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11.
Juli '16

Bestehenden Schutz in der PKV JETZT überprüfen – So geht’s!


Die private Krankenversicherung passt nicht für jeden. Viele die heute dort versichert sind, die sollten da nicht sein. Klar, Berater, Vertreter und Makler verdienen Ihr Geld damit, das es zu einem Abschluss kommt, dennoch gehört es einfach dazu auch mal „nein zu sagen“, nein wenn es eine offensichtlich falsche Entscheidung ist. Leider passiert es nicht und nicht nur das ist ein Grund für völlig unsinnige Billigtarife in der Privaten Krankenversicherung.

Lesetipp: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Zu der Frage warum Existenzgründer eben gerade nichts in der PKV zu suchen haben (bis auf wenige Ausnahmen) und wer denn nun eigentlich dort gut aufgehoben ist, dazu schreibe ich sicher die Tage noch einmal etwas ausführlicher. Heute geht es aber um einen anderen Punkt.

Leider wird die private Krankenversicherung oftmals noch am Fließband beraten. Auch wenn es vielfach „nicht das Steckenpferd“ des Beraters ist, so wird doch nicht die Kooperation mit einem versierten Kollegen genutzt, sondern schnell mal in die Runde gefragt was denn vermittelbar sei und dem Kunden (völlig ahnungslos oftmals) ein Tarif empfohlen. Auf der anderen Seite merken Kunden erst spät(er) ob der Tarif passt, der Versicherer dem entspricht was die eigenen Vorstellungen waren und sind. Leider wissen viele zudem nicht einmal, was denn die eigenen Vorstellungen sind, denn wenn niemand sagt was es alles am Markt gibt, dann können Sie auch nicht beurteilen ob Ihnen solche Kriterien wichtig sind. Schon lange habe ich für diese „Grundlagenkenntnisse“ einen Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und die Auswahlkriterien zur PKV aufgeschrieben.

Wer erst im Leistungsfall merkt „Oh, mein Tarif war falsch“, der kann oftmals nicht wirklich etwas ändern. Wer aber rechtzeitig noch einmal drauf schaut und sich überlegt ob alles so passt, der kann zumindest noch einiges „glatt ziehen“.

Was tun wenn der bestehende PKV Schutz nicht passt

Das kommt zunächst darauf an wie die Auswahl zu Stande kam, warum es der eine Tarif wurde und was die Alternativen waren. Gerade wenn der Abschluss bei einem Vertreter erfolgte, dann sollte und muss sich jeder klar sein, der hat in der Regel nur die Gesellschaft anbieten, welche er auch vertritt. Eine Ausnahme sind Mehrfachagenten, das ist aber eher eine Seltenheit. Auch ein Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung ist in der Krankenversicherung (wie in anderen Sparten auch) einer Gesellschaft verpflichtet. Für die PKV ist das die Central Krankenversicherung, in der Berufsunfähigkeitsversicherung die Aachen Münchener Lebensversicherung.

Lesetipp: Die unterschiedlichen Beratertypen in der Versicherungsberatung und -vermittlung

Kann ich einen bestehenden PKV Schutz kündigen?

Ja, können Sie, jederzeit und unter Beachtung der vertraglichen Mindestlaufzeiten (Übersicht über Kündigungsfrist und Mindestlaufzeiten) ist eine Kündigung generell mit einer Frist von 3 Monaten zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Bei dem Großteil der Gesellschaften entspricht das Versicherungsjahr dem Kalenderjahr, so ist eine Kündigung also immer bis zum 30. September eines Jahres und dann mit Wirkung zum 01.01. des Folgejahres möglich. Eine solche Kündigung sollte aber niemals voreilig oder „nur mal so“ erfolgen, denn auch wenn eine Versicherungspflicht besteht und somit eine Kündigung vielleicht gar nicht wirksam wird, so gilt das nicht unbedingt für Krankentagegelder und andere Bausteine des Vertrages, also immer genau überlegen.

Tarifauswahl wie bei Neuabschluss

Der erste Schritt ist also immer die Überprüfung des bestehenden Versicherungsschutzes. Eine solche Überprüfung sollte so stattfinden, als würden Sie heute einen ganz neuen Schutz auswählen. Also legen Sie zunächst mit Hilfe des Kriterienfragebogens die Auswahlkriterien fest und überlegen sich dabei, was Ihnen heute wichtig ist. Das kann durchaus etwas anders aussehen, anders als es noch bei Abschluss der Fall war.

