Archiv für Juli 2011

29.
Juli '11

Central Krankenversicherung: Tarifschließungen per sofort, Beitragserhöhungen im zweistelligen Prozentbereich zum Jahresende – wie geht es weiter?


Da gab es früher mal ein Sprichwort mit den“ Ratten und dem sinkenden Schiff“, oder so ähnlich. An dieses musste ich eben denken, als mir mein, ebenfalls im PKV Bereich tätiger, Maklerkollege eine Mail der Central weiterleitete. Diese hatte er von „seinem Betreuer“ bei der Central Krankenversicherung erhalten hatte. Dort informiert die Central seine Maklerpartner über zwei gravierende Punkte.

1.) Tarifschließungen zum 01. 08. 2011

Nachdem die DKV es vor nicht langer Zeit vorgemacht hatte und ihre „Einstiegstarife“ einfach zum 01. 01. 2012 schließen wird, zieht die Central nach und geht einen noch rigoroseren Weg. Innerhalb weniger Tage (von Bekanntgabe bis Wirksamkeit) werden die Tarife im Einstiegsbereich geschlossen. Dabei handelt es sich um die Tarife der so genannten „EcoLine“.

Von der Schließung sind somit alle folgenden Tarife betroffen:

ECOline-Tarife KE, EKE, KEH, BSS, BSSN

Gut, nun könnte man ja meinen das es nur die logische Konsequenz aus der Einführung der neuen Vario Tarife im Jahre 2009 gewesen ist und es absehbar war, sich auf die neuen Tarife zu konzentrieren. Aber auch der Vario ist betroffen. Aus dem ehemals dreiteiligen Tarifwerk (ECO – PLUS – TOP) wird ein zweiteiliges, denn auch die untere Linie der Vario Tarife (Vx3xSx) ist geschlossen. Damit wird eines der Argumente der Central, die einen Wechsel von „Basisschutz“ in Topschutz“ angeboten hatten, schlichtweg wegrationalisiert. Aufgrund der Probleme mit Nichtzahlern und des Nichtnutzen der Optionsrechte sei der Schritt unumgänglich, schreibt die Central weiter.

An diesem Beispiel ist auch recht deutlich zu erkennen, was Wechselrechte als Verkaufsargument bingen. Wenn es einfach Tarife oder Tarifstufen nicht mehr gibt, so sind auch Wechseloptionen einfach ad absurdum geführt und nur sehr bedingt aussagekräftig.

Wenn Sie sich also für einen Tarif entscheiden, so sollte es auf keinen Fall das einzige oder wichtigste Kriterium sein. Aber auch für die geschlossenen Tarife bietet sich ein Tarifwechsel nach 204 VVG an, den sollten Sie in jedem Fall überlegen.

2.) Beitragsanpassungen zum 01. 01. 2012

Als zweite Botschaft folgen nun erste Infos zu den Anpassungen im Neugeschäft ab 01. 01. 2012. Erschreckend Erstaunlich ist dabei die Aussage zu der Anpassungshöhe. Vergleicht man dazu einmal die Beitragsanpassungen zu, 01. 01. 2011 der Central, mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Auch das Beispiel eines Bestandskunden zur Beitragsentwicklung in der Vergangenheit, die natürlich keine Garantie für die Zukunft ist, macht nicht unbedingt Mut. In der Ankündigung heißt es nun:

Unsere ersten Hochrechnungen zeigen, dass wir auch im Jahr 2012 deutliche Beitragserhöhungen sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand haben werden. Nach dem aktuellen Stand unserer Analysen rechnen wir mit Erhöhungen im zweistelligen Bereich. Im Neugeschäft kann dies eine durchschnittliche Erhöhung von rund 20% für die PLUSline bedeuten sowie eine durchschnittliche Erhöhung von rund 10 % für die TOPline. Dabei können einzelne Tarife um diese Durchschnittswerte streuen. Sobald die neuen Prämien vom Treuhänder bestätigt sind, werden wir Sie informieren.

Wie genau die Anpassungen im Bestand aussehen werden, ist noch nicht ansatzweise bekannt. Es ist aber durchaus anzunehmen, dass diese Anpassungen sich in ähnliche Richtungen bewegen.

