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02.
Juni '16

Der richtige Zeitpunkt zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung


Der Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung zu einem bestimmten Zeitpunkt und die Richtigkeit dieses Zeitpunktes wird häufig diskutiert. Gerade im Moment greifen viele Medien das Thema auf und diskutieren darüber, ob Kinder bereits jetzt eine Berufsunfähigkeitsversicherung jetzt abschließen sollten oder ob nicht vielleicht der Beginn der Ausbildung der richtige Zeitpunkt ist.
Um zu verstehen wann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden sollte, sind zunächst einige Rahmenbedingungen und Fakten zu klären, damit wollen wir heute in diesem Artikel beginnen.

...und wenn er nun nie auf eigenen Füßen stehen kann?

…und wenn er nun nie auf eigenen Füßen stehen kann?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung – Rahmenbedingungen

Die Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit ist, als eine Versicherung gegen ein biometrisches Risiko, von der Beantwortung umfangreicher Gesundheitsfragen abhängig. Nun kann sich jeder unschwer vorstellen, dass Gesundheitsfragen in jungen Jahren meist noch einfacher zu beantworten sind, da weniger Behandlungen angabepflichtig sind und weniger Beschwerden oder Untersuchungen im Laufe des Abfragezeitpunkts angefallen sind. Dies trifft zumindest auf die meisten Erkrankungen zu, wobei es natürlich so Erkrankungen gibt die sich im Jugendlichen-/ Erwachsenenalter „verwachsen“ und deshalb später unter Umständen nicht mehr auftreten.

Diese Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit ist daher sehr individuell und allgemeingültige Aussagen sind meist etwas schwierig. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, der sollte sich zunächst Gedanken um die Vorgaben machen welche der Vertrag erfüllen soll. Hierbei sind insbesondere die Auswahlkriterien (LINK) und Vertragsgrundlagen elementar wichtig. Ein Hinweis über die zu beachtenden Punkte finden Sie in dem „Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung“ ,welcher eine Vielzahl von Hinweisen gibt. Dies vorausgeschickt ist der richtige Zeitpunkt für den Abschluss der BU-Absicherung immer der, an dem frühstmöglich ein Versicherungsschutz gewährleistet und wenn möglich ohne Risikozuschlag und Ausschlüsse angenommen werden kann. (Artikel: Risikozuschlag oder Ausschluss in der Berufsunfähigkeitsversicherung) Hierbei ist insbesondere zu beachten, dass nur wenige Versicherer überhaupt das Berufsunfähigkeitsrisiko von Schülern im Rahmen einer „echten Berufsunfähigkeitsversicherung“ versichern. Die untere Grenze für einen entsprechenden Versicherungsschutz finden wir bei den Anbietern, welche diese überhaupt anbieten, bei 10 Jahren. Viele der Produkte die für Kinder einen entsprechenden Versicherungsschutz darstellen wollen, sind in Wirklichkeit eher Optionen oder Versicherungen welche später einmal eine Möglichkeit eröffnen sollen einen entsprechenden Versicherungsschutz zu bekommen. Hierbei handelt es sich meist um eine Art Erwerbsunfähigkeitsversicherung, denn es ist nicht das Risiko des Berufes und dementsprechend der Berufsunfähigkeit versichert, sondern die Tatsache der Erwerbsunfähigkeit. Kann also ein Kind auf Grund einer Erkrankung später nicht mehr tätig sein, und vielleicht gar keinen Beruf erlernen, so versichert der Versicherer dieses Risiko. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass nicht eine spezielle Berufstätigkeit versichert ist, sondern die allgemeine Fähigkeit eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Dieses ist insbesondere für die zukünftige Absicherung eine große Einschränkung, denn wessen Kind weiß schon während der Schulzeit was es einmal werden möchte, beziehungsweise ob dieser Wunsch sich später überhaupt realisieren lässt.

Schulunfähigkeit

Immer mehr Versicherer bieten daher alternativ oder zusätzlich eine Absicherung bei Schulunfähigkeit an. Dabei wird „verständlicherweise“ kein Beruf genannt, denn den hat das Kind ja noch nicht, sondern es ist die Einschränkung versichert, nicht zur Schule gehen zu können. Ist das Kind aufgrund einer Erkrankung, eines Unfalls oder eines Kräfteverfalls nicht in der Lage die Schule zu besuchen, so wird eine entsprechende Leistung erbracht. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Kriterien an die Auszahlung der Leistung sehr streng sind und solange der Besuch einer speziellen Förder- oder Sonderschule noch möglich ist eine Leistung in einigen Verträgen nicht erfolgt.

