Archiv für September 2017

29.
September '17

Central Krankenversicherung und Aachen Münchener Lebensversicherung verschwinden vom Markt


Central – Gesundheit bewegt uns, so war der Slogan der Central Krankenversicherung, welche sicher in den letzten Jahren neben Höhen auch Zahlreiche Tiefen hatte. Die Tarifeinführung der damals neuen Tarife war sicher nicht unbedingt das, was man sich an Erfolg so vorgestellt hatte. Auch die Konzentration des Vertriebs auf die Vertreter der DVAG und insbesondere teilweise katastrophale Beitragsentwicklungen haben das Vertrauen in die Marke nicht unbedingt gestärkt.

Alle Artikel zum Thema CENTRAL Krankenversicherung hier nachlesen

Doch nun wird aus dem „Gesundheit bewegt uns“ eher ein „bewegte uns“, denn die Zeiten der Central Krankenversicherung und auch der Aachen Münchener Lebensversicherung sind gezählt und gehen einem Ende entgegen. Einen einzigen Satz war es wert, einen Satz in der aktuellen Pressemitteilung des Mutterkonzerns GENERALI, welcher damit seine „Unternehmensstrategie für mehr Exzellenz“ vorstellte.


Marken verschwinden vollständig

Die Generali schreibt in ihrer Pressemitteilung von einem „One Company“-Ansatz“ und meint damit nichts andres, denn nur der Name Generali soll zukünftig übrig bleiben, keine Aachen Münchener Lebensversicherung und damit auch keine Aachen Münchener BU Versicherung und eben auch keine Central Krankenversicherung.

Verschlankungen und Rationalisierungen sehen wir durchaus auch bei anderen Unternehmen, so sind der Deutsche Ring Krankenversicherung und die Signal Kranken gerade erst verschmolzen. Hier soll die Marke erst bestehen bleiben, aber warten wir auch hier mal ab.

In der Pressemitteilung der Generali heisst es dann wörtlich:

STÄRKUNG DER MARKE GENERALI UND DES VERTRIEBS IN DEUTSCHLAND
Die Generali Deutschland hat eine Vereinbarung mit der DVAG, dem mit 6 Mio. Kunden erfolgreichsten Netzwerk von rund 30.000 Vermögensberatern in Deutschland und einem der größten in Europa, geschlossen. Als Ergebnis der Vereinbarung wird die Generali Deutschland ihre Kernmarke dank des exklusiven Vertriebs durch die DVAG stärken. Die Marken AachenMünchener und Central werden in die Kernmarke Generali überführt.

Folgen für Versicherte der Central Krankenversicherung

Bei Fusionen, Verschmelzungen und immer dann, wenn ein bekanntes Gesicht und eine bekannte Marke verschwindet, löst das durchaus Verunsicherung aus. Verunsicherung bei den Versicherten, denn diese fragen sich zurecht, was mit dem Versicherungsschutz passiert.

Doch hier kann ich Sie beruhigen. Gerade in der privaten Krankenversicherung sind ein langfristiger Vertrag und damit eine Jahrzehntelange gemeinsame Partnerschaft das A und O. Für die Versicherten stellen sich daher Fragen zum Erhalt der Verträge.

  • – Verträge bleiben uneingeschränkt gültig
  • – Alle Beitragszahlungen und alle Leistungsansprüche bestehen weiter wie bisher
  • – Das Logo und dann die Rechtsträge gehen in die Generali über
  • – Neue Versicherungsscheine im turnusmäßigem Versand

Die Kunden bekommen zu den Veränderungen natürlich separate Informationen. Die Verträge sind unverändert und auch an den Leistungen ändert sich nichts.

  • – es besteht KEIN Sonderkündigungsrecht in den geschlossenen Verträgen

Warum auch, denn die Generali wird Rechtsnachfolger und tritt damit in die Rechte und Pflichten ein. Ausgegebene Karten, die so genannte KlinikCards werden irgendwann erneuert und dann auch kein Logo der Central mehr tragen. Wichtig sind die genauen Bezeichnungen nur dann, wenn in einem Rechtsgeschäft, so zum Beispiel einer Klage, der richtige Partner zu benennen ist.

Folgen für Versicherte der Aachen Münchener Lebensversicherung

Auch an den Verträgen der Berufsunfähigkeitsversicherung oder anderen Verträgen der Lebensversicherung mit der Aachen Münchener ändert sich rechtlich nichts. Rechte und Pflichten bleiben auch hier bestehen. Hier wird die Veränderung sogar später optisch auffallen, denn es gibt keine Versichertenkarte oder keine Dokumente, welche sofort ausgetauscht werden müssen.

Der Versicherungsschein und die Post wird irgendwann ohne das Logo daherkommen, vielleicht ändert sich auch die Farbe des Papiers, aber am Inhalt ändert das sicher nichts.

Daher ist auch hier

  • – KEIN Sonderkündigungsrecht

vorhanden und es gibt keine Anpassung an den bestehenden Verträgen. In der Altersvorsorge ist das Unternehmen und dessen Bonität und Entwicklung sicher nochmals interessanter. Aber jetzt gleich davon zu laufen macht meines Erachtens wenig Sinn, warum auch. Der Abschluss der Verträge hatte ja hoffentlich eine Beratung davor und die Entscheidung war fundiert. Daher… alles bleibt wie es ist. Fast zumindest.

