Archiv für die Kategorie ‘Gastbeiträge’

26.
Mai '16

KT plus der ARAG, das Krankentagegeld als Lösung bei Berufsunfähigkeit?


Der eine (die KV) zahlt nicht mehr, während die andere (Berufsunfähigkeitsversicherung) noch nicht zahlt. Das ist dann dieser Super-Gau der eintreten kann und einige Versicherte an das Ende der finanziellen Möglichkeiten bringt. Doch wo genau das Problem liegt und wie die ARAG Krankenversicherung dieses lösen möchte, das schaue ich mir hier im Artikel einmal genauer an.

Das Problem bei dem Übergang von Arbeits- zu Berufsunfähigkeit

Um überhaupt zu verstehen warum es hier ein Problem gibt, ist die Definition beider „Zustände“ zu klären. Bereist in anderen Artikeln zum Übergang von Krankentagegeld zur Berufsunfähigkeit bin ich genau auf dieses Thema eingegangen. Es kann durchaus passieren, der Krankentagegeldversicherer stellt eine Berufsunfähigkeit im Sinne seiner Bedingungen fest und beendet dann nicht nur die Leistung, sondern auch den Vertrag für die Krankentagegeldversicherung. Dann folgt eine so genannte

Nachleistungspflicht

Das ist- vereinfacht erklärt- nichts anderes als der Zeitrum, in dem eine Zahlung des Krankentagegeldes auch dann noch erfolgt, wenn eigentlich schon Berufsunfähigkeit vorliegt und damit die Leistung beendet ist. Eine solche Regelung findet sich in den Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung MB/KT und damit auch in den Bedingungen der einzelnen Versicherer. Dort heisst es zunächst:

(1) Das Versicherungsverhältnis endet hinsichtlich der betroffennen versicherten Personen (…) b)  mit Eintritt der Berufsunfähigkeit. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund im bisher ausgeübten Beruf auf nicht absehbare Zeit mehr als 50 % erwerbsunfähig ist. Besteht jedoch zu diesem Zeitpunkt in einem bereits eingetretenen Versicherungsfall Arbeitsunfähigkeit, so endet das Versicherungsverhältnis nicht vor dem Zeitpunkt, bis zu dem der Versicherer seine im Tarif aufgeführten Leistungen für diese Arbeitsunfähigkeit zu erbringen hat, spätestens aber drei Monate nach Eintritt der Berufsunfähigkeit;

Wer also berufsunfähig ist, der bekommt noch drei Monate Krankentagegeld (als maximale Leistungsdauer) und dann endet der Vertrag und die Zahlung. Eine Umstellung auf eine Anwartschaft ist jedoch möglich.KT BU Übergang

Das Krankentagegeld KT plus der ARAG Krankenversicherung

Mit dem neuen Produkt der ARAG Krankenversicherung möchte diese einige Punkte verbessern, welche bisher in den Bedingungen der Krankenversicherung nicht optimal gelöst sind. Weiterhin ist ein Abschluss ohne Gesundheitsprüfung möglich, zumindest fast. Mehr dazu aber gleich.

Die Eckdaten des Produktes:

  • – abgestimmte Formulierung der Definition „Was ist Berufsunfähigkeit“ zwischen dem BU Versicherer und der ARAG

Doch bevor jetzt alle in Freudensprünge ausbrechen, gerade weil der Schutz ohne Gesundheitsprüfung beworben wird, schauen wir uns das doch einmal im Detail an. Zunächst einmal wurde die Definition der Berufsunfähigkeit angepasst. Bisher heisst es in den Musterbedingungen MBKT dazu in §15 (1) b, Satz 2:

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund im bisher ausgeübten Beruf auf nicht absehbare Zeit mehr als 50% erwerbsunfähig ist.

Abweichend dazu hat die ARAG in den Bedingungen zum KT plus vereinbart:

„Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen ihren zuletzt ausgeübten Beruf nicht zu mindestens 50% ausüben kann.“

Diese neue, verbesserte Formulierung entspricht der Regelung in den Bedingungswerken vieler BU Versicherer und ist besser und genauer formuliert.

  • – Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht (nach drei Jahren oder solange die BU besteht)

Das haben andere Unternehmen durchaus schon länger, den Verzicht auf das Kündigungsrecht. Die ARAG geht hier einen geteilten Weg. Zunächst einmal besteht ein Kündigungsrecht auf welches nach drei Jahren verzichtet wird. Besteht aber die BU Absicherung weiter (die zeitgleich beantragte), so verzichtet der Versicherer auch in den ersten drei Jahren auf das Kündigungsrecht, wenn die BU beitragspflichtig besteht.