Wie immer gilt aber auch hier: Eine Garantie bietet keine Gesellschaft und keine Entwicklung in der Vergangenheit. Dennoch gibt es Versicherer die weniger vertriebsorientiert arbeiten und mehr Wert auf konstante Entwicklungen statt Neugeschäft um jeden Preis legen.

Bei der Auswahl der Privaten Krankenversicherung beachten Sie bitte zunächst, das Tarife auf den eigenen Bedarf passen müssen und alle „weichen Faktoren“ wie Unternehmen, Beitragsentwicklung und Kennzahlen als weitere Komponenten bei der Auswahl eine nicht fassbare Rolle spielen, da sich diese ständig ändern können.

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27.
Juli '11

Bedingungsänderungen und Klarstellungen bei der Universa Krankenversicherung zum 01. 08. 2011


Lange hat es gedauert und nun kommt auch die UniVersa Krankenversicherung mit Bedingungsverbesserungen zum 01. 08. 2011. Gültig werden die geänderten Bedingungen für das Neu- und Bestandsgeschäft.

Insgesamt 18 Änderungen in den Bedingungen hat die UniVersa eingeführt, wobei es sich um Klarstellungen handelt. Das bedeutet zunächst, dass diese auch für den Bestand gelten und die bisherige Leistungspraxis widerspiegeln. Auf die Bereiche werde ich hier zunächst erklärend eingehen:

Anschlußheilbehandlung

Nun besteht nicht nur ein „Kulanzanspruch“, sondern das vertraglich garantierte Recht in den Bedingungen. In den §5 der Musterbedingungen (MB/KK) heißt es dazu:

Der Versicherer kann sich auf eine fehlende Zusage nicht berufen, wenn…

sich innerhalb von zwei Wochen nach Beendigung einer Krankenhausbehandlung, für die Leistungspflicht besteht, eine vom Krankenhausarzt verordnete weitere Heilbehandlung in einer anderen Krankenanstalt anschließt und diese Heilbehandlung notwendig ist, um die zuvor im Krankenhaus behandelte Krankheit zu heilen oder zu bessern (Anschlussheilbehandlung)

und weiterhin:

Abweichend von § 5 (1) d) sind in der Krankheitskostenvollversicherung die Aufwendungen für Anschlussheilbehandlungen im Sinne von § 4 (5.1) d) im tariflichen Rahmen erstattungsfähig, wenn hinsichtlich der Anschlussheilbehandlung kein gesetzlicher Rehabilitationsträger in Anspruch genommen werden kann.

Schöner wäre noch eine etwas längere Frist gewesen, denn niemand garantiert einen freien Platz innerhalb von 2 Wochen, aber man kann nicht alles haben. Die meisten werden mit der 2 Wochenfrist durchaus hinkommen und somit stellt es eine klare Verbesserung und vertragliche Garantie dar.

Medizinische Versorgungszentren (MVZ)

Aktuell gibt es von diesen Einrichtungen mehr als 1000 in Deutschland und die Zahl ist eher steigend. Daher sind die Änderungen und somit der Einschluss dieser mehr als 6.000 Ärzte durchaus sinnvoll. Auch bisher erfolgte eine Erstattung der Leistungen, allerdings konnte die UniVersa das, musste es aber nicht. Nun heißt es dazu in den Bedingungen:

(2.1) Der versicherten Person steht auch die Wahl unter den approbierten Ärzten und Zahnärzten frei, die in einem auch zur Versorgung von gesetzlich Krankenversicherten zugelassenen medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) oder in einer Ärztegesellschaft tätig sind, wenn die Abrechnungen nach den jeweils gültigen amtlichen Gebührenordnungen vorgenommen werden.

Behandler zur Erringung von Heilmittelleistungen

Wer bisher Behandler in den Bedingungen suchte, also Personen die Leistungen wie Physiotherapie, Logopädie oder dergleichen durchführen dürfen, musste lange suchen. Nun finden sich in den Bedingungen konkrete Aussagen, welche Behandler erstattet werden und das ohne eine neue Zustimmung einholen zu müssen.