Oft höre ich Sätze wie „Aber so viele Fragen hat mir mein Berater bei Abschluss gar nicht gestellt“ und „muss ich das wirklich alles ausfüllen“? Ja, denn die Entscheidung für oder gegen eine PKV, für oder gegen eine Gesellschaft und für oder gegen einen speziellen Tarif ist wie eine Ehe, Sie binden sich an den Versicherer in „guten und in schlechten Zeiten„.

Erst wenn diese Grundlagen feststehen, legen Sie (mit Hilfe eines spezialisierten Beraters) den alten Tarif daneben und überprüfen, welche Leistungen dieser Tarif enthält und welche fehlen oder „überflüssig“ sind. Sollten Sie eine entsprechende Gegenüberstellung von mir wünschen, so schreiben Sie mir hierzu bitte mit Klick auf diese ANFORDERUNG EINES PKV Tarifvergleiches eine E-Mail.

Analyse und Entscheidungsgrundlage

Ist diese Analyse erfolgt, Sie wissen Sie zunächst einmal „wo Sie stehen, wissen also welche Leistungen vielleicht drin sein sollten, es aber nicht sind. Ebenso können Sie einschätzen ob ein solcher Versicherungsschutz etwas ist, mit dem Sie alt werden können und wollen. Ist dem nicht so, so gibt es zwei Möglichkeiten:

Tarifwechsel nach 204 VVG

Das ist immer die erste Überlegung. Wenn nicht ganz gravierende Dinge gegen einen Verbleib bei der Gesellschaft sprechen, so ist ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft die erste Überlegung. Dabei sollte aber auch überprüft werden, wie „safe der Vertrag ist“. Wurden bei Antragstellung alle und damit meine ich wirklich alle nötigen Angaben in den Gesundheitsfragen gemacht? Schlummert hier vielleicht ein Pulverfass was bei der ersten großen Rechnung (und der dann folgenden Prüfung einer Anzeigepflichtverletzung) „hochgeht“? Gehen Sie einmal in sich und überlegen genau welche Angaben erfragt wurden und was eingetragen ist. Hat Ihr Berater lapidar abgewunken und sind Sätze gefallen wie:

„Das brauchen Sie nicht angeben, das ist ja nur Bagatelle“ oder „wenn es ausgeheilt ist, brauchen wir es nicht aufschreiben“ aber auch „freiverkäufliche Medikamente? Die brauchen wir nicht angeben!“

Alle das sind gern gehörte Sätze und diese „brechen Ihnen im Leistungsfall das Genick„. Auch wenn bei der Analyse mit dem Kriterienfragebogen heraus kommt, es fehlen viele Leistungen die Sie (jetzt) gern hätten oder gar Leistungen von denen Sie dachten diese wären im Tarif enthalten, dann sind das eindeutige Anzeichen den Schutz anzufassen und zu reagieren, jetzt, wo Sie es gesundheitlich noch können.

Dabei erheben auch die derzeitigen Versicherer dann für die Mehrleistungen Zuschläge und führen eine Gesundheitsprüfung durch, nichts anderes als bei einem neuen Abschluss passieren würde. Dennoch ist es wichtig eine solche Überprüfung regelmäßig vorzunehmen.

Kündigung und neue Ausrichtung

Manchmal ist es dennoch sinnvoller den Versicherer zu verlassen.

  1. Ja, Sie sind dann ein Jahr älter.

  2. Ja, Sie müssen dann in die Unisextarife, sind vielleicht nicht mehr in den alten Bisextarifen.

  3. Ja, Sie haben nicht mehr das alte Eintrittsalter und Fristen und Summenbegrenzungen beginnen neu.

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16.
Januar '13

Neue Unisextarife der Hanse Merkur Krankenversicherung – oder: Wie kann man bisherige, „komische Regelungen“ noch toppen


Es gibt Gesellschaften welche die neuen Tarife in der Unisexwelt einfach mit einem Punkt, Strich oder weiterem Buchstaben versehen, dann die die wenig bis gar nichts an Ihren Bedingungen ändern und die Tarifbezeichnungen auch nahezu identisch lassen und dann, dann gibt es noch die Hanse Merkur. Die „grünen aus Hamburg“ werfen die kompletten Tarifbezeichnungen über den Haufen und benennen die Tarife um. Damit es überhaupt noch jemand versteht und klar wird, was da genau passiert, hier einmal die alten und neuen Tarife. Rechts finden Sie die neue Tarifbezeichnung, links den Referenztarif in der alten Bisexwelt.

