Archiv für November 2012

29.
November '12

Süddeutsche Krankenversicherung mit ersten (vorläufigen) Beiträgen in der Unisextarifwelt


Lange hat es gadauert und am 21. Dezember diesen Jahres soll es schon losgehen. Nachdem der Deutsche Ring Krankenversicherung und auch die Signal Krankenversicherung zwischenzeitlich die neuen, geänderten Bedingungen für die neuen Tarife nach dem Unisexmodell bekannt gegeben haben, folgt die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) nun mit Beiträgen.

Die Vorahnungen und Hochrechnungen scheinen sich auch in der Kalkulation zu bewahrheiten und obwohl die Beiträge noch final der Zustimmung des Treuhändlers benötigen können wir doch von diesen Zahlen ausgehen. Interessant ist auch die Aufstellung, wo konkret die Anpassungen her kommen. Dazu müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, welche bei der Kalkulation in die Tarife einfließen.

1.) ANPASSUNGSBEDARF

Generell besteht- wie bei allen Tarifen- im Rahmen der Überprüfung die Notwendigkeit gestiegene Kosten oder veränderte Lebenserwartung anzupassen und in Form einer Beitragsanpassung zu berücksichtigen. Dabei führt das in unserem Beispiel bei Männern zu einer Erhöhung des Tarifbeitrages von +18 EUR (von 447 also auf 455). Bei Frauen wären alleoin hierdurch die Beiträge von 528 EUR um 5 EUR zu senken.

2.) Anpassung wegen Unisex

Die Veränderungen durch die Einführung der geschlechterneutralen Beitröge (Unisex) führen bei Männern in unserem Beispiel zu einer deutlichen Erhöhung der Beiträge. Konkret bedeutet dieses eine Steigerung von 57 EUR oder knapp 12%, bezogen auf den ursprünglichen Beitrag von 447 EUR. Bei Frauen hingegen ergibt sich kaum eine Veränderung, in unserem Beispiel eine Senkung um 1 EUR monatlich.

3.) Änderung durch den neuen Rechnungszins

Der dritte Faktor, welcher bei Männern und Frauen gleichermaßen zu einer Erhöhung führen muss, ist die Neukalkulation der Beiträge mit einem Rechnungszins von 2,75 statt 3,5%. Vereinfacht bedeutet dieses, die Rücklagen werden schlechter verzinst (was auch an der allgemeinen Zinsentwicklung liegt) und die meisten Gesellschaften folgen der Empfehlung der Aktuare und senken daher den Zins. Vereinfacht ausgedrückt müssen Sie somit mehr Geld ansparen um bei kleineren Zinsen auf den gleichen Endbetrag zu kommen. In unserem Beispiel ist hierfür eine Veränderung von 28 EUR monatlich nötig, die Männer wie Frauen betrifft.

Betrachtet man daher die Konstellation in der Gesamtheit, so ergibt sich eine doch deutliche Beitragsanpassung. Auf den folgenden Grafiken sehen Sie zunächst links die Beiträge heute, dann die Beiträge wenn der Rechnungszins gleich bliebe und zuletzt rechts die Zahlen inkl. aller Veränderungen.

(mehr …)

27.
November '12

SIGNAL Krankenversicherung mit Unisex-Bedingungen


Auch die SIGNAL Krankenversicherung veröffentlicht die ab dem kommenden Jahr gültigen Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Krankenversicherung in der Unisex-Welt. Bereits vor einigen Tagen hatte der Deutsche Ring Krankenversicherung einen Vorstoß gewagt und seine Bedingungen der Unisextarife veröffentlicht. Nun zieht der zweite Krankenversicherer im Konzernverbund nach. Auch die SIGNAL Krankenversicherung versieht die neuen Bedingungen mit zahlreichen Verbesserungen und zeigt damit „Unisex wird nicht schlechter- eher besser“.

Umsetzung der Mindestkriterien des PKV Verbandes

Die SIGNAL Krankenversicherung wird in allen Tarifen der neuen Unisexwelt die vom PKV Verband erarbeiteten Mindestkriterien umsetzen. So ergeben sich insbesondere bei den Leistungen der ambulanten Psychotherapie, der Versorgung mit Hilfsmitteln oder den Entziehungsmaßnahmen Verbesserungen im Umfang des Versicherungsschutzes. Auch in den Tarifen der Beihilfeversorgung gelten die neuen Kriterien ab dem 01. Januar 2013.