(2.2) Sofern ein Tarif Leistungen für Heilmittel vorsieht, müssen diese von niedergelassenen Ärzten, Heilpraktikern im Sinne des deutschen Heilpraktikergesetzes oder staatlich geprüften Angehörigen von Heil-/Hilfsberufen (wie Masseur, medizinischer Bademeister, Physiotherapeut, Krankengymnast, Logopäde, Ergotherapeut und Podologe) erbracht werden.

Das schafft zum einen Rechtssicherheit, zum anderen macht es klar, das nur entsprechend qualifizierte Behandler bezahlt werden sollen um auch eine Kontrolle über das „wer behandelt denn da“ zu behalten. Ein Behandler der keine staatliche Prüfung hat, wird somit auch nicht bezahlt.

In den Heilmittelleistungen selbst gab es ebenfalls Änderungen. So sind diese nun in den Bedingungen tatsächlich genannt und aufgezählt. Dabei heißt es hier:

Inhalationen, Übungsbehandlungen (z.B. Krankengymnastik, medizinische Trainingstherapie), Massagen, Hydrotherapie, Packungen und medizinische Bäder, Kälte- und Wärmebehandlungen, Elektro- und Lichttherapie, Stimm-, Sprech- und Sprachübungen (Logopädie), Ergotherapie, Hippotherapie, medizinische Fußpflege (Podologie), einschließlich ärztlich verordneter medizinisch notwendiger Hausbesuche und Fahrtkosten bei ärztlich verordneten medizinisch notwendigen Hausbesuchen.

Die Aufzählung ist gegenüber der bisherigen daher deutlich erweitert worden und schließt nun auch die (notwendigen und verordneten) Hausbesuche ein.

Hebammen, Geburtskosten

Anders als bisher (da war es nur die Geburtshilfe durch Hebammen) kann die werdende Mutter nun selbst entscheiden wie und wo ihre Geburt vollzogen wird. Die Einschränkung und den Bezug auf die GKV hätte man „sich sparen können“, dennoch ist die Ergänzung der weiteren Möglichkeiten sicher sinnvoll.

(…)bzw. Entbindungspfleger einschließlich einer entsprechend den Bestimmungen in der gesetzlichen Krankenversicherung in Rechnung gestellten Betriebskostenpauschale bei Entbindung in einem Geburtshaus,

Begleitperson im Krankenhaus und Internetapotheken

Es gibt weiterhin zwei Änderungen die den stationären Bereich und die Medikamentenversorgung betreffen. Die medizinisch notwendige Begleitperson (was ja bei Kindern nicht unüblich ist) ist nun genannt und somit versichert. Dabei ist in den Bedingungen keine Einschränkung auf ein bestimmtes Alter genannt, sondern nur der Bezug auf die medizinische Notwendigkeit. Die Mehrkosten für die Begleitperson werden nunmehr erstattet.

Die zunehmende Zahl der Internetapotheken hat wohl die Universa zu der neuen Aussage bewogen. Dazu heißt es nun:

(3.1) Arzneimittel können außer aus der Apotheke auch aus der Internet- oder Versandapotheke bezogen werden, sofern für diese eine behördliche Erlaubnis zum Versandhandel in Deutschland vorliegt.

Auch wenn es andere Versicherer ebenfalls zahlen, so genau genannt ist es bei den Wenigsten.

Impfungen, Hospizleistungen und Fahrtkosten

In den Tarifen A und VE sind nun auch die Schutzimpfungen ergänzt, die in den introPrivat Tarifen ebenfalls schon genannt waren. Dabei handelt es sich um die, von der Impfkommission empfohlenen.

Schutzimpfungen (einschließlich Impfstoff) nach dem jeweils aktuellen Impfkalender (Standardimpfungen) der Ständigen Impfkommision beim Robert-Koch-Institut (STIKO) für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Reiseimpfungen aufgrund von Urlaubsreisen oder beruflich veranlassten Auslandsaufenthalten sind demnach nicht enthalten. Das ist durchaus eine vertretbare Lösung, denn diese sind individuell und nicht Leistungen der Allgemeinheit.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Leistungen für die Hospize. Diese werden nun dann erstattet, wenn die Pflegeversicherung eine entsprechende Vorleistung erbracht hat und Kosten verbleiben. Am Markt finden wir durchaus noch bessere Formulierungen, aber auch hiermit „kann der Versicherte sicher leben“.

