Archiv für März 2012

30.
März '12

Aktuelle Diskussion der Verbraucherzentrale „PKV braucht Reform“


Es ist mal wieder einer dieser Beiträge, wo ich mich ernsthaft frage ob jeder jeden Mist veröffentlichen Darf. So geschehen gestern bei der Präsentation der „bundesweiten Stichprobe“ der Verbraucherzentrale. Den kompletten Beitrag und die Präsentation stellt der Bundesverband der Verbraucherzentrale auf der Internetseite zur Verfügung.

Beitragsenplosion bei den Privatkassen

titelt die Verbraucherzentrale auf der Internetseite und springt damit auf den Zug der Medien auf, klar- irgendwie muss man anscheinend an Leser kommen oder Aufmerksamkeit erregen.

Zunächst einmal, man kann es gar nicht oft genug wiederholen, gibt es keine Privatkassen, nur rechtlich anders aufgestellte Versicherungsunternehmen. Eine Krankenkasse ist eine gesetzliche Kasse. Doch die Unkenntnis des Systems und der Art und Weise einer Absicherung zieht sich weiter durch den Text und den polemischen Beitrag.

Wo liegen denn die zentralen Probleme?

Eines der grundlegenden Probleme in der privaten Krankenversicherung ist die Beitragsentwicklung, so die Verbraucherzentrale. Hiermit hat diese durchaus einen wunden Punkt eines Teils der Versicherten getroffen, denn was nützt ein guter Schutz, wenn sich den niemand leisten kann.

Die Diskussion wurde noch durch die massiven Anpassungen der Central Krankenversicherung im Jahr 2011 und die Schließung von Einsteigertarifen weiter angeheizt.

Gerade die billigen Einstiegstarife führen in einer privaten Krankenversicherung dazu, dass die Kosten schon von Beginn an zu niedrig kalkuliert sind und so kann eine solche Rechnung nicht aufgehen. Das hier im Management der Central und auch einiger anderer Unternehmen Fehler gemacht worden sind, das steht sicher außer Frage.

Wie fundiert ist diese Stichprobe?

All die Aussagen bezieht die Verbraucherzentrale auf eine „Stichprobe“ von 140 (!) Versicherten und deren Befragung. Von 140 Befragten auf eine Gesamtaussage zu schließen und alle Unternehmen und Versicherten so über einen Kamm scheren zu wollen zeigt nicht nur die Naivität, sondern auch die bewusst einseitig gewünschte Art der Berichterstattung.

In den vergangenen drei Monaten haben die Verbraucherzentralen bundesweit über 140 Beschwerden von Betroffenen über Beitrags- und Wechselprobleme in der Privaten Krankenversicherung (PKV) ausgewertet. „Unsere Befürchtungen wurden weit übertroffen“, bilanziert Michael Wortberg, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Bestätigt wird dieses auch dadurch, das 140 Beschwerden ausgewertet wurden (wie auch immer das geschehen ist). Nun liegt es in der Natur der Sache, das Personen die sich beschweren unzufrieden sind oder waren und eine solche Auswertung kann kaum repräsentativ sein.

Die Beschwerden umfassen mit wenigen Ausnahmen Verträge, die länger als zehn Jahre bestehen und Versicherte, die älter als 45 Jahre sind. „Kunden berichten, dass sie die Beitragshöhen im Ruhestand auf keinen Fall mehr zahlen können“, so Wortberg. In einem Extremfall zahlt eine 59-jährige Frau einen monatlichen Beitrag in Höhe von 1095 Euro.

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29.
März '12

Gothaer Lebensversicherung mit neuer Berufsunfähigkeitsversicherung Premium (SBU)


Schon die zweite Ausgabe der Finanz-News zur Einführung eines neuen Tarifen ist online. Nicht nur in der privaten Krankenversicherung (PKV) verändert sich der markt, auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung denken die Versicherer um.

Hier ein Auszug. Die kompletten 7 Seiten des Kommentars finden Sie als pdf Datei zum direkten Download.

Finanz-News, 02-2012, zur Tarifeinführung Berufsunfähigkeitsvers. Premium der Gothaer

Sehr geehrte Leser der Finanz-News,

gerade erst ist die Ausgabe 1 der Finanznews erschienen, in der es um die Tarifeinführung des PKV Tarifes der BBKK und UKV ging und schon ist die nächste Tarifeinführung da. Dieses mal geht es nicht um die Krankenversicherung, sondern um den neuen Berufsunfähigkeitstarif der Gothaer Krankenversicherung.

Die Gothaer Berufsunfähigkeitsversicherung Premium

Zum 01. Mai 2012 erweitert die Gothaer Lebensversicherung ihre Produkte um eben dieses Premiumprodukt. Ob der Name aber hält was er verspricht, das lässt sich in den Bedingungen gut nachprüfen.

