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28.
November '16

Jetzt noch schnell den Berufsunfähigkeitsschutz beantragen, oder doch warten?


Das Jahresende ist nicht mehr lang hin und viele versuchen noch alles was auf den To-Do Listen steht zu erledigen. Das sind oftmals auch Dinge die jetzt nicht so viel Spaß machen- Versicherungen stehen dort auch weit oben auf der Liste.

Dennoch habe ich bereits in einem älteren Beitrag beschrieben,

…  warum es unverantwortlich ist keinen Versicherungsschutz für den Fall der Berufsunfähigkeit zu haben

und zum Glück steigt das Bewusstsein in der Bevölkerung durchaus an. Das sieht man auch an den Anfragen die mich hier erreichen, immer öfter sind dort Auszubildende dabei, oftmals beschäftigen sich die Eltern mit dem notwendigen Versicherungsschutz für die Kinder und sorgen damit für einen wichtigen Baustein zu Beginn der Ausbildung oder des Studiums.

Warum ein rechtzeitiger Beginn so wichtig ist?

Zwei Drei Gründe gibt es, welche den Versicherungsschutz gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit teurer machen. Der erste und noch am einfachsten nachvollziehbare Grund, ist das Eintrittsalter. Je älter Sie bei Vertragsbeginn sind, desto höher ist die Versicherungsprämie. Während Schüler, Auszubildende oder Studenten aber auch Berufsanfänger noch einen günstigeren Versicherungsschutz bekommen können, wird es mit steigendem Alter schwieriger. Aber da sind wir auch schon bei dem zweiten Grund, dem Gesundheitszustand. Natürlich gibt es Erkrankungen die im Kindes-/Jugendlichenalter auftreten und später wieder verschwinden, Allergien gehören dazu, auch einige Hauterkrankungen und anderes. Im Wesentlichen nehmen aber die Erkrankungen im Alter zu. Und umso mehr Erkrankungen vorliegen, umso mehr Untersuchungen und Behandlungen stattgefunden haben, desto schwerer wird es einen entsprechenden Versicherungsschutz zu bekommen. Irgendwann bleibt nur die Wahl zwischen

Zuschlag oder Ausschluss- für was soll ich mich entscheiden?

Doch damit wird der Versicherungsschutz entweder teurer oder er wird ausgehöhlt. Damit das nicht passiert sollten Sie sich rechtzeitig um eine entsprechende Absicherung bemühen. Ein späterer Berufswechsel ist damit in der Regel nicht mehr anzeigepflichtig und somit bleibt eine bereits abgeschlossene Police gültig. Auch wenn der neue Beruf risikoreicher ist und damit nur zu einer höheren Prämie versicherbar wäre, ändert das an einem bestehenden Vertrag nichts. Und damit sind wir auch schon bei dem dritten Grund für einen frühzeitigen Vertrag, der Berufsgruppeneinstufung. Diese entscheidet über die Höhe der Versicherungsprämie, nicht über die Qualität des Versicherungsschutzes. Dennoch gilt auch hier eine möglichst gute Einstufung früh zu sichern. Auf der anderen Seite kommen mit steigendem Alter durchaus auch risikoreichere Hobbys dazu, für welche einige Versicherer deutliche Zuschläge verlangen.

Die am häufigsten gestellte Frage in den letzten Wochen ist:

Wird im nächsten Jahr wirklich alles teurer?

Diese ist ganz eindeutig mit ja zu beantworten. Das bedeutet aber nicht, dass Sie übereilt und voreilig eine Entscheidung treffen sollen. Machen Sie sich in Ruhe Gedanken, wägen Sie ab welchen Versicherungsschutz sie benötigen und lassen Sie sich ausführlich dazu beraten. Am Ende nützt ein schnell abgeschlossener, schlechter Versicherungsschutz viel weniger und Sie hätten besser gewartet.

Warum wird es denn überhaupt teurer?

Das hat im speziellen zwei Gründe. Der erste Grund liegt auch hier ganz simpel im Eintrittsalter. Wie oben bereits erläutert sind sie im nächsten Jahr „vermutlich“ ein Jahr älter. Und genau deshalb werden sie auch die Versicherungsprämie für ein höheres Eintrittsalter zahlen müssen. Ob das nun 5, 10 oder 15 % sind ist vom Versicherer abhängig und wird auch durch die Art und den Umfang des Versicherungsschutzes bestimmt. Richtig ist aber, es wird teurer. Dabei ist zu beachten, dass sie dann diese höhere Prämie über die gesamte Vertragslaufzeit zahlen müssen.

Der zweite Grund warum es speziell zum 1. Januar 2017 teurer wird ist der sogenannte Garantiezins, dieser wird nämlich gesenkt. Weniger Garantiezins bedeutet mehr Beitrag. Nehmen wir diese beiden Faktoren zusammen, so kann es für viele durchaus sinnvoll sein, sich noch in diesem Jahr um einen entsprechenden Versicherungsschutz zu kümmern.

„Dieses Jahr“ bedeutet aber bitte nicht nach Weihnachten

Ich weiß, die Vorweihnachtszeit, man hat viel zu tun, die Kinder haben Weihnachtsfeier, in der Firma geht es drunter und drüber und irgendwie weiß man nicht wo einem der Kopf steht. Das mag alles sein, aber fangen Sie bitte nicht nach Weihnachten mit der Auswahl des entsprechenden Versicherungsschutzes an, wenn es dieses Jahr noch etwas werden soll.