ARAG KT plus Kündigungstecht AVB

Wer nun seine Berufsunfähigkeitsversicherung stundet, beitragsfrei stellen muss weil er während der Krankheit kein Geld hat oder warum auch immer, für den gilt der Wegfall des Kündigungsrechtes NICHT. Das Wort „beitragspflichtig“ in dem Satz mit der bestehenden BU ist also eher kritisch.

  • – Nachleistungspflicht in der Krankenversicherung auf 6 Monate verlängert

Klingt gut. Nicht nur drei sondern sogar sechs Monate wird das Krankengeld gezahlt, auch wenn schon Berufsunfähigkeit besteht. Aber:

ARAG KT plus Nachleistunng AVB

Die BU muss somit nicht nur bestehen, auch der Antrag auf Leistungen aus der BU Versicherung muss gestellt werden, zudem darf kein Leistungsausschluss der Grund sein, warum hier nicht geleistet wird. Wer also bei Abschuss der BU einen Ausschluss bekommt, der hat hier keine Verlängerung auf sechs Monate.

– Anpassungsmöglichkeiten bei gestiegenem Nettoeinkommen und alle drei Jahre

Gerechnet ab dem Jahr 2015 findet alle drei Jahre eine Anpassung statt. Frühestens in 2018 bietet die ARAG dann eine Erhöhung des Krankentagegeldes an. Diese ist an die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes gekoppelt und beträgt maximal 10%. Wer sein Krankentagegeld aber innerhalb der letzten 24 Monate vor dieser Anpassung aufgrund des veränderten Nettoeinkommens angepasst hat, der darf hier nicht erneut anpassen.

  • – keine extra Gesundheitsprüfung wenn gleichzeitig BU beantragt und angenommen wird

Keine Gesundheitsprüfung für das Krankentagegeld. Das klingt aber erst einmal besser als es ist. Richtig ist, der Antrag der ARAG Krankenversicherung enthält KEINE Gesundheitsfragen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Eine Beantragung dieses KTplus ist nur möglich, wenn ZEITGLEICH ein Berufsunfähigkeitsschutz bei einem der folgenden Versicherer beantragt wird. Ist dieser aber schon vorhanden, so ist das nicht möglich.

ARAG KT plus BU Versicherer

Der Hintergrund ist einfach. Mit der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung (selbstständige BU oder aber die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit einer versicherten Rente) erfolgt bei dem BU Versicherer eine Gesundheitsprüfung. Nimmt dieser den Antrag an, so unterstellt die ARAG das es „schon passen wird“ und nimmt auch den Antrag auf Krankentagegeld an. Dazu hat sich der Versicherer mit vier Maklerpools zusammen getan. Beide Anträge müssen über den Pool eingereicht werden, der Pool informiert dann die ARAG das dieser Antrag angenommen wurde, dann kann auch der KT Antrag angenommen werden.

ARAG KT plus Annahme AVB

  • – KT plus in 5 Euro Schritten zwischen 15 und 30 Euro Tagessatz möglich

Die maximale Absicherungshöhe liegt bei 30 Euro, also 900 Euro im Monat. Ohne ein anderweitig bestehendes Krankengeld wird das also nicht reichen. Für einen gesetzlich Krankenversicherten Arbeitnehmer ist das durchaus machbar, denn der bekommt neben seinem Krankengeld aus der Gesetzlichen Krankenkasse dann auch das der ARAG. Wer privat krankenversichert ist, der sollte zudem UNBEDINGT DARAUF ACHTEN, das ein solcher Abschluss eines weiteren Krankengeldes dem alten Versicherer angezeigt werden muss. Wird dieses nicht getan, besteht eine Verletzung der vertraglichen Obliegenheiten, welches sogar zu einer Kündigung des bestehenden Vertrages führen kann. –> Mehr Infos zum Krankentagegeld und dem Bedarf

ARAG KT plus – Die Prämien

Die Prämien des KT plus richten sich- wie üblich- nach dem Entrittalter bei Vertragsabschluss und dem Tagessatz. Dabei ist das aktuelle Kalenderjahr minus Geburtsjahr die Rechnung für das Eintrittsalter. Die Prämien beginnen bei 3,60 € für 15 Euro Tagessatz bei einem 18-jährigen bis hin zu 30,60 Euro bei 30 Euro Tagessatz bei einem/einer sechzigjährigen/r.

