Artikel mit ‘Antragsunterlagen’ getagged

10.
Oktober '12

Anonyme Voranfragen – ich will nicht in einer Datei gespeichert werden


In der täglichen Beratungspraxis erreichen mich immer wieder Anfragen wie diese:

„Bieten Sie auch Anonyme Risikovoranfragen bei ausgewählten Versicherungen an? Hintergrund ist, dass ich ungern in einer Datendatei gespeichert werden möchte.“

Was genau ist aber dran an dieser „anonymen Datenspeicherung“ und existiert eine solche Datei überhaupt? Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst einmal klar sein, wann und zu welchem Zweck solche Voranfragen überhaupt gestellt werden und welche Ziele damit verfolgt wird. Die Voranfrage oder die „Risikovorprüfung“ ist die Vorstufe zu einem Antrag in der Personenversicherung. Dabei soll das Risiko eingeschätzt werden, zu welchem ein bestimmtes Risiko (zum Beispiel: der Wunsch nach einer Berufsunfähigkeitsrente, die Absicherung in einer Krankenversicherung) versichert werden kann.

Was genau ist die Voranfrage und wann sollte man eine solche stellen?

Anders als bei dem Antrag, welcher den Abschluss einer entsprechenden Versicherung zum Ziel hat, zielt die Voranfrage erst einmal darauf ab zu prüfen wie eine Person versichert werden kann. Zuerst informiert sich der Kunde mit Hilfe seines Beraters über den passenden Tarif und die passende Gesellschaft. Bevor er nun einen Antrag stellen kann, welcher vielleicht negativ oder mit einem (hohen) Risikozuschlag belegt wird, stellt der Berater eine entsprechende Voranfrage. Durch die Prüfung dieser Voranfrage kann der Versicherer entscheiden, wie genau er das Risiko versichern möchte, oder ob er noch weitere Unterlagen zur Prüfung benötigt. Anders als bei einem Antrag müssen hier noch nicht alle persönlichen Daten übermittelt werden. In der Risikovoranfrage geht es in den meisten Fällen auch zunächst nur um die Einschätzung des gesundheitlichen Risikos.

Antrags- vs. Invitatiomodell

Früher, also bevor derzeitige Fassung des Versicherungsvertragsgesetzes in Kraft trat, wurden meistens Anträge gestellt und diese bei „zum negativen Einschätzungen“ einfach später nicht angenommen. Das bedeutet also, dass der Kunde das Angebot des Versicherers (mit einem entsprechenden Zuschlag oder Leistungsausschluss) nicht akzeptiert hat. Durch die gesetzlichen Änderungen, kann der Kunde heute zwischen 2 unterschiedlichen Varianten wählen. Bei dem so genannten „Antragsmodell“ stellt der Kunde nach wie vor einen Antrag mit den vollständigen persönlichen Daten, der Versicherer prüft das Risiko und zeichnet den Antrag. Im so genannten „Invitatiomodell“ will der Kunde aber gar keinen Antrag stellen, sondern fordert von dem Versicherer die Abgabe eines Angebotes an. Dabei werden auch hier entsprechende Daten an den Versicherer übermittelt. Nach einer erfolgten Risikoeinschätzung gibt der Versicherer dann ein verbindliches Angebot ab, welches der Kunde annehmen kann.

Welche Daten werden gespeichert und ist das negativ?

Stellt ein Kunde nun einen Antrag, zum Beispiel für eine Absicherung bei eintretender Berufsunfähigkeit, so kann der Versicherer diesen Antrag nach Prüfung eben auch ablehnen oder mit einer Erschwernis (Zuschlag oder Leistungsausschluss) annehmen. In einem später gestellten neuen Antrag wird aber unter Umständen nach bereits ausgesprochenen Ablehnungen oder Erschwernisannahmen gefragt. Um hier nicht von vornherein Angaben machen zu müssen, welche vielleicht negativ auf die neue Annahmeentscheidung wirken, versuchen Kunden möglichst keinen Antrag zu stellen. Denn wenn kein Antrag gestellt ist (sondern nur eine Voranfrage) ist diese eben bei einer Frage nach abgelehnten Anträgen auch nicht anzugeben.

