Artikel mit ‘Angestellte’ getagged

06.
Februar '12

Wann darf ich denn nun in die Private Krankenversicherung? Gehaltserhöhung allein reicht nicht (immer) aus


Es ist keine Woche her, da hatte ich über die falsche Antwort eines Anwaltes geschrieben, der auf der Plattform „frag-einen-anwalt.de“ einen falschen Rat zu einem Tarifwechsel in der Privaten Krankenversicherung gegeben hatte. Auch nachdem ich ihn darauf hingewiesen hatte, geändert hat er es nicht.

Falscher Anwaltsrat- Tarifwechsel innerhalb der Privaten Krankenversicherung und dennoch Risikoprüfung

Doch es geht falsch weiter. Heute von einem anderen Anwalt, der sich mit einer Frage zur generellen Wechselmöglichkeit beschäftigt. Das Erschreckende dabei ist jedoch: Der Anwalt gibt für das angebotene Honorar von 45 Euro drei unterschiedliche Ratschläge und ist sich dann wohl sicher, dass der letzte richtig sein muss. Ist er aber nicht- soviel vorweg.

Hier der Link zum Beitrag: „Wechsel in PKV möglich bei Gehaltserhöhung im Dezember

Erschreckend ist auch… 183 Aufrufe hat der Beitrag. Wenn da nur ein möglicher anderer Interessent drauf vertraut, so geht er von falschen Voraussetzungen aus und muss diese allein ausbaden, nicht der Anwalt. Doch worum ging es in der Frage genau?

ich bin angestellt tätig und habe im Jahr 2011 von Januar bis November je 4000EUR Brutto verdient (im Arbeitsvertrag als regelmäßiges Monatsentgelt, keine Zuschläge wie Weihanchztsgeld etc. vereinbart). Zum 1. Dezember habe ich eine Gehaltserhöhung erhalten, sodass mein regelmäßiges, vertraglich vereinbartes monatliches Gehalt ab 1.12.2011 auf 4255 EUR p.m. angestiegen ist.

mit 4255*12 = 51060 käme ich über die Jahresentgeltgrenze. Auch für 2012 komme ich darüber, da die 4255 auch 2012 gelten.

Auf einigen Seiten lese ich, dass nicht das in 2011 real erhaltene Gehalt 2011 (11*4000 + 4255 = 48255) sondern das aus dem Monatsgehalt Dez 2012 hochgerechnete Gehalt entscheidend für die JAEG ist.

Stimmt das? Muss mein Arbeitgeber mich zum 1.1.2012 bei o.g. Zahlen von der Versicherungspflicht befreien?

Zunächst ist einmal zu klären, wann jemand überhaupt in die Private Krankenversicherung (PKV) wechseln kann. Dazu muss ein Angestellter über der Versicherungspflichtgrenze verdienen. Diese Jahresarbeitentgeltgrenze (JARG) betrug im Jahr 2011 noch 49.500 EUR, für das Jahr 2012 wurde diese Grenze auf 50.850 EUR angehoben.

Wer kann nun wechseln?

Angestellte, welche die Grenze für das Jahr 2011 tatsächlich erreicht haben und mit dem Gehalt voraussichtlich auch die Grenze für das Folgejahr erreichen, die werden zum 01. 01. 2012 versicherungsfrei, können also in die Private Krankenversicherung wechseln.

Die entsprechenden Regelungen finden sich im Sozialgesetzbuch V, welches für die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) zuständig ist. Dort, genauer im § 6 Absatz 4. Dort heißt es wörtlich:

(4) Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie überschritten wird. Dies gilt nicht, wenn das Entgelt die vom Beginn des nächsten Kalenderjahres an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt. Rückwirkende Erhöhungen des Entgelts werden dem Kalenderjahr zugerechnet, in dem der Anspruch auf das erhöhte Entgelt entstanden ist.

Wer also 50.000 EUR Jahreseinkommen in 2011 hatte, wäre zwar theoretisch versicherungsfrei, da aber die Grenze 2012 nicht überschritten wird, bleibt die Versicherungspflicht bestehen.

