Archiv für Februar 2013

28.
Februar '13

Kritik gern, konstruktives Streiten auch gern, aber Beleidigungen und Unterstellungen nein danke!


Es gibt so Tage, da fragt man sich wie viel Boshaftigkeit oder Verzweiflung in einigen „Kollegen“ stecken muss oder was diese antreibt. Ich kann verstehen wenn Menschen in bestimmten Situationen überreagieren oder auch mal Sachen sagen oder schreiben, die vielleicht im Nachhinein eher unglücklich sind. Sowas ist menschlich, übersieht man oder nimmt man einfach hin, bis zu einem gewissen Grad.

Leider gibt es immer wieder Personen, die es übertreiben. Ich bin ein Freund des offenen Wortes und kann Kritik und auch (konstruktive) Streitigkeiten mehr als gut akzeptieren. Oftmals bin ich mit Kollegen nicht einer Meinung, oftmals kommen Versicherer mit bestimmten Aussagen in Bedingungswerken nicht gut weg und werden mehr als kritisiert. Dennoch ist es ein faires Verhältnis. Das kann nicht nur die Gothaer Krankenversicherung bestätigen, auch die Hanse Merkur und deren Sprecher wissen das und wir leben gut damit.

Aber gar nicht schlimm. Dieser Blog hier hat seit dem 26. 04. 2007 schon 717 Artikel die von mehr als 1.500.000 Besuchern gelesen wurden. Wie vielen diese gefallen haben, weiss ich nicht, werden vielleicht aber einige gewesen sein. Wenn nicht ist es aber auch so. Ich schreibe eben gerade nicht Artikel um irgendwem zu gefallen oder Werbung für jemanden oder etwas zu machen.

Fazit:

Daher nicht ärgern, schon gar nicht darüber aufregen, das macht nur Kopfschmerzen, geht auf die Nerven und kostet meine Zeit. Danke an alle die es hier täglich oder unregelmäßig lesen, teilen oder auch kritisieren. Immer wieder gern und mich macht es auch oder gerade jetzt richtig Spaß und denen dem der beleidigen will, gern, aber nicht mich und nicht hier und bei nun 718 Artikeln nun mal viel Spaß… ist ja noch genug zum kommentieren da. Ich trinke jetzt meinen Espresso und entspanne. 🙂

Aber noch eins: Meine Art und Weise wird sich hier nicht ändern. Ich werde weiter genau das tun, was ich bisher tat- meine offene und ehrliche Meinung sagen, wem das nicht passt, der möge einfach nicht hier lesen!

 

27.
Februar '13

Ein „Pokal“ für die Gothaer Krankenversicherung – Umsetzung der Mindestkriterien auch für die Bestandskunden


UPDATE: (Ich habe mal einige Aussagen noch ergänzt, alles in kursiv“) Weitere Interpretation erübrigt sich damit meines Erachtens und nun wieder zurück zum Tagesgeschäft. Hierzu hier die Pressemitteilung der Gothaer.

In der Vergangenheit waren die Gothaer Krankenversicherung und ich nicht immer die besten „Freunde“. Da gab es die „berühmte“ Hilfsmittelgarantie die in meinem Blog zuerst kritisiert wurde und dann wie ein Lauffeuer durch die Branche ging. Doch Versicherer sind lernfähig und die Gothaer hatte danach bereits reagiert. Das es hier aber tatsächlich Veränderungen und ein Umdenken im Konzern gibt und die Gothaer sich verändern und verbessern möchte, das zeigt ein aktuelles Beispiel.

Die so genannten Mindestkriterien, eine Empfehlung des PKV Verbandes, die zu einem (Mindest-) Leistungsumfang in der Privaten Krankenversicherung führen, werden von den meisten Unternehmen umgesetzt. Nicht nur ich schreibe und spreche von den Mindestkriterien, auch die Gesellschaften tun das. Das Druckstück des PKV Verbandes liegt mir vor. Jedoch muss klar sein, das es eine Empfehlung und keine verbindliche Anforderung an die Unternehmen ist, das stünde dem PKV Verband im Übrigen auch nicht zu. Während es die Hanse Merkur nicht wirklich schafft die Kriterien umzusetzen, geht die Gothaer noch einen Schritt weiter als andere Unternehmen. Als erstes und derzeit einziges Unternehmen genießen nicht nur die Neukunden in den neuen Unisextarifen die Vorteile der Mindestkriterien, sondern auch für den Bestandskunden wurde eine Lösung geschaffen. In einer mir vorliegenden Mail teilte die Gothaer Krankenversicherung mit, wie dieses umgesetzt wird.

