Archiv für Dezember 2014

30.
Dezember '14

Überprüfen Sie Ihr Krankengeld, die versicherte BU Rente und das Pflegetagegeld


Das Jahr ist schon fast wieder vorüber und wie jedes Jahr gibt es immer noch Dinge zu erledigen, welche man zwölf Monate vor sich her geschoben hat. Auch Versicherungen gehören oft nicht zu den beliebtesten Themen, sind solche, die lange immer wieder auf der „was ich noch tun wollte“ Liste stehen. Nach dem Weihnachtsfest, aber noch vor dem Jahresende kehrt bei vielen etwas Ruhe ein, Zeit um sich auch um solche Fragen zu kümmern. Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen auf die Sachen hinzuweisen und zu erinnern, welche noch erledigt werden sollten.

Krankentagegeld- welche Höhe brauche ich denn?

Das Krankentaggeld, das ist der Betrag der (bei Arbeitnehmern nach sechs Wochen) durch die gesetzliche oder private Krankenversicherung gezahlt wird und eine finanzielle Einbuße vermeiden soll. Gerade im Krankheitsfall werden die Kosten oft nicht wirklich geringer. Klar fallen bei dem einen oder anderen die tätlichen Fahrten zur Arbeit weg, dazu kommen aber dann recht schnell Fahrten zu Arzt, der Babysitter der das Kind aus der Kita oder der Schule abholt, ist das selbst doch gerade im kranken Zustand (egal ob im Krankenhaus oder nicht) oft schwierig.

Gerade hier wird leider oft nur an den Hauptverdiener gedacht, der bringt schließlich das meiste für das Familieneinkommen nach Hause. Aber was ist wenn die Hausfrau oder der -mann ausfällt, was ist wenn plötzlich niemand da ist der „mal schnell“ einkaufen geht oder die Kinder zum Sport fährt? Dessen Absicherung ist mindestens genau so wichtig, sonst muss der Hauptverdiener plötzlich weniger Arbeiten, es entsteht eine finanzielle Lücke zusätzlich, obwohl sie oder er gar nicht selbst krank ist.

Welche Lücke genau entsteht, das können Sie mit meinem Krankentaggeldrechner (LINK)

kt_berechnung

einfach und unkompliziert berechnen und danach prüfen, ob eine entsprechende Absicherung besteht oder diese angepasst werden muss. Auch wenn diese besteht, haben Sie die Veränderungen im laufenden Jahr berücksichtigt? Nehmen Sie für alle Verdiener im Haushalt einmal die Abrechnungen Dezember 2013 und die aktuelle, legen diese nebeneinander und prüfen dann einmal, ob und ggf. in welchem Verhältnis sich das Einkommen verändert hat. Dann ist eine Anpassung des Krankentagegeldes nötig, oder eine eventuell neu entstandene Lücke mit einer Zusatzversicherung zur GKV oder der Anpassung des PKV-Krankentagegeldes zu schließen.

Übrigens: In der Krankentagegeldversicherung lässt sich eine Anpassung auch bei Vorerkrankungen meist vornehmen, wenn diese rechtzeitig beantragt wird.

Geprüft? Erledigt? Dann weiter zum nächsten Punkt.

Aber, ich habe doch schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch hier bringt der Schutz nur dann etwas, wenn die tatsächlich entstandenen Lücken auch ausgeglichen werden, nur dann, wenn Versicherungsschutz auch passt. Wer aber im Falle des Verlustes der eigenen Arbeitskraft nur noch ein Bruchteil seines Einkommens bekommt, wer dann auf alle Vorsorge, Absicherung und mehr verzichten muss, der kann es auch gleich lassen, denn falscher Schutz ist sogar schädlicher als keiner, falscher Schutz bringt dann nämlich gar nichts.

Daher gilt auch hier: Schauen Sie sich einmal die Berechnungsmethode zur richtigen, passenden BU Rente an.

Nicht nur für das Nettoeinkommen, sondern berücksichtigen Sie bitte hier insbesondere auch die Vorsorge, auch weiter entstehende Kosten, denn nichts ist schlimmer als zwar eine BU Rente zu haben, dann aber keinen Cent mehr für eine Altersvorsorge zu haben oder die Krankenversicherung nicht mehr bezahlen zu können, dann folgt der Schock einige Jahre später.