Wie sieht es nun in dem Fall des Fragestellers aus?

Das Gehalt betrug in den Monaten Januar bis November 2011 monatlich 4.000 EUR, somit ergibt sich ein Gesamteinkommen für diese Monate von 44.000 EUR. Im Monat Dezember gab es eine Gehaltserhöhung. Diese bedeutet ein neues Gehalt von 4.255 EUR. Also erhöht sich das Gesamtjahreseinkommen für 2011 auf einen Betrag von 48.255 EUR.

Damit ist nicht nur die Grenze von 2011 nicht erreicht, auch die Grenze für 2012 wird unterschritten. Daher ist der Versicherte weiterhin ununterbrochen versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Fazit:

Nur wenn der Fragesteller zum 01. 12. 2011 ein neues Arbeitsverhältnis bei einem neuen Arbeitgeber begonnen hätte, dann wäre die Situation etwas anders. Bei Beginn eines Arbeitsverhältnisses wird das regelmäßige Einkommen tatsächlich hochgerechnet und dabei angenommen, dieses wäre für das Jahr vorhanden. In unserem Fall würden wir als0 4.255 EUR * 12 Monate = 51.060 EUR annehmen. Damit wäre unser Fragesteller im neuen Arbeitsverhältnis versicherungsfrei.

Auch wenn der Rechtsanwalt Raphael Fork drei Antworten gegeben hat und sich dabei immer wieder selbst korrigiert, wird die finale Antwort nicht richtig.

(c) frag-einen-anwalt.de/ Ergänzende Informationen vom Anwalt geschrieben am 27.01.2012 13:52:07

„Aller guten Dinge sind Drei“ und „Judex non calculat“.

Wenn man das beides addiert komme ich zu meiner 3. und diesmal verbindlichen Stellungnahme. Ich habe durch die zahlen den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen.

Meine erste Einschätzung war richtig. Sie sind also ab dem 01.01.2012 versicherungsfrei, weil es nur auf Ihr regelmäßiges Gehalt ankommt. Und dieses übersteigt ab Dezember 2011 wenn man es auf 12 monate hochrechnet die JAEG von 2012 (50.850 €) gerade eben. Es ist gerade nicht erforderlich das die Einzelgehälter in der Summe die JAEG übersteigen.

Damit sind Sie also ab dem 01.01.2012 versicherungsfrei.

Ich bitte meine Irrungen und Wirrungen zu entschuldigen.

Beruhigend, das er auf seiner Website zumindest Versicherungsrecht nicht als Interessen- oder Fachgebiet angibt. Dennoch erwarte ich von einem Juristen der in öffentlichen Foren Ratschläge gibt, das dieser sich belesen kann. Und klar, Fehler können passieren, daher hat er ja auch drei Antworten nacheinander gegeben und sich immer wieder korrigiert. Die zweite Antwort war allerdings fast richtig. Versicherungsfreiheit kann zum 01. 01. 2013 eintreten, wenn auch die dann geltende Grenze für 2013 überschritten wird. Schade, hätte er sich mal die letzte Antwort verkniffen.
(mehr …)

15.
Juli '11

Nach Arbeitsplatzwechsel direkt in die Private Krankenversicherung (PKV)?


Eine nicht so seltene Frage trat in den letzten Tagen wiederholt in Foren auf. Es geht um die Frage wann der Arbeitnehmer nun in die Private Krankenversicherung wechseln darf. Dabei ist zunächst zu unterscheiden, ob es sich um eine neue Stelle beim gleichen Arbeitgeber oder um eine neues Unternehmen handelt.

Fall 1: Beförderung, neue Stelle im gleichen Unternehmen wie bisher

Ist der Arbeitnehmer bisher unter der Jahresarbeitentgeltgrenze (2011: 49.500 EUR jährlich) und das Einkommen erhöht sich nun durch die Beförderung, so ist ein sofortiger Wechsel in die Private Krankenversicherung nicht möglich. Zu betrachten ist vielmehr die Jahresbetrachtung. Übersteigt diese am Jahresende somit die Grenze und erreicht diese voraussichtlich auch im Folgejahr, so kann der Wechsel zum 01. Januar des Folgejahres vollzogen werden.

