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17.
Juni '15

ZURICH Lebensversicherung mit verbesserten Bedingungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung, nett gedacht, nett gemacht, aber der große Wurf ist es wohl nicht


In den letzten Monaten war es in den FinanzNews in dieser Form eher ruhig und das hatte einen einfachen Grund. Nicht das wir keine Produktneuheiten hätten, es sind einfach viele Inhalte in kürzere Blogbeiträge geflossen, da diese zum Teil schneller wieder aufzufinden sind, zum anderen auch kürzer und damit schnell „von der Hand“ geschrieben. Das soll sich- so zumindest der Vorsatz- zumindest bei größeren Veränderungen bestehender Produkte oder Neueinführungen durchaus wieder ändern, daher geht es hiermit los. Die ZURICH Lebensversicherung, ein durchaus bekannter Name, hatte bisher in der Absicherung des Risikos Berufsunfähigkeit keine so große Relevanz. Klar, die eigene Ausschließlichkeit vermittelt die Produkte natürlich, am Markt der unabhängigen Vermittler tummelten sich diese zumindest nicht in den oberen Bereichen. Das soll sich nun wohl ändern- schauen wir mal.

Maßgebend für diese FinanzNews sind die neuen Versicherungsbedingungen, welche mir als Vorabversion „AVB SBU 07/2015“ vorliegen und noch nicht das endgültige Drucklayout haben. Daher muss ich fairerweise sagen, es könnte noch was geändert werden, ob es das wird, eher schwer vorstellbar. Es handelt sich hierbei derzeit um die „Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung – Private Vorsorge (Schicht 3) und Rückdeckungsversicherung (Schicht 2)“, welche ich auch Gründen des Urheberrechts noch nicht online stellen möchte, solange diese nicht final bekannt sind. Zunächst beobachten wir am Markt einen Trend, einen dem sich wohl die wenigsten Unternehmen in der Zukunft entziehen können werden, die Einführung von Leistungen bei bestehender Arbeitsunfähigkeit und hierbei aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. Dazu später mehr.

Wann gibt’s denn überhaupt Geld? Hier gilt auch bei der Zurich das, was schon immer gilt, zu 50% muss der Beruf nicht mehr ausgeübt werden können, um einen Leistungsanspruch erstmal generell zu begründen.

„Bei einem geringeren Grad der Berufsunfähigkeit besteht kein Anspruch auf diese Leistungen.“

Damit ist ausgeschlossen, das die Zurich auch Modelle wie 25% Leistung bei nur 25% BU anbietet, wie es einige Mitbewerber tun. In der Praxis: BU Grad > 50% = 100% Rente, BU < 50%, keine Rente und entspricht damit dem, was die meisten anderen Unternehmen auch anbieten. Also weder „+“ noch „-“. Der Vertrag selbst wird bei einer Leistungspflicht natürlich von der Beitragszahlung befreit, auch das ist aber üblich und nichts Besonderes. Wer seinen Vertrag jährlich zahlt, der könnte bei einem Ende der BU Leistung noch einen kleinen Vorteil haben, denn Beiträge sind erst wieder mit Beginn des neuen Versicherungsjahres zu zahlen.

Unterstützung kann, muss aber nicht. Dazu heißt es wei…  HIER WEITERLESEN

27.
Juli '11

Bedingungsänderungen und Klarstellungen bei der Universa Krankenversicherung zum 01. 08. 2011


Lange hat es gedauert und nun kommt auch die UniVersa Krankenversicherung mit Bedingungsverbesserungen zum 01. 08. 2011. Gültig werden die geänderten Bedingungen für das Neu- und Bestandsgeschäft.

Insgesamt 18 Änderungen in den Bedingungen hat die UniVersa eingeführt, wobei es sich um Klarstellungen handelt. Das bedeutet zunächst, dass diese auch für den Bestand gelten und die bisherige Leistungspraxis widerspiegeln. Auf die Bereiche werde ich hier zunächst erklärend eingehen:

Anschlußheilbehandlung

Nun besteht nicht nur ein „Kulanzanspruch“, sondern das vertraglich garantierte Recht in den Bedingungen. In den §5 der Musterbedingungen (MB/KK) heißt es dazu:

Der Versicherer kann sich auf eine fehlende Zusage nicht berufen, wenn…

sich innerhalb von zwei Wochen nach Beendigung einer Krankenhausbehandlung, für die Leistungspflicht besteht, eine vom Krankenhausarzt verordnete weitere Heilbehandlung in einer anderen Krankenanstalt anschließt und diese Heilbehandlung notwendig ist, um die zuvor im Krankenhaus behandelte Krankheit zu heilen oder zu bessern (Anschlussheilbehandlung)

und weiterhin:

Abweichend von § 5 (1) d) sind in der Krankheitskostenvollversicherung die Aufwendungen für Anschlussheilbehandlungen im Sinne von § 4 (5.1) d) im tariflichen Rahmen erstattungsfähig, wenn hinsichtlich der Anschlussheilbehandlung kein gesetzlicher Rehabilitationsträger in Anspruch genommen werden kann.

Schöner wäre noch eine etwas längere Frist gewesen, denn niemand garantiert einen freien Platz innerhalb von 2 Wochen, aber man kann nicht alles haben. Die meisten werden mit der 2 Wochenfrist durchaus hinkommen und somit stellt es eine klare Verbesserung und vertragliche Garantie dar.

