Artikel mit ‘Annahme’ getagged

09.
November '11

Deutscher Ring und Signal Iduna Krankenversicherung ändern Annahmerichtlinien


Wie zu erwarten ziehen nun auch der Deutsche Ring Krankenversicherung aG und die Signal Krankenversicherung nach und ändern die Annahmerichtlinien für die Vollversicherung.

Wie viele andere Unternehmen passt sich auch der Deutsche Ring dem Markt an und verändert die Annahmerichtlinien bei Kunden mit fehlender Vorversicherung oder Beitragsrückständen. Damit versuchen auch diese Versicherer dem möglichen Zahlungsausfall zuvor zu kommen.

Annahmefähig sind generell Personen, die unmittelbar vor Versicherungsbeginn mindestens 24 Monate in einer deutschen Krankenversicherung (GKV oder PKV) versichert waren. Dieser Zeitraum muss sich aus den Angaben im Antrag ergeben. In Einzelfällen können entsprechende Nachweise angefordert werden. Diese Regelung gilt nicht für Anträge von Beamten und höherverdienenden Arbeitnehmer (ohne GKV Pflicht).

Weiterhin ist zu beachten, das ein Verstoß böse Folgen für den Vertragsschluss haben kann. Auf diesen weist der Versicherer in seinen Annahmerichtlinien nochmals hin.

Wichtiger Hinweis: Falschangaben zu den zuvor genannten Punkten werden im Rahmen der vorvertraglichen Anzeigepflicht geprüft. Eine Verletzung kann den Versicherer berechtigen (je nach Verschulden) vom Vertrag zurückzutreten, ihn zu kündigen oder anzupassen, was zu einer Leistungsfreiheit des Versicherer (auch für bereits eingetretene Versicherungsfälle) führen kann.

Wie bei vielen anderen Versicherern ist es somit fast unmöglich einen Versicherungsschutz zu bekommen, wenn in den letzten 2 Jahren kein deutscher Versicherungsschutz bestanden hat. Ebenso versucht man dadurch natürlich die rückständigen Kunden zu vermeiden. Das sichert langfristig natürlich auch „saubere Bestände“ und vermeidet zusätzliche Beitragsbelastungen.

03.
November '10

Gesprächstherapie – ein Ablehnungsgrund in der PKV oder wer fragt nur 3 Jahre ab?


In vielen Foren, Anfragen und Mails werden Fragen zum Thema Psychotherapie, Gesprächstherapien und dergleichen gestellt. Oft lauten die Fragen dann auch (noch):

Welche Versicherung/ PKV fragt nur 3 Jahren bei Psychotherapie im Antrag ab?

Wer nimmt mich nach einer Psychotherapie noch auf?

Im vergangenen Jahr hatte ich bereits zum Thema „Psychotherapie als k.o. Kriterium in der PKV“ geschrieben. Weitere Beiträge zu der Frage der Psychotherapie und einer folgenden Antragstellung in der PKV finden Sie ebenfalls hier im Blog.

Generell ist aber der Weg, sich die Gesellschaft danach auszusuchen wer nur 3, 5, oder X Jahre fragt der falsche. Bleiben Sie lieber (noch) etwas länger in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) falls Sie es (auch welchem Grund auch immer) nicht angeben wollen. Die Auswahl auf zum Beispiel 3 Jahre schränkt die Versicherer drastisch ein.

Aktuell sind zum Beispiel bei der Axa/ DBV, der DEVK, Central und Münchener Verein die Fragen zur Psychotherapie auf einen 3-Jahreszeitraum begrenzt.

Die Gothaer Krankenversicherung hat gerade den Abfragezeitraum von 10 auf 5 Jahre reduziert. Weitere Infos dazu im Blogbeitrag „Gothaer verkürzt Abfragezeiträume„.

Es bringt Ihnen aber rein gar nichts, so an die Sache heran zu gehen. Zunächst ist es wichtig, sich mit den Auswahlkriterien der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu beschäftigen und sich Gedanken zu machen, „was erwarte ich von meinem Tarif, was muss enthalten sein, was sollte und auf welche Bausteine kann und will ich verzichten?“ Auch ist zu klären in welchen Bereichen mit schlechteren Leistungen als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu rechnen ist und ob dieses akzeptabel ist.

Eine Gesprächstherapie, welche zum Beispiel aufgrund eines Schicksalsschlages oder eines Unfalls, schwerer Erkrankung oder Scheidung ausgelöst wurde, ist nicht zwingend ein Ablehnungsgrund. Auch wenn die PKV nach einer solchen Behandlung fragt und sich diese im entsprechenden Zeitraum ereignet hat, ist es kein Grund. Die Aussage „jede Psychotherapie fürht zur Ablehnung“ ist schlichtweg Unsinn.

Dennoch müssen sie etwas tun:

Nachdem der Tarif ausgewählt ist, oder bereits parallel dazu, besorgen Sie sich Unterlagen. Dazu gehören nicht nur der Befundbericht des Therapeuten, sondern auch ausführliche Erklärungen zum Ablauf der Therapie, Sitzungsanzahl und Abstände zwischen den Sitzungen, Dauer der gesamten Therapie und dergleichen. Kurze Berichte mit Aussagen wie „Patient hatte 20 Sitzungen von Januar bis September und wurde als geheilt entlassen.“ oder ähnliches sind unnütz. Diese werden zwar von Therapeuten oft verfasst, bringen aber dem Risikoprüfer gar nichts.

