Archiv für Februar 2011

28.
Februar '11

Wann reiche ich denn meine Rechnungen ein?


Eine beliebte und oft gestellte Frage, nicht nur bei meinen Kunden.

Wann soll ich meine Rechnungen einreichen?

Eine pauschale Empfehlung kann ich hier leide nicht geben. Bevor eine solche Entscheidung getroffen werden kann, bis dahin sind einige Fragen zu beantworten und Informationen zusammen zu tragen. Dazu gehören unter anderem:

1.) Welche Gesellschaft und welcher Tarif liegt der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu Grunde? (handelt es sich um einen Bausteintarif oder um einen Kompakttarif) Seit wann besteht der Vertrag?

Dabei ist zunächst einmal zu prüfen um welchen Tarif es sich handelt. Einige Tarife enthalten Leistungen für ambulante, stationäre und zahnärztliche Bereiche (Kompakttarife), andere splitten diese in 3 verschiedene Tarife auf (Bausteintarife).

2.) Wie hoch sind die Rechnungen? Sind diese ambulant, stationär oder zahnärztlichen Behandlungen geschuldet?

Diese Information ist deshalb wichtig, um zu beurteilen ob eine Selbstbeteiligung greift. Einige Tarife bieten eine ambulante Selbstbeteiligung, andere Tarife haben eine Selbstbeteiligung die über mehrere/ alle Bereiche berechnet wird. Rechnungen innerhalb dieser „Eigenbeteiligung“ werden nicht erstattet. Dabei ist die SUMME der Rechnungen, nicht die Höhe der Einzelrechnung maßgebend.

3.) Liegen alle Rechnungen in einem Versicherungsjahr?

Rechnungen können später erstellt werden, sind aber von dem Behandlungszeitraum abhängig. Eine Arztbehandlung, welche im Dezember 2010 stattfand und erst in 2011 berechnet wird, ist in 2010 abzurechnen. Ein Rezept, welches jedoch in 2010 ausgestellt, aber erst in 2011 von der Apotheke abgeholt wurde, fällt ins Jahr 2011.

4.) Gibt es in meinem Tarif eine Beitragsrückerstattung?

Gewährt der Versicherer eine anteilige Rückzahlung der Beiträge, so ist eine Leistungsfreiheit hier zwingende Voraussetzung. Dabei dürfen die Rechnungen auch nicht zur Prüfung eingereicht werden. Mit dem Einreichen (und dem somit verbundenen Arbeitsaufwand bei dem Versicherer), erlischt der Anspruch auf Rückerstattung.

Weiterhin zu zu prüfen, ob der Vertrag noch besteht. In vielen den meisten Vertragsbedingungen ist geregelt, dass die Beitragsrückerstattung immer dann entfällt, wenn der Tarif nicht mehr besteht/ gekündigt wurde, oder in dem entsprechenden Jahr ein Rückstand der Beitragszahlung besteht oder bestand.

5.) Bis wann kann denn eine Rechnung eingereicht werden?

Rechnungen können bis zu zwei Jahre nach dem Jahr, in welchem Sie angefallen sind, eingereicht werden. Das bedeutet also, Rechnungen aus dem Jahr 2010 können bis zum Ende des Jahres 2012 eingereicht werden. Einige Unternehmen verlängern diese Frist zugunsten des Versicherungsnehmers. Ob dem so ist, lesen Sie bitte in Ihren Vertragsbedingungen nach.

Und wie weiss ich nun, ob ich einreichen soll oder besser warten?

Sammeln Sie die Rechnungen zunächst und ermitteln den Gesamtbetrag. Dann schauen Sie in die entsprechende Information Ihres Versicherers und ermitteln die für Sie gültige Beitragsrückerstattung. Dabei beachten Sie bitte auch die Frage, ob diese Jahr für Jahr steigt oder konstant ist. Müssen Sie erst ein/zwei/drei Jahre leistungsfrei sein, um eine hohe Rückerstattung zu erreichen, so bedenken Sie dieses bitte.