Grundlagen:

Dem Tarif (und diesem Kommentar) liegen die folgenden Druckstücke und Bedingungen zu Grunde:

Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB), Stand 04. 2012, Nr. 215470

Der Tarif:

Bei dem Tarif handelt es sich um eine so genannte SBU, also eine Absicherung bei Berufsunfähigkeit, welche ohne einen Hauptvertrag (Lebens-/ Rentenversicherung) besteht. Diese Konstellation einer „selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung“ hat den Vorteil, dass hier keine Lebensversicherung bestehen muss und es sich so um eine reine Risikoabsicherung handelt.

Angeboten wird der Premiumschutz neben einem auch im Unternehmen vorhandenen Basisschutz. Für Berufseinsteiger oder Versicherte die kleiner…. Weiterlesen.

 

Weitere Informationen:

Gothaer, AVB Berufsunfähigkeitsversicherung Premium, Stand. 04.2012

Auswahlkriterien BU

 Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

27.
März '12

Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung – Traum und Wirklichkeit bei der Stuttgarter Lebensversicherung


Werbeaussagen sollen werben- ein Produkt interessant machen und Neugier wecken. Das hat sich wohl auch die Stuttgarter Lebensversicherung gedacht und es- für mein Empfinden und das einiger meiner Kunden- etwas zu gut gemeint. Am 19. März 2012 verschickte die Stuttgarter eine Pressemitteilung, welche auch auf der Homepage einzusehen ist.

Die Überschrift war verheißungsvoll und nahezu ein Seegen für alle, die aus gesundheitlichen Gründen den wichtigen Schutz bei Berufsunfähigkeit nicht bekommen.

„Die Stuttgarter stellt keine Fragen: Berufsunfähigkeitsabsicherung ohne Gesundheitsprüfung“

Viele Interessenten und Kunden werden genau das gedacht haben, was einige meiner Anfragenden auch dachten. „Wie geht denn das?“ und ist das nicht „etwas für mich?“. Gerade im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Versicherer nicht nur wählerisch bei der Aufnahmeprüfung, es werden auch schnell Zuschläge oder Ausschlüsse vereinbart, da das Risiko auch für den Versicherer extrem hoch ist. Um das Risiko etwas näher zu beschreiben, hier ein kleines Beispiel.

Ein Angestellter, welcher mit 30 einen BU Schutz abschließt, Laufzeit bis 67 und Rentenhöhe 2.000 EUR.

Wird dieser mit 40 aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit dauerhaft berufsunfähig, so zahlt der Versicherer insgesamt eine Rente von 648.000 EUR. Selbst wenn die BU erst mit 55 eintritt, sind immer noch 288.000 EUR Gesamtauszahlung fällig, verständlich das sich die Unternehmen den neuen Kunden genau ansehen.

Wie kann die Stuttgarter dieses Risiko nun ohne Gesundheits-/ Risikoprüfung tragen?

Einfache Antwort: gar nicht! Ein solches Risiko ist versicherungsmedizinisch schlichtweg nicht zu versichern. Dennoch wirbt die Stuttgarter in der Pressemitteilung genau damit und erklärt dieses im weiteren Verlauf. Es handelt sich nämlich gar nicht um eine „Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung“ wie die Überschrift suggeriert, sondern um eine „Berufsunfähigkeitszusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung in sehr kleinen Grenzen„.

Den begehrten Schutz gibt es nämlich nicht allein, sondern nur wenn der Kunde gleichzeitig eine Rentenversicherung bei der Stuttgarter Lebensversicherung abschließt. Diese und nur diese wird dann nämlich beitragsfrei bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit. Einfacher ausgedrückt, die maximale Rente die auf diesem Weg versicherbar ist, ist der Beitrag der Rentenversicherung. Dieser darf dann aber maximal 250 EUR monatlich betragen (bei Direktversicherungen und betrieblicher Altersvorsorge in Form von Rückdeckungsversicherungen gelten etwas andere Grenzen) und zudem darf der Kunde bei Abschluss nicht älter als 51 sein.

Dann ist ja wenigstens meine Altersvorsorge im BU Fall bezahlt?

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22.
März '12

superia – Ideal Lebensversicherung mit neuem Produkt zur Pflegeergänzung


Nicht nur weil wir alle immer älter werden, sondern auch wegen der besseren medizinischen Versorgung steigt der Bedarf an ergänzenden Produkten für die Pflegeversicherung.

Egal ob gesetzlich oder privat pflegepflichtversichert, beide Varianten stellen nur einen Grundschutz zur Absicherung der Pflegekosten dar. (Pflegeergänzungsversicherung vs. Pflegepflichtversicherung) Dabei steigt der Bedarf ständig an. Aus dem Bericht aktuellen „Fünften Bericht über die Entwicklung der Pflegeversicherung“, welchen die Bundesregierung herausgibt, ergeben sich zum Teil beunruhigende Zahlen.

Derzeit beziehen 2,42 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung. 2,29 Millionen aus der gesetzlichen und 142.000 aus der Privaten Pflegepflichtversicherung. 61% der Pflegebedürftigen befinden sich in der Pflegestufe I, weitere 29% in der Stufe II. Das die gesetzlichen Leistungen nicht ausreichen, um eine angemessene Versorgung sicher zu stellen, das hat auch die Versicherungswirtschaft erkannt und bietet entsprechende Absicherungsmodelle an.

