Archiv für Dezember 2012

20.
Dezember '12

Barmenia Krankenversicherung stellt neue Unisextarife vor und lüftet endlich das Geheimnis


Heute sind nun endlich die Unisextarife der Barmenia Krankenversicherung a. G. bekannt geworden und mir ist nicht klar, warum man so verschlossen mit solchen Informationen umgeht. Hatte man als Unternehmen so viel Angst vor der Bekanntgabe oder einfach nur befürchtet, dass der Kunde die alten Tarife nicht mehr abschließt und vielleicht doch auf Unisex warten will?

Es ist mir nach wie vor schleierhaft, was diese Geheimniskrämerei soll. Nicht nur uns Beratern macht man damit das Leben schwerer, sondern auch Softwareanbieter für Vergleichssoftware wird es unmöglich rechtzeitig einigermaßen brauchbare Vergleiche zur Verfügung zu stellen, selbst wenn diese die „geheimen Unterlagen“ etwas früher bekamen. Doch nun erst einmal zu den Tarifen der Barmenia. Anders als einige Mitbewerber hat man nicht die bestehenden Tarife in die Unisexwelt portiert und teilweise angepasst, man hat sich (mal wieder) ein neues Tarofwerk „gebastelt“. Es ist noch gar nicht so lange her, da kamen die easyflex Tarife auf den Markt, einige Zeit später wurden daraus die easyflex plus und nun die neuen Tarife. Diese bekamen den verheißungsvollen Namen „einsA“. Ob der Anspruch auch durch die Aussagen in den Bedingungen erfüllt werden kann? Schauen wir uns dazu einmal die Druckstücke an.

Tarifaufbau:

Die einsA Reihe besteht aus unterschiedlichen Tarif- und Selbstbeteiligungsstufen, welche vom Grundstock identisch sind und sich in den Teilleistungen und der Höhe der Selbstbeteiligung unterscheiden. Die Selbstbeteiligungen erstrecken sich auf die Bereiche ambulant, stationär und Zahnleistungen und sind für bestimmte, fest definierte Leistungen nicht anzurechnen. Dabei handelt es sich neben zahnprophylaktischen Leistungen auch um die Entbindungspauschale sowie Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen im Rahmen einer ambulanten Behandlung.

Zwischen den Tarifstufen kann mit einem umfangreichen Optionsrecht gewechselt werden. Dieses ermöglicht den Wechsel zwischen unterschiedlichen SB Stufen, aber auch von einer in eine andere Tarifstufe der einsA Reihe. Dabei sind Optionen

– nach bestimmten Zeiten (nach drei, fünf oder sieben Jahren)

– bei bestimmten Ereignissen (Abschluss Ausbildung Kind, Wechsel berufliche Tätigkeit, Entsendung ins Ausland aus berufl. Gründen oder Studium

und weiterhin auch bei

Reduzierung des Versicherungsschutzes

Die Optionen und die Ausübung sind immer an fest definierte Kriterien gebunden. So muss ein Rückwechsel nach einer Leistungsreduzierung zum Beispiel binnen 2 Jahren erfolgen und kann insgesamt maximal zweimal ausgeübt werden. Auch gelten nicht alle Optionen für alle Kunden, denn wer „im letzten Monat vor Versicherung im einsA Tarif bereits eine PKV bei der Barmenia hatte, der bekommt das erstgenannte Optionsrecht nicht.

Der Tarif selbst startet in der untersten Stufe, der einsA prima mit einem Primärarztmodell, welches auch in der prima+ Stufe weiter gilt. In beiden Tarifmodellen gelten ebenfalls Einschränkungen bei der Versorgung mit Medikamenten. Wer ein Originalpräparat will (mehr …)

19.
Dezember '12

Jetzt darf ich in die PKV – was Sie bedenken sollten, wenn Sie zum Januar nicht mehr versicherungspflichtig sind


Alle Jahre wieder könnte man fast meinen und in manchen Berufen und Branchen werden es auch in diesem Jahr wieder eine Menge gesetzlich Versicherter sein. Sie erhalten Post von Ihrer Krankenkasse, denn nun sind Sie kein Pflichtmitglied mehr und können sich selbst ihre Gesundheitsvorsorge aussuchen.