Um die richtige, passende BU Rente zu ermitteln gibt es kein Patentrezept. Es ist besonders davon abhängig, welche Kosten entstehen, welche Kosten innerhalb der Familie aufgefangen werden können und was abgedeckt sein muss.
Auch hier sind Fragen wie Kinder, Ehepartner, laufende Verpflichtungen wie Kredite und das eigene Haus Faktoren, welche es zu berücksichtigen gilt.

Auch der Übergang zwischen Krankentagegeld und der Berufsunfähigkeit, also der Frage wer zahlt wann und wo entstehen Lücken, ist hier zu klären. Zwei Absicherungen die jede für sich schön sind, aber eben nicht zusammen passen bringen nichts, dann können Sie es auch gleich lassen.

Daher gilt auch hier- richtig oder gar nicht.

Überprüfen Sie zunächst Ihren Bedarf. Hat sich was verändert im letzten Jahr? Neuer Job, Veränderungen in der Familie? Kind(er) geboren? Veränderungen im Beruf des Partners? All diese Fragen gilt es zu klären.
Prüfen Sie nun die bestehende Absicherung. Ist das Bedingungswerk noch zeitgemäß?

Auswahlkriterien und beachtenswerte Punkte in der BU

Sind bei der Gesellschaft neue Produkte auf dem Markt? Ist vielleicht der Übergang zwischen Krankentaggegeld und Berufsunfähigkeit nun besser lösbar? Was genau das bedeutet, lesen Sie in meinem Beitrag zur „Berufsunfähigkeitsrente auch bei Arbeitsunfähigkeit“. Manchmal kann auch eine Umstellung in den aktuellen Tarif sinnvoll sein.

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Passt das Endalter noch? Wie sieht die eigene Vorsorge aus? Können Zuschläge oder Ausschlüsse überprüft werden? Alles Fragen die Sie nun, zusammen mit Ihrem Berater, klären sollten.

Auch erledigt? Dann weiter im Text.

Die vergessene Pflegevorsorge- oder wer hilft Ihnen?

Eines haben alle gemeinsam, egal ob gesetzlich oder privat krankenversichert, eine Pflege(pflicht)versichrung haben alle. Auch sind die Leistungen in der gesetzlichen und privaten Absicherung identisch, die Prämien jedoch nicht. Durch eine Anpassung der gesetzlichen Pflegeleistungen haben sich in der PKV wie auch in der GKV die Beiträge etwas erhöht, (Änderungen in der GKV zum Jahreswechsel) doch eines bleibt wie gehabt, die Leistungen reichen nicht aus. Nicht heute und schon gar nicht im Alter. Warum das so ist? Die Pflegepflichtversicherung ist eine absolute Grundversorgung, eine Absicherung die Kosten für ambulante und stationäre Pflege abdecken soll, es aber je nach Pflegestufe nicht immer schafft.

Aber ist doch nicht schlimm, dann kommt das Sozialamt welches dann einspringt, richtig? Da ist ja noch der Staat, der dann entsprechende Leistungen ausgleicht. Das tut er auch bei Ihren Eltern und holt sich die Kosten dann bei Ihnen wieder. Klar stehen Ihnen Freibeträge zu, aber selbst bei Pflegebedürftigkeit der Schwiegereltern kommt das Sozialamt und nimmt Sie in Anspruch.

Lesetip: „Pflegeversicherung der Eltern- schützt Immobilen, Erbe und das Elternhaus

Doch möchte man das Haus der Eltern, vielleicht selbst aufgebaut, verkaufen müssen, weil sonst die Kosten der Pflege nicht gedeckt werden können? Oder möchten Sie sich selbst einschränken müssen, weil die Kosten der Pflege der Eltern nicht gedeckt werden können?

Das ist die eine Seite der Medaille, die andere ist die eigene Pflegebedürftigkeit. Wer sorgt für eine angemessene Versorgung? Wer ermöglicht eine Pflege zuhause solange es geht und sogar eine, die über das „gerade so billigste Maß“ hinaus geht? So lassen sich mit einer privaten Absicherung die Kosten nicht nur im Rahmen halten, auch lassen sich die Leistungen wie gewünscht „erkaufen“. Der Pflegedienst der doch etwas länger Zeit hat, die Krankenpflege die bei Erkrankungen einmal mehr nach Hause kommt und hilft und oftmals damit auch Familie und Verwandte entlastet?

