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21.
Mai '12

Wenn der Versicherungsvertreter zu langsam vorliest- Urteil des OLG Stuttgart Az. 7 U 157/11


Wer in seinem Antrag auf Kranken-/ Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung die Gesundheitsangaben falsch oder unvollständig beantwortet, der riskiert einen Rücktritt oder eine Anfechtung des Vertrages. (Mehr Infos zur Anzeigepflichtverletzung)

Mit einem aktuellen Urteil (Az. 7 U 157/ 11) hat das OLG Stuttgart am 19. 04. 2012 eine recht eigenwillige Entscheidung getroffen, die so auch nur bedingt nachvollziehbar ist. Bisher waren die Gerichte davon ausgegangen, dass der Kunde trotz der Tatsache, dass der Versicherungsvertreter die Fragen ausfüllte, diese prüfen muss.

Generelle Info: Welcher Vermittler macht was? Unterschied zwischen Versicherungs- Vertreter, Makler und Berater

Der Versicherungsvertreter ist dabei grundsätzlich „Auge und Ohr des Versicherers“, bedeutet also das all das, was er weiss und gesagt bekommt, auch dem Versicherer zugerechnet wird. Das ist auch verständlich, denn anders als der Makler vertritt ein Versicherungsvertreter die Interessen seiner Gesellschaft und nicht die des Kunden. So war in der Vergangenheit die Rechtsprechung einig darüber, welche Angaben wie zuzurechnen sind.

Erzählte ein Versicherter dem Vertreter Krankheiten und lies dieser diese weg oder verharmloste diese, so konnte der Versicherer nicht ohne weiteres zurücktreten und war dennoch an den Antrag gebunden. In dem Fall des Urteils war das nun etwas anders. Es wurden durch die Kundin Angaben nicht gemacht, welche zu einer Ablehnung geführt hätten. (mehr …)