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18.
Mai '11

Wartezeiten beim Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV)


Eine immer wieder gestellte Frage und leider im Internet und bei einigen gesetzlichen Krankenkassen bewusst oder unbewusst als falsche Information verbreitet. Um diese Frage zu beantworten sollten natürlich nie Begriffe klar sein. Daher ist die allererste Frage:

Was sind Wartezeiten und wozu dienen diese?

Wartezeit ist die Zeit nach Versicherungsbeginn/ Beginn der Beitragszahlung(spflicht) und dem Beginn des eigentlichen Versicherungsschutzes. Die Wartezeiten sind zu unterteilen in eine so genannte allgemeine Wartezeit und eine besondere Wartezeit.

Geregelt sind die Fristen in den Musterbedingungen zur Krankheitskostenversicherung (MB KK). Die allgemeine Wartezeit beträgt 3 Monate. Für einige Leistungsbereiche ist diese Wartezeit jedoch nicht gültig. Dazu zählen die Entbindung, Psychotherapie, Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie. Für diese Kosten gilt die besondere Wartezeit, welche dann 8 Monate dauert.

Der Sinn der Wartezeiten war früher ist das Vermeiden von angesammeltem Behandlungsbedarf. Stellen Sie sich Personen vor, welche nicht (oder sehr schlecht) versichert sind. Durch einen Abschluss oder Wechsel in einen besseren Versicherungsschutz könnte der Gedanke entstehen, mit der einen oder anderen Behandlung noch zu warten, dann kann man diese ja abrechnen. Diese Risiken möchten die Versicherer gern vermeiden, denn dann müssten in der Gesamtheit höhere Beiträge erhoben werden. Da aber niemand eine Psychotherapie 8 Monate im Voraus plant, hat man sich das Modell mit den Wartezeiten „überlegt“.

Ich wechsle aus der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in die Private Krankenversicherung (PKV). Wie lange muss ich dann warten bis ich Leistungen bekomme?

Die Regelungen hierzu finden wir ebenfalls in den Musterbedingungen. Dazu ist ein Blick in den §3 nötig, denn dort heißt es:

(5) Personen, die aus der gesetzlichen Krankenversicherung ausscheiden, wird die nachweislich dort ununterbrochen zurückge- legte Versicherungszeit auf die Wartezeiten angerechnet. Voraussetzung ist, dass die Versicherung spätestens zwei Monate nach Beendigung der Vorversicherung beantragt wurde und der Versicherungsschutz in Abweichung von § 2 Abs. 1 im unmittelbaren Anschluss beginnen soll. Entsprechendes gilt beim Ausscheiden aus einem öffentlichen Dienstverhältnis mit Anspruch auf Heilfürsorge.

Sind Sie also länger als 8 Monate bisher in einer (nicht zwingend der gleichen) gesetzlichen Krankenkasse versichert gewesen, so wird diese Zeit angerechnet. Daraus folgt dann, dass die Wartezeiten entfallen und Sie sofort bei Vertragsbeginn vollen Versicherungsschutz genießen. Auch wenn einige gesetzliche Krankenkassen (darunter unter anderem die GEK, die BKK Seidensticker Gildemeister oder die Bertelsmann BKK) auf deren Internetseiten etwas anderes behauptet haben und teilweise noch behaupten, das ist falsch. Die Gesetzeslage ist mehr als eindeutig. Bei einem Wechsel aus der GKV bestehen keine Wartezeiten in der Privaten Krankenversicherung!

Wenn ich innerhalb der Privaten Krankenversicherung wechsle, gelten dann auch die Wartezeiten?

Nein. Genau wie ein Wechsel aus der gesetzlichen Krankenkasse, so ist es auch in der Privaten Krankenversicherung. Der einzige Unterschied ist der, das ein Wechsel in der PKV eher nicht empfehlenswert ist. Dennoch können für Mehrleistungen auch bei einem Tarifwechsel innerhalb einer Gesellschaft unterschiedliche Wartezeiten anfallen.