Pflegebedürftigkeit ist auch nicht zwingend ein Dauerzustand. Genau wie Berufsunfähigkeit auch kann diese temporär auftreten und ist keineswegs an ein Alter gebunden. So führen schwere Erkrankungen, Krebs oder viele andere zu einem temporären Pflegebedarf. Dieser ist eben auch durch so eine Ergänzung abzudecken. Welches Produkt und welcher Anbieter der passende ist, das muss sich in einem persönlichen Gespräch zeigen. Eine allgemeine Lösung gibt es nicht, aber…

Kinder haften

Und auch bei der Absicherung der eigenen Kinder ist die Pflege ein Thema, oder können Sie nach einem Unfall und (hoffentlich nie) eintretender Pflegebedürftigkeit eine Pflege ein Leben lang sicherstellen? Was ist wenn Sie selbst nicht mehr können, der Pflegebedarf Ihres Kindes bleibt aber. Eine Absicherung des Kindes ist mit einstelligen Eurobeträgen möglich, versäumen Sie es bitte nicht, nur weil Sie darüber nicht nachdenken wollen.

Im eigenen Kundenkreis habe ich leider so einen Fall. Nach einem Sturz vom Klettergerüst ist der Kleine Paul mit 5 Jahren Pflegebedüftig, kann so gut wie nichts mehr allein und bedarf Betreuung an 24 von 24 Stunden am Tag. Die Kosten überschreiten mit mehr als 3.000 € monatlich bei weitem das, was die Eltern leisten können und das schon heute. Wer sorgt für eine Pflege wenn die Eltern nicht mehr können? Wo kommt das Geld her, welches durch „weniger arbeiten im eigenen Job“ jetzt fehlt?
In diesem Fall zahlt die private Pflegezusatzversicherung monatlich 1.800 €, also einen Tagessatz von 60 € und sichert damit die Pflege und das Einkommen der Familie ab und bietet somit auch Zeit für etwas Entspannung für Kind und Eltern.

Auch denken Sie bitte vor Geburt Ihres Kindes. Dazu finden Sie mehr Informationen in meinem Beitrag, welche Versicherungen für Kinder wichtig sind. (KLICK!)

Wenn Sie nun alles gelesen haben und noch Fragen dazu aufgekommen sind, schicken Sie mir einfach eine Mail, wir finden sicher eine Lösung. Die muss nicht zwingend vor dem Jahreswechsel sein, sollte aber auch nicht ewig aufgeschoben werden.

19.
Dezember '14

Was Ihre gesetzliche Kasse ab 01. 01. 15 wirklich kostet- der interaktive Rechner für Sie


Auch wenn die Seite online-pkv heisst, so spielt für viele Leser doch die gesetzliche Krankenkasse eine große Rolle. Egal ob Sie selbst, oder Ihr(e) Partner(in) dort versichert sind, für alle GKV Versicherten ergeben sich deutliche Änderungen ab dem 01. 01. 2015. Anders als bisher, dürfen die gesetzlichen Krankenkassen ab 2015 wieder Zusatzbeiträge erheben, bzw. müssen dieses auch tun, wenn die Finanzlage dieses erfordert.

Welche Änderungen sich bei der Abwicklung genau ergeben, das habe ich in meinem Beitrag „Die GKV 2015- neue Beitragsberechnung“ und auch im Beitrag zu den Zusatzbeiträgen in der GKV ab 2015 erklärt.

Zusatzbeitrag- Kann ich kündigen?

Ja. Erhebt die gesetzliche Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, so besteht hier ein Sonderkündigungsrecht auf welches Sie auch im Schreiben Ihrer Kasse hingewiesen werden müssen. Die Frist zur Kündigung beträgt dann einen Monat. Eine solche Kündigung kann formlos erklärt werden, oder Sie verwenden mein vorbereitetes Kündigungsformular. Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) als pdf

Besteht ein Risiko?

Nein, denn es besteht in Deutschland Versicherungspflicht, was bedeutet Sie müssen die anderweitige Krankenversicherung nachweisen, so das erst bei deren bestehen die ursprüngliche endet. Selbst wenn Sie es vergessen, krank sind und nicht reagieren können, bleibt der GKV Schutz bestehen.

