Archiv für Mai 2013

29.
Mai '13

Tarifwechsel der bestehenden Privaten Krankenversicherung bei der DKV nun (fast) online


Wer bereits in einer privaten Krankenversicherung ist, für den macht eine Kündigung und in Wechsel in eine andere Gesellschaft oftmals selbst dann keinen Sinn mehr, wenn die Auswahlkriterien nicht mehr so passen und der Schutz somit etwas vom eigentlichen Bedarf entfernt ist. Die Lösung kann aber durchaus sehr nah sein, ein Tarifwechsel, welcher einen anderen Schutz bei der gleichen Gesellschaft bietet.

Zum Nachlesen, die bisherigen Artikel: „Tarifwechsel nach §204 VVG“ und „Die Prämiendrücker

Dieser ist jedoch in der Praxis recht kompliziert, da die Gesellschaften wenig Interesse haben dem Kunden einen solchen Wechsel anzubieten. Klar, bekommt man für eine vergleichbare Leistung doch plötzlich weniger Beitrag, das will das Unternehmen erst einmal nicht. Doch gerade für Kunden die sich noch in den alten Tarifen befinden macht dieses durchaus Sinn. Hier kann ein Wechsel in neuen Versicherungsschutz nicht zu zu einer beachtlichen Reduzierung des Beitrages führen, auch kann auch weiteren Gründen ein solcher Wechsel angeraten sein.

Diesen Wechsel will aber nun eine der Größen der Branche, die Deutsche Krankenversicherung DKV, erleichtern und hat dazu ein Online-Tool eingerichtet. Dieses steht allen DKV Versicherten Kunden mit einer Vollversicherung zur Verfügung. Dieses soll den Wechsel übersichtlicher und einfacher machen.

Wie genau soll das gehen?

Zunächst einmal müssen Sie auf der Kundenseite der DKV einen Login für „myDKV“ beantragen. Dieses passiert online, jedoch wird Ihnen zur Aktivierung noch ein Code per Post geschickt. Grund sind hier Datenschutzbestimmungen und Sie sollen auch sicher sein, das die Daten nur Ihnen zugänglich werden.

DKV_01Nachdem Sie das jedoch erledigt haben loggen Sie sich einfach mit den Kundendaten ein und bekommen so eine erste Übersicht über die bestehenden Verträge. Hier werden neben den persönlichen Daten auch bereits die Verträge angezeigt, welche Sie durch einen Klick auf das „+“ öffnen können.

Nun sehen Sie die Einzelbausteine des Tarifs, aufgeschlüsselt nach allen im Tarif bestehenden Komponenten wie ambulantem und stationärem Schutz, Zahnschutz und der Absicherung im Krankentagegeld.

Angezeigt wird auch der ursprüngliche Vertragsbeginn, der Gesamtbeitrag und weitere Informationen zum Vertrag.

Den eigentlichen Tarifwechsel sehen Sie hier noch nicht. Dieser folgt einen Klick entfernt und Sie erreichen den über den Menüpunkt Services und dann Tarifcheck. Auch die Verfolgung von Rechnungen oder das Beantragen von Kostenübernahmen geht hier in diesem Menü, aber dazu ein anderes Mal mehr.

DKV_02

Nachdem nun der Tarifcheck geöffnet ist, geht es an eine weitere Auswahl der gewünschten Kriterien. So lassen sich zunächst Leistungsbereiche festlegen. Dazu gehört der Bereich der Selbstbeteiligung, der gewünschte Erstattungssatz bei Zahnersatz und auch die Leistung im stationären Bereich. (mehr …)

27.
Mai '13

Berufsunfähigkeitsrenten lieber auf mehrere Anbieter aufteilen, oder „alles bei einem Versicherer“?


Als ich in der letzten Woche über die Frage nach einer ärztlichen Untersuchung und den SuperGau der dabei entstandenen Diagnosen schrieb, kamen sowohl im Blog, auf Facebook oder auch per Mail fragen, ob man nicht lieber den Versicherungsschutz streuen sollte und bei mehren, statt nur einem Anbieter einen Teil der benötigten Rente(n) abschließen sollte.