Pauschalleistungstarif ProFit (ASZG) –> AZP
StartFit KVE3 –> KVS1
KV 2 –> KVT2
Stationärtarif PS1 –> PSV
ohne alten Tarif ist der SBE (SB Entlastung im Alter)

Die Leistungen der Tarife VKE, VKEH, KKE und KKEH sind nun in den neuen Tarifen enthalten, schreibt die Hanse in einer Mail an die Softwarhäuser, welche mir vorliegt. Daher werden diese Tarife zukünftig nicht mehr in der neuen Welt angeboten. Neu dagegen ist der SBE Tarif, mit dem kann sich der Kunde eine Minderung seiner Selbstbeteiligung ab dem 65. Lebensjahr erkaufen. Eine Idee die es bei anderen Unternehmen schon gibt, aber hier nicht tarifbezogen ist, sondern generell für alle Tarife mit SB abgeschlossen werden kann. Dabei wird man einmal rechnen müssen, ob und wann sich die Prämien dafür lohnen.

Aufgrund der, aus meiner Sicht weiterhin elementaren Leistungseinschränkungen in den „Start-/ Einstiegstarifen“ soll es hier nur um den „Hochleistungstrarif“ AZP gegen. Beiträge zu den alten Tarifen der Start Fit Serie oder des ASZG finden Sie im Blog)

Locktarif, aus Versehen undeutlich oder vielleicht Absicht? Die versteckten Gefahren im Pro Fit (ASZG) Tarif der Hanse Merkur

Hanse Merkur – Marketingaussagen und Unsinn nach dem Blogbeitrag zum Tarif ASZG (Pro Fit)

“Mir wurde der Wechsel in die Hanse Merkur empfohlen”

Hanse Merkur Start Fit (KVE) – der optimale Schutz wie behauptet?

In der Mail an die Softwaranbieter der Vergleichssoftware heisst es dann weiterhin zu den Tarifkombinationen AZP + PS3:

Selbstbeteiligung 500 EUR oder 1.000 EUR
Pauschalleistung 6 MB (auf den Tarifbeitrag AZP)
Grundlage KVE, Grundlage Maximum aus ProFit und KVFit
Leistungen aus PS3 (stationär) ohne Anrechnung auf Pauschalleistung
Leistungen erfüllen Mindestkatalog PKV Verband
Vorsorge ohne Anrechnung auf Pauschalleistung
Kombinierbar mit SEB und PSV

Interessant sind zu diesen Aussagen dann die Formulierungen in den Bedingungen der einzelnen Tarife.

Glücklicherweise haben die Hilfsmittelregelungen eine Verbesserung erfahren. In den Tarifen findet sich nun eine offenere Formulierung als bisher und es steht geschrieben:

„Hilfsmittel sind technische Mittel und K.rperersatzstücke, die Behinderungen, Krankheits- oder Unfallfolgen ausgleichen oder mildern,
sowie lebenserhaltende Hilfsmittel. Als solche gelten:“ (Tarifbedingungen Punkt 1.5.)

Leider kommt die Ernüchterung ziemlich schnell beim weiteren Lesen. Dort hat der Versicherer dann die folgende Einschränkung eingefügt:

„Anspruch auf Kostenerstattung der Hilfsmittel besteht im Rahmen einer einfachen Standardausführung. Für Krankenfahrstühle (mehr …)

16.
Oktober '12

Hanse Merkur – Marketingaussagen und Unsinn nach dem Blogbeitrag zum Tarif ASZG (Pro Fit)


Es ist kaum drei Wochen her, da schrieb ich zum Thema „Locktarif, aus Versehen undeutlich oder vielleicht Absicht? Die versteckten Gefahren im Pro Fit (ASZG) Tarif der Hanse Merkur“ mit dem Hinweis auf versteckte und meiner Meinung nach intransparente Aussagen in den Tarifbedingungen. Nicht das Sie jetzt denken der Versicherer hätte dazu reagiert und mich vielleicht befragt oder kontaktiert, nein. Ein aufmerksamer Leser des Blogs schrieb mir gestern Abend folgende Mail:

„Hallo Herr Hennig,

ich lese schon seit einiger Zeit mit Interesse Ihre Blogbeitraege, bei denen mir immer die Detailtiefe und die Art gefaellt, in der Sie die Sachverhalte erklaeren. Schon jemanden der sagt, PKV ist nichts fuer jedermann der sparwillig ist, finde … ungewoehnlich, weil ich das bisher so von Maklern nicht kenne.

