Artikel mit ‘Antragsformular’ getagged

07.
April '15

Antragsfristen in Versicherungsanträgen? Kalenderjahre oder genau rechnen? Wie Sie nichts vergessen lesen Sie hier!


Antragsfristen sind eine wichtige Sache. Gerade bei den Angaben zur eigenen Gesundheit muss man schon deshalb sehr genau und vorsichtig sein, um die Gefahr einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung (–> Was ist das?) zu entgehen und somit seinen Versicherungsschutz zu gefährden. Um einen Verlust des Versicherungsschutzes nicht zu riskieren, sind die Fragen im Antrag genau zu beantworten. Daher sind die Fragestellungen so wichtig und es gilt: Nicht mehr angeben wie der Versicherer gefragt hat, aber die gestellten Fragen genau zu beantworten. Bisher dachte ich es wäre klar, da las ich in einem internen Forum eine Frage und musste zweimal hinschauen ob es sich um einen Aprilscherz handelt, war aber nicht mehr der 1. April.

Wie berechnet Ihr bei einem Abfragezeitraum von 5 Jahren in der BU/ EU für Vorerkrankungen die Frist: Wäre Stand heute (3.4.2015) der Zeitraum der vollen bzw. angefangenen Jahre 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 ( = 5 Jahre) umfasst? Oder der Zeitraum 4.4.2010 bis 3.4.2015 (60 Monate = 5 Jahre) oder der Zeitraum 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 ( = 5 volle Jahre). Ich habe dazu in den Bedingungen und der Rechtsprechung nix gefunden …

Natürlich gibt es dazu keine generelle Aussage in den Bedingungen oder in der Rechtsprechung (wobei es hier durchaus in Urteilen nachzulesen ist), denn die Fragen sind doch eindeutig, dachte ich zumindest bis heute. Anscheinend ist dem nicht so und daher einmal zur Erklärung. Wenn Antragsfragen nach „3, 5 oder auch 10 Jahren“ fragen, dann sind diese auch genau so zu verstehen.

Antragsfragen Fristen

Es geht bei der Frage nach „Erkrankungen der letzten 5 Jahre“ eben auch genau um die letzten 5 Jahre. Da steht nichts von Kalenderjahren oder sonstigen Einschränkungen. Waren Sie also vor X-Jahren und einem Tag das letzte Mal bei einem Arzt, so fällt es nicht mehr in die Frage und ist nicht anzugeben. Dabei ist das Kalenderjahr egal. Das ist einer der Gründe warum es sinnvoll sein kann, noch einige Tage zu warten.

Aber Achtung! Bitte immer die Fragen genau lesen. Ist dort nach Folgen oder dergleichen gefragt und gab es Folgen von Erkrankungen oder sind körperliche oder geistige Einschränkungen zurück geblieben, so können diese auch außerhalb solcher Fragen angabepflichtig sein. Schauen wir uns doch dazu einmal einige Beispiele an:

Wurden innerhalb der letzten 5 Jahre derartige Anträge zu erschwerten Bedingungen angenommen (z. B. Zuschläge, Leistungsausschlüsse), zurückgestellt oder abgelehnt? (Alte Leipziger BU Antrag)

Ganz eindeutig- 5 Jahre! Wurde der Antrag in unserem Beispiel am oder vor dem 9.4.2010 abgelehnt, so ist dieses nicht anzugeben, danach schon. Auch wenn aufgrund der Ablehnung nach 12 Monaten ein weiterer Versuch gestartet wird und der Versicherer schreibt „es bleibt bei der Ablehnung vom …, auch dann sehe ich durchaus eine weitere Ablehnung die auch anzugeben wäre.

