Archiv für die Kategorie ‘Recht’

30.
Oktober '14

Gebühren für Kredite jetzt zurückfordern, Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 28. Oktober 2014 mit Az: XI ZR 348/13 und XI ZR 17/14


Auch wenn es nicht direkt etwas mit den Themen private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit oder Vorsorge zu tun hat, indirekt ist es schon etwas was auch Ihren Geldbeutel betreffen kann und daher (und weil ich gestern mehrfach von Kunden gefragt wurde) hier einige Informationen zur aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes.

Gebühren für (Auto-, Immobilien-, Privat-, Konsumenten-) Kredite ab 2004 können zurückgefordert werden

Der Bundesgerichtshof hatte sich bereits im Frühjahr diesen Jahres mit Rückforderungen von Darlehensgebühren beschäftigt, dieses nun in einer Entscheidung vom achten 20. Oktober 2014 erneut klargestellt und präzisiert. Wer also in den Jahren 2004- 2014 bei einer Bank oder Bausparkasse einen Kredit aufgenommen und hierfür Bearbeitungsgebühren gezahlt hat, dem steht jetzt die Möglichkeit der Rückforderung offen.

Dalehensgeb Rueckforderung

In seiner Pressemitteilung Nummer 153/14 schrieb der Bundesgerichtshof am 28.10.2014 folgendes:

„Der u. a. für das Bankrecht zuständige XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute in zwei Entscheidungen erstmals über die Frage des Verjährungsbeginns für Rückforderungsansprüche von Kreditnehmern bei unwirksam formularmäßig vereinbarten Darlehensbearbeitungsentgelten befunden. Danach begann die kenntnisabhängige dreijährige Verjährungsfrist nach § 195 BGB* i. V. m. § 199 Abs. 1 BGB** für früher entstandene Rückforderungsansprüche erst mit dem Schluss des Jahres 2011 zu laufen, weil Darlehensnehmern die Erhebung einer entsprechenden Rückforderungsklage nicht vor dem Jahre 2011 zumutbar war.“

Demnach können diese Gebühren für Kredite auch heute noch zurückgefordert werden, da die dreijährige Frist zur Verjährung erst zum 31.12.2014 endet. Daher haben sie noch einige Wochen Zeit, diesen Anspruch rechtmäßig geltend zu machen. Bitte beachten Sie hierzu, dass sie die Verjährung nur durch die Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheides, die Einreichung einer Klage oder sonstige hemmende Maßnahmen verhindern können.

Dieser Hinweis ersetzt keine rechtliche Beratung, welche ausschließlich den rechtsberatenden Berufen vorbehalten ist. Daher konsultieren Sie für weitere Fragen und sprechende Geltendmachung bitte einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens.

Wie kommen Sie nun an Ihr Geld?

Zunächst einmal können Sie und dafür sind noch einige Wochen bis zum Jahresende Zeit, die Bank oder Bausparkasse auffordern, Ihnen die unberechtigt gezahlten Gebühren für das Darlehen zurückzuerstatten. Eine solche Aufforderung kann formlos erfolgen und ist an keine speziellen Formulierungen gebunden.

Fordern Sie Ihre Bank daher schriftlich, am besten sofort und unter Fristsetzung auf, Ihnen die zu viel gezahlten Beträge zu erstatten. Denken Sie aber bitte daran, dass wenn die Frist ungenutzt verstreicht es nicht ausreicht ein weiteres Schreiben zusenden, gegebenenfalls werden Sie anwaltliche Hilfe beanspruchen müssen keine Fristen zu versäumen.

Sie können auch gern folgenden Mustertext verwenden:

„Datum:

Kontonummer oder Zeichen:
Rückforderung der ohne Rechtsgrundlage gezahlten Bearbeitungsgebühr für das Darlehen

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe im Jahre               bei Ihnen einen Darlehensvertrag geschlossen. In diesem wurde mir eine Bearbeitungsgebühr für den Kredit in Höhe von             € in Rechnung gestellt, welche nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes unzulässig ist.
In seinem Urteil vom 13.05.2014 mit Az. XI 402/12 kam der Bundesgerichtshof bereits zu dem Schluss, dass eine Berechnung solcher Gebühren unzulässig sei. Mit den aktuellen Urteilen vom 28.10.2014 mit Az: XI ZR 348/13 und XI ZR 17/14 hat sich der BGH nunmehr auch zu den Grundsätzen der Verjährung positioniert. Eine Verjährung beginnt demnach erst mit dem Ablauf des Jahres 2011 und ist damit noch nicht eingetreten.
Aus diesem Grund fordere ich Sie auf, die oben genannte, unberechtigte Darlehensgebühr

binnen der kommenden 14 Tage

zu erstatten. Die Erstattung überweisen Sie bitte auf das folgende Konto:
Kontoinhaber:

