Artikel mit ‘Beamte’ getagged

29.
Oktober '14

Private Krankenversicherung ohne Gesundheitsfragen, gibt es sowas?


Genau diese Frage hatte mir heute in unserem Live Chat (das ist das Feld an der linken Bildschirmseite, indem ich Ihnen Live Fragen beantworten kann) gestellt, den hier ging es um einen Kunden mit verschiedenen Diagnosen als Vorerkrankung. Nun dachte dieser, es gäbe vielleicht einen Versicherer der ihn trotzdem aufnimmt und er könne dadurch aus der gesetzlichen Krankenkasse (in der Höchstbeitrag zahlte) und seiner privaten Zusatzversicherung wechseln.

Wie kalkuliert und prüft die private Krankenversicherung eine Annahme?

Anders als die gesetzliche Krankenkasse besteht für eine private Krankenversicherung in den meisten Fällen keine Verpflichtung, einen an Sie gerichteten Antrag auch anzunehmen. Bevor eine solche Annahme erfolgen kann müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden, damit der Versicherer sich ein Bild über ihren Gesundheitszustand machen kann und damit beurteilen, ob sie ein höheres Risiko als ein gesunder Antragsteller darstellen.

In die private Krankenversicherung trotz Vorerkrankungen?

Dennoch bedeutet nicht jede Vorerkrankung (auch chronische) eine sofortige Ablehnung in der privaten Krankenversicherung. So lassen sich Erkrankungen wie Allergien, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen ebenso versichern, wie auch Vorerkrankungen durch Unfälle, sich Schwächen oder Beeinträchtigungen der Zähne. Für andere Vorerkrankungen ist es jedoch etwas schwerer, dazu gehören generell alle psychischen und psychosomatischen Beschwerden. Auch Burn-Out, wenn dieses im anzeigepflichtigen Zeitraum  (Übersicht über die Anfragezeiträume) liegt, ist meist eine Ablehnungsdiagnose.

Auch die Antragsteller, welche sich gerade in einer laufenden Behandlung befinden oder eine solche angeraten ist, haben meist zunächst keine Chance zur Aufnahme in der privaten Krankenversicherung.

PKV Auswahl

Doch es gibt Ausnahmen zur vereinfachten Annahmemöglichkeit

Für verschiedene Antragsteller, Berufsgruppen oder in bestimmten Situationen gibt es jedoch klar definierte Ausnahmen, in welchen ein Antrag trotz bestehender Vorerkrankungen anzunehmen ist. Um hier etwas Licht ins Dunkel zu bringen schauen wir uns diese Ausnahmeregelungen einmal etwas genauer an.

Nachversicherung von Kindern

Einer der wohl wichtigsten Möglichkeiten um auch mit Vorerkrankungen versichert zu werden, ist die so genannte Neugeborenennachversicherungsgarantie. Im Rahmen dieser Kindernachversicherung erhält der Versicherungsnehmer die Möglichkeit sein neugeborenes (oder adaptiertes) Kind unter bestimmten Fristen und klar definierten Regelungen in der privaten Krankenversicherung (nach-) zu versichern. Die wesentlichen Voraussetzungen liegen unter anderem darin, (mehr …)

22.
August '13

Beihilfeänderungen in Baden-Württemberg und Unterschiede zu Bestandsversicherten zum Stichtag 31. 12. 2012 – Warum Kurzstufentarife nicht mehr geeignet sind


Das Land Baden-Württemberg hat für seine Beamten Änderungen in der Beihilfe zum 01. Januar 2013 eingeführt und diese durch eine neue Beihilfeverordnung festgeschrieben. Mein Kollege Lars U. Harms hat sich dazu schon in einem Blogbeitrag vor einiger Zeit geäußert. Diese Änderung hatte eine entscheidende Änderung zur Folge, die Reduzierung der Beihilfe für den Ruhestand um ganze 20%. Bekam ein Pensionär nach seiner aktiven Beamtenlaufbahn seine Krankheitskosten im Alter zu 70% erstattet, so muss dieser nun 50% selbst tragen (oder entsprechend versichern).

Beihilfeaenderung_Ba_Wue

Für wen gelten die Änderungen?

Der Kommunale Versorgungsverband hat hierzu auf seiner Internetseite eine recht umfangreiche Information veröffentlicht. Darin heißt es:

Beihilfeberechtigter/Ehegatte/eingetragener Lebenspartner:

Bei erstmaliger Beihilfeberechtigung ab dem 01.01.2013 beträgt der Bemessungssatz sowohl für den Beihilfeberechtigten selbst als auch für seinen berücksichtigungsfähigen Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner dauerhaft 50 % der beihilfefähigen Aufwendungen. Dies gilt auch nach Eintritt in den Ruhestand.

Für am 31.12.2012 vorhandene Beihilfeberechtigte gelten im Rahmen des Bestandsschutzes nach § 19 Abs. 6 Beihilfeverordnung folgende Bemessungssätze:

für den Beihilfeberechtigten selbst 50 %. Bei Berücksichtigungsfähigkeit von zwei Kindern erhöht sich der Bemessungssatz für den Beihilfeberechtigten auf 70 %. Er vermindert sich dauerhaft nicht, wenn jemals mindestens zwei Kinder gleichzeitig und ein weiteres Kind früher oder später im Familien-, Orts- bzw. Sozialzuschlag berücksichtigungsfähig waren. Maßgeblich für die Höhe des Bemessungssatzes ist der Zeitpunkt des Entstehens der Aufwendungen.

für den berücksichtigungsfähigen Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner 70 %, (mehr …)

09.
Juli '12

Gastbeitrag: Was passiert mit meiner privaten Krankenversicherung, wenn ich meinen Beamtenstatus aufgebe und keinen Beihilfeanspruch mehr habe?


Viele Beamte wechseln nach einer Zeit im Beamtenstatus in die freie Wirtschaft. Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter aber auch Lehrer finden oftmals in der privaten Wirtschaft nicht nur ein besseres Gehalt, sondern auch vergleichbare Sicherheit. Doch gerade dann stellen sich viele Fragen.

Kann ich in der privaten Krankenversicherung bleiben?

Beamte (und Angehörige), die Ihren Beihilfeanspruch verlieren, weil Sie aus dem Beamtenverhältnis ausscheiden, werden in der GKV nicht immer versicherungspflichtig. Wenn Sie im Anschluss an das Beamtenverhältnis z.B. selbständig/freiberuflich tätig werden, oder in einer neuen Anstellung über ein entsprechendes Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2012 JAEG 50.850€) verdienen, bleibt die Versicherungsfreiheit bestehen und die PKV muss dann in Tarife mit 100% Leistungsanspruch umgestellt werden. Das dieses ohne erneute Gesundheitsprüfung beantragt werden kann ergibt sich aus dem § 199 des Versicherungsvertragsgesetz.

§ 199
 Beihilfeempfänger

(2) Ändert sich bei einer versicherten Person mit Anspruch auf Beihilfe nach den Grundsätzen des öffentlichen Dienstes der Beihilfebemessungssatz oder entfällt der Beihilfeanspruch, hat der Versicherungsnehmer Anspruch darauf, dass der Versicherer den Versicherungsschutz im Rahmen der bestehenden Krankheitskostentarife so anpasst, dass dadurch der veränderte Beihilfebemessungssatz oder der weggefallene Beihilfeanspruch ausgeglichen wird. Wird der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung gestellt, hat der Versicherer den angepassten Versicherungsschutz ohne Risikoprüfung oder Wartezeiten zu gewähren.

Auf den ersten Blick scheint die Lösung ausreichen und problemfrei zu sein. Etwas wichtiges wird dabei aber oft übersehen: Nur bereits bestehender Versicherungsschutz kann aufgestockt werden, eine Nachversicherung von nun fehlenden Tarifbausteinen ohne erneute Gesundheitsprüfung ist in den wenigsten Tarifen vorgesehen und verbirgt sich ein existenzbedrohendes Risiko.
Hier ist insbesondere das Krankentagegeld zu nennen, da es beim Beamten nicht versichert wird. Das ist auch logisch, denn das Risiko von Einkommenseinbußen bei längerer Krankheit wie bspw. bei Freiberuflern oder Angestellten besteht hier nicht, da die Besoldung im Krankheitsfall weiter gezahlt wird. Somit handelt es sich hier auch nicht um eine „Aufstockung“ sondern um einen zusätzlichen Abschluss. Die nachträgliche Versicherung ist dann nur mit einer erneuten Gesundheitsprüfung möglich. Wenn sich der Gesundheitszustand aber geändert hat und ggf. Erkrankungen eingetreten sind kann der Versicherer diese zusätzliche Versicherung auch ablehnen. Das fehlen einer Krankentagegeldabsicherung ist dann ein existenzbedrohendes finanzielles Risiko!

Kommt das überhaupt vor?
(mehr …)

29.
Juni '11

Private Krankenversicherung für Polizeianwärter ohne Gesundheitsprüfung


Beim Lesen der Überschrift werden viele denken, der „hat sich doch verschrieben“. So etwas gibt’s doch gar nicht.

