Archiv für April 2015

30.
April '15

Anfragen von Gesetzlichen Krankenkassen an private Auskunfteien unzulässig, doch wie ist es in der Privaten Krankenversicherung?


Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff wies bereits im April darauf hin, dass Anfragen der gesetzlichen Krankenkasse an private Auskunfteien unzulässig seien. Einige gesetzliche Krankenkassen, darunter die Deutsche BKK und die mhplus BKK hatten in der Vergangenheit Anfragen an private Auskunfteien (z.Bsp. Kreditreform, die Schufa, Infoscore) genutzt, um Informationen zu ihren freiwillig versicherten Mitgliedern zu erlangen und das Risiko eines Zahlungsausfall zu vermeiden. Die Bundesdatenschutzbeauftragte wies darauf hin, eine solche Auskunftserteilung sei den gesetzlichen Krankenkassen nicht gestattet.

Auskünfte über Arbeitgeber erlaubt

Doch anders sieht es mit Auskünften der gesetzlichen Kassen über Arbeitgeber aus. Hier kann sehr wohl bei privaten Auskunfteien beauskunftet werden, um das Risiko von Zahlungsausfällen zu vermeiden oder eine eventuelle Zahlungsunfähigkeit zu überprüfen. Anders als bei dem versicherten Mitglied besteht hier kein schutzbedürftiges (Datenschutz-) Interesse.

Wie sieht es bei der privaten Krankenversicherung aus?

Bereits in der Vergangenheit habe ich in einigen Beiträgen über die Auskunfteien und die Einholung von Informationen aus privaten Datensammlungen geschrieben, welche die privaten Krankenversicherer zur Minimierung des Zahlungsausfalls einsetzen. (Link zum Beitrag)

Schufa und Co

Anders als noch vor einigen Jahren ist die Kündigung einer privaten Krankenversicherung durch den Versicherer auch bei Zahlungsverzug nicht möglich. Der Versicherer hat nur die Möglichkeit der Leistungseinstellung und der Überführung in den so genannten Notlagentarif. Daher besteht für den Versicherer ein erhebliches finanzielles Risiko, welches durch Auskünfte über die Bonität des Versicherten vor Antragstellung minimiert werden soll. Eine solche Auskunft durch die private Krankenversicherung ist zulässig, falls der Kunde einer solchen Auskunftserteilung zugestimmt hat. Dieses geschieht üblicherweise durch eine Zustimmung im Antrag. Bevor Sie daher einen Antrag auf private Krankenversicherung stellen und das Risiko eingehen dass diese abgelehnt wird, lesen Sie bitte genau die entsprechenden Anträge.

Ein Beispiel aus dem Antrag der Continentale Krankenversicherung, Hervorhebungen durch mich:

Einwilligung in die Bonitätsauskunft und in die Verwendung der Ergebnisse

Ich willige jederzeit widerruflich ein, dass meine Antragsangaben Name, Vorname, Geburtsdatum, Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort bei der Antragsprüfung genutzt werden, um Bonitätsprüfungen bei Auskunfteien (z.B. SCHUFA, Infoscore, Creditreform) durchzuführen.