KT plus ARAG Beiträge

Ihr Weg zum ARAG KT plus

Zunächst einmal müssen Sie versicherungsfähig sein. Das sind sowohl Angestellte aber auch Selbstständige welche einen Arbeitsausfall absichern wollen und müssen. Weiterhin muss zeitgleich ein Versicherungsschutz für die Berufsunfähigkeit abgeschlossen werden. Dafür sollte ein bestehender Schutz nicht leichtfertig aufgegeben werden, nur wenn dieser nicht passt und eine Annahme zu neuen Konditionen besser ist, nur dann ist eine Änderung nötig und sinnvoll.

Nachdem diese Voraussetzungen erfüllt sind, sind folgende Schritte sinnvoll und nötig.

1.) Machen Sie sich Gedanken über die passende Berufsunfähigkeitsversicherung. Dazu lesen Sie bitte eimal die Auswahlkriterien zur BU, im Leitfaden Berufsunfähigkeit finden Sie weitere Informationen

2.) Füllen Sie nun den Kriterienfragebogen zur Berufsunfähigkeitsversicherung aus

3.) Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Berater den passenden Schutz zur Berufsunfähigkeit, stellen Sie eine anonyme Voranfrage und klären so vorher die Annahme

Wenn all diese Schritte erledigt sind, dann überlegen Sie im Rahmen der Beratung ob das ergänzende KT plus der ARAG für Sie sinnvoll ist und beantragen dieses dann parallel.

Unterlagen und Vertragliches zum KT plus der ARAG

Mein Fazit

Das Krankentagegeld KT plus der ARAG ist eine gute Idee, welche leider nur auf einen kleinen Kundenkreis passt. Wichtig ist in jedem Fall der gleichzeitige Abschluss mit der BU, nicht nachher, nicht später, zeitgleich. Aber hier ist es auch Aufgabe des Vermittlers den Kunden auf solche Möglichkeiten hinzuweisen. Weiterhin sind bestehende Verträge bei anderen Unternehmen unbedingt zu berücksichtigen und diese Versicherer im Rahmen der vertraglichen Obliegenheiten zu benachrichtigen. Interessant ist aber die Absicherungsmöglichkeit von Studenten, dazu in einem weiteren Beitrag mehr.

Ob ein solches ergänzendes Krankentaggeld notwenig ist oder bereits mit einem bestehenden Vertrag abgedeckt ist, das hängt auch davon ab welcher BU Schutz besteht. Durch die kürzlich bei einigen Unternehmen eingeführten Regelungen zur BU Leistung auch bei bestehender Arbeitsunfähigkeit ist auch hier eine entsprechende Absicherung und die Schließung der Lücke gegeben.

Lesehinweis: Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung bei längerer Krankschreibung auch ohne BU

22.
April '16

Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung


Wer die Wahl hat, hat die Qual. Jeder, der nicht zu den Krankenversicherungspflichtigen gehört, also jeder, der kein Arbeitnehmer ist oder die Versicherungspflichtgrenze von 56.250 Euro pro Jahr übersteigt, kann wählen, ob er sich gesetzlich oder privat krankenversichern möchte. Während die Höhe der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) festgelegt ist, allerdings seit 2016 mit einem Zusatzbeitrag versehen werden kann, werden bei den privaten Krankenversicherungen (PKV) die Tarife nach statistischen Angaben berechnet. Und zwar danach, wie viel die medizinische Versorgung eines Versicherten im Laufe seines Lebens – statistisch gesehen – kosten wird. Dabei setzt sich der Beitrag aus dem Risikoanteil, dem Verwaltungskostenanteil und dem Sparanteil zusammen. Und dann wäre da noch die Leistung: Je mehr man als Versicherter haben möchte, umso höher werden die Beiträge.

Geld sparen durch Tarifwechsel innerhalb der VersicherungDas heißt aber nun nicht, dass die Beiträge in der PKV immer stabil bleiben. So werden Beiträge regelmäßig angepasst. Grund dafür sind zum einen die Fortschritte in der Medizin, zum anderen die immer höhere Lebenserwartung. Diese Erhöhungen können auf Dauer gesehen für den Versicherten teuer werden. Die Lösung: Ein Tarifwechsel innerhalb der Versicherung, der erheblich Geld sparen lässt. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten!

