Artikel mit ‘BU Rente’ getagged

25.
August '14

BU-Rente schon ab 25%? Warum nicht alles gut ist, was gut scheint


„Die Katze im Sack“ sollte man nie kaufen, sagt der Volksmund. Doch leider sind Versicherungen oftmals eine genau solche Katze, viel zu oft wird einfach unterschrieben, der Freund/ Bekannte/ Verwandte wird schon recht haben, oder?

Einer der „Großen“ der Branche bietet neuerdings vermehrt Versicherungen gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit an und wirbt damit „schon ab 25% Berufsunfähigkeit“ eine Leistung zu erbringen. Doch was ist daran nun so besonders?

Wann zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung? 

Das hängt natürlich von den Bedingungen ab, aber in der Regel sieht der Vertrag eine Leistung „ab 50% Berufsunfähigkeit voraus“, dann aber die volle Rente. Wer also 49% berufsunfähig ist, der erhält keine Rente, wer zu 50% oder mehr seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, der bekommt jedoch die volle (100%ige) Rente. Eine weitere Abstufung gibt es nicht und sichert so die Existenz, denn eine halbe Rente reicht meist nicht ansatzweise aus um die laufenden Kosten zu begleichen.

Bitte lesen Sie zur passenden Rentenhöhe auch meinen Beitrag „Richtige Rentenhöhe der BU oder gar keine Absicherung“ und berücksichtigen neben den laufenden Kosten auch die nötige Altersvorsorge.

Und wer zahlt nun schon ab 25%?

Viele Unternehmen bieten anstelle der oben erklärten 50% Lösung noch eine weitere an. Bei dieser so genannten 25/75 Staffel wird schon ab 25% Berufsunfähigkeit eine Rente gezahlt, oder besser eine Teilrente. Diese staffelt sich ab einer Berufsunfähigkeit von 25% in gleicher Weise wie die Berufsunfähigkeit, ab 75% wird dann eine 100% Rente gezahlt. Wer also von dem Arzt zu 66% BU eingeschätzt worden ist, der erhält 66% der versicherten Rente. Das folgende Bild zeigt recht deutlich, wann welche Rente gezahlt wird.

BU Staffeln

Für wen passt welches Modell?

Zunächst einmal sei gesagt, das beide Modelle sicherlich ihre Vor- und Nachteile haben. Bei der „klassischen“ und am meisten verbreiteten Variante muss, um eine Rente zu bekommen, mindestens 50% BU vorhanden sein. Das ist für einen Großteil der Kunden auch kein Problem, da kleinere Einschränkungen ggf. kompensiert werden können, jedoch bei mehr als 50% die volle Rente zur Verfügung steht.

Der größte Nachteil des 25/75 Modells besteht sicher (mehr …)

19.
Mai '14

Nachversicherungsgarantie: in vielen Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht mehr als eine tolle (unwirksame) Aussage


[Nach-ver-si-che-rungs-ga-ran-tie], die

Versprechen einer Versicherungsgesellschaft (vorwiegend Lebensversicherung) einen bestehenden Schutz in der Absicherung (gegen den Tod oder die Berufsunfähigkeit) auch ohne eine neue Risikoprüfung zu erhöhen.

Klingt gut- oder? Schutz erhöhen, ohne neue Gesundheitsprüfung… der Traum eines jeden Versicherten. So lassen sich- zumindest auf dem Prospekt- die Vorteile des eigenen Tarifs in den Himmel loben, denn schließlich hat der betreffende Versicherer sogar acht, nein neun, nein sogar zehn Ereignisse, zu denen der Schutz angepasst werden kann. Über eine solche Garantie soll vermieden werden, dass der Schutz bei veränderten Lebensumständen (z.Bsp. Heirat, Geburt eines Kindes, Scheidung, Hausbau) nicht mehr ausreichen wird, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Wie funktioniert diese Nachversicherung genau?

