fortsetzt. Nun kann man darüber streiten ob es ein „kämpfen gegen Windmühlen“ ist, man es daher als „kleiner Makler“ besser lässt, oder eben etwas dazu schreibt.

Nach dem neuerlichen PKV Test, wo die Damen und Herren von Finanztest klar dokumentiert haben, dass die Zusicherungen nichts brachten, da muss man auch als Makler etwas dazu schreiben, oder gerade als solcher, der auf im Lager der Kunden steht. Hatte doch Hr. Tennhagen im vergangen Jahr nach heftiger Kritik zum Testergebnis Berufsunfähigkeit noch Besserung gelobt und „wir nehmen Kritik an und wollen besser werden“ vollmundig verkündet.

Finanztest PKV  Chat

Nun testete die Finanztest Redaktion die private Krankenversicherung (PKV) und ich habe bereits in meinem 11seitigen Kommentar zum PKV Test dargelegt, wie unsinnig die Testergebnisse sind und die Frage gestellt, ob diese gewürfelt wurden. Finanztest verunsichert Verbraucher erneut mit dilettantischem Test zur Privaten Krankenversicherung (PKV)

Auch die Kritik vieler Kollegen und die Berichterstattung in der Presse (nachzulesen unter „Finanztest- Kritik an vielen Ecken… hoffentlich fruchtet diese auch bei den “Testern„) scheint nicht zu fruchten, aber gut. Dennoch möchte ich einige Aussagen des gestern stattgefundenen Chats zur PKV so nicht stehen lassen. Einige Aussagen und Fragen können Sie auf der Seite von Finanztest nachlesen, andere hier in meinem Chatprotokoll und einige werde ich hier weiter ausführen.

Doch kommen wir nun zu einigen Fragen und Antworten, welche im Chat fielen und so falsch sind, das diese nicht umkommentiert so stehen können, nicht das noch jemand auf die Idee käme, es stimmt.

Frage: „Wie kann die Concordia und auch die HUK auf den Plätzen 1 und 2 sein, wenn doch diese die von FT gewählten MINDESTkriterien nicht erfüllen? Stichwort hier: Psychotherapie und Hilfsmittel? Wo liegt der Fehler?“

Antwort: test.de: (Cornelia Nowack) Die entsprechenden Tarife erfüllen die Mindestkriterien von Finanztest.

Das ist so nicht nur ein bisschen falsch, sondern glatt gelogen. Als Mindestkriterium setzte Finanztest an: „Hilfsmittel (außer Sehhilfen): mindestens 75% für technische Hilfsmittel und Prothesen in einfacher Ausführung bei offenem Hilfsmittelkatalog der Neuentwicklungen einschließt.“

Bei der HUK Coburg heisst es in den Bedingungen des zweitplatzierten Tarifs nun aber:

Erstattet werden medizinisch notwendige Hilfsmittel bis zu einem Rechnungsbetrag von 1.200 € zu 100 %. Hilfsmittel, die einen Rechnungsbetrag von 1.200 € pro Hilfsmittel übersteigen, werden zu 90 % im tariflichen Umfang erstattet. Sofern das Hilfsmittel über den »Hilfsmittelservice«“ (siehe Nr. 6. h)) des Versicherers beschafft wird, werden diese Hilfsmittel zu 100 % erstattet.

Für einzelne Hilfsmittel gelten folgende Höchstrechnungsbeträge:

– Perücken bei krankhaftem Haarausfall bis zu einem Rechnungsbetrag von 500 €,
– Hörhilfen bis zu einem Rechnungsbetrag von 1.500 € pro Hörhilfe. Als Hörhilfen gelten Hörgeräte apparativ einschließlich dazugehöriger Ohranpassstücke,
– Sehimplantate bis zu einem Rechnungsbetrag von 20.000 €,
– Anschaffungskosten eines Blindenführhundes inklusive Einführungstraining,
Schlafapnoe-Geräte (z.B. CPAP-/BiPAP-/Bilevel-Geräte) bis zu einem Rechnungsbetrag von 1.250 €,
– Prothesen bis zu einem Rechnungsbetrag von 15.000 € pro Prothese,
– C-LEG-Prothesen bis zu einem Rechnungsbetrag von 30.000 €,
– Individuell angepasste Sitzschalensysteme bis zu einem Rechnungsbetrag von 5.000 €,
Krankenfahrstühle (ggf. inkl. Zubehör und Antrieb) bis zu einem
Rechnungsbetrag von 2.500 €,
– Orthopädische Schuhe bis zu einem Rechnungsbetrag von 1.500 € pro Kalenderjahr.