Wie funktioniert die Umsetzung?

Es wird ein Zusatzbaustein geschaffen, welcher den Namen MediMPlus trägt. Dieser Tarifbaustein stockt die Leistungen für Kunden der Uni- und Bisextarife MediVita und Medi Start auf. So heißt es weiter:

Folgend noch einige Rahmendaten zur anstehenden Produkteinführung:

– frühster Versicherungsbeginn: 1. April 2013

– Policierbarkeit ab 1. Juli 2013

Leistungsumfang: PKV-Mindestleistungen (offener Hilfsmittelkatalog, 50 Sitzungen amb. Psychotherapie, Suchtentwöhnung; darüber hinaus Hospizversorgung und Palliativleistungen)

– Tarifbaustein ist Unisex – Kombinationsmöglichkeit auch mit Bisex-Tarifen MediVita und MediStart möglich

Welche Leistungen sind versichert?

Der Tarifbaustein wertet somit die Leistungen der bestehenden Tarife auf und ermöglicht ohne Veränderung des alten Tarifs eine Erhöhung der Leistungen. In den Versicherungsbedingungen sind die Leistungen dann auch detailliert beschrieben und es sind folgende Bereiche Bestandteile des Versicherungsschutzes:

Psychotherapie: 70% der 21.- 50. Sitzung (die ersten 20 Sitzungen kommen aus dem Grundvertrag). Voraussetzung ist jedoch eine vorherige schriftliche Leistungszusage vor Beginn der Behandlung

Entziehungs-/ Entwöhnungsbehandlungen: 80% für eine 2. und 3. stationäre Entziehungsmaßnahme, dabei wie üblich nur die allgemeinen Krankenhausleistungen, weiterhin 80% für drei ambulante Entziehungsmaßnahmen. Dabei ist jedoch eine Begrenzung auf die Regelhöchstsätze (2,3fach) der Gebührenordnung vorhanden, das hätte man durchaus etwas „großzügiger“ lösen können. Wie auch bei anderen Unternehmen üblich, ist hier vorher eine schriftliche Zusage erforderlich, um die Erfolgsaussichten zu prüfen.

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25.
Februar '13

„Lohnt“ die Umstellung von Bestandskunden in die neuen Unisextarife


Nun sind schon fast 8 Wochen seit Einführung der neuen Unisextarife vergangen und immer mehr Bestandskunden stellen sich die Frage nach einem Wechsel. Obwohl in den meisten Fällen die Gesellschaften die Mindestkriterien des PKV Verbandes umgesetzt und somit die Leistungen verbessert haben, gibt es auch welche wo mehr drauf steht als drin ist. Bereits im Beitrag zu der Hanse Merkur und der Erfüllungen der Mindestkriterien habe ich dieses beschrieben.

Die Mindestkriterien stellen daher bei dem Großteil der Versicherten eine Verbesserung gegenüber dem derzeitigen Schutz dar und werden im Neugeschäft, also der Unisexwelt eingeführt. Im Bestand passiert das nicht, zumindest ist derzeit kein Unternehmen bekannt, aber vielleicht findet sich ja noch ein Versicherer. Grund warum es nicht alle machen ist einfach, denn die Leistungserweiterungen durch die Mindestkriterien kosten Geld und eine solche Verbesserung ist nicht ohne weiteres prämienneutral umzusetzen.

Doch auch der Versicherte im Bestand kann, wenn er dieses möchte, eine Umstellung verlangen. Ob und in welchem Umfang hierzu eine neue Risikoprüfung anfällt, das handhaben die Gesellschaften unterschiedlich. Bei den Kindertarifen des Deutschen Rings (Esprit) sind die verbesserten Leistungen durch die Umsetzung der Kriterien sogar günstiger als der Bestandstarif. Diese Umstellung kann hier beantragt werden, für die Mehrleistungen gelten aber Wartezeiten gemäß den Bedingungen.

Günstigere Prämien in der neuen Tarifwelt wird aber eher die Ausnahme sein. Der Grund sind nicht nur verbesserte Leistungen, sondern auch die Kalkulation von geschlechterneutralen Beiträgen (Unisex) und die Senkung der Mindestverzinsung. Die Hallesche, einer der wenigen die nicht auf 2,75% sondern (sicherheitshalber) gleich auf 2,5% gesenkt haben, berechnet für die Bestandskunden auf Wunsch auch die Umstellung in die Tarife der neuen Welt. An meinem eigenen Vertrag hier mal ein Beispiel. Zu beachtet ist hierzu noch, das der Tarif seit 1998 besteht und daher nicht nur ein deutlich geringeres Eintrittsalter hatte, aber auch mit den alten Bisexzinsen von 3,5% berechnet ist.

