Artikel mit ‘204 VVG’ getagged

10.
April '14

Der Unsinn stirbt nicht aus- wie aus „PKV für 59 EUR!“ jetzt „sparen Sie 40% ohne Wechsel der Gesellschaft“ wurde


Es ist nicht verwunderlich, dennoch macht es das Leben für die seriös arbeitenden Vermittler nicht wirklich einfacher und fördert keineswegs den (teilweise berechtigt) schlechten Ruf der gesamten Branche. Gemeint sind Werbeanzeigen, Pop-up Fenster und sinnlose Werbemails von zweifelhaften Anbietern.

Waren es in den letzten Jahren noch Versprechungen wie „59 EUR für die Private Krankenversicherung“ und wurde mit solchem Unsinn nicht nur der falsche Ansatz gesetzt, sondern auch völlig „verkehrte“ Zielgruppen in die Private Krankenversicherung geschickt, so sind es heute genau diese Menschen, denen skrupellose Vermittler ein zweites Mal Geld abnehmen wollen.

Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen, schrieb ich schon vor Jahren und meine das nach wie vor so. Es gibt eine große Gruppe von Menschen die in die Private Krankenversicherung könnten, es aber definitiv nicht sollten.

PKV- Zielgruppen

Nun ist es natürlich nicht so, das für jede Person aus jeder Gruppe identische Voraussetzungen gelten und nicht auch ein Existenzgründer der „richtige Kandidat“ für die PKV sein kann, aber für viele ist es daher keine Option. Gerade wenn sich der Gründer die „Beiträge in der GKV nicht leisten kann“, dann ist es die falsche Option in die Private Krankenversicherung (PKV) zu gehen. Hier sind die Kostenrisiken, Eigenbeteiligungen und die Entwicklung dann nicht nur unüberschaubar, sondern bergen auch große Risiken.

Deckelung der Courtagen, Weniger Neugeschäft?!

Der Gesetzgeber hat diesen „Alle müssen in die PKV“-Vertrieben das Leben schwerer gemacht und durch Begrenzung der Vergütung in der PKV, über längere Stornohaftungszeiten (mehr …)

31.
Januar '13

Die „Prämien-Drücker“ … über den Sinn und Unsinn von Beitragsoptimierungen in der Privaten Krankenversicherung (PKV)


Die private Krankenversicherung hat teilweise einen durchaus nicht ganz so guten Ruf. Das kommt unter anderem auch daher, dass Versicherer neue Tarife auflegen und die bisher in den alten Tarifen versicherten Kunden nicht so ohne weiteres in die neuen Tarife wechseln können. Zumindest suggerieren einige Unternehmen genau dieses, denn „eigentlich“ gibt es dafür bereits heute gesetzliche Regelungen. Der Paragraph 204 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) regelt einen solchen Tarifwechsel innerhalb eines Unternehmens verbindlich.

Warum wird der Wechsel dann so kompliziert?

Das Problem liegt teilweise im System selbst. Die Berater und Makler, welche einen solchen Tarif vermittelt haben werden für den Abschluss eines solchen Vertrages mit einer Provision oder Courtage honoriert. Diese Courtage dient natürlich auch dazu, die weitere Betreuung des Vertrages zu übernehmen, wenn auch das Verhältnis zwischen einmaliger Abschlussvergütung und laufender Betreuungsvergütung nicht ob die mal ist. Aus diesem Grunde haben „Verkäufer“ nicht unbedingt ein vorrangiges Interesse für so eine Beratung eines Wechsels.

Kann der Kunde einen solchen Wechsel allein?

Grundsätzlich kann natürlich jeder privat krankenversicherter Kunde seinen Versicherer anschreiben und ihn um ein Umstellungsangebot nach Paragraph 204 VVG bitten, dieses sollte er (manchmal erst nach einigen Erinnerungen) auch bekommen, denn dieses Recht steht dem Kunden eindeutig zu. Dennoch ist es sehr schwierig für den Endkunden zu beurteilen, ob denn das vom Versicherer gemachte Angebot überhaupt sinnvoll ist und ob es nicht vielleicht andere (bessere) Tarifmöglichkeiten gibt, die der Versicherer so nicht auf den ersten Blick offenbaren möchte.