IBAN: BIC:
Ich weise rein vorsorglich darauf hin, dass ich bei verstreichen dieser Frist rechtlichen Beistand in Anspruch nehmen werde, und die Kosten notfalls auf dem Klageweg geltend mache. Im Sinne einer kundenfreundlichen Regelung gehe ich jedoch davon aus, dass dieses nicht notwendig sein wird.
Mit freundlichen Grüßen“

Dieses Schreiben können Sie unter dem folgenden Link auch als ausführbare WORD-Datei herunter (mehr …)

28.
Oktober '14

Rechtswidrige Datenspeicherung in der „schwarzen Liste“ der Versicherer? So kommen Sie an Ihre Daten


In der letzten Woche mein Kollege Matthias Helberg über die unberechtigte Speicherung von Daten in dem Hinweis-und Informationssystem (HIS) und beschrieb dabei einen Fall, über den mehr gespeichert wurde als es hätte sein dürfen. Aus diesem aktuellen Anlass möchte ich hier noch einmal einige wichtige Punkte zusammenfassen und ihnen damit eine Möglichkeit geben, an Ihre Daten zu kommen.

HIS, was ist das eigentlich?

Bei dem früher beim Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GdV) angesiedelten Datenpool handelt es sich um eine Art SCHUFA für die Versicherungswirtschaft. Hier werden Angaben zu nicht vertragsgemäßen Verhalten, erschwerte Antragsannahme und sonstige Besonderheiten gemeldet. Wer also zum Beispiel seinen Versicherer betrügt, oder es versucht, der kann zu einem entsprechenden Eintrag kommen.

Aber es geht auch viel harmloser, es reicht aus einen Antrag auf zum Beispiel Berufsunfähigkeitsversicherung zu stellen, welche aufgrund von Vorerkrankungen oder anderen Risiken mit einer Erschwernis angenommen wird. Seit 2011 wird dieses nun nicht mehr im Gesamtverband der Versicherungswirtschaft geführt, sondern wurde an die Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH abgegeben. Auf deren Internetseite heißt es:

Das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft dient im Interesse der Versicherungskunden der Aufdeckung und Prävention von Versicherungsbetrug und -missbrauch. Das HIS wurde ursprünglich Anfang 1993 entwickelt und nach umfangreichen technischen und datenschutzrechtlichen Änderungen von der informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH komplett neu entwickelt und zum 1. April 2011 in Betrieb genommen.
Das HIS ist für den Versicherer ein Hilfsmittel bei der Prüfung der in Versicherungsanträgen gemachten Angaben und bei der Aufklärung von Schadenfällen mit Manipulationsverdacht. Eventuellen Hinweise aus dem HIS geht der Versicherer im Rahmen seiner Risiko- oder Leistungsfallprüfung nach und prüft den Sachverhalt eingehend.

Auch das Handelsblatt trifft die Geschichte auf und richtete wie viele andere Medien (z.Bsp. ProContra) über diesen „Fehler im System“.

Wie lange dürfen die Daten gespeichert werden?

Auf Initiative des Kollegen Helberg wurde auch der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg informiert, nahm sich der Sache an und antwortete recht deutlich:

§ 35 Absatz 2 Satz 2 Nummer 4 des Bundesdatenschutzgesetzes schreibt vor, dass Wirtschaftsauskunfteien – dazu gehört auch das HIS – spätestens nach vier Jahren, beginnend mit dem Kalenderjahr, das auf die erstmalige Speicherung folgt, zu prüfen haben, ob die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Speicherung vorliegen. Dies wäre in Ihrem Fall der 31. Dezember 2010 gewesen. Für eine Fortsetzung der Speicherung gab es zu diesem Zeitpunkt keinen Grund. Die Betreiberin der HIS Datei hat somit rechtswidrig gehandelt. Wir haben sie darauf mit der gebotenen Deutlichkeit hingewiesen.