Im Teil I der Allgemeinen Versicherungsbedingungen und damit gültig für alle Tarife ab 2013:

„Abweichend von §5 Abs. 1 b Teil I wird bei der ersten Entziehungsmaßnahme, für die anderweitig ein Anspruch auf Kostenerstattung nicht geltend gemacht werden kann, ein Kostenzuschuss in Höhe von 80% gezahlt, wenn und soweit die Signal Krankenversicherung a.G. diesen vor Beginn der Maßnahme schriftlich zugesagt hat. Die Zusage kann von einer Begutachtung über die Erfolgsaussicht durch einen von der SIGNAL Krankenversicherung a.G. beauftragten Arzt abhängig gemacht werden. Bei einer stationären Entziehungsmaßnahme sind nur die allgemeinen Krankenhausleistungen gemäß Abschnitt B 3.1. erstattungsfähig. Ein Krankenhaustagegeld wird nicht gezahlt. Diese Regelungen gelten nicht für Entziehungsmaßnahmen aufgrund Nikotinsucht.“

Hilfsmittel werden zukünftig als offene Formulierung in den Bedingungen genannt sein. Anders als bisher sind daher keine abschließenden und geschlossenen Aufzählungen mehr vorhanden, vielmehr wird die Formulierung aus den Mindestkriterien übernommen. So heißt es dann:

„Erstattungsfähig sind zu 100 % des erstattungsfähigen Rechnungsbetrages die Kosten für Hilfsmittel (außer Sehhilfen), die körperliche Behinderungen unmittelbar mildern oder ausgleichen sollen. Als Hilfsmittel gelten nicht sanitäre Bedarfsartikel und medizinische Heilapparate (z. B. Heizkissen, Fieberthermometer).“

Für die Grenze, ab welcher eine Zusage erforderlich ist, finden sich weitere Regelungen in den einzelnen Tarifen. So liegt diese bei den Tarifen Start und Start Plus bei 500 EUR, ab der Tarifstufe Komfort bei 1.000 EUR.

„Hilfsmittel gleicher Art, mit einem Kaufpreis bis einschließlich 500 Euro (oder deren Wartung und Reparatur) werden einmal pro Kalenderjahr ohne vorherige Zusage von der SIGNAL Krankenversicherung a. G. erstattet. Eine vorherige Zusage wird erforderlich, wenn diese Hilfsmittel (oder deren Wartung und Reparatur) mehr als einmal pro Kalenderjahr erstattet werden sollen.

Hilfsmittel mit einem Kaufpreis von über 500 Euro sowie Wartungs- und Reparaturkosten, welche diesen Betrag überschreiten, bedürfen der vorherigen Zusage der SIGNAL Krankenversicherung a. G. Wird keine vorherige Zusage eingeholt, werden die Kosten übernommen, die in gleicher Qualität und Ausführung im Rahmen einer möglichen alternativen und kostengünstigeren Versorgungsform (Miete, Leasing, Kauf) oder bei Bezug des Hilfsmittels über einen Kooperationspartner der SIGNAL Krankenversicherung a. G. angefallen wären.“

Leistungen für die ambulante Psychotherapie werden im Rahmen der vom PKV Verband erarbeiteten Mindestkriterien bis zu 50 Sitzungen geleistet. Tarife die bisher nur 30 Sitzungen als Begrenzung hatten (Komfort, Komfort Plus, Exklusiv, Exklusiv Plus, Start-B und Komfort-B) erhalten eine Anhebung

(mehr …)

26.
November '12

Professionelle Zahnreinigung- verdienen sich Zahnärzte reich an Privatpatienten?


Es ist jetzt der x-te Fall der genau so abgelaufen ist und scheinbar scheint das Ganze bei einigen Zahnärzten Methode zu haben. Doch bevor hier alle über einen Kamm geschoren werden, das wäre ungerecht. Sicher sind auch das Ausnahmen und es sich zum Glück nicht die Regel. Worum es geht?

