Archiv für Oktober 2015

26.
Oktober '15

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Hab ich schon! Wühlen Sie mal in Ihrem Ordner und überprüfen Sie den eigenen Schutz- zu IHRER Sicherheit


Vor zehn Jahren war das noch anders. Sprach man Menschen auf das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung an, so hatten die meisten zwar mal was davon gehört, aber der Großteil verließ sich auf die staatliche Versorgung und machte sich um einen privaten Schutz wenig bis keine Gedanken. Klar war, wer sich ernsthaft damit beschäftigen wollte und das Problem lösen wollte, der machte es meist richtig. Mit dem passenden und spezialisierten Berater gab es eine Bedarfsermittlung und einen passenden Schutz.

Dann… ja dann wurde das Thema für „die Masse der Berater und Vertriebe“ interessant und jeder meinte BU Produkte beraten verkaufen zu können. Gesellschaften entdeckten das Thema für sich und koppelten dieses meist an unsinnige weniger passende Lebens- oder Rentenversicherungen, schließlich gab es da den BU Schutz auch noch „umsonst“ und Sie als Kunde bekommen das Geld wieder raus. Da war es dann schnell vorbei mit der passenden Rente, Hauptsache das Thema war abgehakt und der Vertrag „eingetütet“. Genau das führt aber zu einem fatalen Fehler. Viele Menschen beschäftigen sich nicht mehr mit dem Thema BU, nicht mehr mit nötigen Anpassungen und auch nicht mit einem Update der Bedingungen, schließlich „hat er/sie ja schon eine BU abgeschlossen“. Alles gut also?

Meist jedoch ist das Gegenteil der Fall und bestehende Produkte bringen so gar nichts. Da sind lächerliche Renten versichert, die im Fall der Fälle nicht einmal ausreichen um die Miete zu zahlen. Renten welche nicht einen Cent für die Altersvorsorge übrig lassen und Renten, welche völlig ungeeignet sind auch nur einen Teil der nötigen Kosten aufzufangen. Dennoch führt es zu einer „habe ich schon, brauche ich mich nicht weiter mit zu beschäftigen“ Haltung, die zudem noch gefährlich ist.

Diese trügerische Sicherheit verhindert eine passende, vernünftige Absicherung. Ist nicht –> die richtige/ passende Rentenhöhe versichert, so können Sie es auch gleich bleiben lassen. Gehen Sie von dem Geld jeden Monat schön essen, gönnen Sie sich etwas Schönes, aber nicht die unsinnige und unpassende BU Absicherung, die im Fall der Fälle nichts, rein gar nichts bringt.

Zudem hat es in den letzten Jahren eine Vielzahl von Veränderungen und Verbesserungen in den Bedingungen gegeben. Nicht nur Punkte wie abstrakte oder konkrete Verweisung sind heute klarer, deutlicher und damit kundenfreundlicher gestaltet. Auch Regelungen noch Feststellung der BU, Fragen bei Ausscheiden oder unterbrechen der eigenen Tätigkeit oder auch die Fragen zur Nachprüfung der bereits gezahlten Rente sind in vielen Fällen viel kundenfreundlicher.

Leider ist es für einige auch teurer geworden. Viele Versicherer haben die Berufsgruppen wieder aufgefächert, zuletzt der –> Volkswohlbund. Immer mehr Berufsgruppen führer bei einigen wenigen zu günstigeren Beitragen, für viele andere wird der Schutz aber teurer. Warum? Weil die Versicherer hiermit weiter selektieren. „Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Köpfchen“ könnte es nicht nur im Märchen, sondern auch in der BU Absicherung heißen. Daher wird ein –> frühzeitiger Abschluss in der BU immer wichtiger, sichert er doch auch später „schlechten“ Berufsgruppen und Risiken einen bezahlbaren Schutz.BU Kriterien

Denken Sie nicht nur an den eigenen Schutz, auch eine „Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder“ kann unter bestimmten Vorgaben sinnvoll sein und/ oder zumindest eine passende Option sein um später nicht in die Falle der teuren Berufsgruppen zu tappen.

Was muss ich mit meinem Schutz jetzt tun?