Wann sich ein Tarifwechsel lohnt

In schöner Regelmäßigkeit kreieren private Krankenversicherungen neue Tarife, von denen bereits Versicherte allerdings wenig bis gar nichts mitbekommen. Denn die Versicherungen präsentieren diese Tarife nur denen, die als Neukunden angelockt werden sollen. Und diese erhalten natürlich weitaus günstigere Preise. Das heißt aber nicht, dass alteingesessene Kunden nicht auch in den Genuss dieser günstigeren Tarife kommen können – und das bei oftmals gleichen Leistungen. Was der Kunde, der sparen möchte, jetzt tun muss ist einfach: Vergleichen! Im Idealfall mit einem guten Versicherungsberater. Der Experte von Krankenversicherung.com ist überzeugt: „Wer seinen Vertrag vom Experten untersuchen lässt, kann oft erhebliche Prämieneinsparungen erzielen.“ Auf keinen Fall sollte direkt die Versicherung nach einem günstigeren Tarif angefragt werden, da diese natürlich kaum Interesse haben wird, von bereits Versicherten für gleiche Leistungen weniger Geld zu bekommen. Und auch bei der Eigensuche nach einem günstigeren Tarif kann man schnell den Überblick verlieren, denn Versicherer haben oftmals mehrere hundert Tarife im Angebot.

Das sollte man bei einem Tarifwechsel wissen:

  • Versicherte in einem Alttarif – der oftmals gar nicht mehr angeboten wird – zahlen mehr, weil
    • das Durchschnittsalter der Tarifgemeinschaft steigt
    • die Versicherten häufiger krank werden
    • für Behandlungen höhere Kosten gezahlt werden müssen
  • Höhere Kosten in Tarifen entstehen, wenn viele Gesunde wechseln. Der Experte spricht dabei von „Entmischung“. Ergo halten sich die Einnahmen und die Kosten nicht mehr die Waage, die Tarife werden erhöht!
  • Je länger man in einem Tarif versichert ist, umso vielversprechender ist es, einen Tarifwechsel zu vollziehen.
  • Sofern ein Wechsel in einen Tarif mit besseren Leistungen erwägt wird, muss man damit rechnen, dass der Versicherte einen Risikozuschlag verlangen kann.
  • Auch eine erneute Gesundheitsprüfung oder eine Wartezeit, in der die höheren Leistungen nicht in Anspruch genommen werden können, ist möglich.
  • Bei einer negativen Gesundheitsprüfung kann der Versicherer die höheren Leistungen ausschließen.

Im Übrigen ist ein Tarifwechsel immer einem Versicherungswechsel vorzuziehen. Der Grund sind vor allem die sogenannten Altersrückstellungen. Diese werden von Versicherungen angelegt, da damit zu rechnen ist, dass im Alter häufigere Behandlungen notwendig sind. Damit die Versicherungsprämien bezahlbar bleiben, werden die Altersrückstellungen angespart. Bei einem Tarifwechsel bleiben diese erhalten, bei einem Versicherungswechsel nicht.

Versicherer versuchen den Tarifwechsel ihrer Kunden zu verhindernTarifwechsel in der privaten Krankenversicherungen

Dass die Versicherungsgesellschaften wenig Interesse daran haben, für die gleiche Leistung weniger Geld einzunehmen, liegt auf der Hand. Aus diesem Grund versuchen viele Versicherer dem Kunden Steine in den Weg zu legen und kommen oft mit Behauptungen daher, die so nicht stimmen:

  • Ein Tarifwechsel kann nur gegen eine Gesundheitsprüfung stattfinden.
  • Ein Tarifwechsel ist an einen Risikozuschlag gebunden.
  • Der günstigere Tarif ist nur für Neukunden.
  • Der Tarif kann nur von bestimmten Jahrgängen abgeschlossen werden.
  • Es ist nicht möglich, bei gleichem Versicherungsschutz weniger zu zahlen. Dies ist unvereinbar!
  • Das Wechselverfahren ist kompliziert und zeitaufwändig.

Durch diese Behauptungen soll ein Tarifwechsel verhindert werden, dann dieser lässt die Versicherungsgesellschaften das Geld, das durch niedrigere Prämien gespart wird, verlieren und gleichzeitig werden die attraktiven Tarife für Neukunden kaputtgemacht.

Kein Wunder, dass die Versicherungsunternehmen so reagieren. Auch wenn die privaten Zusatzversicherungen in den letzten Jahren gestiegen sind, die Zahl der Versicherten mit Krankenvollversicherung stagniert.