Professionelle Zahnreinigung ist bei vielen Menschen zur Regel geworden. Ein- oder zweimal im Jahr suchen diese ihren Zahnarzt auf und lassen die Zahnbeläge entfernen und beugen so weiteren Zahnerkrankungen vor. Gestern ist mir hierzu nun von einem meiner Kunden wieder ein Fall geschildert worden, der lässt sich mir alle Nackenhaare sträuben. So entstehen auch Kostensteigerungen in der PKV, für die der Versicherte und auch der Versicherer nichts kann. Es geht speziell um die Art und Weise der Abrechnung. Der Kunde war bis 2011 gesetzlich versichert und hatte die Zahnreinigung als damals noch GKV Patient eh schon selber zahlen müssen. Im Rahmen der so genannten IGeL (Individuelle Gesundheistleistungen) waren diese auch damals Privatvergnügen. So wurden diese auch abgrechnet und der Kunde bekam unter anderem diese Rechnung dazu:

Im Jahr 2011 waren es (wegen etwas geringerem Aufwand) nur 40 EUR. Im Jahr 2012 war auch die Frau (diese ist GKV Versichert) noch bei dem gleichen Zahnarzt und ihr wurden die Leistungen für eine Zahnreinigung ebenfalls pauschal berechnet. Die Rechnung (auch in 2012) betrug hier etwas über 70 EUR.

Das ist soweit auch völlig in Ordnung und sicher durchaus im Rahmen dessen, was auch Kollegen dieses Arztes berechnen. Auch etwas höhere Beträge sind noch im Rahmen und werden von den Versicherern unkompliziert anerkannt und erstattet. Doch als der (nun erstmals privat versicherte) Kunde dieses Mal seinen Brief mit der Rechnung für 2012 öffnete, staunte der nicht schlecht. Die vergleichbare Leistung zu den letzten Jahren und auch zur Behandlung seiner Frau wurden nun von dem Zahnarzt wie folgt berechnet:

Nur weil der Kunde nun privat versichert war, meint der Zahnarzt er könne die gleiche Leistung mal mit einem Aufschlag von mehr als 120% versehen und gleich mal noch eine zusätzliche Position dazu abrechnen. Bei der „Beratung“ handelt es sich laut Auskunft des Kunden nämlich keinesfalls um eine solche, sondern nur um einen kurzen Tipp zu einem frei verkäuflichen Präparat aus der Drogerie, Dauer: 1 Minute. Dieses wurde auch noch von der Angestellten und keinesfalls von dem Arzt ausgeführt und daher wäre der Betrag gebührenrechtlich eh bedenklich. Aber mein Kunde wollte sich das so nicht gefallen lassen und schrieb dem Zahnarzt eine Mail dazu. Unter anderem hieß es darin:

Ich selbst habe bei Ihnen mehrere Jahre Zahnreinigungen im Preisbereich von 40 bis 70 Euro (je nach Aufwand und Qualität des Fluorprotectors) durchgeführt und als IGEL-Leistungen privat bezahlt. Da ist ein Abrechnungsbetrag von 170,51 Euro im Vergleich absolut unverhältnismäßig. Sie begründen den hohen Betrag mit einer zeit- und arbeitsaufwändigen Behandlung. Tatsächlich hatte auch ich den Eindruck, dass Frau XX insbesondere im Bereich der Zahnsteinentfernung einiges zu tun hatte. Andererseits lag die Behandlungsdauer bei einem zeitlichen Anfang von ca. 09:15 Uhr und einem Ende gegen 10:05 Uhr mit 50 Minuten nicht signifikant über der sonstigen Dauer normaler Behandlungen zu beispielsweise 60 Euro zzgl. 10 Euro für den Fluorprotector in der Vergangenheit. Zudem wüsste ich nicht, welche Beratung ich für 10,72 Euro erhalten haben sollte. Wie schon einmal in einer früheren Behandlung zeigte sie mir eine aktuelle Weiterentwicklung zur Säuberung von Zahnzwischenräumen, die ich in Drogeriemärkten für eine effektive Zahnreinigung kaufen kann; Dauer dieser Information: ca. 1 Minute. Natürlich freut mich ein solcher Hinweis und ich nehme ihn dankend an. Wenn Sie allerdings eine solche Kurzinformation mit knapp 11 Euro bepreisen, dann wäre aus meiner Sicht künftig vor einer Behandlung eine kurze Information zu Preisbestandteilen angebracht. Dann können beide Seiten entscheiden, welche Leistung in welcher Intensität sie bereit sind zu erbringen bzw. abzunehmen.