Zunächst einmal gilt, das unabhängig von der Frage wann, wo und warum abgeschlossen, BU Schutz muss betreut werden. In der Praxis bedeutet dieses, mindestens alle 2, 3, 4 Jahre den Schutz neu anzuschauen, zu prüfen welche Vorgaben damals galten und sich heute vielleicht verändert haben. Nur so kann entschieden werden, ob eine Anpassung nötig ist.

Eine –> Dynamik sichert zumindest einmal die Erhöhungsoption und die auch dann, wenn die Gesundheit vielleicht nicht mehr so mitspielt. –> Ausbaugarantien sichern eine Anpassung des Schutzes auch dann, wenn es normalerweise nicht mehr möglich ist und –> Nachversicherungsoptionen bieten auch dann eine Erhöhung, wenn bestimmte Ereignisse eintreten.

Doch der beste (erweiterbare) Schutz nützt gar nichts, wenn dieser nicht passt. Lässt der Versicherer sich unzählige Hintertürchen offen und wird somit eine Leistung unwahrscheinlich, so ist auch hier Handeln erforderlich.

Ein weiterer Punkt zu Handeln, sind –> Zuschläge oder Ausschlüsse. Sind diese nicht sauber formuliert oder sind die Erkrankungen die dazu führten gar nicht mehr vorhanden, so sollte auch hier der bestehende Schutz angefasst und überprüft werden.

Anders als noch vor Jahren, sind zudem Klauseln und Optionen verfügbar, welche den Leistungsbezug einfacher und die Leistung angemessener machen. Dabei kann es sich um eine –>  Arbeitsunfähigkeitsklausel handelt, welche eine überbrückende Leistung bietet, auch ein garantierter Übergang von Krankentagegeld zur BU kann eine Option sein. Die Erhöhung einer BU im Leistungsfall sichert die –> Leistungsdynamik, auch manchmal als „garantierte Rentensteigerung“ bezeichnet.

Nutzen Sie also die Chance und lassen den bestehenden BU Schutz überprüfen, nur so sichert dieser auch das was er soll, die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit und damit das Einkommen bis und nach der Rente. Keine Rentenbeiträge = keine Rente, auch das sollte bedacht werden. BU Überprüfung Siegel

20.
Oktober '15

Beitragserhöhung bei den gesetzlichen Krankenkassen zum 01.01.2016 – was es Sie mehr kostet


Es wird teurer… wie immer also? Nicht ganz, denn in diesem Jahr kommen neben der Änderung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenkasse (–> neue Sozialversicherungswerte 2016) auch noch steigende Beiträge in der GKV hinzu. Seit längerem steigt die Beitragsbemessungsgrenze jährlich an. Eine Erhöhung dieser Grenze führt zur Erhöhung des Höchstbetrages, welches dann zunächst nur diejenigen betrifft, die mit dem Einkommen diese Grenze überschreiten.

Im Jahr 2016 werden pro Jahr dann nicht mehr „nur“ von 49.500 € Jahreseinkommen berechnet, sondern für weitere 1.350 €. Die neue Beitragsberechnung in der gesetzlichen Krankenkasse liegt somit ein maximal anrechenbares Einkommen von 50.850 € zu Grunde. Der Höchstbeitrag ab 2016 ändert sich somit ebenfalls und berechnet sich wie folgt:

Krankenversicherung: 4.237,50 € * 14,6% = 618,68 € (bisher 602,25 €, 16,43 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.237,50 €* (2,35% + 0,25% (Kinderlose)) =  110,18 € (bisher 107,25 €, +2,931 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 728,86 € (bisher 709,50 €, +19,36 €)

pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erheben kann.

Das ist jedoch nur der eine Teil. Auch die Krankenkassen passen Ihre Beitragssätze an, richtigerweise die Zusatzbeiträge. Schauen wir uns als Beispiel die IKK Nord an, ist diese im Jahr 2015 mit einem Zusatzbeitrag von 0.9% gestartet, steigt dieser nun auf 1,3%. Was auf den ersten Blick gar nicht viel klingt, „lausige 0,4%“, katapultiert die IKK Nord an die Spitze der Zusatzbeiträge, zumindest derzeit.