Gerade wenn Sie schon im zweiten, dritten oder vierten Jahr sind, in den letzten Jahren schon leistungsfrei waren und somit hohe Rückerstattungssätze haben, so ist es manchmal auch ratsam, Rechnungen nicht einzureichen um den „Status“ zu erhalten.

Nun gilt es zu überlegen:

Rechnungsbeträge abzüglich Selbstbeteiligung = erstattungsfähiger Betrag

Ist dieser Betrag nun deutlich kleiner als die angekündigte Rückerstattung, so behalten Sie die Rechnungen bei sich und bezahlen diese an den Aussteller.

Ist der Betrag in der Nähe der Beitragsrückerstattung, so spielt auch die steuerliche Auswirkung eine Rolle. Während eine Beitragsrückerstattung steuerschädlich ist, ist es eben bei der Einreichung der Rechnungen „steuerfreundlich“. Dabei spielen aber sehr viele individuelle Faktoren (Steuersatz, angerechnete Beiträge, Arbeitnehmer oder Selbstständiger) eine entscheidende Rolle.

Überschreitet der Rechnungsbetrag die Beitragsrückerstattung deutlich, so ist die Frage recht einfach zu beantworten. Dann reichen Sie Ihre Rechnungen zeitnah ein, um eine zügige Erstattung zu erhalten. Gleiches gilt auch dann, wenn hohe Kosten in dem laufenden Jahr zu erwarten sind. Das kann durch unerwartete Krankheit oder chronische Beschwerden der Fall sein.

Beantworten Sie diese Fragen am besten zunächst für sich. Bei Fragen und Problemen sprechen Sie bitte Ihren Berater an, der Ihnen gern weiterhelfen wird. Am besten Sie scannen die Rechnungen ein und mailen diese, mit allen oben genannten Informationen aus den Fragen, an Ihren Berater.

25.
Februar '11

Wie beende ich (m)eine falsche und unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung?


Oftmals stellt man erst später fest, der eine oder andere Abschluss diverser Versicherungen war doch nicht ganz so passend. Vielleicht war es ein Freund, ein guter Bekannter und „der wird schon nichts schlechtes empfehlen“. Erst viele Jahre später und oft um einige Erfahrungen reicher, stellt man mit Erschrecken fest, dass das abgeschlossene Produkt nicht den Erwartungen entspricht.

Gerade bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) ist hier genaues Hinsehen sehr wichtig. Anders als bei anderen Versicherungen gibt es hier keine halbe Rente, halbe Laufzeit oder ein „bisschen BU-Rente“. Dabei gehört die Absicherung der Arbeitskraft gegen Berufsunfähigkeit zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt.

Wie merke ich, ob das Produkt gut oder schlecht ist?

Zunächst sollte eine entscheidende Frage geklärt werden: Die Rentenhöhe. Der Titel meines Blogbeitrages aus dem letzten Jahr „Richtige Rentenhöhe oder gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung“ beschreibt es sehr deutlich. Wenn die Rentenhöhe zu niedrig ist, dann können Sie es auch gleich bleiben lassen. Was nützen einige hundert Euro an Rente, um dann nicht einmal die laufenden Fixkosten zu decken.

Als nächsten Schritt schauen Sie einmal in die Bedingungen. Ist das Produkt (noch) zeitgemäß? Sind Punkte die Verweisung, befristetes Anerkenntnis, Anztanordungsklausel oder die Ausschlüsse bei Kriegsereignissen und auch Straßenverkehrsdelikten geregelt? Eine Gegenüberstellung von verschiedenen Formulierungen finden Sie in meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Laden Sie sich die pdf Version einfach im Downloadbereich herunter.

Selbst eine schlechte Regelung reicht aus, um nach jahrzehntelanger Beitragszahlung dann doch keine Rente zu bekommen.