Weiter willige ich ein, dass die für Bonitätsprüfungen genutzten Auskunfteien die erhaltenen Daten speichern und nutzen. Die Nutzung umfasst die Errechnung eines Wahrscheinlichkeitswertes auf Grundlage des Datenbestandes der Auskunftei zur Beurteilung des Ausfallrisikos (sog. Score). Hierbei handelt es sich um Bonitätsinformationen auf Basis wissenschaftlich anerkannter mathematisch-statistischer Verfahren, die immer nur ein allgemeines Zahlungsausfallrisiko beschreiben. Die Nutzung umfasst zudem die Prüfung der Identität und des Alters auf Anfrage der Vertragspartner der Auskunftei. Des Weiteren übermittelt die Auskunftei die erhaltenen Daten an ihre Vertragspartner im Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz, um diesen Informationen zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit von natürlichen Personen zu geben. Personenbezogene Daten werden von den Auskunfteien nur zur Verfügung gestellt, wenn ein berechtigtes Interesse im Einzelfall glaubhaft dargelegt werden kann und die Übermittlung nach Abwägung aller Interessen zulässig ist. Unabhängig davon wird die Continentale Krankenversicherung a.G. auch Daten über gegen mich bestehende fällige Forderungen (Forderungsbetrag nach Titulierung) an Auskunfteien (z. B. SCHUFA) übermitteln. Dies ist nach dem Bundesdatenschutzgesetz (§ 28a Abs. 1 Satz 1 BDSG) zulässig und erfolgt in den Fällen, wenn ich die geschuldete Leistung trotz Fälligkeit nicht erbracht habe, die Übermittlung zur Wahrung berechtigter Interessen des Versicherers oder Dritter erforderlich ist und die Forderung durch ein rechtskräftiges oder für vorläufig vollstreckbar erklärtes Urteil fest- gestellt worden ist oder ein Schuldtitel nach § 794 der Zivilprozessordnung vorliegt.

Zu diesen Zwecken befreie ich die Continentale Krankenversicherung a.G. bezüglich der nach § 203 StGB geschützten Daten von Ihrer Schweigepflicht. Über die genutzte Auskunftei und deren Kontaktdaten sowie die gespeicherten und übermittelten Daten erhalte ich auf Anforderung Auskunft.

Darüber hinaus willige ich ein, dass die im Zuge der Bonitätsprüfungen zu meiner Person übermittelten Ergebnisse während der ersten fünf Jahre der Laufzeit dieses Vertrages zur Überprüfung sowie Verbesserung der Annah- merichtlinien bzw. für andere die Versichertengemeinde schützende Maßnah- men erneut ausgewertet werden dürfen.

Für die Bonitätsprüfungen benötigt der Versicherer die Angabe des vollständigen Namens und die Adressdaten des Hauptwohnsitzes lt. Melderegistereintrag. Bei falschen Angaben behält sich der Versicherer die Möglichkeit des Rücktritts und der Anfechtung des Vertrages vor.

Im Rahmen einer Voranfrage dürfte so einer Auskunftseinholung bei privaten Auskunfteien jedoch weiterhin unzulässig sein, da die Zustimmung des Versicherten explizit nicht eingeholt ist. Daher kann ein Antrag trotz positiver vor Anfrage im Rahmen der Antragstellung aus Bonität guten abgelehnt werden, obwohl die gesundheitliche Vorprüfung positiv war. Das Risiko für den Krankenversicherer ist finanziell gesehen hoch, da dieser auch bei Zahlungsverzug für weiterhin entstehende Kosten (im Rahmen des Vertrages bzw. später Notlagentarifs) aufkommen muss.

Bevor Sie daher einen Antrag auf private Krankenversicherung stellen, sollten Sie (falls nicht sicher ist das keine Eintragung bestehen) die Möglichkeit der Selbstauskunft bei diversen Auskunftei nutzen. Ich habe dafür eine ganze Reihe von Musteranschreiben und die nötigen Informationen in einem gesonderten doch Beitrag zur Verfügung gestellt. Diese können Sie kostenfrei nutzen um Ihre Anfrage zu gestalten.

Selbstauskünfte Screenshot

Zur Begründung eines Vertragsverhältnisses ist daher bei entsprechender Zustimmung diese Auskunft in der privaten Krankenversicherung zulässig und findet regelmäßig statt. Hat ihre gesetzliche Krankenkasse eine solche Information über sie eingeholt, so haben sie auch hier jederzeit das Recht einer Selbstauskunft. Sie können entweder die entsprechende Auskunftei anschreiben, oder aber auch die gesetzliche Krankenversicherung direkt um eine Auskunft über die von Ihnen gespeicherten Daten bitten.