„Macht es im Fall einer so hohen Berufsunfähigkeitsrente nicht Sinn, diese bei mehreren Anbietern abzusichern? Zum einen ist dann sicher die Beantwortung der Gesundheitsfragen wie beschrieben nicht mit einer ärztlichen Untersuchung verbunden, zum anderen ist dann im Leistungsfall durch die Streuung auf mehrere Versicherer das Volumen je Vertrag je Versicherer nicht so groß.“

BU Kombi

Welche (vermeintlichen) Argumente sprechen dafür?

  • Risikostreuung, vielleicht zahlt der eine, wenn ein anderer (noch) nicht leistet
  • keine ärztliche Untersuchung, da unter der Untersuchungsgrenze
  • alte Verträge die bereits vorhanden sind
  • unterschiedliche Risikoeinschätzungen

Diese Gründe schauen wir uns also einmal genauer an und gucken, was dafür oder eben auch dagegen spricht. Die Risikostreuung ist ein Argument, welches bei einem Aktienkauf sicher eine sinnvolle Option ist, bei der Absicherung der Berufsunfähigkeit ist dieses aber keine, wenn, ja wenn der Schutz sorgfältig ausgewählt wurde und die Bedingungen dem entsprechen, was an Absicherungsbedarf benötigt und gewünscht wird. Ein sauberes Bedingungswerk (beispielhafte Aussagen im Leitfaden zur Berufsunfähigkeit) ist deutlich mehr wert, als im Leistungsfall „an zwei Fronten“ mit Versicherern diskutieren zu müssen, wo dann jeder unterschiedliche Vorgaben zur Leistungsprüfung und den Nachweisen hat/ haben kann.

Der Grund, wenn ich es verteile benötige ich keine Untersuchung, der bringt so bei den meisten Anbietern auch keinen Erfolg. (mehr …)

23.
Mai '13

Warum es Sinn macht, erstmal weniger als den korrekten Bedarf an Berufsunfähigkeitsrente zu versichern – so sichern Sie ggf. den dringenden BU Schutz


Anlass für den heutigen Blogbeitrag ist ein Anruf eines verzweifelten Herrn, nennen wir Ihn Hr. S. Seines Zeichens Dipl. Ingenieur der Elektrotechnik, 36 Jahre alt, verheiratet, einen kleinen Sohn (2) und ein durchaus angenehmes Einkommen. In seiner Vollzeitstelle bei einem großen Automobilzulieferer, wo er seit der Ausbildung tätig ist, verdient Hr. S. heute monatlich 6.450 EUR brutto und kommt so auf ein Nettoeinkommen von knapp 3.500 EUR monatlich.

Seine Krankenversicherung hat er bei der DAK gelassen, da er das Thema PKV noch nicht überblickt hat, obwohl er schon gern wechseln würde, so erzählt er am Telefon. „Doch das, ja das könnte nun schwer bis unmöglich werden“, oder?, fragt er fast etwas ängstlich.

Was genau war passiert?

Nachdem einer seiner langjährigen Kollegen im letzten Herbst mit einer schweren Depression in die Klinik kam und immer noch nicht wieder „in der Firma ist“, machte sich auch Hr. S. Gedanken um seine Absicherung. Ja, das Thema Berufsunfähigkeit will ja keiner hören und so schiebt man es immer und immer wieder vor sich hin, erzählt er weiter. Aus Studienzeiten hat er noch „irgendwas mit 400 EUR Monatsrente“, aber das reicht ja nicht mal für die Miete jeden Monat. Also macht er sich auf die Suche nach einer passenden Rente (Link: „Richtige Rentenhöhe bei BU“.)