Medizinische Versorgungszentren (MVZ)

Aktuell gibt es von diesen Einrichtungen mehr als 1000 in Deutschland und die Zahl ist eher steigend. Daher sind die Änderungen und somit der Einschluss dieser mehr als 6.000 Ärzte durchaus sinnvoll. Auch bisher erfolgte eine Erstattung der Leistungen, allerdings konnte die UniVersa das, musste es aber nicht. Nun heißt es dazu in den Bedingungen:

(2.1) Der versicherten Person steht auch die Wahl unter den approbierten Ärzten und Zahnärzten frei, die in einem auch zur Versorgung von gesetzlich Krankenversicherten zugelassenen medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) oder in einer Ärztegesellschaft tätig sind, wenn die Abrechnungen nach den jeweils gültigen amtlichen Gebührenordnungen vorgenommen werden.

Behandler zur Erringung von Heilmittelleistungen

Wer bisher Behandler in den Bedingungen suchte, also Personen die Leistungen wie Physiotherapie, Logopädie oder dergleichen durchführen dürfen, musste lange suchen. Nun finden sich in den Bedingungen konkrete Aussagen, welche Behandler erstattet werden und das ohne eine neue Zustimmung einholen zu müssen.

(2.2) Sofern ein Tarif Leistungen für Heilmittel vorsieht, müssen diese von niedergelassenen Ärzten, Heilpraktikern im Sinne des deutschen Heilpraktikergesetzes oder staatlich geprüften Angehörigen von Heil-/Hilfsberufen (wie Masseur, medizinischer Bademeister, Physiotherapeut, Krankengymnast, Logopäde, Ergotherapeut und Podologe) erbracht werden.

Das schafft zum einen Rechtssicherheit, zum anderen macht es klar, das nur entsprechend qualifizierte Behandler bezahlt werden sollen um auch eine Kontrolle über das „wer behandelt denn da“ zu behalten. Ein Behandler der keine staatliche Prüfung hat, wird somit auch nicht bezahlt.

In den Heilmittelleistungen selbst gab es ebenfalls Änderungen. So sind diese nun in den Bedingungen tatsächlich genannt und aufgezählt. Dabei heißt es hier:

Inhalationen, Übungsbehandlungen (z.B. Krankengymnastik, medizinische Trainingstherapie), Massagen, Hydrotherapie, Packungen und medizinische Bäder, Kälte- und Wärmebehandlungen, Elektro- und Lichttherapie, Stimm-, Sprech- und Sprachübungen (Logopädie), Ergotherapie, Hippotherapie, medizinische Fußpflege (Podologie), einschließlich ärztlich verordneter medizinisch notwendiger Hausbesuche und Fahrtkosten bei ärztlich verordneten medizinisch notwendigen Hausbesuchen.

Die Aufzählung ist gegenüber der bisherigen daher deutlich erweitert worden und schließt nun auch die (notwendigen und verordneten) Hausbesuche ein.

Hebammen, Geburtskosten

Anders als bisher (da war es nur die Geburtshilfe durch Hebammen) kann die werdende Mutter nun selbst entscheiden wie und wo ihre Geburt vollzogen wird. Die Einschränkung und den Bezug auf die GKV hätte man „sich sparen können“, dennoch ist die Ergänzung der weiteren Möglichkeiten sicher sinnvoll.

(…)bzw. Entbindungspfleger einschließlich einer entsprechend den Bestimmungen in der gesetzlichen Krankenversicherung in Rechnung gestellten Betriebskostenpauschale bei Entbindung in einem Geburtshaus,

Begleitperson im Krankenhaus und Internetapotheken

Es gibt weiterhin zwei Änderungen die den stationären Bereich und die Medikamentenversorgung betreffen. Die medizinisch notwendige Begleitperson (was ja bei Kindern nicht unüblich ist) ist nun genannt und somit versichert. Dabei ist in den Bedingungen keine Einschränkung auf ein bestimmtes Alter genannt, sondern nur der Bezug auf die medizinische Notwendigkeit. Die Mehrkosten für die Begleitperson werden nunmehr erstattet.

Die zunehmende Zahl der Internetapotheken hat wohl die Universa zu der neuen Aussage bewogen. Dazu heißt es nun:

(3.1) Arzneimittel können außer aus der Apotheke auch aus der Internet- oder Versandapotheke bezogen werden, sofern für diese eine behördliche Erlaubnis zum Versandhandel in Deutschland vorliegt.

Auch wenn es andere Versicherer ebenfalls zahlen, so genau genannt ist es bei den Wenigsten.

Impfungen, Hospizleistungen und Fahrtkosten

In den Tarifen A und VE sind nun auch die Schutzimpfungen ergänzt, die in den introPrivat Tarifen ebenfalls schon genannt waren. Dabei handelt es sich um die, von der Impfkommission empfohlenen.