 

28.
September '17

Bekommt die AXA jetzt erneut eine blutige Nase? Beitragsanpassungen unwirksam, bestätigte das Landgericht Potsdam (Az. 6S 80/16)


Das könnte böse enden und nicht nur mit einer Verwarnung oder blutigen Nase, meinen zumindest einige Experten aus der Branche und natürlich die Anwälte der Klägerseite. Bereist im Februar ging das Thema einmal durch die Medien und auch ich hatte damals bereits dazu geschrieben:

Ist die Beitragsanpassung der AXA ab 2000 nun unwirksam? Urteil des Amtsgerichtes Potsdam Urteil AG Potsdam zur Beitragsanpassung der AXA, Az. 29 C 122/16

Die AXA Krankenversicherung hat es derzeit wahrlich nicht leicht. Nicht nur auf der Seite des Neugeschäfts, gerade im Bereich der Bestände häufen sich die Probleme und dann, dann kommt noch die nächste große Beitragsanpassung und damit ein völliges Versagen der Kalkulation? Ist dem so? Ich hatte vor einigen Tagen dazu einmal etwas ausführlicher geschrieben, lesen Sie einfach selbst.

AXA Krankenversicherung mit erneuter Beitragsanpassung und völligem Versagen in der Kalkulation?

Doch heute geht es um den „alten Fall“, einen, den das Amtsgericht Potsdam zunächst mit dem Aktenzeichen 29 C 122/16 zu entscheiden hatte.

  • „Nur ein Amtsgericht“
  • „Nicht relevant, nicht wichtig“
  • „hält einer Überprüfung eh nicht Stand“
  • „Wir sind sehr sicher, dass…..“

All das Aussagen der Axa oder deren Vertreter in den letzten Wochen und Monaten. Auch das BaFin als zuständige Aufsichtsbehörde hatte dazu schon Stellung genommen und sehe auf der Seite des Versicherers kein Verschulden, so lies das BaFin damals verlauten. Das mag auch alles richtig sein, nur dummerweise…

Vor Gericht und auf hoher See…

oder wie genau war noch die „Weisheit“? Also hier scheint sich genau diese zu bewahrheiten, denn die Zuversicht der Entscheidung zu Gunsten der Axa und damit zur Berechtigung der Beitragsanpassung in den Tarifen der AXA ist gestern schnell von Euphorie und Sicherheit auf Ernüchterung und Enttäuschung umgesprungen. Warum? Nun, die Entscheidung des Landgerichtes Potsdam als zuständiges Berufungsgericht ist genau die, die es in Potsdam schon gab, nämlich die gegen eine Wirksamkeit der Beitragsanpassung.

Um was genau geht es in dem Urteil?

Nun, wie in dem Beitrag oben bereits geschrieben (den verlinkten aus Februar) geht es im Wesentlichen um die Frage der Unabhängigkeit des Treuhändlers und damit um die Frage, ob eine erfolgte Erhöhung der Beiträge der AXA Krankenversicherung rechtmäßig erfolgt ist. Diese Frage beschäftigt seit längerem die Gerichte, denn der klagende Kunde zieht- gemeinsam mit seinem Anwalt- die Unabhängigkeit des AXA Treuhändlers in Frage.

Warum überhaupt ein Treuhändler? Nun, Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung sind nötig und erforderlich, können aber eben nicht einfach so nach „Lust und Laune“ erhoben werden, sondern unterliegen engen Regelungen. So heisst es in dem Versicherungsvertragsgesetz dazu:

Gesetz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz – VVG)
§ 203 Prämien- und Bedingungsanpassung
(…)
(2) Ist bei einer Krankenversicherung das ordentliche Kündigungsrecht des Versicherers gesetzlich oder vertraglich ausgeschlossen, ist der Versicherer bei einer nicht nur als vorübergehend anzusehenden Veränderung einer für die Prämienkalkulation maßgeblichen Rechnungsgrundlage berechtigt, die Prämie entsprechend den berichtigten Rechnungsgrundlagen auch für bestehende Versicherungsverhältnisse neu festzusetzen, sofern ein unabhängiger Treuhänder die technischen Berechnungsgrundlagen überprüft und der Prämienanpassung zugestimmt hat. Dabei dürfen auch ein betragsmäßig festgelegter Selbstbehalt angepasst und ein vereinbarter Risikozuschlag entsprechend geändert werden, soweit dies vereinbart ist. Maßgebliche Rechnungsgrundlagen im Sinn der Sätze 1 und 2 sind die Versicherungsleistungen und die Sterbewahrscheinlichkeiten. Für die Änderung der Prämien, Prämienzuschläge und Selbstbehalte sowie ihre Überprüfung und Zustimmung durch den Treuhänder gilt § 155 in Verbindung mit einer auf Grund des § 160 des Versicherungsaufsichtsgesetzes erlassenen Rechtsverordnung.

Entscheidend hier ist der Streit um die Frage der Unabhängigkeit des Treuhändlers, wenn dieser vorrangig oder überwiegend für einen Versicherer, hier die AXA Krankenversicherung, tätig ist oder war. Die Kernfrage ist dann, ob eine Unabhängigkeit auch dann noch vorliegt, wenn der Gutachter/ Treuhändler den großen Teil seiner Einnahmen von eben diesem einen Versicherer erhält und damit eine gewisse wirtschaftliche Abhängigkeit ausgelöst werden kann.