Lässt sich das vermeiden und wenn ja wie?

Bei einem Tarifwechsel innerhalb des eigenen Versicherers bestehen ggf. für die höheren Leistungen Wartezeiten. Zum Teil verzichtet der eine oder andere Versicherer jedoch darauf.

Ist dieses nicht der Fall, so kann der Versicherer durch eine ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung auf die Wartezeiten verzichten. Die Kosten dieser Untersuchung werden von dem Unternehmen aber nicht übernommen und sind somit selbst zu tragen. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, sich an das entsprechende Formular zur ärztlichen Untersuchung zu halten, da jedes Unternehmen eigene Antrags-/ Ergänzungsformulare verwendet.

Was passiert, wenn ich aus dem Ausland komme und erstmals wieder in Deutschland versichert werde?

Bei der Rückkehr nach dem Ausland ist zunächst zu prüfen ob dort ein Versicherungsschutz bestand. In fast allen Fällen ist jedoch zur Risikoprüfung eine neue Einschätzung durch ein ärztliches Zeugnis erforderlich. Hiermit kann das Unternehmen dann den Gesundheitszustand einschätzen und gleichzeitig den Wartezeiterlass bestätigen.

Weitere Informationen zur Tarifauswahl:

Welche Kriterien gelten bei der Auswahl des passenden Tarifs?

Ich möchte einen kulanten Krankenversicherer

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und Kriterienfragebogen

21.
Juni '10

Ärztliche Untersuchung bei der Beantragung einer BU Versicherung


Oftmals werde ich gefragt wann eine ärztliche Untersuchung erforderlich ist, ob diese überhaupt gemacht werden muss und ob dann keine Antragsfragen mehr zu beantworten sind. Doch zunächst der Reihe nach.

Bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder auch bei der Privaten Krankenversicherung werden im Antragsformular Fragen gestellt. Diese sind vom Antragsteller zu beantworten und ermöglichen dem Versicherer eine Einschätzung des Risikos.

Wie krank ist/ war der Antragsteller und welche kosten kommen auf uns zu?

Was gab es an Vorerkrankungen und was könnte uns an (Mehr-)kosten erwarten?

Um wie viel ist das Risiko gegenüber einem gesunden Versicherten erhöht?

Diese Fragen lassen sich mit den Antragsangaben beantworten. Reicht dem Versicherer das nicht aus, so verwendet er so genannte Zusatzfragebögen.

Um dieses zu beantworten ist allein ein Status quo nicht ausreichend. Daher beziehen sich die Angaben auch auf die Vergangenheit.

Bei bestimmten Rentenhöhen in der BU oder bei dem Fehlen einer Vorversicherung in der Krankenversicherung ist meist/ fast immer eine ärztliche Untersuchung nötig. Stellt der Kunde einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsabsicherung beauftragt der Versicherer einen Arzt.

In der Praxis wird der Kunde mit dem Formular zu einem Arzt seiner Wahl geschickt, der Versicherer erteilt eine Weisung was zu untersuchen ist und übernimmt auch die Kosten. Diese Art der Untersuchung(en) ist abhängig von der beantragten Rentenhöhe. Auch hier sind jedoch die Antragsfragen zu beantworten, da der Arzt nur eine Momentaufnahme feststellen kann und die Angaben über die Vergangenheit vom Antragsteller zu machen sind.

In der Privaten Krankenversicherung (PKV) wird die Untersuchung in der Regel bei dem Fehlen einer vorherigen Absicherung verlangt. Diese Kosten werden vom Versicherer nicht übernommen, da der Antragsteller sich versichern möchte und daher seinen Gesundheitszustand darlegen muss.

In jedem Fall nehmen Sie die Unterlagen wieder selbst vom Arzt mit und übergeben diese dann dem Versicherer oder Ihrem Berater. So haben Sie 1.) eine Kopie und können 2.) einmal auf die Antworten und Ergebnisse schauen und diese ggf. besprechen.