Nach Auffassung der Bundesdatenschutzbeauftragten darf die gesetzliche Krankenkasse diese Information jedoch nicht verwerten, auch wenn diese in der Vergangenheit eingeholt wurde. Sollten Sie also bei der Deutsche BKK oder mhPlus (oder einer anderen nicht bekannten Krankenkasse welche Infos eingeholt hat) eine Ablehnung einer freiwilligen Mitgliedschaft erhalten haben, so können Sie dagegen vorgehen. Ebenso steht Ihnen die Internetseite der Bundesdatenschutzbeauftragten für weitere Fragen und Beschwerden zur Verfügung. (LINK)

28.
April '15

Das Kind ist unterwegs- die Auswahl der richtigen Versicherung


Zumindest in der Wahrnehmung und in unseren Anfragen ausgenutzten Wochen scheinen wieder deutlich mehr Kinder geboren zu werden. Damit häufen sich auch die Fragen zum richtigen Versicherungsschutz in der Krankenversicherung und ich möchte dieses nutzen um einige wichtige Punkte hier einmal zusammenzufassen.

Gerade wenn die Eltern in unterschiedlichen Systemen (GKV und PKV) versichert sind, vielleicht sogar (noch) nicht verheiratet, dann ist die Frage nach der richtigen und passenden Krankenversicherung nicht ganz einfach zu beantworten und bedarf etwas Vorbereitung. All diese Schritte können Sie schon vor der Geburt erledigen und so den Aufwand nach der Geburt minimieren und voll und ganz ihre Zeit mit ihrem Kind genießen.

Die Kosten der Geburt

Eine der häufigeren Fragen beschäftigt sich damit, wer die Kosten der Geburt des Kindes und gegebenenfalls den damit zusammenhängenden Krankenhausaufenthalt bezahlt. Dabei ist es zunächst einmal egal, ob die Mutter gesetzlich oder privat krankenversichert ist. Wird das Kind als gesundes Neugeborenes ohne eine eigene Krankheitsdiagnose geboren, so werden die Kosten der Geburt immer der Krankenversicherung der Mutter zugerechnet. Ist die Mutter also gesetzlich versichert, zurzeit auch die gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Geburt und den stationären Aufenthalt für Mutter und Kind.

Ist die Mutter privat krankenversichert, so übernimmt der Versicherer die Kosten für die Geburt und soweit versichert auch Kosten für das Ein- oder Zweibettzimmer und/oder eine wahlärztliche Behandlung. Viele Tarife enthalten zudem Leistungen wie eine Geburtspauschale oder eine x-fache Leistung aus dem Versicherten Krankentagegeldtarif, welche nach Geburt des Kindes auf Anforderung ausgezahlt werden. Vergessen Sie also nicht, auch wenn das Kind nicht in ihrer PKV versichert werden soll, eine solche Leistung zu prüfen und gegebenenfalls bei Ihrem Versicherer abzufordern.

Wird das Kind hingegen als nicht gesundes Kind geboren und musste im Krankenhaus behandelt werden, so entstehen die Kosten in der (zukünftigen) Krankenversicherung des Kindes. Dabei muss das Krankenhaus wissen, ob das Kind zukünftig gesetzlich oder privat krankenversichert ist. Ist es in einer privaten Krankenversicherung (bzw. soll es dort rückwirkend zum Tag der Geburt nach versichert werden) so sind die Voraussetzungen der Neugeborenennachversicherung zu prüfen. Hierfür ist es bei den meisten Unternehmen erforderlich, dass ein Elternteil mindestens drei Monate bei diesem Unternehmen versichert war. Der Versicherungsschutz besteht maximal in dem Umfang, in dem ein Elternteil versichert ist. Wer also selbst Leistungen für das Ein- oder Zweibettzimmer versichert und vielleicht noch eine Chefarztbehandlung, der bekommt diese auch für sein Kind. Einige Unternehmen lassen für Kinder auch besseren Versicherungsschutz zu, dieses ist jedoch nicht die Regel. Für das Kind im Rahmen dieser Nachversicherungsgarantie angemeldet, so muss dieses innerhalb von zwei Monaten nach Geburt passieren und erfolgt rückwirkend zum Geburtstag.