Liest man nur den ersten Teil der Bedingungen, so könnte man meinen es würden mehr als 75% erstattet. Dumm nur, das erst danach die Begrenzungen folgen. Gehen Sie mal in ein Sanitätshaus und fragen nach den Kosten für einen normalen und einen elektrischen Rollstuhl, gleichzeitig nach den Kosten für ein Schlafapnoe Gerät. Dieses Gerät verhindert Atemaussetzer im Schlaf und rettet nachweislich Leben.

So ein Gerät ist heute mit um die 2.000 EUR nicht gerade günstig und das weiss auch Finanztest. Das paradoxe daran? Selbst 2004 hat die Stiftung Warentest solche Geräte schon getestet. Lesen Sie mal:.

Schlafapnoe Gerät FT

Schauen wir mal in die Erstattung der HUK:

1.200 EUR zu 100% = 1.200 EUR

50 EUR zu 90% = 45 EUR

750 EUR zu 0%, da Grenze überschritten

Von dem Rechnungsbetrag von 2.000 EUR (dabei war es nicht das teuerste Gerät und es sind Preise von 2004) werden dann 1.245 EUR übernommen, also 62,25% des Rechnungsbetrages.

Bei einem elektrischen Rollstuhl (Preise hier) sieht es noch schlimmer aus. Da rutschen wir schnell unter die 50% Erstattung, schnell sind einige Hundert oder gar tausende Euro an Eigenanteilen angehäuft. Bei der Concordia heisst es in den Bedingungen auch gleich:

Hilfsmittel mit einem Rechnungsbetrag oberhalb von 2.000 € bedürfen der vorherigen Zusage durch den Versicherer.

Da sind diese also erst einmal gar nicht versichert, wenn die Zusage nicht kommt. Nachzulesen in den Bedingungen der Tarife BV. Die Antwort von Finanztest ist also eindeutig und belegbar eine glatte Lüge.

Nächste Frage: 

Welche Vorteile bringt es, wenn ich als Beamter in GKV versichert bin?

test.de: (Cornelia Nowack) Bei Vorerkrankungen fallen keine Beitragszuschläge an. … (Ulrike Steckkönig) Eine ganze Reihe privater Krankenversicherer bieten jedoch bei Neuverbeamtungen an, die Risikozuschläge für Vorerkrankungen auf maximal 30 % zu begrenzen. Dafür muss man sich aber bei Neuverbeamtung schnell entschließen.

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25.
Juni '13

Finanztest mit einem Chat – Fragen zur Berufsunfähigkeit und einige Hintergründe


(c) helberg.info

Avanti Dilettanti, so nannte der Kollege Helberg letzte Woche seinen Kommentar zum Finanztest Berufsunfähigkeitsversicherungen. Leider erfolgte auch bei Twitter, außer dem Hinweis man könne ihm Baldrian liefern, keine weitere Reaktion auf die fachlichen Fragen aus seinem Kommentar. Auch ich habe am Samstag nach einer Ladung Baldrian ausführlich Stellung genommen und erklärt, warum es leider auch von Jahr zu Jahr schlimmer statt besser wird, mit den Test’s der Finanztest.

Zum Einlesen hier noch einmal alle wichtigen Links:

Artikel des Kollegen Helberg – Avanti Dilettanti

Mein Artikel zu den Fragen im Finanztest BU – Tal der Ahnungslosen

und der Kollege Simonov hat noch eine interessante Feststellung zur Kompetenz eines- so Finanztest- Spitzentarifs gemacht, schon toll, wenn man exakt drei Leistungsfälle hatte. Link: Der FinanzREST: BUkompetenz

Den Originalen Test gibt es bei Finanztest unter dem folgenden Link (leider muss dazu dieser kostenpflichtig gekauft werden, aber warten Sie mal ab, es wird schnell Versicherer geben, die den als „Sonderdrucke“ verteilen) LINK zu Finanztest

Passend dazu, veranstaltet die Redaktion Finanztest morgen, am Mittwoch den 26. Juni 2013 zwischen 13 und 14 Uhr einen Chat, zu dem Sie Ihre Fragen stellen und Antworten zu dem Thema BU bekommen können. Link (oder einfach auf das Bild klicken)

Finanztest Chat

(c) Finanztest Homepage test.de, 25.06.2013

Werden Sie auch Fragen stellen- wird doch sicher lustig?!

Diese Frage habe ich seit Samstag so oft gehört und möchte daher meine Antwort hier geben und diese kurz erläutern. Bei dem Chat der Finanztest zur Berufsunfähigkeit am 26. 6. werde ich nicht aktiv teilnehmen. Ich werde keine Fragen stellen, (mehr …)