Von daher gilt es insbesondere hier genau abzuwägen, ob eine solche Absicherung das Geld wert ist.

Schüler höherer Klassenstufen und Auszubildende

Bei vielen der weiterführenden Schulen ist eine solche Erfüllung der Voraussetzung einer Schulunfähigkeit schon etwas einfacher, da die Versicherer hier weiter differenzieren. Was die Berufsunfähigkeit betrifft, so wird es spätestens mit Beginn einer Ausbildung für die Absicherung etwas einfacher. Warum? Die Versicherer haben nun einen (angestrebten zumindest) Beruf, den sie als festes Kriterium versichern können. Neben der Formulierung, dass dieser Beruf schon ab Beginn der Ausbildung als versicherter Beruf gilt, gibt es durchaus Versicherer die hier eine bestimmte Mindestausbildungszeit voraussetzen. Ist diese noch nicht erreicht, so kann im Rahmen der Leistungsprüfung unter Umständen auf einen anderen, vergleichbaren Beruf verwiesen werden und damit die Leistung verweigert.

Weiterhin ergibt sich bei der Betrachtung noch ein neues Problem. Versichert ein Auszubildender eine Tätigkeit in einer geplanten Ausbildung und kommt dabei z. Bsp. in die Berufsgruppe 2 oder in jede andere Berufsgruppe die nicht der besten Einstufung entspricht, verändert sich nach Abschluss seine Tätigkeit, so ist dieses nicht so ohne Weiteres zu korrigieren. Vereinfacht bedeutet das, dass viele spätere Meister, technische Leiter oder Architekten zunächst eine Ausbildung im handwerklichen Bereich beginnen und diese später im Rahmen eines anschließenden Studiums oder einer berufsbegleitenden Weiterbildung zu verbessern. Würde der Architekt später eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen, so bekäme er eine weitaus bessere Einstufung als der Auszubildende im handwerklichen Bereich. Das hat dann leider zur Folge, dass dieser unter Umständen dauerhaft eine höhere Prämie zahlen muss.

„Dann mache ich einfach einen neuen Vertrag“

Die Idee, bei einer Verbesserung der beruflichen Situation einen neuen Vertrag zu wählen, ist durchaus verständlich. In der Praxis führt es aber dann zu dem Problem, dass wir alle nicht wissen wie die gesundheitliche Situation zu dem Zeitpunkt aussieht. Aus diesem Grund spricht einiges für eine frühe Antragstellung, einige Versicherer bieten hier bei bestimmten Ereignissen oder unter bestimmten Voraussetzungen eine Verbesserung in der Einstufung in der Berufsunfähigkeitsversicherung an, auch wenn dann keine neue Gesundheitsprüfung durchgeführt werden muss. Ist dem so, so kann ein früh abgeschlossener Vertrag sehr sinnvoll sein und später mit der beruflichen Entwicklung standhalten.

Absicherung für Studenten

Etwas anderes ist die Absicherung von Studenten. Viele Versicherer bieten hier recht frühzeitig nach dem Beginn des Studiums eine entsprechende Einstufung in das angestrebte Studienziel an, und sichern somit eine frühzeitige, bestmögliche Risikoklasse. Auch hier ein Beispiel:

Der Student der Betriebswirtschaft beginnt sein Studium und beantragt zu diesem Zeitpunkt einen Berufsunfähigkeitsschutz, dieser ist auf eine monatliche Rentenleistung von 1.500 Euro Berufsunfähigkeitsrente bei den meisten Unternehmen begrenzt. Der Hintergrund ist verständlich, schließlich möchte man keinerlei Anreiz schaffen, eine Berufsunfähigkei zu provozieren. Entscheidet sich dieser Student nun im Rahmen seines Studiums bzw. während seines Studiums gegen die Fortsetzung und macht vielleicht nicht einmal einen entsprechenden Abschluss, so ist dieser trotzdem in allen anderen folgenden Berufen versichert, obwohl diese vielleicht deutlich risikoreicher sind. Ganz übertrieben bedeutet das, setzt der BWL-Student sein Studium nicht fort und entscheidet sich für eine Tätigkeit als Sprengmeister, als Beamter im Sondereinsatzkommando oder als Berufssoldat, so hat dieser Versicherte einen lebenslangen, günstigen Versicherungsschutz eingekauft. Im Falle der eintretenden Berufsunfähigkeit wird dennoch auf den aktuellen Beruf geprüft.