Was kann ich denn überhaupt noch tun?

Stellen Sie fest, dass das angeschlossene Produkt lückenhaft oder unpassend ist, so ist zunächst zu klären ob es ein neues, bedingungsgemäß besseres Produkt bei der gleichen Gesellschaft gibt. Dabei ist zu prüfen, ob eine Umstellung möglich ist und welche Mehrprämie hierfür aufzuwenden ist. Dabei kommt es auch darauf an, ob es sich um eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) oder um eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung (Solo BU) handelt.

Eine Zusatzversicherung wie die „BUZ“ ist immer an andere Bausteine, wie Lebensversicherungen, Rentenversicherungen oder Risikoversicherungen gebunden und kann auch mit fondsgebundenen Produkten kombiniert werden. Unter bestimmten Bedingungen kann eine solche Kombination durchaus sinnvoll sein.

Fangen wir also mit der Kündigungsmöglichkeit für die Zusatzversicherung (BUZ) an. Die Nürnberger Lebensversicherung (Investment BU Comfort) schreibt zum Beispiel in Ihren Bedingungen:

(1) Sie können Ihre Versicherung jederzeit zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode schriftlich kündigen. Dabei werden Ihnen über den Kündigungstermin hinaus gezahlte Beiträge erstattet.

Was genau „Ihre“ Versicherungsperiode“ ist, ist von der Art der Beitragszahlung abhängig. Zahlen Sie ihre Beiträge monatlich, so ist die Versicherungsperiode der Monat, also ist eine Kündigung auch zum Ende des Monats möglich. Zahlen Sie aber jährlich, so endet die Versicherungsperiode entweder mit dem Versicherungsjahr oder mit dem Kalenderjahr.

Dabei müssen Sie noch überlegen, was mit dem „Rest“ des Produktes passieren soll. Wollen Sie also nur den BUZ Teil (für den Schutz bei BU) ausschließen, oder den anderen Teil des Vertrages (Lebens-/ Rentenversicherung, Fondsanteil, Risikoversicherung) auch beenden? Dabei sind verschiedene Möglichkeiten gegeben. Der Beitrag kann sich durch den Ausschluss der BUZ entweder reduzieren oder auch gleich bleiben. Dann ist der Betrag, welcher in den Hauptvertrag fließt höher. Welche Variante für Sie die richtige ist, ob ein Rückkaufwert vorhanden ist oder eine Beitragsfreistellung als weitere Option in Frage kommt, sollten Sie mit Ihrem Berater sorgfältig besprechen.

Und wie kündige ich eine alleinstehende Berufsunfähigkeitsversicherung (Solo BU)?

Auch hier ein Beispiel aus den Bedingungen. Diesmal aus der Aachen Münchener Lebensversicherung. Dort heißt es:

Quelle: Aachen Münchener BU AVB

Daher gelten auch hier die gleichen Regeln wie oben bei der BUZ. Eine Beendigung ist in der regeln zum Monatsende möglich. Zahlen Sie jährlich, so müssen Sie auch hier bis zum Ende des Jahres oder dem Ablauf des Versicherungsjahres warten.

Was muss ich sonst noch bei einer Kündigung bedenken?

Auch hier gilt die klare Regelung, keine Kündigung ohne bestätigten, neuen Versicherungsschutz. Erst wenn der neue Versicherer gefunden ist, Bedingungen besprochen und der Antrag gestellt und angenommen ist, erst dann sollte das bestehende Produkt beendet werden.

Es besteht für den Versicherer kein Annahmezwang und keine Versicherungspflicht. Das bedeutet in der Praxis, das Unternehmen kann Sie aus verschiedenen Gründen ablehnen, Zuschläge verlangen oder Ausschlüsse zum Vertrag formulieren. Daher immer erst abwarten wie die Entscheidung aussieht, dann einen Antrag stellen und nach Annahme (Ausstellung der Police) den Vorvertrag beenden.