Beispiel: Jobwechsel zum 01. 07. innerhalb des Unternehmens

bisher 3.000 EUR brutto, neu 4.500 EUR brutto

Jahresverdienst: 45T EUR (6*3.000 + 6*4.500 EUR)

Ein Wechsel ist somit noch nicht möglich. Erst zum ENDE des Folgejahres (und dann einem Jahreseinkommen von 54T Eur kann der Arbeitnehmer entweder in die PKV oder wird freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse

Wäre in dem oben genannten Beispiel das neue Einkommen mit monatlich 5.500 EUR anzusetzen, so ergäbe sich eine andere Situation. Das Jahreseinkommen beträgt dann 51.000 EUR (3.000 * 6 Monate und 5.500 * 6 Monate) und ermöglicht einen Wechsel zum 1. 1. des nächsten Jahres.

Fall 2: Jobwechsel zu einem anderen Arbeitgeber oder Berufseinsteiger

Bleiben wir bei unserem Beispiel aus dem oben genannten Fall. Der neue Arbeitsvertrag ab dem 1.7. ist mit einem Gehalt von 4.500 EUR brutto dotiert. Auch wenn das Jahreseinkommen nicht erreicht wurde, ist ein Wechsel mit dem Beginn der Tätigkeit möglich. Grund ist hierbei die vorausschauende Betrachtung. Dabei wird das voraussichtliche Jahreseinkommen zur Entscheidung herangezogen. Dieses berechnet sich mit 4.500 EUR * 12 Monate = 54.000 EUR und sichert den möglichen Wechsel in die Private Versicherung per sofort.

Sollte dieses auf Sie zutreffen, überstürzten Sie bitte dennoch die Entscheidung nicht. Sie können auch zunächst in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) bleiben und dort die freiwillige Mitgliedschaft erklären. Da diese mit einer Frist zum Ende des übernächsten Monats kündbar ist haben Sie mehr als genug Zeit um sich für oder gegen das System der Privaten Versicherung zu entscheiden. Eile ist somit unbegründet, wird aber von einigen Beratern gern als Druckmittel benutzt.

Weitere Informationen:

Was zählt zur JAEG?

Auswahlkriterien für dei Private Krankenversicherung

Versicherungspflichtig und keiner bekommt es mit?

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

 

01.
Juni '11

Ich werde nicht berufsunfähig, ich bin ja im Büro


Nachdem ich ihnen im Beitrag „Berufsunfähig- was ist das eigentlich“ bereits erklärt habe, was es denn nun bedeutet, berufsunfähig zu sein, soll es heute viel mehr um die Ursachen gehen. Weiterhin geht es um die Frage, wer denn nun eigentlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung braucht und wer vielleicht andere Absicherungsformen vorziehen sollte.

Zu den häufigen Ursachen zählen bei Männern wie Frauen heute Krebserkrankungen und Tumore mit 14 bzw. 16%. Erkrankungen des Verdauungssystems und Stoffwechsels führen mit 5 bzw. 3% eher nicht sehr häufig zum Verlust der Arbeitskraft. Auch Unfälle sind, anders als oft angenommen bei mit knappen 11% in 2008 nicht der Grund, warum Renten wegen Berufsunfähigkeit gezahlt werden.

In den letzten Jahren haben vor allem Nervenerkrankungen, psychische und psychosomatische Ursachen zugenommen. Mittlerweile sind hier fast ein Viertel aller Fälle bei Berufsunfähigkeit dafür verantwortlich.

Was soll mir schon passieren, ich sitze „doch nur“ am Schreibtisch den ganzen Tag?