Wie läuft das ab?

Wie Sie auf der Grafik erkennen können, sind zunächst einmal einige Voraussetzungen zu erfüllen. Die wichtigste ist dabei, dass Sie in 2012 durch ihr Einkommen als Arbeitnehmer die JAEG (Jahresarbeitentgeltgrenze) überschritten haben. Dazu müssen Sie mehr als 50.850 EUR verdient haben. Andere Voraussetzungen gelten in bestimmten Konstellationen, wenn Sie kein volles Jahr beschäftigt waren oder eine Gehaltserhöhung im Jahr 2012 bekommen haben.

Bei der Beurteilung der Versicherungsfreiheit ist wieder die vorausschauende Betrachtung anzuwenden. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch das Einkommen eines Kalenderjahres tatsächlich war. Bei jeder Änderung des Einkommens wird zu diesem Zeitpunkt vorausschauend für die nächsten 12 Monate (zuzüglich Sonderzahlungen, wie z. B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld) das fiktive Jahresarbeitsentgelt berechnet. Die Grenze steigt etwas an und liegt im Jahr 2013 dann bei einem Betrag von 52.200 EUR. Dabei ist es immer der Betrag entscheidend, welcher sich bei der Betrachtung der JAHRESwerte ergibt. Bekommen Sie also mit dem normalen Gehalt dieses nicht hin, erhalten aber ein garantiertes 13. und/ oder 14. Gehalt, so ist dieses dazu zu rechnen.

Wer muss handeln?

Der Arbeitgeber ist generell für die Meldung dieser Werte an die Krankenkasse verantwortlich. Durch die monatliche Lohnabrechnung geschieht dieses weitestgehend automatisch. Die Krankenkasse bekommt also nun eine Information am Jahresende, das Herr oder Frau X die Grenze überschritten hat und auch in 2013 eine solche Überschreitung anzunehmen ist.

Also Folge daraus, erhalten Sie (meist aber erst im Januar) Post von der GKV. Diese informiert Sie über die Änderung Ihres Versichertenstatus. Während Sie also bisher keine Wahl hatten und ein so genanntes Pflichtmitglied in der GKV waren, so können Sie sich nun als freiwilliges Mitglied selbst entscheiden, ob es weiter die gesetzliche oder zukünftig die private Krankenversicherung sein soll.

Für diese Entscheidung sollten Sie sich generell Zeit nehmen und genau überlegen wie Ihre private (Familien-) aber auch berufliche -planung aussieht, soweit dieses vorhersehbar ist. Auch müssen Sie sich zwangsläufig mit dem Aufbau und der Wirkweise beider Systeme auseinandersetzen. Eine erste Hilfe bietet hier mein Leitfaden.

Sollten Sie sich für eine Fortsetzung in dem bisherigen System entschieden haben oder nichts weiter tun, so setzt sich die Mitgliedschaft als freiwilliges Mitglied fort und ihr Arbeitgeber (mehr …)

14.
Dezember '12

Unisextarife kommen doch (noch) nicht zum 21. Dezember 2012? Bundesrat gibt an Vermittlungsausschuss ab


Es war das Thema der letzten Wochen, Monate und fast Jahre. Unisextarife. Diese müssen von der deutschen Versicherungswirtschaft eingeführt werden um keinen Unterschied mehr zwischen den Prämien für Männer und Frauen zu machen.

Ich hatte ja bereits ausführlich zu den Unisextarifen und den Besonderheiten geschrieben und erklärt, für wen und wann welches Handeln nötig ist. Vielen von Ihnen und meinen Kunden hatte ich auch schon gesagt, dass ich den Termin so kurz vor Weihnachten eher für unglücklich halte und anscheinend wurde ich erhört 🙂

Der Bundesrat hat heute, am 14. 12. 2012 in seiner Sitzung Nr. 905 die Zustimmung verweigert und das SEPA Begleitgesetz (welches auchVorgaben zur Umsetzung des EU Unisexurteils beinhaltet) an den Vermittlungsausschuss verwiesen. (Wie funktioniert das Gesetzgebungsverfahren)

Was bedeutet das nun?