Für die Kündigung stehen Ihnen hier kostenfreie Formulare zur Verfügung.

Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung als pdf

oder Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung als doc

Weiterführende Informationen:

Kriterienfragebogen zur Berufsunfähigkeitsabsicherung

Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

Auswahlkriterien

Blogbeiträge zum Thema Berufsunfähigkeit

23.
Februar '11

Einmal Ablehnung, immer Ablehnung – Risikoprüfung in der Privaten Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung


Zur Zeit beschäftigt mich ein aktueller Fall, welcher so in der Unfähigkeit einiger Vermittler kaum noch zu überbieten ist. Ich gebe zu, auch auf Kundenseite hat es einige Versäumnisse gegeben, welche ich aber hier anders bewerten will, denn dieser ist als Laie nicht in der Lage, die Tragweite zu überbrücken.

Doch nun zu dem Sachverhalt.

Bevor der Kunde bei mir angefragt und um Beratung gebeten hat, sprach dieser schon mit einem Agenten eines Versicherungsunternehmens. Dieser erklärte Tarife (seines Unternehmens natürlich) und stellte Leistungen gegenüber. Dabei sind im Rahmen der anonymen Voranfrage auch Gesundeitsangaben zur Sprache gekommen, welche dazu geführt haben, eine Ablehnung bei einem Unternehmen auszulösen.

Einige Zeit später wurde ein weiterer Berater, hier jedoch Makler, gebeten bei der Tarifauswahl zu helfen und schlug ebenfalls mehrere Tarife/ Gesellschaften vor. Bevor dieses jedoch geschah, wurden Gesundheitsfragen verlangt, diese waren aber nicht auf Formularen von Gesellschaften, sondern allgemein gehalten. Quasi eine Art Gesundheitsfragebogen, wie Sie diesen auch bei mir im Downloadbereich finden können.

Das ist natürlich durchaus vernünftig, spart es dem Berater doch Arbeit und Beratungszeit mit Kunden, die er eh nicht versichert bekommen. Auch dem Kunden ist somit vorher klar, was passieren kann. Doch das, was hier definitiver Unsinn ist, es werden erstmal pauschal Gesellschaften angefragt, nach dem Motto „Mal gucken wer den Kunden nimmt“, irgendwie kriege ich schon meine Provision verdient.

Eine Private Krankenversicherung (PKV) und auch eine Absicherung für den Fall eintretender Berufsunfähigkeit (BU) sind nicht danach auszuwählen, wer den Kunden vielleicht nimmt, sondern natürlich nach entsprechendem Anforderungsprofil.

Doch der Beweis dafür, dass der „Kollege“ (ich will ihn eigentlich gar nicht so nennen) absolut keine Ahnung hatte ist der, das mit Namen und persönlichen Daten angefragt wurde. Damit ist der Kunde bei zumindest einem Versicherer hier „durch“. Das ganze aber nicht, weil es sein muss und er ja eh abgelehnt worden ist.

Nein, der Kunde wäre mit der korrekten Beantwortung der Antragsfragen sogar mit Zuschlag genommen worden, aber durch die nun bereits erfolgte Ablehnung (mit Angaben die gar nicht gefragt waren) ist die Chance gänzlich für die nächsten Jahre verbaut.

Wie kann es sein, dass er genommen wurde?

Nun, jedes Unternehmen fragt bestimmte Anfragezeiträume in den Anträgen ab. So auch dieses. Leider wurden in dem Fragebogen des Maklers hier viel mehr Informationen abgefragt, wie erforderlich gewesen wären. Das führt nun dazu, dass dem Unternehmen Infos zu „Ohren gekommen sind“, die es so nie hätte erfahren müssen. Auch wäre dort keine Anzeigepflicht verletzt worden, denn alle Informationen, nach denen gefragt wurde, konnten wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Dieses zeigt einmal mehr, wie wichtig die Anfrage und Beratung bei einem Spezialisten ist. In diesem Fall leider zu spät.