Schnell trifft er auf einen Makler „um die Ecke“ und in einem ersten Termin bestärkt ihn dieser in seiner Idee und stellt fest: „Sie brauchen mindestens mal 3.000 EUR Monatsrente, alles andere macht ja keinen Sinn.“

In seiner eigenen Berechnung kommt Hr. S. sogar noch auf etwas mehr, aber irgendwo muss man ja anfangen und die 400 EUR aus Studienzeiten hat er ja auch noch. Auf die Frage nach dem Gesundheitszustand antwortet er schnell: „das ist einfach, ich war das letzte Mal mit 29 bei einem Arzt, damals auch nur Vorsorge. Sonst ab und an beim Zahnarzt, sonst nix.“

Super, so schnell kann es gehen und der gewünschte und nicht ganz billige Schutz rückt in greifbare Nähe. Ein Anbieter wurde schnell empfohlen und so sollte der Antrag gestellt. Alle Fragen konnten mit „nein“ beantwortet werden, Größe und Gewicht passten auch, nun wartetet er, schon fast sehnsüchtig, auf die Police um das Thema abhaken zu können.

photo

Bevor es aber abgeschickt werden konnte, meinte der Berater:

„Wegen der beantragten Rentenhöhe ist eine ärztliche Untersuchung nötig, die würde auch von der Gesellschaft bezahlt, er müsse nun aber einen Termin vereinbaren und zum Arzt.“

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22.
Mai '13

„Fiese Fragen im Fragebogen“ bei der Absicherung von Berufsunfähigkeitsrisiken, meint der Spiegel


In einem aktuellen Artikel mit dem oben genannten Titel beschreibt der Spiegel online Fragen und Szenerien bei der Absicherung von Berufsunfähigkeit durch eine entsprechende Versicherung. Dabei geht es zum einen um das Thema der „vorvertraglichen Anzeigepflicht“ und weiterhin um das Vorgehen bei der Leistungsabwicklung. Gerade bei der Absicherung gegen finanzielle Folgen der Berufsunfähigkeit geht es darum, die Fragen des Versicherers genau und vorallem richtig zu beantworten.

Es geht eben nicht um die eigene Wahrnehmung „bin ich gesund“ oder fühle ich mich so, sondern um konkrete Fragen und damit zu gebende konkrete Antworten. Hierbei sollte sich der Antragsteller wenn möglich professioneller Hilfe bedienen. Auch Bagatellerkrankungen sind anzugeben, wenn danach gefragt wird und die Fragen so formuliert sind, das diese Angaben zu machen sind. Oftmals herrscht leider die Meinung vor „Wenn ich Medikamente nehme, bin ich doch gesund„. Dieses ist aber gerade ein Trugschluss. Die Fragen in den Anträgen sind unterschiedlich gestellt und so ist es durchaus möglich bei einem Unternehmen Angaben nicht, bei einem anderen aber schon machen zu müssen.

Was muss ich beachten?

Lesen Sie die Fragen genau durch. Beachten Sie die genauen Formulierungen und Worte wie „z. Bsp.“ oder „beispielsweise“, das kann eine entscheidende Bedeutung bei der Beantwortung haben, hier ein Beispiel aus der Praxis. Im Antrag der Europa Lebensversicherung heisst es:

Frage im Antrag Europa Lebensversicherung, (c) Europa

Frage im Antrag Europa Lebensversicherung, (c) Europa

Es geht also keinesfalls nur um die „schweren“ Erkrankungen. Auch ein Sodbrennen ist eine angabepflichtige Erkrankung und muss somit in der Frage c mit JA beantwortet und erläutert werden. Dabei ist es dem Versicherer zu überlassen, (mehr …)

21.
Mai '13

Rückwirkend doch versicherungspflichtig in der GKV- und was wird nun mit der Privaten Krankenversicherung?


Zunächst wird sich die Frage stellen, wie man überhaupt in eine solche Situation kommen kann, denn eigentlich kann man ja nur gesetzlich oder privat kranken(voll)versichert sein und nicht beides gleichzeitig. Doch manchmal ergeben sich Situationen, die etwas anders sind, aus welchen Gründen auch immer. So auch in einem meiner aktuellen Fälle, den ich hier als Grundlage nehmen möchte.

Folgende Ausgangssituation ergab sich:

Herr S., Angestellter bei einem Softwareunternehmen, bekam zum 01. 01. 2012 ein Angebot für einen neuen Job. Bisher war dieser schon privat versichert in einer PKV und wollte das auch gern bleiben. So verhandelte er mit seinem neuen Arbeitgeber das Gehalt so, das er damit die Jahresarbeitentgeldgrenze (JAEG) überschreiten wird um so nicht versicherungspflichtig zu werden. (Link: Was gehört denn überhaupt alles zur JAEG?)

