Archiv für März 2011

31.
März '11

Versicherer verweigert Krankentagegeldzahlung, da der Kunde sich nicht zu Hause aufhält


In einem Internetforum beschwerte sich heute ein Kunde einer privaten Krankenversicherung (PKV) darüber, dass der Private Krankentagegeldversicherer seine Zahlung auf Kranken(tage)geld eingestellt hat. Grund sei, so der Kunde weiter, er wohne vorübergehend nicht zu Hause, sondern an der Nordsee bei seiner Schwester. Um zu beurteilen, wer denn nun recht hat, schauen wir uns die gesetzlichen/ vertraglichen Grundlagen einmal genauer an.

Wann wird Kranken(tage)geld überhaupt gezahlt?

Nach Maßgabe der Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung (MBKK), welche Sie im Downloadbereich kostenfrei laden können, schuldet der Versicherer ein versichertes Krankentagegeld, wenn der Versicherte arbeitsunfähig ist. Geregelt ist dieses im § 1 Abs. 3 MBKT 2009, dort heißt es:

(3) Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn die versicherte Person ihre berufliche Tätigkeit nach medizinischem Befund vorübergehend in keiner Weise ausüben kann, sie auch nicht ausübt und keiner anderweitigen Erwerbstätigkeit nachgeht.

Es ist somit nicht ausreichend, wenn jemand nur einige Stunden nicht arbeiten darf oder soll. Nur wenn eine komplette, also 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliegt, so besteht für den Versicherer Leistungspflicht.

Dazu kommen weitere Voraussetzungen aus dem gleichen Paragraphen. Dort wird weiter festgehalten:

(6) Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf Deutschland.

Gerade Personen die viel unterwegs sind oder grenznah wohnen, sollten sich genau zu diesem Punkt Gedanken machen. Es gibt Tarife und Unternehmen, welche Ihre Bedingungen hier verbessert haben, somit den Versicherungsschutz/ Geltungsbereich erweitert. Auch für die Fälle, in denen zum Beispiel im Urlaub eine Erkrankung eintritt finden sich entsprechende Regelungen in den Musterbedingungen. Dabei ist jedoch zu unterscheiden, ob es sich um das europäische oder außereuropäische Ausland handelt.

(7) Bei einem vorübergehenden Aufenthalt im europäischen Ausland wird für im Ausland akut eingetretene Krankheiten oder Unfälle das Krankentagegeld in vertraglichem Umfang für die Dauer einer medizinisch notwendigen stationären Heilbehandlung in einem öffentlichen Krankenhaus gezahlt. Für einen vorübergehenden Aufenthalt im außereuropäischen Ausland können besondere Vereinbarungen getroffen werden.

Gemäß den Musterbedingungen ist es demnach so, dass das Krankentagegeld nur bei einem Krankenhausaufenthalt gezahlt wird. Dieses hat einen gewissen Schutzzweck für die Versichertengemeinschaft. Wer will schon einen „verlängerten“ Urlaub auf Krankenschein bezahlen? Hier verbessern einige Unternehmen aber ihre Bedingungen ebenfalls, zum Beispiel durch en Verzicht auf das Wort „öffentlich“ oder den Einschluss von bereits bestehenden Erkrankungen bei Reiseantritt. Problematisch wird es jedoch für das außereuropäische Ausland,, zumindest wenn hier keine Vereinbarung getroffen wird. Und „können“ heißt ja nicht „müssen“.

Wie kommt es nun zu der Leistungsverweigerung im o.g. Fall?

Der Versicherer erlangte in diesem Fall durch deinen Besuch Kenntnis darüber, dass der Kunde sich nicht zu Hause aufhielt und berief sich auf die entsprechenden Aussagen in den Versicherungsbedingungen. Dort finden wir im §5 folgende Einschränkung:

(1) Keine Leistungspflicht besteht bei Arbeitsunfähigkeit

f) wenn sich die versicherte Person nicht an ihrem gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland aufhält, es sei denn, dass sie sich – unbeschadet des Absatzes 2 – in medizinisch notwendiger stationärer Heilbehandlung befindet (vgl. § 4 Abs. 8 und 9). Wird die versicherte Person in Deutschland außerhalb ihres gewöhnlichen Aufenthalts arbeitsunfähig, so steht ihr das Krankentagegeld auch zu, solange die Erkrankung oder Unfallfolge nach medizinischem Befund eine Rückkehr ausschließt;

Der Versicherer war und ist hier somit im Recht. Voraussetzung für eine Leistung ist die Anwesenheit am „gewöhnlichen Aufenthalt“. Dabei ist es nicht möglich, wie in diesem Fall, bei der Schwester an der See zu wohnen oder sich anderweitig (außer in Krankenhäuser) aufzuhalten. Sinn dieser Einschränkung ist auch hier die 1.) fehlende Kontrollmöglichkeit des Unternehmens und 2.) die Frage, hier keinen Urlaub zahlen zu wollen.