Auch bestehende Erkrankungen und laufende Behandlungen setzen sich (mit dem identischen Leistungsumfang der neuen GKV) fort. Außer bei Zusatzleistungen, welche Ihre Kasse individuell gewährt ist aufzupassen, denn diese muss eine neue Kasse nicht weiter zahlen. Zusagen für die Abrechnung von KFO Leistungen bei Kindern oder Heil- und Kostenplänen bei Zahnersatz gelten entsprechend und werden teilberechnet in der jeweiligen Kasse.

beitragsberechnung_gkv_2015

Was kostet nun die neue Kasse eigentlich?

Zunächst finden Sie mithilfe der „Übersicht über die Zusatzbeiträge in der GKV“ (KLICK!) 2015 heraus, welchen Zusatzbeitrag Ihre Kasse ab 2015 erhebt und wie hoch diese bei der möglichen Alternative ist.

Dann können Sie meinen interaktiven ExcelRechner nutzen, oder den Beitrag mit folgendem Schema selbst ausrechnen. Klicken Sie einfach auf das Bild, dann können Sie den interaktiven Excel Rechner einfach laden.

GKV Rechner

Und wo Sie sich jetzt eh gerade mit dem Thema Krankenversicherung beschäftigen, denken Sie bitte an dieses hier:

Tun Sie (sich und) ihrem Kind etwas Gutes- die Nachversicherungsoption in der Pflegeergänzungsversicherung

Der Maßanzug für Ihre Gesundheitsvorsorge, wie die PKV, BU und Pflege wirklich passt

Pflegezusatzversicherung für die Eltern abschließen, Sicherung des Erbes und des eigenen Vermögens – das aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofes zur Unterhaltspflicht für Kinder

 

11.
Dezember '14

In welches Jahr gehören die Arzt- oder Medikamentenrechnungen?


Gerade zum Jahresende stellen sich immer mehr Kunden die Frage, wann und von wem die Rechnungen von Arzt oder Apotheker erstattet werden. So erhielt ich auch gestern wieder eine solche Anfrage, in der ein Kunde sich mit genau diesem Problem an mich wandte.

„Wenn ich in diesem Jahr (Dezember) ein Rezept bekomme, diese aber erst im nächsten Jahr (Januar) einlöse, zählt es dann zu diesem oder zum nächsten ? Ich habe eine genehmigte Behandlung von 6 Sitzungen. Was ist wenn 3 dieses Jahr (Dezember) und 3 im nächsten Jahr (Januar) stattfinden. Zu welchem Jahr wird es gerechnet ?“

Woraus resultiert diese Überlegung?

Nun, wer schon in der privaten Krankenversicherung ist und vielleicht in diesem Jahr seine Selbstbeteiligung bereits ausgeschöpft hat, der überlegt zurecht welche Behandlungen noch in diesem Jahr erledigt werden müssen. Auch stellt sich oftmals die Frage, ob die Medikamente vielleicht noch im Jahr 2014 verordnet werden sollen.

Die andere Überlegung besteht bei denen, die erst zum 1. Januar des nächsten Jahres entweder in eine andere private Krankenversicherung gewechselt sind/oder wechseln möchten oder bei Versicherten die aus der gesetzlichen Krankenkasse kommen und in die private Versicherung wechseln wollen.

Was gehört nun in welches Jahr?

Zunächst einmal gilt für alle Arzt- und Medikamentenrechnungen, aber auch alle anderen Heilbehandlungen die medizinische Notwendigkeit. Der private Krankenversicherer und auch die Krankenkasse ist nur dann zu einer Leistung verpflichtet, wenn diese in Versicherungsumfang enthalten und medizinisch notwendig ist.

Die Erstattung von Medikamenten

Wer ein Medikament verordnet bekommt, der sollte zunächst einmal daran denken, dass  Rezepte nur eine bestimmte Gültigkeitsdauer haben (weitere Informationen hier) Verordnet Ihnen der Arzt also im Dezember ein Medikament, sie schaffen es aber vielleicht nicht mehr es noch in diesem Jahr abzuholen, so fällt es auch abrechnungstechnisch in das kommende Kalenderjahr. Bei den meisten Unternehmen gilt die Selbstbeteiligung im Tarif dann erneut. Soll es also noch in dem Abrechnungsjahr 2014 erstattet werden, so muss dieses Rezept spätestens am 31. Dezember in der Apotheke abgeholt werden. Auch wenn Ihnen die Apotheke eine Monatsrechnung erstellt, gilt hier immer das jeweilige Bezugsdatum. Kommt die Rechnung also erst im Januar, wird dennoch geschaut wann sie das Medikament abgeholt haben.