(4.3) Erstattungsfähig sind nach Vorleistung der Pflegepflichtversicherung 100 % der verbleibenden Aufwendungen für stationäre oder teilstationäre Versorgung in einem von der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassenen Hospiz, in dem palliativ-medizinische Behandlung erbracht wird, wenn die versicherte Person keiner stationären Behandlung in einem Krankenhaus bedarf und eine ambulante Versorgung im Haushalt oder der Familie des Versicherten nicht erfolgen kann. Die erstattungsfähigen Aufwendungen werden bis zu der Höhe erstattet, die für die Versorgung eines Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung aufzuwenden wäre.

Bei den Fahrkosten zu Dialysebehandlungen wird nun der Hin- und Rücktransport bezahlt, allerdings erst dann, wenn der Versicherer eine entsprechende Leistungszusage erteilt hat. Die Diagnose Dialyse ist medizinisch eindeutig, dennoch schränkt es dahingehend ein, das ein Unternehmen eben eine Zusage geben kann, oder auch nicht geben kann. Besser wäre eine uneingeschränkte Formulierung gewesen. Auch vermisse ich die Formulierung zu Fahrtkosten zur Strahlentherapie oder weiterer Erkrankungen, aber diese hat man anscheinend bewusst nicht aufgenommen.

Nährmittel und künstliche Ernährung

In den Bedingungen vieler Unternehmen, auch der Universa, sind die Leistungen für Nähr- und Stärkungsmittel ausgeschlossen. Damit soll verhindert werden, dass beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel durch den Versicherer bezahlt werden müssen. Dieses bedeutet aber auch eine unklare Formulierung zu notwenigen Nährmitteln, wenn diese bei bestimmten Diagnosen (Stoffwechselkrankheiten) als Nahrung genommen werden müssen. Das findet nun Eingang in die Bedingungen und lautet:

Nicht erstattungsfähig sind Aufwendungen für

Nähr-, Stärkungs-, Anregungsmittel und ähnliche Mittel, auch wenn sie ärztlich verordnet sind und heilwirksame Stoffe enthalten, … (keine Nähr- und Stärkungsmittel in diesem Sinne sind Mittel zur enteralen und parenteralen Ernährung (künstliche Ernährung) sowie Mittel die im Rahmen lebenserhaltender Maßnahmen verabreicht werden),

Hilfsmitteländerung

Zusätzlich aufgenommen wurden folgende Hilfsmittel. Diese sind zwar kostenmäßig durchaus überschaubar und wurden in der Vergangenheit aus Kulanz bezahlt, nun heißt es dazu (erstattet werden…):

Blutzuckermessgerät, Blutgerinnungsmessgerät bei erforderlicher Dauerantikoagulation und künstlichem Herzklappenersatz,

weiterhin wurde eine Formulierung angepasst und ergänzt. Jetzt heißt es dazu:

Gehapparate (Rollator, Deltarad, Gehgestell),

Umwandlung der Versicherung bei GKV Pflicht und Weiterversicherung bei Wegzug

Das jemand aus der PKV ausscheiden muss, da dieser vielleicht arbeitslos wird oder einen schlechter bezahlten Job bekommt, ist nicht ungewöhnlich. Daher ist es wichtig, den Versicherungsschutz entsprechend umwandeln zu können. Gerade chronisch kranke Menschen würden eine neue Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenkasse (GKV) sonst vielleicht nie mehr bekommen. Dazu hat die UniVersa nun eine entsprechende Formulierung aufgenommen:

(3.3) Unabhängig von dem Recht auf Fortführung im Rahmen einer Anwartschaftsversicherung nach § 13 (3.2) kann der Versicherungsnehmer bei Eintritt der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung die Vereinbarung von Zusatztarifen zur gesetzlichen Krankenversicherung, in denen die versicherte Person versicherungsfähig ist, ohne erneute Risikoprüfung und ohne erneute Wartezeiten verlangen. Der Versicherer ist zur Annahme eines solchen Antrages verpflichtet, soweit der Versicherungsschutz aus der Zusatzversicherung und der gesetzlichen Krankenversicherung zusammen nicht höher und umfassender ist, als der Versicherungsschutz vor Eintritt der Versicherungspflicht. Dieses Anrecht auf eine solche Vereinbarung ist vom Versicherungsnehmer innerhalb von drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht beim Versicherer schriftlich geltend zu machen. Die Vereinbarung erfolgt dann rückwirkend zum Zeitpunkt des Eintritts der Versicherungspflicht.

Diese Formulierung war m.E. längst überfällig, denn bisher war es von dem Willen des Unternehmens abhängig, ob man eine Weiterversicherung anbot oder nicht. Auch im Bereich des Wegzuges gibt es Änderungen. Auch dieses ist in den letzten Jahren durchaus steigend. Menschen bewegen sich in diesen Zeiten durchaus weltweit oder ziehen zeitweilig in andere Länder. Hierzu lauten die neuen Aussagen:

(4.3) Dauert der Aufenthalt im außereuropäischen Ausland über die jeweils geltende Leistungsdauer gem. § 1 (4.1) und (4.2) an, kann der Versicherungsnehmer den Abschluss einer Vereinbarung über die Fortführung der Krankheitskostenvollversicherung beantragen. Der Versicherer ist zur Annahme des Antrages verpflichtet, wenn dieser vor Ablauf der jeweils gem. § 1 (4.1) und (4.2) geltenden Leistungsdauer beim Versicherer eingeht. Der Versicherer ist jedoch berechtigt, einen angemessenen Beitragszuschlag zu verlangen und/oder die Verlängerung des Versicherungsschutzes zu befristen.

(4.4) Während der Leistungsdauer gem. § 1 (4.1) und (4.2) und solange eine besondere Vereinbarung gem. § 4 (4.3) besteht, ist eine Beendigung der Versicherung nach § 15 (3) ausgeschlossen.

Schade ist die Befristung (da steht nicht wie lange) und auch das Wort „angemessen“ ist ein sehr dehnbarer Begriff. Andere Versicherer verwenden hier konkrete Zahlen oder listen bestimmte Länder auf, in welchen ein Zuschlag zu zahlen ist. Das hätte ich persönlich mir hier auch gewünscht. Was nach der Befristung passiert wissen wir leider auch nicht. Das ist sicher generell eine (kleine) Verbesserung, aber noch keine optimale Lösung.

In der Krankentagegeldversicherung (KT) fanden wir bei der Universa bisher die Befristung auf 3 Monate. Nur in diesen bestand Leistungspflicht im außereuropäischen Ausland. Dieses ist nun schlichtweg gestrichen und die Leistungen bestehen auch dort ohne zeitliche Begrenzung. Allerdings auch -wie bisher- nur dann, wenn der Versicherte sich in einem Krankenhaus aufhält.

Schwangerschaftsabbruch, Kriegs- und Terrorereignisse

Der gesetzlich erlaubte Schwangerschaftsabbruch gehört nun auch zu den ersatttungsfähigen Aufwendungen. Die dafür entstehenden Kosten werden somit im vertraglichen Umfang erstattet.

Weitere Änderungen gab es bei den Ausschlüssen zu Kriegs- und Terrorereignissen. Dazu heißt es nun in den Versicherungsgedingungen. Bisher galt der Ausschluss gemäß §5 (1) und es waren Leistungen für Behandlungen und Folgen von Kriegsereignissen nicht versichert. Dieses galt generell und das Wort Terror war nicht erwähnt. Nun wird dieses relativiert und ergänzt und lautet nun:

(1.1) Während der ersten beiden Monate eines vorübergehenden Aufenthaltes im außereuropäischen Ausland wird auch für solche Krankheiten einschließlich ihrer Folgen sowie für Folgen von Unfällen geleistet, die durch Kriegsereignisse verursacht worden sind. Keine Kriegsereignisse im Sinne von § 5 (1) a) sind Terroranschläge.