Die Kosten für die Behandlung des (nicht gesunden) Kindes

Für die Kosten der Behandlung des nicht gesunden Kindes kommt dann die private Krankenversicherung auf. Soll das Kind in die gesetzliche Krankenkasse, so achten Sie bitte darauf das dem Krankenhaus dieses bekannt ist und nicht versehentlich eine Privatrechnung geschrieben wird.

Die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, meist die U1 (bei Geburt) und U2 (3.-10. Tag) trägt in jedem Fall die Versicherung des Kindes.

Familienversicherung in der GKV oder doch privat?

Generell gilt, wenn die Eltern in unterschiedlichen Systemen versichert sind kann das Kind immer in der gesetzlichen oder aber in der privaten Krankenversicherung versichert werden. Dabei spielt es keine Rolle wer mehr verdient, das ist es dann entscheidend wenn es um die Frage geht ob das Kind in der gesetzlichen Krankenkasse beitragsfrei versichert werden kann (Familienversicherung gemäß Paragraph 10 SGB V) oder einen Beitrag zahlen muss. In der Krankenkasse der Mutter oder des Vaters kann es auf jeden Fall versichert werden.

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, ob für das Kind ein Beitrag zu zahlen ist oder beitragsfreie Versicherungsschutz besteht. Kinder wo versichern 2015

Aber selbst wenn sie hier zu dem Ergebnis kommen sollten, das Kind hat keinen beitragsfreien Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenkasse, so kann es doch gegen Beitrag dort angemeldet werden. Die Systeme sind sehr unterschiedlich und haben beide Vor- und Nachteile. Oftmals wird das Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes als entscheidender Vorteil für die gesetzliche Krankenkasse angeführt. Dieses ist ein Leistungsbausteinen den es in der privaten Krankenversicherung (mehr …)

23.
April '15

Vielen Dank @ Signal Iduna – Fußballkinder glücklich


Wenn es bei Gesellschaften etwas zu meckern gibt, dann sage ich das auch. Ebenso muss und sollte man auch sagen, wenn etwas positives passiert, so hier mit der Signal Iduna aus Dortmund. Die haben ja bekanntlich Erfahrung im Sponsoring von Fußballern, auch wenn es dem einen oder anderen gesponserten Verein gerade nichtso gut geht, in der Liga 🙂VFL Mannschaft _ - 1

Als ich mich letztes Jahr entschied wieder einmal etwas für den Jugendfußball hier auf der Insel zu tun, ging es um T-Shirts mit dem Vereinslogo des VfL Bergen für die Kleinen. Aber da war noch was, man traute sich ja kaum zu fragen, aber Trainingsanzüge brauchte man eigentlich auch noch, denn gerade im Frühjahr, vor und nach dem Spiel ist es ganz gut etwas zum warm bleiben an zu ziehen und wenn das dann noch im Vereinslook passieren könnte, wäre super.

Also machte ich mich mal auf die Suche. T-Shirts mache ich allein, Handtücher für eine andere Mannschaft auch, aber da waren noch die Anzüge. Auf meiner Suche nach einem „Mit-Sponsor“ schrieb ich einfach mal 2-3 Kontakte an und binnen weniger Minuten nach meiner Mail kam schon die Aussage: „Klar- wir sind dabei“.VFL Mannschaft rück_ - 1

Danke also auch auf diesem Weg an die SIGNAL IDUNA DORTMUND, besonders hier an Hr. Grosse und Hr. Bennmann für die Unterstützung. Bei herrlichem Frühlingswetter entstand nun dieses Foto. Wie gesagt: VIELEN DANK! VFL Mannschaft - 1

Besonders stolz sind die kleinen Spieler, weil Sie ja „den gleichen Sponsor wie die großen haben.“ 🙂

VFL Mannschaft rück - 1

22.
April '15

Aus dem Beratungsalltag: längere Laufzeit, längerer Versicherungsschutz, weniger Beitrag- oder doch nicht?