3. Besteht eine HIV-Infektion?
4. Werden regelmäßig Arzneimittel eingenommen? (Barmenia KV Antrag)

Auch hier ganz eindeutig. Ungeachtet aller Fristen sind die Fragen ohne zeitlichen Bezug. Regelmäßig bei den Arzneimitteln ist schon wieder „Auslegungssage“. Ist es regelmäßig, wenn der Patient bei Kopfschmerzen einmal die Woche ein Medikament nimmt? Sicher. Doch ist es das auch, wenn er alle vier Wochen mal eine Tablette nimmt? Hierzu sind sich auch die Gerichte nicht pauschal einig und dieses ist sicher von der Gesamtsituation abhängig. Generell gilt aber, zur Sicherheit lieber angeben. Dagegen ist die folgende Fragestellung schon eindeutiger:

3. Nehmen Sie derzeit oder nahmen Sie innerhalb der letzten 2 Jahre länger als 2 Wochen Medikamente? (Bitte geben Sie auch nicht verordnete Medikamente an.) Wenn ja, Name der Medikamente, wann und wie oft eingenommen:

Klare Frage. „Länger als 2 Wochen“ ist ein genauer und erfassbarer Zeitraum und zudem wird klargestellt, auch nicht verordnete Medikamente sind anzugeben. (Condor LV Antrag)

Doch es geht auch deutlich schwammiger. Was halten Sie von folgender Frage?

6 Bestehen Krankheiten, Unfallfolgen, körperliche oder geistige Schäden bzw. Anomalien (wie z. B. Herzfehler, psychische Störungen, Nervenerkrankungen, Augenerkrankungen, Schädigung des Bewegungsapparates, Stoffwechselstörungen usw.), die zu den bisherigen Gesundheitsfragen noch nicht angegeben wurden? (Debeka PKV)

Und? Für viele Antragsteller wird diese Frage niemals richtig und vollständig zu beantworten sein. Auch wenn die Beispiele in der Klammer eher von „schwereren“ Erkrankungen ausgehen, so scheint es zumindest, sind auch andere Einschränkungen anzugeben. Sie stottern? Geben sie es an, denn es ist ganz klar und eindeutig ein körperlicher oder geistiger Schaden, oder eine Folge von Krankheiten oder Unfällen. Mit dieser Frage hält sich der Versicherer alles offen und ist m.E. ein NO-GO. Keine zeitliche Befristung, keine Eingrenzung auf bestimmte Schnurgerade und „alles was noch nicht angegeben wurde“. Wie soll man sowas sauber und klar beantworten?

Generell gilt:

Fragen sind das Entscheidende und sichern oder verhindern den späteren Versicherungsschutz und dann? Dann ist es nicht mehr zu korrigieren, hat hohe Zuschläge oder den Rauswurf zur Folge. Daher immer genau lesen, an Spezialisten wenden und im Rahmen von anonymen Voranfragen die Risiken einschätzen lassen. Nur weil man etwas angeben muss wird man nicht abgelehnt.

Eine Übersicht über die unterschiedlichen Antragsfristen finden Sie in meiner Tabelle zu Abfragezeiträumen in der PKV

10.
Februar '12

Axa Krankenversicherung mit neuem Antrag für die Vollversicherung – Änderungen bei den Gesundheitsfragen


Auch die Axa Krankenversicherung ändert (mal wieder) das Antragsformular zur Beantragung einer Krankenversicherung. Dabei ändern sich einige der Gesundheitsfragen und somit vermutlich auch die ein oder andere Risikoentscheidung.

Der Versicherer reagiert damit auf aktuelle Entwicklungen und eigene Erfahrungen bei der Leistungsinanspruchnahme.

In der Frage 2 hieß es im alten Antragsformular:
2. Bestehen oder bestanden in den letzten 3 Jahren Krankheiten, Anomalien, Behinderungen, Fehlstellungen,Fehlbildungen oder Funktionsbeeinträchtigungen (z. B. auch Augenerkrankungen)?

Im neuen Formular fehlt nun die Einschränkung auf die 3 Jahre. Es wird nun gefragt:

2. Bestehen Krankheiten (z. B. auch Augenerkrankungen), Behinderungen, Fehlstellungen, Fehlbildungen oder Funktionsbeeinträchtigungenauch wenn sie derzeit nicht behandelt werden?

Die Fragestellung allein ist eine deutliche Verschlechterung für den Kunden. Dabei werden nun auch nicht behandelte Erkrankungen einbezogen, ebenso ist es eine zeitlich offene Frage. Das bedeutet auf der anderen Seite für den Versicherer eine umfangreichere Information, für den Kunden aber einmal mehr die Gefahr einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht.