Insgesamt hat die die Universa Krankenversicherung somit in der Betrachtung ein ganzes Stück weiter nach vorn bewegt. Ich persönlich hätte mir noch eine vertraglich genauerer Fixierung des Tarifwechselrechtes gewünscht, aber man kann ja auch nicht alles haben.

Nicht nur für die Versicherten der Universa, sondern insbesondere für alle neuen Kunden und PKV Interessenten zeigt sich hier schon recht deutlich, wie viele Bereiche es zu bedenken gilt. Eine (nicht abschließende) Aufzählung der Punkte bei der Tarifauswahl finden Sie hier.

Auswahlkriterien zur PKV Tarifwahl

27.
Juli '11

Studienende – muss, kann oder darf ich nun in die Private Krankenversicherung (PKV)


Für viele Studenten endet in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten das Studium oder hat es bereits geendet. Viele von diesen Studenten beginnen unmittelbar nach dem Studium eine Tätigkeit, welche mit einem Einkommen über der Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) liegt. Diese liegt im Jahr 2011 bei 49.500 EUR Bruttojahreseinkommen.

Für diese Studenten bieten sich verschiedene Möglichkeiten für den Krankenversicherungsschutz an. Dabei ist zunächst zu berücksichtigen, wie und wo bisher Versicherungsschutz bestand.

Studenten die bisher in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert sind

Die studentische Krankenversicherung in der GKV endet nicht automatisch. Dieses bedeutet insbesondere, es ist KEINE Eile geboten und die Entscheidung sollte gut überlegt sein. Tun Sie nichts, so bleiben Sie weiterhin in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, der Arbeitgeber meldet Sie entsprechend an und führt die Beiträge ab. Die Mitgliedschaft ist auch hier nicht auf „Ewigkeiten“ geschlossen. Diese ist immer zum Ende des übernächsten Monats kündbar. Dabei gibt es auch, auch wenn manchmal einige Kassen etwas anderes behaupten, keine 18-monatige Bindungsfrist bei einem Wechsel in die Private Krankenversicherung.

Daher können und sollten Sie, wenn Sie noch keine fundierte Entscheidung treffen können und wollen, zunächst die Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse vorziehen und den Wechsel in die Private Krankenversicherung in Ruhe vollziehen.

Bisher privat krankenversicherte Studenten

Studenten die bisher privat krankenversichert sind, weil diese vielleicht schon früher über die Eltern (als PKV versicherte oder als Beamte) privat versichert waren, müssen sich für ein System entscheiden. Auch dieses muss aber nicht jetzt und gleich erfolgen. Entscheidet sich der Student für eine gesetzliche Krankenkasse, so ist diese entsprechend zu beantragen. In Bezug auf die Kündigungsfristen gilt die Frist zum Ende des übernächsten Monats auch. So lässt sich eine (zunächst gewählte) gesetzliche Krankenkasse, durchaus wieder beenden.

EINE AUSNAHME gilt aber bei beiden Varianten. Wählt der Versicherte einen so genannten Wahltarif in der gesetzlichen Krankenkasse, so gelten ggf. ein oder drei Jahre Mindestvertragslaufzeit.

Wie komme ich nun zu einer passenden Krankenversicherung?

Die Private Krankenversicherung ist um einiges umfangreicher, als der Antrag an eine gesetzliche Kasse. Es gilt eine ganze Reihe von Auswahlkriterien zu bedenken, die ein lebenslanges Produkt so mit sich bringt. Damit es zu keinem Desaster wird, oder Sie auf schlechte Verkäufer statt gute Berater hereinfallen, nehmen Sie sich ausreichend Zeit.

Mehr dazu finden Sie in meinem Beitrag: „Sie müssen sich aber schnell entscheiden – Der Unsinn von Verkäufern in der PKV

Folgende Schritte sollten Sie bedenken:

1.) Überlegen Sie sich zunächst, was Sie von Ihrer PKV erwarten

2.) Auf welche Leistungen können Sie unmöglich verzichten?

