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19.
November '14

Beitragserhöhung in der PKV bekommen- und nun? Nur nichts überstürzen und genau überlegen!


Hat Sie eine Suchmaschine und die Begriffe wie Beitragsanpassung und PKV auf diesen Beitrag gebracht? Vielleicht haben Sie dann in den letzten Tagen auch Post bekommen und sind von Ihrer Krankenversicherung mit einer Beitragserhöhung überrascht worden? Meist hinterlässt ein solcher Brief mehr Fragen als Antworten und zuerst denken sicher auch Sie „Warum schon wieder eine Anpassung?“. Daher erkläre ich Ihnen hier einmal etwas zu den Hintergründen der Anpassung und zu Möglichkeiten wie Sie hier reagieren können.

Warum Beitragsanpassungen?

Beiträge in der privaten Krankenversicherung sind (theoretisch) so kalkuliert, dass diese über die gesamte Laufzeit konstant bleiben. Das ist natürlich Illusion, da Faktoren wie höhere Gesundheitskosten, geringere Zinserträge und höhere Lebenserwartungen (und damit längere Zahlungen der PKV) zu steigenden Beiträgen führen. Weitere Details habe ich bereits unter dem Punkt „Beitragsanpassungen“ (KLICK!) hier auf der Seite geschrieben.

Haben Sie nun eine solche Anpassung bekommen, dann können Sie hiergegen zunächst nicht viel unternehmen, da der Versicherer hier ein Recht zur Anpassung hat. Natürlich können Sie eine solche Anpassung über einen Gutachter überprüfen lassen, dieser muss dann prüfen ob die rechtlichen und versicherungsmathematischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Darf der Versicherer auch die Selbstbeteiligung erhöhen?

Bei gestiegenen Leistungsausgaben und damit höherem Leistungsbedarf hat der Versicherer zwei Möglichkeiten. Neben der Anpassung der Beiträge bleibt auch die Möglichkeit eine vereinbarte Selbstbeteiligung zu erhöhen. Eine solche Erhöhung der Selbstbeteiligung kann aber nur erfolgen, wenn bereits eine SB im Vertrag vereinbart ist. Einen Einschluss einer neuen SB in den Vertrag, welcher bisher keine hatte, ist nicht möglich.

Von der Möglichkeit der SB Erhöhung machen durchaus eine Reihe von Versicherern Gebrauch. Dieses hat (wie alles im Leben) Vor- und Nachteile. Während eine Anhebung der Beiträge alle Kunden gleichermaßen trifft, wirkt sich eine Anpassung der SB nur auf die „Kranken“ aus, ist also etwas einseitig. Wer also keine Leistungen einreichen möchte oder besser muss, der wird mit einer SB Anpassung vielleicht sogar besser gestellt, vielleicht deshalb, weil sich auch steuerliche Aspekte noch auswirken, dazu unten mehr.

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Kann ich zwischen SB Erhöhung und Beitragsanpassung wählen?

Nein, der Versicherer entscheidet ob er die Selbstbeteiligung erhöht oder die Beiträge anpassen möchte, oder aber auch beides. Auch ist eine solche Anpassung keinesfalls für alle Kunden eines Tarifs gleichermaßen wirksam, so unterscheiden sich die Anpassungen bei Kunden in Bi- oder Unisextarifen und auch in den unterschiedlichen Altersstufen.

Steht mir ein Kündigungsrecht zu?

Werden die Beiträge vom Versicherer angehoben, so steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zu. Dieses ist in den Musterbedingungen geregelt und liest sich dort wie folgt:

(5) Erhöht der Versicherer die Beiträge aufgrund der Beitragsanpassungsklausel oder vermindert er seine Leistungen gemäß § 18 Abs. 1, so kann der Versicherungsnehmer das Versicherungsverhältnis hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb eines Monats nach Zugang der Änderungsmitteilung zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderung kündigen. Bei einer Beitragserhöhung kann der Versicherungsnehmer das Versicherungsverhältnis auch bis und zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung kündigen.

Wer also gesunkene Leistungen in Form einer Erhöhung der SB bekommt, der kann seinen Vertrag ebenso kündigen wie der, dessen Beiträge erhöht werden. Diese Kündigung ist an die Schriftform gebunden und muss gegenüber dem Versicherer rechtzeitig erklärt werden. Einen entsprechenden Vordruck zur Kündigung einer Krankenversicherung finden Sie im Downloadbereich.

Reicht die Erhöhung eines Bausteins (z.Bsp. des Krankentagegeldes) oder einer Person aus?

Die Kündigung des Gesamtvertrages ist nicht in jedem Fall möglich. Wird also nur ein Teil, so das Krankentagegeld erhöht, so ergibt sich hieraus kein Sonderkündigungsrecht zu dem Gesamtvertrag. Bei einer Erhöhung der Krankenversicherung ist jedoch eine Beendigung der Pflegepflichtversicherung durchaus möglich.

Auch wenn nur die Beiträge für einzelne Personen erhöht werden, so lassen sich nicht ohne weitere automatisch alle versicherten Personen kündigen.