Erstmal nichts, denn es ist ein normales Verfahren bei Unstimmigkeiten in der Gesetzgebung. Die Abgabe an den Vermittlungsausschuss soll, wie der Name schon sagt, eine Vermittlung bei Streitigkeiten geben und ändert an der Umsetzung der EU Richtlinie nichts. Diese Richtlinie schreibt das Verbot von unterschiedlichen Prämien für Männer und Frauen vor.

Sind die gestellten Anträge hinfällig?

Auch das natürlich nicht. Für die bisher gestellten Anträge sind in gleichem Maße wirksam, wie bei in Kraft treten des Gesetzes und somit der Einführung der Unisextarife am 21. Dezember 2012. Wichtig ist, es ist nur VERSCHOBEN, nicht aufgehoben. Auch an dem Bedarf ändert sich nichts und weitere Prämienerhöhende Faktoren wie ein höheres Eintrittsalter, der niedrigere Rechnunsgzins in der PKV und dergleichen bleiben erhalten. Daher ist- wenn der Schutz und die Tarife sorgfältig ausgewählt worden sind, daran auch nichts auszusetzen.

Kann ich mir nun doch Zeit lassen?

Nein, denn 1. wissen wir nicht wie und wann es zu einer finalen Entscheidung kommt und zum anderen lassen sich Faktoren wie das Eintrittsalter und auch gesunkene Garantiezinsen nicht lösen. Warum auch sollte eine heute vernünftig getroffene Entscheidung revidiert werden?

Positiv wirkt sich das alles aber doch für einige aus. Alle die bisher noch zu keiner Tarifentscheidung kommen konnten und so befürchten mussten, nur noch zu neuen Unisexkonditionen in die PKV oder BU wechseln zu können, den bleiben nun noch einige Tage mehr Zeit und Sie (und ich auch) können in Ruhe und entspannt Weihnachten vorbereiten und die (nun) besinnliche Zeit genießen.

An der Auswahl, dem Bedarf für eine BU Absicherung oder weiteren Faktoren hat sich nichts verändert, aber wir alle müssen uns nun nicht mehr überschlagen. Wer also in den letzten Tagen nur deshalb abgeschlossen hat, weil er eine übereilte Entscheidung getroffen hat, der hat nun noch einige Tage um sich bei so wichtigen Fragen wie der Absicherung des gesundheitlichen Risikos und der Absicherung der Arbeitskraft etwas genauer mit den Tarifen geschäftigen zu können. Ich mag das!

Können die Gesellschaften dennoch die neuen Tarife einführen?

JA, auch ohne eine gesetzliche Grundlage steht es den Unternehmen ja frei, ihre Tarife zu ändern und anzupassen. Daher verlassen Sie sich nicht darauf, dass es nun alles „noch Zeit hat“. Gesellschaften können und werden dennoch umsetzen, auch ohne die bereits beschlossene Grundlage!

Daher hier gleich mal was zu lesen, sonst ist es bald wieder „zu spät“:

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

Auswahlkriterien zur PKV und auchAuswahlkriterien BU

Weitere Infos zum Thema:

Pressemitteilung des GDV zur Lebensversicherung

Focus meint zu wissen, dass es anders ist

14.
Dezember '12

Private Krankenversicherung ohne Risikoprüfung? Debeka will jeden aufnehmen- wirklich?


Eine Meldung flatterte gestern durch die Medien. Anders als bisher, also mit Risikoprüfung und der Beantwortung von Gesundheitsfragen, will die Debeka Krankenversicherung jeden versichern der einen Antrag stellt. Aber wirklich jeden? Schauen wir uns zunächst einmal die Meldung genauer an. In der FAZ hieß es zum Beispiel dazu:

„Jeder soll aufgenommen werden Marktführer Debeka will auch dem Vorwurf der Rosinenpickerei den Wind aus den Segeln nehmen. Künftig will das Koblenzer Unternehmen jeden Arbeitnehmer ungeachtet seines Gesundheitszustands aufnehmen, sofern er den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellt, nachdem er die Versicherungspflichtgrenze überschritten hat. Auch alle seine Familienmitglieder sollen aufgenommen werden. „Wir wollen uns dadurch keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen, sondern den Angriff der Rosinenpickerei abwehren“, sagte der Vorstandsvorsitzende Uwe Laue am Mittwoch in Koblenz.“ (Quelle: FAZ)

Wie funktioniert die Aufnahme in die Private Krankenversicherung (PKV) heute?