Dabei Bedenken Sie bitte auch, dass nicht immer alle Medikamente in der Apotheke vorrätig sind und es daher zu Wartezeiten kommen kann. Natürlich darf Ihnen Ihr Arzt im üblichen Rahmen und mit der medizinischen Notwendigkeit Medikamente im Voraus verordnen. Das geht natürlich nicht für das komplette nächste Jahr, aber wenn eine Behandlung zum Beispiel fast abgeschlossen ist, kann er die Medikamente die bis zum Ablauf nötig sind durchaus noch in diesem Jahr verordnen.

Wie ist das mit den Arztrechnungen?

Bei der ärztlichen Behandlung ist das relativ einfach. Es zählt hier das Behandlungsdatum. Es ist also unerheblich wann die Rechnung erstellt wird, diese bei Ihnen ankommt und wann sie die bezahlen. Wichtig ist in jedem Falle nur, wann wurden sie behandelt. Dabei geht es in jedem Fall auch immer um die einzelne Behandlung, und nicht alle Behandlungen zu einer bestimmten Erkrankung.

Zur Verdeutlichung ein fiktives Beispiel

Aufgrund eines Unfalls im Winter hat unser Kunde Herr X einen verstauchten Fuß. Der Unfall ereignet sich am ersten Weihnachtsfeiertag und noch an diesem Tag begibt sich unser Patient zur Notfallbehandlung, wofür er am 5. Januar eine Rechnung über 80 € erhält.

Zwei Tage später sind die Schmerzen so stark, dass er nochmal am 27. Dezember einen Arzt aufsucht (Rechnung nimmt er gleich mit, über 50 EUR), dieser verordnet ihm ein weiteres Schmerzmittel (20 EUR) auf Rezept und eine Behandlung für die Krankengymnastik, insgesamt soll unser Versicherter 10 Behandlungen bei einem Physiotherapeuten bekommen.

Am 31. Dezember den ihm seine Schmerzmittel aus und im Feld ein, dass er noch ein Rezept von vor zwei Tagen in seinem Portmonee hat. Auf dem Weg zur Apotheke wird es immer schlimmer und so sagt er seine Silvesterparty ab und wird aufgrund weiterer starker Schmerzen stationär aufgenommen. Das Krankenhaus kann erst am 2. Januar wieder verlassen, auf der Rechnung die er danach bekommt sind folgende Positionen aufgelistet:

stationäre Behandlung 31. Dezember bis 2. Januar über 827,13 €

Zuschlag für das Zweibettzimmer, täglich 55 €, insgesamt 115 €

Da sich der Kunde auch für die Wahlleistungen des Chefarztes entschieden hat, bekommt er eine weitere Rechnung des Krankenhauses, in welchem Einzelpositionen aufgelistet sind.

1.) eingehende Untersuchung (und weitere Positionen) mit einem Gesamtbetrag von 154,12 €

2.) Injektion, 31.12., 21:45 Uhr mit 21,13 €

3.) Infusion, 31.12., 23:45 Uhr mit 16,54 €

4.) Schmerzmittelgabe iV, 01.01., 5:43 Uhr mit 18,54 €

5.) Visite und Zweitvisite am 01.01. mit insgesamt 23,12 €

6.) Verbandswechsel am 01. und 02.01. insgesamt 24,43 €

7.) Visite und Zweitvisite am 02.01. mit insgesamt 23,12 €

Als diese Positionen werden auf einer gemeinsamen Rechnung durch eine privatärztliche Verrechnungsstelle abgerechnet, welche dem Kunden Mitte Januar auf dem Postwege zugeht.

Wozu gehören nun welche Positionen?

Dem Jahr 2014 und damit dem Versicherer wo der Kunde für dieses Jahr versichert war, sind folgende Positionen zuzurechnen. Zuerst einmal die Notfallbehandlung am Weihnachtstag, diese 80 € fallen ausschließlich in das Jahr 2014.  Dabei spielt es überhaupt gar keine Rolle, wann dem Kunden die Rechnung zugeht. Auch die Rechnung über 50 €, welche der Kunde am sieben 20. Dezember direkt von seinem Arzt mitnimmt, sind im Jahr 2014 zuzuordnen.