Natürlich kann man hier nun den Kunden fragen, der sich das auch gefallen lassen muss, warum hat er verschiedene Berater gefragt und überall Gesundheitsangaben gemacht. Aber das allein reicht nicht aus. Der Kunde als Laie hat durchaus ein Recht darauf, mehr als einen Berater anzufragen und sich beraten zu lassen.

ABER: Gesundheitsfragen sollten Sie immer nur bei einem ausfüllen und darauf bestehen, das man Sie vorher informiert wer, wann und warum angefragt wird und mit welchen persönlichen Daten dieses geschieht.

21.
Februar '11

Versprechen, Wahrheit und Wirklichkeit bei der HUK Coburg Krankenversicherung


Oder nennen wir es besser: Prospektaussage, Versicherungsbedingungen und Leistungspraxis. Beide Überschriften wären sicher gut zu nutzen, für diesen „Fall“. Einer unter tausenden, hunderttausenden sicher, die sich so Jahr für Jahr bei Krankenversicherern und Kunden abspielen. Doch nun zu der „Geschichte“.

Ein langjähriger Versicherter bei der HUK Coburg Krankenversicherung und guter Kollege machte mich auf eine „eigenartige“ Praxis bei der HUK Coburg aufmerksam. In der Vergangenheit gab es einmal eine ähnliche Diskussion, damals aber zum Thema „Angemessenheit bei Heilmitteln„, zu der ich bis heute keine abschließende Aussage habe. Heute soll es aber um ein Hilfsmittel, die Brille, oder besser die Sehilfe gehen.

Auf der Homepage des Versicherers findet man im Prospekt zur HUK Krankenversicherung (welches im Übrigen allein wegen den Antworten zur Versicherungspflicht und 3-Jahresregel mal dringend überarbeitet werden sollte) auf der Seite 4, die folgende Aussage zu den Sehhilfen:

Prospektaussage HUK Coburg KV (c) HUK C. 2011

Was verstehen Sie als Laie darunter? Welche Erstattung erwarten Sie zum Beispiel bei einer Brille, welche Kunststoffgläser besitzt und aufgrund von einem Beruf der Bildschirmarbeit und Autofahren voraussetzt, entspiegelt und gehärtet ist?

Was glauben Sie, welche Leistungen erstattet werden?  Die Gläser zu 100%, das Gestell nur bis zum Höchstsatz von 125 EUR?

Aber es ist ja nur ein Prospekt und das dieses nichts bedeutet, haben wir bereist im letzten Jahr zur Hilfsmittelgarantie der Gothaer lernen müssen. Sie erinnern sich?  Daher schauen wir sicherheitshalber einmal in die Versicherungsbedingungen, wo es folgende Aussage dazu gibt:

HUK Coburg KV, Bedingungsaussage, AP000201, Stand 02/2011

Gut, eine medizinische Notwendigkeit muss da sein, diese am besten vom Arzt nachgewiesen, dann wird auch die Entspiegelung gezahlt. Perfekt. Damit steht einer Erstattung ja nichts mehr im Wege.

Das dachte sich unser Kunde dort auch. Also ging er zu Optiker (wie die letzten Jahre übrigens auch schon) und bestellte seine Brille. Also Gläser mit Härtung und Entspiegelung, dazu das Gesell. Alles zusammen ergab somit einen Gesamtbetrag, den er nun bei der HUK Coburg zur Erstattung einreichte.

Nicht schlecht staunte dieser, als er dann folgende Aussage bekam, die auch auf 2. Nachfrage nicht abgeändert wurde:

Auszug aus Kundenanschreiben, HUK Coburg KV, 2010

Im Einzelfall hat man ihm als „freiwillige Leistung, aus der kein Rechtsanspruch für die Zukunft entsteht“ die Entspiegelung dann „ausnahmsweise noch einmal“ erstattet. Aber hier ist die Richtung für die Zukunft klar. Soweit ist das Ganze auch durchaus in Ordnung.

