Artikel mit ‘Ärzte’ getagged

01.
September '14

Optionstarif oder Anwartschaft- wie sichern sich Medizinstudenten die Krankenversicherung für später?


Da hat das Studium noch nicht einmal ganz angefangen und schon sind einige wichtige Fragen zu klären, Fragen wo sich erst in Jahren zeigen wird, ob die Entscheidung richtig war. Dazu kommt, das ganz viele „Spezialisten“ und „Ärzteberater“ plötzlich „auf der Matte stehen“ und kostenlose Seminare und Benefits für Studenten anbieten, ganz ohne Eigennutz natürlich… nicht!

Warum das Ganze?

Nun, Studenten der (Zahn-)Medizin sind ein typisches Klientel für die spätere private Krankenversicherung. Nicht nur weil diese sehr genau wissen, wie Budgetierung funktioniert und was der Kassenpatient oftmals alles nicht (mehr) bekommt, sondern auch weil diese aufgrund Ihres Einkommens in der Lage sein werden, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Gute Voraussetzungen also, um sich schon zu Beginn des Studiums oder gar schon davor hierzu Gedanken zu machen.

Wie sind Studenten krankenversichert?

Zunächst gilt hier ein wichtiger Grundsatz: Jeder, egal ob er vorher privat oder gesetzlich versichert war, hat mit Beginn des Studiums eine Wahlmöglichkeit. Sie oder er kann selbst entscheiden ob für die Dauer des Studiums eine private Krankenversicherung abgeschlossen werden soll, oder als Student die gesetzliche Krankenkasse die Absicherung übernehmen soll. Wer schon über die Eltern privat versichert war oder ist, der bleibt in der Regel auch da. Eine Gesundheitsprüfung fällt hier nicht mehr an und so wird der bestehende Schutz einfach umgestellt.

Wer hingegen bisher in der GKV versichert war, der muss eine Entscheidung treffen. Diese gilt- bei allen- verbindlich für das komplette Studium. Ein Wechsel der Versicherung oder der Krankenkasse ist natürlich möglich, nicht aber der Wechsel des Systems. GKV bleibt also während des ganzen Studiums GKV, privat bleibt privat.

Wer sollte in die Private Krankenversicherung?

Pauschal ist so eine Aussage natürlich nicht zu treffen und es kommt in jedem Fall auf die persönliche Situation an. Fakt ist in jedem Fall, ein Wechsel in die PKV weil „es billiger ist“ sollten Sie gleich bleiben lassen, denn wie hier beschrieben, eine PKV muss man sich leisten können und wollen.

Gerade bei Ärzten, die nach dem Studium oft über der JAEG verdienen und sich daher dann privat versichern dürfen, stellt sich die Frage, ob sich der Gesundheitszustand und vielleicht sogar das Eintrittsalter nicht irgendwie mitnehmen lassen, so wäre der spätere Versicherungsschutz auf jeden Fall sicher.

Wie sichert man Gesundheitszustand und/ oder Eintrittsalter?

Auch hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die „Konservierung“ des heutigen Zustandes der Gesundheit kann der Student mit einer Anwartschaft oder einem Optionstarif erreichen. Dabei wird die Gesundheitsprüfung heute durchgeführt und spätere Veränderungen werden nicht berücksichtigt. Oftmals nutzen Studenten während der stressigen Prüfungszeit psychologische Sitzungen um damit klar zu kommen und Stress abzubauen. Eine solche Therapie führt meist später zu einer Ablehnung des Antrags und kann hier mit Options- oder Anwartschaftstarifen verhindert werden.

Die Unterschiede liegen im Detail. Wer heute in der GKV ist und sich auch während des Studiums für die gesetzliche Krankenkasse entscheidet, der kann einen Optionstarif abschließen. Dieser ist einzeln zu bekommen (bei einigen Unternehmen) oder an eine Zusatzversicherung gekoppelt. Das bedeutet dann, es besteht Versicherungsschutz neben der GKV, zum Beispiel für das Zweibettzimmer und eine privatärztliche Behandlung und gleichzeitig ist ein Optionsrecht zur Umwandlung in die Vollversicherung enthalten.

Option und Anwartschaft
Wer heute schon in der PKV ist oder das während des Studiums möchte, der sollte genau schauen ob hierbei Optionen noch machbar sind, oftmals verbieten die Versicherer den Abschluss neben einer anderen PKV.

Was ist noch zu beachten? 

Wie oben gut zu sehen entscheidet bei der Option die heutige Auswahl über den Versicherer, nur bei dem lässt sich zukünftig der Vorteil mit dem Gesundheitszustand nutzen. Wer also heute einen Optionstarif abschließen möchte, der sollte sich genau überlegen welcher Versicherer es werden soll und die Auswahlkriterien beachten.