Das sehen die Gerichte hier anscheinend nicht mehr so und wenn der Treuhändler nicht mehr als unabhängig gilt, so ist die Voraussetzung der Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung (bei diesem speziellen Fall) eben hinfällig. Bedeutet: Kunde bekommt seine zu viel gezahlten Beiträge erstattet, dazu gilt weiterhin der alte Beitrag vor der letzten angefochtenen Erhöhung und nur dieser ist auch zu zahlen.

Ist das Urteil rechtskräftig?

Nein, derzeit zumindest nicht. Es gab auch zuvor andere Gerichte, welche die Auffassung der Potsdamer Gerichte nicht teilen. Das AG Hanau (35 C 86/13 und auch das Landgericht Nürnberg-Führt (Az. 2S 3925/15 und 11 O 4343/04) hatten sich vor Jahren schon einmal mit genau solchen Themen zu befassen.

Das Landgericht Potsdam hat gestern dann auch genau solche Grundsatzentscheidung ermöglicht, denn diese ließen eine Revision zu und geben die Entscheidung aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung damit ab an den Bundesgerichtshof, welcher sich dann in einigen Jahren (ja, solange dauert es leider manchmal) mit dem Thema erneut befassen müssen. Eine solche finale Klärung wäre „wünschenswert“, so eine Sprecherin der AXA Krankenversicherung gegenüber dem Branchenmagazin procontra. Dazu muss die AXA in Revision gehen, was diese wohl hier auch tun wird, denn nur so lässt sich die Entscheidung hier 1.) noch ändern und 2.) grundsätzlich klären.

Was bedeutet es für andere Kunden?

Nach aktuellem Stand muss also jeder Kunde, welcher bei der AXA (oder auch anderen Versicherern versichert ist) in dem eigenen Fall erneut klagen. Dabei sind nicht nur Verjährungsfristen zu beachten, auch die Frage nach dem Kostenrisiko stellt sich hier. Ohne Rechtsschutzversicherung kann sich hier schnell ein entsprechen hohes Risiko ergeben und dessen sollte sich jeder bewusst sein, der diesen Weg bestreiten möchte.

Dennoch, werden Anpassungen später als unwirksam festgestellt, so besteht hier ein durchaus hohes Rückzahlungspotetial, denn neben der AXA geht die Kanzlei auch noch gegen die DKV derzeit gerichtlich vor. Nochmals: Es sind immer Einzelfälle und damit auch Einzelfallentscheidungen und nicht zwingend auf andere Kunden übertragbar.

Klar, ein Kunde der nun am gleichen Ort sitzt, also in Potsdam und für den die gleichen Gerichte zuständig sind, der könnte durchaus mit einer ähnlichen Entscheidung rechnen, eine Sicherheit oder gar Garantie gibt es aber hier natürlich auch dafür nicht.

Was müssen Sie als AXA Kunde tun?

Derzeit müssen Sie ganz für sich allein entscheiden, ob Sie ebenfalls den Klageweg bestreiten wollen. Dazu sprechen Sie dieses am besten mit einem entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt durch und überlegen sich- auch in Hinblick auf das Kostenrisiko- Ihre Entscheidung genau. Bitte beachten Sie dabei auch entsprechende Verjährungsfristen. So lassen sich nicht in 3, 4, 5 Jahren noch alte Beitragsanpassungen anfechten, welche bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht verjährt sind.

Natürlich könnten Sie mit der AXA (oder einem anderen Krankenversicherer) eine Aussetzung der Verjährung beantragen, Klage ergeben die eine solche Verjährung hemmen kann oder weitere Schritte, zu denen Sie nur Rechtsanwälte beraten können und dürfen, unternehmen. Das ist aber alles eine sehr persönliche Entscheidung und sollte gut überlegt sein.

Wir wissen derzeit alle nicht, wo 1.) die Reise hin geht, 2.) ob sich der BGH (wenn es denn zur Revision kommt) der Entscheidung der Vorinstanzen anschließt oder dieses ganz anders entscheidet. Im besten Fall (für den Kunden) führt es zu einer Unwirksamkeit der Beitragsanpassungen ab einem bestimmten Datum, im schlechtesten Fall (aus Kundensicht) bringt der Weg gar nichts.

Eines ist in jedem Falle positiv: Mit einer höchstrichterlichen Entscheidung bietet es für alle Versicherten und Versicherer deutlich mehr Sicherheit in der Frage der Beitragsanpassung und der Unabhängigkeit des Treuhändlers.

17.
September '17

Focus Money testet die PKV oder „Wie man sich das Ergebnis einfach schön rechnet“


Focus Money testet die private Krankenversicherung, OK, keine Pointe. Klar, es ist bald Bundestagswahl und da muss und wird das Thema Krankenversicherung mal wieder aus der Schublade geholt, schließlich steigert es die Auflage. So auch bei Focus Money ein der aktuellen Ausgabe, der Nr. 38/2017.