In den folgenden Fragen kommt es ebenfalls zu Veränderungen. So wird die Frage 3 mit einem Zusatz versehen, welche sich nicht nur auf Behandlungen durch Ärzte, sondern auch

„durch Ärzte oder andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen statt?“

bezieht. Auch hier wieder eine klare „Mehrinformation“ für den Versicherer, wenn auch eine klare Aussage für den Kunden. Die generellen Fristen von 3 Jahren ambulant und 5 Jahren stationär sind geblieben, jedoch auch hier die Erweiterung auf die Frage der Medikamente. Regelmäßige Einnahme bedeutet für die Axa mehr als 10 Tage hintereinander. Auch hier die Erweiterung auf all das, was nicht vom Arzt verordnet und ggf. nicht rezeptpflichtig war. Wer also zum Beispiel Mariendiestel, als Naturpräparat für die Stabilisierung der Leber einnimmt, der muss es hier natürlich angeben.

Eine andere Frage ist auch eher ungünstiger formuliert worden. Hieß es in dem alten Antrag der Axa (Stand 1/2010) noch:

5. Werden oder wurden in den letzten 3 Jahren täglich oder annähernd täglich Alkohol oder Drogen konsumiert oder besteht / bestand jemals eine Abhängigkeit? Bitte geben Sie Art und Menge an.

So will man im neuen Antrag auch alle anderen Substanzen wissen. Ist eigentlich Kaffee etwas, was abhängig machen kann?

5. Besteht oder bestand jemals eine Abhängigkeit von Medikamenten, Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Substanzen?

Die Erweiterung der Frage ist an sich nicht schlimm, zeigt aber wieder eine neue „Falle“ im Antrag und eine weitere Frage die so nicht ganz einfach zu beantworten ist.
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30.
Januar '12

Landeskrankenhilfe (LKH) mit neuem Antragsformular und veränderten Gesundheitsfragen


Durch die Veränderungen im Versicherungsvertragsgesetz (in der aktuellen Fassung) ist der Versicherer noch mehr dazu angehalten, all das was er zur Risikobewertung braucht zu erfragen. Um so genauer und teilweise umfangreicher sind die Fragen in den Anträgen geworden. Auch die Änderungen beim, Datenschutz und der Schweigepflicht zwingen viele Unternehmen zur Überarbeitung Ihrer Anträge.
Das hat nun auch die Landeskrankenhilfe (LKH) getan und hat mit dem Druckstück Nr. LKH 3-13 01.12 einen neuen Antrag.

Was hat sich verändert?

Neu ist zunächst einmal, das der Antrag von den bisherigen 5 auf nun 6 Seiten angewachsen ist. Dieses ist zum einen einer Reihe von neuen Informationen und Fragen geschuldet, zum anderen einer etwas großzügigeren Aufteilung. Weiterhin ist nun bereits auf Seite 1 ein deutlicher und fett gedruckter Hinweis zur Anzeigepflicht enthalten. Dieser lautet:

Achtung: Eine falsche, auch eine unvollständige Beantwortung der folgenden Fragen unter III., VI. und VII. kann den Versicherer zu Maßnahmen nach § 19 VVG wie Rücktritt, Kündigung, Vertragsanpassung berechtigen, zudem zur Leistungsverweigerung. Das kann, sogar rückwirkend, zum Entfall des Versicherungsschutzes führen. Beachten Sie dazu auch unsere gesonderte Belehrung nach § 19 Abs. 5 VVG in den Vertragsinformationen!

Der Hinweis ist nicht nur gut sichtbar, sondern auch wichtig. Nur so wird von vornherein klar, dass alle Angaben wichtig sind und zum Verlust der Schutzes führen können, werden diese nicht oder falsch gemacht.

