Archiv für November 2013

25.
November '13

Kündigung der privaten Krankenversicherung nun länger möglich


Wer in einer privaten Krankenversicherung versichert ist, der kennt die Mitteilungen zum Jahresende. Aufgrund gestiegener Kosten, längerer Lebenserwartung und weiteren Faktoren kann es passieren, dass eine Anpassung der Beiträge erforderlich ist. Eine solche Beitragserhöhung ist „normal“ und auch sicherlich kein Grund eine Kündigung des Vertrages vorzunehmen.

Dennoch gibt es Situationen, wo entweder der gewünschte Leistungsumfang mit dem eigenen Tarif nicht abgesichert werden kann, die Auswahlkriterien bei Abschluss des Vertrages nicht genau genug geprüft wurden oder andere Gründe für eine Beendigung des Versicherungsverhältnisses sprechen können. Auch eine Tarifwechsel gemäß §204 VVG sollte zuvor in jedem Fall geprüft werden. Ist eine Beendigung dennoch gewünscht, so haben sich die Fristen etwas geändert. Die Vorgaben zur Kündigung der privaten Krankenversicherung sind in dem Paragraphen 205 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) geregelt. Unter Punkt vier heißt es dort:

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

BAP_Kuendigung

Das bedeutet also, anders als bisher, bleibt etwas mehr Zeit und der Versicherungsnehmer muss sich nicht unbedingt zwischen Weihnachten und Neujahr zu einer Entscheidung durchringen, wo viele sowieso eher den Kopf für etwas anderes haben, nicht unbedingt für Versicherungen. Aber auch hier ist es wichtig genau zu wissen und zu dokumentieren, wann genau die Beitragsanpassung bei Ihnen angekommen ist. Klar, der (mehr …)

20.
November '13

Risikozuschlag und unsinnige Vertriebsmails – wer fällt darauf rein?


Die Private Krankenversicherung ist, anders als die gesetzliche Krankenkasse, ein Produkt, welches risikogerecht kalkuliert ist. Das passiert schon dadurch, das die Prämien für unterschiedliche Eintrittsalter nicht gleich sind. Weiter wird durch eine Gesundheitsprüfung bei Antragstellung ein Mehrbeitrag erhoben, falls der Kunde zum Beginn der Versicherung nicht gesund ist.
Wozu Risikozuschläge und wie werden diese berechnet?

Die Prämie in der Privaten Krankenversicherung ist, ungeachtet des Eintrittsalters, zunächst einmal für jeden gleich. Da nun aber ein Antragsteller mit Vorerkrankungen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit „behaftet ist“, im weiteren Vertragsverlauf höhere Kosten zu verursachen, erhebt der Versicherer hierfür einen „risikogerechten Zuschlag“.

In meinem Beitrag „Warum muss ich einen Risikozuschlag zahlen – ich nehme doch fast keine Medikamente“ habe ich bereits vor einigen Jahren erklärt, warum auch bei offensichtlich unscheinbaren Erkrankungen ein Zuschlag erhoben werden kann. Dieser gleicht zum Beispiel bei einer Allergie nicht nur die Kosten für Medikamente aus (die sind oftmals sehr klein, da nur einmal im Frühjahr und dann oft sogar freiverkäuflich und kostengünstig in der Apotheke beziehbar), sondern auch Kosten für zusätzliche Untersuchungen und Verschlechterungen von Erkrankungsbildern.

Vertrieb wie er (meiner Meinung nach) nicht sein sollte

Zum zweiten Mal in wenigen Wochen erreichte mich gestern eine Mail eines „Maklerbetreuers“, welcher anscheinend ein grandioses Verkaufsargument für seinen Arbeitgeber gefunden hat. Damit es nicht lange zu erklären ist, fand sich in der E-Mail eine „hübsch gestaltete“ Grafik, welche wie folgt aussah.