Schutzimpfungen (einschließlich Impfstoff) nach dem jeweils aktuellen Impfkalender (Standardimpfungen) der Ständigen Impfkommision beim Robert-Koch-Institut (STIKO) für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Reiseimpfungen aufgrund von Urlaubsreisen oder beruflich veranlassten Auslandsaufenthalten sind demnach nicht enthalten. Das ist durchaus eine vertretbare Lösung, denn diese sind individuell und nicht Leistungen der Allgemeinheit.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Leistungen für die Hospize. Diese werden nun dann erstattet, wenn die Pflegeversicherung eine entsprechende Vorleistung erbracht hat und Kosten verbleiben. Am Markt finden wir durchaus noch bessere Formulierungen, aber auch hiermit „kann der Versicherte sicher leben“.

(4.3) Erstattungsfähig sind nach Vorleistung der Pflegepflichtversicherung 100 % der verbleibenden Aufwendungen für stationäre oder teilstationäre Versorgung in einem von der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassenen Hospiz, in dem palliativ-medizinische Behandlung erbracht wird, wenn die versicherte Person keiner stationären Behandlung in einem Krankenhaus bedarf und eine ambulante Versorgung im Haushalt oder der Familie des Versicherten nicht erfolgen kann. Die erstattungsfähigen Aufwendungen werden bis zu der Höhe erstattet, die für die Versorgung eines Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung aufzuwenden wäre.

Bei den Fahrkosten zu Dialysebehandlungen wird nun der Hin- und Rücktransport bezahlt, allerdings erst dann, wenn der Versicherer eine entsprechende Leistungszusage erteilt hat. Die Diagnose Dialyse ist medizinisch eindeutig, dennoch schränkt es dahingehend ein, das ein Unternehmen eben eine Zusage geben kann, oder auch nicht geben kann. Besser wäre eine uneingeschränkte Formulierung gewesen. Auch vermisse ich die Formulierung zu Fahrtkosten zur Strahlentherapie oder weiterer Erkrankungen, aber diese hat man anscheinend bewusst nicht aufgenommen.

Nährmittel und künstliche Ernährung

In den Bedingungen vieler Unternehmen, auch der Universa, sind die Leistungen für Nähr- und Stärkungsmittel ausgeschlossen. Damit soll verhindert werden, dass beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel durch den Versicherer bezahlt werden müssen. Dieses bedeutet aber auch eine unklare Formulierung zu notwenigen Nährmitteln, wenn diese bei bestimmten Diagnosen (Stoffwechselkrankheiten) als Nahrung genommen werden müssen. Das findet nun Eingang in die Bedingungen und lautet:

Nicht erstattungsfähig sind Aufwendungen für

Nähr-, Stärkungs-, Anregungsmittel und ähnliche Mittel, auch wenn sie ärztlich verordnet sind und heilwirksame Stoffe enthalten, … (keine Nähr- und Stärkungsmittel in diesem Sinne sind Mittel zur enteralen und parenteralen Ernährung (künstliche Ernährung) sowie Mittel die im Rahmen lebenserhaltender Maßnahmen verabreicht werden),

Hilfsmitteländerung

Zusätzlich aufgenommen wurden folgende Hilfsmittel. Diese sind zwar kostenmäßig durchaus überschaubar und wurden in der Vergangenheit aus Kulanz bezahlt, nun heißt es dazu (erstattet werden…):

Blutzuckermessgerät, Blutgerinnungsmessgerät bei erforderlicher Dauerantikoagulation und künstlichem Herzklappenersatz,

weiterhin wurde eine Formulierung angepasst und ergänzt. Jetzt heißt es dazu:

Gehapparate (Rollator, Deltarad, Gehgestell),

Umwandlung der Versicherung bei GKV Pflicht und Weiterversicherung bei Wegzug

Das jemand aus der PKV ausscheiden muss, da dieser vielleicht arbeitslos wird oder einen schlechter bezahlten Job bekommt, ist nicht ungewöhnlich. Daher ist es wichtig, den Versicherungsschutz entsprechend umwandeln zu können. Gerade chronisch kranke Menschen würden eine neue Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenkasse (GKV) sonst vielleicht nie mehr bekommen. Dazu hat die UniVersa nun eine entsprechende Formulierung aufgenommen:

(3.3) Unabhängig von dem Recht auf Fortführung im Rahmen einer Anwartschaftsversicherung nach § 13 (3.2) kann der Versicherungsnehmer bei Eintritt der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung die Vereinbarung von Zusatztarifen zur gesetzlichen Krankenversicherung, in denen die versicherte Person versicherungsfähig ist, ohne erneute Risikoprüfung und ohne erneute Wartezeiten verlangen. Der Versicherer ist zur Annahme eines solchen Antrages verpflichtet, soweit der Versicherungsschutz aus der Zusatzversicherung und der gesetzlichen Krankenversicherung zusammen nicht höher und umfassender ist, als der Versicherungsschutz vor Eintritt der Versicherungspflicht. Dieses Anrecht auf eine solche Vereinbarung ist vom Versicherungsnehmer innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht beim Versicherer schriftlich geltend zu machen. Die Vereinbarung erfolgt dann rückwirkend zum Zeitpunkt des Eintritts der Versicherungspflicht.