Sparen Sie sich das Geld, wenn Ihnen nicht das Ding irgendwo kostenlos nachgeworfen wird. Aber dennoch, gestern im Flieger hatte ich die Chance mir mal die Ausgabe mit dem PKV Test anzusehen und habe schon Kopfschmerzen vom ganzen Kopfschütteln. Hier zeigt der Focus mal, wie man es nicht macht und wie man Unwissenheit und anscheinend wenig Ahnung in einen Test packt. Aber es wird eine Serie, denn in den Ausgaben 39-42 folgen weitere Test.

  • – Ausgabe 38: Top-Schutz
  • – Ausgabe 39: Ausgewogene Tarife
  • – Ausgabe 40: Klassik Schutz
  • – Ausgabe 41: Gesundheitsservices
  • – Ausgabe 42: Beamtentarife

Doch in dieser Ausgabe geht es mit dem Besten los, so titelt dieser Artikel auch mit „BESTENS UMSORGT“ und dem Zusatz:

„Vor allem der große Leistungsumfang überzeugt die meisten Privatpatienten. Doch nicht alle Angebote sind auch wirklich top. Welche Tarife besonders leistungsstark sind“

Oh super, endlich mal eine Übereinstimmung. PKV ist Leistung, nicht Preis und nicht billig. Dazu habe ich mehrfach, zuletzt hier mit dem Artikel

PKV muss man sich leisten können und wollen. Wichtige Auswahl und fundierte Entscheidung

ausführlich geschrieben. Doch schauen wir uns nun den Artikel im Focus an.

Focus Money testet die PKV – das Grundsatzproblem

Eine PKV testet man nicht Anfang September. Warum? Weil es in den letzten Monaten des Jahres Ansagen zur Beitragsanpassung, weiteren Änderungen im Vertrag, der Veränderung der gesetzlichen Vorgaben wie JAEG gibt und somit eine vernünftige Aussage nicht möglich ist. So ein Test hat die Halbwertszeit von wenigen Tagen, dann ist er veraltet und unbrauchbar, wenn er denn vorher jemals brauchbar war, was ich hier sehr in Frage stellen möchte.

Focus Money testet die PKV – Topschutz

So testet der Focus Money also Top Schutz Tarife. Schauen wir doch erstmal was der Topschutz in den Augen des Focus Money denn ist. Die Gesamtbewertung verteilt sich damit auch auf verschiedene Bereiche.

Warum auch immer man bei den TOP Tarifen der Leistung“squalität“ nur 40%, also deutlich unter der Hälfte der Wertung zukommen lässt, wir werden es wohl nie erfahren. Aber die Beitragshöhe hat die identische Gewichtung, wobei sich hier die Frage stellt, warum Beitragshöhe und nicht Beitragsstabilität oder -entwicklung. Das allein mit dieser Übergewichtung der Test schon heute völliger Unsinn ist werden wir gleich merken, nämlich beim Testsieger.

Weiterhin konnten einige Anbieter nach Focus Money Testanforderungen nicht mitmachen, denn diese haben in deren Augen keine „TopSchutz Tarife“. Darunter sind auch die Bayrische Beamten, die Central, die DEVK und die UKV. Auch Concordia und VGH durften nicht mitmachen, weil das Finanzstärkerating fehlt. Württembergische dagegen wollte nicht mitmachen.

Jetzt kann man von diesen Unternehmen halten was man möchte und auch die Central hat viel bis alles falsch gemacht vor einigen Jahren, aber diese Auswahl sieht eher wie gewürfelt aus, oder eben die Kriterien so festlegen, damit auch ja der gewünschte Anbieter oben stehen kann, könnte man zumindest meinen.

Doch was sind/ waren die genauen Anforderungen an die 40% Gewichtung für die Leistung? Das lesen wir in dem Kasten über dem Test. Alle TOP Schutz Tarife mussten daher folgendes erfüllen:

  • – Kostenerstattung für Heilpraktiker
  • – Kostenerstattung für Psychotherapie
  • – Kostenerstattung für Krankenfahrstühle
  • – Kostenerstattung für Implantate
  • – Unterbringung im Einbettzimmer (hier ist der Testsieger schon raus, mehr dazu gleich)
  • – Zahnersatz mindestens 80%

Warum nun der Testsieger eben Testsieger ist, das werden wir nie erfahren. Allein bei dem (ob es nun richtig und wichtig ist steht auf einem anderen Blatt) Kriterium Einbettzimmer ist der Tarif der AXA und damit der VITAL 300 als Testsieger falsch. Aber hey, der sollte unbedingt drin sein, so scheint es. Also wurde das hier extra aufgeweicht., Man hat ein Krankenhaustagegeld dazu genommen. 50 € mit denen der Versicherte dann die Differenzkosten zu Einbettzimmer vom Zweibettzimmer zahlen kann.

Das mag in vielen Kliniken auch ausreichend sein, aber nehmen wir einmal das DRK Krankenhaus in Berlin (Differenz Ein-Zweibett = 73 €, Vivantes Berlin Differenz 70 € und viele mehr). Daher ist ein KHT von 50 € eben KEIN Ersatz für eine echte und versicherte Leistung bei Einbettzimmern. Zudem weisst der Focus explizit darauf hin.

„bewertet … nur solche Leistungen, auf die der Versicherte einen verbindlichen Anspruch hat“.