Was mich hier aber wieder massiv stört, ist der Unterschied zwischen einem schönen, bunten Prospekt in dem alles toll, super und ohne Fehler ist, dann den Versicherungsbedingungen, die auch hier eine solche Leistung noch nennen und zuletzt eine ganz andere Leistungspraxis.

Bevor Sie sich also auf Prospektaussagen und blumige Versprechungen verlassen, lesen Sie vor allem die Vertragsbedingungen mehr als deutlich durch und versuchen diese mit Hilfe Ihres Beraters zu verstehen und erklärt zu bekommen. Alles was man Ihnen sonst erzählt und verspricht, lassen Sie es sich bitte schriftlich und rechtsverbindlich in die Police schreiben. Bitte nicht auf einen einfachen Brief vertrauen, sondern als Anlage zum Versicherungsschein dokumentieren lassen.

18.
Februar '11

Änderungen bei der Central Krankenversicherung


Die Central Krankenversicherung hat bekanntlich im Jahr 2009 neue Tarife der Tarifserie Vario auf den Markt gebracht. Einen ausführlichen Kommentar zum Tarifwerk Vario der Central Krankenversicherung steht Ihnen im Downloadbereich kostenfrei zur Verfügung.

Nun gab das Unternehmen einige Änderungen bekannt, welche ich hier ohne Wertung weitergeben möchte. Zu einigen Punkten werden Sie in der kommenden Woche noch genaueres in Extra Beiträgen lesen. Nach dem Erscheinen werde ich diese natürlich hier im Beitrag direkt verlinken.

Änderung der „Kombinierbarkeit“ mit central.unfall und central.akut

Ab sofort ändert die Central Krankenversicherung AG die Annahme-/ Versicherungsfähigkeit für einige Bausteine.

Bei den Bausteinen handelt es sich um ergänzenden Versicherungsschutz. central.unfall beinhaltet eine Leistungserweiterung für das Zweibettzimmer und eine privatärztliche Behandlung im Falle eines Unfalls, maximal für 24 Monate nach dem Unfall. Der Baustein central.akut erweitert ebenfalls den stationären Bereich der Krankenversicherung auf das Zweibettzimmer und die privatärztliche Behandlung. Leistungsvoraussetzung ist hier jedoch eine von elf definierten Krankheiten. Ist diese eingetreten, so erweitert sich der vorhandene Versicherungsschutz. Die vorhandenen Ausschlüsse und Einschränkungen dieser Tarife entnehmen Sie bitte den Versicherungs- und Tarifbedingungen.

Die Neuerung besteht nun darin, dass anders als bisher, auch der Vollversicherte Kunde der Central Krankenversicherung diese Tarife abschließen kann und somit seine Private Krankenversicherung (PKV) für Unfälle und schwere Erkrankungen aufwerten kann. Dieses gilt aber nur für Vollversicherte Kunden mit stationärem Bausteinen des VARIO ECO.

Ob ein solcher ergänzender Schutz überhaupt Sinn macht, welche Ausschlüsse oder Einschränkungen dort gelten (z. Bsp. Arzthonorare nur bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte, GOÄ) und was für Voraussetzungen erfüllt sein müssen, ist individuell zu prüfen. Hier ist zu entscheiden ob eine solche Ausschnittsdeckung nicht besser durch angemessenen Versicherungsschutz generell ersetzt werden kann und sollte.

Änderung bei den Beitragsrückerstattungen in den Tarifen CVP500 und Vario mit Pauschalleistung

Hier sind einige Änderungen bei der Beitragsrückerstattung zu beachten. So schreibt man mir als Makler folgendes:

Wir garantieren Ihnen in den Pauschalleistungsstufen des Tarifs vario (VxxxS2P) bereits jetzt unveränderte BRE-Konditionen nicht nur für das Anspruchsjahr 2011, sondern bereits für 2012. Somit sichern sich Ihre Kunden weiterhin 6 MB garantierte Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit.