Dieses entspricht nicht nur einer Konservierung des Gesundheitszustandes in jungen Jahren, sondern auch der Konservierung einer entsprechenden günstigeren Berufsgruppe. Theoretisch ist das auch bei Auszubildenden möglich, wenn zunächst ein risikoarmer Beruf in der Ausbildung begonnen wird und später in einen risikoreichen gewechselt wird.

Gesundheitsfragen und Abfragezeiträume

In vielen Fällen erstrecken sich die Gesundheitsabfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung auf einen Zeitraum von 3, 5 oder 10 Jahren. Dabei wird unterschieden in Fragen zu ambulanten, stationären und sonstigen Behandlungen. Insbesondere das Risiko einer psychotherapeutischen Behandlung wird in den meisten Verträgen über einen Zeitraum von 10 Jahren erfragt. Während Kinder in sehr jungen Jahren noch durchaus eine ganze Reihe von Arztbesuchen haben, manchmal auch nur weil die Eltern etwas vorsichtig sind, ist es bei vielen Jugendlichen eher so, dass sie einen Arzt nur noch zu Vorsorgeuntersuchungen aufsuchen. Wird also für einen Jugendlichen im Alter von etwa 10 oder 14 Jahren ein entsprechender Versicherungsschutz beantragt, so haben wir in der Regel sehr wenige Angaben in den Gesundheitsfragen zu machen. Zudem ist es hier noch recht einfach an entsprechende Unterlagen zu kommen, da es einen festen, regelmäßig besuchten Kinderarzt gibt. Wie Sie die Arztakte vom Kinderarzt anfordern und alle Informationen zusammentragen finden Sie im Artikel „Wie komme ich an meine Arztakte“ (LINK).

Der richtige Zeitpunkt für den BU-Antrag

Einen für alle richtigen Antragszeitpunkt gibt es sicherlich nicht, dennoch gelten einige Faustregeln:

Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung so früh als möglich, um die Gesundheitsangaben im Rahmen zu halten
– Absicherung für Auszubildende spätestens mit Beginn der Ausbildung, besser davor

Studenten versichern sich spätestens zu Beginn des Studiums, falls bis dahin noch kein Versicherungsschutz besteht. Höchstgrenzen der Versicherbarkeit beachten!
– Berufstätige, Hausfrauen und alle anderen Personen denken ebenfalls über einen frühstmöglichen Versicherungsschutz nach

Überprüfen Sie daher regelmäßig und mindestens einmal jährlich ob der bereits bestehende Versicherungsschutz noch aktuell ist. Hierbei geht es insbesondere um die Rentenhöhe und das versicherte Endalter.

– Artikel: Die richtige Rentenhöhe in der Berufsunfähigkeitsversicherung
– Artikel: Garantierte Rentensteigerung und Dynamik im BU-Vertrag
Absicherung mit Risikozuschlag oder Ausschluss

Erst wenn eine regelmäßige Überprüfung des bestehenden Vertrages später ergibt, dass dieser nicht mehr zeitgemäß sein sollte oder sich der Markt so stark verändert hat, dass alle neuen Verträge weitaus bessere Bedingungen bieten, erst dann sollte überlegt werden einen bestehenden Vertrag zu verändern oder diesen neu abzuschließen.

Weitere Informationen:

Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Sollten Sie Fragen zu dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung für Angestellte, Auszubildende, Studenten oder andere Berufsgruppen haben, so können Sie gern das Kontaktformular auf dieser Seite verwenden, alternativ ist es auch möglich die LiveChatfunktion auf der linken Seite zu verwenden und Ihre Fragen direkt dort zu stellen. Eine Anfrage zur Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie mir hier direkt zukommen lassen.

24.
September '15

Volkswohlbund mit Verbesserungen in der BU und neuen (und mehr) Berufsgruppen


Der Volkswohlbund hatte vor noch gar nicht langer Zeit die –> Leistungen auch bei Arbeitsunfähigkeit in seine Bedingungen aufgenommen und sich dabei in die Reihe derer eingereiht, die vereinfacht eine Übergangslösung bieten wollen und den Kunden vor finanziellen Ausfällen bei längerer Leistungsprüfung zu schützen.