Der Baustein des KT 15 (Krankengeld ab dem 15. Tag einer Arbeitsunfähigkeit) besteht nur in der alten Tarifwelt und wird auch später nicht in der Unisexwelt angeboten. Somit kann dieser auch nicht umgestellt werden. Die Komponente zur Beitragsentlastung bei der Halleschen (Tarif Mbz flex) steht auch erst Mitte des Jahres als neuer Tarif zur Verfügung und kann daher bei neuen Anträgen nicht abgeschlossen werden derzeit.

Bei dem Tarif NK für Kinder sieht man einen leichten Beitragsanstieg von 8 EUR monatlich, dieses kann sich jedoch dennoch lohnen. (mehr …)

22.
Februar '13

Die MEG AG, „komische Vertriebe“ und die Folgen für Versicherungsnehmer und Versicherer


Da lief er wieder, der Film „Versicherungsvertreter – Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker“. Der WDR zeigte den Film gestern Abend und berichtetet daher eindrucksvoll wie Vertrieb in der privaten Krankenversicherung ausgesehen hat. Herr Göker hat nicht nur den Zuschauern, sondern gerade den Versicherern gezeigt wie man sich erfolgreich von Vertrieben abhängig macht und natürlich will heute von den meisten Gesellschaften niemand mehr etwas davon wissen. Leider gibt es auch heute noch teilweise sinnlose und unsinnige Umdeckungen in der privaten Krankenversicherung, aber eben auch in anderen Versicherungssparten.

Was der Zerfall des Göker Vertiebes MEG für die Kunden bedeutet hat, das habe ich bereits in einem älteren Blogbeitrag ausführlich beschrieben und empfehle daher diesen noch einmal aufzurufen. –> MEG AG meldet Insolvenz an – was bedeutet das für Kunden?

Auch wenn durch gesetzliche Regelungen wie die Verlängerung der Stornohaftung und die Deckelung der Courtagen die Anreize für solche Methoden verringert worden sind, so schaffen es auch heute noch Unternehmen (vermutlich im größeren Stil) umzudecken, wie man an diesem Beispiel der Impuls AG sehen konnte. Doch welche Folgen hat das für die Vertriebe, Versicherer und natürlich zuerst für den Kunden? Dazu schauen wir uns zunächst einmal die Unterschiede der Vertriebsmethoden an.

Welche unterschiedlichen Vermittler kennt der Markt?

Zuerst einmal der bekannteste und am weitesten verbreitetste Vertriebsweg, der Versicherungsvertreter. In Zeiten wo Hr. Kaiser als Werbefigur der Hamburg Mannheimer die deutschen Fernsehbildschirme betrat, da war schien die Welt noch in Ordnung. Der Versicherungsvertreter ist auch vom Kunden leicht zu erkennen, denn er arbeitet für eine Gesellschaft und tritt als deren Vertreter auf. Daher kann er auch nur diese eine Gesellschaft anbieten, was der Kunde in den meisten Fällen einfach erkennen kann.

Dann gibt es die so genannten Mehrfachagenten. Sie stehen wie der Vertreter rechtlich auf der Seite des Versicherers und vertreten auch dessen Interessen. Unterschied zum erstgenannten besteht aber darin, dass dieser Mehrfachagent aber durchaus für mehrere Gesellschaften tätig sein kann. Das heisst nicht, das die Beratung unabhängig ist, denn die rechtliche Stellung im Lager des Versicherers bleibt bestehen.

Der dritte und nach aktuellen Studien ansteigende Weg ist der, des Versicherungsmaklers. Als solcher bin ich auch tätig und wir sind als Makler gesetzlich dem Lager des Kunden zugeordnet. Der Makler ist als so genannter Sachwalter des Kunden nur diesem verpflichtet und muss seine Tätigkeit unabhängig von Interessen des Versicherers ausüben.

Mehr Infos und Details zu den Vertriebswegen gibt es im Beitrag: Wie finde ich den passenden Makler, Berater, Vertreter und woran erkenne ich diesen? Nur weil ein Vermögensberater oder Finanzberater als solcher auftritt, heisst es nicht das dieser unabhängig ist. Am Beispiel der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) ist das gut zu erkennen, denn diese sind als „Gebundener Versicherungsvermittler“ eben an die Partnergesellschaften gebunden und nicht unabhängig (als Makler) tätig.

Wer ist denn gut und an wen soll ich mich wenden?