Dennoch gibt es Erkrankungsbilder, für die dieses sinnvoll wäre. Bei Atemwegserkrankungen oder auch Hauterkrankungen kann Meerluft durchaus hilfreich sein. Begeben Sie sich aber ohne Zustimmung (ohne schriftliche) des Versicherers dorthin, so verwirken Sie Ihren Anspruch auf Krankentagegeld. Auch wenn Sie sich woanders aufhalten und dort erkranken, so müssen Sie schnellstmöglich zurückkehren. Nur wenn dieses aus medizinischer Sicht nicht möglich ist, nur dann bleibt der Anspruch bestehen und Sie erhalten Krankengeld.

Gibt es Ausnahmen von dieser Regelung?

Ja. Es gibt Unternehmen, welche sich in den Bedingungen hier zu besseren Regelungen verpflichtet haben. So ist es nach den neusten Änderungen unter anderem im Krankentagegeld der Halleschen Krankenversicherung möglich, sich in Deutschland anderweitig aufzuhalten, wenn dem Versicherer dieses in Textform mitgeteilt worden ist. Damit sollen genau solche Fälle ermöglicht werden, welche die Genesung eben Fördern oder es für den Erkrankten einfacher machen, da dieser zum Beispiel nicht allein zu Hause ist.

Was kann ich tun, wenn mein Versicherer das nicht anbietet?

Ändern lassen sich die Bedingungen nicht und auch individuelle Zusätze sind nicht möglich. Lässt es der Gesundheitszustand zu und macht es wirtschaftlich auch wegen des Eintrittsalters (noch) Sinn, so können Sie überprüfen, ob eine Trennung von Krankenversicherung und Krankentaggeldversicherung (KT) möglich ist. Dabei bleibt die Krankenvollversicherung so wie sie ist, das Krankentagegeld kann bei einem anderen Unternehmen neu versichert werden. Dabei ist jedoch nicht jedes Unternehmen gewillt und in der Lage, denn viele bieten das Krankentagegeld nicht „solo“ (also ohne dort bestehende Krankenversicherung“ an. Jedoch sollte dieses allein auch kein Kriterium sein, denn auch hier sind viele Auswahlkriterien zu beachten.

29.
März '11

Hallesche Krankenversicherung mit Verbesserungen/ Bedingungsänderungen in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB)


Nachdem einige andere Unternehmen (darunter die Alte Oldenburger, die Barmenia oder auch die Allianz) bereits im letzten Jahr, oder zum 01. Januar Ihre Bedingungen verbessert bzw. klargestellt hatten, folgt nun auch die Hallesche Krankenversicherung. Bisher gab es (wie überall) einige Knackpunkte in den Bedingungen, welche bekannt sein mussten und welche ebenso auf den Kunden passen mussten.

Es gilt natürlich weiterhin, dass ein Tarif speziell auf den Bedarf passen muss. Gerade deshalb sind sorgfältige Beratung und die Berücksichtigung von Auswahlkriterien in der Privaten Krankenversicherung (PKV) so wichtig. Doch schauen wir uns die Änderungen einmal genauer an:

Auslandsaufenthalte:

Vorrübergehende Auslandsaufenthalte (mit der Absicht der Rückkehr also) sind auch als „vorrübergehend anzusehen“. Diese Regelung gilt für Aufenthalte bis zu einem Zeitraum von 6 Monaten. Bei Wegzug in einen anderen Staat der EU, des Europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz besteht für die Hallesche eine Verpflichtung, eine Vereinbarung zur Fortsetzung des Vertrages zu treffen. Diese Verpflichtung gilt nur dann, wenn diese innerhalb von 6 Monaten beantragt wird.