Pflegeergänzungsversicherung- Pflegekosten oder doch lieber Tagegeld?

Neben der Pflegekosten- und Pflegetagegeldversicherung gibt es aber noch eine andere Variante- die Pflegerente. Ein neues Produkt aus diesem Bereich bietet die IDEAL ihren Kunden zukünftig an. Unter dem Produktnamen superia wurde ein Produkt konzipiert, welches je nach Bedarf abgeschlossen werden kann.

Produktvarianten:

Die unterste Leistungsstufe mit dem Namen „superia Pflegeschutz Basis“ leistet die vereinbarte und versicherte Rente nur in der Pflegestufe III, ist also eher eine „Worst-case-Absicherung“. Da diese Fälle aber eher den kleineren Teil der Leistungsfälle ausmachen, bietet sich eher eine der beiden anderen Varianten an. Da wäre die nächste Stufe mit dem Namen „Klassik“, hier erfolgt die Leistung in den Pflegestufen II und III und dann die EXKLUSIV Variante, welche in allen drei Pflegestufen eine vereinbarte Rente leistet.

Die Rentenhöhen können unterschiedlich und je nach persönlichem Wunsch abgeschlossen werden. So kann eine kleine Rente in der Pflegestufe I versichert werden, falls in diesem Fall eine Betreuung in der Familie erfolgen kann. Um so schlimmer es aber wird, um so wichtiger wird der ausgleichende Pflegeschutz.

Beiträge und Beitragszahlung:
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19.
März '12

Gesundheit Comfort – der neue Tarif der Bayrischen Beamtenkrankenkasse und der Union Krankenversicherung (UKV)


Zur Tarifeinführung des gemeinsamen Tarifs Gesundheit COMFORT der Bayrischen Beamtenkrankenkasse (BBKK) und der Union Krankenversicherung (UKV) habe ich einen Kommentar geschrieben und als pdf Datei veröffentlicht. Hier ein Auszug und der Link zur pdf.  Finanz-News, 01-2012, zur Tarifeinführung Gesundheit COMFORT der BBKK und UKV

(…) in den letzten Wochen und Monaten gab es eine Reihe von Klarstellungen und Verbesserungen bei vielen Versicherern in der privaten Krankenversicherung. So richtig neue Tarife gab es aber wenige, was verschiedene Gründe hat.

Doch zum 01. 04. 2012 ändert sich das wieder etwas und die Bayrische Beamtenkrankenkasse AG (BBKK) und die Union Krankenversicherung führen einen neuen Tarif in ihrem Tarifportfolio ein. Es handelt sich um den neuen GESUNDHEIT COMFORT Tarif. Schauen wir uns einmal an, ob der Tarif hält, was der Name uns suggerieren möchte.

Grundlagen:

Dem Tarif (und diesem Kommentar) liegen die folgenden Druckstücke und Bedingungen zu Grunde:

Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB/VT), Stand 01. 04. 2012, SAP-Nr. 319366

Tarifbedingungen Gesundheit Comfort 300/ 900/ 1200, Stand 01. 04. 2012, SAP-Nr. 330804

Tarifbedingungen Zahn 1/2/3. Stand 01. 04. 2012, SAP-Nr. 330811, 330812, 330813

Tarifstruktur:

Bei dem neuen Gesundheit Comfort Tarif handelt es sich zunächst einmal um einen so genannten Kompakttarif. Dieser deckt die Bereiche der ambulanten, stationären und zahnärztlichen Behandlung ab, kann aber durch einen speziellen Baustein für Zahnersatz noch ergänzt werden. Dazu stehen drei verschiedene Tarifbausteine zur Verfügung, welche mit Zahn 1-3 bezeichnet sind. Ein Wechsel zwischen den Bausteinen ist absteigend (von 3 – 1) ohne Gesundheitsprüfung möglich, da dieses eine Verschlechterung der Leistung bedeutet, eine aufsteigender Wechsel bedeutet eine neue Risikoprüfung.

Angeboten wird der Tarif gleichzeitig von der Union Krankenversicherung AG (UKV) und der Bayrischen Beamtenkrankenkasse (BBKK). Wie die bisherigen Tarifwerke auch, muss der Kunde bei Antragstellung entscheiden, bei welchem Risikoträger er versichert sein möchte. Ein Wechsel ist dann während der Vertragslaufzeit nicht möglich. Beitragsanpassungen und Änderungen der Sterbewahrscheinlichkeit werden jedoch gemeinsam durchgeführt, so dass es fast egal ist bei welchem Unternehmen der Kunde sich versichert hat.

Den vollständigen Bericht finden Sie im Downloadbereich als pdf Datei.

Finanz-News, 01-2012, zur Tarifeinführung Gesundheit COMFORT der BBKK und UKV