Diese Formulierung war m.E. längst überfällig, denn bisher war es von dem Willen des Unternehmens abhängig, ob man eine Weiterversicherung anbot oder nicht. Auch im Bereich des Wegzuges gibt es Änderungen. Auch dieses ist in den letzten Jahren durchaus steigend. Menschen bewegen sich in diesen Zeiten durchaus weltweit oder ziehen zeitweilig in andere Länder. Hierzu lauten die neuen Aussagen:

(4.3) Dauert der Aufenthalt im außereuropäischen Ausland über die jeweils geltende Leistungsdauer gem. § 1 (4.1) und (4.2) an, kann der Versicherungsnehmer den Abschluss einer Vereinbarung über die Fortführung der Krankheitskostenvollversicherung beantragen. Der Versicherer ist zur Annahme des Antrages verpflichtet, wenn dieser vor Ablauf der jeweils gem. § 1 (4.1) und (4.2) geltenden Leistungsdauer beim Versicherer eingeht. Der Versicherer ist jedoch berechtigt, einen angemessenen Beitragszuschlag zu verlangen und/oder die Verlängerung des Versicherungsschutzes zu befristen.

(4.4) Während der Leistungsdauer gem. § 1 (4.1) und (4.2) und solange eine besondere Vereinbarung gem. § 4 (4.3) besteht, ist eine Beendigung der Versicherung nach § 15 (3) ausgeschlossen.

Schade ist die Befristung (da steht nicht wie lange) und auch das Wort „angemessen“ ist ein sehr dehnbarer Begriff. Andere Versicherer verwenden hier konkrete Zahlen oder listen bestimmte Länder auf, in welchen ein Zuschlag zu zahlen ist. Das hätte ich persönlich mir hier auch gewünscht. Was nach der Befristung passiert wissen wir leider auch nicht. Das ist sicher generell eine (kleine) Verbesserung, aber noch keine optimale Lösung.

In der Krankentagegeldversicherung (KT) fanden wir bei der Universa bisher die Befristung auf 3 Monate. Nur in diesen bestand Leistungspflicht im außereuropäischen Ausland. Dieses ist nun schlichtweg gestrichen und die Leistungen bestehen auch dort ohne zeitliche Begrenzung. Allerdings auch -wie bisher- nur dann, wenn der Versicherte sich in einem Krankenhaus aufhält.

Schwangerschaftsabbruch, Kriegs- und Terrorereignisse

Der gesetzlich erlaubte Schwangerschaftsabbruch gehört nun auch zu den ersatttungsfähigen Aufwendungen. Die dafür entstehenden Kosten werden somit im vertraglichen Umfang erstattet.

Weitere Änderungen gab es bei den Ausschlüssen zu Kriegs- und Terrorereignissen. Dazu heißt es nun in den Versicherungsgedingungen. Bisher galt der Ausschluss gemäß §5 (1) und es waren Leistungen für Behandlungen und Folgen von Kriegsereignissen nicht versichert. Dieses galt generell und das Wort Terror war nicht erwähnt. Nun wird dieses relativiert und ergänzt und lautet nun:

(1.1) Während der ersten beiden Monate eines vorübergehenden Aufenthaltes im außereuropäischen Ausland wird auch für solche Krankheiten einschließlich ihrer Folgen sowie für Folgen von Unfällen geleistet, die durch Kriegsereignisse verursacht worden sind. Keine Kriegsereignisse im Sinne von § 5 (1) a) sind Terroranschläge.

Insgesamt hat die die Universa Krankenversicherung somit in der Betrachtung ein ganzes Stück weiter nach vorn bewegt. Ich persönlich hätte mir noch eine vertraglich genauerer Fixierung des Tarifwechselrechtes gewünscht, aber man kann ja auch nicht alles haben.

Nicht nur für die Versicherten der Universa, sondern insbesondere für alle neuen Kunden und PKV Interessenten zeigt sich hier schon recht deutlich, wie viele Bereiche es zu bedenken gilt. Eine (nicht abschließende) Aufzählung der Punkte bei der Tarifauswahl finden Sie hier.

Auswahlkriterien zur PKV Tarifwahl

08.
Juli '11

Bedingungsänderungen der Condor für die Berufsunfähigkeitsversicherung (BUZ) zum 01. 07. 2011


Bisher haben wir in der Vergangenheit eine ganze Reihe von Bedingungsänderungen in den Tarifwerken der Privaten Krankenversicherung erlebt. Gesellschaften passen die Bedingungen an, stellen klar oder verbessern. Nun scheint dieses auch in der Berufsunfähigkeits(zusatz)versicherung zu passieren und die CONDOR veröffentlichte heute die Änderungen.

Bedingungsbestandteil sind diese zum 01. 07. 2011 und gelten ab da für alle Anträge.

Zu den einzelnen Bereichen der Bedingungsänderungen finden Sie hier die Änderungen und ggf. alten wie neuen Aussagen in den Versicherungsbedingungen mit der dazu passenden Fundstelle:

§2 Abs. 2, Zumutbare Umorganisation bei Selbstständigen und beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern

in der bisherigen Regelung war eine Umorganisation unter bestimmten und vorher definierten Kriterien zumutbar. Unter anderem muss(te) diese wirtschaftlich zwckmäßig sein, die verbleibende Tätigkeit muss mit den gesundheitlichen Einschränkungen und ohne Verschlechterung möglich sein und die Lebensstellung (die weiter definiert ist und auf 20% oder weniger Einkommensminderung limitiert ist) gewahrt bleiben. Nun kommt ein neuer Teil hinzu und es heißt dort:

Ist eine Umorganisation nach den dargestellten Kriterien nicht zumutbar und läge daher Berufsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen vor, haben Sie einen Anspruch auf einen Zuschuss zu eventuellen Anschaffungs- oder Fortbildungskosten in Höhe einer vereinbarten Jahresrente, wenn durch die Anschaffung oder Fortbildung eine zumutbare Umorganisation erreicht und eine Berufsunfähigkeit damit abgewendet werden kann. Die Inanspruchnahme dieser einmaligen Leistung ist freiwillig und wir können daher die Inanspruchnahme der Leistung von Ihnen nicht verlangen. Bleiben Sie nach Inanspruchnahme der einmaligen Leistung dennoch berufsunfähig, entsteht der Anspruch auf Zahlung der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente frühestens ein Jahr nach dem Zeitpunkt, zu dem die Berufsunfähigkeit ohne die Auszahlung des Zuschusses eingetreten wäre.

Gerade bei vielen Selbstständigen möchten diese ihre Firma nicht aufgeben. Daher wird versucht diese zu halten und irgendwie weiter zu machen. Hierbei wird nun ein Zuschuss gezahlt und das in Höhe einer Jahresrente. Damit können zum Beispiel Umbauten oder dergleichen finanziert werden.Positiv an der neuen Regelung: Diese KANN, muss aber nicht in Anspruch genommen werden.

Auch für Schüler und Studenten ändert sich etwas. Ab sofort werden diese Tätoigkeiten, wie auch die von Hausfrauen und Hausmännern als Beruf angesehen. In $2 Abs. 4 heißt es dazu:

Berufsunfähigkeit weiterer Berufsgruppen

(4) Die Tätigkeiten von Schülern, Auszubildenden, Studenten und Hausfrauen/Hausmännern sehen wir als Beruf an.

Bereits heute ist die Condor der einzige Versicherer mit einer besonderen Klausel in seinen Bedingungen, die natürlich Prämie kostet. Darin heißt es unter Absatz 8 des §2 genau:

(8) Wir leisten auch – gegebenenfalls nach Ablauf einer vereinbarten Karenzzeit, siehe §1 Absatz 10 – rückwirkend von Beginn einer Arbeitsunfähigkeit an, wenn die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich mindestens 6 Monate andauert (vergleiche § 1 Absatz 7).

Bisher gab es immer wieder die Frage, wie Arbeitsunfähigkeit denn nun genau definiert ist und ob der berühmte „gelbe Schein“ denn ausreicht als alleiniger Nachweis. Auch stellte sich die Frage, was bei Arbeitsversuchen und zum Beispiel Tätigkeitsversuchen nach dem so genannten Hamburger Modell passiert. Ist das etwas, was die 6 Monate unterbricht?

Hier finden sich in den neuen Bedingungen nun Klare Aussagen und es heißt im §8 weiter:

Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person auf Grund von Krankheit, die ärztlich nachzuweisen ist, Ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausführen kann.

Vorübergehende Arbeitsversuche zur Erprobung der möglicherweise wieder erlangten Arbeitsfähigkeit stellen keine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit dar, sofern diese einen Arbeitsversuch im Sinne des § 74 SGB V (Stufenweise Wiedereingliederung mit Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit) darstellen.

Ein Anspruch auf die vereinbarten Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit besteht auch dann, wenn eine Berufsunfähigkeit endgültig nicht festgestellt werden kann. Die vereinbarte Leistung wird dann solange erbracht, wie die Arbeitsunfähigkeit vorliegt (vergleiche § 7 Absatz 4). Erkennen wir unsere Leistungspflicht aufgrund vorliegender Berufsunfähigkeit an, so endet die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit und die vereinbarten Leistungen werden aufgrund der bestehenden Berufsunfähigkeit fortgesetzt.

Diese Klarstellung beseitigt einige ungewisse Fragen, welche zwar bisher schon beantwortet, aber eben nicht in den Bedingungen nachzulesen waren. Daher sind diese durchweg als klare Verbesserung einzustufen.

Weiterhin sind einige Verbesserungen in den Erhöhungsoptionen in die neuen Bedingungen eingeflossen. Die bisherigen Gründe waren Heirat, Geburt eines Kindes, Adoption, Ausbildungsabschluss, Studienabschluss, Meisterprüfung oder Facharzt-/ Fachanwaltsprüfung, BBG Überschreiten, Promotion, Tod eines mitverdienenden Ehepartners, Scheidung, Finanzierung und einige mehr. Nun sind 4 Gründe neu hinzugekommen. Diese lauten in den Bedingungen für die Erhöhungsoptionen wie folgt:

f) Gründung einer selbständigen Existenz. Dies ist der Fall, wenn keine weiteren Einkünfte aus nicht selbständiger Tätigkeit vorliegen.

j) Bei Angestellten eine Steigerung des garantierten Brutto-Jahresgrundlohns um mindestens 10% (mindestens 1200 Euro) oder 6000 EUR im Vergleich zum garantierten Brutto-Jahresgrundlohn des Kalenderjahres zuvor. Übt die versicherte Person eine selbständige Tätigkeit aus, muss die versicherte Person im abgelaufenen Kalenderjahr ein um mindestens 20% (mindestens 2400 Euro) höheres Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuern gegenüber dem durchschnittlichen Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuern der drei vorangegangenen Kalenderjahre erzielt haben.

l) Befreiung von der Versicherungspflicht in einem berufsständischen Versorgungswerk

m) Befreiung von selbständigen Handwerkern von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, sofern die Mindestversicherungspflichtzeit erfüllt ist.