Super ist es dann doch, wenn speziell für den (gewünschten?) Testsieger all diese guten Vorsätze über den Haufen geworfen werden. Doch am Ende wird es noch besser oder eher schlimmer. Übrigens wäre nach den Kriterien oben wäre auch die Central mit dem privat.1 Tarif drin, aber dann bedurfte es da natürlich auch so einer Ausnahme wie bei dem Testsieger Axa Vital.

Focus Money testet die PKV – Testsieger der keiner ist

Schlimm ist aber nicht nur die Verteilung von 40% auf Leistung, 40% auf Beitragshöhe und damit keinerlei Aussage zur Entwicklung und Stabilität, sonder auch die Beitragsbewertung mit Stand „6/2017“. In einem Test für September wird der Datenstand JUNI verwendet. Was genau hat man mit den Testergebnissen gemacht und was genau spräche dagegen diese kurz vor dem Druck zu aktualisieren? Ach ja, dann wäre die Reihenfolge also eine andere.

Ich halte solche Test sowieso nicht für sinnvoll, eher schaden diese bei einer richtigen und gut geplanten Auswahl. Nicht nur in die Beratung gehören mehr Angaben als diese je hier erfasst werden könnten, aber insbesondere der Eindruck ist der falsche. Der Versicherer welcher hier „gewinnt“ wird schnell einen Sonderdruck verwenden, das LOGO als Testsieger einbauen und seine Vermittler informieren. Diese rennen dann damit rum und verkaufen Ihren Tarif als besten im Test.

Hier ist es aber noch deutlicher. Hier wird ein vermeintlicher Testsieger gekürt, der nach den Kriterien nicht nur keiner ist, sondern auch noch einen falschen Eindruck erweckt. Normalerweise müsste und dürfte der Tarif nach den eigenen Kriterien gar nicht dabei sein. Ein Tarif der Central (auch hier ist es keine Wertung) gehört aber da rein.

Die Anpassungen der letzten Jahre waren überdurchschnittlich, denn der Tarif ist viel zu billig. Aber: Auch hier einfach vergessen oder bewusst ignoriert. Klar, die Finanzstärke des Versicherers wird hier mit AA- bewertet, der Zweite und dritte „Testsieger“ bekommt ein A+ und ein AA. Wie das zusammenpasst? Ich weiss es nicht.

Auch der AN Beitrag inkl. SB (also die Beiträge + 1/12 SB) ist bei dem Anbieter Nr. 2 geringer, die Finanzstärke besser. Dennoch… auch hier wird das Ergebnis ignoriert. Nehmen wir das notwenige Krankentagegeld dazu, so wird der Vorteil für den Zweitplatzierten noch deutlicher.

Auch ist die AXA eine der wenigen, welche explizit die Arzthonorare auf den 5fachen Satz deckeln, andere begrenzen diese nicht und leisten einfach „über der Gebührenordnung“. Kein Wort davon, man möchte ja dem Testsieger nichts nachsagen.

Focus Money testet die PKV – Elementare Fehler im Test

Auch die Beitragsbewertung enthält elementare Fehler. So wurde der reine Tarifbeitrag gewertet. Nicht berücksichtig und einfach vergessen wurden dabei nicht nur die Pflegepflichtversicherung, sondern auch das elementar wichtige und unverzichtbare Krankentagegeld. Hier wird dadurch mit völlig sinnlosen, nichtssagenden und verwirrenden Zahlen um sich geworfen. Wer ernsthaft glaubt, für einen Arbeitnehmeranteil von 251,02 € ohne oder 276,02 € mit Selbstbeteiligung, bekommt er einen Schutz im AXA VITAL, der muss leider enttäuscht werden. Ist aber auch blöd mit korrekten Zahlen zu arbeiten und dem Leser finale und richtige Zahlen zu präsentieren.

Richtig wäre für den Datenstand 06/2016 also:

  • Monatsbeitrag AXA VITAL 300 U = 359,50 €
  • Monatsbeitrag PremZahn U = 81,80 €
  • Gesetzlicher Zuschlag: 44,13 €
  • Monatsbeitrag KHT/50 = 14,20 €
  • KUR 2,40 €
  • Krankentagegeld T42/ 100 € = 45,50 €
  • = GESAMT: 547,53 €  / AN Anteil: 273,77 € 

Berücksichtigen wir aber bereits bekannte Tarifanpassungen zum 01. Januar, so haben zweit-, dritt oder weiter hinten platzierte Tarife Beitragsgarantien abgegeben. Die AXA wird hingegen deutlich anpassen, wie bereits hier im Blog zu lesen (Link nochmals unten am Ende).

Mit dem 01. 01. 2018 verändert sich der Beitrag daher wie folgt:

  • Monatsbeitrag AXA VITAL 300 U = 467,40 €
  • Monatsbeitrag PremZahn U = 81,80 €
  • Gesetzlicher Zuschlag: 54,92 €
  • Monatsbeitrag KHT/50 = 14,20 €
  • KUR 2,40 €
  • Krankentagegeld T42/ 100 € = 45,50 €
  • = GESAMT: 666,22 € (+ 118,69 €)  / Arbeitnehmeranteil 2018: 343,19 € ( +69,42 € oder +25% )

Betrachten wir also den Gesamtbeitrag (also inkl. PKV) so erwartet den, der heute den Testsieger abschließt, eine Anpassung von 21% oder beziehen wir uns rein auf den Arbeitnehmeranteils dann sogar 25%, obwohl der AG Zuschuss in 2018 nochmals steigt.