In den Bedingungen heißt es (§ 1 Teil II MB/KK Hallesche, Fassung 2011):

„Ein Aufenthalt (…) mit einer Dauer von maximal 6 Monaten gilt nicht als Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes.“

und weiter heißt es:

„Für die Berechnung der Dauer eines Aufenthaltes, werden vorrübergehende Unterbrechnungen mit eingerechnet.“

In diesem Zusammenhang ist noch eine Aussage im (Auslands-)Tarif LR1 zu berücksichtigen.

Personen die ausschließlich die Staatsangehötigkeit eines anderen Staates außerhalb der EU/ des EWR haben, haben künftig auch im Land Ihrer Staatsbürgerschaft Versicherungsschutz im LR1. Der Schutz im LR1 kann zweimalig verlängert werden.

Kriegsereignisse:

Auch die Aussage zu den Kriegsereignissen wurde klargestellt bzw. verändert. So gilt der Leistungsausschluss für Kriegsereignisse im Ausland ab sofort nicht mehr, wenn es für das Land keine Reisewarnung gab, oder diese erst nachträglich ausgesprochen wurde.

Auch hier die Aussage in den Bedingungen Teil II, §5, Abs. 1 a,b

„Leistungseinschränkung (…) gilt nicht, wenn a.) für das Aufenthaltsland keine Reisewarnung durch das auswärtige Amt besteht oder

„… eine Reisewarnung erst während des  Aufenthaltes ausgesprochen wurde und die Versicherte Person aus Gründen, die sie nicht zu vertreten hat, an der Ausreise gehindert war.“

weiterhin heißt es zu den Terroranschlägen:

„Terroristische Anschläge und deren Folgen zählen nicht zu den Kriegsereignissen“ (Anm. und sind somit per se nicht ausgeschlossen, sondern versichert)

Neu und meines Erachtes eine wichtige Aussage in den Bedingungen, sind die Leistungsaussagen zur Anschlussheilbehandlung. Nach wie vor nicht die beste Lösung am Markt, aber bei vielen Erkrankungen eine ausreichende Lösung. So wird die AHB in den Bedingungen genannt und es heißt genau:

„für die ersten 3 Wochen einer medizinisch notwendigen Anschlussheilbehandlung (AHB), welche innerhalb von 28 Tagen nach einer stationären Akutbehandlung beginnt und in einer Einrichtung erfolgt, welche von einem gesetzlichen Rehabilitationsträger  für die jeweilige zugelassen ist.“

Nachteilig oder zumindest besser zu lösen gewesen wäre die Aussage hier:

Weitere Voraussetzung ist, dass ein Antrag auf Leistungen bei einem gesetzlichen Rehaträger, sofern dieser im Grunde nach leistungspflichtig ist, vor Beginn der AHB gestellt und beschieden wurde.“

Hier steht zwar nichts von „positiv bescheiden“, aber wer garantiert mir eine Bearbeitung des Reha Antrages in der Frist? Theoretisch wäre es ja denkbar, der Rehaträger entscheidet erst danach und die Hallesche ist (nach Voraussetzung 28 Tage) von der Leistung frei.

Noch eine andere Änderung ist jedoch interessant und betrifft nicht die Bedingungen zur Krankenversicherung, sondern die Krankentagegeldversicherung (MB/KT). In den meisten Tarifen am Markt (bei der Halleschen auch bisher) war/ ist geregelt, dass ein Leistungsanspruch auf Krankentagegeld nur dann besteht, wenn sich der Versicherte zu Hause (also an seinem Wohnsitz) aufhält. Dieses ist ja generell auch wünschenswert, denn der Versicherte soll nicht umherreisen, sondern eben gesund werden. Gerade bei Asthmapatienten zum Beispiel, kann es aber der Heilung durchaus dienlich sein, wenn sich der Patient zum Beispiel an die Nord-/ Ostsee begibt. Bisher hatte der Versicherte hier das Problem… zu Hause bleiben oder bessere Luft aber kein Krankengeld. Dieses ist nun geändert.

Zeigt der Versicherte der Halleschen nun in Textform an, dass dieser sich an einem anderen Ort innerhalb Deutschlands aufhält und gibt vorher auch die voraussichtliche Dauer an, so besteht auch hier Anspruch auf Krankentagegeld. Die genaue Aussage der Bedingungen reiche ich selbstverständlich noch nach, diese liegt mir noch nicht als pdf vor.