3.) Welche Eigenmittel sind vorhanden und was kann damit ggf. allein bezahlt werden?

4.) Wie sieht ihre berufliche und private Planung aus?

Hilfestellungen finden Sie dabei in dem Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und die Auswahlkriterien zur PKV. Danach suchen Sie sich einen Berater, mit dem Sie gemeinsam besprechen können und sollen, welche Tarife und Gesellschaften in Frage kommen, wie diese gestaltet werden können und ob und wie eine Versicherung möglich ist.

Mehr Infos auch in dem Beitrag: „Wie finde ich den passenden Makler, Berater, Vertreter und woran erkenne ich diesen?

25.
Juli '11

Gothaer Krankenversicherung veröffentlicht Neugeschäftsbeiträge 2012


Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden die ersten Beitragsgarantien für die Tarife veröffentlicht, welche zum 01. 01. 2012 keine Anpassung bekommen. Auch die Gothaer Krankenversicherung hatte die Beitragsgarantien für einige Tarife veröffentlicht.

Doch nun, das ist allemal sehr früh, kommen auch erste Daten und zahlen zu Anpassungen. Dabei handelt es sich um Neugeschäftsbeiträge, welche nicht nicht ohne weiteres auf den Bestand übertragen lassen. Dennoch ist eine Tendenz zu erkennen. Sehr positiv ist meines Erachtens die frühe Veröffentlichung. Auch wenn man sich als Gesellschaft den einen oder anderen Kunden damit „vergrault“, ist es doch fair so früh als möglich über tatsächliche Beitragsänderungen zu informieren.

Folgende Tarife für MÄNNER sind bereits bekannt:

(jeweils in der Kombination MediVita500, MeidVitaZ, MediClinic und MediNatura)

Angegeben ist jeweils das Eintrittsalter, der alte Beitrag und der neue Beitrag, sowie die prozentuale Steigerung.

28 Jahre, 220,16 EUR und neu 245,96 EUR / Steigerung + 11,7% (+25,80 EUR)

33 Jahre, 254,43 EUR und neu 284,12 EUR / Steigerung +11,7% (+29,69 EUR)

38 Jahre, 293,61 EUR und neu 328,09 EUR / Steigerung + 11,7% (+34,48 EUR)

43 Jahre, 341,05 EUR und neu 379,98 EUR / Steigerung +11,4% (+38,93 EUR)

48 Jahre, 396,27 EUR und neu 438,99 EUR / Steigerung 10,8% (+42,72 EUR)

53 Jahre, 457,31 EUR und neu 502,47 EUR / Steigerung 9,9% (+45,16 EUR)

58 Jahre, 521,00 EUR und neu 568,49 EUR / Steigerung 9,1% (+47,49 EUR)

63 Jahre, 585,28 EUR und neu 636,81 EUR / Steigerung 8,8% (+51,53 EUR)

Diese Beiträge bedürfen noch der Zustimmung des Treuhändlers. Die Gothaer teilt auf der Information weiterhin mit, dass auf den Anträgen ab sofort ein Hinweis anzugeben ist:

„Auf die geplante Beitragsanpassung in der Krankenversicherung zum 01. Januar 2012 wurde ich hingewiesen. Die genannten Beiträge sind vorläufig. Im Einzelnen kann es zum Teil noch zu deutlichen Abweichungen kommen

Auch hier gilt- wie immer- die sorgfältige Auswahl der passenden Tarife und Tarifkombinationen. Einen guten oder schlechten Tarif kann und wird es nicht geben können, hier ist einzig und allein der eigenen Anspruch wichtig.

Weitere Informationen:

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

Kriterienfragebogen zur Priv. Krankenvers. (ausfüllbar)

22.
Juli '11

Arbeitgeberzuschuss für Kinder und freiwillig GKV Versicherte


Für den privat krankenversicherten Arbeitnehmer zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zur Privaten Krankenversicherung (PKV). Die individuelle Höhe Arbeitgeberzuschuss ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Dabei spielen der (einheitliche) Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkasse, die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze und der eigene Beitrag zur Privaten Krankenversicherung eine Rolle.