Gerade die Einkommensteigerung bei Angestellten unter Punkt 8 dürfte ein sehr interessanter Baustein sein. Diese Anpassungen sind bisher meist nur in der Krankentageldversicherung bekannt. Somit wird Angestellten nach dem Berufseinstieg auch ein „Upgrade“ der BU Versicherung ermöglichst. Also auch hier eine positive Veränderung.

Zusammengefasst positioniert sich die Condor damit auch weiterhin als ein Top BU Versicherer und schreibt dieses auch klar und sauber in die Versicherungsbedingungen. Die Bedingungen betreffen jedoch nicht die BUZ in Zusammenhang mit einer Basisrente (Rürup Vertrag).

Die neuen BUZ Bedingungen finden Sie wie immer bei mir im Downloadbereich.

Condor, Bedingungen BUZ, Stand 2010

28.
Juni '11

Hallesche mit Verbesserungen der Optionstarife OK und Joker


Bereits in der Vergangenheit hatte ich zum Thema Optionen und Erweiterungsmöglichkeiten geblogt. Wozu genau eine solche Option nötig ist, können Sie gern in meinem Beitrag „Optionstarife, Anwartschaften und wie man sich sonst die Möglichkeit der PKV sichern kann“ nachlesen.

Leider enden solche Optionstarife nach bestimmten Kriterien oder zu vorher festgelegten Terminen automatisch. Bei der Halleschen im Tarif Joker greifen folgende Beendigungsgründe:

B) Ende des Optionstarifs

Die Versicherung nach dem Optionstarif endet

1. mit dem Ende der Versicherungspflicht in der GKV oder des Anspruchs auf Familienversicherung

und/oder nach Ablauf einer evtl. Bindefrist (z.B. durch einen GKV-Wahltarif).

2. mit dem Ablauf des Monats, in dem das 49. Lebensjahr vollendet wird.

3. mit dem Ablauf des Monats, in dem die für diese Versicherung vorgesehene Höchstvertragsdauer von 10Jahren erreicht ist.

Im Tarif OK, welcher eine Zusatzversicherung mit Optionsrecht darstellt, sind die Beendigungsgründe ähnlich und wie folgt definiert:

C) Ende des Optionstarifs

Die Versicherung nach dem Optionstarif endet

1. mit dem Ende der Versicherungspflicht in der GKV oder des Anspruchs auf Familienversicherung und/oder nach Ablauf einer evtl. Bindefrist (z.B. durch einen GKV-Wahltarif). 2. mit dem Ablauf des Monats, in dem das 45. Lebensjahr vollendet wird.

3. mit dem Ablauf des Monats, in dem die für diese Versicherung vorgesehene Höchstvertragsdauer von 15 Jahren erreicht ist.

Bisher waren die Tarife vorwiegend für Personen interessant, welche bereits heute wussten, irgendwann in die Private Krankenversicherung (PKV) zu können. Daher enthielten diese ein Optionsrecht in die geöffneten Tarife der Halleschen Krankenversicherung, im Segment der Vollversicherungen.

Doch ist und war es durchaus möglich, dass der Kunde sein Vorhaben ändert und aus welchem Grund auch immer in der Gesetzlichen Krankenkasse bleiben will oder muss. Bisher endete die Option nach der vereinbarten Höchstversicherungsdauer. Nun hat die Hallesche Ihre Bedingungen verbessert.

In der neuen Fassung der Versicherungsbedingungen Teil III für den Tarif OK und auch dem Teil III für den Tarif Joker, hat eine neue Regelung Einzug gehalten. Es ist ab sofort auch der Wechsel in Zusatzversicherungen möglich. Dazu heißt es im Tarif Joker:

2. Das Optionsrecht auf die Zusatzversicherung umfasst folgenden Versicherungsschutz:

* ambulante Heilbehandlung.

* stationäre Heilbehandlung (Wahlleistungen)

* Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie. (…)

* Krankentagegeld ab dem 43. Tag einer Arbeitsunfähigkeit bis zur Höhe des auf den Kalendertag umgerechneten und entfallenden Nettoeinkommens, inklusive GKV-Krankengeld max. 130% des GKV-Höchstkrankengeldes zum Zeitpunkt der Umstellung.

* Pflegetagegeld in Höhe von max. 50 €/Tag.

Bei einer Umstellung in die Vollkostenversicherung ist neben dem Abschluss der eigentlichen Krankenversicherung auch ein Pflegetagegeld bis maximal 50 EUR versicherbar. Was aber viel wichtiger ist, der Versicherer bietet auch den Abschluss eines Krankentagegeldes an.

Krankentagegeld für Selbstständige ab dem 22. Tag einer Arbeitsunfähigkeit bis zur Höhe des auf den Kalendertag umgerechneten und entfallenden Nettoeinkommens, max. in Höhe des GKV-Höchstkrankengeldes zum Zeitpunkt der Umstellung;

für Arbeitnehmer ab dem 43. Tag einer Arbeitsunfähigkeit bis zur Höhe des auf den Kalendertag umgerechneten und entfallenden Nettoeinkommens, max. 130% des GKV-Höchstkrankengeldes zum Zeitpunkt der Umstellung.