Aus Versicherersicht ist das durchaus verständlich, wenn auch nicht zu tolerieren. Der Versicherer wird nach einem Tarifwechsel in einen neuen Tarif für eine vergleichbare Leistung weniger Beitragseinnahmen erhalten. Aus diesem Grund sträuben sich einige Unternehmen dagegen und versuchen einen solchen Wechsel mit teilweise abstrusen Risikozuschlägen zu verhindern. Die wenigsten Kunden wissen jedoch, dass man die so genannten Mehrleistungen (also versicherte Leistungen die im neuen Tarif besser sind als bisher) auch ausschließen kann, und daher keinen entsprechenden Risikozuschlag zahlen muss. Das gerade ist der Reiz an dem Tarifwechsel recht welches gesetzlich vorgeschrieben ist.

Der neue (lukrative) Geschäftszweig?

Dieses Problem haben auch einige (teilweise nicht ganz so seriöse) „Tarifwechselberater“ erkannt. Neben einigen großen Anbietern am Markt finden sich auch kleine und weniger seriöse Anbieter. Versprochen wird fast immer das gleiche. Bei gleichen Leistungen wird dem Kunden suggeriert erspare Jahr für Jahr einige hundert- oder gar tausende Euro allein dadurch, dass ihm der Berater zu einem Tarifwechsel verhilft. Diese Beratung wird, wie eingangs geschrieben, durch die Versicherer nicht bezahlt. Daher berechnen die Berater ein Honorar,

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27.
Januar '12

Risikozuschläge bei Tarifwechsel innerhalb der eigenen Privaten Krankenversicherung (PKV)


Bei meinem Lesen der Beiträge auf  frag-einen-anwalt, staunte ich nicht schlecht. Am besten der Nutzer hätte hier seine 55 EUR sinnvoller investiert, denn die Antwort ist falsch, zumindest unvollständig. Leider kann das der Fragende nicht wissen, deswegen hofft er ja auf kompetente Antwort. Doch im Einzelnen:

Ein Nutzer hat ein Problem beim Wechsel innerhalb seiner privaten Krankenversicherung. Dazu stellt er folgende Frage:

Auszug aus frag-einen-anwalt.de (c)

Dabei ergeben sich zwei grundsätzliche Probleme. Der Versicherer des Kunden möchte nach dem Tarifwechsel zunächst einen Zuschlag für drei Erkrankungen. Zwei dieser Erkrankungen lassen sich mit Befundberichten widerlegen, eine bleibt jedoch. Dennoch möchte der Versicherer den Zuschlag hier nicht reduzieren.
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09.
Dezember '10

Tarifwechsel nach § 204 VVG statt Kündigung bei Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung


Viele Versicherte in der Privaten Krankenversicherung (PKV) werden in diesen Tagen Post von Ihrem Versicherer bekommen. Oft ist diese nicht unbedingt angenehm, denn es wird mitgeteilt, dass eine Anpassung der Beiträge erforderlich ist. Abhängig von der Höhe der Anpassung und dem bisherigen Beitragsverlauf im eigenen Vertrag, denken viele schnell über eine Kündigung des Versicherungsschutzes nach. Dieses ist jedoch nicht in jedem Fall ratsam, wie bereits im Beitrag „Nicht voreilig kündigen bei Beitragsanpassung“ ausführlich beschrieben.

Nun teilen sich jedoch die Versicherten in mehrere „Gruppen“ mit unterschiedlichen Optionen.

Alle gemeinsam haben in der Regel das Ziel, ihren Versicherungsschutz zu optimieren, die Beiträge zu senken oder zumindest zu stabilisieren. Dabei stellt sich oftmals heraus, dass bei Vertragsabschluss nicht alle oder nicht die richtigen Auswahlkriterien berücksichtigt wurden. So glaubt mancher Versicherte „er fahre eine Luxuslimousine“ und der Vertrag erweist sich als „Kleinwagen“.

Die jungen und gesunden Versicherten, noch nicht allzulang bei dem jeweiligen Unternehmen versichert, Tarif nicht optimal.