Bei der Rechnung über zehn Sitzungen der Physiotherapie ist genau zu unterscheiden, wann hier das Behandlungsdatum war. Die Rechnungspositionen mit dem Behandlungsdatum 2014 gehören in dieses, alle anderen Behandlungen in das nächste Jahr.

Etwas komplizierter ist die Abrechnung bei der stationären Rechnung. Anders als früher, wo für jeden Tag des Aufenthaltes im Krankenhaus ein bestimmter Satz festgelegt wurde, wird heute mit so genannten Fallpauschalen abgerechnet. Daher muss die Rechnungsjahr aufgeteilt werden, da sich der stationäre Aufenthalt über den Jahreswechsel vollzog. Da sich insgesamt um drei Behandlung starker handelt, ist ein Drittel dieser Kostenpositionen noch dem Jahr 2014 zuzuordnen.

Der Zuschlag für das Zweibettzimmer, welcher taggenau berechnet wird, entfällt auch hier für einen Tag auf das Jahr 2014, die beiden anderen auf das Folgejahr. In unserer Abrechnung der stationären Wahlleistungen geht es jedoch wieder um den Behandlungszeitpunkt. Auch hier (wie bereits bei der ersten Arztrechnung erläutert) geht es nicht darum wann die Rechnung zugeht, auch nicht wann sie geschrieben wurde, sondern man die Behandlung stattfand. Die Positionen 1.), 2.) und 3.) unserer Rechnung gehören somit in das Jahr 2014. Alle anderen ab Rechnungspositionen gehören in das Folgejahr.

In der Gesamtbetrachtung sie das also wie folgt aus:

stat. Kosten

Bedenken Sie also bitte!

Medikamente können soweit medizinisch begründet im Voraus bezogen werden und daher bewusst noch in das alte Jahr zur Abrechnung gelangen. Bei Arztrechnungen entscheidet nicht das Rechnungsdatum sondern immer das Datum der jeweiligen Einzelbehandlung. Daher kann eine Arztrechnung auch mehreren Versicherern und unterschiedlichen Kalenderjahren zugeordnet werden.

Bei der Versorgung von Hilfsmitteln gilt ebenfalls das Bezugsdatum, nicht das Datum der Verordnung. wenn Sie sich also in diesem Jahr noch eine Brille verschreiben lassen wollen so muss dieser auch in diesem Jahr noch hergestellt und vom Optiker abgeholt werden. Nur dann ist diese von ihrer (vielleicht zum 31. Dezember gekündigten) Versicherung (oder Zusatzversicherung) zu erstatten.

03.
Dezember '14

Welche Gesetzlichen Krankenkassen ab 01.01.2015 welchen Zusatzbeitrag verlangen (und was Sie tun können)


DIREKTLINK zur tagesaktuellen Liste der GKV Zusatzbeiträge. „GKV Zusatzbeiträge 2015, eine Übersicht

In wenigen Wochen wird alles anders. Ab dem 01. Januar 2015 ist das Gastspiel des „Einheitsbeitrages“ in der gesetzlichen Krankenkasse vorbei. Noch gar nicht so lange her, da gab es schon einmal Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenkasse. Diese waren in Form von festen Beträgen festgesetzt und wurden vom Versicherten erhoben. Nicht nur der Verwaltungsaufwand, auch die Abwicklung an sich war ein großes, bürokratisches Problem.

Dann folgte der Einheitsbeitrag. Alle zahlen überall gleich, die Kassen können sich nur noch über den Service unterscheiden, der Beitragssatz wurde bei 15,5% angesetzt, Arbeitgeber tragen 7,3%, Arbeitnehmer 7,3% + einen Zusatzbeitrag von 0,9%. Das war aber alles einmal. Ab Januar 2015 wird es wieder anders.

Was ändert sich zum 1. Januar 2015?

Der Beitragssatz sinkt… Hurra! Oder doch nicht? Doch, erstmal hat der Gesetzgeber den Kassen eine Senkung verordnet. Dabei verringert sich der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung um 0.9%, auf einen Satz von 14.6%. Der neue Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse ab 2015 berechnet sich somit wie folgt:

Krankenversicherung: 4.125 € * 14,6% = 602,25 € (bisher 627,75 €, -25,50 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Durch die Beitragsanpassung in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung (die immer zwingend dazu gehört) ändert sich diese auf:

Pflegepflichtversicherung: 4.125 € * (2,35% + 0,25% (Kinderlose)) =  107,25 € (bisher 93,15 €, +14,10 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 709,50 € pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erheben kann

Was kostet es den (kinderlosen) Arbeitnehmer?