Ich bin auch einer derjenigen, die den Tarif ASZG haben, weswegen ich natuerlich besonders den Artikel ueber ASZG als Locktarif interessant fand. Wegen der, gelinde gesagt, fuer mich schockierenden Beispielrechnung Ihres Kollegen habe ich mal meinen Makler darauf angesetzt und heute die im Anhang befindliche Stellungnahme der Hanse-Merkur erhalten. Die moechte ich Ihnen nicht vorenthalten 😉

Uebrigens, von so einer Nachzahlung gestundeter Beitraege weiss ich, nur nicht dass diese zurueckgeht, bis zum Beginn der Versicherung. Ist hier eventuell die Rechnung tatsaechlich im Jahr 2006 „entstanden“ und nur einfach 2 Jahre spaeter eingereicht? Dann waere das fuer mich einigermassen nachvollziehbar.

Auf jeden Fall danke fuer Ihren Blog und die detaillierten Beitraege 😉 MfG,“

Doch so sehr ich mich über das Lob gefreut habe, interessanter war der Anhang zu der Mail. Dabei handelte es sich um ein Schreiben der Hanse Merkur, unterzeichnet von dem Produktmanager Hr. R.G. persönlich, in welchem er zu meinem Blogbeitrag Stellung nimmt. Es handelt sich um ein offizielles Schreiben, mit Logo des Versicherers und Unterschrift und ich verlinke es nur deshalb nicht im Ganzen, weil es keine Druckstücknummer trägt und es mir nur „zugespielt wurde“. Dennoch werde ich zu einigen Passagen Stellung nehmen. Das Schreiben gelangte also über den Makler (des anfragenden Kunden) wieder an diesen zurück.

Nicht das man in dem Schreiben auch den Blogbeitrag verlinken würde, nein, man schrieb nur das es einen Beitrag gäbe- nicht das noch einer nachlesen will oder könnte. Neben dem Hinweis auf den Beitrag folgt dann aber gleich ein toller Marketingsatz a la „wir sind toll“. Heißt es doch dort wörtlich:

„Nun muss man wissen, dass es das Produkt ProFit bereits seit 1999 gibt und es, als Spezialprodukt für Angestellte, sehr erfolgreich auch und gerade von Maklern vertrieben wird. Weiterhin ist in diesem Zusammenhang wichtig darauf hinzuweisen, dass die HanseMerkur eine extrem niedrige Beschwerdequote hat.“

Ach stimmt, die Qualität von Leistungen in der Privaten Krankenversicherung messen wir neuerlich daran, wie viele Leute sich über einen Versicherer beschweren, das wusste ich bisher nicht und werde dieses bei meiner zukünftigen Beratung wohl berücksichtigen, oder besser doch nicht. Die Schlussfolgerung daraus ist (laut dem Schreiben), „das die Kunden der HanseMerkur offensichtlich mit ihrer privaten Krankenversicherung sehr zufrieden sind

Doch es wird noch interessanter, denn im folgenden Absatz heisst es dann dazu:

„Der Autor des Artikels weist an der einen oder anderen Stelle darauf hin, dass sich ihm gewisse tarifliche Regelungen des Pro Fit nicht erschließen. Das ist grundsätzlich erst einmal nicht schlimm, denn in einem solchen Fall kann man ja einfach mal fragen.“

Was glaubt die HanseMerkur eigentlich wer sie ist? Natürlich kann ich von einem Versicherer nicht erwarten, seine Bedingungen so zu formulieren das auch ein Laie diese versteht, wenn schon Makler ein Problem damit haben und selbst das Servicecenter telefonisch auf Nachfrage bestätigt, dass es „immer mal wieder“ Probleme mit derlei Rückforderungen gibt. Es ist auch schlichtweg der Kunde der „ja nachfragen kann“ wenn er schon etwas nicht versteht, schließlich ist er es ja auch, der das Produkt „nur gekauft hat“. Doch weiter im Text dieses spannenden Schreibens, wo es dann heißt:

„(…) Aus buchhalterischen Gründen wird diese Pauschalleistung praktischerweise direkt von der Beitragsforderung abgezogen. Damit wird verhindert, dass auf der einen Seite der volle Beitrag (…)“ und weiter „anders als im Artikel vermutet wird, geht man bei Pro Fit natürlich nicht davon aus, dass der Kunde nie Rechnungen einreicht. Wenn es zum Leistungsfall kommt, ist die Regelung recht einfach. (…) hat der Kunde ein Hochleistungsprodukt ohne Selbstbeteiligung.