Wer eine Aufnahme in eine privaten Krankenversicherung begehrt, der muss Gesundheitsfragen ausfüllen und seinen Gesundheitszustand damit offenlegen. Der Versicherer prüft dann welches Risiko besteht und wie sich dieses von einem gesunden Antragsteller unterscheidet. Die dann zu erwartenden Mehrkosten (durch Untersuchungen, Medikamente etc.) werden dann mit einem Risikozuschlag ausgeglichen. Ist der zu hoch oder nicht mehr zu kalkulieren, so muss sich der Kunde mit einer Ablehnung seines Antrages zufrieden geben und kann sich nicht bei der Gesellschaft versichern.

Was will die Debeka ändern?

Natürlich ohne eigenes Interesse und schon gar nicht aus Geschäftssinn will die Debeka allen eine Versicherung ermöglichen. Vorstandsvorsitzender Laue sagte dazu am Mittwoch, das eine Versicherung für jeden möglich sein soll und der Zuschlag bei maximal 30% liegen soll. So etwas ähnliches kennen wir doch schon. Es handelt sich dabei um die so genannte Öffnungsaktion für Beamte. Diese dürfen sich nach Verbeamtung versichern und müssen nicht befürchten, abgelehnt zu werden. Der Zuschlag beträgt auch hier 30% maximal.

Welche Einschränkungen gelten?

Ganz so rosig wie man aber zunächst denken mag, ist es dann doch nicht. Glaubt man den bisher bekannten Aussagen (genaues wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen), so geht es nur um Arbeitnehmer. Selbstständige und freiberuflich tätige Personen profitieren dann nicht von dieser „Sonderregelung“. Weiterhin spricht der Vorstandsvorsitzende von

„sofern er den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellt, nachdem er die Versicherungspflichtgrenze überschritten hat“

Es ist also sehr wohl eine „Rosinenpickerei“, die es doch eigentlich gar nicht sein soll- oder? Nur wer gleich nach Eintritt der Versicherungsfreiheit einen solchen Antrag bei der Debeka stellt, der soll versichert werden und mit maximal 30% Zuschlag auskommen. Alle die heute schon versicherungsfrei sind oder bereits privat versichert, für die gilt das nicht.

So versucht man bewusst (mehr …)

12.
Dezember '12

Ja ist denn heut‘ schon Weihnachten?


So zumindest kam ich mir heute vor. Zuerst fuhr ich kurz heute morgen bei dem Kindergarten „Regenbogenhaus“ hier auf der Insel Rügen vorbei, um etwas abzugeben. Das ist der Kindergarten, den ich über das Jahr verteilt ab und an mal etwas unterstütze bei seinen Projekten. (Spielplatzneugestaltung, Bau eines Baumhauses)

Da gab es heute dann gleich mal einen Eimer Plätzchen… perfekter Start in den Tag!

Und dann… als ich am Nachmittag nach Hause kam, stand da ein recht großes und vorallem schweres Paket. Darin waren… 24 Flaschen Rot- und Weisswein. Doch dabei keine Karte oder sonst eine Idee, woher die stammen könnte. Bis… ja bis mir die Geschichte wieder einfiel:

Vor einiger Zeit rief mich mal jemand an mit dem einleitenden Satz „Ich bin kurz vor der Rente, habe etwas Ärger mit meiner Krankentagegeldversicherung und wollte Sie gern mal was fragen. Sie können an mich nichts (mehr) verdienen, aber vielleicht haben Sie einen Tipp an wen ich mich wenden könnte.“ Wir telefonierten dann mal eine Dreiviertelstunde mit vielen Details und es endete mit einigen Tipps und einem „Danke, das hat mir sehr geholfen- ich mach das mal wieder gut.“

Das Ergebnis war dann das hier:

DANKE für beide Geschenke heute und GERN GESCHEHEN.

Wenn Ihr/ Sie also auch Plätzchen und Wein wollt- immer schön nett sein, auch mal unentgeltlich helfen und dann klappt das auch… (kleiner Scherz) 🙂