Von der Funktionsweise ist das recht einfach. Der Versicherer definiert in seinen Bedingungen feste Ereignisse, festgelegte Momente also, zu welchen er (der VR) eine Anpassung des Versicherungsschutzes zulassen möchte. Tritt dieses Ereignis nun ein, so kann der Versicherte tätig werden, nein MUSS es sogar von sich aus und aktiv innerhalb bestimmter Fristen, um so dem Versicherer zu sagen: „Hey, ich habe geheiratet, ein Haus gebaut, mein Kind ist geboren und nun möchte ich meinen Schutz bei Dir anpassen.“

Nachvers-BU_Ereignisse

Passiert das alles rechtzeitig, so ist es auch unkompliziert, denn der Versicherer erhöht den Versicherungsschutz (und die Prämie) und ermöglicht daher eine höhere BU-Rente, Todesfallsumme oder sonstige Versicherungsleistung für den Kunden.

Geht eine Anpassung auch ohne Ereignis?

Bei einigen Unternehmen ja. Denn ungeachtet der Ereignisse die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgeführt sind, kann der Versicherer auch Anpassungen außerhalb dieser zulassen. Ein Beispiel bietet aktuell zum Beispiel die Bayerische mit ihrer neuen BU. (das ist keine Wertung, sondern nur eines von vielen Beispielen). So findet sich hier in den Bedingungen folgende Aussage:

Sie haben das Recht, einmalig innerhalb der ersten fünf Versicherungsjahre die versicherte Berufsunfähigkeitsrente unabhängig von einem in Absatz 1 genannten Ereignis aufzustocken. Der Versicherungsschutz aus dieser Erhöhungsrente setzt erst nach einer dreijährigen Wartezeit ein.

oder auch bei der Barmenia, dem Volkswohlbund und vielen mehr.

Barmenia: In den ersten 60 Monaten der Vertragslaufzeit können Sie die versicherte Berufsunfähigkeitsrente auch ohne besonderen Anlass ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

(mehr …)

11.
Januar '09

Kann Mama (oder Hausfrauen und -männer) auch berufsunfähig werden?


In diesem Artikel möchte ich auf einen sehr wichtigen Aspekt und einen großen Missstand aufmerksam machen. Bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit geht: „Mama braucht keine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, die arbeitet ja nicht.

Bei der Absicherung der Berufsunfähigkeit, die nach der Privaten Haftpflichtversicherung die wichtigste Absicherung im privaten Bereich ist, wird in der Regel immer noch der Hauptverdiener ausschließlich abgesichert.

Schauen wir uns nun jedoch mal die Ursachen an, welche zu einer Berufsunfähigkeit führen. Bei über 30% der Fälle sind es Rücken-/ Wirbelsäulenerkrankungen oder die Erkrankungen von Gelenken und Muskeln. Dazu kommt, dass die meisten Unfälle im eigenen Haushalt passieren. Daher kommt vermutlich auch der Trugschuss das eben eine Unfallversicherung, die meist deutlich günstiger zu bekommen ist als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, doch eigentlich ausreicht. Leider sieht die Realität etwas anders aus. Nur jeder zehnte Fall der Berufsunfähigkeit ist auf einen Unfall zurückzuführen. Neben bereits genannten Ursachen sind Erkrankungen der Psyche, der Nerven oder des Herz- Kreislaufsystems wie auch Krebs die häufigeren Ursachen.

Auch das Argument „die Mama arbeitet ja nicht“ gilt hier nicht. Auch die nicht aktiv entlohnte Tätigkeit einer Hausfrau/ eines Hausmannes hat natürlich einen wirtschaftlichen Wert. Kalkulieren Sie für den „Ersatz“ einer Hausfrau durch eine externe Arbeitskraft einen monatlichen Betrag von ca. 1.500 bis 2.100 EUR, je nach Bundesland und Umfang der Tätigkeiten natürlich unterschiedlich.