Jahr Krankenvollversicherung Priv. Pflegeversicherung Priv. Zusatzversicherung

Jahr Krankenvollversicherung Priv. Pflegeversicherung Priv. Zusatzversicherung
2009 8.811.000 9.534.000 21.478.000
2010 8.896.000 9.593.000 21.969.000
2011 8.976.000 9.667.000 22.499.000
2012 8.956.000 9.620.000 23.071.000
2013 8.890.000 9.538.000 23.895.000
2014 8.834.000 9.473.000 24.342.000

Quelle: de.statista.com

Tarifwechsel: Beispiele und Ersparnisse

Spätestens zum Jahresende hin werden viele Versicherte der PKV daran erinnert, dass die Versicherungsprämien der Krankenversicherung steigen. Denn dann flattern regelmäßig Schreiben ins Haus, die eine Erhöhung für das kommende Jahr vorsehen. Spätestens dann sollte man aktiv werden und die Erhöhung nicht einfach hinnehmen. Ein paar unverbindliche Rechenbeispiele sollen die Ersparnis bei einem Tarifwechsel deutlich machen.

• Ein 40-jährigen Selbstständiger zahlt bisher 427,00 € monatlich. Durch einen Tarifwechsel reduziert sich die Versicherungsprämie auf monatlich 323,00 €. Das ist eine Ersparnis von 104 € im Monat. Davon gehen einmalige Beratungskosten für den Versicherungsexperten in Höhe von 742,56 € weg, bleibt für das erste Jahr eine Ersparnis von 505,44 €. Nach dem zweiten Jahr hat man sich bereits 1.753,44 € gespart und nach fünf Jahren sind es 5.497,44 €.
• Ein 49-jähriger Angestellter, der über der Versicherungspflichtgrenze liegt, zahlt in seinem alten Tarif 620,00 €. Nach dem Wechsel in einen neuen Tarif zahlt er nur noch 330,00 €, eine Ersparnis von 290,00 € monatlich. Abzüglich der Beratungskosten von 2.070,60 € spart er sich im ersten Jahr nach dem Wechsel 1.409,40 €. Nach dem zweiten Jahr hat er sich 4.889,40 € gespart, nach fünf Jahren 15.329,40 €.
• Eine 74-jährige Rentnerin zahlt 735,00 € in ihrem alten Tarif und wechselt in einen neuen, in dem sie nur noch 506,00 € monatlich zahlen muss. Die Ersparnis von 229,00 € im Monat bedeutet – abzüglich der Beratungskosten von 1.635,06 € eine Ersparnis von 1.112,94 € im ersten Jahr. Nach dem zweiten Jahr hat sie bereits 3.860,94 € eingespart, nach dem fünften Jahr sind es 12.104,94 €.

Diese Rechenbeispiele zeigen deutlich, wie sinnvoll es ist, die Tarife der privaten Krankenversicherung zu vergleichen und im Fall des Falles zu wechseln.

Disclaimer: Bei dem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag, welcher hier im Blog veröffentlicht wird.

09.
Juli '12

Gastbeitrag: Was passiert mit meiner privaten Krankenversicherung, wenn ich meinen Beamtenstatus aufgebe und keinen Beihilfeanspruch mehr habe?


Viele Beamte wechseln nach einer Zeit im Beamtenstatus in die freie Wirtschaft. Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter aber auch Lehrer finden oftmals in der privaten Wirtschaft nicht nur ein besseres Gehalt, sondern auch vergleichbare Sicherheit. Doch gerade dann stellen sich viele Fragen.

Kann ich in der privaten Krankenversicherung bleiben?

Beamte (und Angehörige), die Ihren Beihilfeanspruch verlieren, weil Sie aus dem Beamtenverhältnis ausscheiden, werden in der GKV nicht immer versicherungspflichtig. Wenn Sie im Anschluss an das Beamtenverhältnis z.B. selbständig/freiberuflich tätig werden, oder in einer neuen Anstellung über ein entsprechendes Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2012 JAEG 50.850€) verdienen, bleibt die Versicherungsfreiheit bestehen und die PKV muss dann in Tarife mit 100% Leistungsanspruch umgestellt werden. Das dieses ohne erneute Gesundheitsprüfung beantragt werden kann ergibt sich aus dem § 199 des Versicherungsvertragsgesetz.