KV: 4.125 € * (7,3%) = 301,13 €

Pflege: 4.125 € * (1,175% + 0,25%)= 58,78 €

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2015: 359,91 € (+ Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben)

Gegenüber dem Jahr 2014 ergibt sich somit in Summe (KV + Pflege) eine Senkung des Beitrages von 11,40€ , ZUNÄCHST. Denn nun kommen wir zu dem eigentlichen Knackpunkt. Die gesetzlichen Krankenkassen haben noch immer ein Problem, ein Geldproblem und zwar ein akutes. Nimmt man diesen nun mal schnell 0,9% weg, so wird das Geldproblem nicht weniger. Hatten die Kassen im Vorjahr noch einen deutlichen Überschuss, wurde dieser durch Ausgaben schnell wieder aufgefressen.

Woher kommt das Geld?

Nun, die Krankenkassen müssen nun ab 2015 einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben. Einkommensabhängig bedeutet hier, jede Kasse legt für alle ihre Mitglieder einen Prozentsatz fest, den diese von ihrem Einkommen zusätzlich zahlen müssen. Dieser Prozentsatz ist für alle Kassenmitglieder einer Kasse gleich. Verdient jemand zum Beispiel monatlich 2.000€ Brutto, so muss hier ein Zusatzbeitrag von 0,9% * 2.000€, also 18€ monatlich aufgebracht werden. Dieser Beitrag wird- zusammen mit dem eigentlichen Beitrag- bei dem Arbeitgeber eingezogen.

Wer jedoch freiwillig versichert ist und damit über dem Höchstsatz verdient, der zahlt deutlich mehr. 4.125€ * 0,9% ergeben dann eine monatliche Zusatzzahlung von 37,13€.

Veränderungen gegenüber 2014

In der Betrachtung der Gesamtbeiträge wird damit entscheiden, ob und in welcher Höhe ein Zusatzbeitrag von der eigenen Krankenkasse erhoben wird. Experten gehen davon aus, das dieser kurzfristig auf den bisherigen Satz von 0.9% angehoben werden muss, einige Kassen versuchen aber derzeit mit geringeren Zuschlägen auszukommen.

Würde dieser also- wie bisher- 0.9% betragen, so verändert sich der Gesamtbetrag für einen freiwillig versicherten Arbeitnehmer wie folgt:

GKV Beiträge 2014 und 2015 AN

freiwillig versicherter Arbeitnehmer in der GKV (Höchstbeitrag)

Welchen Zusatzbeitrag müssen Sie nun zahlen?

Das kommt auf den Beschluss Ihrer Kasse an. Einige Kassen haben die Zusatzbeiträge schon beschlossen, andere sind noch nicht soweit und beschließen erst in der 51. Kalenderwoche. Die Metzinger BKK wird (als derzeit einzige) keinen Zusatzbeitrag erheben, einige andere (wie die mhplus Krankenkasse oder die Siemens BKK) haben sich bereits auf 0,9 Prozent festgelegt und sind damit auf dem prozentualen Niveau 2014, aber durch die Anhebung der Pflege und BBG insgesamt darüber.

Eine vollständige Liste mit den bereits bekannten Werten erhalten Sie, wenn Sie auf das Bild klicken. Diese Exceldatei versuche ich soweit als möglich aktuell zu halten. Sind Ihnen weitere verbindliche Zahlen bekannt, dann immer her damit. Klicken Sie bitte einfach auf das Bild, dann öffnet sich die tagesaktuelle Datei, dieses hier ist nur ein Screenshot und nicht tagesaktuell.

GKV Zusatz

Nicht voreilig die GKV kündigen

Bei der Erhebung eines Zusatzbeitrages steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu. Dieses können Sie einfach ausüben, indem Sie die Kündigung gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse ausüben und auf die Einführung des Zusatzbeitrages hinweisen.

Ein Muster für eine Kündigung finden Sie hier: Downloads –> Kündigungsvordrucke

Bitte bedenken Sie aber nicht nur den Beitrag, sondern auch Leistungen, Nähe der Geschäftsstelle, bereits laufende Behandlungen mit kassenindividuellen Zusatzleistungen und vieles mehr.