Nun gibt es weitere Veränderungen in den Bedingungen und zudem eine neue Aufspaltung in mehr Berufsgruppen. Bisher wurden die Berufe in 6 Gruppen eingeteilt, welche bei 1++ begannen und sich über 1+, 1, 2++, 2+, 2 bis zur 3 staffelten. Das ändert sich in der Zukunft nun. So kommt eine Berufsgruppe hinzu, was für einige Zielgruppen Beitragsreduzierungen bis zu 26% bringen soll. Für andere wird es zwangsläufig nicht unbedingt besser.

So wandern einige Berufe, welche heute bestmöglich bei A++ eingestuft sind in die nur noch zweitbeste Berufsgruppe, einige werden aber auch besser. Eine Übersicht über die neuen Gruppen, welche nun mit A1-4 und B1-3 bezeichnet werden, sehen Sie in diesem Schema.

Volkswohlbund Berufsgruppen neuAuch in den Bereichen der PLUS Option, eine Möglichkeit während oder zum Ende der Vertragslaufzeit eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen und damit eine lebenslange Pflegerente zu bekommen (mehr dazu in den kommenden Tagen in einem neuen Beitrag) gibt es eine Veränderung.

Waren zur Verdopplung der BU Rente bei Pflegebedürftigkeit mindestens drei ADL Punkte zu erfüllen, reichen jetzt zwei aus. (ADL Punkte beschreiben das nicht mehr tun können von bestimmten Tätigkeiten, wie zum Beispiel Mobilität, An- und Auskleiden, Körperpflege, Baden und Duschen etc.)

Verbesserungen bei der Nachversicherung und der Vorsorgegarantie

Die, in §15 geregelten, Nachversicherungsgarantien ermöglichen wie bisher den Versicherungsschutz zu erhöhen, falls bestimmte Ereignisse eintreten. Das kann neben Heirat, Geburt eines Kindes, Tod des Ehegatten oder einem Immobilienerwerb auch eine andere der 15 Ereignisse sein. Neu dabei sind die Nr. 14 und 15, welche auch bei dem Abschluss einer akademischen Weiterbildung (Facharzt, Promotion, Musterstudium) eine solche Anpassung vornehmen lassen. Neben Angestellten ist es nun auch Angehörigen der Kammerberufe (Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Ärzte) möglich eine solche Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung vornehmen zu lassen. Dieses kann zum Beispiel bei Abschluss der Facharzt- oder Fachanwaltsausbildung erfolgen.

Weiterhin gelten aber die schon bekannten Einschränkungen. Dabei darf die Rente in Summe aller beim Volkswohlbund versicherten Renten den Betrag von 2.500 € nicht überschreiten. So ist auch diese Änderung eher Kosmetik, denn falls die BU Rente als Arzt oder Rechtsanwalt zu Beginn „richtig“ war –> Richtige Rente in der BU, dann sollten die 2.500 € monatlich in vielen Fällen bereits erreicht sein. Falls dem nicht so ist, eine nette Option die Rente zumindest auf diesen Betrag anzupassen.

Damit ist für all die, welche schon bei 2.500 € angefangen haben oder durch eine –> dynamische Erhöhung der letzten Jahre dort sind, schnell Schluss.Volkswohlbund Nachvers

Doch für all diese, gibt es noch die Vorsorgegarantie.

Dieser weitere Baustein zur Anpassung der versicherten Rente endet statt bei den oben genannten 2.500 € erst bei 4.000 € Monatsrente, oder aber bei einem Satz von 80% des regelmäßigen, jährlichen Nettoeinkommens. Ist eine BU Plus vereinbart, so erhöht sich die Pflegerente in gleichem Maße wie die BU-Rente.

Nette Anpassungen, aber nichts Großartiges

Eine Tendenz zeigt sich hier aber recht deutlich. Die Auffächerung der Berufsgruppen führt zu immer günstigeren Prämien bei denen, die die Gesellschaften als „gute Risiken“ bezeichnen und wird eher ungünstiger für alle anderen.