Die Antragstellung in der Berufsunfähigkeitsversicherung erfordert ein wenig Aufwand. Da müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden, vielleicht noch bei Ärzten angefragt oder Befunde besorgt werden und diese Unterlagen entsprechend aufbereitet. Und ja, auch für mich- Ihrem Versicherungsmakler- ist nicht nur Weihnachten, sondern auch Jahresende. Auch hier kommen teilweise so viele Anfragen für eine Beratung herein, dass nicht alle gleichzeitig erfüllt werden können. Aus diesem Grund wird es für einige keine andere Variante geben, als dann doch auf eine Beratung im nächsten Jahr auszuweichen.

Aber ich brauch doch noch, dann wird es doch teurer…“ ja, warum es teurer wird habe ich oben erklärt, das wissen wir aber nicht erst seit gestern. Die Garantiezinssenkung ist seit längerem bekannt, und auch die Tatsache, dass Sie versicherungstechnisch ab dem 1. Januar bei den meisten Gesellschaften ein Jahr älter sind ist nicht ganz neu. Sollten Sie also noch eine Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung benötigen, so tun Sie mir bitte einen großen Gefallen und melden sich rechtzeitig. Rechtzeitig heißt nicht mehr nach Weihnachten.

Was Sie für eine gute Beratung tun können…

Nicht nur ich als ihr Berater, auch sie können dazu beitragen, dass eine Beratung erfolgreich wird. Anfragen wie „schicken Sie mir doch mal ein Angebot“ oder „sagen Sie mir einfach welchen Vertrag ich abschließen soll“ helfen uns beiden nicht weiter. Mit einer Beratung sollen Sie so viel Wissen bekommen, dass Sie fundiert und begründet eine Entscheidung treffen können. Diese Entscheidung kann für den Abschluss eines Vertrages ausfallen, kann aber im Gegenzug auch gegen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ausfallen. Dann gibt es durchaus rechts und links davon andere Produkte die manchmal besser geeignet sind. Aus diesem Grund ist eine Beratung unerlässlich. Eine solche lässt sich aber nicht in 10 Minuten mal nebenbei abhanden und auch mein Tag hat nur eine begrenzte zeitliche Kapazität. Wenn diese Beratungsstellen ausgeschöpft sind ist es eben nicht mehr möglich.

„Dann gehe ich woanders hin“

Auch das steht Ihnen natürlich frei und es gibt viele einige sehr qualifizierte Kollegen zu denen ich Ihnen uneingeschränkt raten würde und auch werde. Jedoch werden Sie bei den „guten“ und qualifizierten Kollegen das gleiche Problem haben und eben nicht innerhalb von Tagen einen Beratungstermin bekommen können, denn auch diese haben viel zu tun.

Es wird sich immer ein Berater Verkäufer finden, der Ihnen schnell und unkompliziert einen entsprechenden Vertrag verkauft. die qualifizierten und umsichtigen Kollegen sind es aber, die solchen Unsinn später wieder ausbaden müssen. Darauf habe ich, wie viele meiner Kollegen, keine große Lust.

Treffen Sie die Entscheidung richtig und begründet, oder gar nicht!

Doch eben hatte ich ja bereits angekündigt, dass Sie auch etwas dazu tun können. Besorgen Sie sich entsprechende Unterlagen Ihrer Ärzte, tragen Sie Ihre Gesundheitshistorie zusammen und schauen Sie sich schon einmal Gesundheitsfragen an. Bei mir hier auf der Seite im Downloadbereich können Sie sich unter dem unter Begriff „Antragsunterlagen“ einfach einmal einige dieser Formulare ansehen und so ein Gefühl dafür bekommen, was der Versicherer alles wissen möchte.

Vor einer Beratung füllen Sie bitte den Kriterienfragebogen zur Berufsunfähigkeit aus. Auch eine gute Idee ist es, den Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung zumindest ansatzweise gelesen zu haben. Und wenn Sie dann noch Zeit und Lust haben sich eingehender und tiefgründiger mit dem Thema zu beschäftigen, dann schauen Sie sich hier einmal die Auswahlkriterien an und lesen einige der Beiträge zum Thema Berufsunfähigkeit im Blog.

19.
Juni '15

Die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit- reine Risikoabsicherung oder doch das Kombiprodukt?


Alles dreht sich ums Geld, oder doch nicht?

Gerade bei der so wichtigen Absicherung gegen die finanziellen Folgen bei Berufsunfähigkeit geht es oftmals um das Geld. Geld welches Sie bekommen wenn der Versicherer leistet, aber natürlich auch Geld was sie zahlen müssen, die eigenen Beiträge um diese Absicherung zu bekommen.

BU SchaubildAber das ist doch dann weg, mein Geld?

Diese Frage kommt nahezu immer in der Beratung und grundsätzlich gilt zunächst einmal: Ja, es ist ja eine Versicherung und kein Sparvertrag. Das bedeutet Sie zahlen eine Prämie für eine Sicherheit. Genau für die Sicherheit, dass jemand (die Versicherungsgesellschaft) ihnen Geld bezahlt, falls Sie durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten können, somit den eigenen Lebensunterhalt nicht mehr selbst bestreiten können.