Vertriebsunsinn

Ein klick auf die Mail und die Vergrößerung fördert Eigenwilliges zu Tage. Schilddrüsen sind ohne Zuschlag versicherbar? Naja, das will ich auch hoffen, denn sonst müsste ja jeder einen Zuschlag zahlen. (mehr …)

14.
November '13

Die Debeka und Vorwürfe zur Bestechung, unsauberen Praktiken und Tipp Provisionen an Beamte


Gestern sprach mich einer meiner Kunden an, welcher als Beamter bei der Debeka versichert ist. Er wäre doch seit Jahren da, alle liefe soweit gut, auch wenn das mit seinen wenigen Rechnungen kaum zu beurteilen ist, meinte er weiter. Doch nun, nun liest er überall „nur negatives von meinem Versicherer“, so Hr. M. am Telefon. Was genau da dran sei und ob das seine Auswahl beeinflusst oder er diese nun überdenken sollte, fragte er nochmals.

debeka_dpa

Was ist los- die aktuelle Berichterstattung

Stein des Anstoßes sind mehrere Presseartikel, welche sich mit dem Vorwurf der Bestechung von Personen in Behörden beschäftigen und wozu das Handelsblatt mehrfach ausführlich geschrieben hat. Hier soll es Zahlungen an Personen in Behörden gegeben haben, die dann zu einem Abschluss von Verträgen bei der Debeka geführt haben sollen. Heikel wird das Ganze nur, wenn in einem geschilderten Fall die Person selbst noch nichts von der Verbeamtung wusste, der Versicherer aber schon, bzw. ein Außendienst mit Blumen gratulierte ohne das die Verbeamtung selbst klar war.

Das Handelsblatt berichtet am 1. November: Der Zeitung „liegen interne Unterlagen vor, die belegen, dass Debeka-Mitarbeiter über Jahre hinweg Adressen von Personen kauften, die kurz vor ihrer Verbeamtung standen. Debeka-Mitarbeiter verschafften sich damit einen starken Wettbewerbsvorteil, weil sie die Beamten auf eine Versicherung ansprechen konnten, kaum dass diese selbst von ihrer Verbeamtung erfahren hatten.“

Hier einige Links auf die entsprechenden Artikel:

Handelsblatt: Mehr als 10.000 Beamte halfen der Debeka

alle Debeka Artikel im Handelsblatt

Video: ZDF heute.de Debeka und die Vorwürfe

ProContra Online: Debeka wehrt sich

Wer zuerst kommt…

Klar, wird ein junger Anwärter oder eine junge Referendarin in die Beamtenlaufbahn übernommen oder sieht es zumindest danach aus, so ist es für viele Versicherer bzw. deren Vertrieb ein „guter Kandidat“. Die Menschen sind jung, oftmals haben diese wenige Vorerkrankungen und zudem wechseln diese meist nicht unbedingt wieder. Das sollte man in der Krankenversicherung eh nicht tun, gerade wenn zudem noch eine Empfehlung aus dem Kollegenkreis dazu kommt sind die Kunden nahezu „sicher“.

Daher ist es also für den Vertreter wichtig, so früh als möglich beim Kunden zu sein um das „Geschäft“ zu machen. Für solche Empfehlungen zahlte die Debeka an Beamte Geld, was grundsätzlich ja noch nicht so verkehrt ist, wenn die Daten auf „korrektem Wege“ an die Versicherung gekommen sind. Ob das so ist, das wird die Staatsanwaltschaft nun prüfen müssen.

Spannend finde ich in dem Zusammenhang die Frage, wie diese „mehr als 100 Millionen Tipp Provision“ in den letzten Jahren verbucht worden sind. Abschlusskosten? Werbeaufwendungen?

Was bedeutet das alles für Versicherte?

Erstmal rein gar nichts. Wer heute dort versichert ist, der bleibt dort und es ändert sich weder am Vertrag noch am Berater etwas. Warum auch, die Auswahl der passenden privaten Krankenversicherung sollte nicht von der Empfehlung eines Bekannten abhängen, sondern von der sorgfältigen Auswahl der benötigten Leistungen und Tarife. Es ist völlig egal wo der Kollege oder auch die weiteren 10 Kollegen versichert sind, nur weil der Schutz bei Tarif X-Y-Z bei denen passt, muss es für einen selbst noch lange nicht passen.