Prämien lassen sich ab morgen rechnen, so das ich hier gern weitere Beispiele nachliefern werde. Eines ist jedoch klar. Das Bedingungswerk vom Volkswohlbund ist in seiner aktuellen Qualität durchaus eines, welches man sich näher anschauen sollte. Ob die teilweise höheren Unterschiede zwischen Brutto- und Nettoprämien (verglichen mit Mitbewerbern wie HDI, Condor, Alte Leipziger) ein Vorteil (weil geringerer Zahlbeitag) oder eher ein Nachteil (weil höheres Steigerungsrisiko) sind, das muss im Einzelfall besprochen und ausgewertet werden.

BU Überprüfung SiegelSollten Sie nun Interesse an einer Analyse haben, so steht Ihnen –> mein Anfrageformular zur BU zur Verfügung, bestehende Verträge überprüfen wir gern auf aktuellen Bedarf und Bedingungen, dabei gilt die Vertrauensgarantie.

Die neuen Bedingungen des Volkswohlbundes finden Sie hier: Volkswohlbund, SBU Bedingungen, Stand 09/2015

25.
August '14

BU-Rente schon ab 25%? Warum nicht alles gut ist, was gut scheint


„Die Katze im Sack“ sollte man nie kaufen, sagt der Volksmund. Doch leider sind Versicherungen oftmals eine genau solche Katze, viel zu oft wird einfach unterschrieben, der Freund/ Bekannte/ Verwandte wird schon recht haben, oder?

Einer der „Großen“ der Branche bietet neuerdings vermehrt Versicherungen gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit an und wirbt damit „schon ab 25% Berufsunfähigkeit“ eine Leistung zu erbringen. Doch was ist daran nun so besonders?

Wann zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung? 

Das hängt natürlich von den Bedingungen ab, aber in der Regel sieht der Vertrag eine Leistung „ab 50% Berufsunfähigkeit voraus“, dann aber die volle Rente. Wer also 49% berufsunfähig ist, der erhält keine Rente, wer zu 50% oder mehr seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, der bekommt jedoch die volle (100%ige) Rente. Eine weitere Abstufung gibt es nicht und sichert so die Existenz, denn eine halbe Rente reicht meist nicht ansatzweise aus um die laufenden Kosten zu begleichen.

Bitte lesen Sie zur passenden Rentenhöhe auch meinen Beitrag „Richtige Rentenhöhe der BU oder gar keine Absicherung“ und berücksichtigen neben den laufenden Kosten auch die nötige Altersvorsorge.

Und wer zahlt nun schon ab 25%?

Viele Unternehmen bieten anstelle der oben erklärten 50% Lösung noch eine weitere an. Bei dieser so genannten 25/75 Staffel wird schon ab 25% Berufsunfähigkeit eine Rente gezahlt, oder besser eine Teilrente. Diese staffelt sich ab einer Berufsunfähigkeit von 25% in gleicher Weise wie die Berufsunfähigkeit, ab 75% wird dann eine 100% Rente gezahlt. Wer also von dem Arzt zu 66% BU eingeschätzt worden ist, der erhält 66% der versicherten Rente. Das folgende Bild zeigt recht deutlich, wann welche Rente gezahlt wird.

BU Staffeln

Für wen passt welches Modell?

Zunächst einmal sei gesagt, das beide Modelle sicherlich ihre Vor- und Nachteile haben. Bei der „klassischen“ und am meisten verbreiteten Variante muss, um eine Rente zu bekommen, mindestens 50% BU vorhanden sein. Das ist für einen Großteil der Kunden auch kein Problem, da kleinere Einschränkungen ggf. kompensiert werden können, jedoch bei mehr als 50% die volle Rente zur Verfügung steht.

Der größte Nachteil des 25/75 Modells besteht sicher (mehr …)

10.
Juni '14

BU Aktionsantrag oder doch eine „normale Risikoprüfung“?


Berufsunfähigkeit- das passiert mit doch nicht, oder doch? Über die Notwendigkeit einer entsprechenden Absicherung für den Verlust der Arbeitskraft besteht sowohl bei Verbraucherschützern als auch bei uns Maklern Einigkeit. Doch nur weil es wichtig ist und die Absicherung jeder haben sollte, nur deshalb bekommt sie leider nicht jeder. Die Risikoprüfung der Versicherer ist- vorsichtig formuliert- manchmal nicht ganz einfach, ist doch auch das Risiko entsprechend hoch. Versichert der Antragsteller mit Anfang dreißig „nur“ eine Berufsunfähigkeitsrente von 1.000 € pro Monat, so bedeutet dieses ein finanzielles Risiko von 420.000 €.