Gerade weil dieses Thema in einer aktuellen Beratung wieder aufkam, möchte ich diesen Beitrag nutzen um einige grundsätzliche Unterschiede in der Absicherung zu erklären.

Die reine Risikoabsicherung- die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung

Beiträge bezahlt und dann berufsunfähig = Rente bekommen
Beiträge bezahlt und dann nicht berufsunfähig = „Geld weg“

Das beschreibt, in wenigen Worten zusammengefasst, den Sinn einer Absicherung. Die Beiträge zahlen Sie dafür, dass der Versicherer im Fall der Fälle die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente zahlt. Damit ist eine solche Absicherung ein Versicherungsschutz, und natürlich kein Sparvertrag. Es besteht gerade kein Anspruch darauf, das eingezahlte Geld auch zurück zu bekommen. Der Versicherer errechnet also für sich das Risiko, überlegt sich wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist dass er eine Rente zahlen muss, und kalkuliert dafür eine Versicherungsprämie. Passiert Ihnen nun etwas, Krankheit oder Unfall und es tritt das versicherte Ereignis ein, dann bekommen Sie Ihre Rente.
Passiert das Ganze schon eine Woche nach dem Abschluss, war es für den Versicherer ein „schlechtes Geschäft“. Passiert es jedoch in dem letzten Jahr vor Ablauf der Versicherung und müssen somit nur noch zwölf Renten gezahlt werden, war es ein „gutes Geschäft“.
Auf der Seite des Versicherten sieht es genau anders aus. Passiert mir etwas, dann ist natürlich die Versicherung toll und zahlt Monat für Monat die Rente, passiert hingegen nichts, dann wird sich darüber „geärgert“ zu viel Geld ausgegeben zu haben.

Das ist aber nun mal der Gedanke der Versicherung und nur so funktioniert sie. Viele Menschen zahlen ein und bauen darauf im Fall der Fälle eine Leistung zu bekommen, aber nur wenigen passiert etwas. Kann ich das Risiko alleine tragen, bräuchte ich keine Versicherung, wäre somit mein eigener Versicherer. Dazu bedarf es im Fall einer BU Absicherung selbst bei „nur“ 1.000€ Monatsrente immerhin mindestens 504.000€ und das bei einem 25jährigen.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, ich kann unmöglich meiner eingezahlten Beiträge wieder herausbekommen.

Mein Berater sagt aber es geht! Da war doch etwas- das Kombiprodukt

Wählen Sie also keine reine Risikoabsicherung, sondern ein Kombiprodukt, so kaufen Sie (wieder Name schon sagt) eine Kombination aus mehreren Produkten.Das ist zum einen die oben erwähnte Berufsunfähigkeitsversicherung, auch hier zunächst einmal als reine Risikoversicherung. Daraus wird dann eine BerufsunfähigkeitsZUSATZversicherung, da diese dann nur noch ZUSATZ zu einem anderen Produkt ist. Hieran wird dann ein anderer Vertragsteil gekoppelt, das kann eine (fondgebundene oder klassische) Lebens-oder Rentenversicherung sein, auch andere- steuerbegünstigte- Modelle sind hier denkbar.

Der Unterschied zu der reinen Risikoabsicherung ist also zunächst einmal ein Sparanteil. Dieser wird im gleichen Vertrag integriert und sorgt durch seine Rendite dafür, dass am Ende der Vertragslaufzeit selbst dann eine Auszahlung steht, wenn ihnen nichts passiert ist.

„Na super, dann kriege ich ja doch Geld wieder raus wenn nichts passiert.“

Auch dieses ist auf den ersten Blick vollkommen richtig. Ob hier ein Leistungsfall in der Berufsunfähigkeit eintritt oder nicht, spielt jedoch am Ende für die Auszahlung keine Rolle. Die Auszahlung bekommen Sie also selbst dann noch, wenn auch die Berufsunfähigkeit eingetreten wäre. Damit wird recht schnell deutlich, es ist keine Auszahlung aus dem Baustein der Berufsunfähigkeit, sondern aus dem Sparanteil.

Für diesen Sparanteil müssen Sie natürlich Beiträge bezahlen. Sie müssen also mehr Geld aufwenden als ein reines Risikoprodukt, dieses „mehr-Geld“ wird durch den Versicherer angelegt und am Ende mit einer entsprechenden Rendite wieder ausgezahlt. Somit sieht es auf den ersten Blick so aus, als bekämen sie Geld zurück. Zahlen Sie zum Beispiel für die Risikoabsicherung  50€ und für das Kombiprodukt 70€, so bleiben dem Versicherer 20€ Differenz, die er monatlich gewinnbringend anlegen kann.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass im Falle der eingetretenen Berufsunfähigkeit der gesamte Vertrag beitragsfrei wird. Der Versicherer zahlt also nicht nur die Berufsunfähigkeitsrente, sondern in der Praxis die Berufsunfähigkeitsrente plus den Beitrag für den Gesamtvertrag. Sie werden also so gestellt, als hätten sie selbst die Beiträge bis ans Ende weitergezahlt.