Schon heute haben wir in der GKV keine „halbe-halbe“ Aufteilung mehr, die Zeiten sind längst vorbei. Der Arbeitnehmer zahlt ab 2016, inkl. Pflegeversicherung einen Beitrag von 369,72 € und damit +9,81 € gegenüber dem Vorjahr 2015. Doch das ist lange nicht alles und gilt nur dann, wenn der Versicherte bei einer von 4 Kassen versichert ist, welche keinen Zusatzbeitrag erheben. Die Masse der GKV’en erhebt aber einen zusätzlichen Beitragsanteil von 0,9%, manche sogar mehr, bis hin zu 1,3%.

Berechnet auf die Bemessungsgrenze 2016 bedeutet das also:

Beitrag GKV und Pflege = 369,72 EUR

Zusatzbeitrag (1,3% auf 4.237,50 €) = 55,09 € (bei 0.9% = 38,13 €)

Ein Versicherter der IKK Nord zahlt somit einen Gesamtbeitrag von monatlich 424,80 € (bei 0.9% 407,86 €). Gegenüber dem Jahr 2015 ergibt sich bei Versicherten der IKK, welche den Höchstsatz zahlen, ein monatlicher Mehrbeitrag von 27,78 € oder auf den Zahlbeitrag 2015 bezogen einen Anstieg um 6,9%.

Verdienen Sie unter der Beitragsbemessungsgrenze oder passt Ihre Krankenkasse den Zusatzbeitrag nicht so stark an, so fällt die Anpassung etwas geringer aus.

GKV 2015 2ß16 Diagramm IKK NordWelche Faktoren beeinflussen den Beitrag in der GKV?

Der entscheidende Faktor ist Ihr Einkommen. Dieses bestimmt die Höhe des Beitrages zur GKV im Wesentlichen, wird doch der Beitragssatz davon berechnet. Zweiter Faktor ist die Wahl der Krankenkasse, denn einige erheben keinen Zusatzbeitrag, andere wiederum bis zu 1,3%. Das mag auf den ersten Blick nicht viel klingen, ist es aber. Liegt ihr Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze, so macht dieser Zusatzbeitrag zwischen derzeit null und 55,09 € aus, monatlich und ohne weiteren AG Zuschuss.

Dritter Faktor ist die Beitragsbemessungsgrenze, aber nur dann wenn Ihr Einkommen darüber liegt. Steigt diese, so steigt auch der Beitrag, da mehr Einkommen beitragspflichtig wird. Genaue Details wie sich das auswirkt finden Sie im Beitrag zu den –> Sozialversicherungswerten 2016.

Zusatzbeiträge

Die Kassen berechnen, je nach wirtschaftlicher Lage, individuelle Zusatzbeiträge. Diese sind veränderbar und müssen vom Arbeitnehmer allein getragen werden. Die aktuelle Übersicht über die derzeitigen Zusatzbeiträge finden Sie im Downloadbereich unter „Gesetzliche Krankenkassen“ oder hier mit direktem Link auf die „–> Übersicht über die derzeitigen GKV Zusatzbeiträge der bundesweit geöffneten Kassen„.

Was können Sie tun?

Ist Ihnen der Betrag zu hoch oder gefallen Ihnen die Leistungen nicht mehr, so ist nach Ablauf der 18monatigen Bindungsfrist ein Wechsel zu einer anderen GKV möglich. Sind Sie hingegen freiwillig versichert, dann können Sie auch in die private Krankenversicherung wechseln. Dieses sollte aber nicht nur wohl überlegt sein, –> man muss sich einen Schutz in der PKV auch leisten können und wollen, zum Geld sparen ist die PKV nichts.