Man wurde sich einig, es gab Boni, Sonderzahlungen, einen Firmenwagen und dergleichen und so waren beide glücklich. Hr. S. weil er in seiner PKV bleiben konnte und der neue Arbeitgeber auch, denn dieser zahlte sogar etwas weniger an Arbeitgeberzuschuss als er für die GKV zahlen müsste. Da der Beitrag in der PKV bei 500 EUR zzgl. 18 EUR Pflegepflichtversicherung lag, betrug der AG Zuschuss hier 259 EUR.

Doch was passierte nun?

Der Arbeitgeber bekam Anfang 2013 Post und ihm wurde eine SV Prüfung angekündigt. Grundlage für eine solche Prüfung, die mindestens alle 4 Jahre bei den Arbeitgebern erfolgt, ist der §28p des Sozialgesetzbuches IV. In diesem heißt es:

§ 28p Prüfung bei den Arbeitgebern

(1) Die Träger der Rentenversicherung prüfen bei den Arbeitgebern, ob diese ihre Meldepflichten und ihre sonstigen Pflichten nach diesem Gesetzbuch, die im Zusammenhang mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag stehen, ordnungsgemäß erfüllen; sie prüfen insbesondere die Richtigkeit der Beitragszahlungen und der Meldungen (§ 28a) mindestens alle vier Jahre. Die Prüfung soll in kürzeren Zeitabständen erfolgen, wenn der Arbeitgeber dies verlangt. Die Einzugsstelle unterrichtet den für den Arbeitgeber zuständigen Träger der Rentenversicherung, wenn sie eine alsbaldige Prüfung bei dem Arbeitgeber für erforderlich hält. Die Prüfung umfasst auch die Entgeltunterlagen der Beschäftigten, für die Beiträge nicht gezahlt wurden. Die Träger der Rentenversicherung erlassen im Rahmen der Prüfung Verwaltungsakte zur Versicherungspflicht und Beitragshöhe in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sowie nach dem Recht der Arbeitsförderung einschließlich der Widerspruchsbescheide gegenüber den Arbeitgebern; insoweit gelten § 28h Absatz 2 sowie § 93 in Verbindung mit § 89 Absatz 5 des Zehnten Buches nicht. Die landwirtschaftliche Krankenkasse nimmt abweichend von Satz 1 die Prüfung für die bei ihr versicherten mitarbeitenden Familienangehörigen vor.

Bei dieser Prüfung fiel nun auf, dass der Arbeitgeber den Hr. S. als freiwilliges Mitglied in der GKV gemeldet hatte und daher keine Pflichtbeiträge für ihn abgeführt hatte. Dafür hatte er diesem aber den Zuschuss zur Privaten Krankenversicherung nach §257 SGB V gezahlt. Durch die (fälschlicherweise) Berücksichtigung von Fahrkosten und Überstunden war der AG von einem höheren Einkommen ausgegangen. Auch die gleich bei Beginn abgeschlossene Direktversicherung war dort noch berücksichtigt. (Link: Wie der Abschluss einer Direktversicherung zur Versicherungspflicht führen kann)

Diese Meldung war nun aber falsch, wie der Rentenversicherungsträger in seinem Bescheid nun feststellte und so teilte er dieses auch dem Arbeitgeber mit. In dem Bescheid hierzu hieß es:

SV Prüfung

Was ist nun zu tun?

Der Arbeitgeber erhält mit dem Bescheid nun die Aufforderung, die Beiträge für den Arbeitnehmer binnen eines Monats nachzuzahlen. Dabei sind die Beträge durchaus beachtlich. So ergeben sich (geschätzt) folgende Werte:

SV pflichtiges Bruttoeinkommen 01. 01. bis 31.12. 3.980 EUR monatlich (p.a. 47.760EUR)

abzuführende Beiträge GKV 15,5% (AG 7,3%, AN 8,1%) = 616,90 EUR (mehr …)