Kündigen Sie niemals voreilig

Generell sollten Sie niemals voreilig kündigen! Ist ein Vertrag einmal gekündigt und der Versicherer „möchte Sie loswerden“, so wird eine Rücknahme der Kündigung problematisch. Trotz Versicherungspflicht und der Tatsache das Sie nachweisen müssen anderweitig versichert zu sein, könnte eine voreilige Kündigung dazu führen, kein Krankentagegeld mehr zu haben oder kein neues zu bekommen.

Auch könnte es passieren, das Bausteine im Tarif, wie Krankenhaus- oder Kurtagegeld, Kurkosten oder sonstige Tarifbausteine nicht mehr zu bekommen sind, wenn die Kündigung beim Versicherer bereits vorliegt und nun zurückgenommen werden soll.

Was tun gegen Beitragserhöhungen?

Zuerst schauen Sie sich also einmal an, welche Tarifbausteine in ihrem Vertrag angepasst werden.

– Wann fand die letzte Anpassung statt?

– Wie hoch (in EURO) ist die Erhöhung?

– Passt der Tarif (noch) zu Ihren Anforderungen? (Hilfe zu Auswahlkriterien)

– Wird neben der Beitragsanpassung auch die Selbstbeteiligung erhöht?

Stellt sich also heraus, dass der heutige Bedarf von dem Tarif abweicht, so ist ungeachtet der Beitragserhöhung eine Änderung notwenig. Natürlich kann diese bei dem gleichen Unternehmen gemacht werden, andererseits kann auch ein Wechsel zu einem anderen Versicherer (unter Umständen verbunden mit anderen Nachteilen). Weiterhin wäre zu prüfen, in welcher SB Stufe Sie derzeit versichert sind und ob der Versicherer noch andere Leistungsstufen in Ihrem Tarif anbietet.

Unisex- statt Bisextarif?

Sind Sie heute noch in einem alten Tarif, also einem Tarif der Bisexwelt (Männer und Frauen mit unterschiedlichen Prämien), so wäre auch ein Wechsel in die neue Welt zu prüfen und mit abzuwägen. Neben Leistungsverbesserungen in dem neuen Tarif, ändern sich dort auch die Kalkulationszinsen und damit unter Umständen die mögliche Beitragsstabilität.

Was nun tun?

1.) Füllen Sie einmal für sich den Kriterienfragebogen aus

2.) Lassen Sie sich eine Übersicht zu den Leistungen Ihres Tarifss erstellen (Leistungsübersicht hier anfordern!)

3.) Überlegen Sie bitte genau, welche Tarifalternativen in Frage kommen und ob ein Tarifwechsel nach § 204 VVG möglich uns sinnvoll ist

4.) Überprüfen Sie bitte auch die Anpassung der Beitragsentlastungkomponente und weitere Tarifbestandteile

23.
September '14

Beitragsanpassung im Neugeschäft der R+V Krankenversicherung ab 01.01.2015


Ein weiteres Unternehmen nennt uns nun bereits die Beiträge für das Neugeschäft ab 2015, hier gibt es einige Anpassungen in unterschiedlichen Höhen. Hier einige Tarifanpassungen in der Übersicht. Es sind nur Zahlen für das Neugeschäft, also neue Versicherungsabschlüsse mit Beginn 2015 oder später, ein Rückschluss auf die Zahlen im Bestand ist nicht möglich.

Insbesondere die Tarifprämien der Kinder (Agil Tarife) bekommen teilweise recht hohe Anpassungen, die Zahlen hier in der Tabelle:

RuV Anpassung 2015

Im Bereich der Krankentagegelder bekommen neben kleinen Anpassungen auch Senkungen.

So verändern sich die Tarife nach Altersstufen und Karenzzeit (KT15, 29, 92 und 183) zwischen -6 und plus 4%.

Beitragsentlastungstarife steigen ebenfalls

Die Tarife zur Beitragsentlastung (WBETU und BETU) erhalten- auch aufgrund gestiegener Lebenserwartung und damit steigender Leistungsdauer, eine Anpassung um bis zu 7%, auch hier abhängig von der Altersstufe.
Eine solche Anpassung ist nicht entscheidungsrelevant, vielmehr sollten die Auswahlkriterien die Grundlage bilden einen Tarif auszuwählen. Mehr Informationen finden Sie in dem

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und in den

Auswahlkriterien zur PKV

07.
Juli '14

ARAG Krankenversicherung mit Beitragsgarantien und Anpassungen ab 2015


Schon vor Wochen haben einige Unternehmen die Beitragsanpassungen und Garantien für einige ihrer Tarife bekannt gegeben. Bei der ARAG wurden nun auch die Beitragstendenzen (noch keine Zahlen aber Informationen welche Tarife eine Anpassung bekommen können) bekannt gegeben. Fangen wir zunächst mit der Beitragsgarantie an.