Wie komme ich nun an den begehrten Schutz?

Nach der Bestimmung der passenden Rente geht es an die Auswahl der passenden Tarife und Versicherer. Dabei spielen die Tarifbedingungen eine entscheidende Rolle, denn nur wenn der Tarif und die Bedingungen auch passen, nur dann muss im Leistungsfall auch die versicherte Rente ge-/bezahlt werden. Um dieses herauszufinden können Sie zunächst einmal die Auswahlkriterien unter dem folgenden Link durchgehen und weitere Details im Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung nachlesen.

Dann geht es an die Risikoprüfung und hier beginnt für einige Versicherte das Problem. Die Antragsfragen haben es teilweise in sich und der Versicherer will das Risiko welches er „sich einkauft“ genau kennen. Ist der Kunde nicht gesund, hatte vorher schon einmal Erkrankungen, so führt dieses zu einer Einschränkung bei der Annahme.

Aktionsanträge mit vereinfachten Fragen

Wer eine normale Annahme nicht bekommt, für den sind unter Umständen die BU-Aktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen ein Ausweg. Bei diesen befristeten Aktionen bietet der Versicherer Versicherungsschutz mit Einschränkungen an. Als Gegenleistung bietet der Versicherer vereinfachte Fragen,verkürzte Zeiträume in der Abfrage und somit eine erleichterte Annahme an.

Doch natürlich hat die Sache einen „kleinen Haken“. Wer sich für solche Angebote und Aktionen entscheidet, der bekommt nicht all das, was er gern möchte. So fehlen bei allen angeboten Bausteine wie die garantierte Rentensteigerung, welche ich persönlich durchaus für wichtig halte.

Auch ist die Nachversicherungsoption meist vollständig ausgeschlossen, oder sehr stark eingeschränkt. Hierzu muss man fairerweise sagen, diese greift bei hohen Startrenten sowieso nicht mehr. (Link: Warum Nachversicherungen oft nicht greifen)

Wo bekomme ich derzeit BU Renten zu vereinfachten Fragen? 

Im Augenblick (Stand Juni 2014) gibt es einige laufende BU Aktionen. So bieten unterschiedliche Gesellschaften unterschiedliche Renten an, welche sich auch in der Art und Weise der Gestaltung unterscheiden.

HDI mit aktueller BU Aktion bis 1.000 EUR Rente für viele Berufsgruppen

Signal Iduna mit bis zu 2.000 EUR Rente für BG A, A+ und auch für Beamte

Basler BU mit Aufstocket BU für Versicherte die schon einen Schutz haben

Volkswohlbund mit einer BU Aktion (ohne eigenen Blogbeitrag)

VDI für Ingenieure im Verband mit befristeter Aktion

Aktionsantrag oder Zuschlag bzw. Ausschluss bei „normalem Antrag“

Wer nun überlegt einen solchen Abschluss zu tätigen und weiss das es gesundheitlich nicht ganz „glatt ist“, der überlegt oftmals eine solche Aktion zu nutzen, dafür sind diese schließlich da. Aber ist dieses wirklich immer die beste Lösung?

In vielen Fällen bietet sich statt einer Annahme ohne Zuschlag und Ausschluss auch eine normale Annahme an. Vielleicht wird dann ein Zuschlag fällig, vielleicht will der Versicherer auch bestehende Erkrankungen ausschließen. Das hört sich auf den ersten Blick schlechter an, muss es aber gar nicht sein. So kann ein begrenzter und sauber formulierter Ausschluss durchaus eine Alternative zu einem Antrag in der BU Aktion sein. Der Grund ist einfach. Die flexibleren Bedingungen, die ggf. höhere Rente und versicherbare Rentensteigerungen und Dynamik können durchaus interessanter sein, als eine Annahme ohne Zuschlag oder Ausschluss. Was sinnvoller ist, das hängt von der individuellen Situation ab. Aber: Prüfen Sie immer beide Varianten.

Bevor Sie einen Antrag stellen:

Drei wichtige Schritte vorher, diese bitte in jedem Fall beachten und gemeinsam mit einem qualifizierten Berater besprechen.

1.) Genauen Bedarf ermitteln, Risiko einschätzen und den Leitfaden lesen.

2.) Eigenen Gesundheitszustand prüfen und genaue Diagnosen ermitteln, ggf. den Arzt anfragen.