Interessant ist aber die darauf folgende Antwort der Praxis. Diese versucht sich natürlich zu rechtfertigen und begründet die hohe Rechnung auch in der Mail an den Kunden wie folgt:

Wir berechnen für eine Stunde professionelle Zahnreinigung 150,-€. (Für Kassenpatienten haben wir einen ermäßigten Satz von 70,- €, da sich sonst kaum jemand eine solche Behandlung leisten könnte.) Daß Privatabrechnung und Kassenleistung in der Höhe nicht gleich sind, ist Ihnen doch sicher bekannt. Da wir davon ausgehen, daß auch Sie Ihre Rechnung von Ihrer privaten Krankenkasse erstattet bekommen, zumindest teilweise, dürfte Ihr Eigenanteil auch nicht höher sein. (mehr …)

22.
November '12

Gothaer Krankenversicherung mit AVB Optimierungen für Neugeschäft und Bestand ab 01. Januar 2013


Die Gothaer Krankenversicherung veröffentlicht Optimierungen der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für das Neugeschäft und den Bestand. Nachdem bereits die ersten Unisexbedingungen des Deutschen Rings veröffentlicht worden sind geht die Gothaer einen anderen Weg. Hier werden zunächst die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) optimiert, wobei die Änderungen auch für bestehende Kunden gelten sollen. Geändert werden die bestehenden AVB in den Bereichen der Auslands- und Kindernachversicherung, bei Krankenhausambulanzen und gemischten Anstalten aber auch bei der Umwandlungsoption und den stationären Transportkosten.

  • – Auslandsschutz (außereuropäisch) besteht jetzt nicht erst nach einer Versicherungszeit von 12 Monaten, sondern bereits bei Abschluss des Vertrages. Geblieben ist die Regelung der Dauer von sechs Monaten plus Verlängerung wenn die „Rückreise nicht ohne Gefährdung der Gesundheit angetreten werden kann
  • – Wer sich heute in der PKV versichert, der muss meist eine Frist von drei Monaten erfüllen, damit ein Anspruch auf Kindernachversicherung entsteht. Damit aber ein (vielleicht frühgeborenes) Kind in jedem Fall mitversichert werden kann, ändert der Versicherer die Voraussetzungen.
  • – „Abweichend von Abs. 2 beginnt bei Neugeborenen der Versicherungsschutz ab Vollendung der Geburt ohne Risikozuschläge und Wartezeiten und ohne die Einhaltung einer Mindestversicherungszeit eines Elternteils von drei Monaten, wenn der Versicherungsantrag angenommen wurde und zum Zeitpunkt der Antragstellung die 20. Schwangerschaftswoche noch nicht vollendet war.“
  • – Eine Versorgung in Krankenhausambulanzen oder medizinischen Versorgungszentren (MVZ’s) ist nun in die Bedingungen eingeflossen
  • – Bei einem stationären Krankentransport sind nun auch die „Krankentransporte zur stationären Behandlung und im Notfallrettungsdienst mit geeigneten Transportmitteln (z.B. Krankentransportwagen, Hubschrauber, Flugzeug“ versichert.

Verbesserungen bei der Versorgung in gemischten Anstalten

Eine wesentliche Veränderung betrifft die Versorgung in gemischten Anstalten. War bisher eine schriftliche Leistungszusage in jedem Fall erforderlich, so hat die Gothaer die Voraussetungen nun klarer definiert. Auf das Fehlen einer solchen Leistungszusage darf sich der Versicherer nicht berufen, wenn:

  • – es sich im eine aktuelle Notfalleinweisung handelt
  • – ausschließlich medizinisch notwenige Krankenhausbehandlungen durchgeführt werden, welche zwingend stationär behandelt werden müssen
  • – eine akute Erkrankung während einer Behandlung dort auftritt

Anschlussheilbehandlung nun Bedingungsaussage

„Eine medizinisch notwendige Anschlussheilbehandlung (AHB) ist erstattungsfähig, wenn sich die Behandlung innerhalb von 14 Tagen nach Beendigung einer Krankenhausbehandlung, für die Leistungspflicht besteht, anschließt.“