Wichtiger ist daher eine ausführliche Dokumentation der Sitzungen und oben bereits genannte Angaben. Dazu soll eine Prognose gestellt werden und der Therapeut möge erklären, wie er die Zukunft nach der Behandlung einschätzt.

Weiterhin verfassen Sie selbst ein Schreiben, in welchem Sie aus IHRER SICHT den Grund der Therapie, den Verlauf und die Anzahl der Sitzungen etc. beschreiben. Erklären sie auch, wie/ ob Ihnen die (Gesprächs-)therapie geholfen hat, wie lange Sie krankgeschrieben waren und ob Sie Medikamente verschrieben bekommen haben (und diese auch genommen wurden). Oftmals bekommen Patienten „vorsorglich“ Rezepte und nehmen die Medikamente nicht, weil kein akuter Bedarf bestand.

Mit diesen ganzen Unterlagen wenden Sie sich nun an einen spezialisierten Berater. Dieser klärt im Rahmen von Ausschreibungen nun die Annahmemöglichkeiten bei Gesellschaften und Tarifen und bespricht diese mit Ihnen. So kommen Sie zu dem Tarif der zu Ihnen passt, nicht zur erstbesten Gesellschaft die Sie gerade nimmt.

Und glauben Sie eine Gesellschaft die nur 3 Jahre fragt bekommt die „besseren Risiken“? In Bezug auf Kalkulation und Beitragsentwicklung ein Punkt über den es sich nachzudenken lohnt!

19.
April '10

Trotz Psychotherapie in die private Krankenversicherung (PKV)


Ein immer wieder aktuelles Thema ist der Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) trotz absolvierter Psychotherapie. Vor nun fast 3 Jahren hatte ich im Beitrag „Psychotherapie, ein Hindernis für jede PKV“ bereits einiges dazu veröffentlicht.

Aufgrund der Zunahme der Arbeitsbelastungen und damit zusammenhängender Probleme, nutzen viele Menschen oft die Möglichkeiten einer psychologischen Beratung. Ob dieses nun einmal wegen Prüfungsstress, der Trennung von dem Partner/ der Partnerin oder wegen sonstiger Ereignisse (Tod von Angehörigen, Jobverlust etc) passiert, ist zunächst unerheblich.

Ob der Weg in die private Krankenversicherung (PKV) damit verbaut ist, kann generell so nicht gesagt werden. Viele Vermittler, meist solche die das Thema PKV „nur so nebenbei“ betreiben, vertreten die Meinung „geht definitiv nicht“. Das ist so jedoch falsch.

Zunächst sind aber ausführliche und detaillierte Informationen nötig um überhaupt eine Einschätzung vornehmen zu können. Folgende Fragen müssen zunächst geklärt und umfangreich beantwortet werden:

1.) Wann genau fand die Behandlung statt?

2.) Welche Diagnosen wurden gestellt und was genau stand auf dem Kostenübernahmeantrag an die GKV oder PKV? (erstaunlicherweise liegen mir viele Fälle vor, wo etwas anderes abgerechnet wurde/ beantragt wurde. Einige Therapeuten vertreten hier wohl die Meinung „lieber etwas schlimmer darstellen, dann bekommen wir die Kosten schneller zugesagt“)

3.) Welche Anzahl von Sitzungen wurde verordnet, welche tatsächlich durchgeführt?

4.) Wurden Medikamente verordnet und auch eingenommen? Wenn „nein“, wurden diese an den Arzt zurückgegeben?

5.) Welche Ursache hatte die Therapie? (Ereignis, Auslöser)

6.) Lassen Sie einen umfangreichen Therapiebericht erstellen. Dieser muss aus Sicht des Therapeuten die Ausgangslage, die Anzahl der Sitzungen und die Entwicklung, sowie einen ausführlichen Abschlussbericht mit Diagnose und Prognose für die Zukunft enthalten.

7.) Schildern Sie selbst was der Grund war einen Therapeuten aufzusuchen, wie die Behandlung verlaufen ist und wie Sie sich selbst seit Abschluss sehen. Möglichst ausführlich und analog zu Punkt 6.)

Suchen Sie Ihre private Krankenversicherung nicht danach aus „wer nimmt mich denn“. Das ist definitiv der falsche Weg. Einige Unternehmen fragen im Bereich der psychotherapeutischen Behandlungen (nur) 3, andere 5 und viele 10 Jahre zurück.

Wenn es sich um kurzweilige Behandlungen handelt, so ist es nicht nachteilig wenn diese angegeben werden. Ein Unternehmen das danach fragt kann Sie durchaus versichern. Nur angegeben werden muss es natürlich.

Wählen Sie nach den Auswahlkriterien zunächst die/ den geeigneten Versicherer aus und entscheiden dann durch Voranfragen/ Ausschreibungen wie weiter verfahren werden kann. Stellen Sie jedoch KEINEN ANTRAG und lassen sich auch nicht zu einer solchen Verfahrensweise überreden.

Weiterführende Informationen:

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung

Leitfaden zur privaten Krankenversicherung

Kriterienfragebogen als pdf