Manchmal sind es die kleinen Dinge, welche Beratung Alltag zu etwas Verwunderung führen. So auch in diesem Fall. Es geht um eine Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit in unterschiedlichen Konstellationen.

Um den Hintergrund zu verstehen, zunächst einmal eine kurze Erklärung der entsprechenden Begriffe.

(Versicherungs-)Endalter:

hierbei handelt es sich um das Alter, bis zu welchem der Versicherungsschutz besteht und ein Leistungsfall eintreten kann. Oftmals ist dieses Versicherungsendalter identisch mit dem so genannten Leistungsendalter.

(Leistungs-)Endalter:

hierbei handelt es sich nicht um das Alter, bis zu welchem Versicherungsschutz besteht, sondern bis zu welchem eine vereinbarte Rente ausgezahlt wird. Dieses kann je nach Tarif und Gesellschaft durchaus auch nachdem eigentlichen Inhalte des Vertrages liegen. So kann eine Berufsunfähigkeit bis zum 65. Lebensjahr zum Beispiel eingetreten sein, wenn dem so ist wird die Rente aber es zum 67. Lebensjahr gezahlt. Tritt hingegen die Berufsunfähigkeit zum 66. Lebensjahr ein, würde keine Rente gezahlt werden.

(Beitrags-)Endalter:

und dieses wiederum beschreibt nun das Alter, bis zu welchem die Beiträge gezahlt werden müssen.

In einer Beratung haben wir nach der Ermittlung des Bedarfes (und bevor jetzt die große Empörung losbricht, die 1.000 € Rente sind vollkommen ausreichend im Hinblick auf die gegebenen Umstände des Kunden) unterschiedliche Szenerien für das Endalter berechnet. Klar ist ja auch, dass ein Versicherungsschutz nicht zwingend bis zum 67. Lebensjahr benötigt wird, da der Kunde eigene Absicherung für die restlichen zwei Jahren betreibt.

In dem ersten Modell genießt der Kunde Versicherungsschutz bis zum 65. Lebensjahr, tritt bis zu diesem Zeitpunkt der Versicherungsfall ein, so wird die Rente bis zum 67. Lebensjahr gezahlt.Condor 65 67

Ausgehend von dem heutigen Eintrittsalter besteht also für die nächsten 32 Jahre Versicherungsschutz in Höhe der monatlichen Rente von 1.000 €. Für den Versicherer besteht das potentielle Risiko (dynamische Anpassungen und garantierte Rentensteigerung lassen wir einmal (mehr …)

21.
April '15

Die pflegebedürftige Finanztest testet mal wieder- heute Pflegezusatzversicherungen in der Ausgabe 05/2015


Das mit dem Testen ist dir bei Finanztest bekanntlich so eine Sache. Nicht nur bei dem unsäglichen Test zur Berufsunfähigkeitsversicherung im vorletzten Jahr (ich befürchte ja offen gesagt einen neuen im Juli), auch bei dem „Test“ zur privaten Krankenversicherung hat sich die Zeitschrift nicht gerade mit Ruhm klettert. Dabei gewannen nicht nur Testsieger welche die eigenen Mindestkriterien nicht erfüllen, der Verbraucher wurde auch mehr als einmal in die Irre geführt. Und jedes Mal wenn man glaubt „beim nächsten Mal, da lernen Sie daraus und es wird bestimmt besser“ wird der Leser wieder und wieder enttäuscht.