Stimmt natürlch. Hochleistungstarife sind natürlich unterschiedlich, je nach Blickwinkel des Betrachters und so müssen diese auch keine klaren Auslandsregelungen haben, müssen nicht die optimalen Regelungen bei den Arzthonoraren haben, auch ein offener Hilfsmittelkatalog ist natürlich nichts, was man bei einem „Hochleistungsprodukt“ erwarten würde und weil der Tarif so „hochleistungsfähig“ ist, kann man auf Regelungen zur Umwandlung in Zusatzversicherungen auch gleich verzichten, denn raus will der Kunde da ja eh nie wieder. Das muss mir in den letzten Jahren bei den Beratungen wohl irgendwie entfallen sein. Aber sei es drum, weiter im Text. Interessant wird es bei der Erwähnung der steuerlichen „Vorteile“. Da heißt es dann genau:

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20.
September '12

Locktarif, aus Versehen undeutlich oder vielleicht Absicht? Die versteckten Gefahren im Pro Fit (ASZG) Tarif der Hanse Merkur


Es gibt so Tarife in der privaten Krankenversicherung (PKV) da fragt man sich immer: „Hat da einfach nur der Aktuar geschlafen?“, „Der Vertrieb all seine Wünsche durchgesetzt?“ oder ist das alles Absicht und Methode um es für den Kunden so undurchsichtig als möglich zu machen?

Einer dieser Tarife, welcher immer wieder mal zu Problemen bei der Kündigung (sei es wegen eingetretener Versicherungspflicht, oder weil der Kunde sich doch anders entschieden hat) führt, ist der Tarif ProFit (ASZG) der Hanse Merkur Krankenversicherung.  was genau jedoch so besonders an diesem Tarif ist, und wo die versteckten Gefahren lauern, das schauen wir uns einmal an einem konkreten Beispiel an.

Wie funktioniert die private Krankenversicherung und der Arbeitgeberzuschuss?

Generell ist es erst einmal so, dass der Arbeitgeber sich gemäß Paragraph 257 SGB V an dem Aufwand für die private Krankenversicherung zur Hälfte beteiligt.  Nach oben hin ist dieser Zuschuss jedoch auf den maximalen Arbeitgeberzuschuss begrenzt. Dieser ändert sich im gleichen Verhältnis wie die Beitragsbemessungsgrenze und wird daher auch im Januar 2013 wieder angepasst. (–> Blogbeitrag Arbeitgeberzuschuss 2013)

Nehmen wir nun einen Beispieltarif, der mit einem Monatsbeitrag von 500 € zu Buche schlägt, so erhält der Versicherte einen monatlichen Arbeitgeberzuschuss von 250 €. (Vereinfacht betrachten wir nur die reine Krankenversicherung und lassen Bausteine wie die Pflegepflicht-und Pflegeergänzungsversicherung unberücksichtigt.  Das ist somit noch ganz einfach nachzuvollziehen, und Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer teilen sich den Krankenversicherungsbeitrag.

Doch vor einigen Jahren glaubten einige Versicherer sie müssen nun etwas besonders „innovatives“ erfinden und auf den Markt bringen, und so entstanden Tarife die unter anderem auch beworben wurden mit den Worten „Die private Krankenversicherung-für den Arbeitnehmer kostenfrei“.

Doch schauen wir uns einmal an, wie das in der Praxis überhaupt funktionieren soll. Wie kann es sein, dass ein Krankenversicherer eine Leistung verspricht und zudem das ganze noch kostenfrei für den Arbeitnehmer? Die Erklärung finden wir im Tarif AS ZG der Hansen Merkur Krankenversicherung. Der Hamburger Versicherer hat sich also überlegt, wie man den Arbeitgeber noch mit mehr als 50 % an dem Beitrag beteiligen kann. Und so entstand ein Modell, welches wie folgt aussieht.  Der Beitrag zur Krankenversicherung beträgt auch in diesem Fall 500 €. Der Arbeitgeber beteiligt sich auch hier mit 250 €, somit ist erst einmal kein unterschied zu den „normalen Tarifen“ festzustellen. Da der Versicherer aber davon ausgeht, dass der Kunde leistungsfrei bleibt und somit keinerlei kosten bei dem Unternehmen einreicht, gibt der Versicherer schon einmal den halben Beitrag als Bonusleistung zurück. Warum ich eine Krankenversicherung abschließen sollte, wenn ich doch sowieso davon ausgehen die Leistungen in Anspruch zu nehmen, erschließt sich mir leider noch nicht.