Diese Möglichkeiten stellen eine deutliche Verbesserung dar und bieten dem Kunden, welcher vielleicht heute noch gar nicht absehen kann, wie seine private und berufliche Zukunft aussieht umfangreiche Möglichkeiten.

Diese können heute bereits „gesichert“ werden und gelten für die kommenden 10 (Joker) oder gar 15 Jahre (OK) und sind auf das Alter 49 oder 45 begrenzt.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in folgenden Beiträgen:

Option für die Übergangszeit im Basistarif

Krankentagegeld für Selbstständige in der GKV III

Optionstarife, Anwartschaften und wie man sich sonst die Möglichkeit der PKV sichern kann

Option auf Zusatz- oder Vollkostenversicherung – Teil II

24.
Juni '11

Bedingungsverbesserungen nun auch bei der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK)


In den vergangenen Wochen und Monaten haben sich die Gesellschaften fast gegenseitig übertroffen und in Ihren Bedingungen Klarstellungen vorgenommen. Dabei handelt es sich um Änderungen zu Gunsten des Kunden, welche auch für den Bestand gelten. Da man aber als Versicherer nicht einfach etwas verbessern kann (ohne Beiträge für diese Mehrleistungen zu vereinbaren) handelt es sich hierbei um Klarstellungen. Es wird also nur das in die Bedingungen geschrieben, was bereits in der Vergangenheit (nachweislich) so geleistet wurde.

Die Änderungen bei den anderen Unternehmen, finden Sie in den Blogbeiträgen zu Bedingungsverbesserungen.

Bereits im Jahr 2009 (Mit Wirkung zum 01. 01. 2010) hatte die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) einige Verbesserungen in den Bedingungen vorgenommen. Dabei wurden die Bereiche der Vorsorgeuntersuchungen, Hospizversorgung, Schutzimpfungen und Heilmittel, ambulante Transportkosten, Entziehungsmaßnahmen und Leistungen für Anschlussheilbehandlungen verbessert. Eine solche Klarstellung bedeutet nicht, dass man als Unternehmen dadurch immer „bester“ werden will und muss, nur sind es in jedem Fall Verbesserungen gegenüber der alten Regelung.

Zum dritten Quartal diesen Jahres plant das Unternehmen aus Fellbach nun weitere Verbesserungen. Für diese liegt aber die Zustimmung des Treuhändlers noch nicht vor, daher sind die Aussagen hier noch als Vorabinfo zu sehen. Erst mit der treuhändlerischen Zustimmung wird es rechtlich möglich, die Klarstellungen umzusetzen.

Welche Bereiche und was genau wird verbessert?

Bisher gilt es in dem Bereich der Wechselmöglichkeiten in den Tarifen A75, A210 und A220 ein Recht, zum Zeitpunkt des Erreichen des 30., 35., 40., 45. und 50. Lebensjahres ohne Risikoprüfung in alle anderen A Tarife (andere hat das Unternehmen nicht) wechseln zu können. In den Bedingungen heißt es dazu:

Umwandlung

Die Tarife A210 bzw. A220 können zum Zeitpunkt des Erreichens des 30., des 35., des 40., des 45. und des 50. Lebensjahres der versicherten Person ohne Gesundheitsprüfung in einen der Tarife A100, A80, A80B, A103, A105, A107, A109, A75 umgewandelt werden. Umwandlungstermin ist der Erste des Geburtsmonats. Der Antrag auf Umwandlung ist mindestens 6 Monate vor dem gewünschten Umwandlungstermin zu stellen. Er kann zudem die Umwandlung der Tarife A210 bzw. A220 für in diesen Tarifen versicherte Kinder enthalten.

Zukünftig soll dieses Wechselrecht auch für alle anderen A Tarife des Unternehmens gelten. Das bedeutet für den Bestandskunde, dass dieser zukünftig auch ohne Risikoprüfung seinen Tarif verbessern kann.

Auch die Regelungen zum Auslandsaufenthalt werden verbessert. Bisher enthalten die Bedingungen die folgende Aussage:

a) Bei Auslandsaufenthalt außerhalb Europas besteht bis zu sechs Monaten auch ohne besondere Vereinbarung Versicherungsschutz.

Zukünftig ist geplant, den Schutz auch über die 6 Monate hinaus bestehen zu lassen, falls die Rückreise nicht ohne Gefährdung der Gesundheit möglich ist. Dieser Fall ist in der Praxis durchaus nicht so selten. Erkrankt ein Versicherter zum Beispiel nach der alten Regelung im 6. Monat, so müsste dieser (um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben) vor Ablauf der 6 Monate zurück nach Deutschland. Zukünftig wird das jedoch durch die neue Regelung deutlich verbessert.