Das ist eine häufige Frage. Klar, so am Schreibtisch kann man doch fast immer arbeiten, so die weit verbreitete aber dennoch nur oberflächlich richtige Meinung. Dabei sind gerade diese „Kopfberufe“ häufiger betroffen als man denkt. Nicht nur die Rückenerkrankungen nehmen zu, insbesondere auch die Krankheiten aufgrund steigernder Belastung und immer höherer Arbeitsanforderungen.

Gerade Menschen mit (hoch-)qualifizierten Jobs sind von einer Berufsunfähigkeit häufig betroffen. Oft reichen schon kleinere Erkrankungsbilder aus, die sich summieren und dazu führen, dass eben 50% des Berufes nicht mehr wie gewohnt verrichtet werden können.

Auch Krebserkrankungen beispielsweise, führen meist nicht zu einer dauerhaften Berufsunfähigkeit, sondern schränken die Betroffenen oft für 2, 3 oder 4 Jahre ein. Danach ist es durchaus denkbar, dass der Beruf wieder ausgeübt werden kann.

Bekomme ich die Rente dann nur kurz?

Auch diese Frage beschäftigt meine Interessenten oft. Wie lange wird denn die Rente überhaupt gezahlt? Die Antwort dazu ist jedoch ganz simpel. Solange der (bedingungsgemäße) Zustand der Berufsunfähigkeit besteht, zahlt der Versicherer auch die vereinbarte Rente. Führt also ein Unfall nur zu einer zeitweisen Berufsunfähigkeit, so wird die Rente auch nur für diesen Zeitraum gezahlt. Danach kann aber durchaus durch einen späteren Fall eine neue Rente ausgelöst werden.

Mehr zum Thema Berufsunfähigkeit lesen Sie unter anderem in folgenden Beiträgen:

Berufsunfähig? Zahlt da nicht der Staat für mich?

Ratings und Test – eine echte Hilfe bei der Auswahl der passenden Privaten Krankenversicherung?

Berufsunfähig? Was ist das eigentlich?

Kombiprodukt oder selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung?

Richtige Rentenhöhe oder gar keine Berufsunfähigskeitsabsicherung

19.
November '10

Welche Selbstbeteiligung in der PKV ist für Angestellte richtig und angemessen?


Eine häufig gestellte Frage in der Beratung. Was für eine Selbstbeteiligung (SB) ist den richtig?

Zunächst, Sie werden es sich denken können, gibt es keine pauschale Antwort auf diese Frage. Dabei muss zunächst zwischen Angestellten und Selbstständigen unterschieden werden, weshalb ich in diesem Beitrag nur auf die Angestellten eingehen möchte.

Warum bieten Unternehmen Selbstbeteiligungen (SB) an?

Selbstbeteiligungen fördern zum einen das Kostenbewusstsein, zum anderen ersparen Sie dem Unternehmen Verwaltungsaufwand. So kostet das bearbeiten einer kleinen Rechnung meist deutlich mehr als der Erstattungsbetrag. Daher macht es Sinn, sich genau anzuschauen wie die Beiträge im Verhältnis aussehen.

Was gibt es für Selbstbeteiligungen?

Unterschieden wird zwischen absoluten und prozentualen Selbstbeteiligungen, diese können gedeckelt oder unbegrenzt sein. Auch unterscheidet sich die Frage in welchem Bereich diese Selbstbeteiligung anfällt. Bietet das Unternehmen Bausteintarife an (also Tarife wo ambulant, stationär und zahnärztliche Leistungen getrennt in Bausteinen kombinierbar sind), so fällt die SB oftmals nur ambulant an. In den Kompaktarifen (also ein Tarif für ambulante, stationäre und zahnärztliche Leistungen) legt der Versicherer selbst fest, wo die SB gilt. Hier einige Bespiele zur Verdeutlichung:

Tarif Esprit vom Deutschen Ring: 450 EUR Selbstbeteiligung auf den ambulanten Bereich

Tarif Comfort+ vom Deutschen Ring: 20% SB bis max. 540 EUR, auch nur auf den ambulanten Bereich