Vereinfacht bedeutet das also, ein Eintrag 2014 ist zum Ende des Jahres 2018 zu löschen. Diese Frist hat man wohl im Jahr 2011, also bei der Verlegung der Daten vom GdF zur Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH, nicht zu ernst genommen und diese einfach mit einer zehn Jahresfrist übernommen. Auf seine Anfrage wurde dem Kollegen Helberg geantwortet:

“Im HIS-System haben wir allerdings in der Sparte Leben einheitlich die ursprünglichen Fristen von 10 Jahren umgesetzt. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Speicherfrist anzupassen.”

Das bedeutet also für alle die schon vor 2011 einmal Anträge auf Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen gestellt haben, dass sie sich mit einer Selbstauskunft ihre Daten beschaffen sollten.

Wie komme ich an meine Daten?

Der Betreiber der Auskunftei, die, bietet auf ihrer Internetseite die Möglichkeit einer kostenlosen Selbstauskunft an, mit der sie alle über die Person, über ein bestimmtes Fahrzeug oder über eine Immobilie gespeicherten Informationen abrufen können. Dazu klicken Sie einfach auf das Bild und gelangen direkt auf die entsprechende Unterseite und den Formularen.

Informa HIS

Mit der Selbstauskunft zu Ihrer Person, welche sie als PDF Datei hier direkt laden können gelangen Sie somit schnell und unkompliziert an die gewünschten Informationen und können dann prüfen, ob dort gegebenenfalls rechtswidrig alte Daten gespeichert blieben.

Weitere Selbstauskünfte auch direkt anfordern!

Und wenn wir gerade beim Thema Datenspeicherungen sind, so sollten Sie direkt die anderen relevanten Auskunftteien um eine Selbstauskunft nach dem Bundesdatenschutzgesetz bitten, um auch hier Ihre Daten direkt überprüfen zu können. Aus unserer Erfahrung mit unseren Kunden können wir sagen, dass jede zehnte Auskunft Fehler enthält und diese oftmals gar nicht entdeckt werden.

Ich habe Ihnen daher nochmals aus meinem älteren Blogbeitrag aus März, zur Relevanz von SCHUFA-Auskünften in der PKV die notwendigen Formulare in einer direkten Übersicht zusammengestellt um Ihnen die Anfragen zu erleichtern. Einzige was ich noch tun müssen, Ihre persönlichen Daten ergänzen, ihren Personalausweis kopieren (die sie bei der Gelegenheit auch gleich einscannen können, dann haben Sie diesen immer vorrätig) und das ganze per Post absenden.

SCHUFA: Für die Bestellung der so genannten „Datenübersicht nach Paragraph 34 BDSG“ darf die SCHUFA keine Gebühren berechnen. Um diese anzufordern stellt das Unternehmen im Internet ein entsprechendes „Bestellformular für die Selbstauskunft der SCHUFA“ zur Verfügung.

INFOSCORE (Bonität): Auch auf der Internetseite von infoscofre (mehr …)

29.
September '14

Wenn Sie die Gesellschaft oder die GKV/PKV wechseln wollen, dann sollten Sie heute noch handeln


Es gibt in der Vertragswelt manchmal Fristen, die sind einem nicht so gewusst und werden schnell vergessen und darum hier eine kleine Erinnerung. Viele Versicherungen haben als Versicherungsjahr das Kalenderjahr und eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Jahresende.

Das bedeutet in der Praxis, dass morgen am 30. September 2014 wie jedes Jahr ein wichtiges Datum ist. Bis zu diesem Datum muss die Kündigung bei der bisherigen Gesellschaft oder auch der gesetzlichen Krankenkasse eingegangen sein, falls diese noch zum 1. Januar 2015 wirksam werden soll. Bei der gesetzlichen Krankenkasse ist der Termin deshalb wichtig, um gegebenenfalls einen privaten Versicherungsschutz noch zum 1.12.2014 (und damit mit dem geringeren Eintrittsalter) zu beginnen.

Kündigung 30-09

Warum ist der Termin so wichtig?

Dieser Termin ist deshalb wichtig, da Sie sonst ein weiteres Jahr an ihren Versicherungsschutz gebunden sind und somit einen vielleicht nicht optimalen oder gänzlich unpassenden Schutz besitzen. Eine umfassende Überprüfung eines solchen Versicherungsschutzes wird heute oder morgen nicht mehr möglich sein, daher ist zu überlegen welche Schritte möglich und nötig sind um dieses bis zum Jahresende nachzuholen. Zu den Risiken einer solchen Kündigung finden Sie unten, je nach Sparte, einige weitere Informationen.