3.) Kriterienfragebogen und die Anfrage zur BU ausfüllen, dann schauen wir gern gemeinsam.

14.
März '14

Die passende Versicherung gegen Berufsunfähigkeit und der Weg dorthin – Teil II


Gestern hab es den Teil I hier, für alle die ihn verpasst haben. Die passende Versicherung gegen Berufsunfähigkeit und der Weg dorthin – Teil I

Alle (Versicherungen) sind böse, grausam und schrecklich gemein und wollen nur eins, Ihr Geld. Dieses Vorurteil hält sich ebenso hartnäckig wie es falsch ist. Natürlich ist es teilweise schwer an seine Leistung zu kommen. Gerade bei der Absicherung der Arbeitskraft geht es um gigantisch hohe Summen. Wer bei nur 2.000 EUR versicherter Rente mit 40 Jahren berufsunfähig wird, den erwarten (wenn der Zustand dauerhaft ist) mehr als 648.000 EUR. Klar das hier der Versicherer so genau als möglich prüft, oder zahlen Sie eine Rechnung die unberechtigt ist?

Es ist für den Anspruchsteller, der dann eh schon mit seiner Krankheit zu kämpfen hat, sehr schwer nachvollziehbar das immer wieder neue Bescheinigungen, Gutachten und Fragebögen gefordert werden, es ist nervig, anstrengend und macht mürbe. Das will ich keineswegs in Frage stellen und auch nicht bestreiten.

Auf der anderen Seite ist die Leistungsprüfung das wichtigste Argument um berechtigte Ansprüche richtig zu bewerten und zu begleichen, unberechtigte aber ebenso abzuwehren und damit die Beiträge im Griff zu behalten, oder zahlen Sie ab morgen gern den doppelten Beitrag?

Sie sehen, jede Medaille hat immer zwei Seiten und schlechte Nachrichten verbreiten sich besser als gute. Wie viele Bekannte kennen Sie, die gern erzählen „ich bin krank, jetzt sogar berufsunfähig und mein Versicherer hat schnell 2.000 EUR pro Monat überweisen?

Keinen? Gibt es deshalb keinen? Ich kenne einige, aber mit Krankheiten und Geld geht man nicht hausieren und es klingt zudem besser wenn man sagen kann „mein Versicherer will nicht zahlen und bringt mich um mein Geld“ als sagen zu müssen: „Ich habe bei der Antragstellung nicht alles angegeben“ oder „ich bin noch nicht zu 50% berufsunfähig“. Klar kann man die Grenze zur Rentenzahlung auch bei 25% ansetzen, was natürlich zu höheren Prämien führen muss, die dann wieder niemand zahlen will?

Ausschließen lässt sich eine Auseinandersetzung im Leistungsfall nicht, das Risiko minimieren geht aber schon. Gerade wenn Sie bei Antragstellung alle Angaben richtig machen, sich Mühe bei der Auswahl des Versicherers und des passenden Tarifs geben und die Versicherungsbedingungen nicht nur abheften sondern auch (versuchen) zu verstehen, dann wird es auch im Leistungsfall leichter. Eine Rechtsschutzversicherung hilft dennoch, denn durch die hohen Streitwerte (Kosten für Rechtsstreite steigen ab 01. 08. 2013- Absicherung gerade bei hohen Streitwerten wichtig) entstehen auch hohe Anwalts- und Gerichtskosten und es wäre nicht nur schade sondern fatal, wenn Ihr berechtigter Anspruch nicht durchsetzbar wäre.

Ist teuer gleich gut?

Versicherungsschutz mit Leistungen von mehreren hunderttausend Euro kostet Geld, manchmal auch viel Geld und das gerade bei denen, die wenig verdienen. Daher gilt es hier sich für um einen entsprechenden Schutz zu kümmern. Wenn es bei Ihnen schon „etwas später ist“, so denken Sie auch bei ihren Kindern daran, ein BU Schutz kann auch in jungen Jahren abgeschlossen werden. Dann sogar noch zu sehr günstigen Prämien und mit der Garantie versichert zu bleiben, auch es es ein risikoreicherer Beruf wird.

Dennoch unterscheiden sich die Prämien für eine Absicherung gegen die finanzielle Folgen von Berufsunfähigkeit sehr stark. Aber weder „teuer = gut“ noch „billig ist immer schlecht“ gilt hier. (mehr …)