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28.
Januar '14

Erstattung von Medikamenten in der privaten Krankenversicherung – was ist mit Internet- und Versandapotheken? Was muss ich beachten?


In der privaten Krankenversicherung gibt es immer mal wieder Fragen meiner Kunden zur Erstattungsfähigkeit von Medikamenten und der Frage wie und wann diese eingereicht werden können. Daher habe ich mich entschlossen hier einmal wichtige Punkte zu diesem Thema zusammenzufassen und offene Fragen zu beantworten.

Wenn Sie eine spezielle Frage haben oder weitere Erläuterungen benötigen, so können Sie dieses gern in den Kommentaren vermerken und ich ergänze diesen Beitrag entsprechend.

Welche Medikamente werden in der privaten Krankenversicherung erstattet?

Zunächst einmal hängt eine Erstattung und deren Höhe unter anderem davon ab, welche Leistungen in Ihrem Tarif versichert sind. Daher ist es wichtig bei der Auswahl der privaten Krankenversicherung und des jeweiligen Tarifes die Auswahlkriterien genau zu überdenken. Weiterhin enthalten die Allgemeinen Versicherungsbedingungen zunächst einmal eine grundsätzliche Regelung zur Erstattungsfähigkeit von Medikamenten, diese lautet:

(3) Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel müssen von den in Abs. 2 genannten Behandlern (Anm. Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker) verordnet, Arzneimittel außerdem aus der Apotheke bezogen werden.

Die oben genannte Regelung enthält zwei wichtige Kriterien für die Erstattungsfähigkeit der Medikamente. Zum einen müssen diese von einem Versicherten Behandler verordnet und zum anderen aus der Apotheke bezogen werden. Für die private Krankenversicherung bedeutet das dann, der Versicherer muss erkennen können vorher und aufgrund welcher Diagnose die Verordnung kam. Dieses ist schon deshalb notwendig um zu überprüfen ob das Medikament für den Versicherten ist. Allein die Einreichung einer Rechnung der Apotheke ist daher (auch wenn dort der Name des Patienten drauf stehen würde) nicht ausreichend. Es könnte sonst passieren dass jemand zum Beispiel ein Erkältungsmittel in der Apotheke geholt und dieses jemand anders aus der Familie einnimmt.

Welche Unterlagen reiche ich dann bei der Versicherung ein?

Hier gibt es je nach Gesellschaft teilweise abweichende Regelungen, generell gilt aber das aus der eingereichten Rechnung die Information zur Verordnung und zu Diagnose hervorgehen müssen. Wenn der Arzt also auf dem grünen Rezeptformular die Diagnose bereits mit angibt, so reicht es dieses Rezept (wenn die Apotheke auch den Preis darauf gedruckt hat) einzureichen. Ist dieses nicht der Fall und der Arzt hat die Diagnose auf dem Rezept vergessen/oder gibt diese generell nicht darauf an, dann sollten Sie die jeweilige Arztrechnung zusammen mit dem Rezept einreichen.

Daraus kann der Versicherer dann erkennen welche Diagnose zu dem entsprechenden Rezept gehört. Bei Patienten welche dauerhaft Medikamente aufgrund einer chronischen Erkrankung bekommen ist dieses in der Praxis meist nicht mehr nötig da der Versicherer die Grunddiagnose bereits aus vorangegangenen Rechnungen kennt.

Medikamente_1

Kann ich mir selbst Medikamente kaufen ohne vorher beim Arzt gewesen zu sein?

Wie oben auf dem Bild zu erkennen (dieses stammt jedoch aus den vereinigten Staaten) gibt es immer mehr Medikamente, welche auch ohne Verordnung durch den Arzt gekauft werden können. Diese so genannten rezeptfreien Medikamente müssen in Deutschland in der Apotheke bezogen werden, im Ausland gilt dieses auch einfach im Supermarkt.

Wer sich so ein Medikament kauft, der wird dieses jedoch nicht bei der privaten Krankenversicherung einreichen können. Die Erklärung dafür ist relativ einfach, denn es fehlt (mehr …)