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14.
November '16

Beitragsanpassung der privaten Krankenversicherung und was sie jetzt tun können


Am letzten Wochenende haben viele Versicherte Post von ihrer privaten Krankenversicherung bekommen und wurden darüber informiert, dass die Beiträge für den eigenen Versicherungsschutz zum 1. Januar 2017 steigen. Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, ich möchte daher diesen Beitrag nutzen um etwas mehr Klarheit in dieses Thema zu bringen.

Die Ursachen der Beitragsanpassung

Für eine Anpassung der Beiträge gibt es ganz unterschiedliche Ursachen, daher sind diese Anpassungen auch keineswegs bei allen Versicherern und auch nicht bei allen Versicherten in einem Tarif identisch. Anpassungen werden daher abhängig von den Altersstufen, dem gewählten Tarif, der Frage ob sie in Bisex oder Unisex sicher sind und weiteren Faktoren beeinflusst. Zum Jahr 2017 kommt noch ein anderer Punkt dazu. Auch in der privaten Krankenversicherung in der es im eigentlichen Tarif keine Anpassung gibt, führt eine Erhöhung der Beiträge in der Pflegepflichtversicherung zu einem höheren Gesamtbeitrag im Jahr 2017.

Beitragsanpassung in der Pflegepflichtversicherung

Diese Beitragserhöhung kann durchaus 20% und mehr (auf den Beitrag der Pflegeversicherung) betragen. Dabei sollten wir jedoch so realistisch sein, dass wir hier über Anpassungen von 5 bis 8 Euro reden und zumindest bei Angestellten diese zur Hälfte dem Arbeitgeber landet. Während der Beitrag in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung im Jahr 2017 auf 121,80 € als Höchstbeitrag ansteigt, zahlen Versicherte in der privaten Pflegepflichtversicherung (mit identischen Leistungen) oftmals Beiträge von deutlich unter 50 €, selbst nach der Erhöhung.

Steigende Kosten bei Ärzten und Behandlern

Auf der Ausgabenseite stehen viele private Krankenversicherer vor dem Problem der steigenden Kosten, welches diese nur sehr bedingt beeinflussen können. Natürlich lassen sich in die Versicherungsbedingungen Regelungen schreiben, welche dem Versicherer ermöglichen den Bezug von zum Beispiel Hilfsmittel über einen eigenen Großhändler zu organisieren, Medikamente oder sonstige Leistungen mit Rabattverträgen einzukaufen, im wesentlichen jedoch ist man Kostenerstatter. Dabei möchte ich gar nicht die Schuld auf die Ärzte oder andere Berufsgruppen abwälzen, wir haben jedoch allgemein das Problem, dass die Kosten für eine hochwertige medizinische Versorgung ansteigen.

Nun könnte man durchaus meinen das „hätte man wissen können“ oder zumindest „ahnen können“ und manche Versicherer haben dieses durchaus besser im Griff als andere. Auf der anderen Seite haben wir leider die Situation dass vielfach die private Krankenversicherung immer noch nach dem Motto: „Wer versichert mich denn billiger“ oder „Wer nimmt mich dann ohne Zuschlag“ beraten wird. So werden Entscheidungen für die private Krankenversicherung oftmals nach dem Preis, nicht aber nach der Leistung, dem Versicherer oder anderer Fakten getroffen. Einige Beispiele und weitere Erklärungen dazu finden Sie unter anderen in den folgenden Beiträgen:

Niedrigzinsphase und deren Folgen

Wer noch vor einigen Jahren Geld anlegen wollte, der bekam selbst auf ein Tagesgeldkonto zu guten Zeiten 4 %. Vier Prozent für eine Geldanlage, welche täglich verfügbar war, nahezu vollständig sicher und ohne Risiken. Auch in der privaten Krankenversicherung wird Geld angelegt. Denn das Prinzip einer kapitalgedeckten Versorgung ist nun einmal, dass in jungen Jahren weniger Kosten verursacht werden als Beiträge gezahlt. Diese Differenz geht- ganz vereinfacht- in den großen Topf der Altersrückstellungen und vermindert den Beitrag im Alter. Natürlich ist das eine sehr vereinfachte Darstellung und die Zuführung zu den Altersrückstellungen sind deutlich komplizierter. So ist es auch davon abhängig wie leistungsfähig ein Tarif ist, welche Leistungen also heute (und in Zukunft) versprochen werden und wie sich diese entwickeln.

zins-und-endkapital-bei-unterschiedlichem-zins

Wer monatlich 100 € spart, hierfür 4 % Zins bekommt und das ganze 30 Jahre durchhält, der profitiert am Ende von 32.760 € Zinsertrag und hat ein Gesamtkapital von über 68.000 €. Sinkt der Zins nur um ein (niedriges) halbes Prozent, so vermindern sich die Zinsen um 5.639 € und betragen damit nur noch 20.121 €.

Was Sie nach der Beitragsanpassung tun sollten

Bereits vor einiger Zeit habe ich in einem Beitrag ausführlich beschrieben, was Sie nach Erhalt der Information zur Beitragsanpassung tun sollten. Dabei geht es insbesondere darum, keine übereilten Entscheidungen zu treffen und sich genau vor Augen zu führen welche Folgen eine solche Entscheidung hat.beitrag-bap

So lassen sich übereilt getroffene Entscheidungen oft nicht mehr rückgängig machen oder nur mit gravierenden Folgen wieder korrigieren. Wer dabei zu schnell oder übereilt zum Beispiel seine Selbstbeteiligung erhöht, der wird später Probleme haben diese wieder zu reduzieren. Eine Reduzierung der Selbstbeteiligung ist eine Leistungsverbesserung, welches in den meisten Fällen eine neue Gesundheitsprüfung nach sich zieht.

Nicht in eine Tarifstufe wechseln, welche heute nicht angepasst wird

Eine beliebte Empfehlung von überforderten Beratern ist oftmals ein schneller Wechsel in eine höhere Selbstbeteiligungsstufe. Dabei verringert sich der Beitrag sofort, oftmals wird jedoch nicht bedacht dass dieses weit reichende Folgen haben kann. Nicht nur, dass genau zu berücksichtigen ist wie viele Kosten denn nun (mehr) selbst getragen werden müssen, nein auch die folgenden Anpassungen spielen eine Rolle. so ist es in den allerwenigsten Fällen sinnvoll, heute in eine Tarifstufe zu wechseln die nicht angepasst war. Auch dieser Tarifstufe steht (dann vielleicht im nächsten Jahr) eine entsprechende Anpassung ins Haus.

Soll ich zu einer anderen Gesellschaft wechseln?

Diese Frage wird mir oftmals gleich nach der Beitragsanpassung gestellt. Auch hier ist eine seriöse Empfehlung und Beratung nicht möglich, ohne zumindest weitere Umstände zu kennen. Dazu spielt es eine entscheidende Rolle ob sie in der alten Tarifwelt oder schon in neuen Tarifen sind. Auch stellt sich die Frage wie alt sie sind, seit wann sie bei der bisherigen Gesellschaft und in den bisherigen Tarifen versichert sind und ob die Anforderungen an die Tarife noch denen entsprechen die es bei der Einführung der Tarife bzw. beim Abschluss waren. Leider erlebe ich nur zu oft, dass damals bei der Entscheidung für die private Krankenversicherung damit bei der Entscheidung für den Tarif die Gesellschaft keine wirkliche Beratung stattfand. Der Berater entschied welche Gesellschaft und Tarif die richtige ist, der Berater musste es ja wissen und die oder der Versicherte haben einfach geglaubt. Geglaubt ohne zu hinterfragen ob es Alternativen gibt, geglaubt ohne zu überlegen warum denn gerade diese Gesellschaft oder dieser Tarif empfohlen wurde.

Versteckte Probleme in den Gesundheitsangaben

Dazu kommt in verschiedenen Altverträgen das Problem, Gesundheitsangaben sind nicht korrekt und vollständig gemacht worden. Da schlummern also Pulverfässer in den Bestand, und in vielen Fällen kann der Versicherer zumindest in den nächsten Jahren problemlos die rote Karte in Form einer Anzeige Pflichtverletzung ziehen. Wenn dieses so ist und Gesundheitsangaben bei“ nicht, nicht vollständig gemacht worden sind, so ist auch dieses ein Problem welches gelöst werden muss.

Eine solche Lösung kann ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft sein, wenn diese aus anderen Gründen sowieso ansteht. Ein Wechsel der Gesellschaft ist kein Allheilmittel. In den meisten Fällen wird dieser mit einem erhöhten Beitrag einhergehen, Denn das Eintrittsalter hat sich gegenüber der ursprünglichen Tarifauswahl verändert. Weiterhin sind Tarife angepasst worden, haben sich Rahmenbedingungen geändert und auch hier führen diese Veränderungen meist zu einer höheren Prämie.

Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft

Der Wechsel des Tarifes innerhalb der eigenen Gesellschaft ist für viele Versicherte der letzte Strohhalm. So gibt es in der privaten Krankenversicherung natürlich genügend Versicherte, welche die Leistungen auch genutzt haben. Wer also in den letzten Jahren krank war und vielleicht zudem schon etwas älter ist, für den macht ein Wechsel der Gesellschaft in den meisten Fällen keinen Sinn. Für all diese hat der Gesetzgeber jedoch eine Möglichkeit geschaffen die Versicherungsbeiträge ohne Gesellschaftswechsel zu reduzieren. Der sogenannte Tarifwechsel, geregelt im Paragrafen 204 des Versicherungsvertragsgesetzes nicht einen Wechsel in einen gleichartigen Versicherungsschutz. Für diesen Wechsel darf der Versicherer keine Zuschläge erheben, und muss diesen auch nicht mehr gesunden Bestandskunden erlauben.

Leider ist es bei vielen Gesellschaften nach wie vor ein Problem, die entsprechenden Angebote zu bekommen. Auch wenn inzwischen Angebote zu dem Tarifwechsel verschickt werden, wer sagt dem Versicherten das hier der optimale Tarifwechsel angeboten wurde. Auch die Gegenüberstellung der Leistungen zwischen dem alten Versicherungsschutz und den neu angebotenen Tarif stellt für viele Versicherte ein großes Problem dar. Hier kann professionelle Hilfe unterstützend tätig sein und einen solchen Tarifwechsel erleichtern. Dazu gibt es eine Unmenge an seriösen, aber noch eine viel größere Anzahl unseriöser Anbieter. Hier werden horrende Honorare verlangt, hier werden Vollmachten gefordert welche jedwede Kontaktaufnahme durch den Versicherer bieten, hier werden Gespräche geführt die er aggressiven Verkauf in einer Beratung ähneln.

Einen solchen Tarifwechsel sollten Sie Profis überlassen. Bei unseren eigenen (Makler-) Kunden gehört auch eine solche Tarifwechselberatung zu dem eigenen Beratungsanspruch. Ich halte es für fatal vor Jahren eine private Krankenversicherung vermittelt zu haben und dann heute nicht mehr bei Fragen für einen Wechsel zur Verfügung zu stehen. Für Fremdkunden, also Kunden wo der Vertrag nicht durch uns vermittelt wurde, ist so eine Beratung sehr schwierig. Nicht nur dass wir weder die damaligen Grundlagen, noch die Gegebenheiten heute kennen, wenden Sie sich bei Fragen gerne an mich, ich kann Ihnen gegebenenfalls direkt oder mit einem Kontakt helfen.

Einige trifft es besonders hart, mal wieder

Fast genau vor einem Jahr habe ich über die gravierenden Beitragsanpassungen bei der AXA Krankenversicherung geschrieben.

Es gab Versicherte die im Jahr 2015 mit einer Anpassung von über 34 % zu kämpfen hatten. Einige haben sich dann entschieden dieses Risiko nicht weitertragen zu wollen und das Unternehmen verlassen. Andere wiederum waren der Meinung dass dieses wohl ein Ausreißer war und zukünftig dann Stabilität einkehren würde. Leider trat dieses für Versicherte im  Tarif Vital oder auch dem EcoRA nicht ein. Auch in diesem Jahr sind Versicherte von größeren Anpassungen betroffen. So sind auch zum 1.1.2017 Anpassungen von 20-30 % für bestimmte Altersgruppen möglich, und zwar auch in Tarifen die im letzten Jahr bereits angepasst worden.

Debeka mit 19 % Anpassung

Aber auch bei anderen Gesellschaften sind Anpassungen nötig. So erreichte mich vor einigen Tagen diese E-Mail von einem Leser:

debeka-mail-bap

Es handelt sich hierbei um den Tarif für Angestellte, nicht Beamte, bei der Debeka. Hier kann ich die Entrüstung über 19 % Beitragsanpassung auf der einen Seite verstehen, bei genauerem Lesen relativiert sich dieses etwas. Es handelt sich hier um eine Anpassung von 70 €, diese sind für eine monatliche Erhöhung durchaus happig. Aber, und jetzt kommen die Einschränkungen:

Wir sprechen über eine Beitrag von 440 € (zuzüglich Pflege, Krankengeld usw.) aber wir sprechen auf der anderen Seite immer noch über einen Beitrag der etwas mehr als die Hälfte des Beitrages für die gesetzliche Krankenversicherung beträgt. Dazu besteht eine Absicherung in einem deutlich höheren Leistungsniveau. In meinem Beitrag zu der AXA Beitragserhöhung im letzten Jahr habe ich bereits eine Tabelle mit dem Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse veröffentlicht. (hier direkt die Tabelle aufrufen)

Nehmen wir diese als Grundlage, so sparte der Versicherte bisher (bei einem Beitrag von 370 €+ Krankengel+ Pflege gegenüber dem Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenkasse (den er als Angestellter über der Grenze zahlen müsste) immerhin 250 € monatlich. O. k., die Ersparnis reduziert sich nun auf knapp 190 €. Dennoch gilt genau die Aussage, welche ich im letzten Jahr getroffen haben. Die Ersparnis gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse ist im Moment noch so groß, dass genügend Mittel zur Verfügung stehen zusätzlich Vorsorge für das Alter zu treffen. Auch in den letzten Jahren (dieser Kunde ist ja schon seit acht Jahren in dem Tarif) gab es genügend Möglichkeiten Rücklagen zu bilden.

Dabei haben wir noch nicht berücksichtigt das für die Mehrleistungen seines Tarifes in der privaten Krankenversicherung Zusatzversicherungen notwendig wären. Auch hierfür wäre irgendetwas zwischen 50 und 100 € monatlicher Beitragsaufwand erforderlich.

RuV, Hanse Merkur, Continentale

und dabei könnte ich diese Liste unendlich weiterführen, haben natürlich ebenfalls mit Anpassungen ihrer Tarife zu kämpfen. Und natürlich fällt eine Anpassung in einen Tag mit sehr hohen Leistungen und vielleicht noch ohne Selbstbeteiligung in absoluten Beträgen höher aus, als eine prozentual gleichwertige Anpassung in einem Basisschutz. 10 % von 400 € sind eben nun mal weniger als 10 % von 700 €.

Jetzt muss man hinterfragen, wie weit eine solche Anpassung einmalig oder öfter vorkommt, ob der angepasste Beitrag noch im finanziellen Rahmen liegt und worauf gegebenenfalls verzichtet werden kann. Das kann eine Leistungseinschränkung sein (setzt aber dann natürlich voraus das zu viel Leistungen derzeit versichert sind), ein Tarifwechsel oder der Wechsel zu einer anderen (voraussichtlich beitragsstabileren) Gesellschaft.

Welche Schritte soll ich unternehmen?

Diese Frage kommt immer unmittelbar nach der Beitragsanpassung. Hier ist es wichtig zu wissen dass es keine pauschale Empfehlung gibt. Wichtig ist dass sie sich intensiv mit ihrem Versicherungsschutz auseinandersetzen. Überlegen Sie gut, ob die Leistungen die dort versichert sind so benötigt werden. Weiterhin schauen Sie sich die Beitragsentwicklung in der Vergangenheit an. Trauen Sie dem Versicherer zu, langfristig eine gewisse Art von moderater Beitragsentwicklung zu gewährleisten?

Diese Frage hat zwar auf der einen Seite was mit hellsehen zu tun, auf der anderen Seite ist diese durchaus berechtigt. Denn wenn sie kein Vertrauen in ihren Vertragspartner (den sie noch die nächsten Jahrzehnte haben werden) mehr haben, dann muss hier eine Entscheidung getroffen werden. Diese Entscheidung kann zu einem Tarifwechsel, einem Wechsel der Gesellschaft oder eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung führen. Alle diese Entscheidungen sind mit gravierenden Folgen verbunden.

Daher kann ich Ihnen nur raten, sich hier vertrauensvoll an einen Berater ihrer Wahl zu wenden und sich mit einer Entscheidung Zeit zu lassen. Ein Wechsel und ein schneller Antrag bei einer neuen Gesellschaft und dort am besten noch mit allen Gesundheitsfragen mit Nein beantwortet, wird sie zu viel größeren Problemen führen die Beitragsanpassung jemals gehabt hätte.

Bei weiteren Fragen nutzen Sie gern das Kontaktformular oben rechts, den Live Chat unten links oder das Anfrageformular unter dem Menüpunkt private Krankenversicherung. Für alle Entscheidungen gilt:

Überlegen Sie gut was sie tun, schnelle Entscheidungen sind fast nie hilfreich!

11.
Juli '16

Bestehenden Schutz in der PKV JETZT überprüfen – So geht’s!


Die private Krankenversicherung passt nicht für jeden. Viele die heute dort versichert sind, die sollten da nicht sein. Klar, Berater, Vertreter und Makler verdienen Ihr Geld damit, das es zu einem Abschluss kommt, dennoch gehört es einfach dazu auch mal „nein zu sagen“, nein wenn es eine offensichtlich falsche Entscheidung ist. Leider passiert es nicht und nicht nur das ist ein Grund für völlig unsinnige Billigtarife in der Privaten Krankenversicherung.

Lesetipp: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Zu der Frage warum Existenzgründer eben gerade nichts in der PKV zu suchen haben (bis auf wenige Ausnahmen) und wer denn nun eigentlich dort gut aufgehoben ist, dazu schreibe ich sicher die Tage noch einmal etwas ausführlicher. Heute geht es aber um einen anderen Punkt.

Leider wird die private Krankenversicherung oftmals noch am Fließband beraten. Auch wenn es vielfach „nicht das Steckenpferd“ des Beraters ist, so wird doch nicht die Kooperation mit einem versierten Kollegen genutzt, sondern schnell mal in die Runde gefragt was denn vermittelbar sei und dem Kunden (völlig ahnungslos oftmals) ein Tarif empfohlen. Auf der anderen Seite merken Kunden erst spät(er) ob der Tarif passt, der Versicherer dem entspricht was die eigenen Vorstellungen waren und sind. Leider wissen viele zudem nicht einmal, was denn die eigenen Vorstellungen sind, denn wenn niemand sagt was es alles am Markt gibt, dann können Sie auch nicht beurteilen ob Ihnen solche Kriterien wichtig sind. Schon lange habe ich für diese „Grundlagenkenntnisse“ einen Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und die Auswahlkriterien zur PKV aufgeschrieben.

Wer erst im Leistungsfall merkt „Oh, mein Tarif war falsch“, der kann oftmals nicht wirklich etwas ändern. Wer aber rechtzeitig noch einmal drauf schaut und sich überlegt ob alles so passt, der kann zumindest noch einiges „glatt ziehen“.

Was tun wenn der bestehende PKV Schutz nicht passt

Das kommt zunächst darauf an wie die Auswahl zu Stande kam, warum es der eine Tarif wurde und was die Alternativen waren. Gerade wenn der Abschluss bei einem Vertreter erfolgte, dann sollte und muss sich jeder klar sein, der hat in der Regel nur die Gesellschaft anbieten, welche er auch vertritt. Eine Ausnahme sind Mehrfachagenten, das ist aber eher eine Seltenheit. Auch ein Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung ist in der Krankenversicherung (wie in anderen Sparten auch) einer Gesellschaft verpflichtet. Für die PKV ist das die Central Krankenversicherung, in der Berufsunfähigkeitsversicherung die Aachen Münchener Lebensversicherung.

Lesetipp: Die unterschiedlichen Beratertypen in der Versicherungsberatung und -vermittlung

Kann ich einen bestehenden PKV Schutz kündigen?

Ja, können Sie, jederzeit und unter Beachtung der vertraglichen Mindestlaufzeiten (Übersicht über Kündigungsfrist und Mindestlaufzeiten) ist eine Kündigung generell mit einer Frist von 3 Monaten zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Bei dem Großteil der Gesellschaften entspricht das Versicherungsjahr dem Kalenderjahr, so ist eine Kündigung also immer bis zum 30. September eines Jahres und dann mit Wirkung zum 01.01. des Folgejahres möglich. Eine solche Kündigung sollte aber niemals voreilig oder „nur mal so“ erfolgen, denn auch wenn eine Versicherungspflicht besteht und somit eine Kündigung vielleicht gar nicht wirksam wird, so gilt das nicht unbedingt für Krankentagegelder und andere Bausteine des Vertrages, also immer genau überlegen.

Tarifauswahl wie bei Neuabschluss

Der erste Schritt ist also immer die Überprüfung des bestehenden Versicherungsschutzes. Eine solche Überprüfung sollte so stattfinden, als würden Sie heute einen ganz neuen Schutz auswählen. Also legen Sie zunächst mit Hilfe des Kriterienfragebogens die Auswahlkriterien fest und überlegen sich dabei, was Ihnen heute wichtig ist. Das kann durchaus etwas anders aussehen, anders als es noch bei Abschluss der Fall war.

Oft höre ich Sätze wie „Aber so viele Fragen hat mir mein Berater bei Abschluss gar nicht gestellt“ und „muss ich das wirklich alles ausfüllen“? Ja, denn die Entscheidung für oder gegen eine PKV, für oder gegen eine Gesellschaft und für oder gegen einen speziellen Tarif ist wie eine Ehe, Sie binden sich an den Versicherer in „guten und in schlechten Zeiten„.

Erst wenn diese Grundlagen feststehen, legen Sie (mit Hilfe eines spezialisierten Beraters) den alten Tarif daneben und überprüfen, welche Leistungen dieser Tarif enthält und welche fehlen oder „überflüssig“ sind. Sollten Sie eine entsprechende Gegenüberstellung von mir wünschen, so schreiben Sie mir hierzu bitte mit Klick auf diese ANFORDERUNG EINES PKV Tarifvergleiches eine E-Mail.

Analyse und Entscheidungsgrundlage

Ist diese Analyse erfolgt, Sie wissen Sie zunächst einmal „wo Sie stehen, wissen also welche Leistungen vielleicht drin sein sollten, es aber nicht sind. Ebenso können Sie einschätzen ob ein solcher Versicherungsschutz etwas ist, mit dem Sie alt werden können und wollen. Ist dem nicht so, so gibt es zwei Möglichkeiten:

Tarifwechsel nach 204 VVG

Das ist immer die erste Überlegung. Wenn nicht ganz gravierende Dinge gegen einen Verbleib bei der Gesellschaft sprechen, so ist ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft die erste Überlegung. Dabei sollte aber auch überprüft werden, wie „safe der Vertrag ist“. Wurden bei Antragstellung alle und damit meine ich wirklich alle nötigen Angaben in den Gesundheitsfragen gemacht? Schlummert hier vielleicht ein Pulverfass was bei der ersten großen Rechnung (und der dann folgenden Prüfung einer Anzeigepflichtverletzung) „hochgeht“? Gehen Sie einmal in sich und überlegen genau welche Angaben erfragt wurden und was eingetragen ist. Hat Ihr Berater lapidar abgewunken und sind Sätze gefallen wie:

„Das brauchen Sie nicht angeben, das ist ja nur Bagatelle“ oder „wenn es ausgeheilt ist, brauchen wir es nicht aufschreiben“ aber auch „freiverkäufliche Medikamente? Die brauchen wir nicht angeben!“

Alle das sind gern gehörte Sätze und diese „brechen Ihnen im Leistungsfall das Genick„. Auch wenn bei der Analyse mit dem Kriterienfragebogen heraus kommt, es fehlen viele Leistungen die Sie (jetzt) gern hätten oder gar Leistungen von denen Sie dachten diese wären im Tarif enthalten, dann sind das eindeutige Anzeichen den Schutz anzufassen und zu reagieren, jetzt, wo Sie es gesundheitlich noch können.

Dabei erheben auch die derzeitigen Versicherer dann für die Mehrleistungen Zuschläge und führen eine Gesundheitsprüfung durch, nichts anderes als bei einem neuen Abschluss passieren würde. Dennoch ist es wichtig eine solche Überprüfung regelmäßig vorzunehmen.

Kündigung und neue Ausrichtung

Manchmal ist es dennoch sinnvoller den Versicherer zu verlassen.

  1. Ja, Sie sind dann ein Jahr älter.

  2. Ja, Sie müssen dann in die Unisextarife, sind vielleicht nicht mehr in den alten Bisextarifen.

  3. Ja, Sie haben nicht mehr das alte Eintrittsalter und Fristen und Summenbegrenzungen beginnen neu.

(mehr …)

17.
November '15

34% Beitragserhöhung im AXA VITAL 250 Tarif zum 01.01.2016- wie Sie als Bestandskunde damit umgehen und was Sie überhaupt tun können


Die Weihnachtszeit steht bald an, damit auch die Zeit, in der die privaten Krankenversicherungen Ihre Beitragsanpassungen zum Jahreswechsel versenden und einige werden dieses Jahr mit Schrecken Ihren Briefkasten öffnen. Mehr als 30% sollen Sie im Folgejahr mehr zahlen? Solche Nachrichten führen schnell zu Überschriften wie „Horroranpassungen bei der AXA“ oder noch allgemeiner „PKV wird unbezahlbar“. Ist dem wirklich so?