13.
Oktober '15

Auslandsreisekrankenversicherung und die Falle bei den Vorerkrankungen – so können Sie auch mit Vorerkrankungen bedenkenlos reisen


Da ist er nun, der lang ersehnte Urlaub und endlich soll es losgehen. In der Sonne liegen, das mediterrane Klima genießen und einfach nur ausspannen. Hawaii - 1Was für viele ganz einfach ist, führt für (chronisch) Kranke durchaus zu einem Problem. Wer in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, für den besteht im Großen und Ganzen Versicherungsschutz in Deutschland. Ausgedehnt kann dieser Versicherungsschutz dann werden, wenn Deutschland mit dem entsprechenden Land ein Sozialversicherungsabkommen hat. Die europäische Krankenversicherungskarte garantiert dann auch in diesen Ländern einen entsprechenden Versicherungsschutz. Doch dieser ist mit Lücken behaftet. So lässt sich ein Rücktransport aus dem Ausland nachhause nicht über die gesetzliche Krankenkasse abrechnen. Ebenso gibt es eine ganze Menge Ärzte, die Patienten nicht ohne weiteres über die Versichertenkarte behandeln (wollen) und daher ist eine Auslandsreise Krankenversicherung immer und grundsätzlich zu empfehlen.

Die Auslandsreisekrankenversicherung sichert somit die medizinische Versorgung im Ausland und (je nach Versicherungsbedingungen) zu dem auch verbesserte Leistungen im Krankenhaus, organisiert Hilfe und stellt einen Dolmetscher, versorgt Patienten mit Medikamenten im Ausland und vieles mehr. Ein solcher Versicherungsschutz ist in vielen Fällen für einen sehr geringen Betrag zu bekommen. So ist ein solcher Versicherungsschutz für Reisen bis zu acht Wochen schon für 12,40 € pro Jahr zu bekommen. (–> Onlinerechner und Abschlussmöglichkeit) Wer bereits das 60. Lebensjahr erreicht hat, bezahlt jedoch eine höhere Prämie, in diesem Fall 48 €.

Die Gesellschaften tragen damit das Risiko für im Ausland akut eingetretene Erkrankungen. Diese jedoch nur wenn eine solche Erkrankung/ Verschlechterung nicht vorhersehbar war. In den Versicherungsbedingungen des ADAC heißt es dazu:

§ 13 Welche Leistungen werden bei ambulanter ärztlicher Behandlung erbracht?

1. Es ist eine akute, unerwartete Erkrankung oder eine Verletzung im Ausland eingetreten. Sie benötigen eine ambulante Behandlung.

Doch genau das war ein Problem bei einem Versicherten, der bereits in Deutschland unter chronischen Krankheiten litt. So kann ein Herzinfarkt im Ausland durchaus eine Folge einer bereits bestehenden Erkrankung in Deutschland sein. In diesem Fall verweigerte Auslandsreise Krankenversicherung eines Automobilclubs einem Kunden den Rücktransport, da die Ursache der nun aufgetretenen Erkrankung eine Folge einer bereits bestehenden Krankheit gewesen sein sollte. Dieses ist nicht nur für ältere Kunden ein Problem. So können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien oder auch Diabetes schnell zu einem medizinischen Notfall im Ausland führen und einige Versicherer können sich hier herausreden. Wer also im guten Glauben gut versichert zu sein ins Ausland gereist ist, der kann schnell seine böse Überraschung erleben. Doch das lässt sich (zumindest bei einigen Unternehmen) lösen.

So schreibt die Hallesche Krankenversicherung in ihren Versicherungsbedingungen (nachzulesen über den –> Link zum Onlinerechner):

Ist der Versicherungsfall bereits im Inland eingetreten, erstatten wir die versicherten Kosten für eine medizinisch notwendige Heilbehandlung im Ausland, wenn

  • sich die Erkrankung während der Reise im Ausland verschlechtert hat und

  • die Heilbehandlung vor Beginn der planmäßigen Rückreise erforderlich ist.

Für den Fall dass auch ihr Versicherer eine solche Lösung (mehr …)

07.
Oktober '15

Der Versicherer verlangt einen Zuschlag oder Ausschluss in der Berufsunfähigkeitsversicherung- geht es auch ohne?


Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind in der Berufsunfähigkeitsversicherung ein durchaus gängiges Mittel um Vorerkrankungen zu berücksichtigen und somit auch Menschen zu versichern, die nicht „ganz gesund sind“. Dennoch ist hierbei einiges zu beachten, sonst wird ein solcher Ausschluss schnell zum Problem im Leistungsfall. Mit einer Einschränkung, egal ob Zuschlag oder Ausschluss begrenzt der Versicherer sein Risiko. Dieses ist auch nötig, da die Prämien so kalkuliert sind, wie Sie für einen gesunden Versicherten erforderlich sind. Liegen nun Vorerkrankungen vor, welche das Risiko berufsunfähig zu werden erhöhen, so müssen diese berücksichtigt werden.

Zuschlag oder besser Ausschluss?

Das kommt darauf an. Eine generelle Aussage gibt es hier nicht, jedoch gilt Eines immer. Mit einem Zuschlag bleibt der Versicherungsschutz voll erhalten, kostet nur eine höhere Prämie. Bei einem Ausschluss wird der Schutz dagegen begrenzt oder ausgehöhlt und ist nicht mehr in allen Bereichen vorhanden. Wer schon einmal Rückenerkrankungen hatte, dem wird ein vollständiger Versicherungsschutz meist verwehrt bleiben. Dabei ist es bei einigen Unternehmen selbst bei „einfachen“ Verspannungen, die doch „jeder mal hat“ so, das schnell ein Ausschluss in den Vertrag geschrieben wird.

Nicht gleich den ersten Vorschlag akzeptieren

Nicht jeder Vorschlag des Versicherers ist gleich akzeptabel. Gerade bei Vorerkrankungen gibt es vollkommen unterschiedliche Einschätzungen und Auffassungen und oft hilft es, wenn ein qualifizierter Berater einmal nachhakt. Hier ist es insbesondere wichtig, vollständige Unterlagen von Ärzten und sonstigen Heilbehandlern zu besorgen und genau prüfen, welche Informationen wo abgefragt werden. Alle Fragen sind natürlich wahrheitsgemäß zu beantworten, mehr Antworten wie Fragen gestellt werden müssen natürlich nicht gegeben werden. So heisst es auch hier: Beratung nutzen und sorgfältig arbeiten. Eine falsche Angabe kann teilweise große Folgen haben, wenn dadurch ein Ausschluss „provoziert wird“.

Oftmals verwenden die Unternehmen eigene Fragebögen. Generelle „Anfragebögen“ taugen aber gerade einmal für eine erste Auswahl mit dem Berater. Für Voranfragen, Ausschreibungen und dergleichen sollten immer die Fragebögen und das Antragsformular des Versicherers selbst verwendet werden. Nur so ist sichergestellt, das im Antrag nicht nachher doch noch etwas anzugeben ist, was vorher nicht bedacht wurde.

Klauseln sind verhandelbar- Zuschläge auch!

Je nach Unternehmen sind die Klauseln vorgefertigt oder werden individuell erstellt. So ist eine Klausel:

„Ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind Erkrankungen der Wirbelsäule und deren Folgen“

eher ungünstig, denn hiermit ist einfach alles was die Wirbelsäule betrifft „raus aus dem Schutz“. Wird so eine Klausel wegen Verspannungen oder sonstigen Rückenbeschwerden verhängt, so ist die in den meisten Fällen inakzeptabel. Warum? Weil das Risiko von Unfällen und/ oder Infektionskrankheiten bei Ihnen nicht größer oder kleiner ist, als bei anderen Kunden welche die Verspannungen nicht hatten.

Dagegen könnte die verbesserte Klausel lauten:

„Ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind Erkrankungen der Wirbelsäule und deren Folgen. Nicht vom Ausschluss betroffen und damit in Versicherungsschutz eingeschlossen sind Tumorerkrankungen, Unfälle und Infektionskrankheiten und deren Folgen.“

Mit der zweiten Version der Klausel ist der Versicherungsschutz weitaus weniger beschränkt. All das was durch Unfälle oder auch Infektionen passieren und zur Berufsunfähigkeit führen kann ist hierbei wieder enthalten. Von selbst werden einige Versicherer diese „bessere“ Klausel meist nicht anbieten. Ist der Antragsteller aber mit dem ersten Vorschlag zufrieden, so akzeptiert wer vielleicht einen deutlich schlechteren Schutz als möglich.