Der Beitrag in der Privaten Krankenversicherung (PKV) hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der Frage nach Leistungsumfang und Bedingungsaussagen, ist auch das Eintrittsalter und der Gesundheitszustand ein entscheidender Punkt für die Bemessung des Beitrages. Durch das Beantworten der Fragen im Antrag (die je nach Gesellschaft unterschiedliche Zeiträume abfragen), kann der Risikoprüfer abschätzen, ob ein Zuschlag erforderlich ist, der Kunden vielleicht ganz abgelehnt werden muss oder was sonst an Annahmemöglichkeiten zu nutzen ist.

Dieses Verfahren stellt die DBV Krankenversicherung, Tochterunternehmen der AXA, nun völlig auf den Kopf. Wenn auch nur für eine begrenzte Zeit und einen sehr ausgewählten Personenkreis.

Was passiert hier genau?

Anders als in der sonstigen Privaten Krankenversicherung (PKV) verzichtet die DBV untern den, weiter unten genannten, Voraussetzungen, komplett auf die Beantwortung der Gesundheitsfragen in den Antragsformularen. In den Besonderen Vereinbarungen ist lediglich anzugeben: „Ausbildungsbeginn: TT.MM.JJJJ – Feststellung zur Diensttauglichkeit ersetzt die Beantwortung der Gesundheitsfragen“

Für wen gilt dieses Verfahren und wie lange?

Dieses Verfahren ist ein „Testlauf“ wie die Deutsche Beamtenversicherung Krankenversicherung betont und gilt nur für Anträge im Zeitraum 01. 07. 2011 bis zum 31. 12. 2012. Abschließen können diese Krankenversicherung nur Polizeianwärter (mit Beihilfeanspruch) und nur innerhalb von drei Monaten nach Ausbildungsbeginn. Die Anträge müssen dann binnen 7 Tagen bei der DBV zur Bearbeitung vorliegen.

Welche Tarife können abgeschlossen werden?

Gültig ist dieses Modell nur für die folgenden Tarife und Tarifkombinationen:

Vision B-NA, Tarifgruppe B-NA (Bausteine BS-NA, B3-NA, BZ-NA), BW2-NA, die Beihilfeergänzung BN in Ausbildung, das Krankenhaustagegeld nach Tarif KHTE-NA und die Pflegepflichtversicherung

Entscheidet sich der Kunde für den Vision Tarif, so ist die weitere Erklärung zu beantworten, welche unter anderem nach vorhandener Sehilfe und dem Status Raucher oder Nichtraucher fragt. Diese Zuschläge werden auch hierbei berechnet.

Welche Vorteile bietet diese Lösung?

Bei diesem Testverfahren bieten sich zwei große Vorteile an. Risikozuschläge können nicht erhoben werden. Auch wenn es vor „X“ Jahren mal Vorerkrankungen gab, welche nun zu einem Zusxchlag geführt hätten, so weiss der Versicherer hiervon gar nichts. Als Beispiel seien die Allergien/ Heuschnupfen genannt. Diese führen regelmäßig zu Zuschlägen, verhindern aber nicht die Aufnahmeprüfung der Polizeianwärter und „sparen“ somit den Zuschlag.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Versicherung nie wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht zurücktreten kann. Eine solche Verletzung kann eben nicht stattfinden, wenn niemand Fragen beantworten muss. Dieses sehe ich als einen entscheidenden Vorteil.

Welche Nachteile gibt es denn?

Klar gibt es nicht nur Vorteile, sondern auch negative Aspekte dieses Modells. Zum einen verlässt sich der Versicherer darauf, dass die Aufnahmeprüfungen für die Polizeianwärter so „gut“ sind, dass man sich keine „schlechten Risiken“ in die Bestände holt. Es könnte somit zu unerwünschten Risiken führen, die somit zu einer stärkeren Beitragsentwicklung führen könnten. Könnten wie gesagt, nicht müssen.

Entscheidend ist aber nicht die Frage bei welchem Unternehmen Gesundheitsfragen zu beantworten sind oder nicht. Auch nicht wer „mich“ denn ohne Zuschlag nimmt. Entscheidend ist vielmehr die Frage, wo der passende Versicherungsschutz zu bekommen ist. Dabei sind insbesondere die Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung zu beachten und auf den persönlichen Bedarf abzustellen.

Weitere Informationen:

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung (PKV)

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

17.
Januar '11

Gastbeitrag: Dienstunfähigkeitsversicherung: Anbieter auf dem Rückzug?