In der neuesten Ausgabe des Blattes mit dem blauen Logo geht es um die Absicherung im Pflegefall. Neben der Berufsunfähigkeitsversicherung, welche die eigene Arbeitskraft und das daraus resultierende Einkommen stützt, ist die Pflegezusatzversicherung eine der wichtigsten Bausteine überhaupt. Dieses liegt nicht nur daran, dass die Lebenserwartung in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer weiter gestiegen ist, sondern insbesondere auch daran, dass die Medizin zwar auf der einen Seite ein längeres Leben ermöglicht, es auf der anderen Seite aber leider in vielen Fällen ein Leben in Pflegebedürftigkeit bedeutet. Klassischer Familienverbände mit vielen Kindern und Generationenhäusern nehmen er ab, Kinder gehen nicht nur beruflich sondern oft auch örtlich ganz andere Wege und können zeitlich und finanziell eine „Rund um die Uhr Betreuung“ überhaupt nicht mehr sicherstellen. Und selbst wer eine solche Betreuung der eigenen Eltern zeitlich einrichten kann, selbst für den ist die körperliche und emotionale Belastung ohne eine weit reichende externe Unterstützung kaum denkbar. Und weil das so ist, geht es sich vor den finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit zu schützen.

Pflege nach Alter 2011

Was Pflege kostet

Die Finanztest beginnt ihren Artikel mit einer kleinen Geschichte, welche von einer Wohngruppe handelt. Hier leben acht pflegebedürftige Personen in einer Art WG zusammen, werden von ein bis zwei Pflegekräften betreut und teilen sich Bäder und Küche. Ob eine solche Betreuung für einen selber etwas ist, oder für die eigenen Eltern? Das muss jeder für sich allein entscheiden und eine pauschale Lösung gibt es nicht. Neben der Wohngruppe werden heute viele pflegebedürftige zuhause betreut, von Angehörigen, durch ambulante Pflegedienste oder durch Unterstützung im Bekannten-und Verwandtenkreis.

Wie viel die Pflege tatsächlich kostet, das ist im Voraus sehr schwierig und schon gar nicht pauschal zu sagen. Es ist abhängig von der erreichten Pflegestufe, dem Umfang der Pflege (Wie oft muss der Pflegedienst kommen? Was genau ist zu tun? Ist die Pflege auch oder nur nachts erforderlich?)  Viele Angehörige versuchen die Pflege zunächst allein zustimmen. Da geht es am Tag in die Firma und am Nachmittag und Abend geht der Zweitjob los, die Pflege der Mutter, des Vaters oder naher Angehöriger. Das ist auch für eine kurze Zeit kein Problem, Pflege ist aber häufig ein Dauerzustand. Sprechen Sie einmal mit Angehörigen von Pflegebedürftigen und fragen Sie diese mal wie aufwändig und anstrengend das ist.

Ein immer größer werdendes Problem in diesem Zusammenhang sind die bisher immer noch unerforschten Demenzerkrankungen. Und obwohl viele an Demenz erkrankten körperlich fit sind, müssen diese rund um die Uhr betreut/beaufsichtigt werden. Bereits in frühen Stadien erinnern sich diese Menschen dann nicht mehr an Tageszeiten, Rituale oder Gewohnheiten, müssen beaufsichtigt werden wie Kinder die man nicht allein lassen kann. Und jeder der das im eigenen Bekanntenkreis schon einmal mitbekommen hat weiß, wie anstrengend und nervenaufreibend das sein kann.

Selbst wenn Sie also „nur“ eine Beaufsichtigung für einen Demenzpatienten brauchen, und das vielleicht auch nur 4-5 Stunden pro Tag, so sind das immerhin 25 Stunden die Woche, 100 Stunden im Monat und damit selbst bei nicht fachlich spezialisierten Kräften 800 €, für ausgebildete Pflegekräfte gehen dann nochmal weitere 2-300 € in die Betreuung.Pflegeleistungen Pfelegepflicht 2015

Aber da zahlt doch die Pflegepflichtversicherung

Eine der entscheidende Leistungsvoraussetzungen für eine Leistung aus der gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung ist die Einstufung in eine der Pflegestufen. Neben den Pflegestufen 1-3 existiert die so genannte Pflegestufe null für Demenzpatienten. Wenn Sie bzw. der pflegebedürftige (mehr …)