Vergleicht man also zwei Vorschläge, einen aus der reinen Risiko Absicherung und einen weiteren aus der Gruppe der Kombiprodukte, so müsste diese Differenz zusätzlich berücksichtigt werden.

Altersvorsorge auch im Falle der Berufsunfähigkeit

Ein wichtiger Punkt wird jedoch immer wieder vergessen. Sind sie nämlich berufsunfähig, dann arbeiten dementsprechend nicht mehr. Keine Arbeit bedeutet auch keine Beiträge in die Rentenkasse. Das bedeutet wiederum, sie haben eine ausreichende Absicherung für das Rentenalter, die Berufsunfähigkeitsrente endet aber meist mit 65 oder 67 oder auch schon früher. Wer nun aber die letzten 20 Jahre berufsunfähig war, keine Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hat, der hat auch keine nennenswerte Rente zu erwarten. Wenn Sie sich einmal ihre Vorausberechnung der Deutschen Rentenversicherung anschauen, dann finden Sie dort ein * und den Text: „Die Berechnung beruht auf der Annahme, dass sie auch weiterhin die Beiträge in bisher gezahlter Höhe weiterzahlen.“ Wer also keine Beiträge für die Rentenkasse berücksichtigt, fällt mit 67 oder früher in ein finanzielles Loch. Das Problem wird mit steigendem Alter kleiner, denn dann sind ja bereits über Jahre größere Beträge in die Rentenkasse geflossen. Tritt aber zum Beispiel mit 40 Berufsunfähigkeit ein, so fehlen schnell 27 Jahre Beitragszahlung.

War hingegen ein solches Kombiprodukt versichert, so kann zumindest ein Teil der Altersvorsorge hieraus refinanziert werden. Je nach Vertragsumfang und Gestaltung steht somit neben der kleinen gesetzlichen Rente noch ein monatlicher Betrag aus der eigenen Vorsorge zur Verfügung. Enthält diese Variante gar eine Dynamik, so muss der Versicherer auch hierfür über die nächsten Jahr(zehnt)e aufkommen.

Natürlich lässt sich bei einem reinen Risikoprodukt die versicherte Rente im Rahmen der Möglichkeiten erhöhen, so dass im Fall der Fälle noch Geld übrig bleibt, um dieses für die Altersvorsorge zu sparen. Der Haken: Doch wer weiß wann der Versicherungsfall eintritt? Wie viel Geld wird dann benötigt um in 20, 15, 10,5 Jahren oder weniger noch eine passende Vorsorge sicherzustellen? Brauchen Sie monatlich 100€, oder sind es 500€ oder mehr?

Die dritte Variante, dass Kombiprodukt in minimale Höhe, als Hilfslösung

Gerade diejenigen, die in jungen Jahren über den richtigen Versicherungsschutz bei Berufsunfähigkeit nachdenken, für die kommt manchmal noch eine andere Variante infrage. Man wählt oder wünscht ein Risikoprodukt, wählt aber trotzde ein Kombiprodukt, was in vielen Fällen sinnvoll sein kann. Klingt unlogisch? Ist es gar nicht!

Durch die unterschiedliche (einjährige) Kalkulation in der Berufsunfähigkeit kann es passieren, dass ein Kombiprodukt nur geringfügig teurer, oder sogar günstiger ist, als eine Risikoabsicherung. Wie das kommt? Das hängt unter anderem mit der Kalkulation zusammen. Sind Sie jung, so ist die Wahrscheinlichkeit dass sie berufsunfähig werden geringer.

Mit steigendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit der eintretenden Berufsunfähigkeit an, auf der anderen Seite nimmt die Leistungsdauer (der Zeitraum indem der Versicherer noch ihre Rente zahlen muss) ab. Kalkuliert der Versicherer somit für die erste Zeit sehr geringe Prämien, steigen diese innerhalb des Vertrages an. Bei einem Risikoprodukt kalkuliert der Versicherer eine Gesamtprämie und rechnet diese auf die Vertragslaufzeit herunter.

Durch die Erträge die der Versicherer somit in dem Kombiprodukt erwirtschaften kann, entstehen zusätzliche Gewinne und somit ein Vertragsguthaben was am Ende ausgezahlt wird.

Schauen wir uns das ganze einmal in Zahlen an. Betrachten wir einen Versicherungsnehmer mit dem rechnerischen Eintritts alter 25. Dieser möchte sich mit einem monatlichen Rentenbetrag von 1.500 € absichern, dazu wählt er einen Vertrag, bis zum 67. Lebensjahr. Weitere Zusatzoptionen wie garantierte Rentensteigerung oder Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit sind für die vereinfachte Berechnung nicht enthalten, gehören aber in Ihren Vertrag!

Für die Berufsunfähigkeitsversicherung muss unser Beispielkunde nun monatlich 92,98€ Brutto und 66,94€ als Zahlbetrag aufwenden.
Rechnen wir dieses bis zum Ablauf des Vertrages hoch, so ergibt sich folgende Rechnung:
42 Jahre* zwölf Monate* (Zahl-)Beitrag 66,94€ = monatlich, also insgesamt 33.737,76€ für eine Absicherung von 504.000€.

Nehmen wir das ganze in Kombination mit einer klassischen (nicht fondgebundenen) Rentenversicherung.

Für das gleiche Szenario muss der Kunde nun monatlich 134,53€ Brutto und als Zahlbetrag 109,07 aufwenden. Auf den Anteil der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung entfallen hierbei nur 90,84€ brutto oder 65,39€ netto, also etwas weniger als im Soloprodukt.

Auch hier wieder die Hochrechnung bis zum Ablauf im 67. Lebensjahr, ergibt eine Gesamtbeitragszahlung (für beide Komponenten) von: 61.515,48€.

Der Versicherer garantiert hierbei jedoch eine garantierte Auszahlung mit Ablauf des Vertrages in Höhe von: 24.180€
Kommen hier zu noch erwirtschaftete Überschuss so nach dem derzeitigen Stand, so ein spreche dieses eine Auszahlung von: 44.253€

Einem finanziellen Beitragsmehraufwand von zunächst 27.777,72€ stehen daher garantiert 24.180€ oder 44.253€ zur Verfügung. Entscheidet sich der Kunde gegen eine einmalige Auszahlung und für eine lebenslange Rente, so sind hier 75€ ohne, oder 186€ mit Überschüssen auszuzahlen. Eine Option die durchaus sinnvoll sein kann.

Zu guter letzt hier noch die Zahlen in der Kombination Berufsunfähigkeitsversicherung plus fondgebundene Lebensversicherung.

Auch hier ergibt sich monatlich eine Beitragszahlung von 92,82€

Hochgerechnet bis zum 67. Lebensjahr damit Beiträge in Höhe von 46.781,28€ und somit ein Mehraufwand gegenüber der Risikovariante von 13.043€

Auch hier die Zahlen zur Auszahlung: 6.345€ bei NULL Prozent Wertentwicklung in 42 Jahren.

AL Fonds Ergebnis neuSelbst bei einer Wertentwicklung der Fonds oder des gemanagten Portfolios von unter 3%, wäre diese Option günstiger als die reine BU. Zum Vergleich: Der seit 1970 bestehende DWS Vermögensbildungsfond (Link) erwirtschaftetet eine durchschnittliche Rendite von 8,5% p.a. in den letzten 45 Jahren. Dieses ist ausdrücklich keine Fondsempfehlung, nur ein Beispiel.

DWS VermBildungsfond

Steuerliche Faktoren, wie die Besteuerung der Auszahlung oder der Rente bleiben hier bei genauso unberücksichtigt, wie eine eventuelle steuerliche Wirksamkeit der Beiträge während der Zahlung. Natürlich könnten Sie die 25,88€ gegenüber der SOLO BU auch selbst in einen Fonds investieren, bei 0% AUsgabeaufschlag und ohne Verwaltungsgebühr, aber bei identischer 8,5% Kursentwicklung ergibt das eine Auszahlung von 113.693,33€, die Auszahlung aus dem Kombiprodukt bei 8,5% finden Sie oben im Bild.

Doch wie kommt es zu diesen Unterschieden?
Schaut man sich ein Angebot der Versicherer an, so sieht man hier zum Beispiel die Entwicklung der Beiträge für die Komponente Berufsunfähigkeit, in dem Kombi Produkt. Hier gut zu erkennen, die Beiträge steigen über die Laufzeit an und sinken irgendwann wieder ab, wenn das Risiko aufgrund der verbleibenden Restlaufzeit geringer wird.Beitragsverlauf FondVariante

Was soll ich nun wählen?

Eine pauschale Aussage kann es nicht geben und wird es von mir hier auch nicht. Eines ist aber sicher: Es gibt durch aus Konstellationen wo ist viel sinnvoller sein kann eine Kombination aus mehreren Produktbausteinen abzuschließen. Auch wenn Kombiprodukte immer wieder verteufelt werden, will der Antragsteller doch auch das Geld was er bezahlt hat wieder herausbekommen, falls nichts passiert.
Das funktioniert so jedoch nicht. Wer sich also seriös und neutral mit diesem Thema beschäftigt, der kann für sich zu dem Ergebnis kommen, dass ein (fondgebundenes) Kombiprodukt die bessere Alternative sein kann, immer unter der Voraussetzung dass sich der Versicherte die Prämien leisten kann und will. Die Unterschiede noch einmal im Überblick

Selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung:

meist vertraglich garantierte, gleiche Beiträge über die (Gesamt-) Laufzeit.
Beitragsfreiheit für die Versicherung bei Berufsunfähigkeit
Bleibt der Kunde gesund, ist das Geld weg

Kombiprodukte:

Vertraglich garantierte Beiträge über die Gesamtlaufzeit
Beitragsfreiheit für die Risikoabsicherung bei eingetreten der Berufsunfähigkeit
Beitragsfreiheit zudem für den Sparanteil
Auszahlung am Vertragsende, egal ob Berufsunfähigkeit eingetreten ist oder nicht
Bei Fondsprodukten unterschiedliche Auszahlung je nach Wertentwicklung

Eines haben wir doch beide Produkte immer gemeinsam. In der Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden einzig und allein die vertraglich garantierten Versicherungsbedingungen über das gut oder schlecht einer Versicherung. Es nützt kein Versicherungsschutz etwas, welcher im Fall der Fälle aufgrund von lückenhaften Bedingungen oder schwammigen Formulierungen nicht leistet. (Beispiele und Gegenüberstellungen hierzu im Leitfaden)

In der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit gibt es kein grau

Es gibt schwarz oder weiß, also Rentenzahlung oder nicht. Anders als in vielen anderen Versicherungssparten ist eine Teilleistung in den meisten Verträgen nicht vorgesehen. Entweder der Kunde ist berufsunfähig und erhält seine Rente, oder er ist eben aufgrund von Lücken und Regelungen im Bedingungswerk nicht berufsunfähig und geht damit leer aus.

Das Dumme daran, das merkt man erst im Leistungsfall. Natürlich kann auch ein gutes Bedingungswerk niemals garantieren immer zu leisten, es minimiert aber das Risiko keine Rente zu bekommen erheblich.

Berufsunfähigkeitsabsicherung kann nicht billig sein.

Nehmen wir zwei Anbieter, einer kostet 50 der andere 30 €.schon alleine aufgrund der Vorgaben der Kalkulation, muss die Leistungswahrscheinlichkeit bei dem einen geringer sein als bei dem anderen. D.h. damit nicht, dass dieser Versicherer mutwillig nicht zahlt, das heißt nur, dass er aufgrund seiner Regelungen in den Bedingungen mehr Möglichkeiten hat in bestimmten Fällen nicht leisten zu müssen. Das kann eine Regelung zu Nachprüfungen sein, das kann eine Regelung zu Verweisung sein, oder viele andere. Billiger geht es immer, ob es dann noch den ausreichenden Schutz hat, das steht auf einem anderen Blatt.

Wenn Sie sich also mit der Auswahl der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigen, dann tun Sie sich selbst einen großen Gefallen und schauen sich einmal die Punkte (jeweils als klickbarer Link)

Auswahlkriterien zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung
den Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

Und auch die Punkte zur

Ermittlung der richtigen Rente
Garantierten Rentensteigerung in der Berufsunfähigkeitsversicherung
den Arbeitsunfähigkeitsklauseln

Den Weg zur passenden BU gibt es hier unter dem Link. KLICK!

Und die sonstigen Beiträge zur Berufsunfähigkeit an. Sie werden staunen wie viele unterschiedliche Facetten es zu bedenken gibt und wie manchmal ein kleines Wort in den Bedingungen über Leistung oder Nichtzahlung entscheiden kann.

Neugierig geworden? Kennen Sie die Tücken und Lücken Ihres bestehenden Produktes? Eine kostenfreie Überprüfung und entsprechenden Hinweise bekommen Sie, wenn Sie mein Anfrageformular nutzen. KLICK!

03.
Juni '14

Der Maßanzug für Ihre Gesundheitsvorsorge, wie die PKV, BU und Pflege wirklich passt


Nach der Frage ob die Private Krankenversicherung das richtige System für Sie ist, folgt sogleich die weitaus schwierige, die nach der richtigen Gesellschaft und dem passenden Tarif. Dabei steht der Interessent meist vor einer fast unlösbaren Aufgabe.

Wie komme ich zu der passenden Gesellschaft und finde den richtigen Tarif?

Hierzu gibt es völlig unterschiedliche Wege und Ansätze, diese und „den einzig richtigen“ gibt es dabei nicht. Zunächst einmal ist zu klären, welche Kriterien überhaupt erfüllt sein müssen um den „richtigen“ Tarif zu finden. Dabei geht es nicht darum was generell richtig oder falsch ist, sondern vielmehr um sehr individuelle Kriterien und Bedürfnisse welche der Tarif erfüllen muss.

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„Aber meine Kollegen sind …“

Eine immer wieder gern gehörte Aussage, die Kollegen, Freunde oder Bekannte sind bei der Gesellschaft X versichert und sind da ja so zufrieden. Zu Gesellschaft Y möchte man aber überhaupt nicht, da steht so viel schlechtes in diesem Internet, da scheinen alle unzufrieden.

Schweifen wir ein klein wenig ab und überlegen einmal, wie es in anderen Lebensbereichen ist. Kaufen Sie ein Auto nur weil der Nachbar auch so eins hat? Ein Haus weil es gerade die Kollegen getan haben? Einen Maßanzug wie ihn der Freund der Schwester hat?

„Nein, der Maßanzug würde mir ja nicht passen.“ mögen Sie vielleicht bei der letzten Frage gedacht haben. Genau das ist aber auch die Lösung bei der Auswahl der passenden Privaten Krankenversicherung. Genau darum geht es in der Beratung, „nur“ darum den passenden Maßanzug zu finden. Klar ist die Farbe oder der Stoff noch reine Geschmacksache, was nützt das schöne blau aber, wenn er nicht passt?

Diesen Maßanzug zu finden, das genau ist die Aufgabe einer ausführlichen Beratung in der privaten Krankenversicherung, genau das ist das Ziel. Sie sollen sehen, welche Bereiche wichtig sind, welche Kriterien erfüllt sein müssen, um den Anzug passend zu machen.