Was passiert hier eigentlich?

Zunächst einmal gilt, Beiträge werden niemals in % angepasst, sondern in Euro. Bedeutet aber im Umkehrschluss auch, Anpassungen sind nötig, wichtig und erforderlich um die Leistungsfähigkeit der Krankenversicherung und auch der gesetzlichen Krankenkassen zu erhalten. Auch die gesetzliche Krankenkasse erhöht im Jahr 2016 den Beitrag, mehr dazu finden Sie in meinem Blogbeitrag zu den Sozialversicherungswerten 2016. Hier greifen gleich mehrere Erhöhungen, die Bemessungsgrundlage bis zu der die Beiträge berechnet werden steigt, ebenso der Zusatzbeitrag vieler Krankenkassen, wie auch der durchschnittliche Zusatzbeitrag.

Warum so hohe Anpassungen?

Nun, dabei sind zunächst mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Zum einen die Frage, wann die letzte Anpassung erfolgte und wie sich der Beitrag bisher entwickelt hat. Auf der anderen Seite aber auch der Gesamtbeitrag. Schauen wir uns einige Beispiele an:

Axa Anpassung I

Der hier beispielhaft genannte Versicherte ist derzeit 44 Jahre alt und seit 2002, also seit seinem 31. Lebensjahr in der Privaten Krankenversicherung des Tarifes AXA VITAL 250. Der NEUE Beitrag ab 2016 soll nun also (inkl. Krankengeld und Pflege und Zahn) 557 € betragen. Davon entfallen 50% (da Höchstbeitrag nicht erreicht) auf den Arbeitgeber, weitere knapp 280 € bleiben bei dem Kunden.

Wäre dieser Kunde in der gesetzlichen Krankenkasse geblieben, so wären folgende Beiträge angefallen. (c) des Bildes www.pkv-wiki

GKV_Hoechstbeitrag_2002-2015

Also schauen wir uns das mal im Detail an, ich unterstelle dabei einen bisher konstanten Beitrag des Kunden. Da der bisher auch schon angepasst wurde, ist der Vorteil jedoch noch höher. Aber hier im Detail:

AXA vs GKV

Dabei gilt- wie geschrieben- das die Differenz eigentlich noch größer ist. Was ist denn passiert mit den Beträgen? Also wohin sind diese knapp 17.000 € geflossen und wohin fliessen die 1246 € die sich als neue Differenz im Vergleich zur GKV ergeben?

Was zahlt der Arbeitnehmer in der GKV?

Ab 2016 setzt sich der Beitrag für den Arbeitnehmer wie folgt zusammen:

KV: 4.237,50 € * (7,3%) = 309,34 € (bisher 301,13 €, +8,21 €)

Pflege: 4.237,50 € * (1,175% + 0,25%)= 60,38 € (bisher 58,78 €, +1,60 €)

ZUSATZBEITRAG 1,1% (Durchschnitt)= 4.237,50 € * (1,1%) = 46,61 € (bisher 37,13 €, +9,48 €)

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2016: 416,33 € (bisher 397,04 € + 19,29 €)

Damit ist aber kein Vergleich möglich. Warum? Weil die Mitversichern von Kindern zu Gunsten der GKV zu berücksichtigen ist, die fehlende Leistung zu Lasten. Ist ein Angestellter Mitte 30 in der GKV und möchte seine Leistungen auch nur in Teilbereichen (ambulant, stationär, Alternativmedizin, Zahn, Krankentagegeld) in Richtung PKV anheben, so sind weitere 100 € oder eher mehr (je nach Umfang) in der Zusatzversicherung zu zahlen. Somit ergibt sich eine Gesamtbelastung in der gesetzlichen Krankenkasse von über 500 €.

PKV ist NICHTS ZUM GELD SPAREN

Wer in die PKV wechselt, weil der Berater ihm sagt damit spart er Geld, der sollte den schnell wieder vor die Tür setzten. Ganz schnell. Bereist vor Jahren habe ich in diversen Beiträgen geschrieben, eine „PKV muss man sich leisten können und wollen“ und diese eignet sich nicht zum Geld sparen. Das ist auch einfach erklärt. Leistung muss irgendwo her kommen. Diese muss schlechtweg bezahlt werden.

Aber wer hat 1500 € Beitrag im Alter?

Das nächste Szenario. Horrorvorstellungen von 1.500 € Beiträgen im Alter, die dann bei kleiner Rente nicht mehr zu bezahlen sind. Dabei sind aber viele vergessene Punkte. Zum einen wird nicht einmal hinterfragt was genau sind denn 1.500 € dann wert? So viel wie heute 500, 700, 900 oder 1500? Wie wird sich die Rente und der Beitrag der GKV entwickelt haben? Und eine weitere Frage die sich stellt… auf WAS genau zahlen Sie Beiträge? Neben gesetzlicher Rente bestehen bei Menschen die heute aufgrund Ihres Einkommens in die PKV dürfen oft andere Einkünfte. Zur gesetzlichen Rente kommen dann Leistungen wie die private Altersvorsorge, betriebliche Renten oder Direktversicherungen, Einkünfte aus Kapitalanlagen oder Mieten- all dieses sind Einkünfte die schon heute oder im Alter mit einem Beitrag in der GKV belegt werden (können), je nach Lust und Laune des Gesetzgebers.