Sollten Sie die Bedingungsänderungen der Krankenversicherung zu den oben genannten Punkten selbst nachlesen wollen, so können Sie die Bedingungen in der neuen Fassung (PM 22 – 2.11) im Downloadbereich kostenfrei als pdf Datei laden. Zum Vergleich finden Sie dort auch die alten Versicherungsbedingungen.

Noch ein Hinweis:

Die Bedingungsänderungen sind für das Neugeschäft. Für das Bestandgeschäft „sind/ waren diese über Arbeitsrichtlinien gleichermaßen geregelt, so das keine materiellen Nachteile entstehen“, so die Hallesche weiter.

Ich werde für mich und meine Kunden diese Änderungen als Bestandteil des Vertrages dennoch dokumentieren lassen. Nicht weil ich dem Versicherer nicht glaube, einfach weil es mir ein besseres Gefühl gibt.

25.
März '11

Kündigungsformular zur Kündigung einer Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung


Bereits vor einigen Wochen hatte ich hier im Blog einige Formulare angekündigt und zur Verfügung gestellt.  Dabei habe ich Ihnen die Kündigungsvordrucke für die Private Krankenversicherung, der gesetzlichen Krankenkasse und auch diverser Zusatzversicherungen als Word oder PDF Dokumente zur Verfügung gestellt.

Diese Vordrucke können Sie im Downloadbereich unter „Kündigungsvordrucke“ kostenfrei und als ausfüllbare Dateien herunterladen.

Aufgrund der vielen Nachfragen, finden Sie nun ebenfalls dort die Formulare für die Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit den Optionen der Beitragsfreistellung und Teilkündigung.

Was und wie gekündigt werden kann, lesen Sie bitte im Blogbeitrag „Wie beende ich eine unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung“ nach.

Hier jedoch auch die Direktlinks zu den Formularen.

Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung als pdf

oder Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung als doc

22.
März '11

Geplante Behandlungen in der Privaten Krankenversicherung


Eigentlich wollte ich diese Tage gar nicht bloggen, bin ja im Urlaub. Da ich nun aber einige Fragen zu diesem Thema hatte, habe ich mich entschlossen einmal einiges dazu zu schreiben.

Die Private Krankenversicherung (PKV) ist anders als die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) von einer Risikoprüfung abhängig. Dabei werden zum im Antrag Fragen gestellt. Hier wird nach vergangenen Erkrankungen und Beschwerden, Beeinträchtigungen und Behinderungen und auch geplanten Behandlungen gefragt.

Bereits abgelaufene Behandlungen geben einen Überblick über die „Anfälligkeit“ und ggf. über Veranlagung oder körperliche Defekte. Aber auch geplante Behandlungen werden gefragt, sind diese doch für die Risikoeinschätzung wichtig. Welcher Versicherer möchte schon einen Kunden versichern, der morgen (geplant) behandelt werden muss.

Wer versichert ein Haus, welches schon brennt gegen Feuer? Klar- keiner, weil die Prämie 100% der Schadensumme betragen müsste. Versicherungen sind keine Wohlfahrtsanstalten. Es werden Wahrscheinlichkeiten versichert, die der Einzelne nicht allein tragen kann.

Die letzten Tage erreichte mich unter anderem folgende Anfrage.

Habe letztes Jahr ca. 20-25 Sitzungen Psychotherapie wahrgenommen wegen keiner großen Sache, ich war halt da, habe keine Medikamente bekommen, kein stationärer Aufenthalt.Habe letztes Jahr ca. 20-25 Sitzungen Psychotherapie wahrgenommen wegen keiner großen Sache, ich war halt da, habe keine Medikamente bekommen, kein stationärer Aufenthalt.

Generell ist das Thema Psychotherapie und die daraus resultierenden Kosten ein „rotes Tuch“ für viele Versicherer. Der Interessent hier schreibt ja bereits, dass es erst im letzten Jahr war. Dazu kommt, das die Anzahl der Sitzungen nicht wirklich klein ist. In diesem Fall lohnt ein Antrag aber aus einem anderen Grund nicht, denn weiter schreibt der Interessent hier in der Mail an mich:

Nun würde ich gerne einen Optionstarif abschließen, der mir den Gesundheitszustand und das Eintrittsalter sichert.