Möglichkeiten der Auswahl

Einen Anzug können Sie an zig verschiedenen Stellen kaufen. Gehen Sie in ein Kaufhaus und nehmen einen von der Stange. Etwas individueller geht es dann schon in einem kleinen Geschäft, so eines wie Sie es von früher kennen, eines wo der Chef noch persönlich bedient und mit Leib und Seele seine Kunden individuell berät. Dumm nur, wenn der auch die nur die Standardgrößen im Laden hat und diese oft nicht richtig passen. Zu lange Ärmel, zu kurze Beine, ganz nett, aber irgendwie noch sitzt das noch nicht so recht, Sie fühlen sich nicht 100%ig wohl.

„Das lassen wir für Sie ändern.“ schallt es Ihnen vom Chef persönlich entgegen, dann sitzt der wie angegossen.

Und nun denken Sie sich wieder zurück in die Private Kranken-, Pflege- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Genau so eine Auswahl ist dort auch wichtig. Das Kaufhaus, das ist der Test in einer Zeitschrift. Klar kann der Ihnen sagen was ein Tarif kostet, er kann auch einige Leistungen aufzählen und Ihnen den Namen des Herstellers (also der Gesellschaft) nennen. Boss, Armani, Gucci- klingt toll, oder? Blog_Massanzug_Bild_2Passt nur nicht jedem. DKV, Allianz, Debeka, HUK und viele mehr. Klingt auch groß und bekannt, passt aber eben auch nicht jedem. Und so wie der schicke, hippe Designeranzug eben nicht zu jedem nicht ganz so optimalen Sixpack passt, so passt auch der Tarif vom Kollegen, Freund und Bekannten nicht zu Ihnen. Nicht weil der Tarif schlecht ist, sondern weil er nicht zu Ihnen passt.

Maßanzug statt Designerteil

Nachdem Sie sich nun von den Modezeitschriften verabschiedet haben, da irgendwie alles darin für Typen mit idealem Körper gemacht zu sein scheint, dann verabschieden Sie sich auch gleich von den Tests in Finanztest & Co. Denen unterstelle ich zwar nicht, das die Werbung im Heft den Test beeinflusst, oder andere Faktoren den Ausschlag geben, aber leider haben gerade die nicht verstanden wie man testet. Da gewinnen Tarife, welche die selbst gesetzten Kriterien nicht erfüllen, werden im Rahmen der „Finanztest PKV Analyse“ Tarife empfohlen, die Leistungen (mehr …)

03.
April '14

Welche PKV ist gut, welche Gesellschaft soll ich wählen? – Der Weg zur passenden privaten Krankenversicherung (PKV)


Die Frage aus der Überschrift ist wohl die am häufigsten gestellte Frage auf dem Weg zur Privaten Krankenversicherung. Nicht nur Kunden stellen (sich) diese Frage regelmäßig, sondern auch bei Kollegen aus der Versicherungsbranche ist es keineswegs so, dass diese Frage einfach zu beantworten ist.

Anlass für diesen Beitrag ist daher auch eine Frage eines Kollegen in einem geschlossenen Maklerforum, welche ich zum Anlass nehmen möchte, den Weg in die private Krankenversicherung zu erklären und zu zeigen „so schwer ist es nicht, aber es macht Arbeit“, nicht nur für den Berater.

(…) ich beschäftige mich gerade mit dem Thema PKV, da ich aktuell noch gesetzlich versichert bin. Ich habe zwar einen Favoriten für mich, hätte aber gerne noch mehr Input, damit ich nicht einen Anbieter übersehe. Wo würdet Ihr euch aktuell versichern und ich welchem Tarif und warum würdet Ihr diesen Anbieter wählen.

PKV_GKV1

Der Ansatz sich bei Kollegen Hilfe zu holen ist nicht nur richtig, sondern wichtig. Nur mit ausreichender Information lässt sich eine solche Lebensentscheidung zur PKV beurteilen und nur so lassen sich die entsprechenden Fakten sammeln um fundiert eine Auswahl treffen zu können. Das gilt für jeden Kunden genau so und der Kollege ist in dem Fall nichts anderes als ein Kunde für den Versicherer. Daher schauen wir uns einmal die Hintergründe an und betrachten einige wichtige Fragen.

Ist das System überhaupt das richtige für mich?

Die Systeme der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) unterscheiden sich grundlegend. Daher ist es zunächst einmal wichtig die Unterschiede zu kennen und zu wissen, wo die entscheidenden Vor- und Nachteile eines jeden Systems liegen. Das bedeutet auch, das es erst einmal heißt: Lesen, Lesen, Lesen! Eine erste Lektüre findet sich dazu in meinem Leitfaden zur privaten Krankenversicherung.

Weiterhin sollten Sie alles, was Sie an Informationen finden, auch hinterfragen. So werden gesetzliche Kassen eher das „pro GKV und gegen PKV“ darstellen, private Versicherer werden versuchen das System PKV als das „beste und tollste“ hinzustellen. Daher heißt es nicht nur lesen, sondern auch verstehen und hinterfragen.

Dazu kommen noch viele Adresssammler im Internet. Adress… was? werden Sie vielleicht fragen. Nun, dabei handelt es sich um so „tolle“ Seiten, welche Ihnen versprechen ganz schnell einen Vergleich zur PKV zu erstellen und „die PKV schon ab 58 EUR anzubieten„.