Kann ich die Kündigung auch per E-Mail oder Fax absenden?

Grundsätzlich können Sie einen Versicherungsvertrag je nach Regelungen in den Versicherungsbedingungen schriftlich kündigen. Eine solche Fristwahrung ist meist auch mit einem Fax möglich, das Original der Kündigung sollte jedoch sehr zeitnah nachgereicht werden. In der Vergangenheit gab es ja durchaus Unternehmen, plötzlich die Faxgeräte zu solchen Terminen ausfielen. Daher ist es grundsätzlich ratsam, neben dem Original auf dem Postweg das Fax an die Gesellschaft zu senden. Dabei ist es jedoch unerheblich an welche Faxnummer dieses Fax verschickt wird. Es muss nicht zwingend die Hauptverwaltung sein, eine Zustellung an einen Vertreter der Gesellschaft (Fax in sein Büro oder persönlich abgegeben in diesem) ist natürlich möglich.

Falls Sie per E-Mail kündigen, so besteht das Problem das bei einer normalen E-Mail keine Unterschrift enthalten ist und die Kündigung damit nicht wirksam. Es spricht natürlich nichts dagegen, eine solche Kündigung auszudrücken, ein zu scannen und dann mit Unterschrift per E-Mail zu versenden. Das Problem daran besteht jedoch gegebenenfalls in dem Nachweis, dass die Kündigung auch bei der Gesellschaft zugegangen ist.

Sollten Sie die Kündigung also auf diesem Wege vornehmen wollen oder müssen, so rufen Sie bitte danach dort an und lassen sich gegebenenfalls Fax den Eingang der Kündigung bestätigen.

Was passiert, sollte ich mich anders entscheiden?

Hier muss die Antwort laute:  „das kommt darauf an“, denn eine allgemein verbindliche Regelung gibt es nicht. Kündigen Sie einen Versicherungsvertrag (zum Beispiel einer Hausrat- oder Haftpflichtversicherung) und der Versicherer bestätigt Ihnen die Kündigung, so wird diese auch entsprechend wirksam. Eine Rücknahme der Kündigung ist nur mit Zustimmung des entsprechenden Versicherers möglich, und so kann es durchaus sein das dieser Sie dann nicht mehr haben möchte.

Anders ist das in der Krankenversicherung. Hier besteht in Deutschland im Rahmen der gesetzlichen Krankenkasse und der Krankenvollversicherung eine Pflicht zur Versicherung. Daher kann ein Vertrag auch nur dann wirksam gekündigt werden, wenn der weitergehende Versicherungsschutz nachgewiesen wird. Diese besondere Regelung findet sich in dem Paragraphen 205 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG), dort heißt es:

(6) Abweichend von den Absätzen 1 bis 5 kann der Versicherungsnehmer eine Versicherung, die eine Pflicht aus § 193 Abs. 3 Satz 1 erfüllt, nur dann kündigen, wenn er bei einem anderen Versicherer für die versicherte Person einen neuen Vertrag abschließt, der dieser Pflicht genügt. Die Kündigung wird nur wirksam, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung nachweist, dass die versicherte Person bei einem neuen Versicherer ohne Unterbrechung versichert ist; liegt der Termin, zu dem die Kündigung ausgesprochen wurde, mehr als zwei Monate nach der Kündigungserklärung, muss der Nachweis bis zu diesem Termin erbracht werden.

Dieses bedeutet also in der Praxis, Sie können Ihre gesetzliche aber auch eine bestehende private Krankenversicherung bis zum Ende September kündigen, wird die Kündigung jedoch zum 1. Januar des Folgejahres ausgesprochen, so muss ich zu diesem Zeitpunkt der Nachweis der Weiterversicherung vorgelegt werden. Geschieht das jedoch nicht, weil sie es sich zum Beispiel anders überlegen und doch bei Ihrem Versicherer bleiben möchten, so gilt die Kündigung als unwirksam und der Vertrag zur privaten Krankenversicherung läuft entsprechend weiter.