Auch das ist ein nicht unerheblicher Punkt. Was nützt mir ein Beitrag von 200 € in der GKV auf meine Rente, wenn weitere X Euro auf andere Einkünfte anfallen?

Bitte: Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen !

Natürlich kann eine Entscheidung für eine PKV oder speziell für einen Tarif oder eine Gesellschaft falsch gewesen sein. Natürlich sind einige Gesellschaften in der Vergangenheit nicht in der Lage gewesen die Beiträge so zu kalkulieren, dass diese auch stabil bleiben können und es ging vielfach um billig, statt gut. Geld verschwindet in der PKV aber auch nicht. Kommt aber seit Jahrzehnten zu wenig Beitrag herein, sind die Leistungen noch größer als in der GKV, wo soll denn das Geld herkommen um noch etwas für’s Alter zu investieren?

Was können Sie konkret tun?

1.) Überprüfen Sie Ihren Versicherungsschutz auf die notwenigen Leistungen. Unter dem Punkt –> Auswahlkriterien finden Sie neben den Tipps was „drin sein sollte oder kann“ auch Hinweise wie Sie Ihren Schutz finden.

2.) Machen Sie sich klar, das Geld sparen mit der PKV nicht funktioniert und legen Sie Geld zurück. Das kann (steuerlich begünstigt und AG Zuschuss optimiert) in der PKV erfolgen, dazu bieten sich so genannte Beitragsentlastungsbausteine an, aber auch die haben nicht nur Vorteile

3.) Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft sind teilweise sinnvoll. Aber nicht jeder was dieser Tarifwechselhaieberater erzählt, ist auch zu Ihrem Besten… Also hinterfragen Sie auch hier und überlegen was Sie tun können.

4.) Natürlich können Sie heute wechseln. In der aktuellen Unisextarifwelt gibt es auch heute passende(re) Tarife, manchmal. Das will aber sehr gut überlegt sein und ist keinesfalls nur von der Prämie heute abhängig. Bei Frauen macht eine Überprüfung oft Sinn, ist aber nicht gleichbedeutend mit einer Wechselempfehlung, da hier noch andere Punkte eine Rolle spielen.

Ich hoffe zumindest etwas Licht ins Dunkel bringen zu können. Falls Sie weiter Fragen haben, senden Sie mir gern eine E-Mail an pkv@online-pkv.de oder nutzen das Anfrageformular. Gern überlegen wir gemeinsam oder ich empfehle Ihnen eine Versicherungsberater der Ihnen dann weiter helfen kann, schauen wir mal.

Übrigens:

RuV Anpassungen

Anpassungen bei der RuV in den AGIL Tarifen zum 1.1.2016

Auch andere Gesellschaften passen an. Hier noch die angekündigten realen Anpassungen bei der AXA zum 1.1. und parallel einmal einige Anpassungen der RuV in den AGIL Tarifen. Angeben hier auch die alte und neue Prämie, die absolute Anpassung und die prozentuale und natürlich das Geburtsjahr des Kunden.Axa Anpassung II

04.
Mai '15

AXA Krankenversicherung mit Beitragsgarantie in der UnisexWelt teilweise bis 2017


Es wird immer früher, wir werden wohl noch Jahre erleben in denen die Beitragsgarantien für die private Krankenversicherung bereits im Januar angekündigt werden. Der Versicherer meint er müsste der schnellste, erste und beste sein und verkünden wie stabil sein Beiträge sind.

Wann werden Beiträge angepasst?

Die Beitragsanpassungen der privaten Krankenversicherung hat mehrere Gründe. Zum einen leben die Menschen länger, was zu einer längeren Leistungspflicht des Krankenversicherers führen kann und dementsprechend zu höheren Kosten. Zum anderen gibt es im Gesundheitswesen durchaus steigende Kosten, Elche sich in höheren Beiträgen bemerkbar machen können.

Axa BAP

Beitragsgarantie bis 2017

Und so haben wir mit der AXA Krankenversicherung einen der ersten Krankenversicherer, welche freudig verkünden dass ein Großteil ihrer Tarife in der UnisexWelt beitragsstabil bis zum Jahr 2017 bleiben, das bedeutet konkret das es zum 1. Januar 2016 keine Beitragserhöhung geben wird. Liest man die Beitragsgarantie etwas genauer, so steht dort:

Wir garantieren Ihnen, dass die Neugeschäftsbeiträge in der Unisex-Tarifwelt von AXA Krankenversicherung, bis auf ganz wenige Ausnahmen, vor dem 01.01.2017 nicht erhöht werden.*

* Ausgenommen von der Beitragsgarantie sind die Tarife Vital 900-U (nur Erwachsene), EG080-U und ARL-U (jeweils nur Kinder und Jugendliche). Zu den Tarifen Pflege- vorsorge Flex-U und GEPV, sowie zum Basistarif, können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden.