§ 199
 Beihilfeempfänger

(2) Ändert sich bei einer versicherten Person mit Anspruch auf Beihilfe nach den Grundsätzen des öffentlichen Dienstes der Beihilfebemessungssatz oder entfällt der Beihilfeanspruch, hat der Versicherungsnehmer Anspruch darauf, dass der Versicherer den Versicherungsschutz im Rahmen der bestehenden Krankheitskostentarife so anpasst, dass dadurch der veränderte Beihilfebemessungssatz oder der weggefallene Beihilfeanspruch ausgeglichen wird. Wird der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung gestellt, hat der Versicherer den angepassten Versicherungsschutz ohne Risikoprüfung oder Wartezeiten zu gewähren.

Auf den ersten Blick scheint die Lösung ausreichen und problemfrei zu sein. Etwas wichtiges wird dabei aber oft übersehen: Nur bereits bestehender Versicherungsschutz kann aufgestockt werden, eine Nachversicherung von nun fehlenden Tarifbausteinen ohne erneute Gesundheitsprüfung ist in den wenigsten Tarifen vorgesehen und verbirgt sich ein existenzbedrohendes Risiko.
Hier ist insbesondere das Krankentagegeld zu nennen, da es beim Beamten nicht versichert wird. Das ist auch logisch, denn das Risiko von Einkommenseinbußen bei längerer Krankheit wie bspw. bei Freiberuflern oder Angestellten besteht hier nicht, da die Besoldung im Krankheitsfall weiter gezahlt wird. Somit handelt es sich hier auch nicht um eine „Aufstockung“ sondern um einen zusätzlichen Abschluss. Die nachträgliche Versicherung ist dann nur mit einer erneuten Gesundheitsprüfung möglich. Wenn sich der Gesundheitszustand aber geändert hat und ggf. Erkrankungen eingetreten sind kann der Versicherer diese zusätzliche Versicherung auch ablehnen. Das fehlen einer Krankentagegeldabsicherung ist dann ein existenzbedrohendes finanzielles Risiko!

Kommt das überhaupt vor?
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16.
April '12

Gastbeitrag: „Darf’s ein bisschen mehr sein? – Risikoprüfung, Ausschlüsse und Zuschläge in der Berufsunfähigkeitsversicherung, von Hubert Mayer


Keine Sorge, Sie sind schon richtig hier im PKV-BU-Blog und im folgenden Beitrag geht es auch nicht um die Wurst – oder irgendwie schon, aber nur im übertragenen Sinne. Der heutige Beitrag befasst sich mit der Risikoprüfung in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) bzw. der Lebensversicherung (LV). Warum muss ein Antragsteller manchmal mehr zahlen, also einen Risikozuschlag in Kauf nehmen? Warum einen Ausschluss? Und kann man auch statt eines Zuschlages einen Ausschluss vereinbaren? Diese Fragen sollen hier angerissen und erläutert werden.

Die Tarifprämie

Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass Basis für ein Angebot für eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Lebensversicherung eine durchschnittlich gesunde Person ist. Angebote werden grundsätzlich auf dieser Basis erstellt. Die Höhe der Prämie richtet sich dann nach Geschlecht, Eintrittsalter, Laufzeit (geplante Dauer des Versicherungsschutzes), Absicherungshöhe (monatliche Rente bei Berufsunfähigkeit bzw. Altersrente oder Versicherungssumme in der LV) und bei der BUV auch noch insbesondere nach dem ausgeübten Beruf. Der Beruf wird auch bei den Einschätzungen, die später erläutert werden, wieder eine Rolle spielen. Dass beispielsweise ein Straßenbauer eine höhere Prämie für eine gleich hohe Absicherung zahlt wie ein Betriebswirt, dürfte allen Lesen dieses Blogs bekannt sein.

Warum steigt der (Tarif-) Beitrag aber so stark an, wenn die Laufzeit eines Vertrages über das Alter 60 hinaus geht?