Im Jahr 2011 beträgt der Zuschuss maximal 271,01 EUR in der Privaten Krankenversicherung. Dabei ist aber zu beachten, dass es nie mehr als 50% des eigenen Beitrages sein können.

Wer bekommt den Zuschuss?

Die „Lösung“ findet sich im § 257 SGB V, also dem Sozialgesetzbuch. Dort heißt es:

(2) Beschäftigte, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze oder auf Grund von § 6 Abs. 3a versicherungsfrei oder die von der Versicherungspflicht befreit und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind und für sich und ihre Angehörigen, die bei Versicherungspflicht des Beschäftigten nach § 10 versichert wären, Vertragsleistungen beanspruchen können, die der Art nach den Leistungen dieses Buches entsprechen, erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Beitragszuschuß.

Somit besteht auch für versicherte Kinder, die sonst familienversichert wären, ein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss. Weiterhin kann eine (nicht mitarbeitende) Ehefrau oder ein Hausmann ebenfalls Anspruch auf die Zahlung des Arbeitgeberzuschusses haben. Voraussetzung auch hier ist, es bestünde bei Versicherungspflicht ein Anspruch auf Familienversicherung gem. §10 SGB V.

Wird der Zuschuss dann einmal- oder für jede Person gezahlt?

Die Begrenzung des Zuschusses hat(te) den Sinn, den Arbeitgeber maximal mit dem Betrag zu belasten, den er hätte bei Verbleib des Arbeitnehmers in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zahlen müssen. Demnach ist es nur logisch, dass der Zuschuss für alle Personen nur einmal gesamt gezahlt wird. Übersteigt also der Gesamtbeitrag für ALLE versicherten Personen den Betrag von 542 EUR, so wird kein weiterer Zuschuss gezahlt. (dazu kommt der Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung).

Müssen alle in einem Vertrag und bei einem Versicherer versichert sein?

Nein. Es ist unerheblich, ob es ein Vertrag ist, oder bei anderen Unternehmen unterschiedliche Verträge bestehen. So können die Kinder durchaus bei einem anderen Versicherer sein, als der Vater oder die Mutter. Selbst jedes Kind kann bei einem anderen Unternehmen versichert sein, solange dieses die Voraussetzungen gem. §257 SGB V erfüllt.

Was ist mit freiwillig in der GKV versicherten Familienangehörigen?

Es gibt ja durchaus Konstellationen, in denen bewusst nicht alle Familienmitglieder in die PKV gewechselt sind. Manchmal bleiben die Kinder aus verschiedenen Gründen in der gesetzlichen Krankenkasse und zahlen dort (wenn keine Familienversicherung möglich ist) einen eigenen Beitrag.

Daher liegt die Idee nahe, für diese Beitragszahlung einen (Rest-)Zuschuss zu nutzen. Auch für den Fall, dass die Ehepartnerin oder der Ehepartner in der GKV freiwillig versichert sind, wäre dieses durchaus sinnvoll.

Leider funktioniert das nicht. Der Gesetzgeber hat ausdrücklich nur die private Krankenversicherung genannt. Dabei heißt es:

(…) und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind (…)

und weiter

(2a) Der Zuschuss nach Absatz 2 wird ab 1. Januar 2009 für eine private Krankenversicherung nur gezahlt, (…)

Einen Zuschuss für freiwillig versicherte Kinder und Ehepartner in der gesetzlichen Krankenkasse ist nicht möglich.

Auch dieser Punkt sollte bei der Überlegung, wo die Kinder zu versichern sind, mit bedacht werden. Ein alleiniger Entscheidungsgrund ist es sicher nicht, jedoch spielt auch dieser Grund eine Rolle.

Weitere Informationen:

Kinder in der Privaten Krankenversicherung (PKV), Tarifauswahl und warum einige Gesellschaften die Kinder nicht haben wollen

Private Krankenversicherung für 2012 schon jetzt? Was Wechsler beachten sollten

Kindernachversicherung – nichts überstürzen und ausreichend informieren

Wo sind die Kinder zu versichern? GKV oder PKV?