Und jetzt lesen wir nochmal die einzelnen Worte und stellen fest, es geht um das Neugeschäft, nicht in den Bestandskunden. Weiterhin geht es um eine Beitragsstabilität bis 2017, die Garantie sagt also aus es gibt die nächste Anpassung der Beiträge frühestens am 1.1.2017. Ich persönlich würde von einer Garantie für das Jahr 2016 sprechen, aber das System der Unterschied zum Marketing.

Was bringt diese Beitragsgarantie?

Ganz vereinfacht würde ich behaupten nichts. Natürlich ist es für den Neukunden, welche sich heute in den Unisextarifen der AXA versichert nicht schlecht zu wissen, dass er nicht gleich am nächsten Jahresanfang mit einer Beitragserhöhung rechnen muss. Ansonsten ist mit solchen Aussagen leider wenig anzufangen, da es eben weder den Bestand betrifft (der Kunde der sich also heute versichert, ist am 1.1.2016 Bestandskunde, was bedeutet der Bestand könnte eine Anpassung bekommen) noch dieses eine verbindliche Aussage für die Zukunft sein kann. Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung sind schlichtweg notwendig um die Leistungsfähigkeit des Versicherers zu erhalten und sich ansteigende Kosten und längere Lebenserwartung anzupassen.

Ist solch eine Garantie eine Entscheidung für einen Versicherer?

Ganz sicher nicht, denn die Beitragsanpassungen ist eine Momentaufnahme. Auch wenn ein Versicherer Ihnen heute garantiert dass sich die Neugeschäftsbeiträge die nächsten beiden Jahre nicht verändern, was haben Sie davon? Bei der Auswahl des passenden Tarifes zu privaten Krankenversicherung geht es vielmehr um das gewünschte Leistungsniveau, welches abgesichert werden soll und darum, diese Absicherung möglichst optimal auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Natürlich gehört dabei die Qualität der Gesellschaft, Bilanzkennzahlen und sonstige Informationen über die bisherige Beitragsentwicklung zur notwendigen Information, liefern aber keinen berechtigten Anhaltspunkt für oder gegen eine Gesellschaft.

23.
Oktober '14

Beitragsanpassungen zum 01. 01. 2015 im Bestand der Axa und DBV Krankenversicherung


Zahlen für das Neugeschäft und damit die potentiell interessant(er)en Kunden veröffentlichen die Gesellschaften meist sehr frühzeitig. Schon Mitte des Jahres waren daher Beitragsgarantien für das Neugeschäft ab 2015 bekannt und die Gesellschaften nutzen dies als Marketinginstrument. Nun, zum Jahresende folgen auch immer mehr Gesellschaften mit den Tendenzen für das Bestandsgeschäft.

Hier zeigen sich die Tarife, welche zum 01. Januar 2015 eine Anpassung erfahren müssen, da zum Beispiel die Kosten stärker gestiegen sind, wie erwartet wurde. Informationen warum Beiträge angepasst werden, habe ich bereits in meinem Beitrag zusammengefasst.

Die AXA und ihr Tochterunternehmen, die DBV Krankenversicherung haben nun veröffentlicht, welche Tarife für welche Personengruppen angepasst werden müssen.

Steigende Beiträge ergeben sich daher in den aufgelisteten Tarifen:

0140 für Männer, 0145 für Männer und 0152 für Kinder, 0300+344 für Frauen

für Männer zudem die 541, 541N, AKUT, B300A, B315A-320A, BS15N-40N, BZ, CKB,

für Frauen weiterhin B300, B315A-320A, BSB30, CKB, CKZ

für nahezu alle Personen und Tarifgruppen werden die Beitragsentlastungsbausteine angepasst (BEA) und auch eine große Anzahl von oft verkauften Kompakttarifen erfahren- teils deutliche- Anpassungen, so zum Beispiel:

ECORA bei Männern und Frauen in unterschiedlichen SB Stufen, EGPROF

VA1002, 1002N, VISION 2/3, VITAL Tarife mit 250, 600, 750, 900 EUR SB

VITAL Z bei Kindern, Jugendlichen und Frauen

V-START N/ NA und auch ZB25/N

ELementar, EL400, EL Bonus, ELBonusU, EP, ES, ESP, ESPA100, ESPB100, K2, KG1, KGSU

Anpassungen finden auch in den Tarifen der Pflegepflichtversicherung PVN und PVB und in Zusatztarifen statt.

Beitragsanpassung kein Grund zur Kündigung

Nur weil ein Tarif eine Beitragsanpassung erfährt, ist dieses sicher kein Grund zur Kündigung und übereiltem Verlassen des Versicherers. Dennoch sollten Sie Ihre Tarifauswahl immer mal wieder hinterfragen und überlegen, ob der Tarif noch zu den Anforderungen passt oder sich diese vielleicht über die Jahre verändert haben.

Dieses können Sie auch mit den Auswahlkriterien überprüfen und den Fragebogen zur Hilfe nehmen. Stellen Sie dann fest, dass eine Anpassung an den neuen Bedarf erforderlich ist, so denken Sie zunächst über eine Tarifanpassung und einen Wechsel innerhalb der Gesellschaft nach. Nur wenn dieses langfristig nicht zu realisieren ist, erst dann sind andere Optionen zu prüfen.

Weitere Informationen:

Komplette Tarifliste mit Beitragstendenzen

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung und Fragebogen