Ich brauche das aus dem Grund dringend, weil ich evt. in einer Woche wieder ein paar Stunden Psychotherapie nehmen werde ich gehe dort immer hin wenn ich Fragen zum Leben habe, wie gesagt nichts großes.

Diese geplante Behandlung ist das k.O. für jede Vollversicherung, Option und selbst eine Zusatzversicherung. Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird hier schwer bis unmöglich. Warum?

Nun, eine Psychotherapiesitzung kostet ca. 100 EUR. Im letzten Jahr gab es davon 20-25, also sind dort mindestens 2.000 EUR Kosten entstanden.Würde ein Unternehmen dieses nun versichern, so bräuchte es einen sehr hohen Zuschlag. Nicht immer ist eine Psychotherapie ein Hindernis in der privaten Krankenversicherung (PKV), hier aber eindeutig schon.

Es gibt aber durchaus Erkrankungen und Beschwerden, welche geplant sein können, dennoch aber nicht zu einem Ausschluss führen. Dazu gehören zum Beispiel Zahnbehandlungen, Zahnersatz oder Kieferorthopädie.

Oftmals gibt es Kunden, welche sich gerade in einer Zahnbehandlung befinden und vielleicht noch ein Provisorium auf einem Zahn haben. Dort fehlt zum Beispiel noch die Brücke oder Krone, ist eine Behandlung noch nicht ganz abgeschlossen oder es fehlt ein Zahn.

Bin ich denn mit einem fehlenden Zahn nicht versicherbar?

Doch, natürlich ist ein fehlender Zahn kein Ausschlussgrund um eine Private Krankenversicherung abzuschließen. Hier kann der Versicherer das Risiko abschätzen (meist durch den vorliegenden Heil- und Kostenplan) und kennt es somit ganz genau. Dieses Risiko ist bezifferbar und wird dann vom Schutz ausgeschlossen.

Bekomme ich dann diesen Zahn und alles was dann jemals folgt, nicht bezahlt?

In einem solchen Fall wird oft der erste Zahnersatz dieses fehlenden Zahnes ausgeschlossen. Das bedeutet in der Praxis: Ist die Lücke einmal durch eine Krone, Brücke oder ein Implantat geschlossen, so ist der Zahn wieder mitversichert. Geht dann dieser Zahnersatz kaputt, entzündet sich etwas, so besteht hierfür auch wieder Versicherungsschutz. Eine gleiche Verfahrensweise wendet man bei Kindern auch bei laufender Kieferorthopädie an. Dort sind die Kosten ebenfalls greifbar und bezifferbar. Wird später (nach abgeschlossener Behandlung) dann durch einen Unfall z.Bsp. eine weitere Behandlung nötig, so ist diese wieder versichert.

Ein weiteres Beispiel für einen Ausschluss, ist eine Desensibilisierung/ Hyposensibilisierung bei bestehenden Allergien. Auch diese ist greifbar und bezifferbar und kann somit ausgeschlossen werden. Dennoch sollte auf die genaue Formulierung eines solchen Ausschlusses geachtet werden. Nichts wäre schlimmer wie ein falsch formulierter Ausschluss. Was ist zum Beispiel mit den Kosten, wenn der Patient bei einer solchen Behandlung Folgen erleidet und vielleicht stationär behandelt werden muss? Diese sollten natürlich nicht ausgeschlossen werden.

Was ist mit Behandlungen, die ein anderer Kostenträger zahlt?

In der Praxis gibt es eine Reihe von Kosten, die aus gesetzlicher oder vertraglicher Verpflichtung durch einen anderen Kostenträger übernommen werden. Das kann eine Berufsgenossenschaft sein (bei einem Arbeitsunfall und dessen Folgen) oder auch Kosten aus Wehrdienstbeschädigungen. Hier werden die Kosten nicht der (zukünftigen) Privaten Krankenversicherung belastet und können daher ausgeschlossen werden.

Lieber warten und später versichern, oder mit Ausschluss leben?

Das ist eine spannende Frage, die sich aber nicht pauschal beantworten lässt. Bei der Variante „warten“, hat man die Chance später ohne einen Ausschluss versichert zu werden. Was aber, wenn bis dahin weitere Erkrankungen bekannt sind, ein Unfall eintrat oder sich der Gesundheitszustand allgemein verschlechtert hat? Dann ist der weg in die Private Krankenversicherung vielleicht dauerhaft versperrt.