Gerade Medizinstudenten beachten bitte auch den Beitrag zu der Auswahl von Ärztetarifen und Normaltaifen, denn nicht immer ist nur weil „Arzt“ drauf steht auch das beste für Ärzte drin.

 

11.
August '14

Normaltarif oder doch in den speziellen Ärzte Tarif? Wo versichern sich Ärzte in der privaten Krankenversicherung?


Eine doch öfter gestellte Frage betrifft einen kleinen Teil der (potentiellen) Kunden in der privaten Krankenversicherung. Dabei geht es um die, mit dem System direkt zu tun haben, die Ärzte. Generell ist dabei unterscheiden zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen und der Frage ob die Ärzte angestellt oder selbstständig/freiberuflich tätig sind.

Warum überhaupt Ärztetarife?

Spezielle Tarife für die Mediziner haben eine lange Tradition. Die Idee welche dahinter steht ist etwas älter und auch relativ einfach. Früher behandelten sich Ärzte untereinander kostenfrei, man half also einfach den Kollegen mit „seiner“ Dienstleistung und schrieb sich nicht noch untereinander Rechnungen. Da somit für die Behandlung der Ärzte geringere Kosten entstanden als bei einem „normalen“ Patienten, wurden auch spezielle Tarife konstruiert, welche nicht nur anders kalkuliert werden konnten, sondern auch (natürlich) weniger Leistungen enthielten. So wurden die ärztlichen Honorare meist nur bis zum Regelhöchstsatz gezahlt, teilweise wurden auch bestimmte ärztliche Leistungen gar nicht vergütet. Dieses führt zu einer Kostenersparnis der Gesellschaft und daher auch einer geringeren Prämie bei dem Versicherten.

Ärztetarife PKV Uniex

Gibt es die nur für Ärzte?

Solche Zusatztarife gibt es nicht nur bei den Ärzten, einige Gesellschaften bieten diese auch für andere Mediziner, Psychotherapeuten, Zahnärzte oder aber auch speziell für Apotheker an. Auch hier hat es den gleichen Hintergrund. Die Apotheker haben (teilweise) die Möglichkeit Medikamente günstiger zu beziehen und verursachen daher im Rahmen der Kostenerstattung weniger Kosten. Dieses wird honoriert durch einen speziellen Tarif, eine zusätzliche Selbstbeteiligung oder sonstige Beschränkungen auf der Leistungsseite.

Was ist mit Familienangehörigen?

Von diesen Vergünstigungen für Mediziner profitiert nicht nur die Ärztin oder der Arzt selbst, auch Ehegatten, Kinder und teilweise auch unverheiratete Ehepartner. Diese Voraussetzungen gelten natürlich immer nur so lange, wie die „Beziehung“ zu dem Hauptvertragsinhaber besteht. Einige Gesellschaften verlangen zudem eine gemeinsame Beitragszahlung, einen gemeinsamen Versicherungsschein und gegebenenfalls folgen weitere Einschränkungen.

Sind diese Vorteile berechtigt? Heute noch?

Anders als noch vor einigen Jahren behandeln sich die Ärzte untereinander keinesfalls mehr grundsätzlich kostenlos. Zum einen ist es auch unverständlich warum ein Arzt seinem Kollegen nur bei dieser auch Mediziner ist keine Rechnung stellen sollte, zum anderen stellt sich die Frage bei teureren Untersuchungen sowieso nicht. Nehmen wir einen Radiologen, der hat gegebenenfalls Kosten für einen MRT oder eine Computertomographie, auch Röntgenaufnahmen kosten Geld und diese sind schon alleine mit festen Kosten für den Arzt verbunden. Das gleiche gilt für andere Fachrichtungen, ganz zu schweigen von Operationen oder weiteren, kostenintensiven Behandlungen.

Wie ist das mit der Kalkulation?

Tarife in der privaten Krankenversicherung und die dazu gehörenden Prämien beruhenden ja auf einer Kalkulation also einer Annahme, welche Kosten zukünftig entstehen, welcher Kapitalbedarf daher erforderlich ist und daraus folgend welche Rückstellungen gebildet werden müssen um diese Kosten zu tragen. Entwickeln sich die Kosten nun anders (schlechter) als angenommen, so führt das zu einer Anpassung der Beiträge, denn das Leistungsversprechen in der privaten Krankenversicherung gilt bis zum Vertragsablauf/dem Lebensende.

Gibt es viele Versicherer mit Ärztetarifen?

Klassische Ärzteversicherer wie zum Beispiel die Allianz (früher die Vereinte), die DKV oder auch Central sind teilweise heute noch mit entsprechenden Ärztetarif nun am Markt unterwegs. Auch andere Gesellschaften wie AXA, Barmenia oder die LKH Landeskrankenhilfe bieten heute solche Tarife an.