Dieser Beitrag wurde also gar nicht mehr vom Versicherten abgebucht, (mehr …)

11.
September '09

Beitragsrückerstattung – oder – wozu will ich meine Krankenversicherung haben?


Hier hatte ich bereits über die Beitragsrückerstattung als (vermeintliches) Kundenbindungsprogramm geschrieben. Die Beitragsrückerstattung wird bei vielen Interessenten immer noch als entscheidendes Kriterium genutzt um sich für oder gegen einen Versicherer zu entscheiden.

Klar ist es schön wenn man am Jahresende einen Betrag X vom Unternehmen erstattet bekommt, schließlich war man das ganze Jahr leistungsfrei und hat somit auch kein „Geld gekostet“. Dieses ist zwar richtig, doch sollte sich der Interessent fragen: „Wozu kaufe ich einen guten Tarif und saubere Bedingungen?“

Nein, nicht weil ich eine hohe Rückerstattung will wenn ich eh gesund bin, sondern dafür, das die für mich wichtigen, und existenzbedrohenden Kosten aufgefangen werden und mir ein hohe Leistung ermöglichen. Wann bekomme ich die Rückerstattung? Wenn ich gesund bin, richtig!

Dabei muss zunächst unterschieden werden zwischen der erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattung (eBR) und der garantierten Beitragsrückerstattung. Die erstgenannte ist vom Erfolg des Versicherers abhängig und eben nicht garantiert. Also kann eine Rückerstattung von heute bis zu 5 Monatsbeiträgen theoretisch morgen auch 1 MOB oder 0 sein, es besteht keine Garantie. Weiterhin sollten Sie darauf achten, was als Berechnungsgrundlage herangezogen wird. Von „nur ambulanter Tarif“ über „ambulant und stationär“ bis hin zu 75% des Zahlbeitrages sind verschiedene Modelle vorhanden. ZIEL des Versicherers ist, sich die „kleinen Rechnungen vom Hals zu halten“ und damit Kosten zu reduzieren, denn natürlich werden Sie bei einer möglichen Rückerstattung von 1000 EUR Rechnungen bis zu diesem Betrag nicht einreichen.

Bei der garantierten Beitragsrückerstattung oder auch Pauschalleistung genannt, sieht es anders aus. Hier garantiert der Versicherer eine bestimmte Höhe der Erstattung und hat diese fest kalkuliert. Natürlich auch vor dem Ziel seine Kosten zu reduzieren. Es gibt Unternehmen die einem 5 Monatebeiträge garantieren (Central) und einen weiteren als eBR ausweisen. Damit wird versprochen, dass Sie bei 6 Monatsbeiträgen Rückerstattung quasi als Angestellter eine PKV für 0 EUR hätten, denn die zweite Hälfte zahlt der Arbeitgeber. Das ist natürlich zum eine sehr „vorteilhaft dargestellt“, zum anderen ist es meines Erachtens Unsinn- oder warum haben Sie sich für einen Krankenversicherungsschutz entschieden? Wegen der Rückzahlungen- dann machen Sie bitte einen Sparvertrag.

Ein anderes Unternehmen (Hanse Merkur) spricht von einer Pauschalleistung. Diese wird sogar schon vom Betrag der abgebucht wird gleich abgezogen und nicht erst, wie üblich, im Folgejahr erstattet. Hier ist nur rechnerisch der Beitrag höher um ihn dann wieder künstlich zu vermindern und in den Genuss eines höheren Arbeitgeberzuschusses zu kommen. Ist das fair? Das mag jeder für sich allein beurteilen.

Bevor Sie sich also entscheiden, prüfen Sie bitte die genauen Modalitäten. Es gibt eben Modelle wie das letztgenannte, wo sogar Rückzahlungen/Vertragsstrafen“ fällig werden wenn Sie den Vertrag kündigen oder dann eben doch Leistungen nutzen. Dann erfolgt eine entsprechende Beitragsveränderung.

Wenn dann solche Tarife noch im unteren Drittel des Leistungsspektrums des Marktes stehen- welche Gründe sprechen dafür? Entscheiden Sie selbst und glauben nicht das, was bunte Prospekte und schillernde Werbung ihnen Glauben machen will.

Weiterlesen: Auswahlkriterien zur PKV