–> Arbeitgeberzuschuss und Sozialversicherungswerte 2018 

Focus Money testet die PKV – falsch, unvollständig, unverantwortlich

Halten wir also fest. Gewonnen hat in einem Test ein Testsieger, bei welchem die Kriterien „Mindestanforderungen“ nicht erfüllt sind, für den aber eine Ausnahme gemacht wird und ein Krankenhaustagegeld dazu gebastelt wird und ein Tarif, der Anpassungen von 10-38% bekommen wird zum Januar.

Dazu ist dieses keinesfalls überraschend. Jeder der auch nur einigermaßen mit dem Thema PKV vertraut ist, der kann sich nach den Zahlen selbst ausmalen, der Tarif ist nicht nur zu billig sondern hat gravierende Probleme in der Kalkulation.

Wer mit so einem Testergebnis dann noch herumläuft und damit wirbt, der macht sich mitschuldig. Keineswegs trägt dieser verschobene Test zu einer Aufklärung bei oder bietet überhaupt irgendeine Hilfe, sondern verwirrt und schafft falsche Erwartungen.

Wer also bis hier gelesen hat und jetzt noch so einen Test kauft, liest und auch dann noch danach handelt… Entschuldigung! aber: Selbst schuld!

Alle bisherigen und leider auch eher missglückten Tests des Focus Money finden Sie

HIER IN DER ARTIKELÜBERSICHT zum Focus Money

13.
September '17

Liegt Ihr Einkommen zwischen 57.600€ und 59.400€ im Jahr 2017, werden Sie vor. ab 01. Januar versicherungspflichtig in der GKV – was Sie jetzt tun können


Es ist wie jedes Jahr und so sind auch heute bereits die

Sozialversicherungswerte und der Arbeitgeberzuschuss 2018

jetzt bekannt. Ebenfalls wie in jedem Jahr hebt der Gesetzgeber damit die Jahresarbeitentgeltgrenze, die so genannte Versicherungspflichtgrenze, erneut an und verhindert damit für einige den Wechsel aus der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV). Doch für wen sich genau welche Unterschiede ergeben und was diese Menschen nun tun können um das gewünschte Ziel zu erreichen, dass habe ich einmal hier genauer zusammengestellt, sind es doch gerade diese Fragen welche sich nun häufen.

Personen die heute GKV versichert sind

Beginnen wir dabei mit denen, die heute neu in die private Krankenversicherung wechseln möchten und damit sich vielleicht eine Option mehr offen halten wollen, die später eine Entscheidung für oder gegen Einheitskasse ermöglicht. Dabei muss auch hier das Einkommen genau betrachtet werden und der heutige Status.

Erstmaliges Überschreiten der JAEG 2017 in diesem Jahr

Wer bisher unter der Grenze verdient hat und damit pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse war, der kann durch Überschreiten der JAEG von 2017 versicherungsfrei werden. Dazu ist es zunächst einmal erforderlich, mit dem SV pflichten Bruttoeinkommen in der Lohnabrechnung die Grenze von 57.600 € zu überschreiten.

Ist eine solche Überschreitung IM LAUFENDEN ARBEITSVERHÄLTNIS für das Jahr 2017 zu erwarten, so tritt Versicherungsfreiheit ab dem 01. Januar nur dann ein, wenn auch die voraussichtliche Grenze für das Folgejahr (in unserem Fall 50.400 € in 2018) überschritten wird. Wer aber ein Einkommen von mehr als 57.600€ aber unter 59.400€, der wird zum 01. Januar 2018 NICHT aus der Pflicht zur GKV entlassen.

  • – Einkommen in 2017 über 59.400 € = Wechsel auch später in 2018 noch möglich
  • – Einkommen zwischen 57.600 € und 59.400 € erstmalig in 2017 = kein Wechsel mehr in 2018 möglich
  • – NEUER Job in 2017 mit hochgerechnetem Einkommen über 57.600 € aber unter 59.400 € = Wechsel derzeit (bis 30.11.) noch möglich
  • – NEUER Job in 2017 mit (hochgerechnetem) Einkommen über 59.400 € = Wechsel auch in 2018 noch möglich

Vergleichbare Regelungen treffen dann zu, wenn es sich um eine gravierende Änderung des Arbeitsverhältnisses handelt. Wer also eine neue Stelle im gleichen Unternehmen annimmt, befördert oder versetzt wird, für den gelten die oben genannten Werte ebenfalls.

Heute schon freiwillig versichert

Wer im Jahre 2016ein Bruttojahreseinkommen von 56.250 € überschritten hat und zudem auch die JAEG für 2017 von 57.600 € erreichte, der war und ist schon jetzt freiwillig versichert. DIESE Personen haben derzeit ein Wahlrecht für die gesetzliche Krankenkasse oder die private Krankenversicherung.