Das Problem bei solchen Pauschalleistungen oder hohen Beitragsrückerstattungen wird jedoch noch immer nicht ausreichend erklärt. Dabei geht es um die Anrechnung dieser Zahlungen bei der steuerlichen Berücksichtigung der Beiträge. Erfolgt eine Rückzahlung, so ist diese natürlich dem Finanzamt anzuzeigen, mindert nachträglich den Aufwand in der Krankenversicherung und zieht (bei Angestellten häufig, aber auch bei Selbstständigen) Nachzahlungen in der Lohn-/ Einkommensteuer nach sich. Grund hierfür ist die Minderung des tatsächlichen Aufwandes, welcher gemäß dem Bürgerentlastungsgesetz anrechenbar wäre.

Ob mir deshalb ein nicht unerheblicher Bonus bei der Vermittlung dieser Tarife angeboten worden ist, um diese dennoch „in den Markt zu bekommen“ weiss ich natürlich nicht, kann ja auch ein „Zufall“ sein.

In diesem Zusammenhang sei noch die Änderung der Beitragsrückerstattung in den CVP500 Tarifen erwähnt. Anders als in den Vario Tarifstufen, waren hier die 6 Monatsbeiträge Rückerstattung nicht garantiert, zumindest nicht vollständig. Der eine, nicht garantierte Teil war eine erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung. So schrieb man mir:

Hinweis: Kunden im Tarif CVP500 erhalten für das Jahr 2011 (hier erfolgt KEINE Garantie auch für das Jahr 2012, wie oben im Vario) die tariflich garantierten 5 MB Rückerstattung. Der erfolgsabhängige Monatsbeitrag wird für 2011 nicht mehr erstattet. Um Ihre Kunden auch jetzt noch aktiv auf einen Wechsel in den Tarif V222S2P rückwirkend zum 01.01.2011 ansprechen zu können, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die Umstellungsanträge noch bis zum 31.03.2011 bei uns einzureichen. Sie können damit Ihren Kunden bei einem Wechsel auf Tarif V222S2P den zusätzlichen Monatsbeitrag BRE weiterhin sichern damit diese wie bisher bis zu 6 Monatsbeiträge erstattet bekommen.

Auch hier ist mir der Hintergrund des Versicherers noch nicht ganz deutlich geworden. Die Tatsache, das es nun eine geringere Beitragsrückerstattung (die zum Teil von der Steuer wieder „aufgefressen“ wird) gibt, sollte niemanden, wirklich niemanden zu einem Tarifwechsel bewegen. Die Tarife sind unterschiedlich in den Leistungen und sollten nur sehr überlegt gewechselt werden. Zu beachten sind hier in jedem Fall persönliche Auswahlkriterien bei der Tarifwahl in der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Als letzte „Neuerung“ wird mir (und somit indirekt auch Ihnen) eine Versicherung im Zahntarif central.prodent unter bestimmten Voraussetzungen sogar ohne Gesundheitsprüfung angeboten. Voraussetzung ist jedoch, neben dem Abschluss des Central Zusatztarifes ein Wechsel Ihrer gesetzlichen Krankenkasse (GKV). Nur wenn Sie über die Central an die Techniker Krankenkasse (TK) wechseln, gelten diese Sonderkonditionen. Dabei soll es neben der entfallenden Gesundheitsprüfung (für alle Personen ab Geburtsjahr 1977) auch noch einen Bonus von 30 EUR, extra für Central Versicherte, geben. Auch für den oben genannten Tarifbaustein central.unfall gilt dieser Entfall der Gesundheitsprüfung.

Hat man das System einer Privaten Kranken(zusatz)versicherung jedoch verstanden und weiss somit um eine risikogerechte Prämienkalkulation, so sind mir solche Angebote (welche ja auch andere Unternehmen ab und an anbieten) suspekt.