Eigentlich auch leicht zu erklären: Die Eintrittswahrscheinlichkeit steigt zum einen sehr stark an, was sowohl mit dem objektiv steigenden Krankheitsrisiko erklärt werden kann als auch mit dem erhöhten subjektiven Risiko, vorzeitig aus dem Beruf auszusteigen und „noch ein wenig Leistung mitnehmen“ – hat man doch all die Jahre sonst „umsonst“ Beiträge gezahlt (hat man natürlich nicht, man bekam die Gegenleistung Versicherungsschutz). Andererseits muss auch eine frühzeitig erbrachte Rente aufgrund von Berufsunfähigkeit entsprechend länger erbracht werden – und das in Zeiten mit einer recht niedrigen Reaktivierungswahrscheinlichkeit (also der Möglichkeit, dass jemand nach einer Zeit der Berufsunfähigkeit wieder eine berufliche Tätigkeit ausübt). (mehr …)

24.
Januar '11

Gastbeitrag: Verwandeln Sie Steuern in inflationsgeschütztes Vermögen – Denkmalimmobilien als Kapitalanlage


Heute lesen Sie einen Gastbeitrag meines Kollegen Dr. Karsten Schütz

Derzeit suchen Kapitalanleger händeringend nach sinnvollen Anlagemöglichkeiten. In erster Linie wünschen Anleger nach den schmerzvollen Verlusten der letzten Jahre bei vermeintlich „lukrativen“ (und nicht selten von den Hausbanken empfohlenen) Kapitalanlagen Sicherheit. Daher mag der eine oder andere überlegen z.B. in deutsche Staatsanleihen oder Festgeldkonten zu investieren, wenn auch zu fast verschwindend geringen Zinsen.

Zweitens wünschen Kapitalanleger Schutz vor einer drohenden Inflation.

Leider würden aber gerade die vermeintlich sicheren Anlagen wie deutsche Staatsanleihen, Festgelder usw. von der vollen Wucht einer Inflation getroffen. Ihr Wert würde aufgezehrt, denn es sind Geldwerte – eine in Inflationszeiten sehr unsichere Anlage!

Es verbleibt daher die sinnvolle Möglichkeit, in Sachwerte zu investieren, deren Werte mit der Inflation steigen! Die Investition, die sowohl vor Inflation schützt und zudem eine hohe Sicherheit statt ewigem „Auf und Ab“ bietet, ist die Immobilie.

In diesem Artikel beschäftige ich mich im Speziellen mit sog. Denkmalimmobilien. Denn solche Denkmalimmobilien haben neben den schon aufgeführten Vorteilen noch einen weiteren, einzigartigen Vorteil: Mit ihnen lassen sich in erheblichem Maße Steuern sparen. Im Folgenden zeige ich Ihnen, warum eine solche Investition eine der derzeit sinnvollsten Anlageformen ist und wie man vorgehen sollte.

1. Sicherheit

Eine gute Immobilieninvestition ist immer eine Investition mit hoher Sicherheit … wenn die Auswahl sorgfältig und systematisch erfolgt!

Hierbei können Sie genauso analytisch vorgehen, wie Sie es bei der Auswahl Ihrer privaten Krankenversicherung getan haben. Auch bei Immobilien gibt es Kriterien (PKV: „Bedingungen“), die unbedingt erfüllt sein müssen, damit sie dauerhaft und nachhaltig ihre Miete und Wertbeständigkeit (PKV: „Leistungen“) realisieren. Und daher gilt bei der Auswahl der Immobilie: Ziehen Sie wie bei der PKV einen Experten zu Rate.

Was sind nun wichtige „Bedingungen“?

Hier einige Beispiele: Neben dem allseits bekannten Kriterium der Lage spielen weitere Faktoren eine Rolle: Ist das Objekt auf den demografischen Wandel ausgerichtet? Entspricht das Objekt den zukünftigen Anforderungen an Energieeffizienz? Ist die Zielgruppe möglicher Mieter eher allgemein oder speziell? Ergibt die spezielle Soziodemographie der Mikrolage eine spezielle Nachfrage nach Wohnraum (z.B. altersgerechtes Wohnen)?

Es wird hier schon deutlich, dass eine Vielzahl von Kriterien – auch in ihrer Wechselwirkung – berücksichtigt werden müssen.

2. Inflationsschutz

Die Mieten und Werte von Immobilien steigen mehr oder weniger gleichmäßig mit der Inflation und bieten daher grundsätzlich den gewünschten Schutz. Nun haben Sie sicher schon einmal gehört, dass die Preise für Immobilien in den letzten Jahren konstant geblieben seien, trotz Inflation. Wie ist das zu erklären? Ganz einfach: Die Preisbetrachtung ist eine Durchschnittsbetrachtung! Ländliche Gebiete und Ballungszentren werden vermischt. Tatsächlich sind aber die Immobilienwerte in ländlichen Gebieten gesunken und in den prosperierenden Ballungszentren gestiegen! Dies ist angesichts eines zunehmenden Zuzugs in die Städte eine Tendenz, die sich voraussichtlich weiter verstärken wird. Wählen Sie eine Immobilie in einem solchen Ballungszentrum aus, ist der Inflationsschutz weit gehend gesichert.