Wer sich bisher für die freiwillige gesetzliche Krankenkasse entschied und dieses noch ändert möchte, der kann sich mit einer Kündigungsfrist zum Ende des übernächsten Monats aus der GKV verabschieden. Kündigung im September bedeutet daher Ende der GKV zum 30.11.2017. Das ist zudem die LETZTE Möglichkeit die GKV zu verlassen für all diejenigen, welche die Grenze in 2018 (59.400 €) nicht erreichen und dennoch in die PKV möchten.

Eine Kündigung der GKV ist risikolos möglich, auch wenn Sie sich noch nicht sicher sind. Wer seine GKV kündigt (eine Bindungsfrist von 18 Monaten gibt es hier nicht, auch wenn die Kassen das gern behaupten –> HIER nachlesen), der kann sich bis 30. 11. 2017 noch überlegen welches System das richtige für ihn ist.

Lesetipp: Nicht jeder der kann und darf gehört auch in die PKV – wohl überlegte Entscheidungen sind wichtig

Also nochmals in Stichpunkten:

  • – heute noch GKV versichert und freiwillig, EK unter 59.400 € aber über 57.600 €, Wechsel nur noch mit GKV Kündigung bis 30.09.
  • – Einkommen über 59.400 € = Wechsel auch später

Personen die heute privat versichert sind

Hier muss unterschieden werden, wie das Jahreseinkommen aussieht oder aussehen wird. Dazu schauen wir uns zunächst noch einmal die genauen Grenzen für die Jahre 2016 bis 2018 an. Die Versicherungspflichtgrenze liegt also

  • – in 2016 bei 56.250 € pro Jahr (es ist immer eine Jahresgrenze)
  • – in 2017 bei 57.600 € pro Jahr
  • – in 2018 bei 59.400 € pro Jahr

Dadurch erheben sich unterschiedliche Szenarien für bereits heute privat Krankenversicherte Kunden. Liegt Ihr Einkommen aus einer angestellten Tätigkeit im Jahr 2017 über 57.600 € aber UNTER 59.400 €, so werden Sie ab dem 01. 01. 2018 wieder Pflichtmitglied in der GKV. Laufende Behandlungen werden dann nicht mehr durch die PKV übernommen, die Leistungspflicht endet mit dem Ablauf der Versicherung ab dem 31.12.2017.

Wer damit also DURCH DAS ANHEBEN der Versicherungspflichtgrenze (JAEG) versicherungspflichtig wird, der hat eine

Befreiungsmöglichkeit auf Antrag

und kann dann in der privaten Versicherung bleiben. Eine solche Befreiung ist im Sozialgesetzbuch V geregelt und findet sich dort im Paragraphen acht. Dort heisst es dazu:

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 8 Befreiung von der Versicherungspflicht

(1) Auf Antrag wird von der Versicherungspflicht befreit, wer versicherungspflichtig wird

1.
wegen Änderung der Jahresarbeitsentgeltgrenze nach § 6 Abs. 6 Satz 2 oder Abs. 7,
(…)
(2) Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse zu stellen. Die Befreiung wirkt vom Beginn der Versicherungspflicht an, wenn seit diesem Zeitpunkt noch keine Leistungen in Anspruch genommen wurden, sonst vom Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt. Die Befreiung kann nicht widerrufen werden. Die Befreiung wird nur wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist.
(3) Personen, die am 31. Dezember 2014 von der Versicherungspflicht nach Absatz 1 Nummer 2a befreit waren, bleiben auch für die Dauer der Nachpflegephase nach § 3 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe c des Familienpflegezeitgesetzes in der am 31. Dezember 2014 geltenden Fassung befreit. Bei Anwendung des Absatzes 1 Nummer 3 steht der Freistellung nach § 2 des Familienpflegezeitgesetzes die Nachpflegephase nach § 3 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe c des Familienpflegezeitgesetzes in der am 31. Dezember 2014 geltenden Fassung gleich.

Das bedeutet für Sie, wenn Sie absehen können mit dem Jahreseinkommen 2017 die neue Grenze für 2018 (59.400 €) nicht mehr zu erreichen, dann können Sie über eine solche Befreiung nachdenken und sich diese überlegen. Wägen Sie bitte dabei die Vor- und Nachteile ab und lassen sich genau beraten.

Die Befreiung kann (FÜR DIESEN GRUND) nicht widerrufen werden. Das bedeutet: Wird die JAEG nochmals angehoben, so werden Sie nicht mehr versicherungspflichtig. Treten andere Gründe ein, wie zum Beispiel:

  • – Arbeitslosigkeit
  • – Elternzeit
  • – pflichtige Beschäftigung etc.

so werden Sie auch hier wieder ERNEUT versicherungspflichtig.

Sinkendes Einkommen ist KEIN Befreiungsgrund

Ganz wichtig: Die Möglichkeit der Befreiung von der gesetzlichen Krankenkasse haben nur diejenigen, welche DUCH DIE ERHÖHUNG der Grenze versicherungspflichtig werden. SINKT Ihr Einkommen jedoch durch eine Änderung des Arbeitsvertrages unter die existierende Grenze, so tritt Versicherungspflicht ein und eine Befreiung ist hier NICHT möglich. Daher ist eine solche Möglichkeit keine Option um bei fallenden Einkünften in der privaten Krankenversicherung bleiben zu können.