Folgende Tarife und Personengruppen werden vor dem 1.1.2016 NICHT angepasst, bieten also derzeit eine Beitragsgarantie:

Tarife 200, 201, 203, 205, 207, 208, 209, 230 für KINDER und Jugendliche

Tarife 220, 240 für alle Personengruppen

Kompakttarife K0- K1500 für Kinder und Jugendliche

Bei den Beihilfetarifen für Beamte werden garantiert nicht angepasst:

Tarife 221-227, 231-237, 241-247 bei Kindern und Jugendlichen

Tarife 25, 27 bei allen Personengruppen

In der GKV Zusatzversicherung gibt es eine Garantie für die

Tarife 182-183 für Erwachende

Tarife 184-185, 262, 282, V100, Z90Bonus für alle Gruppen

Tarife 281, Z70 und Z100 für Kinder und Jugendliche

Tarif Z50/90 für Erwachsene

Alle nicht genannten Tarife werden derzeit überprüft. Ob und vor allem in welcher Höhe die Anpassungen nötig sein werden ist derzeit noch nicht bekannt.

Interessant ist jedoch, das die gerade eingeführten Pflegezusatztarife PI und PF angepasst werden müssen, da diese noch keine ausreichende Bestandsgröße haben und daher von dem Anpassungsbedarf der Stütztarife abhängen.

Hinweis: Die Tarife PI und PF weisen noch keinen für eine Nachkalkulation ausreichenden Bestand auf. Deshalb schreibt der Gesetzgeber sog. Stütztarife vor. Für den Tarif PI ist dies die PPV. Leistungen und Beiträge der PPV ändern sich in Folge des fünften SGB XI-Änderungsgesetzes zum 1.1.2015 kraft Gesetzes. Auch auf den Tarif PF wirken externe Einflüsse. Die ARAG KV kalkuliert – wie viele Mitbewerber auch – auf Basis der Musterkalkulation des Verbands der Privaten Krankenversicherung. Speziell die hier zugrunde gelegte Sterbetafel löst im Tarif PF eine Überprüfung aus. Aufgrund dieser externen Einflüsse muss auch die ARAG KV beide Tarife überprüfen. Ob die Überprüfungen tat- sächlich zu Beitragsveränderungen führen, können wir Ihnen erst zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.

05.
Juni '14

Hanse Merkur mit Beitragsgarantie für die Unisextarife bis 31.12.2015


Auch die Hanse Merkur garantiert stabile Beiträge in den Tarifen der neuen Unisexwelt. Welche Tarife davon profitieren, das lesen Sie hier:

Vollversicherung:
o AZP, PS3
o Beihilfetarife o KVS1, KVS3 o KVT1
o PSV
o SBE

Lesetipp: Neue Unisextarife der Hanse Merkur Krankenversicherung – oder: Wie kann man bisherige, „komische Regelungen“ noch toppen

Zusatzversicherung:

o AE, KE
o clinic A, clinic S, clinic U o EG, ES, EST
o EZ, EZE, EZT, EZP
o PSG
o KH, KTS
o MBZ
o T15-T365
o PB, PA, PTU, PZA, PZU o Alle plus-Tarife
o Alle bKV-Tarife

 

Anpassungen anderer Gesellschaften und deren Garantien finden Sie unter dem Tag „BAP 2015

02.
Juni '14

Beitragsgarantie bis 31.12.2015 auch bei der Signal Iduna Krankenversicherung


Einige andere Gesellschaften, darunter der zum Konzern gehörende Deutsche Ring Krankenversicherung haben bereits in den letzten Tagen Ihre Beitragsgarantien veröffentlicht.

Ebenso gilt für Kunden der Signal Krankenversicherung eine Beitragsgarantie bis zum 31.12.2015, was in der Praxis bedeutet das eine Anpassung frühestens zum 01. 01. 2016 erfolgen wird.

Für welche Tarife gilt die Beitragsgarantie?

Die Signal garantiert garantiert stabile Beiträge für ALLE TARIFE (*) in der UNISEXWELT. Diese Garantie umfasst die Tarife für die NEU- und BESTANDSkunden des Versicherers.

Eine Beitragsgarantie gilt in der Unisexwelt ebenfalls für die Tarifbausteine des Krankentagegeldes und auch der Beihilfe für Beamte.

AUSGENOMMEN davon sind folgende Tarife:

Tarif R- KOMFORT-B

die Kinder- /Jugendlichenbeiträge der Tarife EXKLUSIV 0, START-B und KOMFORT-B sowie im Neugeschäft ab 2015 peB

Entscheidungsgrundlage für Neukunden?

Nein, denn eine Beitragsgarantie, welche zudem natürlich nur für den aktuellen Betrachtungszeitraum gilt, sollte niemals eine Entscheidungsgrundlage für Neukunden sein. Auch ein Tarifwechsel oder ein Wechsel des Versicherers ist immer anhand entsprechender Auswahlkriterien zu prüfen und nie anhand einer Beitragsgarantie.

Eine Übersicht zu den Beitragsanpassungen und aktuellen Garantien finden Sie in diesen Beiträgen zur BAP 2015.