In der Lebensversicherung existiert eine entsprechende (mehr …)

09.
Mai '11

Zusatzfragebögen zur Antragstellung bei der RuV Krankenversicherung


Im Downloadbereich dieser Seite finden Sie seit langem einen ständig wachsenden Bereich mit Antragsformularen und weiteren Zusatzfragebögen. Dieser dient insbesondere dazu, Ihnen die Möglichkeit zu geben, die Art und den Umfang der Fragebögen zu erkennen und ggf. vorher weitere Informationen bei Ihrem Arzt einzuholen.

Der Arzt muss Ihnen eine solche Auskunft erteilen. Warum das so ist, lesen Sie hier bitte nach: Erhalte ich beim Arzt Auskunft?

Der Downloadbereich ist nun erneut gewachsen. Neben den Antrags- und Zusatzformularen des Deutschen Rings, der Alten Leipziger, der Axa und Barmenia, der Continantelen, Halleschen und der Gothaer, der Mannheimer, Skandia und Universa, sind nun umfangreiche Unterlagen der RuV Krankenversicherung enthalten. Dort finden Sie nicht nur den Antrag und Unterlagen zu einer (eventuell nötigen) ärztlichen Untersuchung, sondern auch Zusatzfragebögen zu diversen Erkrankungen.

17.
Dezember '10

Voranfrage oder Antrag? Der richtige Weg zur passenden PKV


Da haben Sie sogfältig den Leitfaden gelesen, sich mit dem Kriterienfragebogen zur Privaten Krankenversicherung (PKV) beschäftigt und sich nun in Ruhe entschieden die gesetzliche Krankenkasse (GKV)zu verlassen und sich privat krankenversichern zu wollen.

Doch nun stellt sich die große Frage, wie geht das eigentlich? Wie läuft es ab und was ist zu beachten?

Entscheiden müssen Sie sich, gemeinsam mit Ihrem Berater, über den Weg zum Vertrag. Der 1. ist eine direkte Antragstellung, der 2. ist ein kleiner „Umweg“ und beginnt mit einer Voranfrage. Doch wie genau kommt es nun dazu?

Vorbereitung:

1.) Tragen Sie alle Daten zusammen, die Ihre Gesundheit der letzten 10 Jahre betreffen. (Die Fristen sind unterschiedlich lang bei den Unternehmen. Dabei wird auch zwischen ambulanten, stationären und psychotherapeutischen Behandlungen unterschieden und die Fristen sind unterschiedlich.) Dazu erhalten Sie auch von Ihrem Arzt Auskunft. Weigert sich der Arzt, so weisen Sie ihn auf seine ärztliche Auskunftspflicht gemäß Berufsordnung hin.

2.) Besorgen Sie sich (falls es sich um chronische Erkrankungen -Allergien, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen etc) handelt, aktuelle Werte und einen aktuellen Befund.

3.) Falls Sie im Krankenhaus waren, eine Reha- oder Kurklinik aufgesucht haben, so benötigen Sie in jedem Fall einen Operations-, Entlassungs- oder Kurbericht.

4.) Bei Vorerkrankungen nutzen Sie bitte in jedem Fall für ergänzende Angaben auch die Fragebögen. Diese finden Sie, nach Erkrankungen sortiert, auch im Downloadbereich.

Nachdem Sie all diese Informationen nun haben, unterscheiden wir nun zwischen Antrag und Voranfrage.

Weg 1, Der Antrag:

Sie schauen sich zunächst die Antragsformulare an. Dort fragt der Versicherer nach Beeinträchtigungen, Untersuchungen, Behandlungen und vielem mehr.

Für eine Antragstellung ist in der Regel keine Gesundheitsprüfung, sondern das Beantworten eben solcher Fragen nötig. Dabei sollten Sie darauf achten, alle Fragen richtig und vollständig zu beantworten.

Laden Sie sich das entsprechende Antragsformular aus dem Downloadbereich herunter und füllen Sie alle Daten und relevanten Felder aus. Unterschreiben Sie bitte JEDE Seite des Antrages, auch wenn dort kein spezielles Feld vorhanden ist. Im Original handelt es sich um bedruckte Rückseiten, hier bestätigen Sie mit der Unterschrift auch die Kenntnis dieser Seite.

Dann senden Sie mir den Antrag (nebst Befunden und Fragebögen) bitte gescannt per E-Mail oder per Fax. Bei Rückfragen sprechen wir dann vor Antragstellung darüber.