Also gilt: Ruhig bleiben, nicht übereilt reagieren und alles bleibt wie es ist. Erst nach dem Abschluss der Ermittlungen werden wir weiteres wissen.

11.
November '13

Beitragsanpassungen im Bestand der Landeskrankenhilfe zum 01. 01. 2014


Neben den Beitragsanpassungen und Garantien für das Neugeschäft werden nun auch nach und nach die Zahlen und Daten für die Bestandskunden veröffentlicht. So gibt es bei der Landeskrankenhilfe (LKH) Anpassungen/ Beitragserhöhungen in folgenden Tarifen für die bereits bestehenden Kunden.

Tarif 103 bei Frauen, sowohl Senkungen als auch Erhöhungen

Tarife 105, 110, 120 mit Steigerungen bei Männern

Tarife 192, 193, 194 mit Steigerungen bei Männern und weibl. Jugendlichen

Tarife A10, P2 und G3 mit Steigerungen bei Männern

Tarife P, P4 und PP4 mit Steigerungen bei Jugendlichen und Kindern

Tarife TP4 mit Steigerungen bei Frauen

Bei den Frauen wird es auch in den Tarifen zur Krankentagegeldversicherung /ab dem 43. und 92. Tag (T06 und T13) sowie im Tarif TS6 Steigerungen geben.

Ebenfalls finden in einigen Tarifen der Zusatzversicherung bei Kindern und Jugendlichen Beitragserhöhungen statt. (zBsp. 190/ 193E/ 194E). Die Pflegetagegeldtarife verändern sich im Bestand unterschiedlich, dort gibt es sowohl Steigerungen als auch Senkungen.

Wie immer gilt:

Es handelt sich hierbei um eine reine Information zu den Bestandstarifen. Ein Hinweis auf eine Veränderung eines bestehenden Vertrages und/ oder gar einen Wechsel ist hiermit nicht verbunden. Bevor übereilt gehandelt wird, beachten Sie bitte auch die Möglichkeiten eines Tarifwechsels nach §204 VVG.

04.
November '13

Beitragsanpassung bei der Württembergischen Krankenversicherung zum 01.01.2014 / Neugeschäft und Bestand


Auch bei der Württembergischen Krankenversicherung kommt es- in einigen Tarifen- ab dem Januar 2014 zu einer Anpassung der Beiträge. Dabei bestehen, wie üblich, Unterschiede im Anpassungsbedarf der Bestands- und Neukunden. Folgende Zahlen sind derzeit bekannt.

Im Neugeschäft kommt es zu folgenden Tarifanpassungen:

Tarif KSU bei Kindern

GU 600 bei Jugendlichen

GU1200 bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen

Zusatzversicherungen:

SGU bei Kindern

EGNU bei Erwachsenen

AGU und AKU mit starken Anpassungen bei Erwachsenen, Anpassungen bei Kindern

AKUR mit starken Anpassungen bei Erwachsnen

Auch bei den bereits versicherten Kunden der Württembergischen kommt es in dem Bestand bei einigen Tarifen und/ oder Kombinationen zu Beitragserhöhungen, wirksam auch hier zum 01. Januar 2014

Tarif K0 bei Männern

EK600 und K600 mit deutlichen Anpassungen bei Männern

G300 mit Anpassungen bei Männern, starken Anpassungen bei Frauen

G600 mit starken Anpassungen bei Frauen

G1200 Anpassung bei Männern

KN600 bei Männern mit Steigerungen

KS3000 und EKN1200 bei Frauen

G300 mit Anpassungen bei Männern und starken Erhöhungen bei Frauen

G1200 bei Männern

ESN300 mit starken Steigerungen bei Frauen

GU1200 bei Männern

Auch hier gilt natürlich, das übereilte Tarifwechsel oder der Wechsel zu anderen Gesellschaften nicht angeraten sind. Hierbei sind alle Vor- und Nachteile abzuwägen und auch zu überlegen, welche Kriterien bei der Tarifauswahl persönlich wichtig sind.