Eine pauschale Aussage welcher Vertriebsweg für Sie der richtige ist, die gibt es nicht. Auch die weiterhin am Markt agierenden Versicherungsberater sind nicht für jeden geeignet. Diese sind nicht als Vermittler tätig, sondern beraten gegen ein Honorar über ein bestimmtes Produkt oder eine Absicherung. Auch Vertreter einer Gesellschaft können eine gute Beratung abliefern und tun das durchaus nach meiner Erfahrung. (mehr …)

18.
Februar '13

Kooperationsärzte und Kliniken in der Privaten Krankenversicherung – fest verankert in den neuen Bedingungen der HUK Coburg


Einer der Herausforderungen in der privaten Krankenversicherung sind steigende Kosten im Gesundheitswesen. Gerade die privaten Krankenversicherungen sind davon betroffen, denn in vielen Tarifen finden sich wenig bis keine Möglichkeiten des Versicherers, die Leistung zu reduzieren. Dieser „Kostendruck“ führt jedoch teilweise in der Ausgestaltung der Versicherungsbedingungen zu Formulierungen, die einem ausgewogenen Versicherungsschutz nur bedingt entsprechen. Eine „besondere“ Form solche Einschränkungen hat sich die HUK Krankenversicherung in ihren neuen Unisextarifen einfallen lassen. Ungeachtet der Tatsache, dass die Tarife für mein Verständnis in vielen Fällen zu große Lücken aufweisen (so das zumindest die mittlere und untere Tarifstufe nicht interessant werden kann), soll es in diesem Beitrag nur um die Kooperationen des Versicherers gehen.

Ein weiterer Blogbeitrag zu der Ausgestaltung der Tarife und gegebenenfalls versteckten Lücken folgt erst dann, wenn der Versicherer auch die Bedingungen für den Komforttarif veröffentlicht hat. Bisher (17.2.2013) sind auf der Internetseite nur die Bedingungen für den Tarif E und Select zum Download verfügbar.  Mich verwundert es etwas, da wir mittlerweile  mehr als sieben Wochen nach Einführung der Unisextarife sind und man es eigentlich geschafft haben sollte sein Tarifvertrag online zu stellen.

Auszug Internetseite 17.2.2013 (c) HUK Coburg

Wem nützen solche Kooperationen?

Der Grundgedanke von Einschränkungen in den Versicherungsbedingungen bei der Behandlung durch Ärzte, dem Bezug von Arzneimitteln, der Auswahl von Kliniken oder sonstigen Begrenzungen ist durchaus verständlich und nachvollziehbar. Der Versicherer versucht damit die Kosten, also seine Leistungsausgaben, zu begrenzen um so langfristig eine höhere Beitragsstabilität zu gewährleisten. Ob das aufgeht oder  solche Einschränkungen am Ende doch nicht funktionieren, das ist heute noch nicht zu sagen.

Man kann also sagen, dass dieser Einschränkungen auf der einen Seite dem Versicherer nutzen und seine Ausgaben begrenzen, damit auf der anderen Seite aber natürlich auch dem Kunden zu Gute kommen, wenn es dann zu einer geringeren Beitragssteigerung kommt. Derjenige der aber mit den Einschränkungen leben muss, ist nicht der Versicherer sondern der versicherte Kunde.

Wie sehen solche Einschränkung genau aus?

Um diese Einschränkungen im Detail zu beurteilen, ist ein Blick in die Versicherungsbedingungen die 1. Wahl. Um uns nicht am unteren Ende der angebotenen Tarife zu orientieren, betrachten wir hier die Versicherungsbedingungen des Tarifes Select. Alle weiteren Aussagen beziehen sich also auf die folgenden Unterlagen:

Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Krankheitskosten-und Krankenhaustagegeldversicherung der HUK  Krankenversicherung, Stand 12/2012, UnisexTarife

und ebenfalls die Bedingungen Teil III für die Tarife SelectPro1-3, Stand 12/2012, UnisexTarife

In den Versicherungsbedingungen hat die HUK Einschränkungen vorgesehen, welche die Kosten dämpfen sollen. Um zu verstehen wie sich diese auswirken und was es genau bedeutet, schauen wir uns einmal die Formulierungen in der genauen Ausgestaltung an. Auch der Select Tarif ist ein so genannten Hausarzttarif. Das bedeutet nichts anderes, als dass die erste Behandlung immer bei einem Hausarzt (oder einem Nicht-Facharzt) beginnen muss. Beachtet der Versicherte diese Einschränkung nicht, so bekommt er die Kosten nicht vollständig sondern nur zu 80 % erstattet. (mehr …)