Weg 2, Die Voranfrage und erst dann zum Antrag:

Anders als bei einer Antragstellung wird hier eine unverbindliche Antragsprüfung durchgeführt und der Versicherer entscheidet dann, unter welchen Bedingungen er einen Versicherungsschutz anbieten will/ kann.

Anders als bei dem Antrag kommt hier durch die Antwort des Unternehmens KEIN Versicherungsschutz zustande. Der Versicherer prüft zunächst das Risiko und fordert ggf. weitere Unterlagen an, oder hat Rückfragen.

Diese Variante eignet sich für jeden, der Vorerkrankungen und Einschränkungen hat, welche zu einem Zuschlag oder einer nicht mehr „glatten“ Annahme führen. Dabei ist nur eine Seite aus dem Antragsformular nötig. Das ist die, mit den gesundheitlichen Angaben. Diese tragen Sie bitte (wie bei der Antragstellung auch) in die Felder ein und senden mir diese Voranfrage mit allen erforderlichen Unterlagen zurück.

Nachdem uns dann der Versicherer die Einschätzung und die Höhe des Risikozuschlages mitgeteilt hat, entscheiden wir gemeinsam welche Variante sinnvoll und angemessen ist. Dann kann ein entsprechender Antrag gestellt werden und der Ablauf beginnt wie oben unter „Weg 1“ beschrieben.

Zusammenfassung:

Sind Sie gesund und haben außer Vorsorge, Erkältungen und grippale Infekte keine weiteren Einschränkungen zu vermelden, so können Sie (wenn Ihre Entscheidung zu Gesellschaft und Tarif fundiert und in Ruhe gefallen ist) direkt einen Antrag stellen. Eine Voranfrage würde keinen Sinn machen, da es sich um eine „normale“ Annahme (also ohne Zuschläge und Einschränkungen) handelt.

Gibt es Vorerkrankungen und/ oder Einschränkungen, Behinderungen oder Folgen von Behandlungen, so stellen Sie bitte keinen Antrag, nur eine Voranfrage. Dieses stellt sicher, das „kein abgelehnter Antrag“ bei der nächsten Antragstellung angegeben werden muss. Oftmals führt dieses zu neuen Einschränkungen.

27.
August '10

Gothaer Krankenversicherung verkürzt Abfragezeitraum bei Psychotherapie


Vor gar nicht so langer Zeit galt alles was mit Psyche, Psychosomatik und dergleichen zu tun hat als absolutes K.O. für (fast) jeden Krankenversicherer. Auch damals gab es durchaus Möglichkeiten den Versicherungsschutz trotz Psychotherapie zu bekommen, allerdings nicht ohne Ausschlüsse und meist nur in Gruppenverträgen.

Nachdem die AXA Krankenversicherung im letzten Jahr die Abfragezeiträume in den Anträgen von 10 auf 3 Jahre verkürzt hat, geht auch die Gothaer Krankenversicherung einen ähnlichen Weg.

In dem bisherigen Antragsformular (Druckstück AN 204734, Stand 2008) der Gothaer fand sich zur Psyche folgende Frage:

Fanden Behandlungen, Untersuchungen (hierzu zählen auch Kontrolluntersuchungen aufgrund Vorerkrankungen), Beratungen oder Operationen statt bzw. sind solche beabsichtigt oder angeraten? (…) c) in den letzten 10 Jahren durch Psychotherapeuten oder Psychiater

Nun, im neu eingeführten Universalantrag (204734_20100801, Danke Kollege König für den Tipp) sieht es anders aus. Dort wird nun gefragt:

Fanden in den letzten 5 Jahren Behandlungen, Therapien/Gesprächstherapien, Untersuchungen oder Beratungen aufgrund psychischer oder psychosomatischer Erkrankungen/Störungen statt oder sind solche angeraten oder beabsichtigt?

Die Frage ist detaillierter geworden, jedoch hat sich der Abfragezeitraum halbiert. Für Personen die den Weg in die Private Krankenversicherung (PKV) gehen wollen oder bisher vergeblich gehen wollten, ergibt sich hier vielleicht ein neuer Ansatzpunkt. Das jedoch nur dann, wenn die Auswahkriterien der Tarife passen und den eigenen Ansprüchen entsprechen.

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