Bei der Variante 2, also mit Ausschluss abschließen, bietet sich zumindest die Garantie, einen Versicherungsschutz zu haben, auch wenn dieser in Teilbereichen eben eingeschränkt ist. Dafür ist aber die exakte Formulierung wichtig, um sich nicht in versteckte Kostenfallen zu begeben.

Wir in allen anderen Fällen auch, so gilt auch hier: Nichts überstürzen und die Entscheidung gut überlegen. Nichts ist schlimmer und finanziell belastender, als eine übereilt falsch getroffene Entscheidung.

Was Ihnen noch weiterhilft:

Artikel: „Sie müssen sich aber schnell entscheiden – Der Unsinn von Verkäufern in der PKV

Artikel: „Voranfrage oder Antrag? Der richtige Weg zur passenden PKV

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung

14.
März '11

Alte Leipziger mit Verbesserungen bei den Dynamik Bedingungen


Die Tariflandschaften verändern sich. In der Privaten Krankenversicherung (PKV) werden neue Tarife eingeführt oder Bedingungen klargestellt. Solche Klarstellungen gelten nicht nur für das Neugeschäft, meist auch für den Bestand.

Die Alte Leipziger Lebensversicherung hat nun Ihre Bedingungen zur dynamischen Erhöhung (Dynamik) in der Berufsunfähigkeit verbessert.

Bisher fanden sich in den Bedingungen Verpflichtungen zur Prüfung der so genannten Angemessenheit. In der Praxis wurde also im Leistungsfall geprüft, ob die Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) zum Zeitpunkt der Erhöhung noch angemessen ist. Auf diese Erhöhung wurde verzichtet, solange die jährliche BU Rente den Betrag von 30.000 EUR unterschritt. Diese 2.500 EUR Monatsrente sind aber bei Angestellten recht schnell erreicht.

Diese Grenze wurde nun von 30.000 EUR auf 40.000 EUR erhöht. Auch wird nun unter bestimmten Voraussetzungen nicht gekürzt. Diese finden sich in den Bedingungen wie folgt wieder:

  

Auszug BU Bedingungen AL

In der Praxis bedeutet dieses dann:

Wenn bei Eintritt des Leistungsfalls die versicherte BU-Rente aller bei der ALTE LIEPZIGER und anderen privaten Versicherungsunternehmen bestehenden Versicherungen (inklusive bereits erfolgter Erhöhungen) nicht mehr als 70 % des durchschnittlichen Bruttoeinkommens der letzten beiden Kalenderjahre (bei Selbständigen 70 % des durchschnittlichen Gewinns vor Steuern) beträgt, besteht voller BU-Schutz!

Ist diese Angemessenheit nicht gegeben/ überschritten, so werden die dynamischen Erhöhungen nicht mehr berücksichtigt, welche die Grenzen überschritten haben. Die zuviel gezahlten Beiträge für diese Anpassungen werden dann rückwirkend (aber unverzinst) zurückerstattet.

Eine weitere Besonderheit bei der Angemessenheit ist folgende:

Die Ansprüche gegen eine gesetzliche Rentenversicherung (die ja keinen Berufsunfähigkeitsschutz sondern einen Erwerbsminderungsschutz bietet) und auch gegen berufsständische Versorgungswerke (zum Beispiel bei Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder Rechtsanwälten, aber auch Ärzten) werden bei der Angemessenheit nicht berücksichtig.

Neben den bereits geänderten Regelungen finden wir bei vielen Anbietern eine folgende (einschränkende Dynamik-) Regelung in den Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherungen:

Sollten Sie mehr als zweimal hintereinander von der Erhöhungsmöglichkeit keinen Gebrauch machen, erlischt Ihr Recht auf weitere Erhöhungen. (Anm. ohne Gesundheitsprüfung im Rahmen der Dynamik)

Diese Regelung entfällt nun bei der Alten Leipziger nicht nur für neue, sondern auch für Bestandsverträge. Demnach kann die Dynamik nun auch öfter ausgesetzt werden, ohne das diese aus dem Vertrag ausgeschlossen wird. Dieses schafft nicht nur mehr Flexibilität, sondern erhält das Recht auch bei finanziellen Engpässen.

Die Änderungen gelten für Sie als Bestandskunden bei der Alten Leipziger Lebensversicherung automatisch.