Kann ich einen Zuschlag in einen Ausschluss umwandeln?

Auch das „kommt darauf an“ und ich zum Einen davon abhängig wie die genauen Vorerkrankungen aussehen. Lässt sich die Erkrankung begrenzen und ist zum Beispiel nur „ein Körperteil“ betroffen, so ist das durchaus eine Möglichkeit die Prämie wieder zu reduzieren. Entscheidend ist aber hier die Frage ob ein solcher Ausschluss sinnvoll möglich ist. Bei Allergien wird dieses schwer sein, da diese nicht nur mehrere Organe und oft den ganzen Körper betreffen. Schließt man nun Allergien gänzlich samt deren Folgen aus, so besteht unter Umständen auch für spätere Hautausschläge kein Versicherungsschutz. Wer dagegen ein verletztes Knie hat, der kann die „Knieerkrankungen und Folgen“ natürlich ausschließen. Auch hier stellt sich die Frage wie sinnvoll das ist, was letztendlich auch vom Beruf abhängig ist.

und einen Ausschluss in einen Zuschlag?

der ist schon schwerer umzuwandeln und wird von dem Versicherer meist nicht angeboten. Der Grund ist hier einfach im Risiko zu sehen. Weiss der Versicherer das ein Organ oder Körperteil schon „vorgeschädigt ist“ und bietet er hierzu einen Ausschluss an, so ist die Erkrankung abgrenzbar. Dieses wird meist nicht durch einen Zuschlag sinnvoll versicherbar, oder der Zuschlag ist so hoch, das es wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Entfällt der Zuschlag/ Ausschluss später wieder?

Eine immer wieder aufkommende Frage betrifft die Zuschläge und Ausschlüsse in der Zukunft. Hierbei muss unterschieden werden weshalb der Zuschlag oder Ausschluss vereinbart wurde. Hatten Sie Nackenverspannungen aufgrund einer sportlichen Betätigung und der Versicherer hat hierfür einen Ausschluss formuliert und nun ist Jahre lang alles in Ordnung gewesen, so kann durchaus der Entfall des Ausschlusses angestrebt werden. Sind die Vorerkrankungen leicht, so bieten einige Unternehmen auch gleich bei Abschluss eine so genannte „Nachschau“ nach X Jahren an. Das ist die Zusicherung den Zuschlag oder Ausschluss nach einer bestimmten Zeit zu überprüfen. Dazu ist es sinnvoll sich die Antragsfragen für einen Neuantrag zu dem Zeitpunkt noch einmal anzuschauen. Werden die Vorerkrankungen da nicht mehr angabepflichtig, so stehen die Chancen recht gut den auch aus bestehenden Verträgen zu verbannen.

Zuschläge hingegen sind bei vielen Unternehmen als dauerhafte Zuschläge über die gesamte Laufzeit kalkuliert und sind daher zu beginn niedriger angesetzt. Hier ist ein Entfall deutlich schwieriger und oftmals verlangen Unternehmen hier einen Neuantrag, neue Bedingungen und ein neues Eintrittsalter.

Ist die Einschätzung bei allen Versicherern gleich?

Ganz gewiss nicht. Oftmals herrscht aber genau diese Meinung vor und es wird vorschnell eine Entscheidung akzeptiert. Daher gilt gerade in der wichtigen Absicherung gegen Berufsunfähigkeit: Ausschreibungen, Voranfragen und die Suche nicht nur nach dem passenden Bedingungswerk, sondern auch nach der richtigen Annahmeentscheidung gehört in die Hände von Profis. Natürlich könnten Sie auch viele Versicherer anschreiben und um eine Einschätzung bitten, diese dann selbst vergleichen, versuchen zu verhandeln und sich mit den Prüfern auseinandersetzen. Aber warum sollten Sie das (vielleicht sogar mit schlechteren Aussichten) tun, wenn doch eine Beratung die gleichen Monatsbeiträge hervorbringt und einen besseren Schutz ermöglicht?

Weitere Informationen zum passenden BU Schutz finden Sie auch bei den Auswahlkriterien und in meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeit.