Allianz Private Krankenversicherung (APKV) verkürzt Gesundheitsfragen in der Zusatzversicherung

Sven Hennig

Neben der Vollkostenversicherung, also dem vollwertigen Ersatz der gesetzlichen Krankenversicherung, bieten die Unternehmen auch eine so genannte Zusatzversicherung an. Diese deckt entweder in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) nicht versicherte Bereiche ab (z. Bsp. Zweibettzimmer, wahlärztliche Behandlung) oder gleicht Zuzahlungen aus. Auch die Krankentaggeldversicherung gehört in diesen Bereich. Gerade in den Bereichen der Zusatzversicherung erhoffen sich die Versicherer ein großes Potential.

Ob das der Grund ist, ist mir nicht bekannt, jedoch werden ab dem 01. 01. 2012 die Gesundheitsfragen von bisher 10 Fragen auf 4 reduziert. Diese Fragen gelten dann nicht nur in der Pflegeergänzung Tarif PZT Best, sondern auch für Krankenhaus– und (Angestellten-)Krankentagegeld und die stationäre Ergänzungsversicherung.

Im bisherigen Antrag auf Zusatzversicherung fanden sich noch 10, teilweise recht umfangreiche Gesundheitsfragen. (zum vergrößern bitte auf das Bild klicken).

Zukünftig hat man die Antragsfragen auf 4 reduziert. Ob diese jedoch dadurch besser werden, schauen wir uns hier einmal genau an.

Auffällig ist die Trennung zwischen Personen bis und ab 16 Jahren. Das hat den Vorteil, das die abgefragten Erkrankungen besser spezifiziert werden können. In der ersten Frage gibt es somit eine ganze Reihe von Krankheiten, welche abschließend aufgezählt sind. Die Krankheitsbilder sind jedoch teilweise offen gehalten „psychische Erkrankungen“, „Darmerkrankungen“ bei Kindern und Jugendlichen. Bei den Erwachsenen werden diese teilweise etwas deutlicher spezifiziert und es kommen weitere dazu. Insgesamt sind bei den Kindern und Jugendlichen 54 und bei Personen ab dem 16. Lebensjahr immerhin 61 Erkrankungsbilder genannt. Zwar ist eine abschießende Aufzählung grundsätzlich positiv, wird aber durch offene Formulierungen wie „Schultererkrankungen“ wieder aufgeweicht.

Darauf folgt eine weiterer Frage, welche den stationären Bereich der letzten 5 Jahre abfragt und bspw. die Geburt oder eine Zahnentfernung (stationär) explizit ausklammert.

In Frage drei geht es um regelmäßige Medikamenteneinnahmen UND auch um Medikamente, welche zwar ärztlich angeraten aber nicht genommen wurden. Ausgenommen sind jedoch Medikamente bei Allergien, grippalen Infekten etc. Warum die Allergiemedikation rausfällt erschließt sich mir noch nicht ganz.

Und in Frage 4 die übliche Frage nach angeratenen Behandlungen, Operationen und Krankenhausaufenthalten und/ oder ausstehenden Untersuchungsergebnissen. Fragen zu Größe und Gewicht sind auch enthalten, somit sind es richtigerweise 5 statt 4 Fragen.

Wer einmal einen Blick auf die Fragen im Detail werfen möchte, einfach auf das Bild klicken.

Ob damit nun die Kunden der Allianz „die Bude einrennen“ mag bezweifelt werden. Jedoch geht die Allianz den konsequenten Weg zu einfachen Unterlagen (wie auch Bedingungen, Formularen) weiter und vermindert somit auch die Risiken einer Anzeigepflichtverletzung.

Als pdf Datei gibt es die Gesundheitsfragen hier genau nachzulesen. Anlage zum Antrag (ab 2012), Allianz Krankenversicherung

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