Auch die Kündigung eine gesetzlichen Krankenkasse funktioniert vergleichbar, denn diese ist mit einer Frist zum Ende des übernächsten Monats kündbar, so dass eine Kündigung im September ein Vertragsende zum 1. Dezember 2014 bewirkt. Dieses ist auch deshalb wichtig, da sie die neuen Versicherungsschutz (wenn dieser eine private Krankenversicherung sein soll) noch mit dem günstigeren Eintrittsalter des Jahres 2014 bekommen können. Auch wenn dieses im Monat vielleicht nur 5-10 Euro ausmachen sollten, so summieren sich diese Beträge über die nächsten Jahrzehnte durchaus zu stattlichen Summen.

Kann ich formlos kündigen oder braucht es einen Vordruck?

Generell ist keine spezielle Vorschrift für die Form der Kündigung erforderlich, außer dass diese schriftlich erfolgen muss. Ich habe Ihnen jedoch bereits seit längerem einige Vordrucke zur Kündigung verschiedener Versicherungen unter dem Menüpunkt Downloads und dort Kündigungsvordrucke zusammengestellt, welche sie sowohl als PDF- als auch Word-Datei finden und gern verwenden können.

Gibt es nach dem 30. September keine Möglichkeit der Kündigung?

Generell ist die Frist zur ordentlichen Kündigung bei den meisten Versicherungen zum 30. September abgelaufen. Eine Ausnahme bildet die Kfz Versicherung, welche eine Frist von einem Monat hat und eine weitere Ausnahme findet sich bei einer stattfindenden Beitragsanpassung. Denn erhöht der Versicherer die Beiträge in Ihrem Vertrag, so besteht auch hier das Recht sich von diesen Vertrag zu lösen. Wichtig ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Erhöhung der Beiträge einer Versicherung automatisch zu einer Kündigung führt. So kann es durchaus vertraglich vereinbarte Anpassungen geben, dazu gehört eine Dynamik oder die Anpassung von Versicherungssummen in der Hausratversicherung, die nicht zwingend eine Kündigungsmöglichkeit beinhalten.

Gibt es sonst noch etwas zu beachten?

Sie sollten ungeachtet aller Fristen nicht sinnlos und übereilt kündigen. Gerade in der Sachversicherung (Hausrat-, Haftpflicht-, oder der Rechtsschutzversicherung) kann es durchaus schwierig werden einen neuen Versicherungsschutz zu bekommen, falls der alte Vertrag mit Schäden behaftet war. Daher sollte hier nur dann gekündigt werden, wenn entweder bereits ein neuer Versicherungsschutz sichergestellt ist oder dieses Risiko vertretbar ist.

In der Krankenversicherung hingegen gelten die oben genannten Ausnahmen, jedoch sollte auch hier nicht unüberlegt gekündigt werden. Gerade bei länger bestehenden Verträgen der privaten Krankenversicherung sind Nachteile bei einer Kündigung (neues Eintrittsalter, neue Gesundheitsprüfung und gegebenenfalls der Verlust von Altersrückstellungen) zu bedenken und auch eine angekündigte Beitragsanpassung oder eine (aus ihrer Sicht schlechte) Beitragsentwicklung führt nicht sofort zu einer Kündigung. Überlegen Sie daher gemeinsam mit Ihrem Berater genau, welche Auswahlkriterien für den entsprechenden Versicherungsschutz notwendig waren und sind.

Besonderheiten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein schlechter Schutz gegen die Absicherung der Berufsunfähigkeit kann hingegen durchaus tragische Folgen haben. Hierbei geht jedoch eine Kündigungsfrist zum Ende der Versicherungsperiode. Zahlen Sie Ihren Vertrag also monatlich, so ist dieser auch mit einer Ein-oder Dreimonatsfrist kündbar und will auch hier entsprechend überlegt sein. Die Auswahlkriterien für den passenden Berufsunfähigskeitsschutz finden Sie hier: Klick!

Daher ist hier nicht unbedingt der 30. September der entscheidende Termin, sondern eine Kündigung auch später möglich. Anders als in der Krankenversicherung besteht jedoch keine Versicherungspflicht, daher kündigen Sie bitte immer erst dann wenn ein neuer Versicherungsschutz sichergestellt ist. Sonst laufen sie Gefahr dass der alte Versicherer die Kündigung akzeptiert und ein neuer Versicherer Ihnen nicht den gewünschten Versicherungsschutz gewähren möchte.