RuV Agil Premium: 480 EUR Selbstbeteiligung über alle Bereiche, ausgenommen Vorsorgeuntersuchungen lt. Tarif

Hallesche NK3: 300 EUR Selbstbeteiligung über alle Bereiche, dazu 20% bei Psychotherapie und Heilmitteln

Hallesche NK Bonus: keine SB im eigentlichen Sinne, aber 60 EUR Bonusrückzahlung pro Monat, falls keine Rechnungen eingereicht werden. Also „fiktive SB von 720 EUR

AXA Vital: 300/ 600/ 900 EUR SB für den ambulanten und stationären Bereich

Sie sehen wie vielfältig die unterschiedlichen Lösungen sind. Daher schauen Sie sich nicht nur die Höhe der SB, sondern auch den „Geltungsbereich“ an.

Wie wirkt sich die Selbstbeteiligung auf den Beitrag/ die Steuer aus?

Grundsätzlich vermindert eine Selbstbeteiligung im Tarif den Beitrag. Gerade bei Arbeitnehmern macht eine solche Selbstbeteiligung aber nicht immer Sinn. Gerade wenn der Arbeitgeberzuschuss noch nicht ausgeschöpft wird (der PKV Beitrag somit 542 EUR in 2011 unterschreitet) ist eine Reduzierung der SB sinnvoll. Der Arbeitgeber beteiligt sich dann nämlich zu 50% am Beitrag, nicht aber an einer Selbstbeteiligung. Diese ist zwar steuerlich gesehen auch „Aufwand“, macht aber gerade dann keinen Sinn.

Auch ist die steuerliche Auswirkung zu betrachten. Ein Wechsel/ Eine Entscheidung für einen niedrigen SB (somit einen höheren Beitrag) kann sich durchaus „rechnen“. Da der Beitrag (anteilig je nach Tarif) steuerlich berücksichtigt wird (ab dem 1. 1. 2010 im Sinne des Bürgerentlastungsgesetzes) machen die kleineren Selbstbeteiligungsstufen Sinn. Bevor Sie sich für eine Selbstbeteiligungsstufe jedoch entscheiden können, sind die Auswahlkriterien zur PKV zu beachten und Sie müssen zunächst Entscheidungen und eine Tarifauswahl treffen. Daher ist die Entscheidung für eine SB Stufe auch davon abhängig, was der Versicherer überhaupt in dem ausgewählten Tarif anbietet.

Kann ich die SB Stufe später wechseln?

Ja. Ein Wechsel der Selbstbeteiligungen (sofern mehrere Stufen in dem Tarif angeboten werden) ist (fast) jederzeit möglich. Dabei sind aber einige Grundsätze zu beachten.

Ein Wechsel von einer höheren IN EINE KLEINERE Selbstbeteiligung ist eine Leistungsverbesserung, der Versicherer zahlt ja mehr und bedarf somit einer neuen Risikoprüfung. Ausgenommen hierbei ist die Nutzung von Optionsrechten. Diese sichern zu bestimmten Terminen einen Wechsel auch ohne neue Gesundheitsprüfung. Fällt eine solche Prüfung negativ auf, so kann der Versicherer einen solchen Wechsel mit einem (neuen oder erhöhten) Risikozuschlag versehen oder aber ablehnen.

Hingegen ist der Wechsel IN EINE HÖHERE SB Stufe eine so genannte Leistungsverschlechterung. Also ist diese auch ohne Gesundheitsprüfung möglich und hat in der Regel einen geringeren Beitrag zur Folge. WICHTIG: Ein Weg zurück in die alte, kleinere SB ist eine Verbesserung und macht eine Gesundheitsprüfung erforderlich.

Was ist sonst zu beachten bei der Auswahl der SB Stufe?

Bedenken Sie zwei weitere Punkte. Im Rahmen der Beitragsanpassung kann der Versicherer auch eine Selbstbeteiligung erhöhen. Eine Garantie, dass die SB so bleibt wie diese heute abgeschlossen wurde, gibt es somit nicht.