Wie eingangs bereits erwähnt ist es von vielen Umständen abhängig, ob ein solcher Ärzte Tarif sinnvoller ist als ein „klassischer Tarif“. Nicht nur der eigene Leistungsbedarf, sondern auch Fragen wie die weitere berufliche Planung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Ein Arzt der zukünftig plant freiberuflich tätig zu sein und eine eigene Praxis zu eröffnen ist vielleicht in speziellen Ärztetarifen besser aufgehoben, ein Angestellter Arzt in einem großen Klinikum kann daher auch besser in Normaltarife passen. Gerade die Kosten für die Behandlung von schwerwiegenden Krankheiten sind nicht unbedingt günstig und werden auch für Ärzte nicht preiswerter. Wer sich also für einen Tarif mit reduzierten Leistungen entscheidet, der sollte genau überlegen ob er heute und in der Zukunft in der Lage ist, die Differenzkosten gegebenenfalls selbst zu tragen.

Diese oben bildlich dargestellte Auswahl stellt keine abschließende Aufzählung dar, bietet aber einen ersten Überblick über die möglichen Versicherer mit speziellen Ärzte/Zahnärztetarifen.

Was also nun tun?

Wenn Sie als Mediziner vor der Wahl stehen welchen Tarif sie auswählen sollen, dann sollten Sie sich zunächst einmal Gedanken zu den Auswahlkriterien machen. Dazu finden Sie im Bereich private Krankenversicherung weitere Informationen und auch einen Kriterienfragebogen.

Kriterienfragebogen zur Auswahl einer PKV

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

 

20.
August '09

Infektionsschutz Klausel – was bedeutet das?


Liebe Leser,

im Rahmen der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit gibt es die unterschiedlichsten Tarife und Möglichkeiten. Die gesetzliche Definition der Berufsunfähigkeit finden Sie im VVG und hier zum nachlesen.

Dennoch gibt es Berufsgruppen wo manches anders ist. Die Dienstunfähigkeit bei Beamten ist eben so eine Ausnahme, aber auch die Berufsunfähigkeit bei medizinischen Berufen.

Bei diesen ist das Infektionsrisiko nicht nur hoch, sondern kann bei eigenen Erkrankungen eben auch zu einem Verbot der Berufsausübung führen, da eine Gefahr für Patienten besteht. Um dieses auszuschließen verhängt in solchen Fällen das zuständige Amt eine (vorübergehendes oder dauerhaftes) Berufsverbot.

Nun bedeutet das aber im Sinne der Definition noch keine Berufsunfähigkeit. Daher erweitern Gesellschaften dieses mit zusätzlichen Erklärungen und/ oder Klauseln (die so genannte Infektionsschutzklausel), wie zum Beispiel:

(1a) Berufsunfähigkeit im Sinne von § 1 Absatz 1 liegt auch dann vor, wenn eine auf gesetzlichen Vorschriften oder behördlicher Anordnung beruhende Verfügung der versicherten Person verbietet, wegen einer Infektionsgefahr Patienten zu
behandeln, (vollständiges Tätigkeitsver bot) und sich dieses vollständige Tätigkeitsverbot auf einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten erstreckt. Zum Nachweis des Vorliegens eines vollständigen Tätigkeitsverbotes ist uns die Verfügung im Original oder amtlich beglaubigt vorzulegen.

oder auch folgende Formulierungen:

Ist die Berufsausübung aus gesundheitlichen Gründen noch im erforderlichen Umfange möglich (z.B. eine HIV-Infektion, die noch nicht „ausgebrochen“ ist), kommt aber durch die Infektion eine Patientengefährdung in Betracht so gilt:

– bei einem behördlichen Berufsverbot oder einem mindestens sechs Monate andauernden Tätigkeitsverbot durch das Gesundheitsamt aus ausschließlich gesundheitlichen Gründen werden Leistungen erbracht.

– liegt ein solches Verbot nicht vor, wird die Ansteckungsgefahr nach objektiven Kriterien und dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft beurteilt. Im Zweifel würde dazu ein Gutachten eines renommierten Hygienikers eingeholt.

Dabei ist jedoch eines zu beachten. Nicht allein diese Klausel oder das Vorhandensein sollte über den richtigen Schutz entscheiden. Was nützt die Klausel wenn das Bedingungswerk sonst lückenhaft ist und Leistungen verwehrt werden können?

Denken Sie daher bei der Auswahl an die Berücksichtigung der Kriterien und nutzen bei Bedarf meinen Fragebogen für das Gespräch mit Ihrem Berater oder die eigene Information.