Die notwenige Zusage wird immer dann erteilt, wenn es sich bei der Erkrankung um eine, unter 5.1. in den Bedingungen genannte Erkrankung handelt. Das kann neben einer Organtransplantation oder eines schweren Herzinfarktes auch ein Querschnittslähmung oder eine Krebsoperation sein. Leider verpasst es der Versicherer bei der Änderung gleich eine konkrete Dauer der AHB zu nennen, bis zu derer auf eine Zusage verzichtet werden kann. Die vierzehn Tage nach dem Ende der Krankenhaubehandlung sind im Vergleich zu Mitbewerbern zu kurz gefasst. Wie oft in den Bedingungen zu finden, so ist auch bei der Gothaer ein anderer Leistungsträger vorleistungspflichtig.

Tarife MediVita und MAX: Verbesserte Auswahl der Selbstbeteiligung für Neugeborene
(mehr …)

21.
November '12

Antrag zur PKV oder BU und „bitte schicken Sie mir auch ihre EC Karte und die PIN dazu“


Falls Sie noch darüber nachdenken eine private Krankenversicherung oder eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit abzuschließen, so denken Sie daran mir auch gleich noch Ihre EC Karte per Post zu schicken und die PIN nicht zu vergessen.

„Der spinnt doch“ werden Sie vielleicht denken oder „klar, dann kann ich Ihnen ja auch gleich mein Geld schenken“ und JA, recht haben Sie. Leider scheinen Sie das nicht tun zu wollen, oder? Warum bitte unterschreiben dann Menschen blanko Anträge auf Private Krankenversicherung? In einer Mail eines Interessenten hieß es wie folgt:

Hallo Herr Henning, ich hatte im Jahr 2008 eine Depression mit Klinikaufenthalt, allerdings noch Pflichtversichert.

Dann wechselte ich in die PKV. Der Versicherungsvertreter machte es möglich durch blanko Unterschriebenen Antrag. 2010 hatte ich einen Hörsturz blieb auf den Behandlungskosten sitzen und flog aus der PKV. Sehen sie eine Möglichkeit eine priv. Kasse für mich zu finden? Bitte melden sie sich bei mir…

Ich dachte erst ich lese nicht richtig, aber es war leider nicht der erste Fall. In einem weiteren hatte der Berater die Unterschrift auf dem noch leeren Antrag vom Kunden eingefordert und das- bitte nicht lachen- so begründet:

„Sie wissen ja, wie wichtig die richtigen Angaben im Antrag sind. Daher unterschreiben Sie den bitte hier unten mal schon, dann kann ich die Angaben zu Hause in Ruhe für Sie eintragen.“

Sorry aber hier fehlt mir jedwedes Verständnis. Da werden blanko Anträge unterschrieben, von denen die (finanzielle) Zukunft abhängt und es werden sich null, aber auch absolut gar keine Gedanken gemacht, welche Folgen das haben könnte? Klar kann man nun sagen, der Vermittler wird es schon richtig machen. Aber hey… wer mit solchen Argumenten eine Unterschrift ergattert und dem gehört der Job verboten und er sollte nie wieder Kunden beraten dürfen.

Was glauben Sie denn warum er das macht?

Klar, weil er sonst kein Geld verdient. Es kann ja sein, dass der Versicherer bei richtigen Angaben einen Risikozuschlag verlangt oder vielleicht den Antrag sogar ablehnen wird? Und dann- ja dann „ist doof“, da keine Provision verdient. Darum werden Anträge immer und immer wieder, jeden Tag auf’s neue frisiert wie „coole Autos“. Doch hierbei besteht ein großer Unterschied. Während bei Autos die Lebensdauer begrenz ist und das Teil irgendwann mal verschrottet wird, ruiniert eine solche falsche Absicherung ihr Leben.

Was passiert wenn der Versicherer es raus bekommt?

Und glauben Sie mir, vieles bekommt er raus. Spätestens wenn Rechnungen eingereicht werden beginnt die Prüfung einer so genannten Anzeigepflichtverletzung. Dabei geht es um die Frage, ob die Anträge im Antrag auch der Wahrheit entsprachen und keine weiteren Erkrankungen und Behandlungen erfolgten. Mehr Informationen dazu auch in den folgenden Artikeln: (mehr …)