Auch bedenken Sie bitte, dass eine Selbstbeteiligung immer liquide vorhanden sein muss. Nicht nur die eine, sondern mindestens zweimal sollte die SB an Barmitteln vorhanden sein. Bei einer Erkrankung über den Jahreswechsel oder einer chronischen Erkrankung muss diese unter Umständen im Dezember und gleich im Januar wieder aufgebracht werden.

Gilt die Selbstbeteiligung auch bei Kindern und muss diese so hoch wie meine eigene sein?

Ja. Je nach vereinbartem Tarif gilt diese auch da. Bei einer Reihe von Gesellschaften sind diese jedoch bei Kindern und/ oder Jugendlichen halbiert. Die Höhe ist jedoch bei Antragstellung frei wählbar.

ACHTUNG: Das Kind, welches in der Neugeborenennachversicherung versichert ist, muss (ohne eine Risikoprüfung zu haben) in die SB Stufe der Eltern oder eine höhere. Eine kleinere SB ist (sieh ahnen es bereits) eine Leistungsverbesserung und bedarf einer Risikoprüfung. Es gibt aber Versicherer die hier Ausnahmeregelungen anbieten. Dann sind diese jedoch speziell im Tarif vertraglich vereinbart.

Was Sie sonst noch interessieren könnte :

Auswahlkriterien für den passenden PKV Tarif

Beschluss des GKV Finanzierungsgesetzes GKV-FinG

Blogbeitrag zur Gesundheitsreform

07.
Juni '10

Wechsel vom angestellten PKV Versicherten in die Selbstständigkeit


Ein Vertrag zur privaten Krankenversicherung (PKV) ist sehr langfristig orientiert. Das bedeutet zum Einen, ausreichend Zeit bei der Antragstellung und der Tarifauswahl zu nehmen, zum Anderen aber langfristig orientierte Tarife.

Diese werden in vielen Fällen nicht geändert, wenn die Auswahl korrekt war und auch die Auswahlkriterien berücksichtigt wurden. Dennoch kann es in einigen Fällen durchaus erforderlich sein, den bestehenden Vertrag nachträglich zu verändern.

Einer dieser Gründe ist der Wechsel aus dem Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit. Dieses macht in einigen Fällen eine Anpassung des Vertrages und im „schlimmsten Fall“ sogar einen Wechsel der Gesellschaft erforderlich.

Krankentagegeld:

Zunächst ändert sich der Tarifbaustein des Krankentagegeldes. Zahlt bei einem angestellten Versicherten der Arbeitgeber die ersten 6 Wochen der Krankheit weiter den Lohn aus, ist dieses bei dem Selbstständigen oder Freiberuflicher nicht so. Hier muss somit geprüft werden, welcher Bedarf an finanzieller Unterstützung erforderlich ist und ab wann dieser da sein muss. So kann der Bedarf hier schon ab dem 1. Tag entstehen, auch 3, 4 oder 6 Wochen können ausreichend sein. Über die Staffelmöglichkeiten in der PKV erfahren Sie in einem der folgenden Beiträge noch mehr.

Ein weiterer und wichtiger Punkt sind die Bedingungen des Krankentagegeldes. Unter welchen Umständen, wie lange und bis zu welcher Höhe wird dieses gezahlt? Was ist bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit? Alles Fragen die in einer Beratung zu klären sind.

Tarifanpassung der Vollversicherung:

Auch wenn die Auswahl korrekt und passend war, so ändern sich die Umstände mit dem Verlassen des Angestelltenverhältnisses durchaus. Leistungen die zuvor aus der gesetzlichen Rentenversicherung erbracht wurden (Reha, Kuren etc) sind nun nicht mehr vorhanden und müssen in den privaten Versicherungsschutz integriert werden.

Auch sollte das Bedingungswerk in diesem Atemzug gleich auf seine Aktualität überprüft werden und bei Bedarf angepasst werden.

Daher sind hier Beratung, Überprüfung und ggf. Anpassung nötig.