Arbeitgeberzuschuss für Kinder und Familienangehörige in der privaten Krankenversicherung (PKV)

Sven Hennig

Eine der meistgelesenen Blogbeiträge hier auf der Seite, wenn nicht gar der am häufigsten aufgerufenen dreht sich um den Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bekommt der Arbeitnehmer der privat krankenversichert ist, einen Zuschuss seines Arbeitgebers. Damit ist sichergestellt, dass der Arbeitgeber sich auch an den Beitragsaufwendungen für die Krankenversicherung beteiligt.

Wie hoch ist dieser Zuschuss?

Der Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung berechnet sich jedes Jahr neu, und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Sowohl die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze, aber auch der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenkasse spielen bei der Berechnung eine Rolle. Die Zahlen für 2013 können Sie in meinem Blogbeitrag „Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung 2013“ im Detail nachlesen und dort auch die genaue Berechnung nachvollziehen.

Für wen wird der Zuschuss gezahlt?

Der Zuschuss wird durch den Arbeitgeber monatlich für die privat versicherten Personen gezahlt. Dabei geht es nicht nur um den Arbeitnehmer, sondern auch um die privat mitversicherten Kinder und gegebenenfalls die Ehefrau. Dabei ist jedoch ein ganz wichtiger Punkt zu berücksichtigen, der immer wieder zu Diskussionen und Verständnisproblemen führen kann. Der Arbeitgeber darf durch den Zuschuss zur privaten Krankenversicherung nicht schlechter gestellt werden, als wäre der Arbeitnehmer in einer gesetzlichen Krankenkasse verblieben. Aus diesem Grund sind Höchstgrenzen festgelegt, bis zu denen der Beitrag in der privaten Krankenversicherung durch den Arbeitgeberzuschuss fähig ist.

Generell gilt aber, dass ein Zuschuss bis zur Höhe von 50 % des Beitrages der privaten Krankenversicherung für die Ehefrau, die Kinder und den Versicherten selbst gezahlt werden kann. Eine kleine Hilfestellung finden Sie in der folgenden Excel Datei. Diese können Sie durch Klick auf das Bild öffnen und mit Ihren Daten befüllen.

Nachdem Sie die Beiträge für die private Krankenversicherung und die Pflegepflichtversicherung in die gelben Felder eingetragen haben, wird der maximale Arbeitgeberzuschuss und der noch verbleibende Betrag für die Ehefrau und/oder die Kinder berechnet. Somit bekommen Sie einen guten Überblick darüber, ob es vielleicht Sinn machen kann für Sie oder eine andere mitversicherte Person eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren und dadurch den Beitrag zu reduzieren.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Bei der Frage ob der Versicherungsschutz angepasst werden soll, sollte jedoch nicht nur der Arbeitgeberzuschuss berücksichtigt werden. Eine weitere und sehr wichtige Rolle spielt neben dem Leistungsumfang auch die steuerliche Komponente. Aufgrund der Wirksamkeit der Beiträge in der Lohn-/Einkommensteuer ist ein pauschaler Rat nicht möglich. Bitte besprechen Sie dieses mit Ihrem Steuerberater.

Ergibt die Berechnung einen noch verbliebenen Restzuschuss für die private Krankenversicherung und die Pflegeversicherung, so kann dieser für die Beiträge der Kinder und/oder der Ehefrau genutzt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass auch hier die Höchstgrenze „50 % des Beitrages“ in jedem Fall gilt. Ein Beispiel:

Zahlt das Kind in der privaten Krankenversicherung 100 € Beitrag, kommt es in jedem Fall nie mehr als 50 € Zuschuss des Arbeitgebers, egal ob der noch verbliebene Restzuschuss höher ist. Egal bei welcher Betrachtung, es gibt immer zwei Höchstgrenzen die zusammen gelten. Es gibt nie mehr als den Höchstzuschuss und es gibt nie mehr als 50 % des gezahlten Beitrages.

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die Beiträge für eine privat veranlasste Pflegezusatzversicherung (welche unstrittig einer sehr wichtige Absicherung darstellt) keinen Arbeitgeberzuschuss auslöst. Auch spielt es keine Rolle, ob alle Personen bei einem Versicherer oder bei unterschiedlichen Versicherern ihre Absicherung abgeschlossen haben. Wichtig ist nur, dass der jeweilige Versicherer eine „Bescheinigung zur Erlangung des Arbeitgeberzuschusses nach § 257 SGB“ ausstellt, und sie diese bei ihrem Arbeitgeber abgeben.

Weitere Informationen finden Sie auch folgenden Beiträgen:

Arbeitgeberzuschuss 2013, steigende Beitragsbemessungsgrenze und auch die Versicherungspflichtgrenze steigt (mal wieder)

Nach der Hochzeit- was passiert mit der (privaten oder gesetzlichen) Krankenversicherung der Kinder?

Arbeitgeberzuschuss für Kinder und freiwillig GKV Versicherte

Kinder in der Privaten Krankenversicherung (PKV), Tarifauswahl und warum einige Gesellschaften die Kinder nicht haben wollen

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4 Antworten zu “Arbeitgeberzuschuss für Kinder und Familienangehörige in der privaten Krankenversicherung (PKV)”

  1. C.Pohl Says:

    Sehr geehrter Herr Hennig,
    ich habe ein Frage bezügl. des AG-Zuschusses zur PKV.
    Von diversen Stellen wurde mir gesagt, dass der AG den Zuschuss zur privaten KV der Kinder nur dann bezahlen muss, wenn diese auch Anspruch auf Familienversicherung hätten.
    In den meisten Fällen besteht jedoch theoretisch gar keine Möglichkeit der Familienversicherung, aufgrund der Einkommensunterschiede.
    Wie sehen Sie diese Fälle?

    Vielen Dank
    C.Pohl

  2. T. Tremmel Says:

    Sehr geehrte Herr Hennig,

    vielen Dank für diesen informativen Blog-Post.

    Was mir noch unklar ist: Wenn ich als privat versicherter mein Krankentagegeld bei einer anderen Versicherung abschliesse als meinen Hauptvertrag, kriege ich dann von beiden Versicherungen eine Arbeitgeberbescheinigung?
    Oder müssen alle Leistungen von derselben Versicherung kommen?

  3. Sven Hennig Says:

    Hallo, wenn der KT Tarif dann überhaupt AG Zuschussfähig ist ja, das kann aber auch „nach hinten losgehen“, dann ist für den Teil nix mit AG Zuschuss

  4. Stephan Says:

    Guten Tag,
    kann ich das Kind auch gegen Beitrag in der GKV versichern UND einen Zuschuss des Arbeitgebers erhalten?
    Situation: 1. Elternteil PKV, 2. GKV, verheiratet – Familienversicherung ausgeschlossen..

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