Dazu sind noch Fragen zur Familienplanung, der beruflichen Zukunft und vielem mehr zu stellen und zu beantworten. Ich weiss, es ist extrem schwer heute vorherzusagen wie das eigenen Leben in X Jahren aussehen wird. Auch die Mythen „wenn einmal PKV dann immer PKV“ oder „meine Frau muss ich dann ja mit versichern, wenn sie mit den Kindern zu Hause bleibt“ sollten besprochen werden.

Schritt 1 also: Informieren über beide Systeme! Neutral und umfangreich!

Nimmt mich dann ein Versicherer (zu akzeptablen Konditionen) überhaupt?

Auch das ist eine Frage die vorab grob geklärt werden sollte. Weder Ihnen noch dem Berater bringt es etwas, Sie über Wochen zu beraten und sich in das Thema PKV zu knien (ja, es dauert Wochen) um das festzustellen das eine chronische Erkrankung vorliegt oder eine „Ablehnungsdiagnose“ gegen die generelle Aufnahme in die PKV spricht. Dann haben Sie sich zwar fachlich fit gemacht und können nun mehr als viele Berater, aber es nützt ihnen wenig. Daher machen Sie sich schon einmal Gedanken zu diesen Antragsfragen im Rahmen der Vorprüfung und schauen in der Tabelle einmal nach, wie lange die Unternehmen so zurück fragen.

Schritt 2 nun: Ärzte anfragen, Gedanken zu Gesundheitsfragen machen!

Die richtige Gesellschaft? 

Die private Krankenversicherung (PKV) existiert grundsätzlich in zwei Unternehmensformen. Da gibt es die so genannten Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG’s), also eine Art „Verein“ in dem Sie Mitglied sind, entstanden aus Zusammenschlüssen von vielen die sich gegen Gesundheitsrisiken absichern wollten, das schon vor mehr als 100 Jahren.

Die weitere Rechtsform ist die Aktiengesellschaft. Neuer als die VVaG’s und natürlich mit einem Aktionär versehen, der natürlich auch irgendwas von seinem „Investment“ haben will und sein Geld nicht nur aus Spaß dort investiert.

Aber: Keine der beiden Rechtsformen ist grundsätzlich besser oder schlechter, sondern es entscheiden die Gesamtumstände und viele weitere Faktoren. Versuchen Sie bitte auch nicht eine einzelne Kennzahl zu nehmen und von dieser auf das ganze Unternehmen zu schließen. Kennzahlen sind zum einen Momentaufnahmen und zum anderen bilden diese nur (mehr …)

30.
Januar '14

Ich will mich/ muss schnell entscheiden- der falsche Weg in die private Krankenversicherung


Stellen Sie sich vor Sie möchten sich ein Haus kaufen. Derzeit wohnen Sie in einer Wohnung die zwar nicht das Objekt ihrer Träume ist, welche aber durchaus in Ordnung ist, Ihnen ein Dach über dem Kopf bietet, eine funktionierende Heizung, keine Luxus aber im Großen und Ganzen in Ordnung.

Nun kommt jemand der ihnen rät ein Haus zu kaufen. Okay denken Sie das könnte durchaus eine interessante Option sein, denn schließlich können Sie sich ein solches Haus leisten, haben schon das eine oder andere mal darüber nachgedacht und nun ist es da, dass „unschlagbare“ Angebot. Doch die ganze Sache hat (wie so oft im Leben) einen Haken.

„Sie müssen sich schnell entscheiden“,

bis nächsten Montag erwartet der Verkäufer eine Antwort und schließlich wollen Sie nichts verpassen, denn vielleicht gibt es dieses Angebot morgen schon nicht mehr. Wie entscheiden Sie sich?

Was dieses Beispiel mit der privaten Krankenversicherung zu tun hat?

Nun, vor einigen Tagen bekam ich eine Anfrage zur privaten Krankenversicherung und ein Versicherter in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) beabsichtigte in die private Krankenversicherung zu wechseln. Er selbst war über die Jahresarbeitsentgeltgrenze gekommen, nun freiwillig versichert und hatte daher seit Januar die Möglichkeit sich in der PKV zu versichern. (Mehr Informationen zu diesem Thema: Zum Jahresbeginn die Grenze zur freiwilligen Versicherung überschritten- und nun?) Dieser Interessent, nennen wir ihn Herr I. hat zwei Kinder, welche derzeit bei ihm mitversichert sind. Auch diese sollen in die private Krankenversicherung wechseln.

Tarifauswahl_PKV

Herr I. hat sich schon etwas mit dem Thema beschäftigt und den Kriterienfragebogen zur privaten Krankenversicherung auch gleich per E-Mail mitgeschickt. Natürlich ließen sich nicht alle Fragen beantworten, so dass knapp zehn von 24 Fragen nicht beantwortet werden konnten. So war dem anfragenden Herr I. noch nicht klar, was es bei gemischten Anstalten zu beachten gibt, wie sich das genau mit den ärztlichen Honoraren im in-und Ausland verhält und einiges mehr.

Weiterhin fand sich eine für mich interessante Aussage in der Anfrage, diese lautete: „Die Thematik PKV ist für mich relativ neu. Mein Arbeitgeber erwartet bis zum Freitag kommender Woche (die Anfrage war von einem Samstag) eine Entscheidung.“ Ich schlug dem Interessenten vor, in der kommenden Woche einmal ausführlicher zu dem Fragebogen zu telefonieren und (mehr …)