Zum 1. Januar 2015 erhöhen sich die Prämien in der Berufsunfähigkeitsversicherung auch deshalb, weil sich neben dem Eintrittsalter der Zins ändert. Das führt, je nach Konstellation, zu einer Anpassung der Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung von ca. 7-12 %. Daher ist hier eine Überlegung, den Versicherungsschutz noch in diesem Jahr sicherzustellen aus mehreren Gründen sinnvoll.

09.
Juli '14

Der Weg zum passenden Berater in Versicherungs- und Finanzfragen, ein Schaubild


Die Welt er Vermittler, Makler, Vermögens- und Finanzberater ist nicht nur voller Missverständnisse, auch Mythen halten sich wacker und über Generationen hinweg. Selbst vermeintliche (Fach-) Journalisten bekommen „es nicht auf die Reihe“ den Versicherungsvertreter von einem Versicherungsmakler auseinander zu halten.

Auch bei Vermögensberatern denken die meisten an unabhängige Berater die das Vermögen der Kunden mehren. Das diese an bestimmte Gesellschaften gebunden sind und auch nur diese vermitteln können, das ist nicht nur wenig bekannt, wird von diesen auch gekonnt hinter tollen Begriffen wie „Konzeptberatung“ und Vermögensplanung verborgen. Bereits in meinem Beitrag zu den unsäglichen Aussagen des DVAG Beraters habe ich (ganz passend zur Fußball-WM) einmal dargestellt, wer bei und mit wem in einer Mannschaft spielt.

Nur der Makler (und der Versicherungsberater der hier auf dem Feld fehlt) spielt mit dem Kunden, andere Vermittlertypen sind mit dem Versicherer in einem Team.

Makler Vertreter Fussball

Um das Ganze aber etwas einfacher zu machen und Ihnen einen Weg an die Hand zu geben, den passenden Berater zu finden und sich auch über die Konsequenzen der Auswahl (wie Bindung an Gesellschaften und den rechtlichen Status) klar zu werden, habe ich gestern das alles einmal in ein Schaubild gegossen.

Beginnen Sie einfach oben links und hangeln sich durch die Fragen. Am Ende steht nicht nur der für Sie passende Vermittlertyp, Sie kennen dann auch gleich noch die Kerneigenschaften dieses Typus. Die Übersicht können und sollen Sie gern verteilen, vielleicht bringt es etwas Aufklärung und verhindert falsche, alte Ansichten.

Für die Kollegen gilt: Teilen erlaubt, solange die Bilder und die pdf unverändert bleiben. Auch ein Einbinden auf der eigenen Seite ist kein Problem.

Die pdf Version der Datei finden Sie unter dem Link: Der Weg zum passenden Berater in Versicherungs- und Finanzfragen

Der Weg zum passenden Berater II

Und sollten Sie bisher gedacht haben, der Berater wäre unabhängig und es wäre einfach nur das passende Produkt, dann können Sie diese „Empfehlung“ nun einmal hinterfragen. Wie ich bereits gestern bei twitter schrieb…

05.
März '14

Mein (Kranken-) Versicherer möchte die SCHUFA und andere Auskunfteien anfragen und das schon mit Antragstellung? Warum das einholen einer Selbstauskunft sinnvoll ist und wie sie diese bekommen


Da haben sie sich lange durch Versicherungsbedingungen gewühlt, Vergleiche gelesen und immer und immer wieder vor und Nachteile für einen Wechsel abgewogen. Und nun  wo es an die Antragstellung geht, da fällt eine Formulierung auf dem Antrag auf, die sie sich nicht so richtig erklären können.

Auskunfteien

Da möchte doch der Versicherer schon während bzw. vor der Antragstellung und dem eigentlichen Vertragsschluss bei einigen Auskunfteien wie der SCHUFA oder Infoscore, Creditreform oder Bürgel Auskünfte über sie einholen. Dabei stellen sich gleich mehrere Fragen, zum einen natürlich ob er das darf und zum anderen warum er diese Informationen überhaupt haben will.

Darf der Versicherer das?

Ja, unter bestimmten Umständen und natürlich unter der Beachtung der datenschutzrechtlichen Vorgaben, darf er solche Angaben abfragen und Informationen einholen. Dazu ist es erforderlich dass eine solche Datenabfrage nur dann erfolgt, wenn Sie dieser schriftlich zugestimmt haben. Dieses geschieht in der Regel mit dem Antragsformular (mehr …)