Auch im Bereich der Hilfsmittel tut sich etwas. Wobei ich persönlich die Regelung der Hilfsmittelversorgung in den Tarifen nicht sehr glücklich finde. Das liegt aber auch daran, dass es sich um Tarife aus den 70er Jahren handelt und damals eben andere Maßstäbe für Versicherungsbedingungen galten als diese heute angesetzt werden. Derzeit heißt es also zum Beispiel im Tarif A100 dazu:

a) Als kleine Hilfsmittel gelten Brillen oder Kontaktlinsen einschließlich der Refraktionsbestimmung durch Optiker, Bandagen, Bruchbänder, Leibbinden, Gummistrümpfe, Fußeinlagen, orthopädische Schuhe.

b) Als große Hilfsmittel gelten Hörgeräte, Sprechgeräte (elektronischer Kehlkopf), Insulinpumpen, Schlafapnoegeräte (CPAP-Geräte), Kunstglieder, orthopädische Rumpf-, Arm- und Beinstützapparate einschließlich Sitz- und Liegeschalen, Krankenfahrstühle, Miet- und Sachnebenkosten lebenserhaltender Hilfsmittel (wie z.B. Atem/Herzfrequenzmonitor, Heimdialysegeräte, Sauerstoffkonzentrator).

c) Leistungen für die unter den Absätzen a) und b) genannten Hilfsmittel werden im Kalenderjahr je einmal gezahlt.

d) Nicht erstattungsfähig sind Aufwendungen für alle anderen Hilfsmittel (z.B. Perücken, Haarteile), für Kontroll- und Behandlungsgeräte (z.B. Inhaliergeräte, Blutdruckmessgeräte), für sanitäre Bedarfsartikel (z.B. Massagegeräte, Heizkissen), für den Betrieb von Hör- und Sprechgeräten (z.B. Ersatzbatterien, Ladegeräte) sowie Aufwendungen zur Reinigung von Kontaktlinsen.

3. Hilfsmittel

bis zu Rechnungsbeträgen von EUR 130,- je Hilfsmittel bzw. Hilfsmittelpaar 100% Erstattung, ggf. unter Berücksichtigung eines jährlichen Selbstbehalts. Die über die Grenze von EUR 130,- hinausgehenden Anteile der Rechnungsbeträge werden für kleine Hilfsmittel zur Hälfte, für große Hilfsmittel mit drei Viertel der tariflichen Erstattungssätze vergütet.

Um es praktisch zu verdeutlichen, hier drei Beispiele:

1.) Ein Brille mit 600 EUR kKosten. Diese gilt s.o. als kleines Hilfsmittel. Es werden hier also die ersten 130 EUR zu 100% erstattet, der Restbetrag (470 EUR) zu 50%, also werden dem Versicherten in diesem Fall 365 EUR erstattet.

2.) Ein Hörgerät mit 1.500 EUR, gilt als großes Hilfsmittel. Auch hier werden zunächst 130 EUR komplett übernommen, dazu kommen 75% des übersteigenden (1.370 EUR) Betrages. 1.027,50+130 = 1.157,50 EUR (entspricht auf den Gesamtpreis gesehen 77% Erstattung oder anders gesagt, 343 EUR Eigenanteil

zuletzt noch ein deutlich größerer Betrag. Einer meiner Kunden (nicht SDK versichert) bekam eine Beinprothese, welche mit knapp 20.000 EUR in Rechnung gestellt wurde. Diese wäre hier ebenfalls zunächst mit 130 EUR erstattet worden, dazu kämen 75% der restlichen 19.870 EUR. Also 14.902,50 + 130 = 15.032,50 EUR. Die prozentuale Erstattung läge hier bei 75%, was einen Eigenanteil von 4.968 EUR nach sich zieht.

Diese Regelung ist weder gut noch schlecht. Der Kunde sollte diese nur vorher kennen und wissen, welche Eigenanteile dieser zu erwarten hat. Am Markt existieren viele Versicherer mit einer besseren Hilfsmittelleistung, viele aber auch mit deutlich schlechteren Formulierungen.

Ab dem dritten Quartal werden nun einige Hilfsmittel neu hinzugefügt. (ich nehme an, die ersten 4 bei den kleinen, der Rest bei den großen Hilfsmitteln). Dabei handelt es sich um folgende Artikel:

Blindenstöcke, Gehstützen, Korrekturschienen, elektronische Lesehilfen, Blindenhund, Absauggeräte, Beatmungsgeräte und die Kosten für Reparaturen etc.

Auch die Leistungen im Bereich der Heilmittel werden einige Änderungen erfahren. Als neue Oberbegriffe werden die Hydrotherapie (z. Bsp. medizinische Bäder), die Kälte-/ und Wärmetherapue und die Lichttherapie als neue Begriffe in die Bedingungen geschrieben.

Weiterhin sind Änderungen geplant bei:

– der Definition Zahnbehandlung und Zahnersatz

Logopäden und Ergotherapeuten zukünftig als erstattungsfähige Behandler zu nennen

vor- und nachstationäre Behandlungen aufführen

– Transportkosten zukünftig nicht zum nächstgelegenen, sondern zum geeigneten Krankenhaus

– Kurzuschuss für ambulante Leistungen aus den Tarifen S101, 102, S, SGPG und WG

Abschließend nochmals der Hinweis aus dem Anfang des Beitrages. Es ist noch eine Zustimmung des Treuhändlers nötig. Von einer solchen gehe ich zwar aus, aber dennoch könnte die SDK die Änderungen nicht umsetzen, falls diese nicht erteilt wird.