Einige Fragen zu den Gesundheitsangaben wurden präzisiert oder haben sich geändert. So ist die Frage

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31.
August '10

Neuer Antrag, neue Gesundheitsfragen bei der Gothaer Krankenversicherung


Am Freitag der letzten Woche hatte ich bereits zu der Verkürzung der Antragsfrage bei Psychotherapie geschrieben. Mit der Überarbeitung des Antrages (Druckstück Nr. 204734) hat die Gothaer Krankenversicherung einige Antragsfragen verändert. Schauen wir uns diese Veränderungen doch einmal im Detail an:

So lautet die Frage nach Behandlungen und Untersuchungen etc. im alten Antrag:

Fanden Behandlungen, Untersuchungen (hierzu zählen auch Kontrolluntersuchungen aufgrund Vorerkrankungen), Beratungen oder Operationen statt bzw. sind solche beabsichtigt oder angeraten?

a) in den letzten 3 Jahren ambulant durch Ärzte, Heilpraktiker oder Angehörige anderer Heilberufe

b) in den letzten 5 Jahren stationär (auch in Kurkliniken oder Sanatorien)

c) in den letzten 10 Jahren durch Psychotherapeuten oder Psychiater

Im neuen Antrag sind diese Fragen detaillierter und aufgeteilt in mehrere Antragsfragen:

Fanden in den letzten 3 Jahren ambulante Untersuchungen (auch Kontrolluntersuchungen aufgrund Vorerkrankungen), Beratungen, Behandlungen oder Operationen durch Ärzte, Heilpraktiker oder Angehörige anderer Heilberufe statt bzw. sind solche beabsichtigt?

Fanden in den letzten 5 Jahren stationäre Untersuchungen, Behandlungen oder Operationen statt oder sind solche beabsichtigt oder angeraten? Bitte auch Aufenthalte in Kurkliniken oder Sanatorien angeben.

Fanden in den letzten 5 Jahren Behandlungen, Therapien/Gesprächstherapien, Untersuchungen oder Beratungen aufgrund psychischer oder psychosomatischer Erkrankungen/Störungen statt oder sind solche angeraten oder beabsichtigt?

Neu ist auch die Abfrage und als Pflichtangabe zu beantwortende Angabe zur Branche. Wird diese nicht beantwortet, so kommt es zu Rückfragen.

Im sonstigen Verlauf haben sich die (risikorelevanten) Fragen nicht weiter verändert. Sollten Sie den Antrag im Original einmal anschauen wollen, so finden Sie in der Rubrik Antragsunterlagen im Downloadsbereich das entsprechende Formular.

28.
April '10

Antragsformulare und Zusatzfragebögen online


Bereits vor knapp 3 Wochen hatte ich über das Onlinestellen von Antragsformularen berichtet.

Aufgrund der großen Resonanz habe ich mich entschlossen, weitere Fragebögen (auch zu ergänzenden Rückfragen bei bestimmten Erkrankungen) online zu stellen. Durch die ständige Präsenz der Formulare möchte ich zwei Sachen erreichen.

1.) Sie als Kunde lernen dadurch den Unterschied zwischen den unterschiedlichen Fragestellungen und verstehen warum welche Fragen gestellt werden

2.) Bei einer Voranfrage oder Antragstellung entfällt das versenden per Mail und die Formulare sind unabhängig vom E-Mailpostfach verfügbar

Folgende Antragsformulare sind derzeit Online:

PKV Anträge für die AXA, den Deutschen Ring, die Hallesche, die Mannheimer und die RuV Krankenversicherung

BU Antrag der Alten Leipziger Lebensversicherung

Zusatzfragebögen des Dt. Rings, der Halleschen, Mannheimer und RuV (zum Beispiel für weitere Ergänzungen zur Allergie, Rücken-/ Magen-/ Atemwegsproblemen, Knieerkrankungen und vielem mehr)

Tätigkeitsbeschreibung der Alten Leipziger für die Berufsunfähigkeitsversicherung

Sollten Sie bestimmte Anträge oder Zusatzfragebögen vermissen, so lassen Sie mich dieses bitte wissen, ich bemühe mich diese nachträglich einzustellen.

Durch einen Klick auf diesen Link oder über den Downloadbereich/ Antragsunterlagen kommen Sie direkt zur Auswahl.

Bedenken Sie aber bitte Eines:

Keine Antragstellung ohne Beratung. Lassen Sie sich durch einen Spezialisten bei de Auswahl der Produkte unterstützen und schauen Sie sich die Auswahlkriterien zur Krankenversicherung oder auch die zur Berufsunfähigkeit an und bedenken Sie das es nur eine kleine Auswahl ist und weit mehr besprochen werden muss.