3. Steuern werden zu Vermögen

Denkmalimmobilien stellen das letzte (und vom Staat ausdrücklich gewünschte) „Steuerschlupfloch“ dar. Grundlage sind die §§ 7h/i EStG. In ihnen wird geregelt, dass die Modernisierungskosten einer Denkmalimmobilie steuerlich zu 100% absetzbar sind. Diese kann der Käufer der Immobilie dann verteilt über 12 Jahre abschreiben. So kann er in den ersten 8 Jahren jeweils 9% der Modernisierungskosten pro Jahr absetzen und in den letzten 4 Jahren jeweils 7%. Im Allgemeinen sind ca. 65% – 70% des Kaufpreises abschreibungsfähige Modernisierungskosten. Bei einem Kaufpreis von beispielsweise 200.000 € bedeutet dies, dass Sie insgesamt ca. 140.000 € steuerlich absetzen können.

Ein Beispiel hierzu: Sie (ledig) verdienen über 52.000 € p.a. Dann liegen Sie schon im Spitzensteuersatz und erzeugen den maximalen Steuerhebel bei einer solchen Investition. Erwerben Sie eine Denkmalimmobilie zu o.g. Preis und Modernisierungskosten, können Sie im ersten Jahr 9% von 140.000 €, also 12.600 € steuerlich absetzen. Zusätzlich können Sie, wenn Sie die Immobilie finanzieren, natürlich noch die Darlehenszinsen absetzen. Angenommen Sie finanzieren den kompletten Kaufpreis, also 200.000 €, und bezahlen dafür 4,5% Zinsen, dann können Sie weitere 9.000 € steuerlich geltend machen, insgesamt also 21.600 €. Da Sie aber auch positive Einkünfte in Form von Miete erzielen, sagen wir 7.600 € p.a., können Sie jährlich 14.000 € (!) steuerlich absetzen (21.600 € – 7.600 €).

Die resultierenden Steuerrückzahlungen und die Miete fließen Ihnen zu und diesen Geldfluss lenken Sie in die Entschuldung der Immobilie. Eine steuerlich besser geförderte Kapitalanlage dürfte es derzeit kaum geben! Dieser Steuervorteil lässt sich individuell für jeden Anleger in einer Modellrechnung berechnen.

4. Historisch günstige Finanzierung – (fast) ohne Eigenkapital

Interessant sind für Immobilienerwerber die derzeit extrem niedrigen Zinsen, die langfristig, z.B. für 15 Jahre, gesichert werden können. Bei den meisten denkmalgeschützten Immobilien können derzeit zusätzlich die noch günstigeren KfW-Darlehen genutzt werden.

Eine Kapitalanlageimmobilie sollte sich immer sinnvoll in das Gesamtvermögen des Anlegers einpassen und in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Stimmt dieses Verhältnis, sind die meisten Banken bereit, den gesamten Kaufpreis zu finanzieren. Als Eigenkapital müssen dann lediglich die Kaufnebenkosten (Notar, Grunderwerbssteuer i.H.v. insgesamt ca. 5% – 6%) des Kaufpreises eingebracht werden.

5. Vollständige Verwaltung der Immobilie

Schließlich erfolgt bei den angesprochenen Kapitalanlage-Immobilien auf Wunsch ein vollständiges Vermietungsmanagement durch professionelle und erfahrene Mietverwaltungen. Die Verwalterkosten sind niedrig und zudem steuerlich absetzbar. Dem Eigentümer solcher Immobilien entsteht daher keinerlei Verwaltungsaufwand für Pflege, Vermietung etc. seiner Immobilie.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es kaum einen Zeitpunkt gegeben hat, zu dem eine Investition in eine Immobilie im Allgemeinen und in eine Denkmalimmobilie im Speziellen günstiger war. Allerdings ist die richtige Auswahl der Immobilie entscheidend.

Sollte das Thema Ihr Interesse geweckt haben oder sollten Sie eine steuerliche Modellrechnung wünschen, kontaktieren Sie mich gerne!

Dipl.-Kfm. Dr. Karsten Schütz

http://www.denkmalimmobilie24.de, Mail: kschuetz@drschuetzgmbh.de