Vertraglich gesehen gelten auch bei Hausfrauen hinsichtlich der Berufsunfähigkeit die gleichen Regeln wie bei allen anderen Versicherten.

Die nach 1961 geborenen haben nur einen gesetzlichen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Dieses jedoch nur dann wenn nicht mind. 3 (volle Rente) oder 6 Std. (halbe Rente) keine andere Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt mehr ausgeübt werden kann. Dabei geht es nicht darum ob eine entsprechende Tätigkeit zur Verfügung steht, sondern nur ob diese „theoretisch ausgeübt werden kann“. Damit ist jede Tätigkeit gemeint, ohne Berücksichtigung der Fähigkeiten, Kenntnisse und der eigenen Ausbildung.

Bescheinigt er Arzt, dass die bisherige (Hausfrauen-/ Hausmann) Tätigkeit zu mindestens 50% nicht mehr ausgeübt werden kann, und dieser Zustand über 6 Monate besteht bzw. bestand, so ist der Tatbestand der Berufsunfähigkeit erfüllt und die Gesellschaft zahlt eine versicherte Berufsunfähigkeitsrente.

Die Bedingungen der einzelnen Gesellschaften unterscheiden sich genauso wie die verlangten Prämien für den Schutz. Dabei ist es zum einen unterschiedlich in welche Berufsgruppe die Hausfrau/ der Hausmann eingestuft wird. Das geht von einer eigenen Berufsgruppe für Hausfrauen/ Hausmänner (ARAG, Ergo) über die Gruppe 1 (Allianz, Volkswohlbund und die Gruppe 2 (AachenMünchener, Alte Leipziger, Axa etc.) bis zur Gruppe 4. (beispielhafte und nicht abschließende Aufzählung der Gesellschaften).

Auch bei der so genannten abstrakten Verweisung gibt es durchaus Unterschiede. Es existieren noch Tarife auf dem Markt die eine solche zulassen, was zum Beispiel bedeuten kann das die Hausfrau, der vielleicht früher Ingenieurin war, nun eine Tätigkeit als Pförtner ausüben muss und es dazu keine Rentenzahlung gibt.

Die klare Empfehlung ist demnach sich frühzeitig um einen entsprechenden Schutz zu bemühen, denn eine einmal abgeschlossene Police hat auch in der Zeit als Hausfrau weiter Bestand.

Je älter – desto teurer?

Ja, die Berufsunfähigkeitsversicherung wird individuell kalkuliert. Dabei spielt nicht nur der Beruf und das damit verbundene Risiko eine Rolle, sondern auch der Gesundheitszustand zu Vertragsabschluss und das aktuelle Alter. Achten Sie auch auf Punkte wie die Nachversicherungsgarantie. Damit besteht die Möglichkeit den Schutz neuen Situationen anzupassen, ohne eine erneute Risikoprüfung.

Auch sollten Sie auf das Endalter des gewünschten Schutzes und die Höhe der Rente achten. Ein Schutz bis 60 ist zwar billiger als ein Endalter 65 oder 67, jedoch ermöglicht letztgenannter einen nahtlosen Übergang in die Rente. Bei Hausfrauen/ -mänern begrenzen die meisten Gesellschaften die Rentenhöhe auf 750 – 1.500 EUR monatliche Rente. Auch hier gilt- hat vorher ein höherer Schutz bestanden gilt dieser meist weiter.

Denken Sie also an ausreichenden Schutz und legen Sie besonderen Wert auf die Versicherungsbedingungen, denn es gibt nur „schwarz-oder-weiss“, also Rente bekommen oder eben nicht.

Mehr Fakten und Infos finden Sie in meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeit, welcher auf meiner Homepage http://www.online-bu.de zum kostenfreien Download zur Verfügung steht. Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Hier gehts zum Folgeartikel: Berufsunfähigkeitsversicherung für Hausfrauen und Mütter