11.
September '17

Neue Rechengrößen zur Sozialversicherung 2018 und neuer Arbeitgeberzuschuss 2018 – Sozialversicherungswerte im Überblick


Und jährlich grüßt das… Wie in den letzten Jahren auch, sind uns ab Anfang September die ersten Zahlen für die Sozialversicherungswerte für das nächste Jahr, also die Sozialversicherungsgrößen für das Jahr 2018 bekannt. Wie immer auch dieses Jahr der Hinweis, die Werte sind auf dem Papier noch vorläufige Zahlen, jedoch haben diese sich auch in den letzten Jahren gegenüber den finalen zahlen nicht verändert.

Für Arbeitnehmer und GKV Versicherte folgen daraus höhere Beiträge, für PKV Versicherte aber auch ein höherer Arbeitgeberzuschuss. Haufe veröffentlichte wie immer die neuen, noch vorläufigen Grenzen für die Sozialversicherung 2018. Später im Jahr, meist Ende November, folgt dann die finale Bestätigung durch die Bundesregierung. Daher finden Sie hier die neuen Zahlen, gültig ab 2018 und ebenfalls die neue Berechnung des Arbeitgeberzuschusses, des maximalen Beitrages zur Kranken- und Pflegeversicherung und mehr.

Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2018

Die bisherige Grenze betrug in 2017 monatlich 4.350 € oder richtigerweise jährlich 52.200 €. Ab dem 01. 01. 2018 sind in der Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur neuen Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4.425 €/ jährlich 53.100 € zu zahlen.

Beitragsbemessungsgrenze KV 2018:

53.100 € (2017: 52.200€), monatlich 4.425 €

Damit verändern sich zwangsläufig weitere Werte. Der Arbeitgeberzuschuss 2017 errechnet sich demnach wie folgt:

Für das Jahr 2018 ergibt sich somit folgende Berechnung:

14,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

+ ggf. einkommensabhängiger Zusatzbeitrag in der GKV (Infos hier)

7,3% x 4.425€ = 323,03 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2017 (bisher 317,55 €, + 5,48 €)

Damit bekommen Arbeitnehmer die in der privaten Krankenversicherung versichert sind, zukünftig monatlich 5,48 € mehr Zuschuss zu Ihrer Krankenversicherung, maximal jedoch 50% des Beitrages.

Der Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung berechnet sich wie folgt:

2,55% Pflegevers. Beitragssatz, davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 1,275% (außer in Sachsen)

1,275% x 4.425 € = 56,42 € = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2017 (bisher 55,46 €, +0,96 €)

Auch für die private Pflegepflichtversicherung erhöht sich der Beitragszuschuss um 0,96 €.

Durch die veränderten Werte steigt zudem auch der Höchstbeitrag welcher für die gesetzliche Krankenkasse zu zahlen ist. Der bisherige Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung in der GKV 2017 lag bei maximal 756,90 € + Zusatzbeitrag der Krankenkasse und verändert sich nun wie folgt:

Krankenversicherung: 4.425 € * 14,6% = 646,05 € (bisher 635,10 €, + 10,95 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.425 €* (2,55% + 0,25% (Kinderlose)) =  123,90 € (bisher 121,80 €, +2,10 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 769,95 € (bisher 756,90 €, +13,05 €) pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erhebt.

Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein:

KV: 4.425 € * (7,3%) = 323,03 € (bisher 317,55 €, +5,48 €)

Pflege: 4.425 € * (1,275% + 0,25%)= 67,48 € (bisher 66,34 €, +1,14 €)

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2018: 390,51 €

(bisher 383,89 € + 6,62 €) zuzüglich des Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben, Eine Übersicht der Zusatzbeiträge finden Sie hier)

Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze haben ab dem 1.1.2018 somit eine monatliche Mehrbelastung von mindestens 6,62 € zu zahlen, zuzüglich dem Zusatzbeitrag welchen die gesetzliche Kasse einkommensabhängig erheben kann.

Natürlich verändert sich auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) und steigt um 1.800 € und damit von bisher 57.600 € (in 2017) auf 59.400 € in 2018.

allgemeine Versicherungspflichtgrenze 2018: 59.400 € p.a. oder 4.950 € mtl. (brutto)

besondere Versicherungspflichtgrenze 2018: 53.100 € p.a. oder 4.425 €

Beitragsbemessungsgrenze KV 2018 ebenfalls bei 53.100 € p.a. oder 4.425 €

Liegt Ihr Jahreseinkommen zwischen 57.600 € p.a. und 59.400 €, so werden Sie dadurch voraussichtlich ab dem 1. Januar 2018 versicherungspflichtig in der GKV und müssen sich auf Antrag befreien lassen. Diese Befreiung gilt nur für den einen Grund (steigende Beitragsbemessungsgrenze) unwiderruflich, mehr Informationen in meinem Beitrag „Wie kann ich in der PKV bleiben

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt in 2018

West: 78.000 € oder 6.500 € monatlich (in 2017 76.200 € €, ein Plus von 1.800 €)

Ost: 69.600 € oder 5.800€ monatlich (in 2017 68.400 €, ein Plus von 1.200 €)

Vollständige Werte finden sich in meiner neuen Übersicht. Diese steht zur freien Verwendung (unverändert) jedermann zur Verfügung. Download als pdf und als Grafik