Nachdem zuletzt auch ERGO die Dienstunfähigkeitsklausel in seinen Bedingungen geändert hat, wird es für Beamte immer schwieriger, eine private Absicherung ohne erhebliche Einschränkungen zu finden.

Die Vermutung liegt nahe, dass Versicherer weitere Pensionierungswellen und damit verbundene hohe Kosten fürchten. Und sich weitere Versicherer aus der „Beamtenabsicherung“ zurückziehen.

Noch gibt es eine kleine Anzahl Versicherer (ca.10), die Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Dienstunfähigkeitsklauseln bieten, doch die Klauseln sind sehr unterschiedlich, und nicht alle leisten das, was sich der Versicherte hiervon verspricht.

Wünschenswert wäre z.B. , dass der Versicherer, sobald der Dienstherr den Beamten für dienstunfähig erklärt, sich der Entscheidung des Dienstherren anschließt , ohne weitere (möglicherweise einschränkende/ verzögernde) Prüfungen vornehmen zu können . Die sollte gleichermaßen für Beamte auf Widerruf, Probe und Lebenszeit gelten.

Die Klauseln vieler Anbieter sind aber nicht eindeutig formuliert.

Hier einige Beispiele:

Sofern keine besonderen beruflichen oder gesundheitlichen Risiken vorliegen, gilt für Beamte im öffentlichen Dienst auf Lebenszeit, auf Widerruf oder auf Probe die Versetzung in den Ruhestand bzw. die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit und begrenzter Dienstunfähigkeit ausschließlich aus gesundheitlichen Gründen als vollständige Berufsunfähigkeit.

oder

Berufsunfähigkeit kann von Beamten auch durch Vorlage der Verfügung über die Entlassung oder dauernde Versetzung in den Ruhestand belegt werden, wenn gleichzeitig nachgewiesen wird, dass diese Verfügung nach ärztlicher Beurteilung und ausschließlich wegen eines körperlichen Gebrechens oder einer Schwäche der körperlichen oder geistigen Kräfte erfolgt (Vorlage des amtsärztlichen Gutachtens). In diesem Fall werden wir keine weiteren Untersuchungen gemäß § 4 Absatz 2 durch von uns beauftragte Ärzte verlangen. Die Leistungen werden dann ab dem Entlassungs- bzw. Versetzungstermin erbracht. Der Ausschluss der Verweisung (siehe Absatz 1) gilt auch hier.

Berufsunfähigkeit liegt auch vor, wenn ein versicherter Beamter vor Erreichen der gesetzlich vorgesehenen Altersgrenze infolge seines Gesundheitszustandes wegen dauernder Dienstunfähigkeit aufgrund eines amtsärztlichen Zeugnisses … in den Ruhestand versetzt wird.

Bei Entlassung wegen Dienstunfähigkeit gilt dies längstens für einen Zeitraum von 24 Monaten. Danach muss Berufsunfähigkeit nach den Absätzen 1 bis 4 vorliegen, die der Versicherte zu beantragen und nachzuweisen hat.

oder auch

Werden vor Vollendung des 46. Lebensjahres der versicherten Person Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt, gilt bei Beamten des öffentlichen Dienstes gilt die Versetzung in den Ruhestand wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit bzw. die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit als Berufsunfähigkeit.

Bei der Auswahl einer geeigneten Versicherung sollte beispielsweise darauf geachtet werden, dass keine Einschränkungen beim versicherten Beamtenstatus bestehen, der Versicherer möglichst keine zusätzliche Prüfung des vornimmt, die Dienstunfähigkeitsklausel für die Dauer des Vertrages / Berufslebens als Beamter bestand hat.

Hinzu kommt dass nicht alleine die Ausgestaltung der Dienstunfähigkeitsklausel entscheidend ist. Vielmehr sind beispielsweise auch zu prüfen, ob der Ruhestandsbeamte zum auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann, ob / welche Ausschlüsse bestehen oder ob sich eine Rente auch steigenden Kosten anpasst.

Näheres zur Dienstunfähigkeit, geeignete Klauseln, Ruhegehaltsansprüchen oder zur vertraglichen Ausgestaltung finden Sie auch im Leitfaden für Beamte.

Die Links im Text führen zur Seite von Lars Ulrich Harms – Versicherungsmakler, Spezialist für Beihilfe ergänzende private Krankenversicherungen und Dienstunfähigkeitsversicherungen. Hier erhalten Sie auch Hilfe bei der Vertragsgestaltung und einer passenden Produktwahl.