Diese haben es in der Regel noch leicht, einen Tarif-/ Versichererwechsel zu realisieren. Dabei sollte die Auswahl sorgfältig getroffen werden, jedoch dann verbindlich sein.

Die mehrere Jahre Versicherten, einige Vorerkrankungen, Tarifwahl auch hier nicht optimal.

Hier wird es schon komplizierter, ein Tarifwechsel und auch der Wechsel des Unternehmens ist aber durchaus noch denkbar, wenn dadurch langfristig ein besseres Ergebnis erzielt werden kann und der Tarif besser zu den eigenen Wünschen passt. Oft ist hier dann jedoch mit (neuen) Risikoaufschlägen zu rechnen.

Die langjährig Versicherten, oftmals schon „älter“ und mit mehreren Vorerkrankungen, Tarif ist teuer geworden und erreicht schon den Arbeitgeberhöchstzuschuss.

Hier stellt sich die Frage nach einem neuen Unternehmen nicht (mehr). Entweder wäre dabei ein deutlich höheres Eintrittsalter zu berücksichtigen oder es sprechen gravierende Vorerkrankungen gegen eine neue Risikoprüfung.

Doch auch diesen Versicherten stehen Möglichkeiten offen, den Tarif innerhalb des eigenen Unternehmens zu wechseln und sich somit nicht nur in marktgerechte und neuere Tarife zu bewegen, sondern auch die Prämie deutlich zu senken. Grundlage für ein solches Wechselrecht ist der § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)

(1) Bei bestehendem Versicherungsverhältnis kann der Versicherungsnehmer vom Versicherer verlangen, dass dieser

1. Anträge auf Wechsel in andere Tarife mit gleichartigem Versicherungsschutz unter Anrechnung der aus dem Vertrag erworbenen Rechte und der Alterungsrückstellung annimmt; soweit die Leistungen in dem Tarif, in den der Versicherungsnehmer wechseln will, höher oder umfassender sind als in dem bisherigen Tarif, kann der Versicherer für die Mehrleistung einen Leistungsausschluss oder einen angemessenen Risikozuschlag und insoweit auch eine Wartezeit verlangen; der Versicherungsnehmer kann die Vereinbarung eines Risikozuschlages und einer Wartezeit dadurch abwenden, dass er hinsichtlich der Mehrleistung einen Leistungsausschluss vereinbart;

Oftmals wird jedoch der Versicherer nicht unbedingt „freiwillig“ einen solchen Tarifwechsel anbieten. Begründet wird dieses oftmals damit, dass der Versicherungsschutz im neuen Tarif besser ist, Teilbereiche besser leistet und somit nicht gleichartig sei.

Sie sollten sich dadurch aber nicht entmutigen lassen und beharrlich bleiben. Fragen Sie schriftlich und unter setzen einer angemessenen Frist bei dem Unternehmen an. Verlangen Sie ausdrücklich einen Tarifwechsel gemäß §204 VVG und dem Hinweis, die Mehrleistungen ausschließen zu wollen (falls eine Risikoprüfung einen Abschluss verhindert).

„Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte unterbreiten Sie mir für meinen Vertrag Nr. ….. ein Angebot für einen Tarifwechsel gemäß § 204 VVG. Sollten keine leistungsgleichen Tarife vorhanden sein, so unterbreiten Sie mir bitte ein Angebot unter Ausschluss der Mehrleistungen. Ergeben sich Verschlechterungen in dem neuen Tarif, so informieren Sie mich bitte schriftlich über solche.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich ein Interesse an einer Prämiensenkung habe und daher einen solchen Tarifwechsel ernsthaft in Erwägung ziehe.“

In vielen anderen Blogbeiträgen zum Thema Beitragsanpassungen und Beitragsentwicklung finden Sie in den Kommentaren zum Teil interessante Aussagen zur Beitragsentwicklung. Daher steuern Sie vorzeitig dagegen und versuchen sich sorgfältig mit den Tarifen, Versicherungsbedingungen und (soweit möglich) dem Unternehmen zu beschäftigen.

Weitere Informationen:

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung

Reale Beitragsentwicklung in verschiedenen Tarifen

Beitragsanpassungen 2011